Kitabı oxu: «Wie du dir die Energie der Jugend auch im Alter bewahrst»

Şrift:

Lise Bourbeau

Wie du dir die
Energie
der
Jugend

auch im Alter bewahrst


Wichtiger Hinweis

Die in diesem Buch beschriebenen Methoden sollen ärztlichen Rat und medizinische sowie psychotherapeutische Behandlung nicht ersetzen. Die in diesem Buch vorgestellten Informationen sind sorgfältig recherchiert und wurden nach bestem Wissen und Gewissen vorgestellt. Dennoch übernehmen Autor und Verlag keinerlei Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die direkt oder indirekt aus der Anwendung oder Verwendung der Angaben in diesem Buch entstehen. Sämtliche Informationen in diesem Buch sind für Interessierte zur Weiterbildung gedacht.

Titel der Originalausgabe:

Comment prendre de l‘âge tout en ayant beaucoup d‘énergie © 2020 – Copyright by Lise Bourbeau Erschienen bei Les Editions E.T.C. Inc., Kanada

Aus dem Französischen

von Alexandra Mattstedt

1. Auflage 2020

© 2020 Windpferd Verlagsgesellschaft mbH, Aitrang

Alle Rechte vorbehalten

Umschlaggestaltung: Andrea Barth – Guter Punkt GmbH & Co. KG

Covermotiv: © Julia_Sudnitskaya/gettyimages

Lektorat: Sylvia Luetjohann

Layout: Marx Grafik & ArtWork

ISBN 978-3-86410-256-1

eISBN 978-3-86410-296-7

www.windpferd.de

Inhalt

Dank

Einleitung

Kapitel 1

Alt sein – was bedeutet das eigentlich?

Kapitel 2

Fünf wichtige Faktoren des Wohlbefindens

Kapitel 3

Ängste vor dem Altern

Kapitel 4

Die Bedürfnisse des physischen Körpers

Kapitel 5

Privatleben, Partnerschaft und Familie

Kapitel 6

Berufsleben

Kapitel 7

Das Älterwerden akzeptieren

Übersicht der praktischen Methoden, die von Lise Bourbeau in diesem Buch empfohlen werden

Die Autorin

Dank

DANKE an alle Teilnehmer der Workshops und Vorträge von Écoute Ton Corps, die mich immer wieder gefragt haben, wie ich es nur anstelle, dass ich so viel Energie habe und so jung geblieben bin. Euch ist es zu verdanken, dass ich mir die Zeit genommen habe, mich selbst zu beobachten, sodass ich meine Vitalität bewusster wahrgenommen und herausgefunden habe, woher sie kommt.

Ein DANK gilt meiner Mutter, die ich stets für ihr Organisationstalent und ihre Fähigkeit, ein enormes Arbeitspensum zu bewältigen, bewundert habe. Ihr Vorbild vor Augen, hielt ich es für normal, dass ich ebenfalls solche Fähigkeiten entwickelt habe, auch wenn ich immer dachte, dass ich im Vergleich zu ihr nicht allzu viel tat. Sie betrieb zahlreiche Geschäfte, nähte die Kleidung ihrer elf Kinder selbst, kochte drei warme Mahlzeiten am Tag und vieles mehr. Sie war ein großes Vorbild für mich.

Ich DANKE meinen drei Kindern Alan, Tony und Monica, meinem Schwiegersohn Jean-Pierre, meiner Schwiegertochter Dina, meiner Schwester Lorraine, meinem Neffen Marc, meinem ersten Mann Dave, meinem jetzigen Mann Jacques und seinen Kindern Marc und Christine dafür, dass sie immer hilfsbereit und für mich da waren. Um was auch immer ich sie gebeten habe, nie habe ich ein NEIN von ihnen gehört. Dank ihrer stetigen Hilfe konnte ich in diesem Leben so viele Vorhaben verwirklichen. Ihre Liebe und ihre Gegenwart haben wesentlich dazu beigetragen, dass ich mir meine Energie bewahrt habe.

Mein besonderer DANK gilt Jean-Pierre Gagnon, dem Leiter meines Verlags, und Monica Shields, der geschäftsführenden Direktorin von Écoute Ton Corps. Beide leisten einen großen Beitrag zur Realisierung all meiner Buchprojekte.

DANKE an Julie Labelle für ihre sorgfältige Korrektur dieses Buches.

Ich DANKE meinem Körper dafür, dass er zu mir hält und mir hilft, meine Projekte zu verwirklichen, auch wenn ich ihm manchmal viel abverlange. Er macht es möglich, dass ich dieses Buch schreiben kann.

DANKE an mich, dass ich den Mut, die Kühnheit, die Entschlossenheit und die Ausdauer aufgebracht habe, die notwendig waren, um meine Ziele trotz zahlreicher Hindernisse auf meinem Weg zu erreichen.

DANKE euch, liebe Leserinnen und Leser, für euer Interesse an diesem Buch. Ihr ermutigt mich, dass ich weiterschreiben will, anstatt mich zur Ruhe zu setzen, und dass ich die Energie habe, die ich dafür brauche.

Lisc Bourbeau

Einleitung

Als ich das Buch Heilung der fünf Wunden der Seele schrieb, dachte ich, es sei mein letztes; ich hätte alles, was ich zu sagen habe, bereits gesagt. Doch bekanntlich kann man nie wissen, was die Zukunft bringt, daher hier nun mein 26. Buch.

Oft werde ich danach gefragt, was das Geheimnis meiner Jugendlichkeit ist. Ich antworte immer, dass ich nur das, was ich lehre, in die Tat umsetze. Diese Antwort reichte offenbar nicht aus, denn die Frage kam immer wieder auf – seit ich die Siebzig überschritten habe, sogar noch häufiger. Also beschloss ich, das vorliegende Buch zu schreiben.

In vergleichbarer Weise war es zu wiederholten Bitten gekommen, bevor ich das Buch Heilung der fünf Wunden der Seele geschrieben habe. Oft wurde mir von Kursteilnehmern gesagt, das erste Buch über die Wunden (Heile die Wunden deiner Seele) habe ihnen zwar wirklich gefallen, doch die Wunden zu heilen, sei sehr schwierig, und sie fänden es schön, wenn ich ein Buch speziell zur Heilung schreiben würde. Ich empfahl ihnen dann immer, im ersten Buch über die Wunden das letzte Kapitel zu lesen, in dem es nur um Heilung geht, und die Regeln der wahren Liebe praktisch umzusetzen, um die Wunden nach und nach zu verringern. Doch schließlich musste ich einsehen, dass das nicht ausreichte, denn jahrelang kam die Bitte immer wieder auf.

Bevor ich begann, das vorliegende Buch zu schreiben, glaubte ich wirklich, ich hätte nicht genug Neues zu sagen. Doch eines Tages wagte ich es trotzdem, zur Tat zu schreiten, und stellte zu meiner großen Überraschung fest, dass ich noch viel mitzuteilen hatte.

Oft ist es tatsächlich so, dass wir ein spirituelles Konzept immer wieder hören müssen, denn unser Ego sorgt sehr geschickt dafür, dass wir es vergessen oder falsch interpretieren. Es lässt uns sogar unsere Absichten vergessen, ebenso wie unsere Handlungsentscheidungen, die wir getroffen haben, weil uns etwas bewusst geworden ist. Ich begriff, dass dieses Buch von Nutzen sein könnte.

Wie in meinen anderen Büchern erlaube ich mir auch hier die Anrede „du“ und würde dich gerne nicht nur auf der Verstandes-, sondern auch auf der Gefühlsebene ansprechen.

Obwohl dieses Buch für Menschen jeden Alters gedacht ist, richtet es sich besonders an Jüngere, die auch im Alter energiegeladen und rüstig bleiben wollen. Es ist wichtig, dieses Ziel schon in jungen Jahren anzugehen, denn wenn man damit wartet, bis man siebzig ist, wird es auf jeden Fall schwieriger.

Hast du schon mal darüber nachgedacht, was du dir für dich selbst wünschst, wenn du siebzig bist? Wenn nicht, sieh dich einmal um. Gibt es ältere Menschen, die dich inspirieren, in ihrem Alter so sein zu wollen wie sie? Gibt es andere, die dir leidtun und die du dir nicht zum Vorbild nehmen willst? Nimm dir Zeit für die folgende Übung. Sie wird dir helfen zu entscheiden, was du sein willst. Ja, ich habe ENTSCHEIDEN gesagt, denn ohne dass du dich entscheidest – sei es bewusst oder nicht – wird sich nichts in der Realität manifestieren. Du weißt, dass du dich wirklich entschieden hast, wenn du dich in deinem Handeln nach dem richtest, was du willst.

Damit das, was du willst, real wird, musst du es richtig definieren. Wenn du sagst oder denkst, dass du später NICHT wie diese oder jene Person sein willst, weiß dein Unterbewusstsein nicht, was du willst. Es wird nur ein Bild von dem haben, was du nicht willst, und das wird sich in deinem Leben manifestieren. Das Unterbewusstsein nimmt nämlich nur Bilder unserer Gedanken auf. Das Wort „nicht“ versteht es nicht. Zu wissen, was du nicht willst, bringt dir daher lediglich den Nutzen, dass du dadurch leichter definieren kannst, was du willst, und dir im Unterbewusstsein ein Bild davon machen kannst. Das ermöglicht es dir, dein Ziel zu erreichen. Sobald du aber weißt, was du wirklich willst, solltest du das, was du nicht willst, vergessen.

Zudem ist es sinnvoll aufzulisten, was du in den nächsten Jahren zu tun gedenkst, damit du das, was du willst, noch besser in die Realität umsetzen kannst. Wenn dir eine Idee oder eine Anregung in diesem Buch gefällt, trag sie ebenfalls in deine Liste ein. Bring sie an einem für dich gut sichtbaren Ort an. Wenn du sie oft betrachtest, verinnerlichst du sie schließlich vollständig und kannst sie so leichter in die Tat umsetzen. Jedes Mal, wenn du sie anschaust, empfängt dein Unterbewusstsein das Bild von dem, was du willst.

Am Ende dieses Buches findest du eine Übersicht der Methoden zur praktischen Anwendung, die ich in diesem Buch aufzeige. Bei Bedarf dient dir diese Übersicht als Erinnerungshilfe. Ich möchte dich zudem davor warnen, dass dein Ego sich sehr oft einmischen und dir sagen wird, dass diese Methode zwar für Lise Bourbeau gut sein mag, für dich aber zu schwierig oder ungeeignet ist. Du weißt jedoch ebenso gut wie ich: Solange wir etwas nicht praktisch umzusetzen wagen, können wir nicht wissen, ob es für uns das Richtige ist – es ist wie beim Probieren einer neuen Speise. Es wäre doch schade, wenn du etwas versäumst, das für dich sehr wichtig werden und vor allem in seinen Ergebnissen deine Erwartungen übertreffen könnte.

