Kitabı oxu: «Königlich herrschen»
Luc Niebergall
Königlich herrschen
Einen Lebensstil der Erweckung kultivieren
GloryWorld-Medien
1. Auflage 2021
Copyright © 2016 by Luc Niebergall. Originaltitel: „Reigning as Royalty“
© der deutschen Ausgabe 2021 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de
Alle Rechte vorbehalten
Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 1985, entnommen. Weitere Bibelübersetzungen:
LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 2017
SLT: Schlachter 2000
Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.
Übersetzung/Satz: Manfred Mayer
Umschlaggestaltung: Jens Neuhaus, www.7dinge.de
Umschlagmotiv: Pixabay
ISBN (epub): 978-3-95578-490-4
ISBN (Druck): 978-3-95578-390-7
Inhalt
Vorwort
Einführung
1 Das Königreich
2 Das erste regierende königliche Paar
3 Das innere Land
4 Das dreifältige Wesen des Menschen
5 Der Geist-Mensch
6 Der Seelen-Mensch
7 Der natürliche Mensch
8 Über den Garten hinaus expandieren
9 Eine Elisa-Generation steht auf
10 Vom fünffältigen Dienst profitieren
11 Das Zeitalter der Seraphim
Widmung
Ich widme dieses Buch meiner Frau Sophie, die mich ständig darin unterstützt, meine Träume mit Gott zu verwirklichen. Nie habe ich einen Menschen getroffen, der das, was ich in diesem Buch lehre, so gut demonstriert.
Ich widme es auch meinem Freund Lewis Ball, der mir bei der Veröffentlichung geholfen hat.
Vorwort
Mit 16 Jahren begegnete ich zum ersten Mal dem Herrn. Dadurch begegnete ich auch seinem Herzen, und als Folge davon begann für mich sofort ein längere Phase, in der ich lernte, eine Freundschaft mit ihm aufzubauen. Damals stellte ich jeden Tag nach der Schule oder der Arbeit meine Tasche zu Hause ab, um vier bis sechs Stunden mit Gott spazieren zu gehen. Ich arbeitete oft hart, um genug Geld zu sparen, damit ich mir eine Auszeit von der Arbeit nehmen konnte, in der ich monatelang nichts tat, außer bis zu vierzehn Stunden am Tag mit dem Herrn zu verbringen. Das war mein Lebensstil in den ersten vier Jahren, nachdem ich Jesus kennengelernt hatte. Ich wurde in vielerlei Hinsicht für diese vier Jahre abgesondert, damit der Herr mich in der Verborgenheit heranziehen konnte. Diese Jahre legten ein Fundament für mich, auf dem der Rest meines Lebens und Dienstes aufgebaut werden sollte.
Da ich so viel persönliche Zeit mit dem Herrn verbrachte hatte, bekam ich ein Herz dafür, dass auch andere Menschen Gott begegnen. Die zwei Aspekte, in denen Gott mich benutzte, während ich den Menschen diente, denen ich begegnete, waren der prophetische Dienst und Heilung. Ich begann auf eigene Faust täglich in die Krankenhäuser zu gehen, um Zeit mit den Kranken und Leidenden zu verbringen. Es dauerte nicht lange, bis der Herr in den Krankenhäusern mächtig zu wirken begann. Ich erlebte, dass Blinde ihr Augenlicht erhielten, dass Gehörlose hörten und dass Behinderte aus ihren Rollstühlen aufstanden und gehen konnten.
Die Wunder, die ich in den Krankenhäusern erlebte, begannen sich in den örtlichen Gemeinden herumzusprechen. Da die Gemeinden mitbekamen, was der Herr tat, häuften sich mit der Zeit die Einladungen zum Predigen. Das führte dazu, dass ich im Alter von 20 Jahren meinen Reisedienst begann. Zwei Jahre lang lehrte ich in Gemeinden in Teilzeit, während ich immer noch Vollzeit als Bauarbeiter in meiner Heimatstadt arbeitete. Nach zwei Jahren im Reisedienst sagte mir der Herr, ich solle vieles von dem aufschreiben, was er mich in den sechs Jahren zuvor gelehrt hatte. Ich begann, in Worte zu fassen, was er mir in meinen persönlichen Gesprächen mit ihm gezeigt hatte und ebenso meine Erfahrungen als junger, aufkommender Leiter. Ich stellte das, was der Herr mir in dieser Zeit geoffenbart und in mein Herz gepflanzt hatte, in Buchform zusammen. Somit schrieb ich im Alter von 22 Jahren dieses, mein erstes Buch.
Einführung
Ich habe dieses Buch in der Überzeugung geschrieben, dass allen, die es lesen, noch tiefer offenbart wird, wer sie als Söhne und Töchter Gottes sind. Im Leib Christi haben wir manchmal eine Armutsmentalität gepflegt und geglaubt, wir müssten vor der Dunkelheit fliehen und uns im Club der Christenheit verstecken, bis Jesus zurückkommt, um uns zu retten. Obwohl wir wissen, dass Jesus für eine reine und fleckenlose Braut zurückkommt, versuchen viele von uns, sich unter einem Deckmantel der Niederlage zu verstecken und verweigern der Welt die Gelegenheit, die Schönheit zu sehen, die sie zu Jesus ziehen wird. Es wird jedoch bald eine Offenbarung in Bezug auf unsere Identität kommen, die über den ganzen Globus verbreitet und die Gemeinde ins Zentrum der Welt rücken wird. Die Gemeinde ist im Begriff, ihre neu gewonnene Zuversicht auszuleben und aus ihrer Identitätskrise auszubrechen. Sie wird nicht länger das Gefühl haben, besiegt und am Ende zu sein, sondern wird in ihrer Schönheit aufstehen, um in den Nationen die Ordnung des Himmels aufzurichten. Bei dieser nächsten Bewegung des Geistes geht es nicht um eine Ein-Mann-Show oder einen großen Apostel oder Propheten, der in seine Berufung eintritt, sondern darum, dass jeder Heilige die Fülle seiner Sohnschaft und Tochterschaft einnimmt, ohne sich seines Königs Jesus und des Königreichs, dessen Bürger er ist, zu schämen.
