Kitabı oxu: «ZECHARIA SITCHIN und der außerirdische Ursprung des Menschen»

Şrift:


M. J. EVANS

ZECHARIA SITCHIN

und der außerirdische Ursprung des Menschen

Erschaffung der Erdlinge · Kriege der Götter und

Menschen · Liebesleben und Stammbaum der Anunnaki

Aus dem Amerikanischen von

Thomas Görden & Anna Sophia Hahn


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Amerikanische Originalausgabe:

Zecharia Sitchin and the Extraterrestrial

Origins of Humanity

Deutscher Erstdruck im AMRA Verlag

Auf der Reitbahn 8, D-63452 Hanau

Hotline: + 49 (0) 61 81 – 18 93 92

Service: Info@AmraVerlag.de


Herausgeber & Lektor Michael Nagula
Einbandgestaltung Guter Punkt
Kartenzeichnung Jim Wasserman
Layout & Satz Birgit Letsch
Druck CPI books GmbH

ISBN Printausgabe 978-3-95447-329-8

ISBN eBook 978-3-95447-330-4

Copyright © 2016/2021 by Marlene Jane Evans

Printed and published by Arrangement with Inner Traditions

International Limited, Rochester, Vermont 05767, USA.

Copyright deutsche Lizenz © 2021 by AMRA Verlag & Records

Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur

Thomas Schlück GmbH, 30161 Hannover, Deutschland.

Von Zecharia Sitchin ist außerdem bei AMRA erhältlich:

Die Anunnaki Chroniken. Alles über die ersten Astronauten

Der König, der sich weigerte zu sterben. Ein Anunnaki-Roman

Vorwort von Sitchin in Frank Josephs »Der Untergang von Atlantis«

Alle Rechte der Verbreitung vorbehalten, auch durch Funk, Fernsehen und sonstige Kommunikationsmittel, fotomechanische, digitale oder vertonte Wiedergabe sowie des auszugsweisen Nachdrucks.

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Inhalt

Prolog: Zecharia Sitchin

Autor, Historiker der Antike und archäologischer Forscher

Einführung: Sitchins Paradigma des Raumzeitalters

Sitchins Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen • Die Herausforderungen, vor denen die Tafelforscher standen • Reaktionen auf Kritik • Was Sitchins Beitrag so herausragend macht

1Die Astronauten aus dem fernen Weltall

Die Zeit der Jäger und Sammler • Die Geschichte der Anunnaki auf der Erde • Die Auswirkungen von Sitchins Entdeckungen

2Der Stammbaum der Anunnaki

Die Erbfolgeregeln • ANU – König von Nibiru • ENKI – Erster Nefilim auf der Erde und Wohltäter der Menschheit • ENLIL – Der mächtigste Nefilim • NINHURSAG – Die Tochter des Anu • Die Folgegenerationen – Nachfahren der Nefilim • Enkis Sohn Marduk • Enlils Sohn Ninurta • Enkis Sohn Dumuzi • Götter, Planeten und Gott

3Die Erschaffung der Erdlinge

Die Debatte über den Ursprung der Menschheit • Sitchins Beweise für die Erschaffung des Menschen • Die Durchführung des Schöpfungsprozesses • Adams und Evas Erkenntnis • Die Konsequenzen der menschlichen Fortpflanzungsfähigkeit • Keine Sklaven, sondern »gottgleiche« Arbeiter!

4Liebe und Liebesleben bei den Anunnaki

Das Liebesleben des Königs von Nibiru • Das Sexualverhalten Enlils, des Anführers der Anunnaki • Enkis sexuelle Eskapaden • Inanna – die Göttin der Liebe • Die sexuelle Anziehungskraft der Menschentöchter • Genetische Beweise für die Mensch-Anunnaki-Verbindung?

5Wunderbare Flugmaschinen

Interplanetarer Goldtransport • Die fliegende Göttin • Ninurtas göttlicher Sturmvogel Teschub, der »Windsturm« • Raumfahrt als etwas Alltägliches •

6Krieg und Kriegsführung – eine irdische Veranlagung?

Krieg und Kriegsführung genauer betrachtet • Die Kriege im alten Sumer • Weitere Kriege auf der Erde • Moderne Kriege

7Armageddon – eine globale Katastrophe?

Der Nahe Osten in modernen und alten Zeiten • Die Vergangenheit – Atomwaffeneinsatz im Altertum • Die Zukunft – der vorhergesagte Atomwaffeneinsatz • Zukunftsforschung – Die Beurteilung des Möglichen, des Wahrscheinlichen und des Plausiblen

Epilog: Der Schlüssel zur Zukunft liegt in der Vergangenheit

Anhang A: Atomwaffen verstehen

Die Entwicklung von Atomwaffen

Anhang B: Der »Böse Wind«

Danksagung

Anmerkungen

Abbildungen

Bibliografie

Kurzbiografie

Die Autorin

Sitchins Werke

Register


» Diejenigen, die vom Himmel zur Erde kamen – sie landeten auf der Erde, kolonisierten sie, bauten Gold und andere Mineralien ab, errichteten einen Raumhafen in der heutigen irakisch-iranischen Region und lebten in einer Art idealisierter Gesellschaft als kleine Kolonie. Sie kehrten zurück, als die Erde stärker bevölkert war, und griffen genetisch in unsere einheimische DNA ein, um eine Sklavenrasse zu schaffen, die in ihren Minen, Farmen und anderen Unternehmungen in Sumer arbeitete, das in veralteten Schulbüchern als Wiege der Zivilisation bezeichnet wird. Sie schufen den Menschen, Homo sapiens, durch genetische Manipulation aus sich selbst und dem Affenmenschen Homo erectus.«

ZECHARIA SITCHIN

BEGRÜNDER DER ANUNNAKI-FORSCHUNG


Prolog
Zecharia Sitchin

Autor, Historiker der Antike und archäologischer Forscher

Wenn ein Mann nicht Schritt hält mit seinen Gefährten, dann mag das daran liegen, dass er einem anderen Trommler lauscht. Lasst ihn im Rhythmus der Musik wandern, die er hört, wie immer sie sein mag, und wie fern.

Henry David Thoreau: Walden

Zecharia Sitchin war ein Forscher aus Leidenschaft mit dem Ziel, jedes einzelne Rätsel zu lösen, vor das ihn das untersuchte Material stellte. Er ließ sich von seiner intellektuellen Neugier leiten und arbeitete, wenn nötig, immer wieder auch auf unkonventionelle Weise, um Hinweisen nachgehen zu können, auf die er gestoßen war. Seine Neigung zu unabhängigem Denken trat schon in seiner Jugend zutage, als er beim Bibelstudium im Buch Genesis auf etwas stieß, was er für einen Übersetzungsfehler hielt: Das Wort Nefilim war mit »Riesen« übersetzt worden, was Zecharia für falsch hielt. Als er aber seinen Lehrer darum bat, ihm dabei zu helfen, seinen Verdacht zu bestätigen, sagte man ihm, er möge die Bibel nicht infrage stellen. Dennoch ließ ihm der Verdacht keine Ruhe, dass es sich um einen Fehler handelte und das Wort in der richtigen Übersetzung »sie, die herabkamen« bedeutete. Also begab er sich auf die Suche nach Hinweisen, die ihm die Frage beantworteten, wer denn da herabgekommen sei. Von Jugend an führte ihn diese Suche nach Antworten auf eine unendliche Reise, die geprägt war von Studien und Nachforschungen.



Abb. 1. Zecharia Sitchin auf einer Reise durch Mexiko. Fotos: Wally Motloch

Vor ihm waren Gelehrte nicht in der Lage gewesen, eine vollständige Interpretation und akkurate Entzifferung der sumerischen Tontafeln zu leisten, die Sitchins Meinung nach die Geschichte der Raumfahrer aus alten Zeiten erzählten. Die ersten Gelehrten, die an den Tafeln arbeiteten, veröffentlichten ihre Erkenntnisse Ende des neunzehnten und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Das Raumfahrtzeitalter entwickelte sich also erst mehrere Jahrzehnte nach Erscheinen der Schriften dieser Pioniere. Entsprechend konnten diese Forscher und Gelehrten auf keinen Kontext zurückgreifen, der ihnen ein Verständnis für das ermöglicht hätte, was sie da vor sich hatten. In den ersten Veröffentlichungen zu den Tontafeln ging man entsprechend davon aus, sie würden Mythen nacherzählen. Sitchin war jedoch vertraut mit der modernen Raumfahrttechnologie und erkannte diese in den alten Aufzeichnungen wieder.

Da er sich beigebracht hatte, Sumerisch und die davon abstammenden Sprachen Akkadisch, Babylonisch und Althebräisch zu lesen, verfügte er über die nötigen linguistischen Fähigkeiten, um die Wahrheit erkennen zu können, die in den Tafeln schlummerte. Er war fest davon überzeugt, dass es sich bei den Informationen auf den Tafeln nicht um Mythen der alten Völker handelte. Mit dem Aufkommen der neuzeitlichen Raumfahrt eignete er sich umfangreiches Wissen in den Bereichen Kosmologie, Himmelsmechanik und auch Genetik an, aus dem er Erklärungen für die wahre Bedeutung der Tontafeln gewinnen konnte. Es lässt sich also sagen, dass er in der modernen Wissenschaft den Schlüssel fand, um den Inhalt der alten Tontafeln deuten zu können.

Im Zuge seiner eingehenden Analyse entdeckte Sitchin, dass es sich bei diesen Geschichten um Berichte über tatsächliche Ereignisse handelte, die stattfanden, als eine uralte Zivilisation mithilfe ihrer höchst fortschrittlichen Raumfahrttechnik auf die Erde kam. Die Geschichte, die Sitchin bei seiner Übersetzung der Keilschrift enthüllte, war faszinierend: Die ersten Siedler reisten in Raumschiffen auf die Erde, um Gold zu schürfen, das sie für ihren Heimatplaneten benötigten und durch ihre ausgereifte Technologie dorthin transportierten. Dies ist im Wesentlichen der Inhalt, den Sitchin aus den Tontafeln zog und veröffentlichte, um einen persönlichen und wissenschaftlichen Beitrag zur Aufklärung der modernen Gesellschaft zu leisten.


Es war eine Laune des Schicksals, die mich dazu bewegte, eine Konferenz mit dem ungewöhnlichen Titel »When Cosmic Cultures Meet« (»Wenn sich kosmische Kulturen begegnen«) zu besuchen, die von der Human Potential Foundation organisiert wurde. Als ich am 26. Mai 1995 am Veranstaltungsort, dem Sheraton Hotel in Washington, eintraf, erwartete ich kaum mehr als etwas Nahrung für meine akademische Neugier, die mir Vorträge von anerkannten Forschern wie John Mack, Ruth Montgomery, Richard Boyland, R. Leo Sprinkle, Charles Tart und J. J. Hurtak sowie dem bekannten Zukunftsforscher John Peterson (um nur einige Namen der zahlreichen Vortragenden zu nennen) mit Sicherheit bieten würden. Ich erhoffte mir, dass ich von diesen Experten mehr über die Phänomene lernen würde, die als Eindringen anderer galaktischer Kulturen in die Sphäre der Erde gehandelt wurden, und dabei auch etwas über den interkulturellen Kontakt zwischen »ihnen« und »uns« zu erfahren.

Meine Neugier bezüglich dieses Themas war geprägt von meiner Lektüre über das unbekannte Flugobjekt, das 1947 in Arizona abgestürzt sein sollte. In den ersten paar Tagen nach dem Ereignis schafften es die Originalinformationen über diesen UFO-Absturz, bei dem die Trümmer weiträumig über der Absturzstelle verteilt wurden, in die Nachrichten. Aber schon wenige Tage später – die Absturzstelle und die Trümmer waren nun in Händen des US-Militärs – wurde die ursprüngliche Berichterstattung bestritten. Besonders interessant war an den ersten Berichten, dass an Bord des Fahrzeugs »Wesen« gefunden worden sein sollten. Je mehr Zeit verstrich, desto größer wurde das Geheimnis darum, was mit diesen Wesen und den Trümmern geschehen war. Hatte es interkulturellen Kontakt gegeben? Diese Frage, auf die es bis heute keine klare Antwort gibt, beschäftigt die Öffentlichkeit noch immer. Die ursprüngliche Berichterstattung legte nahe, dass es tatsächlich Kontakt zwischen Außerirdischen und Erdbewohnern gegeben haben könnte. Also wollte ich mehr darüber erfahren, was moderne Wissenschaftler zu dieser Möglichkeit zu sagen hatten.