Hier als Denkanstoß der kurze Text eines unbekannten Autors, der mich inspiriert hat:

ALT ODER ÄLTER WERDEN?

Wie kommt es, dass mit dem Ruhestand einige einfach „älter“ werden, während andere „alt“ werden?

Das liegt daran, dass älter sein etwas anderes ist als alt sein.

Wer älter wird, treibt Sport, macht Entdeckungen oder geht auf Reisen; wer alt wird, ruht sich aus.

Wer älter wird, hat Liebe zu geben; wer alt wird, staut Eifersucht und Verbitterung an.

Wer älter wird, schmiedet Zukunftspläne; wer alt wird, hängt nur nostalgisch der Vergangenheit nach.

Der Kalender der Ältergewordenen umfasst hauptsächlich das Morgen, im Kalender der Alten steht nur das Gestern.

Wer älter wird, freut sich auf die kommenden Tage; wer alt wird, leidet, weil ihm nur noch wenige Tage bleiben.

Wer älter wird, hat im Schlaf Träume, wer alt wird, hat Alpträume.

NUN SEID IHR GEWARNT! IHR HABT DIE WAHL!

Unbekannter Autor


Kapitel 1
Alt sein – was bedeutet das eigentlich?

Ab welchem Zeitpunkt beginnt der physische Körper zu altern? Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Altern, dass man älter wird, sich also auf ein vorgerücktes Lebensalter zubewegt. Ich habe mich dafür entschieden, „älter werden“ als Unterscheidung zu „alt werden“ zu verwenden, weil die meisten Menschen an dem Vorurteil festhalten, dass wir mit fortschreitendem Lebensalter auch alt – im Sinne von vergreist – und damit beschränkt werden. Es ist höchste Zeit, ein anderes Denken zu schaffen, das uns auch dann jung hält, wenn wir älter werden.

Jung sein bedeutet, die Energie zu haben und körperlich fähig zu sein, das zu tun, was wir tun wollen, und dabei auch im höheren Alter weiterhin Freude am Leben zu haben. Es bedeutet nicht, dass man sich einen jungen Körper bewahrt. Ebenso wenig bedeutet es, sich unreif zu verhalten oder wie ein Teenager zu kleiden. Wer das tut, lässt vielmehr erkennen, dass er unfähig ist, sich dem Leben zu stellen und die Realität zu begreifen.

Manche meinen sogar, sie seien jünger, weil sie auf bestimmte Substanzen oder Hilfsmittel für jüngeres Aussehen, wie zum Beispiel kosmetische Chirurgie, zurückgreifen. Jugendlichkeit kommt jedoch von innen, nicht von außen.

Menschen über fünfzig, die ich unterstütze, haben häufiger Beschwerden, die sie an ihren normalen Aktivitäten hindern, zum Beispiel daran, schnell die Treppe hinaufzugehen. Mithilfe der Entschlüsselungsmethode von Écoute Ton Corps wird ihnen bewusst, dass sie den Glaubenssatz ihrer Eltern übernommen haben, mit fünfzig werde man alt und müsse kürzertreten.

Die zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen und Tests gelangen bei der Frage, wann der Körper zu altern beginnt, zu unterschiedlichen Ergebnissen. In einigen Fällen wird der Zeitpunkt bereits bei 26 Jahren angesetzt, während andere Studien ihn im Alter zwischen 26 und 42 Jahren einordnen. Eine andere Theorie besagt, dass sich unser Leben und unser Körper alle sieben Jahre verändern und der physische Körper nach der siebten Sieben-Jahres-Periode, also etwa mit fünfzig Jahren, seine Kraft verliert. Zudem altern die verschiedenen Körperteile und die fünf Sinne angeblich nicht alle gleich schnell. Manche Menschen haben zum Beispiel mit 35 schon den Körper eines Sechzigjährigen, während andere mit sechzig körperlich wie 35 sind.

Allerdings hören wir selten etwas über die Alterung der beiden anderen Körper, des Emotional- und des Mentalkörpers. Für mich sind sie viel wichtiger als der physische Körper, denn dieser ist lediglich ihr Spiegelbild, und sie sind viel subtiler.

Obwohl die Wissenschaft den Emotional- und den Mentalkörper oft nicht berücksichtigt, erkennen immer mehr Wissenschaftler und Ärzte erfreulicherweise, dass die Einstellung eines Menschen das Altern seines physischen Körpers stark beeinflusst. Deshalb ist es für uns wichtig, unser Leben so schnell wie möglich in die Hand zu nehmen, damit wir älter werden, ohne zu sehr zu altern.

Immer mehr junge Menschen zwischen zwanzig und dreißig wenden sich einem spirituellen Weg zu. Ich muss dazu sagen, dass es inzwischen zahlreiche einschlägige Bücher und eine Vielzahl von Workshops zur persönlichen Entwicklung gibt, die überall auf der Welt abgehalten werden. Als ich jung war, gab es dagegen nur das Konzept des Positiven Denkens.

Seit meiner frühen Kindheit habe ich viele Erfahrungen gemacht, aber erst als ich meine Arbeit der Innenschau begann und beobachtete, was in mir vorging, habe ich ihre Bedeutung verstanden. Ich blickte auf unangenehme Situationen aus der Vergangenheit zurück und erkannte, dass ich mehrere davon nicht wiederholen wollte. Dadurch fand ich heraus, was ich nicht mehr wollte, und konnte mich so auf das ausrichten, was ich wollte.

Bis ich vierzig Jahre alt war, lebte ich in einem Zustand, den ich als Unbewusstheit bezeichne. Ich heiratete und ließ mich scheiden, bekam drei Kinder, hatte eine kurze Karriere als Rechtsanwaltssekretärin und eine lange im Verkauf. Ich lebte ein bisschen wie ein Roboter und war gewissermaßen der Spielball der Ereignisse.

Als ich im Verkauf tätig war, entdeckte ich die Kraft des Positiven Denkens. Ich bemühte mich, es so regelmäßig wie möglich zu praktizieren. Im Laufe der Zeit merkte ich jedoch, dass es mir auf die Dauer nicht guttat, mich nur darauf zu beschränken, positiv zu sein und gute Affirmationen zu wiederholen. Es war nur eine vorübergehende Lösung meiner Probleme. An deren Ursache kam ich auf diese Weise nie heran. Dementsprechend war mir bis dahin nicht bewusst, dass sich auf Dauer nichts ändern würde, solange sich an meinem Verhalten und meiner Einstellung nichts änderte.

Meine spirituelle Vorgehensweise nahm ihren Anfang, als ich die Ursache für meinen Kummer in der Liebe und für meine familiären, finanziellen und gesundheitlichen Sorgen finden wollte. Ich entdeckte das Konzept der Verantwortung. Seitdem setze ich immer dasselbe Mittel ein, um Antworten zu finden: Ich frage mich: „Was in mir zieht eine solche Situation oder Person an, die mich in Schwierigkeiten bringt?“

Dieser Ansatz brachte mich auch zu der Entscheidung, so zu leben, dass Liebe, Verständnis und Verantwortung mein Dasein lenken. Ich war es leid, mit Schuldgefühlen und Ängsten zu leben – vor allem mit der Angst, nicht perfekt zu sein. Ich hatte angenommen, ich müsse es sein, um geliebt zu werden. Das Problem war, dass ich diese Perfektion im Tun und nicht im Sein suchte. Als ich begriff, dass wir immer so perfekt sind, wie es uns in jedem Moment möglich ist, war das für mich eine Befreiung. Dass es in unserer Macht liegt, uns zu entscheiden, ist für uns alle ein Geschenk von unschätzbarem Wert.

Ich habe einmal einen sehr interessanten Bericht über Rita Levi-Montalcini gesehen, eine berühmte italienische Neurologin, die 2012 im Alter von 103 Jahren verstorben ist. 1930 begann sie mit 21 Jahren ihr Studium an der medizinischen Hochschule und war damit ihrer Zeit voraus. 1986 erhielt sie den Nobelpreis dafür, dass sie im Jahre 1952 die für das Zellwachstum zuständigen körpereigenen Wachstumsfaktoren entdeckt hatte. Was mir an ihr auffiel, war, dass sie immer wieder sagte: „Der Körper mag tun was er will. Ich bin nicht der Körper, ich bin der Geist.“

Ihr zufolge altern unsere Gehirnzellen nicht. Sie erneuern sich. Außerdem, so sagte sie, verfügen wir alle über eine große neuronale Plastizität, und es gibt im Hinblick auf die kognitiven Funktionen keinen Unterschied zwischen einem weiblichen und einem männlichen Gehirn. Dagegen existiert ein solcher Unterschied auf der Ebene der emotionalen Funktionen. Sie hielt es für wichtig, den Geist durch Wünsche zu stimulieren und zu aktivieren, insbesondere durch Neugier, Engagement und Leidenschaft. Sehr inspiriert hat sie mich im Hinblick auf das Thema, wie weit unser Körper fähig ist, jung zu bleiben.

Hast du bemerkt, dass sich deine Wahrnehmung des Alters ständig verändert? Mit siebzehn arbeitete ich für einen Anwalt, der mir sexuelle Avancen machte. Ich sagte ihm spontan, ich könne nicht glauben, dass jemand in seinem Alter es wage, sich an ein junges Mädchen heranzumachen. Für mich war er ein älterer Mann. Doch er war erst 35 Jahre alt, verheiratet und hatte zwei kleine Kinder. Meine Reaktion überraschte ihn so sehr, dass er es danach nie wieder versuchte.

Damit möchte ich veranschaulichen, dass ich in diesem Alter einen 35-Jährigen für alt hielt. Doch je älter ich selbst wurde, desto mehr veränderte sich meine Wahrnehmung. Früher einmal dachte ich, man wäre mit fünfzig alt. Als ich vierzig wurde, kamen mir Siebzigjährige alt vor. Heutzutage glaube ich diesbezüglich gar nichts mehr. Das zeigt deutlich, wie sehr wir uns selbst auf ein bestimmtes Denken beschränken – und zwar in vielen Bereichen. Ein Hundertjähriger sagte mir einmal: Älter sein – nicht alt – das bedeutet, länger jung zu sein als andere. Er hatte verstanden, wie wichtig es ist, sich jung zu fühlen.