Ich bin mir bewusst, dass vielleicht einige von euch, was die Lehren in diesem Buch angeht, mit Wahrheiten konfrontiert werden, die für euch völlig neu sind. Eure Theologie könnte in Frage gestellt werden. Dieses Buch ist, wie gesagt, eine Zusammenstellung von Offenbarungen, die ich in den vergangenen sechs Jahren vom Heiligen Geist erhalten habe, in Bezug darauf, wie man eine innere Erweckung erlangt und kultiviert. Diese Offenbarungen haben meine eigene DNA verändert. Genauso wie ich dir rate, die Worte, die ich lehre, nicht vorschnell abzutun, ermutige ich dich auch, mir nicht nur auf Grundlage dessen, was ich geschrieben habe, zu vertrauen. Wenn dir irgendetwas frisch und neu erscheint oder wenn du bei etwas, das ich gesagt habe, skeptisch bist, dann prüfe es anhand der Bibel. Es ist meine volle Absicht, alles, was ich schreibe, mit dem Wort Gottes zu untermauern. Mein Anliegen ist es, niemals davon abzuweichen, aber auch, dir zu helfen, deine Erkenntnis dessen zu erweitern, was durch das Kreuz vollbracht wurde.
Das Reich des Himmels ist unsere Farbe, und die Welt ist unsere Leinwand. Als Mitschöpfer mit Gott haben wir das Privileg, Tristesse zu entthronen, indem wir Schönheit schaffen.
Vater, gerade jetzt bete ich, dass der Geist der Weisheit und der Offenbarung kommt und auf jeder Person ruht, die dieses Buch liest. Genau jetzt erkläre ich, dass sie alle eine Offenbarung über die wahre Identität des Königreichs empfangen. Errichte in jedem Herzen die Ordnung des Königreichs. Jeder Leser soll das Verständnis und die Kraft empfangen, um weitergehen zu können, als ich es mir je erträumt habe, damit dein Reich so auf die Erde kommt, wie es im Himmel ist.
Kapitel 1: Das Königreich
Wenn wir uns jetzt näher mit diesen Dinge beschäftigen, müssen wir eine fundamentale Offenbarung verstehen. Diese Offenbarung ist eine der Grundwahrheiten für das Leben der nächsten Generation von Gläubigen. Wenn ich den Begriff „kommende Generation“ verwende, dann beziehe ich mich nicht nur auf die Jüngeren, als würden die Älteren in dieser Bewegung vergessen. Das würde völlig an der Wahrheit vorbeigehen. Ich beziehe mich vielmehr auf diejenigen, die bereit sind, in eine neue Stufe der Erkenntnis hineingeboren zu werden. Etwas zu verstehen, ist etwas anderes, als etwas zu wissen. Jeder Intellektuelle kann wissen, aber damit wir verstehen können, müssen wir erleben. Die fundamentale Offenbarung, die wiederhergestellt wird, ist die Wahrheit über unser Erbe als Bürger des Reiches Gottes. Diese Offenbarung wird sich durch das gesamte Buch ziehen, und deshalb möchte ich dich ermutigen, dir die Zeit zu nehmen, sie zu verstehen, indem du über die Realität dessen nachsinnst, was gesagt wird, während wir gemeinsam weitergehen.
Wir beginnen mit Matthäus 6,9-13 (LUT). In diesen Versen lehrte Jesus seine Jünger, wie sie beten sollten. Als die Jünger Jesu kamen, um ihn zu fragen, wie sie mit dem Vater reden sollten, sagte er: „Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden …“ Das Wort „Reich“, auf das sich Jesus hier bezog, bedeutet wörtlich „Herrschaftsbereich des Königs“. Wenn also das Reich der Herrschaftsbereich Gottes ist, dann wissen wir, dass überall dort, wo das Himmelreich ist, Gott ist – es ist sein Wohnort. Die Kultur eines Haushaltes ist immer ein Spiegelbild der Kultur bzw. der Persönlichkeit dessen, der die Leitung darüber hat. Da Gott der Schöpfer des Himmels ist, ist er das Haupt und die Autorität des Himmels. Gott ist von seinem ganzen Wesen her Güte und Liebe. Wenn Gott in der Schöpfung den Himmel zum Ausdruck gebracht hat, können wir sicher sein, dass die Kultur der Schöpfung ein direktes Spiegelbild dessen ist, wer Gott ist.
Sieh dir an, was Jesus in Vers 10 sagt: „… wie im Himmel so auf Erden.“ Jesus forderte seine Jünger buchstäblich auf, dafür zu beten, dass alles, was im Himmel vor sich geht, auf der Erde manifestiert wird. Jesus kam, um zu offenbaren, dass es Gottes Herzenswunsch ist, dass die Vollkommenheit der Kultur des Himmels mit der Schöpfung auf der Erde koexistiert. Viele von uns sind von der wahren Reich-Gottes-Botschaft Jesu abgekommen. Viele von uns leben, um den Himmel erst eines Tages zu sehen und zu erleben, wenn wir in die Ewigkeit übergehen, obwohl es der Wunsch Jesu war, dass wir die Segnungen des Himmels schon jetzt erleben, während wir noch auf der Erde sind. In Epheser 1,3 steht: „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus.“ Hier steht nicht, dass er uns irgendwann mit jeder geistlichen Segnung im Himmel segnen wird, sondern dass er das bereits getan hat. Er sagte: „Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen“ (Mt 4,17). Das bedeutet, dass es ein erreichbares und konkretes Reich ist, das zum Greifen nahe ist. Jesus kam, um auf der Erde ein himmlisches Reich zu errichten, das aufgrund von himmlischen Prinzipien hier und jetzt in unserem Leben funktioniert.
Was sind einige der Prinzipien des Himmels? Wir wissen, dass die Heilige Schrift sagt, dass es im Himmel keine Krankheiten, Depressionen, Süchte oder Armut gibt. Es gibt nur vollkommene Liebe, Gesundheit, Frieden, Freude und Segen im Überfluss. Das Himmelreich ist ein Ort, an dem Gottes Wille vollkommen regiert. Wenn wir Jesus als König in unser Leben aufnehmen, kommen wir unter die Herrschaft und die Prinzipien seines Reiches. Wir werden tatsächlich Bürger des Himmels (vgl. Phil 3,20). Krankheiten und Süchte haben keine Macht über uns, weil sie in dem Reich, aus dem wir kommen, gar nicht existieren.