Die Vortragenden der Konferenz waren ausgewählt worden, weil sie Experten für menschliche Reaktionen auf den Kontakt mit Außerirdischen waren. Einige von ihnen hatten Personen untersucht, die behaupteten, von UFOs entführt worden zu sein, und ich war neugierig, wie Menschen wohl mit solchen Begegnungen mit Außerirdischen zurechtkamen. Intuitiv hielt ich es für absolut möglich, dass die Erde von Wesen, die jenseits unseres Sonnensystems zu Hause waren, beobachtet und vielleicht sogar ausspioniert wird.

Ich ahnte ja nicht, dass der Besuch dieser Konferenz so viel mehr leisten würde, als nur mein Wissen über den kulturellen Kontakt zwischen den Spezies zu erweitern: Er sollte meinen akademischen Fokus von meinem Studium der Erde – ich bin Geografin – auf das Studium der Planeten in unserem Sonnensystem und der dahinterliegenden Galaxis verlagern. Besonders bemerkenswert aber war, dass die Vorträge auf dieser Konferenz mein Interesse an einer ganz neuen Art von Beweismaterial weckten, als ich es im Verlauf meiner akademischen Laufbahn kennengelernt hatte.

Der offizielle Zweck der Konferenz bestand darin, die Entwicklung eines Regierungsprogramms zur Offenlegung von Informationen über die extraterrestrischen Phänomene und unbekannten Flugobjekte anzukurbeln, die bereits in vollem Gange war. Die Möglichkeit eines Kontakts zu Außerirdischen schien zu steigen, besonders seit der Detonation der Atombomben, die eingesetzt worden waren, um den Pazifikkrieg zu beenden. Die Organisatoren der Konferenz waren sicher, dass es in Zukunft zu häufigerem Kontakt mit galaktischen Zivilisationen kommen würde, und nun wollten sie Expertenmeinungen darüber einholen, um die Auswirkungen solcher Begegnungen zu verstehen und Beweismaterial unter die Lupe zu nehmen, das ein Gegengewicht zur Geheimhaltungspolitik der Regierung bilden konnte.

Die Konferenz sollte den Abschluss eines Prozesses bilden, der seit über zwei Jahren im Weißen Haus ablief – ein wohlüberlegter Schritt seitens der Organisatoren, um die US-Regierung dazu zu bewegen, ihre gesammelten Beweise für Kontakte mit Außerirdischen offenzulegen. Sitchins Beitrag zu diesen Diskussionen im Rahmen der Konferenz unterlegte die neuzeitlichen Beweise für Kontakte mit Zivilisationen aus dem Weltall mit historischen Informationen. Die Frage, die die Teilnehmer der Konferenz beschäftigte, lautete: »Haben tatsächlich Kontakte zu Außerirdischen stattgefunden?« Sitchins Antwort lautete: »Aber sicher haben sie das. Sie haben in der Vergangenheit stattgefunden und werden wieder stattfinden.«

Als Zecharia Sitchin dort seinen ersten Vortrag hielt, hatte ich noch nie von ihm gehört. Er stand als fünfzehnter Redner auf dem Programm, und sein Vortrag trug den Titel »The Past Holds the Key to the Future« (»Der Schlüssel zur Zukunft liegt in der Vergangenheit«). Außerdem sollte er später noch einmal im Rahmen eines Drei-Personen-Panels zu dem Thema auftreten, welche Auswirkungen Begegnungen mit galaktischen Kulturen zukünftig haben würden. Beide Male betonte er, dass es bereits zu solchen Begegnungen gekommen sei. Er verdeutlichte, dass die Unterlagen aus der Vergangenheit schier überquellen würden vor Informationen über und Hinweisen auf solche Kontakte und spornte das Publikum an, die Vergangenheit zu studieren, um die Menschheit auf die Zukunft vorbereiten zu können. Seinen ersten Vortrag beendete Sitchin mit den Worten:

Die Erkenntnis, dass wir nicht allein sind – nicht einmal in unserem Sonnensystem – und dass eine erneute Begegnung mit einer anderen, fortschrittlicheren Zivilisation bevorsteht, sollte auf der Tagesordnung der Menschheit ganz weit oben stehen. Eine Konferenz wie diese hier ist schon mal ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung … Um die Zukunft zu kennen, müssen wir die Vergangenheit studieren.*

Diese letzte Aussage entpuppte sich als feste Überzeugung Sitchins, die er bei seinen Vorträgen, aber auch in seinen Schriften unermüdlich zum Ausdruck brachte. Er glaubte unerschütterlich daran, dass die Vergangenheit prägt, was in Zukunft geschehen wird. Und er pflegte einen unprätentiösen, hochinformativen und fesselnden Stil.

Als sich das Panel auf dem Podium versammelte und Sitchin das Wort erteilt wurde, sprach er erneut in aller Klarheit und richtete seine Aufmerksamkeit dabei zunächst auf etwas, was er offensichtlich für einen Fehler in der Benennung der Konferenz hielt: »Wenn sich kosmische Kulturen begegnen«. Um historisch korrekt zu sein, wandte er ein, müsse der Titel in der Vergangenheitsform formuliert werden. Es war bereits zu kosmischen Kontakten gekommen, und Sitchins Überzeugung, dass dies der Fall war, beruhte auf seinen Forschungsergebnissen. Er erklärte, dass der Kontakt von »anderen Terrestrischen« (»other terrestrials« oder »OTs«) mit der Erde bereits vor unzähligen Jahren stattgefunden habe.* Die ersten Forschungsreisenden aus dem All sollen vor 445.000 Jahren auf die Erde gekommen sein. Sitchins Worte wurden von den Konferenzorganisatoren festgehalten, die alle Vorträge transkribierten und publizierten und den Teilnehmern anschließend zuschickten:

Vor etwa 445.000 Jahren kamen Wesen von einem anderen Planeten auf die Erde. Die Sumerer bezeichneten sie als Anunnaki, was wörtlich übersetzt so viel bedeutet wie »jene, die aus dem Himmel auf die Erde kamen«. Sie sagten, dass sie ursprünglich aus eigennützigen Zwecken eintrafen. Sie suchten Gold, das sie dringend benötigten, aber nicht für Schmuck, nicht für Münzen oder Medaillons, sondern für das Überleben ihres Planeten, dessen Atmosphäre oder Wärmeschild sich auflöste. Sie konnten ihren Planeten nur schützen, indem sie einen Schild aus Goldpartikeln erzeugten, der verhinderte, dass Wärme und Atmosphäre entwichen. Ursprünglich landeten sie als fünfzigköpfige Gruppe im Persischen Golf und wateten an Land. Es gibt einen sehr langen [antiken] Text, der das [Ereignis] im Detail beschreibt.

Übrigens habe ich keinen der Texte, die ich in diesen wenigen Minuten hier erwähne, und keinen der Hunderte von Texten, die sich in meinen Büchern finden, selbst entdeckt. Ich behaupte nirgendwo, dass ich eine der antiken Stätten wie Mesopotamien besucht, mit einem Stock im Boden herumgestochert und gesagt hätte: »Ich habe eine Tafel gefunden und sehe mir mal an, was darauf steht – kein Mensch wusste davon, aber jetzt habe ich es entdeckt.« Alle Texte und Abbildungen wurden von anderen entdeckt. Sie sind in bekannten, renommierten Museen ausgestellt. Der Text und die Bilder [die den Text stützen] wurden von anderen veröffentlicht, wiederveröffentlicht, übersetzt und transkribiert. Durch meine detaillierten Kenntnisse des Sumerischen, Akkadischen, Althebräischen und anderer Sprachen konnte ich sie aber selbst lesen und mir ein eigenes Urteil über ihren Inhalt bilden. Sie sind sehr genau. Der einzige Unterschied zwischen mir und all den Wissenschaftlern, die sonst von den Tafeln wussten, besteht darin, dass die Texte auf den Tafeln [von traditionellen Wissenschaftlern] als Mythen bezeichnet werden.*

Und dann enthüllte er uns, wie er die wahre Bedeutung der antiken Schriften entschlüsselt hatte: Er war an die Tafeln herangegangen, als seien sie keine Mythen, sondern historische Berichte. Bei seinen Forschungen ließ er sich von folgenden Fragen leiten: »Was, wenn all die Informationen auf diesen uralten Tafeln wahr sind, wenn auch all diese Geschichten keine Mythen, sondern wahre Begebenheiten sind? Was, wenn all das, worüber auf den Tafeln berichtet wird, wirklich geschehen ist?«

Rückblickend waren Zecharia Sitchins Vorträge für mich die Höhepunkte der gesamten Konferenz. Er betonte, dass seine Thesen auf dokumentierbaren Beweisen beruhten, die umfassend belegten, dass es zuvor zu Kontakten gekommen war. Es würde ein Planet existieren, der etwa alle 3.600 Jahre in unser Sonnensystem eintritt und seine Bewohner in Reichweite des Planeten Erde bringt. Diese Raumfahrer, die sich selbst als »Nefilim« (die Angehörigen des Königshauses ihrer Gesellschaft) und als »Anunnaki« (das einfache Volk) bezeichneten, gelangten dann auf der Suche nach Gold auf die Erde – die Mission, wegen der sie ursprünglich auf der Erde siedelten. Sie brauchten das Gold, um die Erosion der Atmosphäre auf ihrem Heimatplaneten zu verhindern.

Kurz vor der Konferenz hatte ich Irland und Großbritannien bereist, um meinem bereits lange vorhandenen Interesse an der Frage nachzugehen, wer die geheimnisvollen Megalithen-Konstrukte wie Dolmen und Steinkreise errichtet hatte und wieso sie eigentlich vor Tausenden von Jahren genau an diesen Stellen gebaut worden waren. Schon bevor ich von Sitchins Erkenntnissen erfuhr, war ich überzeugt, dass die gemeinhin verbreiteten Erklärungen über den Zweck dieser Bauwerke unvollständig waren.

Ich hatte die Legende über die »Schlacht von Mag Tuired« studiert, die von den Túatha Dé Danann handelt, dem »Volk der Danu« aus dem alten Irland. Dieses Volk soll aus den nördlichen Gebirgen der Welt stammen und über hochentwickelte »magische« Fähigkeiten und »magisches« Wissen verfügt haben. Die Túatha Dé Danann kamen in den Süden, landeten, verbrannten ihre Schiffe, um jeden Gedanken an Flucht zu unterbinden, und wurden von den indigenen Stämmen als »Invasoren« betrachtet. Es kam zu drei Kriegen zwischen den Túatha Dé Danann und den indigenen Stämmen, den Fir Bolg und Fomoir. Diese hatten unterschiedliche Auffassungen über die Neuankömmlinge. Sie betrachteten sie nicht als Götter. Die »Magie« der Túatha Dé Danann könnte in den Fähigkeiten und dem Wissen der Raumfahrer bestanden haben, von denen Sitchin sprach.


Abb. 2. Der Pentre-Ifan-Dolmen in Wales. Der Deckstein wird links von zwei aufragenden Tragsteinen gestützt und rechts von einem schmaleren.

Als ich Sitchin fragte, ob es sich bei diesen »Invasoren« um Anunnaki gehandelt habe, wich er einer Antwort aus und wollte wissen, ob ich seine Bücher kenne. Offenbar gab es in seinen Arbeiten noch mehr für mich zu lernen, das mir helfen würde, mir die Frage selbst zu beantworten. Ich fuhr nach Hause und las in den folgenden Monaten alle sechs Bücher von Sitchin, die damals vorlagen.

Im Sommer nach meiner ersten Begegnung mit Sitchin reiste ich wieder nach Großbritannien und Irland. Diesmal führte mein Weg mich zur bekanntesten Megalithstätte Britanniens – nach Stonehenge.

Ich war beeindruckt von der Größe der Steine, aus denen die Megalith-Monumente bestanden, und konnte kaum glauben, wie weit die Steinbrüche, aus denen einige der Steine stammten, von den fertigen Monumenten entfernt waren. Ich besuchte und untersuchte außerdem die Megalithen, aus denen der Steinkreis von Avebury (2600 vor Christus) und die Dolmen in Irland errichtet worden waren. Sie legten nahe, dass die Menschen von damals an andere Dinge glaubten, als wir es heute tun. Wer waren die Leute, die diese Steinkonstruktionen errichteten? Und warum errichteten sie sie genau dort, wo wir sie heute finden?* Zecharia Sitchin eröffnete mir eine ganz neue Perspektive auf diese Themen. Als ich England, Irland und ihre Monumente verließ, tat ich es mit einer völlig neuen Sicht der Dinge und vollkommen anderen Fragen, denen ich nachgehen wollte. Ich begriff, dass in meinem Kopf eine neue Hypothese heranreifte. War es möglich, dass die Raumfahrer, von denen Sitchin schrieb, viele – wenn nicht alle – der gewaltigen Megalith-Monumente errichtet hatten, die die Landschaft in Großbritannien und Irland so sehr prägten?