Dieses Buch schreibe ich im Alter von 78 Jahren. Jetzt weiß ich: Ein Grund, weshalb ich mich jung fühle und jung bleibe, besteht darin, dass ich mein ganzes Leben lang aktiv war und weiterhin aktiv bin. Zudem habe ich stets den Rat von Dr. Montalcini beherzigt, bin neugierig, leidenschaftlich und engagiert geblieben und habe unaufhörlich Neues dazugelernt. Bis heute habe ich neben meiner Arbeit für Écoute Ton Corps noch etliche andere Interessengebiete.

Seit etwa zehn Jahren fragen mich viele – sowohl Männer als auch Frauen –, die ich seit einem Jahr oder noch länger nicht mehr gesehen habe, wie ich es anstelle, immer jünger zu werden. Mich überrascht diese Bemerkung jedes Mal. Ich erwarte eher Bemerkungen wie zum Beispiel, ich sähe jünger aus, als ich bin, oder dass ich nicht altere. Auch bei meiner letzten Reise nach Russland vor einigen Monaten sagte mir eine junge Frau, die ich seit fünf Jahren nicht mehr gesehen hatte, ich hätte mich verjüngt. Da habe ich mich erstmals wirklich gefragt, warum andere diesen Eindruck hatten. Was haben sie in mir gesehen?

Ganz ehrlich, ich werde nicht jünger. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass ich langsamer altere als der Durchschnitt. Das sehe ich, wenn ich in den Spiegel schaue. Dabei ist mir jedoch auch sehr bewusst, dass mein physischer Körper von Jahr zu Jahr mehr Einschränkungen entwickelt.

Seitdem ich mit dem Gedanken spiele, dieses Buch zu schreiben, nehme ich aufmerksamer wahr, was an mir anders ist. Ich habe auch Familienangehörige, Freunde und Bekannte beobachtet, die entweder in meinem Alter oder jünger sind als ich. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gelangt, dass das, was die anderen sehen, mein Energiekörper ist, der immer jung und in Topform ist. In der Tat wache ich jeden Morgen voller Energie auf. Ich mache meine Gymnastik mit Spaß an der Sache und bin dann bereit, einen produktiven Tag zu beginnen. Vor langer Zeit habe ich gelernt, dass es allein in unserer Verantwortung liegt, dafür zu sorgen, dass die Energie in uns fließt, damit sie nicht abnimmt. In diesem Buch werde ich dir zeigen, wie ich es geschafft habe, mir meine Energie zu bewahren.

Es gibt viele Energiequellen um uns herum. Die unseres Körpers ist mit der Energie der Sonne vergleichbar: Sie ist stets vorhanden und beständig. Es gibt auch tellurische Energie, sie kommt aus dem Erdinneren. Die Vereinigung dieser beiden Energien bringt Leben auf die Erde. Wenn man einen Samen aussät, bewirkt die Energie der Erde in Kombination mit der Sonnenenergie, dass er keimt.

Es ist schwierig, das Leben, das durch diese beiden Arten von Energie hervorgebracht wird, mit dem Verstand zu erfassen. Man kann es jedoch leicht visuell wahrnehmen. Diese Energien sind unerlässlich für die drei Körper unserer materiellen Hülle, also für unseren physischen, unseren Emotional- und Mentalkörper. Sie sind mit ihnen durch die sieben Chakren verbunden, die ich in meinem ersten Buch1 ausführlich erläutert habe.

Das Thema Energie ist seit langem Teil unseres Lebens. Die Inder haben sich damit befasst, auch wenn sie nicht unbedingt dieselben Begriffe wie wir heutzutage verwendeten. Sie arbeiteten mit Konzepten wie den Chakren und Energiezentren im Menschen und in der Natur. Das System der Chinesen wiederum basiert auf den Meridianen (Energiekanälen) und bestimmten Energiezentren. Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Thema Energie weiterhin das menschliche Interesse auf sich zieht. Schließlich ist Energie Leben! Außerdem ist Energie neutral, also weder gut noch schlecht. Sie ist abhängig von der Absicht des Menschen oder Gegenstandes, der sie ausstrahlt. So sind beispielsweise Fernsehen, Radio und Internet Kanäle, die unsere Energie entweder erhöhen oder verringern können – je nachdem, was sie senden. Feuer, Wind und Wasser sind ebenfalls Energien, die konstruktiv oder destruktiv sein können. Ebenso verhält es sich mit unserer eigenen Energie.

Interessant ist auch, dass von den sieben Energiezentren des Körpers das Herzzentrum genau in der Mitte liegt. Diese Energie bewirkt, dass unser Herz schlägt, um uns am Leben zu erhalten. Aus metaphysischer Sicht muss dieser Bereich offen sein, wenn wir wollen, dass unsere Energie von oben nach unten und von unten nach oben fließt. Damit sie ganz offen ist, ist es wesentlich, sich selbst wirklich zu lieben, damit Körper und Leben im Einklang sind.

Wenn wir körperlich, emotional oder mental im Ungleichgewicht sind, verlieren wir die Kontrolle. Es ist wie auf einer schnell kreisenden Plattform: Befindet man sich im Zentrum, ist alles in Ordnung, doch sobald man sich aus dem Zentrum hinausbewegt, geht gar nichts mehr. Deine Einstellung in allen Lebensbereichen ist der Schlüssel zu einem guten Energiefluss im Körper und zu einem ausgewogenen Leben, das dich jung hält. Eine wesentliche Ursache für vorzeitiges Altern sind Energieblockaden, die sich manifestieren, sobald man nicht mehr zentriert ist. Der Hauptgrund für solche Blockaden ist mangelnde Selbstliebe.

So wie in all meinen Veröffentlichungen die Rede von der Liebe zu uns selbst und zu anderen ist, soll auch das vorliegende Buch dir dabei helfen, die Balance in deinem Leben aufrechtzuerhalten und beim Älterwerden deine Lebensfreude zu bewahren. Vor allem wird es dich dabei unterstützen, deine letzten Jahre in Freude anstatt im Stress zu verbringen. Ich empfehle dir dringend, mein erstes Buch, Höre auf deinen besten Freund, deinen Körper, und die beiden Bücher über die Wunden zu lesen, nämlich: Heile die Wunden deiner Seele und Die Heilung der fünf Wunden der Seele. So kannst du alles, was im vorliegenden Buch erwähnt wird, leichter verstehen.

1Höre auf deinen besten Freund, auf deinen Körper, Windpferd, Aitrang 1997 (seit der 10. erweiterten Neuauflage 2013 unter Höre auf deinen Körper, deinen besten Freund)


Kapitel 2
Fünf wichtige Faktoren des Wohlbefindens

In diesem Kapitel werde ich die fünf Faktoren des Wohlbefindens im Detail erläutern, denn sie kommen im Folgenden häufig vor. Sie werden zwar auch in vielen meiner anderen Bücher behandelt, aber wir sollten berücksichtigen, dass das vorliegende Buch für manche Leserinnen und Leser eine Einführung in die Lehre von Écoute ton Corps sein könnte. Wenn das für dich nicht gilt, betrachte die Wiederholung als eine Erinnerung, die dir nur nützlich sein kann.

Die fünf Faktoren, die ich dir darlegen möchte, sind Verantwortung und Verpflichtung, bedingungslose Liebe, das Gleichgewicht der drei Körper, Bewusstwerdung und Dankbarkeit.

Diese Faktoren gehören mit zu den wichtigsten in meinem Leben, um mich fit und energiegeladen zu halten.

Verantwortung und Verpflichtung

Im Workshop „Sich wohlfühlen – mit sich selbst und mit anderen“ geben wir folgende Definition: „(Eigen-)verantwortung übernehmen bedeutet zu wissen, dass WIR unser Leben in jedem Augenblick entsprechend unseren Entscheidungen, Entschlüssen, Reaktionen und nicht geheilten Wunden kreieren und die Konsequenzen tragen müssen. Verantwortung übernehmen bedeutet auch, uns im Klaren darüber zu sein, dass auch die anderen ihr Leben entsprechend ihren Entscheidungen, Entschlüssen, Reaktionen und nicht geheilten Wunden kreieren und ebenfalls die Konsequenzen tragen müssen.“

Der beste Weg, um herauszufinden, ob du WIRKLICH Eigenverantwortung übernimmst, besteht darin zu prüfen, ob du die Konsequenzen zu tragen imstande bist. Wenn du jemand anderem die Schuld gibst an dem, was dir passiert, übernimmst du KEINE Verantwortung. Wenn du das Gefühl hast, das Leben eines anderen verbessern zu müssen, indem du die Folgen seiner Handlungen und Entscheidungen trägst, übernimmst du keine Verantwortung.

Sich verpflichten ist dagegen anders. Verantwortung ist ein spirituelles Konzept, das heißt, sie ist auf der Ebene des Seins angesiedelt, während Verpflichtung ein auf das materielle Leben bezogener Begriff ist, der sich aus dem Haben und Tun herleitet.

Eine Verpflichtung ist ein mündliches oder schriftliches Versprechen, klar und präzise. Man kann sich selbst oder anderen gegenüber eine Verpflichtung eingehen. Zum Beispiel kann ich mich verpflichten, meiner Schwester beim Umzug zu helfen. Wenn ich meine Verpflichtung nicht einhalte, muss ich mit einer Konsequenz – oder mehreren – rechnen, und dafür bin ich verantwortlich.

Demgegenüber kann man sich nicht dazu verpflichten, etwas zu SEIN. Beispielsweise kann man sich nicht verpflichten, stets tolerant und geduldig zu sein; dagegen kann man aber sich selbst gegenüber die Verpflichtung eingehen, etwas dafür zu tun, toleranter zu werden, zum Beispiel bis sieben zählen, bevor man vorschnell etwas entgegnet.

Wenn man sich zu etwas verpflichtet hat, kann man sich zwar wieder davon lösen, muss sich aber fragen, ob man die Konsequenzen tragen kann. Demgegenüber sind wir unser ganzes Leben lang für uns selbst verantwortlich, ob wir es wollen oder nicht. Das ist für unser Sein ebenso wichtig wie das Atmen für den physischen Körper.

Bedingungslose Liebe

Im ersten Kapitel habe ich darauf hingewiesen, dass das Herz-Energiezentrum offen bleiben muss, damit die Energie in unserem Körper gut zirkulieren kann. Aber was sollen wir tun, um es offen zu halten? Auf unser Herz hören anstatt auf das Ego! Deshalb ist es wichtig, uns ständig in Erinnerung zu rufen, was es bedeutet, sich selbst (und andere) bedingungslos zu lieben.