Die Bibel spricht von zwei Königreichen; dem Himmelreich (welches das Reich Gottes ist) und dem Reich der Finsternis. Wenn zwei Reiche aufeinanderprallen, wird das stärkere Reich immer die Oberhand behalten. Ein gutes Beispiel dafür wäre, wenn das Reich der Finsternis in einem bestimmten Lebensbereich einer Person herrschen würde, die zum Beispiel mit Depressionen zu kämpfen hat. Mit Depressionen zu kämpfen, ist keine Sünde. Es ist allerdings auch nicht Gottes Wille, weil es kein Teil des Himmelreiches ist. Wenn diese Person in diesem Bereich ihres Herzens Jesus als König empfängt, kommt dessen Reich, das mit vollkommener Freude erfüllt ist, hinein. Da Gottes Reich größer ist als das Reich der Finsternis, vertreibt es die Depression, und im Leben dieser Person stellt sich Freude ein.
Vor ein paar Jahren fuhr ich mit dem Bus in die Innenstadt. Nach ein paar Minuten Fahrt setzten sich zwei Männer, die alkoholisiert waren, neben mich. Ich stellte mich vor und erfuhr im Gegenzug ihre Namen. Nachdem ich mich ein paar Minuten mit ihnen unterhalten hatte, tat ich einen Glaubensschritt und fragte die Männer, ob sie von ihrer Alkoholsucht befreit werden wollten. Die Männer sahen einander verwirrt an. Einer von ihnen antwortete schließlich: „Natürlich wollen wir das.“
Ich legte meine Hände auf ihre Schultern und erklärte: „Jesus, ich setze dein Reich über diesen Männern frei und erkläre, dass sie nüchtern sind.“
Mit großer Wucht kam Gottes Gegenwart besonders auf einen der Männer herab. Der Mann wurde sofort nüchtern, so sehr, dass ich nicht mehr den geringsten Hauch von Alkohol an ihm riechen konnte. Er spürte Gottes Gegenwart so stark, dass er tatsächlich ein paar Minuten lang wie erstarrt war, unfähig, sich zu bewegen oder zu sprechen. Nachdem er eine gewisse Zeit schweigend dasaß, nahm er Jesus in sein Herz auf. Ein weiterer Sohn wurde in Gottes Reich hineingeboren.
Zwei Monate später traf ich zufällig den anderen Mann. Er erzählte mir, nicht nur sein Freund sei völlig von seiner Alkoholsucht befreit worden, sondern auch er selbst, obwohl er damals, als in diesem Bus Gottes Gegenwart herabkam, nicht sofort nüchtern geworden war. Beide hatten seit diesem Moment, als sie Gottes Gegenwart begegneten, nie wieder Alkohol angerührt.
Es ist eine so mächtige Sache, wenn Gottes Reich sich manifestiert. Die Pläne des Feindes scheitern, weil nun die Kultur des Himmels regiert. Hier noch eine andere Geschichte:
Auf einer Dienstreise hatte ich einmal die Gelegenheit, in einer Versammlung zu sprechen. Bevor ich in einer Gemeinde lehre, verbringe ich gerne Zeit mit dem Herrn, um ihn zu fragen, was er für den Gottesdienst geplant hat. Ich spazierte also mit Jesus auf einem Feldweg außerhalb der Stadt und bereitete mein Herz darauf vor, auf ihn zu hören. Sofort begann ich, einige Worte der Erkenntnis für die Versammlung zu empfangen. Er zeigte mir, dass eine Frau da sein würde, die unter ihrem Brustkorb, auf der unteren rechten Seite, einen bedenklichen Knoten hatte. Er sprach mit mir auch über jemanden, der ein schöpferisches Wunder für seine rechte Hüfte brauchte, und gab mir ein paar weitere Worte der Erkenntnis für die Heilung. Während ich diese in meinem Tagebuch schrieb, ließ mich der Herr im Geist eine Vision sehen.
In dieser Vision sah es so aus, als würde ich im Himmel stehen. Unter mir war ein Boden aus Wolken. Als ich nach links schaute, sah ich etwa 3 Meter von mir entfernt einen Engel stehen. Vor dem Engel steckte ein Speer im Boden des Himmels. Der Speer leuchtete sehr hell und war mit ineinander verschlungenen Blitzen umhüllt. Da ich nur 3 Meter entfernt war, konnte ich erkennen, dass auf dem Speer Muster eingraviert waren. Der Engel hob den Speer aus dem Fundament des Himmels und schleuderte ihn zurück in den Boden unter seinen Füßen. Ich war überrascht, dass der Speer nicht wieder im Boden stecken blieb. Stattdessen durchbohrte er den gesamten Himmelsboden und verließ die Himmelsatmosphäre hin zur Erde. Der Speer flog vom Himmel herab, durch die Atmosphäre und schlug in der Kirche ein, in der ich sprechen sollte. Ich schaute auf die fetten Buchstaben, die in der Mitte des Speers geschrieben waren. Die Worte lauteten „Creative Miracles“ (kreative Wunder).
Als diese Vision endete, war ich extrem aufgeregt, da ich wusste, dass der Herr sich mächtig erweisen würde. Zwei Tage später kam ich in der Gemeinde an und begann, die Worte der Erkenntnis auszusprechen, die der Herr mir gegeben hatte. Eine Person nach der anderen wurde angesprochen und geheilt. Die Frau, die den Knoten unter ihrem Brustkorb hatte, wurde in dieser Nacht geheilt, ebenso wie die Hüfte des Mannes. Viele andere empfingen körperliche Wunder. Während ich predigte, erwähnte ich die Vision nicht, die ich zwei Tage zuvor hatte.
Als ich dann umherging und für Menschen betete, stand eine Frau auf der anderen Seite der Kirche, die in Anbetung vertieft war. Niemand betete für sie, aber als sie ihre Augen öffnete, sah sie einen physischen Blitz aus dem Himmel schießen, genau wie ich ihn in meiner Vision gesehen hatte. Dieser Blitz schoss durch den Himmel, in die Kirche und traf sie direkt in die Stirn. Sie wurde auf den Boden geschleudert und hatte eine Begegnung mit Jesus, die etwa 45 Minuten dauerte. Nach ihrer Begegnung stand sie auf und war von einer ständigen Migräne geheilt, die sie seit fünf Monaten gehabt hatte.