Abb. 3. Stonehenge auf der Salisbury Plain in Wiltshire, Südengland, angeblich vor über 4.000 Jahren errichtet.


Abb. 4. Eine Erdchroniken-Expeditionsgruppe in Stonehenge. Foto mit freundlicher Genehmigung von Zecharia Sitchin aus »Journeys to the Mythical Past«.

Nachdem ich mit den Informationen in Sitchins Büchern in Berührung gekommen war, beschloss ich, mich einer von Sitchin organisierten Tour anzuschließen, um die antiken Stätten am Mittelmeer zu erforschen, wo noch immer mögliche Hinweise auf die Anwesenheit der Anunnaki zu finden waren. Was er den Reisegruppen dort zeigte, war nicht nur interessant, sondern wies auch darauf hin, dass sich die Errichtung mancher der Monolithenstrukturen den menschlichen Fähigkeiten entzogen haben könnte.

Ein wichtiger Aspekt meiner Teilnahme an dieser Sitchin-Tour war für mich aber auch die Möglichkeit, mehr über die anderen Teilnehmer zu erfahren, die Sitchin als »Fans« bezeichnete und die ich im Verlauf dieser Reisen interviewen konnte. Ich wollte wissen, wer diese Menschen waren und wie es dazu gekommen war, dass sie Sitchins Entdeckungen akzeptierten.**

Abb. 5. Drei Ansichten aus dem magischen Steinkreis von Avebury in Südengland. Die Autorin steht neben einem Stein und sitzt im »Devil’s Chair«, dem »Stuhl des Teufels«.

Ich stellte fest, dass es sich um neugierige Personen mit den verschiedensten Hintergründen handelte – von Ingenieuren über Anwälte bis hin zu Geschäftsleuten aller Art und Wissenschaftlern, Piloten sowie Mitarbeitern von Fluggesellschaften, Computerexperten, auch ehemaligen Reiseveranstaltern und jeder Menge Technikern, die Sitchins Bücher gelesen hatten und jetzt mehr über ihn und seine Forschungen erfahren wollten. Sie alle waren nachdenklich, intelligent und wissbegierig und wussten genau, wie man die Spreu vom Weizen trennt.

Man kann also sagen, dass es sich um Personen mit einem scharfen Intellekt handelte, die sich nicht leicht aufs Glatteis führen lassen – unabhängige Denker, die die Qualität von Informationen einzuschätzen wussten. Sie schienen Sitchins Arbeit Wert beizumessen, was meiner damals noch akademisch begründeten Skepsis ein wenig von ihrer Schärfe nahm.

Zusammengefasst handelte es sich bei Sitchins Fans also um neugierige Persönlichkeiten, die seine durch Forschung unterlegten Informationen akzeptierten und sie für ausreichend dokumentiert und begründet hielten. Sie blieben seiner Arbeit und der Auffassung, dass diese Gültigkeit besitze, auch treu, als es zu einer Welle negativer Reaktionen seitens eines Teils des intellektuellen Establishments kam.

Diese ablehnende Haltung äußerte sich vor allem im Internet, und zwar nicht nur als Kritik an Sitchins Entdeckungen, sondern auch in Form von Angriffen auf die Logik, die seinen Interpretationen zugrunde lag. Teilweise gingen seine Kritiker so weit zu bestreiten, dass seine Forschungsergebnisse eine akademische Grundlage hätten, da er weder einen Doktortitel trug noch eine Stelle an einer Universität innehatte.*


Abb. 6. Zecharia Sitchin und seine geliebte Frau Rena auf einer der Sitchin-Touren.


Abb. 7. Sitchin beantwortet Fragen der Autorin und einer Mitreisenden.


Abb. 8. Sitchin mit einer Gruppe von Fans bei der Feldforschung.

Diese Form der Kritik deutete – ohne ihn direkt zu beschuldigen – an, dass er als Nichtakademiker, auch wenn er immerhin ein bewanderter Laie war, nicht qualifiziert sei, Forschungsergebnisse im Bereich der Naturwissenschaften und der Archäologie zu publizieren. Teils wurden seine Erkenntnisse als »pseudowissenschaftlich« bezeichnet.

Offensichtlich war hier das akademische Elitedenken am Werk, das behauptete, nur Forscher mit einer umfassenden akademischen Ausbildung könnten mit komplexem Material arbeiten und auf niveauvolle und akademisch stichhaltige Weise argumentieren – also eine auserlesene akademische Elite.

Die Kritik an Sitchins Arbeit bewegte mich dazu, mehr darüber herauszufinden, wie neue Erklärungsmodelle eigentlich Eintritt in die Welt der Wissenschaft finden und wie es den Forschern ergeht, die mutig genug sind, Informationen zu sammeln, die sich nicht auf bereits vorhandene Literatur stützen.

Als regelmäßige Leserin akademischer Literatur konnte ich keinen qualitativen Unterschied ausmachen zwischen Sitchins Arbeiten und den Hunderten an Bänden von wissenschaftlichem Material aus den Bereichen der theoretischen und angewandten Wissenschaft, die ich im Rahmen meines Studiums und meiner akademischen Lehrtätigkeit durchgearbeitet hatte.

Mir wurde klar, dass Sitchins Arbeit das Potenzial hatte, das existierende Paradigma über die Siedlungsgeschichte auf der Erde und die Geschichte der Spezies Mensch durch ein neues abzulösen. Informationen, die unser Denken über Kausalzusammenhänge und Erklärungen stark erweitern, sind in der Wissenschaftsgeschichte nichts Neues – Beispiele für neue Denkansätze sind hingegen rar. Im Forschungsbereich der Wissenschaftsgeschichte werden neue Erklärungsmodelle und Perspektiven als neues Paradigma bezeichnet. Durch neue Erklärungsmodelle kann sich die Bedeutung vieler umfassend untersuchter Phänomene verändern. Manche Konzepte werden sogar völlig hinfällig und geben den Weg frei für ganz neue Forschungsgegenstände.


Abb. 9. Zecharia Sitchin in Hagar Qim, einem bedeutenden Tempel auf Malta.

Aber ein Wissenschaftler, der sich auf die Suche nach neuen Erklärungsmodellen macht, hat einen steinigen Weg vor sich.* In den seltenen Augenblicken, in denen sich neue Erklärungen ihren Weg bahnen und stark genug sind, um das alte Paradigma zu verdrängen, muss das neue Paradigma die Kriterien erfüllen, die Wissenschaftshistoriker für die Bewertung neuer Denkansätze aufgestellt haben.

Einer der wichtigsten Aspekte dieses seltenen Prozesses besteht darin, dass die bereits existierenden Experten durch die neu aufgetauchten Informationen ihre ausgereiften Erklärungsmodelle infrage stellen müssten. Das führt natürlich zu beträchtlichem Widerstand seitens der »alten Schule«, die das alte Erklärungsmodell zutiefst verinnerlicht hat. »Experten« sind mit dem vertrauten Status quo eng verbunden und häufig engstirnig, was Erklärungsmodelle betrifft, die nicht über die Kanäle traditioneller akademischer Forschung und durch anerkannte Forscher aus der akademischen Welt gewonnen werden.**

Als der Wissenschaftshistoriker Thomas S. Kuhn beispielhaft einige Ansätze untersuchte, die das herrschende Paradigma verschieben konnten, fand er heraus, dass völlig neue Erklärungsmodelle stets gegen starken Widerstand zu kämpfen haben. Allerdings ziehen sie meist eine kleine Menge an gutausgebildeten, scharfsinnigen jungen Denkern an, die das neue Modell fast schon intuitiv akzeptieren – möglicherweise deshalb, weil sie noch aufgeschlossen sind und sich ihre individuelle Weltsicht gerade herausbildet. Die meisten von ihnen haben gelernt, Erklärungsmodelle aufgrund der Datenqualität und der Logik, auf der die Validität der Daten beruht, zu beurteilen. Es stellte sich außerdem heraus, dass Erklärungsmodelle, die ein altes Paradigma verdrängen können, langsam eine breitere Akzeptanz finden, indem sie an Bekanntheit gewinnen und gründlicher untersucht werden. Weiterhin charakteristisch für neue Erklärungsmodelle: Die alte Schule, die die strengste Kritik und Ablehnung geäußert hat, stirbt schließlich aus und macht Platz für eine neue Generation von Denkern, die nicht fest in alten Strukturen verwurzelt sind, welche sie davon abhalten würden, neue, gutbegründete Erklärungen zu akzeptieren.*

Und Sitchin erschüttert ganz wesentlich die Strukturen alter Denkweisen. Eine seiner provokativsten Thesen bezieht sich darauf, wie die moderne Spezies Mensch entstand. Sie beruht auf einer genauen Studie der Tontafeln. Kurz zusammengefasst lautet sie: Um die Mission zu erfüllen, Gold zu beschaffen, schufteten die Anunnaki tief in den dunklen, schmutzigen Minen im Süden Afrikas. Die Arbeiter fanden ihre Aufgabe immer unerträglicher, bis es zur Rebellion kam und sie meuterten. Dadurch wurde die Goldversorgung ihres Heimatplaneten unterbrochen. Doch Enki, leitender Wissenschaftler, Anführer der Erdmission und als Erster auf der Erde gelandet, schlug eine einfallsreiche Lösung für den Mangel an Arbeitskräften vor, die Sitchin wie folgt schildert:

Dann stellte der leitende Wissenschaftler der Nefilim eine Lösung vor. Er sagte: »Wir können einen primitiven Arbeiter erschaffen, einen lulu amelu, jemanden, der die Arbeit für uns macht.« Als [der Führungsrat der Anunnaki] ihn fragte: »Wie willst du so etwas denn erschaffen?«, antwortete der Anführer Enki – und das ist ein Zitat aus dem [sumerischen] Text: »Dieses Wesen existiert bereits. Wir müssen ihm nur noch unseren Stempel aufdrücken.« Im Folgenden beschreibt der Text detailliert einen Prozess, der sein modernes Gegenstück in der Anzucht von Retortenbabys findet. Sie mischten die Gene eines ihrer männlichen jungen Nachkommen mit dem Ei einer Äffin … und nach der Befruchtung setzten sie die Eier einigen ihrer Frauen in die Gebärmutter ein.

Nun gibt es Biologen und andere Experten für Befruchtungsfragen, die mir erklärt haben, dieses kleine Detail [funktioniert]. Die Tatsache, dass es sich dabei um ein Zitat aus den [alten] Texten handelt, wonach die befruchteten Eier von Äffinnen in die Gebärmütter der weiblichen [Anunnaki] eingepflanzt wurden, die auf der Erde eintrafen – sagen wir also, den Astronautinnen –, ist von großer Bedeutung für die Beschaffenheit des Wesens, das dabei letztlich entstand. Das ist sehr wichtig. Und wir, als Homo sapiens, nicht als die Menschenaffen, die sich durch die Evolution entwickelt haben, tauchten [als neue Spezies] erst vor etwa 300.000 Jahren auf, und zwar durch die Bemühungen von jemandem, der der Evolution mit Hilfe von Gentechnologie auf die Sprünge half.*

Dies war Sitchins Kurzzusammenfassung der Ergebnisse seiner intensiven Studien und über dreißigjährigen Forschungsarbeit an den Texten der antiken Tontafeln. Durch seine Forschung entstand ein gewaltiger Wissensbereich, der bislang durch keine anderen Quellen erklärt werden konnte, den Sitchin aber mittels der modernen Sichtweise des Raumfahrtzeitalters aus den alten Texten extrahiert hatte. Sitchin hielt sich in seiner gesamten Interpretationsarbeit eng an die faktischen Aufzeichnungen der Tafeln. Er drängte auch darauf, alte Funde öffentlich zu machen, und sagte dazu: »Je mehr wir wissen und je mehr wir darüber sprechen, desto besser sind wir auf die nächste Begegnung vorbereitet und können dann hoffentlich für ein positives Ergebnis sorgen.«1

Abb. 10. Plastik einer Gebärmutter der Anunnaki – dazu auserwählt, die menschliche Bevölkerung zu vergrößern.

Wenn ich heute zurückdenke an die beinahe zwanzig Jahre, in denen Sitchins Arbeit mein Denken und meine Forschung geprägt hat, bin ich dankbar für den Einfluss, den er auf mein Leben hatte. Ich konnte mit ihm und seinen Gruppen zu den von den »anderen Terrestrischen« errichteten Megalith-Strukturen reisen, die sich an vielen Orten rund um das Mittelmeer finden und als zusätzliche Belege für seine Thesen dienen.* Ich konnte außerdem zahlreiche antike Stätten und Museumssammlungen besuchen, die ich auf mich allein gestellt wohl niemals gefunden hätte. Dabei begegnete ich Menschen, die es ebenso aufregend fanden wie ich, Neues zu lernen, und freundete mich mit einer Gruppe von in der ganzen Welt verstreuten Sitchin-Fans an, die eine große Bereicherung für mein Leben sind.