Uns selbst und andere wahrhaftig zu lieben bedeutet, uns das Recht zuzugestehen, das zu SEIN, was wir im jeweiligen Moment sind, sei es positiv oder negativ – ohne uns zu verurteilen oder schuldig zu fühlen. Es bedeutet, wir geben uns das Recht, ein Mensch mit guten und schlechten Eigenschaften, Stärken und Schwächen usw. zu sein. Wenn wir lieben, akzeptieren wir, nehmen wir die Dinge an, beobachten wir, ohne zu urteilen.

Das spirituelle Konzept der bedingungslosen Liebe, wie auch das der Verantwortung, kann unser Ego, das mit mentaler Energie kreiert wurde, mit seinem rein mentalen, also verstandesgeprägten Verständnis nicht nachvollziehen. Einverstanden sein bedeutet, derselben Meinung zu sein. Es bedeutet, dass wir uns an das halten, was wir geistig erfasst haben, und auf unsere Überzeugungen zu hören. Diese mentale Vorstellung ist etwas ganz anderes als wahre Liebe. Wenn wir uns gegenseitig akzeptieren, lieben wir einander wirklich – SELBST DANN, wenn wir nicht einer Meinung sind. Kurz gefasst ist „einverstanden sein“ ein mentales Konzept, während akzeptieren und lieben spirituelle Konzepte sind.

Nehmen wir Toleranz und Intoleranz als Beispiel. Angenommen, du ärgerst dich schnell und verurteilst andere oft. Das bedeutet, du bist intolerant, denn dein Ego informiert dich darüber, dass es mit etwas nicht einverstanden ist. Gleichzeitig hast du vielleicht das Bedürfnis, toleranter und geduldiger zu sein – oft gibt es in uns zwei Seiten, die sich widersprechen.

In einer Situation, in der du jemandem gegenüber intolerant bist, sagt dir dann ein Teil deines Egos, du solltest toleranter sein, und vermittelt dir Schuldgefühle. Es erinnert dich daran, dass du dich schon so lange ändern willst, es aber nicht schaffst. Ein anderer Teil des Egos sagt dir auch, dass deine Intoleranz gegenüber dieser Person berechtigt ist.

Man könnte meinen, es gefiele dem Ego, uns wie einen Pingpongball zwischen den Gefühlen hin und her springen zu lassen. In Wirklichkeit kann es jedoch gar nicht anders, weil es immer entsprechend allen Erinnerungen, die wir erworben haben, agiert. Ich erinnere dich daran, dass das Ego die Gesamtheit all unserer Überzeugungen und Glaubenssätze ist, und das schon seit vielen Leben. Wenn es versucht, uns Schuldgefühle zu vermitteln und uns weiszumachen, die anderen seien immer schuld, meint es, dass es uns auf diese Weise schützt. Es ist ihm nicht möglich zu erkennen, dass es uns damit nicht hilft, sondern schadet.

Um dich wirklich ändern zu können, musst du dir nur das Recht zugestehen, in dieser Situation intolerant zu sein. Damit gibst du dir die Erlaubnis, menschlich zu sein, und nimmst dich so an, auch wenn du nicht uneingeschränkt mit allem einverstanden bist. Indem du dir das Recht gibst, nicht so zu sein, wie du im Moment gerne sein möchtest, gelingt es dir nach und nach immer häufiger, tolerant zu sein.

Wenn du gegenüber dir selbst so verfährst, fällt es dir auch leichter, anderen das Recht zuzugestehen, so zu sein, wie sie sind. Vergiss nicht, dass alle um dich herum dir als Orientierung dienen, denn sie zeigen dir an, wie weit du dich selbst akzeptierst.

Wenn wir uns selbst wirklich lieben, mit unseren guten und schlechten Eigenschaften, dann heißt das, wir haben die Phase des Loslassens durchlaufen. Loslassen – also die Tatsache, dass wir keine Erwartungen in Bezug auf das Ergebnis hegen – ist auf derselben Ebene angesiedelt wie das Ego, was hilfreich ist, um ihm gegenüber die Oberhand zu behalten. Im vorhergehenden Beispiel bestand das gewünschte Ergebnis darin, toleranter gegenüber anderen zu sein. Oft glauben wir, Toleranz mache uns zu einem besseren Menschen, wir würden dann mehr geliebt. Tatsächlich ist es jedoch so: Wenn wir diese Überzeugung loslassen, hilft uns das dabei, uns voll und ganz zu akzeptieren. In der Regel müssen wir das Loslassen mehrmals wiederholen, bevor wir vollständige Akzeptanz erreichen.

Wahre, bedingungslose Liebe ist nur dann gegeben, wenn wir die positiven und die negativen Aspekte unserer Einstellung akzeptieren. Wenn wir uns mit einer negativen Einstellung nicht mehr unwohl fühlen, dann bedeutet das, dass wir uns selbst wirklich lieben. Nur dann können wir uns selbst und anderen Mitgefühl entgegenbringen.

Das Gleichgewicht der drei Körper

Im Gleichgewicht sein bedeutet Stabilität und Harmonie, das heißt, die Beziehungen zwischen den verschiedenen Aspekten unseres Lebens sind ausgewogen und damit ausgeglichen.

Mangelndes Gleichgewicht ist ein großes Problem in der heutigen Gesellschaft. Manche Menschen richten ihr Augenmerk hauptsächlich auf ihren physischen Körper und vergessen die Bedürfnisse ihres Emotional- und ihres Mentalkörpers. Bevor sie etwas Körperliches tun, sei es essen, trinken oder Sport treiben, nehmen sie sich nicht die Zeit zu prüfen, ob diese Aktivität wirklich einem Bedürfnis ihres Wesens und der beiden anderen Körper entspricht. Wenn du Schuldgefühle hast, weil du etwas nicht tust, oder wenn du es tust, nur um keine Schuldgefühle zu haben, bist du davon betroffen.

Andere wiederum beanspruchen ihren Emotionalkörper stark. Anstelle echter Gefühle empfinden sie emotionalen Aufruhr, sind voller Wünsche, haben Träume, die sich nicht verwirklichen, haben Erwartungen, sind immer wieder enttäuscht usw. Sie glauben, sie seien für das Glück und Unglück der Menschen, die sie lieben, verantwortlich. Solche Emotionalität zermürbt den Emotionalkörper, während empfindsames Fühlen ihn nährt.

Und du, kannst du echte Gefühle empfinden? Ich selbst habe mir diese Frage vor meinem vierzigsten Lebensjahr nie gestellt, weil mir gar nicht bewusst war, wie schwer es mir fiel, wirklich zu fühlen. Nach der Gründung meiner Schule musste ich noch etwa zehn Jahre warten, bevor ich es andere lehren konnte. Es war ein sehr heikles Thema, und ich hatte Schwierigkeiten, zu erklären, wie es mir gelungen war zu fühlen, und was dabei vor sich ging. Viel einfacher wurde das erst, als ich in der Lage war, eine Emotion von einem Gefühl zu unterscheiden und den Unterschied zwischen Fühlen, Spüren und dem Durchleben einer Emotion zu erkennen. Hier nun die Unterscheidung im Überblick, denn diese drei Begriffe werden hier im Buch häufig verwendet:

•Fühlen heißt, unsere Empfindsamkeit zu nutzen, um zu beobachten, was in uns vorgeht. Wir können positive oder negative Gefühle haben, können sowohl freudige als auch angstvolle Gefühle haben. Man kann es wirklich fühlen, wenn kein Urteilen oder Verurteilen vorhanden ist, sondern nur Beobachten. Es ist eine Funktion unseres ganzen Seins.

•Spüren bedeutet wahrzunehmen, ob und wie sehr die Umgebung emotional aufgeladen ist. Es kommt also von außen. Es ist eine Funktion unseres Emotionalkörpers.

•Eine Emotion ist ein inneres Aufgewühltsein, verursacht durch eine Schuldzuweisung, die durch Angst um uns selbst ausgelöst wird. Es ist also eine Funktion des Mental- und des Emotionalkörpers.

Die allermeisten Menschen sind wie ich, haben also nicht gelernt zu fühlen, als sie noch ein Kind waren. Nur wenn wir prüfen, was in uns vorgeht, und bereit sind, uns allen Konsequenzen zu stellen, können wir wirklich fühlen. Das Ego ist dabei hinderlich, weil es dem Mentalen, Verstandesmäßigen entspringt und dieses Wort nicht begreifen kann. Deshalb lässt es uns in der Verleugnung leben, denn es glaubt, uns dadurch vor Leid zu bewahren. Es weiß: Wenn wir fühlen, was in unserem tiefsten Inneren vorgeht, durchleben wir belastende Emotionen und Ängste, und diese, so glaubt es fälschlicherweise, könnten wir nicht bewältigen. Es versteht nicht, dass wir uns, wenn wir in unserem Herzen sind und wirklich fühlen, sehr wohl dem stellen können, was uns begegnet. Wir haben im Leben stets die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: auf unser Ego oder auf unser Herz zu hören.

Die mentale Dimension wiederum wird heutzutage zunehmend missbraucht – so sehr, dass die Menschen die Bedürfnisse ihres physischen und emotionalen Körpers vergessen. Die heutige Technologie bewirkt, dass nur noch sehr wenig verbale Kommunikation stattfindet. Alle kommunizieren über soziale Netzwerke, SMS, E-Mails usw. Die meisten Menschen können kaum noch zehn Minuten verbringen, ohne auf ihr Smartphone zu schauen.

Auf unserem Planeten gibt es zudem ungeheuer viele Ängste. Angst verschleißt unseren Mentalkörper und bewirkt, dass er altert, was einen Teufelskreis erzeugt: Angst lässt uns altern, und je mehr wir altern, umso schneller ängstigen wir uns. Warum ist das so? Weil uns die mentale Energie fehlt, um eine kritischere oder unerwartete Situation zu bewältigen. Ein Mensch, der – unabhängig von der Zahl seiner Lebensjahre – alt ist, fürchtet sich schließlich vor allem. Solche Menschen erkennen nicht, dass es unmöglich ist, ständig in Angst zu leben. Wenn sie in diesem Zustand bleiben, machen sie letztendlich ihren physischen und ihren Emotionalkörper krank.

Viele haben Bluthochdruck, wenn ihre drei Körper nicht im Gleichgewicht sind. Zahlreiche Klienten von Écoute ton Corps leiden jedoch nicht mehr unter hohem Blutdruck, seitdem sie ihre Lebensweise geändert haben.