Dies sind ein paar Beispiele, damit wir verstehen, was geschieht, wenn das Himmelreich in die Erde eindringt. Das Übernatürliche geschieht, weil ein übernatürlicher Bereich in das Natürliche eindringt. Krankheit und Schmerz müssen weichen, weil das Licht die Finsternis vertreibt. Unsicherheiten, Süchte und Ängste werden entthront, weil die Wahrheit die höchste Autorität ist. Das war der Auftrag Jesu, als er auf die Erde kam. Er kam als Pionier, um die Kultur des Himmelreichs zu errichten, welche die Kultur der Welt, die besagt, dass Unfreiheit zu tolerieren ist, übertrumpft. Dadurch dass er das Königreich zugänglich machte, brachte Jesus als König der Könige wahre Gerechtigkeit hervor, indem er dem Feind und seinen Machenschaften ein Ende setzte.
Kapitel 2: Das erste regierende königliche Paar
Um zu verstehen, was unser Bezug zum Reich Gottes ist, werden wir kurz das Leben von Adam und Eva untersuchen, als sie noch im Garten lebten.
Am Anfang schuf Gott die Erde, und auf der Erde pflanzte er einen Garten in Eden. Eden wird in der hebräischen Sprache mit „Ort der Freude“ übersetzt. Der Garten war ein Ort, an dem sich Himmel und Erde überlagerten. Der Garten war buchstäblich eine Wohnstätte für das Reich des Himmels. Der Himmel manifestierte sich nicht nur zu besonderen Anlässen im Garten. Der Garten war ein himmlischer Ruheort. Gottes Königreich hatte dort die volle Herrschaft. Als er Adam und Eva schuf, die im Garten leben sollten, lebten sie beide in vollkommener Liebe, Gesundheit, Frieden, Freude und reichem Segen. Sie litten an keinen Krankheiten, weil es in diesem Garten keine Krankheiten gab. Adam und Eva lebten in einer makellosen Kultur. Die himmlischen Prinzipien waren alle verwirklicht, und es herrschte eine Kultur der Vollkommenheit.
Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen! Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie (1 Mose 1,26-27).
Als Gott dies sagte, meinte er damit, dass er Mann und Frau erschaffen würde mit dem Ziel, dass sie die Oberherrschaft haben. Und zwar sollten sie nicht nur über den Garten, wo Himmel und Erde zusammenwohnten, herrschen und regieren, sondern auch – in der Beziehung mit Gott – über die ganze Erde. Gott machte sie – unter sich selbst– zur höchsten Autorität im Himmel und auf der Erde. Adam und Eva konnten den Tieren Befehle geben, und diese mussten gehorchen. Sie konnten einem Feigenbaum befehlen zu verdorren, und er würde es auf ihr Wort hin tun. Da den Menschen die ganze Schöpfung unterstellt war, konnten sie sogar zu einem Berg sprechen und ihm befehlen, ins Meer geworfen zu werden, und er würde gehorchen. Genau wie bei einer Regierungsbehörde würde in dem Land, das ihnen gegeben wurde, alles geschehen, was sie aussprachen.
Es ist mir sehr wichtig zu betonen, dass im Gegensatz zu dem, was viele Menschen glauben, Eva tatsächlich dazu berufen war, an der Seite Adams mitzuregieren. Evas Name bedeutet „Leben“, weil sie die Mutter alles Lebendigen war (vgl. 1 Mose 3,20). In 1. Mose 1,28 heißt es dann: „Und Gott segnete sie, und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie [euch] untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf der Erde regen!“ Diese Autorität gilt also sowohl für den Mann als auch für die Frau.
Adam und Eva waren zuerst dazu berufen, für den Garten, in dem das Königreich die vollständige Herrschaft hatte, verantwortlich zu sein. Adam sollte den Garten pflegen, um ihn unter Kontrolle und in Ordnung zu halten, damit dieser ein angemessener Bereich des Himmelreichs blieb, mit dem er verbunden war. Hätten sie dann gelernt, den Garten mit Weisheit und Integrität zu verwalten, würden sie schließlich bereit sein, ihren Auftrag zu erfüllen: „Seid fruchtbar und vermehrt euch, und füllt die Erde, und macht sie [euch] untertan“ (1 Mose 1,28). Als Gott Adam und Eva diesen Auftrag gab, war es, als würde er sagen: „Seid treu in der Bepflanzung und Pflege des Gartens, denn ich habe euch nicht nur in Eden Autorität und Herrschaft gegeben. Ich habe euch auch berufen, euch über den Garten hinaus auszudehnen, um über das ganze Land der Erde zu herrschen und zu regieren. Seid deshalb fruchtbar und vermehrt die Atmosphäre des Königreichs, die im Garten ist, über den Garten hinaus. Als Folge davon wird es schließlich nicht nur einen Garten geben, der eine Wohnstätte des Himmelreiches ist, sondern dann wird die ganze Erde die Wohnstätte sein.“ Viele von uns denken, Adam und Eva seien nur auf den Garten beschränkt gewesen, doch ihr Auftrag für das Königreich bestand in Wirklichkeit darin, sich über den Garten hinaus auf den Rest der Erde auszudehnen. Hätten sie dies erfüllt, hätte der Mensch seit Anbeginn der Zeit in seinem Erbe gelebt, in den Nationen zu herrschen. Die gesamte Herrschaft hätte auf der Schulter des Sohnes gelegen.
Als Adam und Eva die Entscheidung trafen, vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen, hatte dies nicht nur zur Folge, dass sie den Garten verlassen mussten, in dem Himmel und Erde als Einheit koexistierten. In Wirklichkeit dankten sie auch von ihrer Position als König und Königin über die zukünftigen Nationen ab. Adam und Eva legten ihre Kronen ab und enterbten die Menschheit für die nächsten Jahrtausende von ihrem rechtmäßigen Platz als Könige. Die Herrschaft, die einst auf der Schulter der Menschheit ruhte, wurde der Schulter des Feindes übergeben.
Und er führte ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm in einem Augenblick alle Reiche des Erdkreises. Und der Teufel sprach zu ihm: Dir will ich alle diese Macht und ihre Herrlichkeit geben; denn mir ist sie übergeben, und wem immer ich will, gebe ich sie (Lk 4,5-6).
Der Garten wurde vom Rest der Welt verbarrikadiert und somit das Königreich eingesperrt. Ab diesem Zeitpunkt musste der Mensch ein Leben außerhalb der himmlischen Prinzipien führen. Da die Regierungsgewalt von der Menschheit an Satan übergegangen war, kam die gesamte Schöpfung unter die Tyrannei der eisernen Herrschaft des Feindes. Das Reich der Finsternis begann, die Herrschaft im Herzen des Menschen zu übernehmen, und machte uns für Tausende von Jahren anfällig für Krankheiten, Schmerzen, Depression, Angst vor Ablehnung und alle möglichen anderen teuflischen Übel. Die Prinzipien des Himmelreichs gerieten in Vergessenheit und ein neues Gesetz, das unvermeidlich zu Knechtschaft führte, wurde eingeführt.