Ich hatte das Glück, in seinen letzten Jahren häufig persönlich mit Sitchin diskutieren zu können, und darf ihn heute als hoch geschätzten Lehrer, Kollegen und Freund bezeichnen.** Mein erstes Buch über ihn erschien Anfang 2011, nicht einmal ein Jahr nach seinem Tod.* Leider verstarb Sitchin gerade, als ich die letzten Kapitel des Buches schrieb, aber ich hatte noch Gelegenheit, bei einem Mittagessen im Juni 2010, kurz vor seinem neunzigsten Geburtstag, mit ihm über die wichtigsten Punkte zu sprechen.

Das hier vorliegende Buch, an dem ich seitdem arbeitete, befasst sich mit den Kernaspekten der vierzehn Bücher, die Sitchin während seiner von 1976 bis 2010 währenden Schriftstellerkarriere veröffentlichte. Es handelt sich dabei um sieben zentrale Themen, die ich mit Zitaten aus Sitchins Werken und Hinweisen auf Volltexte belege. Mein Ziel besteht nicht nur darin, Sitchins Ansatz vorzustellen, sondern auch, ihn in Hinblick auf die heutigen Trends und ihre Bedeutung für die Zukunft der Erde zu interpretieren. Zahlreiche weitere Erkenntnisse, die aus seiner Arbeit hervorgingen, musste ich dabei außer Acht lassen. Wissbegierigen Leserinnen und Lesern möchte ich daher die Lektüre von Sitchins Büchern sehr empfehlen, denn sie bieten eine Fülle zusätzlicher Einsichten.

Heute liegen seine Bücher der Welt als bleibende Beweise vor, dass fast ein ganzes Jahrhundert lang ein Genie unter uns lebte. Ich vertraue darauf, dass das vorliegende Buch, in dem ich Sitchins Erkenntnisse beleuchte, erkläre und für unsere Zeit neu vorlege, einen Eindruck von dem Menschen und seinen großen Leistungen vermittelt.

Ich möchte meinen Lesern verdeutlichen, dass Zecharia Sitchin der modernen Welt ein Geschenk jener Götter brachte, die den Weltraum befahren. Wenn die 3.600 Jahre währende Umlaufdauer ihres Planeten sie wieder zu uns zurückführt, werden wir dazu in der Lage sein zu verstehen, wer diese ersten Siedler auf der Erde sind und in welcher Beziehung wir zu ihnen stehen.

*Human Potential Foundation, When Cosmic Cultures Meet, p. 164.

*Das ist ein Begriff, den ich geprägt habe, weil Sitchin den Planeten, der Raumfahrer zur Erde geschickt hatte, als »terrestrischen« Planeten bezeichnete.

*Das setzt natürlich voraus, dass es sich bei Mythen tatsächlich um frei erfundene Geschichten handelt, um reine Fantasie.

*Natürlich sehen die Landschaften heute ganz anders aus als in alten Zeiten, aber die Entfernungen zu Wasserläufen und Ozeanen sowie Bergen dürften sich im Wesentlichen kaum verändert haben.

**Sitchin bezeichnete alle, die seine Arbeit akzeptierten, als seine »Fans«.

*An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass Sitchin aus einer Akademikerfamilie stammte und ein Studium an der renommierten London School of Economics absolviert hatte, durch das er sich ein beträchtliches Wissen über die akademische Vorgehensweise aneignen konnte.

*Die zentrale Arbeit über Paradigmen und ihre Bedeutung für die Wissenschaft ist Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen (1970) von Thomas S. Kuhn. Ebenfalls hervorzuheben sind die Arbeiten von Immanuel Velikovsky (Welten im Zusammenstoß und Erde im Aufruhr) sowie die Arbeiten der australischen Forscherin Dr. Barbara Thiering. Die beiden letztgenannten Autoren wurden für ihre Veröffentlichungen stark kritisiert.

**Viele Jahre nach meiner ersten Begegnung mit Sitchin und meinen ersten Studien seiner Arbeit veröffentlichte ich das Buch The Legacy of Zecharia Sitchin (Book Tree, 2011). In diesem Buch beschreibe ich die Zutaten, die für das Aufkommen eines neuen Paradigmas vorhanden sein müssen. Ein nennenswerter Fall, der diese letzte Aussage unterstützt, stammt von dem verstorbenen Astrophysiker und Sachbuchautor Carl Sagan, der sagte, wenn ein neuer Planet entdeckte würde, der in unser Sonnensystem kommt, dann wäre er derjenige, der ihn entdecken und die Neuigkeit verkünden würde.

*Der Prozess, in dem neue Erklärungsformen, die das alte Paradigma verdrängen, legitimiert werden, wird in The Legacy of Zecharia Sitchin genauer erklärt. Das Buch beschäftigt sich mit Sitchins wissenschaftlicher Arbeit und untersucht die wesentlichen Beiträge, mit denen seine Forschung Neuland betreten hat.

*Das hier zitierte Material stammt aus When Cosmic Cultures Meet, pgs. 163-167, Human Potential Foundation. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass es sich bei der weiblichen Anunnaki, die hier eingesetzt wurde, um ein dickbäuchiges Exemplar namens »Gebärmutter« handelte (siehe Abb. 10).

*Zu diesen Orten zählen die gewaltigen Trilithen von Baalbek, die den Landeplatz für die Anunnaki-Fluggeräte verstärkten, sowie die ähnlich riesigen Steinblöcke unter dem alten Kontrollzentrum in Jerusalem.

**Mehr über die persönliche Beziehung einiger Menschen, die besonders stolz darauf waren, dass Zecharia Sitchin sie zu seinen Freunden zählte, erfahren Sie im Nachwort zu meinem Buch The Legacy of Zecharia Sitchin (2011).

*Sitchin verließ diese Welt im Oktober 2010.


Einführung
Sitchins Paradigma des Raumzeitalters

Wenn eine Erklärung für etwas gegeben wird und die ganze Welt daran glaubt, könnte es dennoch irgendwo da draußen eine Person geben, die sie nicht ganz akzeptieren kann, die instinktiv sagt: »Ich bin mir nicht sicher, dass diese Erklärung ausreicht. Vielleicht ist da noch etwas, das darüber hinausgeht.«

Pierre Curie in dem Film Madame Curie (Regie: William Wyler)

Zecharia Sitchin war ein hochintelligenter Mensch des zwanzigsten Jahrhunderts, der sich selbst vermutlich während des größten Teils seines Lebens nicht als jemanden sah, der das weithin akzeptierte Bild der Erdgeschichte ins Wanken bringen und, noch außergewöhnlicher, ein neues Licht auf den Ursprung der Menschheit werfen würde. Doch genau das hat er getan.

Wenn es ein zentrales Motiv für Sitchins enorm engagierte Forschungsarbeit gab, dann war das zweifellos – neben seiner Überzeugung, dass es wichtig sei, antike Zeugnisse in unsere moderne Denkweise zu integrieren – der Glaube, dass »die antiken geschichtlichen Ereignisse in der Zukunft ernstzunehmende Konsequenzen für die Bewohner der Erde haben werden«.2 Sitchin glaubte fest daran, dass die Geschichte die Zukunft voraussagt. Vor allem aber war er überzeugt, dass Wissen über unsere lange zurückliegende Vergangenheit für die Menschheit von großem Nutzen sein würde.

Zecharia Sitchins Lebenswerk war so komponiert, dass es zur Sinfonie antiker Informationen beitrug, die von ihrer Ruhestätte in den Wüsten-Tells* des Nahen Ostens ihren Weg in unsere heutige Zeit fanden. Sitchin mit seiner großen, angeborenen Neugierde suchte nach Antworten auf die schwierigen Fragen, die sich aus seinen Forschungen und dem Studium von Fachliteratur über die frühen Hochkulturen ergaben. Als er zum Beispiel seiner auf linguistischen Erkenntnissen beruhenden Überzeugung nachging, hinter der in der Religionswissenschaft gängigen Interpretation, was es mit den so genannten Nefilim auf sich habe, müsse noch mehr stecken, stellte sich heraus, dass die korrekte Übersetzung ihres Namens »jene, die herabkamen« lauten musste (siehe Prolog). Diese korrigierte Übersetzung war der Schlüssel zu etwas sehr Wichtigem. Die Antworten, die er fand, offenbarten die wahre Geschichte des Planeten Erde: Wer herabkam, wie sie hierher kamen, was sie hier taten und was ihre einstige Anwesenheit für uns – die heutigen Erdenbewohner – bedeutet.

Neugierde und eine starke Motivation, Antworten zu finden, beides geweckt durch die in den Tells (und anderswo) entdeckten Schrifttafeln, veranlassten Sitchin, im Detail Hunderte von Forschungsergebnissen akademischer Gelehrter, früher Historiker und sumerischer Gelehrter zu studieren. Nach dem Studium der existierenden Quellen brachte sich Sitchin, um die Originalinformationen selbst interpretieren zu können, die sumerische Keilschrift und die aus ihr entstandenen Sprachen bei, nämlich Akkadisch, Babylonisch und Althebräisch. Sein Studium der sumerischen Keilschrift betrieb er lange, nachdem diese Sprache entziffert, transkribiert und übersetzt worden war. Seine Forschungsanstrengungen führten ihn in die Museen und Universitätssammlungen, in denen die antiken Tontafeln untersucht oder gelagert wurden, und er reiste in zahlreiche Länder des Nahen Ostens, um die antiken Siedlungsstätten selbst zu erkunden.

Als Sitchin lernte, die uralten Texte zu entziffern, verfasst in einer Sprache, die Symbole statt Buchstaben verwendete, stieß er zu seinem Erstaunen auf Worte und Formulierungen, die auf moderne Konzepte des Raumzeitalters hindeuteten. Daraufhin begann er, die traditionellen Erklärungen hinter sich zu lassen – aus der Reihe zu tanzen –, weil, nach Sitchins Auffassung, keine der von traditionellen Gelehrten vorgebrachten Interpretationen zu den tatsächlichen Bedeutungen der alten Texte passte. An Sitchins eigenen Worten lässt sich erkennen, vor welcher Art Problem viele Gelehrte beim Studium der Tontafeln standen. Nachfolgend erläutert er selbst ihre Reaktionen auf einige Konsequenzen dessen, was sie in den Texten aus dem Altertum fanden:

Die Entdeckung und das Verstehen der uralten Zivilisationen war ein Prozess fortwährenden Staunens und schier unglaublicher Entdeckungen. Die alten Bauten – Pyramiden, Zikkurate (Stufentürme), große Plattformen, Säulenruinen, Steinschnitzereien – wären Rätsel geblieben, ihr Alter ungewiss, ihre Schöpfer unbekannt, ihr Zweck unklar, wenn es das geschriebene Wort nicht gegeben hätte.

Was wir wissen, das verdanken wir den alten Schriftgelehrten und Schreibern – die Monumente, Grundsteine, Geräte, Gebrauchsgegenstände und Waffen aus verschiedenen Materialien als Untergrund für ihre Inschriften nutzten. Überdies gab es da die Tontafeln, manche so klein wie eine Handfläche, in die der Schreiber mit einem Stichel die Symbole einritzte, die Silben, Wörter und Sätze bildeten. Die feuchten Tontafeln ließ man trocknen (oder man brannte sie), so dass Berichte geschaffen wurden, die tausendjährige Erosion und menschliche Zerstörung überdauert haben.

In vielen Städten, in Handels- und Verwaltungszentren, in Tempeln und Palästen, überall im alten Nahen Osten gab es sowohl staatliche als auch private Archive, die voll von solchen Tafeln waren. Es gab auch Bibliotheken, wo die Tafeln zu Zehntausenden aufbewahrt wurden, dem Inhalt nach geordnet, nummeriert, betitelt und mit dem Namen des Schreibers versehen. Wenn sie von Historie, von Wissenschaft oder von den Göttern handelten, waren es immer Kopien früherer Tafeln, die in »alter Sprache« erzählten.