Die Menschen sind nicht im Gleichgewicht. Die drei Körper sollten harmonisch genutzt werden und den Bedürfnissen unseres Seins entsprechen, damit die Gesamtheit unseres persönlichen, beruflichen und familiären Lebens ausgewogen ist. Wir werden in diesem Buch noch oft darüber sprechen.

Bewusstwerdung

Mit etwa 25 Jahren beschloss ich, mehr Bewusstheit in Bezug auf die großen Gesetze des Lebens zu entwickeln. Diese Entscheidung hatte – und hat immer noch – einen großen Einfluss auf mein Leben. Dadurch, dass ich bestimmte Dinge in mir entdeckte, wurde mir klar, wie sehr meine Wunden mich daran hinderten, mich so zu sehen, wie ich bin.

Ich habe noch viel zu lernen und bin mir dessen sehr bewusst. Als ich Écoute Ton Corps mit 41 Jahren gründete, war ich überzeugt davon, viel über mich selbst zu wissen. Heute weiß ich, dass ich damals kaum die Spitze des Eisbergs berührt hatte.

Augenblicklich befinden wir uns im Wassermannzeitalter. Wir haben Glück, in diesem Zeitalter zu leben, da die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins beschleunigt wird. Die Menschen sind viel „wacher“ als früher. Außerdem wachsen sie heutzutage in vielen Bereichen über sich selbst hinaus. Die technologische Entwicklung vollzieht sich so rasant, dass man kaum noch mithalten kann. Robotertechnik nimmt immer mehr Platz in unserem Leben ein, es entstehen selbstfahrende Autos und es gibt sogar 3D-Drucker, die alle für den Hausbau erforderlichen Teile herstellen können.

Die Energie des Wassermannzeitalters stellt eine dieser großen Veränderungen dar. Willst du sie gut leben, musst du offen dafür sein, dich grundlegend zu transformieren. Diese Ära bringt uns die notwendige Energie, um uns mehr in Richtung Intelligenz und Respekt zu bewegen – wesentliche Aspekte, um in wahrer Liebe zu leben.

Es gibt auch eine dem Wassermannzeitalter entgegengesetzte Energie, die uns daran hindern will, das Wohlbefinden anzustreben, das uns die Liebe bringt. Du brauchst dir nur die Nachrichten und alles, was im Fernsehen und in Filmen gezeigt wird, anzuschauen, um zu erkennen, dass Gewalt und Angst darin viel präsenter sind als Liebe.

Wir sollten daher mit Bedacht handeln und das auswählen, was wir brauchen, statt uns von Energien beeinflussen zu lassen, die uns von Frieden und Liebe wegführen. Das Wassermannzeitalter hilft uns, mehr Bewusstheit zu entwickeln als frühere Generationen. Um jedoch wirklich Bewusstheit zu erlangen, müssen wir in der Lage sein zu fühlen, was in uns vorgeht, was wir tief in uns durchleben. Das erfordert Übung.

Ich möchte dich jedoch warnen: Durch Bewusstwerdung kommen möglicherweise starke Emotionen in dir hoch. Ich erinnere mich noch an Folgendes: Als mir bewusst wurde, was es bedeutet, wahrhaftig und bedingungslos zu lieben, gab ich mir die Schuld daran, dass ich diese Bewusstheit nicht früher erlangt hatte. Ich hatte Schuldgefühle, weil ich im Umgang mit meinen Angehörigen, vor allem mit meinem Mann und meinen Kindern, das Gegenteil getan hatte. Gib also acht, nicht in diese Egofalle zu tappen.

Heute freue ich mich jedes Mal, wenn ich eine neue Überzeugung, eine neue Angst oder eine neue gute Eigenschaft an mir entdecke und etwas über mich selbst erfahre. Das verleiht mir wieder Energie, auch wenn das, was ich entdeckt habe, etwas ist, das ich an mir nicht mag. Schon allein die Tatsache, dass meine Bewusstheit zunimmt, macht mich glücklich, weil ich dadurch zu etwas anderem übergehen und mehr auf die Bedürfnisse meiner Seele hören kann.

Den Menschen Hilfsmittel zu geben, damit sie allmählich mehr Bewusstheit erlangen, ist die Spezialität meiner Schule. Diese Hilfsmittel nehmen vermehrt die Form von Fragen an, die immer wieder genutzt werden können. Das Hilfsmittel der Entschlüsselung gehört dazu. Sie kann für jedes Problem, sei es physisch, emotional oder mental, verwendet werden.

Sie ist hilfreich, um die Wünsche und Bedürfnisse zu entdecken, die sich hinter einem Problem verbergen, ebenso wie die Überzeugung – der Glaubenssatz des Egos – der dieses Bedürfnis blockiert. Hier eine gekürzte Version der empfohlenen Fragen dieses Hilfsmittels:

1.Hindert mich dieses Problem daran, etwas Bestimmtes zu tun oder zu haben? Deine Antwort ist hilfreich, um dir blockierte Wünsche bewusst zu machen.

2.Was kann ich nicht sein, wie kann ich mich nicht fühlen, weil ich das, was ich auf die erste Frage geantwortet habe, nicht haben und tun kann? Deine Antwort ist ein Hinweis auf ein blockiertes seelisches Bedürfnis.

3.Wenn ich das wäre, was ich sein will, wenn ich das, was ich haben und tun will, hätte und täte, wovor hätte ich dann Angst? Durch die Antwort kannst du die Überzeugung deines Egos aufdecken, die dich daran hindert, du selbst zu sein und auf deine wahren Bedürfnisse zu hören.

Meine Überzeugung ist, … (Nr. 2 = Nr. 3) zu sein.

Anstatt deine Angst vor deinem Problem zu schüren, hilft dir diese Methode, es zu akzeptieren und im Hinblick auf deine Bedürfnisse mehr Bewusstheit zu entwickeln. Dir die Zeit für diese Übung zu nehmen, ist eine Geste der Liebe zu dir selbst.

Ich möchte klarstellen, dass Bewusstwerdung nicht unbedingt bedeutet, dass man etwas lernt. Lernen nutzt Verstandesenergie. Deshalb mag man zwar Hunderte von Büchern gelesen haben, über enormes Wissen und ein außergewöhnliches Gedächtnis verfügen, doch allein das macht einen nicht zu einem bewussten Menschen. Bewusstwerdung vollzieht sich auf der Ebene des Seins, also auf der spirituellen Ebene.

Wahre Bewusstwerdung ist nur möglich, wenn wir das, was wir gelernt haben, praktisch umsetzen. Leider beschließen viele Menschen, ihre Probleme anzugehen, eignen sich auch theoretisch Mittel und Wege an, das zu tun, und vergessen dann, sie im Alltag umzusetzen. Sie sind dann zwar sachkundig, aber nicht bewusst.

Gehen wir zu einem konkreten Beispiel über. Angenommen, du hast ein wiederkehrendes Problem mit deiner Schwägerin und lastest ihr dieses Problem immer wieder an. Dann entdeckst du mithilfe der Entschlüsselungsmethode einen Aspekt deiner selbst, den du vorher nicht sehen wolltest. Dadurch, dass du dir dessen bewusst wirst, kannst du die Verantwortung für die Situation übernehmen und erkennen, dass alles von deinem Inneren ausgeht.

Dadurch bist du bereit, dein Herz zu öffnen und dich deinem Bedürfnis zuzuwenden. Dann siehst du, wie sich deine Beziehung – in diesem Fall die zu deiner Schwägerin – verändert. Manchmal wirst du wieder so sein, wie du nicht sein willst. Gestehe dir dann das Recht zu, menschlich zu sein.

Unser Leben ist viel mehr im Gleichgewicht, sobald wir unsere Verantwortung übernehmen, uns lieben und mehr Bewusstheit erlangt haben.

Wenn das Problem mit deiner Schwägerin trotz Bewusstwerdung fortbesteht, bedeutet das, dass du immer noch Angst vor etwas hast und weiterhin deinem Ego glaubst. Geh ihm nicht auf den Leim, wenn es behauptet, diese Methode funktioniere nicht und das Problem bleibe trotzdem bestehen, denn deine Schwägerin werde sich nie ändern. Wenn die Methode korrekt angewendet wird, wirst du damit ein positives Ergebnis erzielen.

Heutzutage gibt es so viele Hilfsmittel und Methoden, um Bewusstheit zu erlangen, dass wir keinen Grund haben, in Unbewusstheit zu verharren.

Kurzum, ich lade dich ein, der Bewusstwerdung in deinem Leben mehr Bedeutung beizumessen als der Aneignung von Wissen. Etwas Neues lernen macht Spaß, aber wir müssen dafür sorgen, dass das, was wir wissen wollen, dazu beiträgt, dass wir uns besser fühlen und mehr Frieden, Liebe und Wohlbefinden erreichen.

Dankbarkeit

Wir alle wissen, wie wichtig es ist, dankbar zu sein, aber wir vergessen es oft. Die meisten von uns haben als Kind gelernt, sich regelmäßig zu bedanken. Unsere Eltern haben uns dazu gezwungen, „Danke“ zu sagen. Das wurde mir bei meinen Enkeln bewusst. Wenn ich einem meiner Enkel etwas schenkte, sagten die Eltern oft: „Bedank dich bei Lise.“

Ich bemerkte, dass das Kind es nur widerstrebend sagte. Warum sollte es sich bedanken? Schließlich hatte es nicht unbedingt um das gebeten, was ich ihm gerade gegeben hatte. Am Ende sagte es das Gewünschte, um seine Ruhe zu haben und höflich zu sein. Erinnerst du dich an ähnliche Erlebnisse aus deiner Kindheit? Beim Anblick meiner Enkelkinder erinnerte ich mich wieder an solche Momente, die ich als Kind erlebte. Das Schlimmste war, wenn meine Mutter von mir verlangte, jemandem einen Kuss zu geben, wenn ich ein Geschenk erhielt.

Deshalb sagen wir „Danke“ oft nur aus Gewohnheit. Wir empfinden aber nicht unbedingt Dankbarkeit.

Nimmst du dir die Zeit zu spüren, was in dir vorgeht, während du jemandem oder dem Universum für etwas dankst, was gerade geschehen ist? Wenn du spürst, dass dein Herz aufgeht, bedeutet das, dass du sehr dankbar bist. Nur dann, wenn wir in unserem Herzen und im gegenwärtigen Moment sind, empfinden wir wirklich Dankbarkeit und Wertschätzung für alles.

Ich habe Jahre gebraucht, um zu verstehen, dass wir jeden Tag dankbar sein sollten – nicht nur dann, wenn wir etwas erhalten. Anfangs musste ich mich täglich bewusst und willentlich in Dankbarkeit üben. Doch irgendwann brauchte ich es mir nicht mehr vorzunehmen, dankbar zu sein. Es stellte sich ganz natürlich ein.