Dieser in der Bibel aufgezeichnete historische Bericht ist das Gerüst jeder guten mittelalterlichen und Fantasy-Erzählung. Die Schöpfung und die Menschheit blieben unter einer finsteren Herrschaft versklavt und warteten darauf, dass ein großer Held geboren würde. Sie warteten auf einen Thronfolger, der sich erheben würde, um seine rechtmäßige Krone an sich zu nehmen. Einer, der die Rettung der gesamten Menschheit sein würde und wiederherstellte, was am Anfang verloren gegangen war, und der den Feind und seine Werke vernichtete.
Alle Herrschaft ruht auf den Schultern des Sohnes
Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. Groß ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERRN der Heerscharen wird dies tun (Jes 9,5-6).
Adam und Jesus bekamen beide vom Vater einen Garten, den sie hegen und pflegen sollten. Beiden wurde ein Garten gegeben, in dem sich Himmel und Erde überlappten. Allerdings hatte Adam einen Garten, der außerhalb von ihm, in Eden, war, während Jesus selbst der Garten war, in dem Himmel und Erde in Einheit wohnten. Jesu Körper war die Wohnstätte Gottes. Das Reich, das einst der Menschheit verwehrt war, wurde in dem Sohn Jesus wiedergeboren. Der Ort der Freude, in dem Adam und Eva gelebt hatten, war Jesu innere Realität.
Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen (Joh 1,51).
So, wie Adam einen Garten pflegte, in dem das Himmelreich die volle Herrschaft hatte, musste auch Jesus dem Reich Gottes die volle Herrschaft in sich selbst ermöglichen. Da Jesus der König des Himmelreichs ist, musste er den Garten gut pflegen, damit er Adams Auftrag vollenden konnte, indem er das Reich schließlich über den Garten bzw. sich selbst hinaus ausdehnte, um die Erde zu füllen und sie Gottes Ordnung zu unterwerfen. Das ist der Grund, warum Jesus der letzte Adam genannt wurde (vgl. 1 Kor 15,45). Jesus war der letzte Adam, weil er den Auftrag erfüllte, bei dem Adam versagt hatte.
Da wir zu Miterben mit Christus gemacht worden sind (vgl. Röm 8,17), bekommen wir Anteil an dem vollen Erbe, das Jesus vom Vater erhalten hat. Wir leben nicht nur nach den Prinzipien des Himmelreichs, sondern regieren auch als Könige und Königinnen mit Jesus in seinem Reich. Darum ist er der König der Könige. Jedem König und jeder Königin wird ein Territorium gegeben. Jeder König und jede Königin erhält ein Land, das sie regieren sollen. Unsere Aufgabe ist es, die Herrschaft des Himmelreichs in dem Land und dem Territorium zu errichten, das uns vom Vater anvertraut wurde. Wenn wir das mit Jesus tun, zerstören wir die Werke des Feindes, indem wir göttliche Ordnung bringen.
Bevor uns Gott ein äußeres Land, wie z. B. eine Ortschaft, eine Stadt oder sogar die Nationen zur Verwalterschaft anvertrauen kann, damit wir erleben, wie sich Reich Gottes ausbreitet, müssen wir zuerst zu einer Reife kommen, in der wir unser inneres Land richtig verwalten können. Wie Jesus müssen auch wir zulassen, dass die Herrschaft des Himmels uns verzehrt und die volle Autorität über unser gesamtes Wesens hat.
Du bist Gottes Garten. Du bist sein Ort der Freude.
„… und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen (Offb 1,6).
Kapitel 3: Das innere Land
Die komplette Reformation
„… und er den euch vorausbestimmten Jesus Christus sende! Den muss freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller [Dinge], von denen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat (Apg 3,20-21).
Damit wir die Herrschaft des Himmels in unserem Sein empfangen können, müssen wir zuerst unsere Identität als Söhne und Töchter Gottes verstehen. In diesem Vers sehen wir, dass Jesus kam, um alle Dinge wiederherzustellen. Wenn wir unsere volle Identität verstehen wollen, die am Kreuz zurückgewonnen wurde, müssen wir auf den Anfang zurückblicken, als der Mensch erschaffen wurde. Das Erste, das wir uns ansehen werden, ist 1. Mose 1,26. Der gesamte Zweck der Schöpfung war der Wunsch des Vaters, seinen Sohn auf der Erde zu finden, deshalb sagte Gott: „Lasst uns Menschen machen als unser Bild.“ Diese eine Aussage geht viel tiefer, als wir denken. Der Mensch war der einzige Teil der Schöpfung, der nach dem Bild Gottes geschaffen wurde – nicht die Tiere oder die Pflanzen, sondern der Mensch. Der Mensch war der einzige Teil der Schöpfung, der der gleichen Kategorie wie Gott angehörte.
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst? Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Engel (Ps 8,5-6).
Das hebräische Wort für „Engel“ in diesem Vers ist Elohim, was „Gott“ bedeutet. Derselbe Gott, der die Erde ins Dasein sprach, der die Planeten, Sterne und Galaxien schuf, schuf uns nach seinem Ebenbild, etwas niedriger sich selbst. Da wir nach dem Bild Gottes geschaffen sind, müssen wir, wenn wir vollständig verstehen wollen, wer wir als Söhne und Töchter sind, zuerst den Vater sehen und kennen, der uns geschaffen hat.
Als Jesus als Mensch auf der Erde wandelte, verstand er absolut klar, was seine Identität im Vater war:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht; denn was der tut, das tut ebenso auch der Sohn. Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er selbst tut … (Joh 5,19-20a).
Zwischen Jesus und dem Vater herrschte perfekte Transparenz und perfektes Vertrauen. Denn der Vater liebte seinen Sohn und zeigte ihm alles, was er tat. Er verbarg nichts von sich vor seinem Sohn. Jesus, der Sohn, verbarg seinerseits nichts vor seinem Vater. Er entschied sich nicht, sich mit Feigenblättern zu bedecken, um Teile von sich selbst geheim zu halten. Der Sohn hielt seine Augen auf seinen Vater gerichtet. Er kannte die Tiefen seines Vaters. Da der Sohn im Ebenbild des Vaters geschaffen ist, verstand Jesus, als er die Tiefen seines Vaters verstand, auch die Tiefen seiner selbst. Das ist die fundamentale Offenbarung, die einen vollständigen Sohn prägt, der seine wahre Identität kennt. Er findet sich selbst im Vater.