So sehr die Archäologen auch über die Großartigkeit von Assyrien und Babylonien staunten, noch mehr wunderte es sie, dass in den Inschriften die Rede von »alten Städten« war. Und was bedeutete der Titel »König von Sumer und Akkad«, was waren das für Reiche?3

Die Wissenschaft förderte Beweise dafür zutage, dass dreitausend Jahre vor unserer Zeitrechnung ein ausgesprochen fortschrittliches mesopotamisches Reich existiert hatte. Nur stellten die modernen Gelehrten nicht den Kontext zur Entwicklung ihrer eigenen Kultur her. Die Tafelaufzeichnungen enthielten Diskussionen über Literatur und Kunst, Wissenschaft und Politik, Handel und Kommunikation, alles Belege für eine hochentwickelte Zivilisation, die lange vor Babylonien und Assyrien existiert hatte. Aber das schien den Forschern unvorstellbar. Sitchin schreibt dazu: »[Die Gelehrten] vermochten es kaum zu glauben: Konnte es vor Sargon von Akkad, sogar vor 2500 vor Christus, befestigte Städte gegeben haben?«4 Sitchins Kenntnis einer enormen Menge von Tontafelinschriften ermöglichte ihm die Einsicht, dass die Antwort auf diese Frage tatsächlich »Ja« lautete.

Einige der Referenzen in diesen Artefakten aus dem Altertum weckten bei Sitchin ein starkes Gefühl der Vertrautheit. Wie konnte das sein? Diese Tafeln waren mindestens sechstausend Jahre alt. Sitchin behielt sein nagendes Gefühl bei seiner weiteren Forschung im Hinterkopf. Schließlich wurde ihm klar, warum dieses Material ihm teilweise so vertraut vorkam. Die uralten Aktivitäten, die dort beschrieben wurden, ähnelten modernen wissenschaftlichen Entdeckungen, die gerade erst begannen, das gesellschaftliche Bewusstsein zu durchdringen.

Sitchins Gefühl, Ähnlichkeiten entdeckt zu haben, veranlasste ihn dazu, seinen Referenzrahmen zu erweitern, und regte ihn wahrscheinlich zu seinem »Was wäre wenn«-Denken an. Die sumerischen Aufzeichnungen wiesen darauf hin, dass diese uralten Völker lange vor den Zivilisationen Akkads und Babylons über fortschrittliche Technologie verfügt hatten. Dass die Tafeln Gegenstände und Szenen aus der Raumfahrt darstellten, hatte den Gelehrten früherer Zeiten nicht auffallen können, und in den Jahren, in denen Sitchin die Forschungen durchführte, von denen er in seinen ersten Büchern berichtet, dürfte es auch die modernen Gelehrten noch kaum beeinflusst haben. Vor allem aber gingen die ersten Gelehrten, von denen die Keilschrift auf den Tafeln entziffert wurde, davon aus, dass sie es mit mythologischem Material zu tun hatten. Sitchin aber gelang es, die komplette Geschichte der Aktivitäten dieser antiken Völker entschlüsseln, weil er davon ausging, dass auf den Tafeln tatsächliche Ereignisse der Frühgeschichte dargestellt wurden.

Sitchin erstellte eine höchst glaubwürdige Faktensammlung, aufbauend auf der Beschreibung der ersten Phase der Erdbesiedlung, und mit diesen Informationen bereitete er die Bühne für sein gesamtes Werk. Anhand der Tafeln rekonstruiert er, dass es – laut den Sumerern – eine Zeit gab, in der auf der Erde noch keine menschliche Zivilisation, keine domestizierten Tiere und kultivierten Pflanzen existierten. In dieser grauen Vorzeit traf eine Gruppe von fünfzig Anunnaki auf der Erde ein. Ihr Anführer trug den Namen Enki. Sie reisten von ihrem Heimatplaneten Nibiru (»Planet der Durchquerung«) zur Erde und landeten nahe dem Persischen Golf auf dem Wasser. Ein unter Wissenschaftlern als »Mythos von Ea und der Erde« bekannter Text beschreibt, wie diese erste Gruppe ans Ufer watete, wo sich ein Sumpfland vor ihnen ausbreitete.

Ihre erste Aufgabe bestand darin, die Sümpfe trockenzulegen, Flussbetten freizuräumen und Nahrungsquellen zu finden – wie sich zeigte, in Form von Fisch und Geflügel. Sie stellten Lehmziegel her und bauten die allererste Siedlung auf der Erde. Sie nannten ihr neues Zuhause E.RI.DU, Eridu, was »In der Ferne erbautes Haus« bedeutet. In einigen der ältesten Sprachen ist dies der Ursprung des Namens »Erde«. Die Zeit: vor 445.000 Jahren.5

Auf den ersten Blick klingt das nach einer Fantasiegeschichte. Aber in Museen fand Sitchin Tausende von Tontafeln und Piktogrammen (verkehrt herum in das harte Material geschnitzte Bilder, die dann über feuchten Lehm gerollt wurden und den Text beglaubigten, dem man sie beigefügte). Diese Rollsiegel – so werden sie genannt – zeigen Bilder, die genutzt werden, um die sumerischen Tafeltexte zu deuten. Zusammengenommen veranlassten die Tafelmaterialien mit den Tontafel-Piktogrammen Sitchin dazu, einen anderen, sicherlich provokativen, aber zutreffenderen Erklärungsansatz für die ersten Siedlungen auf der Erde zu formulieren.

Jahrhunderte später wurden die Sumerer (die »Erschaffenen«) die Schreiber der fortschrittlichen Weltraumfahrer und zeichneten Informationen auf, die ihnen von den Nefilim (so nannten sich die Anführer der Raumreisenden) übermittelt wurden. Diese Berichte wurden von den Sumerern niedergeschrieben, indem sie Keilschriftsymbole in feuchten Ton ritzten. Jene, die sie ihnen diktierten, wurden als »die Götter der alten Zeit« bekannt. Letztlich kann man sagen, dass die Sumerer wie moderne Stenotypisten mitschrieben und die diktierten »Worte« zu einem finalen Transkript verarbeiten.

Nachfolgende Zivilisationen kopierten die originalen Informationen und übertrugen diese Geschichten, Gedichte und Berichte in ihre jeweilige Sprache.

Samuel Noah Kramer, ein früher Sumer-Forscher (er publizierte, bevor Sitchins Arbeiten entstanden), glaubte, die Tafelinformationen seien aus den Beiträgen der Sumerer selbst gewonnen worden. Diese Beiträge haben unter anderem zum Inhalt: die Entwicklung und Nutzung der Schrift sowie von Öfen zum Backen der Lehmziegel (zum Errichten von Gebäuden), die Perfektionierung der Kochkunst mit zahlreichen Pflanzenarten und Nutztieren und den vielen anderen neuen Elementen einer zivilisierten Gesellschaft – Schulen (in denen Sprachen, Schreiben und Naturwissenschaften unterrichtet wurden), Gesetze, eine gesetzgebende Versammlung mit zwei Kammern, das Studium der Kosmogonie und Kosmologie, literarische Debatten, Lehre und Praxis der Medizin sowie das Streben nach Weltfrieden und Harmonie.6

Sitchin aber begriff, dass es nicht die Sumerer gewesen waren, die all diese Merkmale einer Zivilisation entwickelt hatten, sondern die Nefilim hatten den Menschen diese Fähigkeiten und dieses Wissen als »Geschenke« überlassen. Sitchin stützt sich auf Kramers Arbeit, um die Bandbreite der zivilisatorischen Errungenschaften darzustellen, die auf den Tontafeln beschrieben wird. Kramer selbst, der im Lauf vieler Jahre eine Unmenge dieser Tafeln studierte, erkannte interessanterweise nicht, dass diese uralten Aufzeichnungen Gemeinsamkeiten mit dem modernen Raumfahrtzeitalter aufweisen.

Ein weiterer wichtiger Beitrag, den Sitchin leistete, lenkte unsere Aufmerksamkeit auf die Verbindung zwischen den Tafeln – Dokumenten aus der Frühgeschichte der Menschheit – und den in der Bibel enthaltenen Informationen. Dazu schreibt er: »Da die biblische Schöpfungsgeschichte wie auch die anderen Geschichten der Genesis von sumerischen Originalen herrühren … ist [die Bibel] gewissermaßen eine überarbeitete Fassung der sumerischen Darstellung.«7 Dass er das sumerische Material als die Quelle für das erste Buch der Bibel identifizierte, verleiht der Bibel historische Glaubwürdigkeit.

Aber warum unterschieden sich Sitchins Entdeckungen dann von zuvor bereits veröffentlichten anderen Interpretationen der Tafelinhalte? Es ist wichtig, im Kopf zu behalten, dass die ersten Bearbeitungen und Übersetzungen der Keilschrifttafeln im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert veröffentlicht wurden, beispielsweise durch Rawlinson im Jahr 1861, King im Jahr 1896 und Langdon im Jahr 1909, um nur einige der frühen Forscher zu nennen.

Während Sitchins neunzig Jahre langem Leben sah die Welt die Geburt all der fortschrittlichen Technologien, die den Alltag der modernen Gesellschaft prägen, darunter auch die sich stetig weiterentwickelnde Raumfahrttechnik und unzählige neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Zu den technischen Entwicklungen während Sitchins Lebenszeit zählen nicht nur das Flugzeug, sondern auch Raketen und Raumfähren, die Menschen in die Erdumlaufbahn transportieren, sowie die Fähigkeit, Daten aus unserem gesamten Sonnensystem und den Weiten jenseits davon zu sammeln. In höherem Alter wurde Sitchin Zeuge einer Entwicklung, die es Astronomen ermöglicht, bis in die am weitesten entfernten Regionen des Universums zu schauen, und in seinen letzten Jahren erlebte er noch mit, wie Pläne für bemannte Marsmissionen entwickelt wurden.

Als die ersten Forscher versuchten, die Botschaften auf den uralten Tontafeln zu entschlüsseln, waren all diese Raumfahrttechnologien und die ihnen zugrundeliegenden Konzepte noch gänzlich unbekannt. Die Weltraumreisenden aus längst vergangenen Zeiten nutzten bereits Technologien, die von der modernen Zivilisation gerade erst entwickelt werden. Sitchin dagegen blickte mit dem Wissen des Raumfahrtzeitalters auf diese historischen Quellen. Das und sein großer Scharfsinn versetzten ihn in die Lage, das zu erkennen, was die damaligen Forscher und Übersetzer nicht hatten erkennen können, weil sie dafür schlicht zu früh gelebt hatten.

Abb. 11: Tafel VII der Schöpfungstafeln »Enuma elisch«, die in Keilschrift den sumerischen Schöpfungsmythos enthalten.

Als die frühen Gelehrten auf den Tafeln Berichte vorfanden, in denen beschrieben wurde, wie Gefährte schwerelos durch die Luft flogen oder eine Astronauten-Crew in einem Raumschiff die Erde umkreiste – und über Funk mit dem Bodenpersonal kommunizierte –, hielten die Wissenschaftler des späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts das für Science-fiction, für verrückte Fantasien, für magisches oder fantastisches Denken oder sogar für Gebete an ein unsichtbares himmlisches Wesen. Und dass in den Aufzeichnungen Waffen beschrieben wurden, durch die Zielobjekte (Menschen) mit einem durchdringenden Lichtstrahl einfach »ausgelöscht« wurden, mag heute im einundzwanzigsten Jahrhundert realistisch klingen. Aber auf Artefakten aus dem Jahr 2024 vor Christus? Das war mehr als fantastisch – es war unglaublich. Und so taten die damaligen Forscher das, was bei ihrem Wissensstand folgerichtig schien – sie bezeichneten diese Art von Informationen als Mythen.

Als Sitchin die Details vorstellte, auf die er bei seiner Forschung gestoßen war, war er sich völlig darüber im Klaren, dass er damit deutlich allen bisherigen Publikationen zu diesem Thema widersprach. Er wusste, dass er mit seinen Interpretationen Neuland betrat, und war gut auf die Reaktionen vorbereitet, mit denen bei der Veröffentlichung seiner Entdeckungen zu rechnen war.

Sitchins Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen

Als Sitchin nach jahrelangen intensiven Forschungen beschloss, die Ergebnisse seiner Analysen dieses frühgeschichtlichen Materials zu veröffentlichen, bewies er seinen bemerkenswerten intellektuellen Mut. Er hatte sich durch Tausende von Tontafeln gearbeitet. Er war zu Museen im Nahen Osten, in Europa und in ganz Amerika gereist, um die Tafeln mit eigenen Augen anschauen zu können. Während seiner Arbeit als Journalist in Palästina im Zweiten Weltkrieg hatte er sich exzellente schriftstellerische Fähigkeiten angeeignet, die es ihm ermöglichten, seine Arbeit gut organisiert und strukturiert anzugehen und die Themen zu identifizieren, die er für besonders wichtig erachtete. Bei Der zwölfte Planet, seiner ersten Buchveröffentlichung, kam ihm seine Erfahrung als Journalist sehr zugute. Er wusste, wie wichtig es war, die Ergebnisse seiner Recherchen durch sorgfältige Quellenangaben zu belegen. Allerdings drängte ihn sein Verlag die Quellenangaben zu reduzieren, weil man dort glaubte, die Leser könnten dadurch abgeschreckt werden. Also nannte Sitchin letztlich nur die Quellen, die er für unabdingbar hielt, um seinem Buch ein solides Fundament zu verleihen.