Meine Empfehlung lautet: Nimm dir die Zeit, regelmäßig dankbar zu sein und darauf zu achten, was du innerlich fühlst, wenn du dich bedankst. Mit der Zeit wirst du merken, dass diese kleine Geste der Dankbarkeit dir Energie verleiht.

Ich für meinen Teil habe mir angewöhnt, mich bei meinem Navi zu bedanken, das ich Joséphine getauft habe. Jedes Mal, wenn ich es benutze, danke ich der Person, die es erfunden hat, und wenn ich sicher mein Ziel erreicht habe, sage ich laut: „Danke, Joséphine, dass du mich immer gut leitest.“ Mitfahrer finden das immer sehr lustig.

Eine andere Gelegenheit, bei der ich oft Danke sage, ist, wenn ich inspiriert bin oder die Antwort auf eine Frage finde, über die ich schon eine Weile nachgedacht habe. Ich nehme mir stets die Zeit zu sagen: „Danke, mein innerer Gott, dass du immer da bist, um mir zu helfen.“

Kleine tägliche Freuden haben wir alle. Das kann alles Mögliche sein: das Lächeln eines Fremden, der Blick eines Babys, der Geruch der Natur, das Streicheln des Windes auf unserer Haut, glitzernde, sanft herabfallende Schneeflocken, der Anblick eines wundervollen Schmuckstücks in einem Schaufenster, Kleidung, die wir zum ersten Mal tragen, ein Kompliment, das Erwachen der Natur im Frühling, eine aufblühende Blume, der Duft eines guten Essens, die Befriedigung nach einem arbeits- oder erlebnisreichen Tag, eine unerwartete liebevolle Bemerkung, die sekundenlange Umarmung eines Kindes, ein Gefallen, den uns jemand gerne erwiesen hat, ein Kaffee und ein Croissant, den dir ein Arbeitskollege gebracht hat usw.

Und du, erkennst du all diese kleinen Freuden in deinem Leben, die oft nur wenige Sekunden dauern? Spürst du sie als Balsam auf deinem Herzen? Meistens denkt man in solchen Momenten nicht daran, sich zu bedanken. Doch am wichtigsten ist ohnehin das, was du fühlst, denn gerade die Dankbarkeit, die von Herzen und nicht aus dem Kopf kommt, verleiht dir Energie. Nicht zufällig ist das Herz das Organ, das das Blut (und damit Energie) im Körper überallhin transportiert. Der psychische Zustand, in dem du dich befindest, bestimmt die Qualität des in dir zirkulierenden Blutes. Je ärmer dein Blut ist, umso mehr Nährstoffe fehlen dir und umso mehr altert dein Körper. Je mehr dein Blut mit Liebe angereichert ist, umso höher ist die Energiequalität, die alle Teile deines Körpers erhalten. Dankbar zu sein verbessert deine physische Gesundheit.

Eine andere Möglichkeit, sich täglich in Dankbarkeit zu üben, besteht darin, sich morgens und vor dem Schlafengehen Zeit dafür zu nehmen. Ich tue das schon sehr lange. Morgens beim Aufstehen denke ich als Erstes, dass ich gespannt bin, welches Geschenk mir das Leben an diesem Tag wohl machen wird. Vor dem Schlafengehen bedanke ich mich in Ruhe für alles nur Erdenkliche. Diese Gewohnheit ist mir wichtig, denn obwohl ich mich tagsüber oft bedanke, vergesse ich doch immer wieder etwas. Es ist also ein guter Zeitpunkt, meinen Dank zu vervollständigen.

Ich beginne fast immer damit, dass ich meinem Körper danke. Mühelos finde ich drei oder vier Situationen, in denen er meiner Bitte, etwas zu tun, nachgekommen ist. Mit zunehmendem Alter wertschätze ich ihn immer mehr, denn er leistet mir weiterhin gute Dienste. So danke ich ihm beispielsweise seit einigen Jahren dafür, dass ich jetzt viel volleres Haar habe als mit zwanzig und dass es sehr leicht zu frisieren ist.

Im Gegenzug kümmere ich mich gut um ihn. Wenn ich zum Beispiel auf einem Flughafen bei einer Zwischenlandung mit Gepäck schnell laufen muss, um den Anschlussflug zu erwischen, danke ich meinem Körper unaufhörlich dafür, dass ich dazu immer noch in der Lage bin. Sobald ich dann bequem im Flugzeug sitze, nehme ich mir die Zeit, erneut mit ihm zu reden, und verspreche ihm, dass ich ihm viel Ruhe gönnen werde, sobald ich wieder zu Hause bin.

Denkst du daran, dich bei deinem Körper für eine problemlose Verdauung und Ausscheidung zu bedanken? Dankst du deinem Herz dafür, dass es unermüdlich schlägt? Lass beim Zubettgehen deinen Tag noch einmal Revue passieren und danke im Verborgenen bestimmten Menschen. Vergiss dabei nicht die wichtigste Person: DICH.

Jeder Augenblick, den du genießt und für den du dankbar bist, hält dich jung, denn die Energie fließt gut in dir. Zudem kostet Dankbarkeit nichts und ist jedem Menschen zugänglich. Mit der Zeit wird es dir zur Selbstverständlichkeit, so zu verfahren.


Kapitel 3
Ängste vor dem Altern

Hast du dir jemals die Zeit genommen zu überprüfen, welche Ängste dich überkommen, wenn du an die Zeit deines Alters denkst? Wenn nicht, nimm diese Ängste einmal bewusst wahr und finde heraus, was in deinem Inneren vorgeht, wenn dein Ego dir Furcht einflößt.

In dem, was ich lehre, spreche ich zwar ohnehin schon häufig vom Ego, trotzdem möchte ich an dieser Stelle ein paar Worte für diejenigen einflechten, die eine Erinnerung brauchen – auch deswegen, weil das Ego uns mit allen Mitteln schnell vergessen lassen will, was wir über es gelernt haben, damit wir uns dessen nicht allzu bewusst sind. Es ist daher unerlässlich, unser Ego erkennen zu können, um zu wissen, auf wen wir hören: auf das Ego oder auf unser Herz.

Das Ego repräsentiert all unsere Überzeugungen über Gut und Böse und wird von all den kleinen Stimmen des Verstandes manipuliert, die uns physisches oder psychisches Unbehagen bereiten. All unsere Ängste sind also das Werk unseres Egos.

Das Ego ist in grauer Vorzeit im Menschen entstanden, als die Vorstellung von Gut und Böse auf der Erde begann. Es nutzt also die mentale Energie des Menschen. Tiere haben kein Ego, weil sie geistig nicht so weit entwickelt sind wie Menschen. Die Ängste der Tiere entspringen nicht dem Ego, denn sie sind „real“ und auf den Körper bezogen. Ängste, die vom Ego kommen, haben keinen realen Ursprung, sie existieren nur in unserer Vorstellung. Wie kann man eine reale von einer irrealen Angst unterscheiden? Eine reale Angst bedeutet, dass im Moment der Angst eine echte Gefahr besteht. Wenn du zum Beispiel beim Treppensteigen einen Fehltritt machst und fühlst, wie du fällst, dann ist die Angst, die du durchlebst, real. Dein Körper tut dann, unterstützt vom Verstand, alles, um dich vor dem Sturz zu bewahren. All deine geistigen und körperlichen Fähigkeiten werden also eingesetzt, um dir dabei zu helfen, dein Gleichgewicht wiederzuerlangen. Selbst wenn du es schaffst, nicht zu fallen, schlägt dein Herz schneller, und bestimmt gerätst du ins Schwitzen – das ist ganz normal. Dann musst du richtig durchatmen, um deinen Körper wieder in den Normalzustand zu bringen.

Anschließend könnte es sein, dass dein Ego die Oberhand gewinnt, dich kritisiert, du hättest nicht genug aufgepasst, und dir viele Bilder zeigt, was alles hätte passieren können, wenn du die Treppe hinuntergestürzt wärst. Du stellst dir zum Beispiel vor, du hättest dir ein Bein gebrochen und denkst an all die Konsequenzen, die das für dein Leben gehabt hätte.

Dabei handelt es sich um irreale Ängste. Oft wird man sehr müde, wenn man eine solche Angst durchmacht. Sicher hast auch du schon eine ähnliche Situation erlebt. Gerade solche Ängste lassen deinen physischen, emotionalen und mentalen Körper altern. Warum? Sobald du Angst hast, produziert dein Körper Adrenalin, um dir die Kraft und Geistesgegenwart zu geben, die du brauchst, um der Gefahr zu begegnen. Da jedoch keine wirkliche Gefahr besteht, nutzt sich dein Körper durch die Arbeit, die er tut, ab und das ungenutzte Adrenalin, das er produziert hat, schadet dir, anstatt dir zu nützen. Denk daran: Jede irreale Angst ist das Werk deines Egos, das unablässig versucht, dein Leben zu steuern.

Das Ego weiß nur das, was sich dem Gedächtnis deines Mentalkörpers in diesem und in früheren Leben eingeprägt hat. Es setzt sich aus Erinnerungen zusammen, die auf Gut und Böse bzw. Schlecht basieren. Andere Erinnerungen, die im Mentalen registriert werden, sind jene, die uns in unserem Leben auf diesem Planeten unterstützen und uns sagen, wie man schreibt, rechnet, nach Hause findet usw.

Wusstest du, dass beim Tod nur dein physischer Körper stirbt und zur Energie zurückkehrt? Dein emotionaler und dein mentaler Körper sterben nicht, denn beide sind Teil deiner Seele, die unsterblich ist. Diese geht – mit all den Erinnerungen, die sie erworben hat – in die Welt der Seele ein. Dann zieht sie mithilfe ihres Geistführers eine Bilanz ihres letzten Lebens und bereitet sich auf das nächste vor. Dieser Zyklus wird sich so lange wiederholen, bis du einen Zustand vollständiger Harmonie erreicht hast, das heißt, wenn du in allen Aspekten deines Lebens in bedingungsloser Liebe lebst.

Es heißt, dass manche Menschen, Hunderte oder sogar Tausende von Leben hinter sich haben. Ihr Ego hat daher sehr viele Überzeugungen und Glaubenssätze angesammelt, die sich dem Gedächtnis der Seele eingeprägt haben. Jede irreale Angst wird durch eine derartige Überzeugung aktiviert, an der wir nach einer real erlebten Angst festhalten.