In der aktuellen Bewegung Gottes geht es um Söhne und Töchter, die ihren Vater-Gott in einer innigen Beziehung kennen und ständig aus dieser Liebe und Annahme heraus leben. Je mehr wir auf den Herrn ausgerichtet sind, desto mehr wird Jesus, der Sohn, in uns offenbart und geformt.
Sieh dir an, was der Apostel Paulus in Galater 4,19 sagt: „Meine Kinder, um die ich abermals Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt gewonnen hat.“ Paulus’ ursprünglicher Auftrag als Apostel war es, jeden Gläubigen vollständig in Christus darzustellen, damit Jesus in seiner Fülle in jedem Einzelnen geformt wird. Wenn Jesus in uns geformt wird, beginnen die Eigenschaften des Himmels sich in unserem Leben zu manifestieren und Gestalt anzunehmen.
In weiten Teilen der Christenheit haben wir in vielerlei Hinsicht das Werk der inneren Umgestaltung vergessen. Wir haben geglaubt, wenn wir nur neue Programme hätten und die richtige äußere Struktur schafften, würden die Menschen geistlich reif werden, dadurch dass sie sich in unserem menschengemachten Weinschlauch befänden. Das ist aber nicht die Art und Weise, wie Jesus wahre Jünger hervorgebracht hat. Jesus ging es um die innere Wiederherstellung der Menschen. Die Jünger Jesu sahen ihn und sahen dadurch wiederum den Vater. Als sie Christus sahen und ihn zu ihrem Fokus machten, wurde Jesus mit der Zeit in ihnen geformt. Wir können nicht mit einer äußeren Erweckung beginnen, da die äußere das Nebenprodukt einer ersten inneren Erweckung ist. Denken wir daran, was Gott zu Hesekiel sagte:
Und er sprach zu mir: Menschensohn, alle meine Worte, die ich zu dir reden werde, nimm in dein Herz auf, und höre [sie] mit deinen Ohren! Und [mache dich] auf, geh hin zu den Weggeführten, zu den Söhnen deines Volkes, rede zu ihnen und sage zu ihnen: „So spricht der Herr, HERR!“ Sie mögen hören oder es lassen (Hes 3,10-11).
Bevor Hesekiel das Wort des Herrn zu den Israeliten sprechen konnte, wurde ihm also befohlen, das Wort zuerst in seinem eigenen Herzen zu empfangen. Erst als er eine persönliche Offenbarung von Gottes Wort für die Israeliten hatte, konnte er es mit Autorität weitergeben. Jesus sagte, dass wir das, was wir umsonst empfangen haben, auch umsonst weitergeben sollen (vgl. Mt 10,8). Das bedeutet, dass wir nicht weitergeben können, was wir nicht schon selbst empfangen haben. Als Könige und Königinnen in Gottes Reich können wir erst dann zu einer Reife kommen, um Jesus den Nationen richtig zu präsentieren, wenn Jesus, der Sohn, in uns geformt ist.
In 2. Mose 33 wird berichtet, dass Mose und Josua Zeit im Zelt der Begegnung verbrachten, wo die Herrlichkeit des Herrn wohnte. Nach einer gewissen Zeit ging Mose hinaus, um seinen dienstlichen Pflichten nachzukommen, während Josua im Zelt blieb, um Zeit mit dem Herrn zu verbringen. Nachdem Mose gestorben war und Josua berufen wurde, die Israeliten in das Gelobte Land zu führen, hatte Josua eine Begegnung mit dem Herrn, die dazu führte, dass er seine größere Berufung antreten konnte.
Und es geschah, als Josua bei Jericho war, da erhob er seine Augen und sah: und siehe, ein Mann stand ihm gegenüber, und sein Schwert war gezückt in seiner Hand. Da ging Josua auf ihn zu und sagte zu ihm: Gehörst du zu uns oder zu unseren Feinden? Und er sprach: Nein, sondern ich bin der Oberste des Heeres des HERRN; [gerade] jetzt bin ich gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde und huldigte ihm und sagte zu ihm: Was redet mein Herr zu seinem Knecht? Da sprach der Oberste des Heeres des HERRN zu Josua: Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn der Ort, auf dem du stehst, ist heilig! Und Josua tat es (Jos 5,13-15).
Bevor Josua seiner Berufung als Befehlshaber folgen konnte, um Israel in das verheißene Land zu führen, musste er also zuerst Gott, den Leiter und Befehlshaber, kennenlernen. Als er ihn dann sah und immer besser kennenlernte, wurde Gott, der Befehlshaber, in ihm geformt.
Für uns als Leib Christi bricht eine Zeit an, in der Leiter nicht mehr anhand ihrer Berufsausbildung zu erkennen sein werden. Pastoren und Lehrer werden nicht mehr aufgrund ihrer Abschlüsse anerkannt sein, sondern weil wir sehen, dass Jesus, unser Pastor und Lehrer, in ihnen geformt ist. Wir werden echte Reich-Gottes-Geschäftsleute nicht an ihrer Ausbildung erkennen, sondern weil wir sehen, dass Christus, der Geschäftsmann, in ihnen geformt wurde. Ihre Berufung und Identität werden die direkte Folge der Zeit sein, die sie mit dem Herrn verbringen. Die Reformation, die im 15. Jahrhundert begann, fing nicht damit an, dass die äußere Kultur der Kirche verändert wurde. Sie begann, als Christus in den Herzen von John Wycliffe, Johannes Hus und Martin Luther geformt wurde. Wir leben immer noch in reformatorischen Zeiten, weil Christus noch immer in seinem Volk geformt wird.