Dieses erste Buch, erschienen 1976, erwies sich als bahnbrechend. Auf dem Cover stand der Satz: »Verblüffende Belege für die himmlischen Vorfahren der Menschheit.« Mit diesem Untertitel wies Sitchin auf die zentrale Botschaft seines Buches hin und weckte die Neugierde einer weltweiten Leserschaft. Der UFO-Absturz in New Mexico im Jahr 1947 hatte die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Möglichkeit gelenkt, Wesen von einem anderen Planeten könnten die Erde besuchen. Dieses Ereignis verhalf der Vorstellung von »Besuchern aus dem All« zu großer Popularität und wurde dadurch zu einem Wegbereiter für Sitchins erstes Buch.

Als Sitchin mit seinen Forschungen immer tiefer vordrang und eine stetig wachsende Bandbreite an antiken und modernen Quellen abdeckte, bestätigten mehr und mehr Hinweise auf Weltraumfahrt seine anfängliche Intuition, dass es hier Bemerkenswertes zu entdecken gab. Er interpretierte eine Sequenz sumerischer Tafeln, die unter dem Namen Enuma elisch* bekannt wurden, als (in einem einzigartigen Stil verfassten) Bericht über die Existenz und die Umlaufbahn eines zusätzlichen Planeten in unserem Sonnensystem, der auf seiner sehr großen Umlaufbahn durchs ferne All etwa alle 3.600 Jahre in die Nähe der Sonne zurückkehrt. Darüber hinaus las Sitchin in den sumerischen Quellen, dass dieser andere Planet von jenen bewohnt war – und immer noch ist –, »die auf die Erde herabkamen«. Sie waren die ersten Astronauten der Welt, auch wenn sie selbst sich nicht so sahen.

Bei seinen Studien und Übersetzungen der Keilschrift stieß Sitchin auf Informationen, die besagen, dass diese ersten Siedler mit ihren Raumschiffen auf die Erde kamen, um hier Gold abzubauen, das sie auf ihren Planeten transportierten. Sie benötigten das Gold, um Umweltprobleme zu bekämpfen: In pulverisierter Form verwendeten sie das Gold, um die sich auflösende Atmosphäre ihres Planeten zu erhalten. Sitchins Entdeckung liefert eine Erklärung dafür, dass die Menschheit eine solche Leidenschaft für einen der wertvollsten irdischen Rohstoffe hegt – Gold. Unser Bedürfnis nach Gold mag ökonomischer Natur sein, doch vielleicht entspringt der hohe monetäre Wert des Goldes in der modernen Gesellschaft diesem lange vergessenen und uralten ökologischen Bedürfnis der Bewohner eines anderen Planeten.


Abb. 12. Sitchin auf einer Tour in Dzibilchaltún, der ältesten historischen Stätte der Maya auf der Halbinsel Yucatán.

Schon frühzeitig wurde Sitchin bei seinen Forschungen klar, dass er viel zu viel Material für ein einziges Buch zusammengetragen hatte. Also beschloss er, das Thema in fünf bis sechs aufeinander aufbauenden Büchern ausführlich zu behandeln. Er bezeichnete diese Buchreihe als Die Chroniken des Planeten Erde. Im Verlauf der folgenden Jahre schrieb er äußerst produktiv.

Insgesamt veröffentlichte er vierzehn Bücher über die Resultate seiner Forschungen.*

Sitchin glaubte, dass Interessierte sich selbst ein Bild machen sollten, ob sie seine Erkenntnisse einleuchtend fanden. Außerdem veranstaltete er für seine Fans gemeinsame Reisen, um ihnen zu ermöglichen, die Beweise mit eigenen Augen zu sehen. Ab Anfang der 1990er Jahre organisierte er geführte Touren zu den Orten, die er während seiner jahrelangen Forschungen besucht hatte, um dort Artefakte und Bauwerke zu studieren und die archäologischen Beweise zu begutachten, die heute in Museen im Nahen Osten, dem Mittelmeerraum, Südamerika, Mexiko und einigen wenigen Orten in Europa aufbewahrt werden.** Dazu finden sich im Verlauf des Buches mehrere Fotos.

Die Herausforderungen, vor denen die Tafelforscher standen

Die frühen Forscher, die versuchten, die Geheimnisse um die Tontafeln zu lüften, sahen sich während ihrer Arbeit mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Zunächst galt es, zerbrochene Tafeln aus kleinen Scherben wieder zusammenzusetzen. Viele – wenn nicht sogar die meisten – dieser Ton-Artefakte wurden beim Abtransport aus ihren Fundorten in Sumer und Assyrien ernsthaft beschädigt. Die Museen und Universitäten, in deren »Besitz« die Tafeln übergingen, achteten nicht gerade darauf, dass sie mit Samthandschuhen angefasst wurden. Viele Arbeiter auf den Ausgrabungsstätten stammten aus den umliegenden Dörfern und glaubten nicht, dass die »Tondinger« wertvolle historische Informationen enthielten. Die unersetzlichen Zeitzeugnisse wurden schubkarrenweise in Transportcontainer gekippt. Nur wenige waren sich damals des unbezahlbaren Wertes dieser Scherben bewusst. Die Forscher mussten die Tafeln wieder zusammensetzen und in lesbare Form bringen – eine gewaltige Aufgabe. Teilweise sind die Restaurationen bis heute nicht abgeschlossen.

Die umfangreichsten Tontafel-Funde ereigneten sich Ende des achtzehnten bis Anfang des neunzehnten Jahrhunderts. Die Museen und akademischen Einrichtungen, von denen die seinerzeitigen Expeditionen finanziert wurden, glaubten, dass ihnen alles gehörte, was entdeckt wurde – schließlich waren sie ja die Geldgeber. Die Berichte über die Ausgrabungen erfolgten in der Regel auf prestigeträchtigen wissenschaftlichen Zusammenkünften und wurden anschließend in gedruckter Form veröffentlicht.

Das Studium der Tontafeln hielt aber noch weitere Herausforderungen bereit, denn sie alle mussten entziffert werden. Sie enthielten Informationen in Symbolform, geschrieben in Zeichen, die auf den ersten Blick wie seltsame Keile wirkten. Intensive linguistische Analysen kamen schließlich zu dem Ergebnis, dass die in den Ton geritzten Linien in Silben übersetzt werden konnten, die die Basis der Sprache bildeten, die wir heute als Sumerisch bezeichnen. Die dazugehörige Schrift wurde unter dem Namen Keilschrift bekannt. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei um die erste Schriftsprache der Welt.

Bei den entdeckten Tafeln handelte es sich größtenteils um Kopien der sumerischen Originale. Sie waren von den Schreibern jener Kulturen angefertigt worden, die sich nach der Blütezeit der Sumerer und Assyrer entwickelt hatten. Man darf nicht vergessen, dass während des Kopiervorgangs und der Übertragung ins Akkadische und Babylonische Worte verändert wurden. Diese späteren Schreiber verwendeten statt der Originalwörter aus dem Sumerischen oft ihre eigenen. Durch dieses Labyrinth der Komplikationen und linguistischen Herausforderungen musste Sitchin sich vorarbeiten, um nach und nach zu seiner Interpretation der Schilderungen auf den Tafeln zu gelangen.

Reaktionen auf Kritik

Den Schlüssel zu Sitchins Interpretation der auf den Tontafeln verewigten historischen Ereignisse bildeten seine eigenständigen Übersetzungen und sorgfältigen Analysen. Die Kritik, die er mit seiner Arbeit provozierte, war ihm zwar bewusst, in gedruckter Form ging er aber niemals darauf ein. Sitchins Charakterstärke war es zu verdanken, dass er sich weigerte, die negativen Stimmen anzuerkennen, die damals laut wurden und auch heute noch die Gültigkeit seiner Erkenntnisse zu untergraben versuchen. Seine Sorgfalt und sein aufrichtiges Festhalten an den Quellen ließen ihn darauf vertrauen, dass seine Arbeit akkurat und seine Schlussfolgerungen stichhaltig waren.*

Sitchins publizierte Erkenntnisse fanden in Nordamerika und zahlreichen anderen Ländern (mehrere seiner Bücher wurden in weit über zwanzig Sprachen übersetzt) große Aufmerksamkeit. Als er im Jahr 2000 nach Rom reiste, wurde er zu einem Treffen mit Monsignore Corrado Balducci eingeladen, einem Vertreter des Vatikans. In dem Gespräch wurde ihm die Auffassung des Vatikans mitgeteilt, dass Sitchins Forschungsergebnisse keine Bedrohung für die etablierte Sichtweise der katholischen Kirche darstellten.* Tatsächlich versicherte ihm Balducci sogar, seine Thesen seien mit der kirchlichen Glaubenslehre absolut vereinbar. Der Kirchenvertreter erklärte außerdem, dass allen Religionen die Grundlage entzogen wäre, wenn historische Beweise in Form von schriftlichen Zeugnissen nicht länger als valide Informationen akzeptiert würden.


Abb. 13. Zecharia Sitchin im Jahr 2000 mit Monsignore Balducci in Rom.

Sitchin vertraute voll und ganz auf die Genauigkeit seiner Forschung und die Aussagekraft der Beweise, die er sowohl auf den Tafeln als auch in den entsprechenden Landschaften gefunden hatte. An einigen Orten gibt es faszinierende Bauwerke, die in ferner Vergangenheit von den Astronauten errichtet wurden. Ein provokatives Beispiel dafür findet sich im Libanon, in Baalbek. Es handelt sich um einen halb im Erdreich begrabenen, gewaltigen Steinblock, teilweise behauen. Er zeugt von der monumentalen Bautätigkeit der Anunnaki, bei der sie riesige Quader bewegten (siehe Abb. 14 und Abb. 15). Da die Geschichte der Zivilisation, über die er schrieb, weitgehend in einem unerforschten Dunkel gelegen hatte (und den meisten Menschen wohl gänzlich unbekannt gewesen war), überraschten seine Ergebnisse zeitgenössische Gelehrte und stellten frühere Interpretationen infrage. Das bedeutete aber keineswegs, dass Sitchins Arbeit nicht korrekt gewesen wäre. Es zeugt von ernsthaften wissenschaftlichen Bemühungen, dass er sich so tiefgehend mit den Aufzeichnungen auseinandersetzte, die Hinweise auf fortschrittliche Technologien und Weltraumfahrt enthielten – zumal die Artefakte mit den Aufzeichnungen im zwanzigsten Jahrhundert in Museen und akademischen Einrichtungen sowie Privatsammlungen in der ganzen Welt verstreut waren. Sitchins Veröffentlichungen legen Zeugnis ab von der Herkulesaufgabe, die er sich selbst gestellt hatte: eine schlüssige, sorgfältig belegte Geschichte der ersten Bewohner der Erde zu erzählen.

Abb. 14. Baalbek, Libanon. Riesige Trilithen stützen den Landeplatz der Anunnaki-Raumschiffe. Unteres Foto: Ein teilweise behauener kolossaler Deckstein.

Dass seine Interpretationen so überaus einleuchtend sind, ist wohl der Grund, warum etablierte Forscher sich in ihrer eigenen Arbeit bedroht fühlten. Werden ihre Thesen angezweifelt, zeigen die Vertreter der offiziellen wissenschaftlichen Meinung häufig eine oder mehrere der folgenden Reaktionen: Der neue Ansatz wird entweder völlig ignoriert, als nicht belegt, falsch oder unwissenschaftlich abgelehnt, oder man greift die Person an, von der die neue These formuliert wurde. In Sitchins Fall richtete sich die Kritik auf die Tatsache, dass er niemals einer offiziell akademischen Einrichtung geforscht hatte, verbunden mit der Unterstellung, nichts von der Praxis korrekter akademischer Forschung und Publikation zu verstehen. Falsch! Sitchin wuchs in einer Akademikerfamilie auf und absolvierte einen Studiengang an der renommierten London School of Economics.