Kommen wir noch einmal auf das Beispiel des Treppensturzes zurück. Wenn dein Ego dir das Bild eines gebrochenen Beins zeigt, ist das ein Zeichen dafür, dass es dir schon einmal passiert ist oder dass du gesehen hast, wie sich jemand auf diese Weise verletzt hat – sei es in diesem oder in einem anderen Leben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit glaubst du seitdem, dass du dir bei einem Sturz das Bein brechen wirst und stets aufpassen musst, damit es nicht noch einmal passiert. Dein Verstand hat diese Botschaft über dein Ego registriert, und dann hat sie sich zu einem Glaubenssatz verfestigt.

Das Ego hält unzählige solcher festen Überzeugungen in all unseren Lebensbereichen wach. Wir hören viel mehr auf unser Ego als auf unser Herz, weil wir uns der wahren Bedürfnisse unseres Wesens nicht bewusst sind. So kommt es, dass das Ego unser Leben steuert. Erst wenn uns unsere fest verwurzelten Überzeugungen bewusst werden, können wir unser Leben lenken. Psychologischen Studien zufolge sind sich Menschen nur zu fünf bis zehn Prozent dessen bewusst, was in ihnen vorgeht, Ängste eingeschlossen.

Darum habe ich dir empfohlen, die Ängste aufzuschreiben, die dir bewusst sind. Bis du am Ende dieses Buches angelangt bist, wirst du sicherlich noch weitere entdecken. Wenn du offen bleibst, findest du auch in den kommenden Jahren immer noch mehr.

Im vorigen Kapitel habe ich es schon erwähnt: Das Wassermannzeitalter bringt uns die Energie und die Kenntnisse, die wir brauchen, um besser zu erkennen, was in uns vorgeht. Doch leider hat das Ego einen derart großen Einfluss auf die Menschen, dass es sie ständig in Angst leben lässt und so daran hindert, diese gute Gelegenheit zu nutzen.

Außerdem glaubt es, dass wir das sind, was wir besitzen und was wir tun, und das sorgt dafür, dass wir uns selbst nach unseren Leistungen, unserem Aussehen, Geld, Besitz und Beruf bewerten, obwohl wir in Wirklichkeit viel mehr sind als dieser physische Aspekt unserer selbst.

Tendenziell fühlen sich Menschen etwa ab 65 Jahren alt. In den meisten Ländern entspricht das dem Rentenalter. Wenn man aber in einem Unternehmen arbeitet, setzt dieses Gefühl schon um das 45. Lebensjahr ein, dann nämlich, wenn der eigenen Berufsbezeichnung, wie es manchmal geschieht, das englische „Senior“ voran- oder nachgestellt wird – was nicht gerade dazu beiträgt, dass man sich jung fühlt – und man gleichzeitig sieht, dass Jüngere immer mehr Raum einnehmen.

Dieses Gefühl, alt zu sein, verstärkt sich auch dadurch, dass man feststellt, wie schnell und effizient junge Menschen im IT-Bereich sind. Viele Unternehmen wollen lieber „Juniors“ einstellen, statt „Seniors“, also ältere Angestellte mit höheren Gehältern, zu behalten. Daher wird diesen häufig eine Abfindung angeboten, damit sie in den Vorruhestand gehen. Oft wird auch die von unserem Ego übermittelte Annahme vertreten, es sei sehr schwierig, mit über 45 Jahren noch eine neue Arbeit zu finden, und noch schwieriger, eine ganz neue Karriere zu beginnen.

Was die meisten Menschen nicht wissen: Wir selbst entscheiden, wann wir alt sind. Ich kenne Hundertjährige, die es nicht sind: Sie haben eine sehr gute Lebensqualität, sind geistig wach und rege und körperlich unabhängig. Warum ist das so? Manche werden sagen, es liege an ihren guten Genen, sie hätten eben Glück gehabt usw., aber das stimmt nicht. Wie siehst du das? Bist du in der Lage, tief in dir zu spüren, dass es in deiner Macht liegt zu entscheiden, wann du alt sein wirst? Es ist wichtig zu wissen, dass sich deine Genexpression – die Art, wie Gene sich ausprägen – entsprechend deiner Denkweise ändert. Das Ablesen des genetischen Gepäcks, mit dem du zur Welt gekommen bist, kann also verändert werden. Ich für meinen Teil habe dieses Phänomen vor allem seit meinem siebzigsten Lebensjahr bemerkt, also seitdem ich weiterhin so aktiv bin wie mit fünfzig.

Andere berichten mir oft von ihren Ängsten. Hier einige, die häufiger genannt werden:

•Ich bin sechzig Jahre alt, und das Gehen fällt mir schon schwer. Wer kümmert sich um mich, wenn ich später überhaupt nicht mehr laufen kann?

•Ich habe keine Kinder. Wie wird mein Alter sein, so ganz alleine?

•Ich habe zwar Kinder, aber wir haben kein gutes Verhältnis. Ich kann nicht auf sie zählen, was soll nur aus mir werden?

•Jedes Mal, wenn ein geliebter Mensch stirbt, habe ich noch mehr Angst vor dem Tod.

•Wenn ich meine Mutter in ihrem Altenheim besuche, habe ich Angst bei dem Gedanken, dass mein Lebensende auch so sein wird.

•Ich kann es nicht ertragen zu sehen, wie mein Körper altert und meine Fähigkeiten schwinden. Je mehr die Zeit vergeht, desto mehr Angst habe ich.

•Ich möchte gerne lange leben, aber ich weiß nicht, wie ich das mit den wenigen Ersparnissen schaffen soll.

•In fünf Jahren gehe ich in den Ruhestand und erhalte dann nur noch meine staatliche Rente, um für meinen Lebensunterhalt aufzukommen. Was soll ich dann nur tun? Wie soll ich nur mit so wenig Geld auskommen?

•Oft höre ich, dass in den Staatskassen in einigen Jahren kein Geld mehr für Rentner vorhanden sein wird. Dieser Gedanke versetzt mich in Panik, denn ich habe damit gerechnet, dass mir dieses Geld im Ruhestand zur Verfügung steht.

•Ich habe mich immer gerne nützlich gefühlt. Was wird mit mir geschehen, wenn ich nicht mehr viel tun kann? Je älter ich werde, desto mehr macht mir dieser Gedanke Angst.

•Ich werde immer vergesslicher und muss immerzu denken, dass ich vielleicht Alzheimer bekomme. Es ist furchtbar, sein Leben mit dieser Krankheit zu beenden, weil man anderen immer mehr zur Last fällt. Meine Großmutter hatte diese Krankheit siebzehn Jahre lang, bevor sie starb. Es war schrecklich. Wir mussten uns überwinden, sie hin und wieder zu besuchen, und der Gedanke, dass es mir ebenso ergehen könnte, macht mir Angst.

•Ich bin 62 Jahre alt und muss ein Hörgerät tragen, doch es gelingt mir einfach nicht, das zu akzeptieren. Ich kann nicht mehr wie früher leben und Spaß haben. Ich fühle mich schon alt und finde das ungerecht. Außerdem kann es sein, dass ich eines Tages völlig taub bin.

•Es sind inzwischen so viele verschiedene Krebsarten bekannt, dass meine Angst, die Diagnose „Krebs“ zu erhalten, von Jahr zu Jahr steigt. Mir wurde gesagt, dass ich mit einiger Wahrscheinlichkeit daran erkranken könnte, denn in meiner Familie sind schon mehrere daran gestorben.

•Ich fürchte, dass ich etwas für mich Wesentliches versäume, wenn ich sehe, dass mir mit zunehmendem Alter immer weniger Lebenszeit bleibt.

•Jetzt, da ich im Ruhestand bin, habe ich Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen: Soll ich mein Geld für mich selbst ausgeben oder es für meine Erben behalten? So oder so habe ich Schuldgefühle.

Leider hindern uns all diese Ängste daran, mit Vertrauen und innerem Frieden zu leben. Wenn du dich in mehreren der oben beschriebenen Ängste wiedererkennst, wäre es vielleicht eine gute Idee, weniger auf Nachrichten in den Medien zu achten, denn sie nähren meistens nur unsere Ängste. Hast du übrigens bemerkt, dass jedes Jahr viele krebserregende Produkte und Nahrungsmittel entdeckt werden? Man denke nur an all die Hinweise auf Zigarettenpackungen, die auf die tödliche Wirkung von Tabak hinweisen. Dabei handelt es sich um eine regelrechte mentale Programmierung! Wenn du akzeptierst, dass Krankheiten aus deinem Inneren (deiner Art zu sein) kommen und nicht von außen, wirst du merken, dass du deutlich mehr Freude am Leben hast, und deine Ängste werden sich verringern.

Eine weitere häufige Angst, die Frauen betrifft, hängt mit den Wechseljahren zusammen. Auch Männer durchlaufen übrigens eine vergleichbare Periode, die Andropause genannt wird. Es handelt sich um ein biologisches Phänomen, das durch ein möglicherweise zu starkes Absinken des Testosteronspiegels und einen dadurch entstehenden Testosteronmangel hervorgerufen wird. Etwa dreißig Prozent der Männer zwischen 40 und 55 Jahren sind davon betroffen. Warum aber werden siebzig Prozent der Männer älter, ohne davon betroffen zu sein? Meiner Meinung nach ist es vielmehr ein normaler Prozess, der sich in Abhängigkeit von den Überzeugungen und Glaubenssätzen bestimmter Männer vollzieht. Männlichen Lesern dieses Buches empfehle ich: Ändert eure Auffassung des Begriffs „Alter“, wenn ihr eure Testosteronproduktion aktiver halten wollt.

Was die Frauen betrifft, so haben manche in den Wechseljahren sehr schmerzhafte Symptome, während diese bei anderen nur minimal ausfallen und im Grunde genommen ganz natürlich sind, denn sie sind auf die hormonelle Veränderung zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr zurückzuführen. Eine der Hauptursachen für Probleme in den Wechseljahren ist die Tatsache, dass unsere Gesellschaft diese Symptome in ihrer Wahrnehmung zu etwas Negativem gemacht hat. Die Frau glaubt, dass ihr Körper verfällt und altert, dass sie keine richtige Frau mehr sei. Die Probleme können auch körperlicher Natur sein, wie zum Beispiel eine geschädigte Leber oder zu viele im Organismus angesammelte Giftstoffe, was nichts mit den Wechseljahren zu tun hat.