Als Jesus auf der Erde wandelte, sagte er: „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er das Haupt hinlegt“ (Mt 8,20). Jesus ist nun das reife und vollständige Haupt und sucht nach einem Platz zum Ausruhen. Solange der Leib noch nicht zu einem reifen und vollständigen Menschen herangewachsen ist, kann er sich noch nicht ausruhen, um die volle Leitung über den Leib (die Gemeinde) zu haben. Er kann auch nicht auf einer von Menschen ausgedachten Struktur ruhen, die der Leib zu bauen versucht hat. Als der Leib Christi müssen wir vom Zustand der Adoleszenz zur einem Zustand der Ganzheit voranschreiten, in dem wir bereit sind, Jesu Führung und Leitung zu empfangen und richtig damit umzugehen. Der Leib kann nur dadurch reif und erwachsen werden, dass Jesus, der Sohn, in ihm geformt wird. Der Sohn muss im inneren Menschen der Gemeinde geformt und etabliert werden, damit das Reich Gottes in voller Autorität regieren kann.
Aus einer Ruhe heraus empfangen
In der Kühle des Tages ging Adam mit Gott im Garten umher (vgl. 1 Mose 3,8). Er hatte eine enge und innige Beziehung zu ihm. Ohne die Vertrautheit mit Gott werden wir niemals die volle Herrschaft des Himmels in unserem Leben erfahren, denn dies ist der Ort, an dem die Formung des Sohnes beginnt. Wir werden weder Gott sehen noch in eine enge Beziehung zu ihm eintreten, indem wir uns abmühen. Wir müssen auch unseren geistlichen Dienst nicht aus eigener Kraft ausüben. Wir haben ihn vor Augen und dienen aus der Ruhe in ihm. Auch wenn Jesus im Natürlichen keinen Ort hatte, um sein Haupt auszuruhen, konnte er doch im Geist in den Armen des Vaters ruhen, um aus dieser Ruhe heraus ständig zu dienen.
Im Verlauf dieses Buches werde ich einige Zeugnisse mitteilen, die dir helfen werden, die Dinge besser zu verstehen. Ich werde einige Geschichten erzählen, wie Gott sich gezeigt und als mächtig erwiesen hat, um dich zu ermutigen. Ich werde auch einige der Fehler erwähnen, die ich gemacht habe, während ich lernte, die Offenbarung auszuleben, die ich lehre. Auf diese Weise kannst du aus meinen Unzulänglichkeiten lernen und hoffentlich schneller wachsen als ich.
Vor einigen Jahren, bevor ich einen Dienst in der Öffentlichkeit hatte, verbrachte ich einen Großteil meiner Zeit damit, auf der Straße zu evangelisieren. Eines Morgens wachte ich mit einem plötzlichen Drang auf, hinauszugehen und Menschen die Liebe Gottes zu zeigen. Ich sprang aus dem Bett, und ohne groß nachzudenken, war ich auf dem Weg nach draußen. Doch während ich auf halbem Weg durch die Tür war, hörte ich den Heiligen Geist zu mir sprechen.
„Luc, wohin gehst du?“ Gott sprach nicht mit einer lauten, dröhnenden Stimme zu mir. Stattdessen sprach er ruhig wie ein Lehrer, der mich auf strategische Weise etwas lehren wollte.
Ich antwortete: „Ich mache mich auf den Weg, um für die Kranken zu beten und um zu erleben, dass Menschen deiner Liebe begegnen.“
Der Herr fuhr fort, mich mit Fragen zu stupsen. „Und warum gehst du?“ Ich antwortete: „Gott, du weißt, warum ich gehe; ich gehe hinaus, um den Menschen von deiner Liebe zu erzählen.“
Ich dachte, Gott testete meine Leidenschaft, aber in Wirklichkeit versuchte er, mir meine Motive klarzumachen. Dann kam seine Antwort. Er sagte: „Wie willst du meine Liebe den Menschen weitergeben, wenn du selbst noch nicht weißt, wie du sie empfangen kannst?“
Diese Antwort Gottes überraschte mich wirklich. Die Zurechtweisung erwies sich jedoch als hilfreich, da sie mich veranlasste, an jenem Tag zu Hause zu bleiben, um zu beten und mein Herz zu prüfen. Unschlüssig, ob ich diese Lektion empfangen wollte, brachte ich meine Gedanken zur Ruhe und bat Gott, mir zu offenbaren, was er gemeint hatte. Er zeigte mir, dass ich, obwohl ich eine tiefe Liebe zu ihm hatte, versuchte, seine Liebe durch meine eigene Mühe zu empfangen. Verstehe mich bitte nicht falsch, ich liebe Evangelisation, und wir sollten alle aktiv von der Liebe Gottes erzählen. Gott musste mir jedoch etwas beibringen. Ohne es zu merken, glaubte ich fälschlicherweise, Gottes Annahme hänge von der Anzahl der guten Dinge ab, die ich tat. Jede Person, für die ich auf der Straße betete und die geheilt wurde, war nur eine weitere Selbstbestätigung. Meine Unsicherheit, mich nicht vom Vater angenommen zu fühlen, war mein Antrieb. Beim Evangelisieren ging es nicht um die Menschen und darum, wie sehr der Vater sie liebt, sondern um mich. Das war wirklich der Zeitpunkt, an dem mir klar wurde, dass ich, wenn ich jemals Teil einer Bewegung Gottes sein wollte, zuerst eine Bewegung Gottes in meinem eigenen Herzen erfahren musste. Ich musste eine innere Erweckung erleben.
Gott brachte mich in eine Zeit, in der er mich alles niederlegen ließ, was mich dazu verleiten würde, seine Liebe verdienen zu wollen. Er begann, mir den inneren Zustand meines Herzens zu zeigen und mir die Fehler in meinem Denken und meinen Motiven zu offenbaren. Mit der Zeit erkannte ich, dass ich kein Waisenkind bin, das um die Liebe und Zuneigung meines Vaters kämpfen muss, sondern dass ich ein Sohn bin, der in der Tatsache ruhen darf, dass mein Vater im Himmel mich liebt.
Ich nahm mir viele Monate Zeit, um diese neue Offenbarung der Liebe und des Angenommenseins in mich aufzunehmen, sodass diese Wahrheit tief einsinken konnte. Ich konnte das Herz meines Vaters mir gegenüber immer besser spüren, wodurch sich meine „innere DNA“ veränderte. Ich verstand immer besser, dass er mich bedingungslos liebt, dass er stolz auf mich ist und dass er sich einfach darüber freut, dass ich da bin. Er ist nicht böse auf mich, traurig oder enttäuscht. Die Wahrheit seines Wortes übertrumpfte die Lügen, die ich jahrelang über mich geglaubt hatte. Ich sah mich nicht länger als unwürdig an; ich fürchtete nicht mehr die Ablehnung durch ihn. Ich mühte mich nicht länger ab, weil ich endlich verstand, wie ich aus einer Ruhe in ihm empfangen konnte. Anstatt stundenlang zu beten und zu hoffen, dass Gott mich bemerkte, saß ich vor meinem geistigen Auge einfach stundenlang bei ihm und weinte an seiner Schulter, überwältigt von der Tatsache, dass er mich so liebt, wie ich bin.