Was die Kritik eigentlich sagen will, ist, dass seine Arbeiten nicht das sogenannte Peer-Review-Verfahren durchlaufen hatten. In der akademischen Welt bildet die zuvor zu einem Thema publizierte Literatur das Fundament, auf dem neue Erkenntnisse ruhen. Doch Sitchin hatte fast alles gelesen, was über die Frühgeschichte und die Anfänge des Siedlungsbaus veröffentlicht war, und musste feststellen, dass in keinem dieser älteren wissenschaftlichen Werke die Möglichkeit, Raumfahrer könnten von einem anderen Planeten auf die Erde gekommen sein, auch nur angedeutet wurde. Dass eine Zivilisation von einem fremden Planeten eine entscheidende Rolle bei der kulturellen Entwicklung der Erde gespielt und in lange zurückliegenden Zeiten die Entwicklung der Menschheit angestoßen haben könnte, war für diese Wissenschaftler eine lächerliche Vorstellung. Doch Sitchin erschien es, als er erst einmal alle Hinweise zusammengetragen hatte, vollkommen logisch.

Entsprechend müssen wir uns die Fragen stellen, wie eine Peer-Review durch jemanden hätte erfolgen sollen, der sich mit dem Thema nicht auskannte, da bislang keine ähnlichen Interpretationen publiziert worden waren und es keine Literatur dazu gab? Die Antwort lautet: Das ist nicht möglich. Man muss Sitchins Texte nur lesen, um zu sehen, dass er wusste, wie ein fundierter akademischer Forschungsprozess auszusehen hat. Seine Veröffentlichungen sprechen für sich. Seine Quellen decken ein breites Themenspektrum ab und sind sorgfältig ausgewählt, um die Inhalte, die Sitchin diskutiert, zu erklären. Die Logik, nach der er seine Erklärungen strickt, ist fehlerfrei.

Abb. 15. Der gewaltige Trilith-Deckstein im Steinbruch von Baalbek. Unten: Die massive westliche Stützmauer des Landeplatzes in voller Länge. Fotos mit freundlicher Genehmigung von Zecharia Sitchin, aus »The Earth Chronicles Expeditions«.

In letzter Zeit sind immer mehr Angriffe auf die Stichhaltigkeit von Sitchins Arbeit und zur Korrektheit seiner Übersetzungen im Internet aufgetaucht. Über das Internet lassen sich nicht nur legitime Kritik, sondern auch unbegründete negative Meinungen verbreiten. Sitchin war einer von zweihundert Gelehrten weltweit, die Ende der 1970er Jahre die sumerische Sprache übersetzen konnten und mit den Originaltafeln arbeiteten. Bei seinen Übersetzungen kamen seine Kenntnisse des Sumerischen, Akkadischen und Babylonischen sowie der ägyptischen Hieroglyphen zum Einsatz. Für manche Wortbedeutungen nutzte er auch sein Wissen über Althebräisch und modernes Hebräisch. Da mag man sich schon fragen, ob seine Kritiker über ebenso breitgefächerte Kompetenzen verfügen. Haben sie die Originaltafeln studiert? Oder stützen sie sich nur auf frühe Übersetzungen und deren Interpretationen, die entstanden, ehe das Raumfahrtzeitalter anbrach und den Schlüssel zu den verborgenen Bedeutungen lieferte?

Bedauerlicherweise ist es unwahrscheinlich, dass Sitchins Kritiker sein gesamtes Werk gelesen, die Qualität seiner Quellen überprüft und bemerkt haben, dass er eine Auswahl zuvor veröffentlichten Materials nutzte, um seine Erkenntnisse zu dokumentieren. Vermutlich sind diese kritischen Stimmen nicht seiner Logik gefolgt, haben also nicht seine Originalarbeiten und die von ihm genutzten Quellen gelesen.

Eine solche Überprüfung und Verifizierung würde die Kritiker schnell verstummen lassen. Kritik an Sitchins linguistischen Interpretationen kann nur als gerechtfertigt gelten, wenn sie von jemandem stammt, der wie Sitchin Sumerisch, Akkadisch und Babylonisch lesen kann, ägyptische Hieroglyphen übersetzt und mit Althebräisch und modernem Hebräisch gearbeitet hat und darüber hinaus des Deutschen und Französischen mächtig ist.

Eines ist gewiss: Sitchins Kritiker werden sich auf der falschen Seite der Geschichte wiederfinden, da Sitchins Arbeit durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse mehr und mehr bestätigt wird. Durch technologische Fortschritte wurden inzwischen Informationen ans Licht gebracht, die seine Thesen stützen. Sitchins Beiträge stoßen auf immer breitere Anerkennung und werden eines Tages als Denkmal für seine grenzenlose Neugierde, seinen Mut und seine intellektuellen Fähigkeiten stehen.

Was Sitchins Beitrag so herausragend macht

Zecharia Sitchins Arbeit stellt unsere zeitgenössischen Kenntnisse über Wissenschaft und Kulturgeschichte auf den Kopf. In diesem Buch werden wir einige seiner wertvollsten Beiträge gebührend würdigen und uns dabei auf sieben große Themen aus seinen vierzehn Büchern konzentrieren. Bei diesem Buch hier handelt es sich um die interpretierende Biografie eines Mannes, der mit ganzer Hingabe Forscher war. Während einerseits der Fokus auf Sitchins Arbeit als Historiker und Archäologe gelegt wird, soll auch der Mensch selbst in den Mittelpunkt gerückt werden, indem ich seine Forschungsergebnisse nicht nur darstelle, sondern seine Reportagen* auch im Kontext der technologischen Möglichkeiten des einundzwanzigsten Jahrhunderts interpretiere.

Ein wichtiger Aspekt wurde bereits durch den Titel seines ersten Buchs deutlich. Dieser widersprach der laut der modernen Astronomie gültigen Anzahl der Planeten in unserem Sonnensystem. Sitchin zählte zwölf Planeten (worauf er durch die antiken Aufzeichnungen kam), die zeitgenössische Wissenschaft nur zehn (sie lässt den Mond außer Acht, den die Sumerer mit einschlossen). Dieser Buchtitel war vermutlich bereits Sitchins erster aggressiver Schritt. Der zweite war seine Entscheidung, seine umfangreichen Funde und Erkenntnisse drucken zu lassen.

Wichtig ist, dass Sitchins Forschungsergebnisse uns auch den Orbit des zwölften Planeten erklären – Nibiru. In den alten Aufzeichnungen wird er als vier bis fünf Mal größer als die Erde beschrieben. Etwa alle 3.600 Jahre kehrt er in unser Sonnensystem zurück. Während des Großteils seiner elliptischen Bahn befindet er sich nicht in unserem System, sondern im Weltraum jenseits davon.

Sitchin entdeckte, dass die antiken Keilschriftartefakte diesen Planeten als die Heimat von Wesen identifizierten, die vor sehr langer Zeit auf die Erde kamen, um hier zu leben. In den ersten beiden Kapiteln dieses Buchs werden wir uns einige der wichtigsten Eigenschaften und Lebensereignisse der ersten Anunnaki ansehen, die vom Planeten Nibiru auf die Erde kamen, Mitglieder der himmlischen Dynastie der Nefilim.* Ein genauer Blick auf Sitchins Forschungsergebnisse wird uns mit den Aktivitäten und Neigungen dieser ersten Siedler vertraut machen. Wir werden außerdem die Motive einiger dieser Individuen untersuchen, wie sie in den alten Quellen beschrieben wurden. Diese Motive wirken sich auch heute noch auf uns aus.

Sitchins vielleicht wertvollster Beitrag ist die Erklärung, wie die Spezies Mensch erschaffen wurde. Damit werden wir uns in Kapitel 3 näher beschäftigen. Sitchin regt uns mit einer provozierenden Frage zum Nachdenken an: Wurde das Leben von anderswo auf die Erde importiert? Dann weist er auf eine erstaunliche Tatsache hin: Das Leben auf der Erde scheint nicht hierher zu gehören, da es »zu wenig von den chemischen Elementen [enthält], die hier in Hülle und Fülle vorkommen, und zu viel von jenen, die auf unserem Planeten selten sind«.8 Die sieben Tafeln des Enuma elisch erklären uns auf geradezu unschuldige Weise, dass das Leben in der Urzeit hier auf der Erde ausgesät wurde, und zwar während verheerender Ereignisse, die beim Entstehungsprozess unseres Sonnensystems auftraten.

Sitchin weist darauf hin, dass wir sehr gut in der Lage sind, das Verhalten der Anunnaki zu verstehen, da ihre genetischen Spuren in uns modernen Menschen enthalten sind. Er entdeckte das in den Tafelaufzeichnungen.* Enki, der oberste Wissenschaftler der Nefilim, wusste, wie man aus einer der auf der Erde bereits vorhandenen Menschenaffenarten mit Hilfe von Gentechnik durch Verwendung von Anunnaki-Genen ein Mischwesen erschaffen konnte. Als Sitchin diese Informationen entdeckte und übersetzte, betrat er damit Neuland. Dies ist der wohl provokativste Beitrag, den er leistete, da hier die Nutzung von Gentechnik in frühgeschichtlicher Zeit beschrieben wird.

Sitchins Forschung beleuchtete zahlreiche weitere Themen, darunter das Liebesleben der Anunnaki (detailliert beschrieben in Kapitel 4) und ihre Raumfahrttechnologie, die in Kapitel 5 behandelt wird. Er erzählt uns auch von Rivalitäten, die zu verheerenden Kriegen zwischen verschiedenen Fraktionen der Nefilim führten. In Kapitel 6 nehmen wir daher die Themen Krieg und Kriegsführung genauer unter die Lupe. Die Kampfbereitschaft der Anunnaki führte auch zur ersten Atomexplosion auf der Erde, wodurch eine wichtige Anunnaki-Einrichtung auf dem Sinai zerstörte wurde – zusammen mit den Städten Sodom und Gomorra.** Diese lange zurückliegenden Ereignisse sind für die Zukunft der Erde von Bedeutung, jetzt, wo diese zerstörerischen Technologien in der Moderne sozusagen »neu erfunden« wurden.

Sitchins Forschung entführt uns tief in die Geschichte unserer Erde und an die Grenzen der modernen Wissenschaft und Astronomie – und, wie in Kapitel 7 deutlich wird, darüber hinaus. Das Material in diesem Buch soll die Arbeit Zecharia Sitchins ehren und unsere Vorstellung davon erweitern, wer wir sind, warum wir hier sind und wohin wir als Erdbewohner streben.

Da wir inzwischen alle von den modernen Technologien und Raumfahrtkonzepten wissen, können wir begreifen, was Sitchin intuitiv als wahren Inhalt dieser uralten Tafelaufzeichnungen identifizierte. Wir können unser modernes Wissen auf die Weltraumaktivitäten anwenden, die in den alten Aufzeichnungen thematisiert werden. Als 1990 das amerikanische Original von Sitchins Buch Die Hochtechnologie der Götter erschien, stellte er auf dem Cover eine scharfsinnige Frage: »Erreicht die moderne Gesellschaft endlich den Wissensstand der vorgeschichtlichen Zeit?« Heute kennen wir die Antwort: Ja, definitiv!

Sitchin war überzeugt, dass seine Interpretationen sich auf solide Recherche und akkurates Quellenstudium stützten – und dem hartnäckigen Recherche-Handwerker Sitchin gelang es, selbst schwer zugängliche Quellen aufzuspüren. Zudem war er zuversichtlich, dass seine Erkenntnisse auf allgemein zugänglichen Beweisen beruhten – zugänglich für alle Menschen, die bereit waren, die Sprachen der Texte aus dem Altertum zu erlernen.

Sitchin zeigt sich in seinen Publikationen als unbeirrbarer Forscher, als talentierter, engagierter und effizienter Reporter, als mutiger und zuversichtlicher Autor. Sein charakteristischer Mut ermöglichte es ihm, das gängige Paradigma zu verschieben. Wer danach strebt, die Grenzen des Wissens zu erweitern, ist gut beraten, sich Zecharia Sitchin zum Vorbild zu nehmen. Denn er gab sich nicht mit den existierenden Erklärungen zufrieden. Er war die eine Person, die sich nicht mit den bereits vorhandenen Erklärungen zufriedengeben wollte, weil sie die Gewissheit spürte, das jenseits dieser Erklärungen neue Erkenntnisse auf uns warteten. Wir sollten seine Leistungen als einzigartiges Geschenk an uns heutige Erdenbewohner betrachten. Denn nun ist die Zeit gekommen, sich von Sitchins tiefen Vorstößen in die Vor- und Frühgeschichte inspirieren zu lassen. Dadurch eröffnet sich uns die Chance, die Zukunft der Menschheit und der Erde zu entdecken.