Da eine Frau durch Blutverlust während der Menstruation Energie verliert, hört die Menstruation bekanntlich spontan auf, wenn ihr Organismus einen Überschuss an Energie und Blut benötigt, zum Beispiel wenn sie schwanger wird, stillt oder ein gravierendes physisches oder psychisches Gesundheitsproblem hat. So klug ist unser Körper.

Genau das geschieht auch in der Zeit der Wechseljahre: Um einen zu schnellen Alterungsprozess des Körpers zu vermeiden und zu verhindern, dass die lebenswichtigen Organe (Leber, Nieren, Milz, Lunge, Herz, Bauchspeicheldrüse, andere Drüsen, wie die Nebennieren, und das Gehirn) vorzeitig Schaden nehmen oder krank werden, stellt der Körper den Eisprung endgültig ein. Es kommt also zur Menopause, damit sich unsere Lebenserwartung erhöht.

Wenn du zu den Frauen gehörst, die glauben, dass die Wechseljahre ein Zeichen des Alters sind, dann solltest du diese Überzeugung unbedingt ändern. Mir gefällt folgende Definition, die ich einmal gelesen habe: Die Menopause ist eine Pause in der Lebensmitte.

Um diesen Übergang gut zu durchleben, ist es sehr wichtig, dass du darauf vorbereitet bist und deinen Körper nicht seiner Energie beraubt hast. Auf diese Weise läuft die Phase der Menopause viel ausgewogener ab und wird nicht zum Alptraum. Die Ratschläge in diesem Buch, die sowohl physische als auch psychische Aspekte behandeln, werden dir helfen, deinen Körper zu energetisieren, damit er leichter durch die Wechseljahre kommt.

Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass die größte Angst derer, die sich vor dem Altern fürchten, die Angst vor dem Leben ist. Wenn wir unsere Ängste die Oberhand gewinnen lassen, ändern wir damit unsere Lebensweise – und zwar auch dann, wenn uns das gar nicht bewusst ist. Dann sagen wir uns eines Tages, dass wir alt sind und es an der Zeit ist, mit allem aufzuhören.

Oft bin ich mit meinen Enkeln zum Fallschirmspringen gegangen, auch noch mit 77, und das war bestimmt nicht das letzte Mal. Sie halten es immer für eine unglaubliche Leistung, aber im Grunde hängt so etwas vor allem von unserer Denkweise ab. Wenn ich beschließe, etwas nicht mehr zu tun, dann nicht deswegen, weil ich mich davor fürchte. Zum Beispiel habe ich seit zwei Jahren keine Lust mehr, im Meer zu schwimmen. Ich mache lieber lange Spaziergänge am Strand, nur meine Füße sind im Wasser. Das gibt mir mehr Energie. Als ich beschloss, nicht mehr im Meer zu schwimmen, habe ich mich gefragt, ob ich diese Entscheidung aus Angst getroffen hatte. Um die Antwort zu finden, blickte ich aufs Meer und stellte mir die Frage, ob mich die Vorstellung, schwimmen zu gehen, ängstigte. Sofort erkannte ich, dass es nicht so war, denn ich konnte mir vorstellen, es ohne Zögern zu tun, um jemandem in Not zu helfen.

Natürlich gibt es bestimmte Aktivitäten, die wir in höherem Alter gar nicht mehr ausüben können oder die schwieriger werden. Der Körper nutzt sich ab, doch dieser Verschleiß braucht nicht zwangsläufig zu früh einzusetzen. Im ersten Kapitel habe ich über unterschiedliche Meinungen zum Thema Altern gesprochen. Meine Ansicht ist: Egal, in welchem Alter der Körper abzubauen beginnt, es ist wichtig, dass wir uns so früh wie möglich angewöhnen, für ihn zu sorgen.

Wenn wir jung sind, halten wir unseren Körper für unsterblich und glauben, dass er all seine Fähigkeiten ewig behält. Aber natürlich schätzt er es, wenn wir ihm schon möglichst früh mit allen Mitteln helfen, seine körperlichen, emotionalen und geistigen Fähigkeiten zu bewahren. Das ist dann machbar, wenn wir uns selbst lieben. Darauf werde ich in einem anderen Kapitel noch einmal eingehen. Hast du schon einmal daran gedacht: Je mehr Liebe du dir selbst schenkst, desto weniger erwartest du dies von anderen? Das ist eine gute Methode, um dir belastende Emotionen und Frustration zu ersparen.

Zum Abschluss dieses Kapitels möchte ich dir vorschlagen, einmal auf deine Ängste zu achten. Jedes Mal, wenn du Angst hast, frag dich, ob sie real ist oder nicht, ob eine echte Gefahr besteht oder nicht. Manchmal dauert es viele Jahre, bis einem bewusst wird, dass man schon sehr lange eine bestimmte Angst in sich trägt, denn wenn man jung ist, hat man mehr Energie, sie zu verleugnen und in sich zu vergraben. Mit der Zeit ist man jedoch nicht mehr in der Lage dazu.

Bedenke auch, dass jede unbewusste Angst im Laufe der Jahre immer mehr zunimmt, denn sie kontrolliert dich fortwährend, ohne dass du es merkst. Das ist ein weiterer Grund, warum es irgendwann zu schwierig wird, sie beiseitezuschieben und zu ignorieren. Wir alle haben körperliche, emotionale und geistige Grenzen.

Sehr wahrscheinlich ist der Großteil deiner Befürchtungen irreal und du siehst voraus oder stellst dir vor, dass etwas passieren könnte. Wenn dem so ist, dann sollte dir dabei bewusst sein, dass du auf dein Ego und nicht auf dein Herz hörst. Es ist, als würdest du immer auf jemanden aus deinem Umfeld hören, der dir fortwährend Angst macht, und dich von ihm beeinflussen lassen.

Vergiss nicht, dass du allein dein Leben in der Hand hast! Aus Liebe zu dir selbst musst du der betreffenden Person sagen, dass du dich von nun an nicht mehr von ihr beeinflussen lassen möchtest und deine Energie lieber dazu nutzt, das zu erreichen, was du willst, und nicht das, was du nicht willst. Du kannst ihr sagen, dass du ihre Absicht, dir zu helfen, zwar zu schätzen weißt, sie dir damit aber überhaupt nicht hilft.

Mit deinem Ego verhält es sich ebenso: Es ist davon überzeugt, dir mit seiner Angstmacherei zu helfen, denn es glaubt, du könntest die Konsequenzen nicht bewältigen, wenn du das, was du willst, angehst. Nur du allein kannst ihm mitteilen, dass du sehr wohl in der Lage bist, alle Konsequenzen zu tragen, auch wenn du sie noch nicht kennst; und dass du genug auf dich selbst vertraust, um stets eine Lösung zu finden. Wenn dein Ego deine Sicherheit und Entschlossenheit spürt, wird es bereitwillig beiseitetreten und zulassen, dass du auf deine Bedürfnisse hörst.

Der nächste Schritt besteht darin, dir vorzustellen, welches Leben du dir als älter (aber nicht alt) gewordener Mensch wünschst. Nimm dir Zeit, um es gut zu visualisieren und das damit einhergehende Glück zu fühlen.

Ich möchte hier betonen, dass es einen Unterschied zwischen Visualisieren und positivem Denken gibt. Visualisierung ist die Ursache vieler Phänomene, die wissenschaftlich nicht erklärbar sind. Dabei kommt mir das Beispiel einer Frau in den Sinn, die eine gutartige Geschwulst von der Größe eines Ballons in ihrer Gebärmutter hatte. Sie musste zwei Monate warten, bevor sie operiert werden konnte. Also beschloss sie, die Geschwulst durch Visualisieren zum Schrumpfen zu bringen. Mehrmals am Tag schloss sie die Augen, visualisierte und fühlte dann, wie der Ballon in ihrem Bauch sich verflüssigte und allmählich durch ihre Vagina ausströmte.

Dass es funktionierte, merkte sie daran, dass sie täglich Damenbinden tragen musste. Jeden Tag bedankte sie sich bei ihrem Körper. Es machte sie sehr glücklich, dass er sich mit ihr zusammentat. Sie konnte sehen, wie der Ballon nach und nach immer kleiner wurde. Nach einiger Zeit bat sie ihren Arzt um eine weitere Röntgenuntersuchung. Sie war davon überzeugt, dass die Geschwulst verschwunden war, wollte aber Gewissheit haben. Und siehe da: Wundersamerweise war sie wirklich verschwunden!

Sollte sie noch einmal zurückkommen, weiß diese Frau, dass dies ein wichtiger Hinweis wäre auf etwas, das die Visualisierung nicht beheben konnte. Es ist mit Sicherheit sehr wirksam, wenn wir uns die Zeit nehmen, zu prüfen, was ein körperliches Problem uns sagen will.

Der Unterschied zwischen Visualisieren und positivem Denken ist folgender: Hätte sich diese Frau dafür entschieden, ihr Problem mit positiven Gedanken zu lösen, dann hätte sie einfach in Affirmationen wiederholt, dass die Geschwulst ebenso verschwinden würde, wie sie gekommen war. Durch das Visualisieren konnte sie dagegen das, was sie erreichen wollte, fühlen, und das wirkt stärker als Positives Denken.

Positives Denken ist schön und gut, aber wir müssen aufpassen, dass es nicht in ein Streben nach Kontrolle ausartet, das uns Energie abverlangt. Nehmen wir zum Beispiel jemanden, der behauptet, er sei immer gut gelaunt, denn das mache das Leben angenehmer. Wir wissen, dass es unmöglich ist, niemals wütend, deprimiert usw. zu sein; also können wir sagen, dass die betreffende Person sich selbst kontrolliert, um stets positiv zu bleiben. Ideal ist jedoch, positives Denken mit Visualisieren zu verbinden: Das verleiht uns Energie und bringt Freude.

Solange du im Sinn behältst, was du willst, und entsprechend handelst, kreierst du auch das, was du willst. Dann nutzt du deine große göttliche Kraft, dein Leben zu gestalten – eine Kraft, die jedem Menschen auf diesem Planeten innewohnt. Wir alle sind Götter, die erschaffen können. Der einzige Unterschied zwischen dir, mir und allen, die du kennst, ist unsere innere Gewissheit, unsere Selbstliebe und unsere Fähigkeit, etwas in die Tat umzusetzen. Denn eben dadurch kreieren wir entweder das, was wir wollen, oder das, was wir nicht wollen.

Wenn es uns nicht gelingt, das, was wir wollen, zu kreieren, sollten wir akzeptieren, dass wir eben nicht alles kontrollieren können und unser innerer GOTT unsere Bedürfnisse besser kennt als wir selbst. Und dann sollten wir zu etwas anderem übergehen.

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9783864102967
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