Ab diesem Zeitpunkt konnte ich jede Art von Dienst, den ich tat, mit Freude und Leichtigkeit tun. Die Auswirkungen dessen, dass die Kraft Gottes durch mich im Leben der Menschen wirkte, verzehnfachten sich, weil ich nicht mehr mit Hintergedanken diente. Ich konnte zuversichtlich und erfolgreich die Liebe meines Vaters widerspiegeln, weil ich wusste, dass ich sein Augapfel war.
Jesus ist der Weinstock, und wir sind die Reben, die Frucht bringen. Die Rebe muss sich nicht anstrengen, um Frucht zu bringen; sie ist einfach da und empfängt den Saft. Da sie vom Weinstock empfängt, bringt sie große Frucht, weil der Weinstock groß ist. Die Rebe befindet sich nicht in einem Zustand des Abmühens, sondern des einfachen Seins. Der Vater empfängt uns so, wie wir sind. Wir müssen uns nicht darum bemühen, von ihm angenommen zu werden. Auch wenn wir unsere Berufung ausleben, müssen wir uns nicht abmühen. Unsere Werke werden großartig sein, weil er unsere Quelle ist. Genauso muss eine Blume nicht danach streben, Licht von der Sonne zu empfangen, um genährt zu werden und zu wachsen; sie empfängt und wächst einfach aus einer Ruhe heraus, weil es die Identität einer Blume ist, von der Sonne zu empfangen, um zu blühen und schön zu werden. Als Söhne und Töchter Gottes müssen wir uns nicht anstrengen, um die Liebe des Vaters zu bekommen; wir bekommen sie einfach, weil es unsere Identität als Kinder ist, von ihm geliebt zu werden.
Solange wir uns noch abmühen, angenommen zu werden, leben wir unter der Denkweise des Gesetzes. Das ist insofern wahr, als wir glauben, dass unser rechter Stand bei Gott davon abhängt, was wir tun, statt von dem, was Jesus bereits getan hat. Johannes der Täufer sagte in Johannes 3,30: „Er muss wachsen, ich aber abnehmen.“ Beachte, dass hier nicht steht: „Ich muss abnehmen, er aber wachsen.“ Sein Wachsen muss vor unserem Abnehmen kommen, nicht andersherum.
Manchmal denken wir, dass wir uns selbst in Ordnung bringen und ein paar gute Taten vollbringen müssen, bevor wir in das Allerheiligste gehen können. Aber alles, was wir tun müssen, ist, in ihn hineinzugehen und sein Wachstum zu erleben, weil unser Fleisch und unsere Sünde in seiner Herrlichkeit nicht bestehen können. Wenn wir auf Jesus schauen, ermächtigen wir ihn in unserem Leben und beginnen, unsere Unzulänglichkeiten zu vergessen, weil seine Größe uns so gefangen nimmt. In dieser Begegnung beginnen wir, sein Ebenbild zu reflektieren.
Im Alten Testament setzte Gott den siebten Tag als einen Tag der Ruhe fest. Die Zahl sieben ist in der prophetischen Numerologie die Zahl der Vollendung. Wir wissen, dass Jesus für eine vollständige und ewige Ruhe gestorben ist. Wir müssen nicht mehr versuchen, ihn aus eigener Kraft zu empfangen, sondern wir empfangen aus Gnade. Das Kreuz ermöglichte, dass wir in die Sohn- und Tochterschaft hineinadoptiert wurden und nun ein Leben führen können, in dem wir von unserem Vater vollkommen angenommen sind.
Extreme Unruhe kann manchmal ein Symptom eines Menschen sein, der nach der Liebe des Vaters sucht, aber einfach nicht weiß, wo er suchen soll. In dem Versuch, ihm nahe zu sein, probieren wir es mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, aber alles, was wir tun müssen, ist, in der Offenbarung zu ruhen, dass er uns liebt. Intimität mit Gott ist die Sache, die mir am meisten am Herzen liegt. Er ist mein bester Freund und die Liebe meines Lebens. Jeder Zweig des Dienstes muss aus der Intimität mit ihm herauskommen.
Eine der größten Taktiken des Feindes ist es, zu versuchen, einen Mann oder eine Frau Gottes so beschäftigt zu halten, dass er bzw. sie gezwungen ist, den Ort der Verborgenheit zu verlassen. Am schnellsten brennt man aus, wenn man versucht, seine Begabung oder Salbung ohne die Offenbarung der Liebe des Vaters auszuleben. Wenn wir außerhalb dieser Wahrheit dienen, werden wir es aus unserer eigenen Anstrengung tun, was zu Erschöpfung führt. Wenn wir uns abmühen, schneiden wir unsere Fähigkeit zu empfangen ab, versuchen aber trotzdem noch, ständig zu geben.
Dienen wir dagegen aus der Intimität und Ruhe heraus, wird alles, was wir tun, zu einer Begegnung mit Gott. Die enge Beziehung zu Gott weitet sich über unsere persönliche Zeit mit ihm hinaus aus. Jedes Wort der Erkenntnis und jedes Wunder, das wir erleben, wird zu einer tiefen Begegnung mit Jesus, auch wenn wir diejenigen sind, die die Worte sprechen und die Hände auf die Kranken legen. Jeder Geschäftsabschluss wird zu einer Begegnung mit Gott, dem Versorger. Jedes Gespräch, das wir mit jemandem führen, verwandelt uns, weil wir anfangen, Jesus in den Worten und den Menschen zu sehen, mit denen wir sprechen. Wir kommen dahin, dass wir ihn überall sehen, weil wir unseren Blick ständig auf ihn richten. Während wir von Herrlichkeit zu Herrlichkeit und von Erfahrung zu Erfahrung gehen, beginnt diese Offenbarung der vollen Annahme in ihm die Herrschaft in unserem Leben zu übernehmen. Die Zeitabstände zwischen den Erfahrungen der Herrlichkeit beginnen sich zu verkürzen, bis wir in einer ständigen Herrlichkeit und einer nie endenden Liebesbegegnung mit ihm leben.
Pulsuz fraqment bitdi.