Die Arche der Wiederentdeckung sticht in See. Man könnte sie die »Sitchin-Arche der Entdeckung« nennen. Begleiten Sie mich bei diesem informativen und sogar aufregenden Abenteuer, bei dem wir die uralte Vergangenheit erkunden, die Sitchin zutage gefördert hat. Das wird es uns als moderne Menschen ermöglichen, uns auf diesem Planeten weiterzuentwickeln und zur Entstehung einer erleuchteten Zukunft beizutragen.

*Tells sind Hügel in der Wüste, bei denen es sich um mit Sand bedeckte Ruinen frühgeschichtlicher Siedlungen handelt. Ein bedeutender Tell in Ninive enthielt die von Sanherib und Assurbanipal errichtete Bibliothek, in der sich gestapelte, katalogisierte und konservierte Tontafeln befanden. Um die 25.000 Tafeln, bei denen es sich erwiesenermaßen um Kopien »alter Texte« handelte, wurden von Sir Austen Henry Layard aus ihrer Ruhestätte geholt. Wie in Sitchins erstem Werk Der zwölfte Planet berichtet, kennt man diese Artefakte heute als »eine der größten Sammlungen akkadischer Texte«.

*Diese Sammlung sumerischer Tafeln wurde erstmals von Leonard W. King im Jahr 1902 unter dem Titel Seven Tablets of Creation veröffentlicht.

*Zu Sitchins umfangreichem Werk gehören auch zwei Bücher, in denen er detailliert die Orte beschreibt, die er mit seinen Fan-Reisegruppen besuchte (Details siehe Bibliografie).

**Sitchins Studienreisen führten seine Fans in das Britische Museum in London, zu frühgeschichtlichen Stätten in Südengland, nach Malta und Italien.

*Interessanterweise traf sich kurz vor Sitchins Tod im Oktober 2010 einer seiner größten Anhänger mit ihm. Sitchin diktierte ihm einige zentrale Erkenntnisse, über die er seine engeren Freunde noch in Kenntnis setzen wollte. Unter anderem betonte er dabei, dass er sich in all seinen Werken haargenau an die Originalquellen in Form der Tafeln gehalten habe.

*Einzelheiten zu diesem Besuch finden sich in Sitchins Buch Auf den Spuren alter Mythen (US 2007) in dem Kapitel »Begegnungen im Vatikan«.

*Sitchin bezeichnete sich selbst stets als Reporter.

*Die Nefilim waren, wie Sitchin erklärt, die Anführer der Anunnaki. Die Anunnaki waren in dieser Gesellschaft das »Fußvolk« oder die Arbeiter.

*In seinem letzten Buch Als es auf der Erde Riesen gab beschreibt er ein genetisches Forschungsprojekt, das er gerne hätte durchführen lassen, um Anunnaki-Gene in Skeletten nachzuweisen. Leider starb er, ehe es verwirklicht werden konnte.

**Es wird berichtet, der bei dieser Explosion entstandene »Böse Wind« habe jedes Lebewesen in Ur vernichtet und nur die Gebäude zurückgelassen. Die Atombombenabwürfe in Japan im zwanzigsten Jahrhundert hatten die gleichen Auswirkungen, wie sie aus dem alten Sumer beschrieben wurden.


1
Die Astronauten aus dem fernen Weltall

Als ich mich der Erde näherte, war vieles überschwemmt. Als ich mich ihren grünen Wiesen näherte, ließ ich Haufen und Hügel aufschütten. Mein Haus – sein Schatten erstreckt sich über den Schlangensumpf.

Bericht von E.A., dem ersten Nefilim, der vor 445.000 Jahren auf der Erde landete, von einer Tafel, die in den Ruinen Sumers gefunden wurde

Vor langer, langer Zeit hatte der Planet, der in einem abgelegenen Teil der Milchstraßengalaxis an dritter Stelle um den Stern seines Sonnensystems kreiste, gerade erst mit Mühe und Not eine Eiszeit überstanden, als er zum Ziel einer kleinen Gruppe von Weltraumreisenden wurde – Astronauten, wie man sie heute nennen würde. Sie hatten herausgefunden, dass es auf diesem Planeten große Mengen Gold gab. Der Anführer dieser Astronauten war E.A., auch bekannt als Enki. Er war ein Nefilim, was sich übersetzen lässt mit »Volk der Feuerraketen« oder »jene, die herabgekommen sind vom Himmel auf die Erde«. Die Weltraumreisenden waren Kundschafter, die von ihrem König die Mission erhalten hatten, Gold zu beschaffen, denn die Atmosphäre auf ihrem Heimatplaneten Nibiru zersetzte sich, und um die Auswirkungen dieses Problems beheben zu können, war pulverisiertes Gold nötig. Der Planet, auf dem sie landeten, ist heute unter dem Namen Erde bekannt. Nachdem sie das Gewässer untersucht hatten, in dem sie gelandet waren, ließ sich der Anführer dieser Erkundungsgruppe von seinen »Fußsoldaten«, Anunnaki genannt, am Ufer der beiden wichtigsten Flüsse, die das Hochland entwässerten, ein Domizil errichten. Dort begannen sie, auf dem Grund eines nahen Gewässers, das wir heute als Persischen Golf kennen, Gold zu gewinnen.

Diese Informationen verdanken wir Zecharia Sitchins akribischer Forschung. Die Formulierung, sie seien »herabgekommen«, hatte ihn neugierig gemacht, und so bemühte er sich herauszufinden, was damit gemeint sein könnte. Bei seiner anfänglichen Forschung konzentrierte er sich auf die sumerischen Tafeln und bediente sich aus den frühen wissenschaftlichen Arbeiten von Austin Henry Layard (Niniveh and Its Remains, 1849), P. Jensen (Die Kosmologie der Babylonier, 1890) und George Smith (The Chaldean Account of Genesis, 1876). Doch Sitchin musste feststellen, dass diese frühen Wissenschaftler viele auf den Tafeln enthaltenen Informationen nicht zu interpretieren vermochten. Zu ihren grundlegenden Problemen zählte, dass das Alter der Tafeln wissenschaftlich auf sechstausend Jahre datiert worden war. Deswegen zogen die Gelehrten den Schluss, sie hätten es mit mythischen und religiösen Inhalten von Völkern aus uralten Zeiten zu tun. Sitchin lernte Sumerisch, um die Tafeln neu übersetzen zu können. Im Zuge dieser Übersetzungen fand er heraus, dass die Tafeln bekannte Konzepte enthielten, bei denen es sich – anders als die frühe Wissenschaft angenommen hatte – nicht um Legenden, Mythen oder religiöse Überzeugungen handelte. Verständlicherweise hatten die Gelehrten aus der Vergangenheit nicht die Möglichkeit gehabt, Technologien zu erkennen, die zu ihrer Lebenszeit noch gar nicht erfunden worden waren. Raumfahrttechnologie war für sie schlicht noch nicht vorstellbar gewesen – anders als für Sitchin.

Sitchin begriff, dass auf den Tafeln die tatsächlichen Aktivitäten der »Alten« beschrieben wurden, also der Nefilim/Anunnaki. Aber es steckte noch mehr dahinter: Die alten Texte berichteten auch von startenden und landenden Raumfahrzeugen, von der Kommunikation zwischen der Erde und einem anderen Planeten, von fliegenden Transportmitteln und dem Einsatz von Gentechnologie zur Schöpfung neuer Daseinsformen. Zunehmend reifte in ihm die Erkenntnis, dass schon in der Urzeit Fluggeräte zum Einsatz gekommen sein mussten. Piktogramme, bei denen es sich um Illustrationen des Textinhalts handelte, stützten diese These. Dieses Material war die Antwort auf eine Frage, die Sitchin schon sein ganzes Leben beschäftigte: wer denn damals aus dem All auf die Erde gekommen war.

Sitchin hatte intensiv die Bibel studiert und fand deshalb besonders interessant, dass die alten Tafeln Informationen enthielten, die sich mit den Erzählungen aus der Bibel deckten, beispielsweise Beschreibungen eines Fahrzeugs als Vogel, Windvogel oder Wirbelwind, das in gleißendes Licht getaucht in den Himmel aufsteigen konnte, was darauf hindeutet, dass sie es sich dabei um eine Art Flugmaschine handelte.9

Heutzutage würde man solche Beobachtungen, wie sie in der Bibel beschrieben werden, vermutlich dem Phänomen der »Unbekannten Flugobjekte« (UFOs) zuordnen. Die modernen UFO-Sichtungen werden oft als optische Illusionen abgetan. In biblischen Zeiten aber wurden solche Flugobjekte von namhaften Persönlichkeiten wie Jakob und Hesekiel gesichtet. Man nahm damals deren Berichte nicht nur ernst, sondern erachtete als so wichtig, dass sie Eingang in die biblischen Aufzeichnungen fanden. Jakob sah eine »Himmelsleiter«, auf der Wesen hinauf- und hinabstiegen, und Hesekiel sah eine Maschine mit Rädern, die aussahen, als handele es sich um »Räder in Rädern«.

Wissenschaftler werden in diesen frühen Informationen Tatsachenberichte von Augenzeugen erkennen und in Erwägung ziehen, dass sie wahr sein könnten. In der heutigen Welt, in der Glaube so gut wie stets auf Skepsis trifft, werden Augenzeugenberichte häufig als unzuverlässig eingestuft. Wer nicht gläubig ist, wird diese biblischen Berichte als Halluzinationen, Träume oder seltsame Fantastereien einstufen. Doch Skeptiker werden bei der Lektüre von Sitchins Werk gut dokumentierte Belege dafür vorfinden, dass diese Beobachtungen aus biblischer Zeit real sind, vorausgesetzt, man akzeptiert die Bibel als Dokument, das keineswegs nur Theologisches enthält, sondern auch tatsächliche historische Inhalte. Wie Monsignore Corrado Balducci, ein Vertreter des Vatikans, zu Sitchin sagte: Würde man historische Belege in Form von schriftlichen Zeugnissen über ungewöhnliche Phänomene nicht als valide Informationen akzeptieren, dann wäre allen heutigen Religionen die Grundlage entzogen.

In seinem ersten Buch, Der zwölfte Planet, fasst Sitchin in dem Kapitel »Die Nefilim, das Volk mit den feurigen Raketen« große Datenmengen zusammen, um seinen Lesern überzeugend darzulegen, von welch weitreichender Bedeutung seine Beweise sind. Er zeigt auf, dass die den Text begleitenden Piktogramme den Wahrheitsgehalt überzeugend stützen. Wann haben sich diese Sichtungen ereignet? In den Überlieferungen heißt es, dass Flugobjekte während der »alten Zeiten« ein häufiger Anblick waren. Und im Laufe der Geschichte ist es immer wieder zu solchen Sichtungen gekommen.* Sitchin berichtet von einer weltraumorientierten Geschichte der frühen Besiedlung der Erde, die vor der Veröffentlichung seiner Bücher nie diskutiert wurde.

Die Zeit der Jäger und Sammler

Am verbreitetsten ist die Vorstellung, dass die ersten Menschen auf der Erde Jäger und Sammler waren. Nach offizieller wissenschaftlicher Lehrmeinung wird davon ausgegangen, dass diese Jäger und Sammler in kleinen Stammes- oder Familienverbänden von Ort zu Ort umherzogen, sich durch die Jagd und das Sammeln von Wurzeln und Kräuter ernährten und in Höhlen Schutz suchten.* Dass die Menschen der Steinzeit in Höhlen lebten, wird durch archäologische Funde gestützt.**

Besonders interessant ist dabei, dass die Wissenschaft die Ursprünge der Menschheit bisher nicht eindeutig datieren konnte. In der inzwischen schon älteren These, dass die gesamte Menschheit von Jägern und Sammlern abstammt, klaffen große Löcher, was es schwierig macht, genau zu bestimmen, wann und wie es dazu kam, dass Menschen in Höhlen wohnten. Als es in der akademischen Welt in Mode kam, nach den Ursprüngen der Menschheit zu forschen, suchten Archäologen in Tells, den alten Siedlungshügeln in den Wüsten des Nahen Ostens, nach wertvollen Artefakten. Sie fanden Tontafeln, von denen viele eine ganz andere Lebensweise als die der Jäger und Sammler beschreiben – eine Lebensweise, die Merkmale einer Hochzivilisation aufwies. Diese städtische Lebensweise ist, das konnte inzwischen nachgewiesen werden, viel älter als das primitive Leben in der Steinzeit. Dass die frühen Jäger und Sammler ein solches zivilisiertes Leben unmöglich von sich aus entwickeln konnten, ist offensichtlich. Wer also war dann für diese Entwicklung verantwortlich?

Auf diese Frage antwortete Sitchin: Es waren die fortschrittlichen Anunnaki, die mit Hilfe von hoch entwickelter Technologie durch den Weltraum reisten. Dieser modern anmutende urbane Lebensstil stammte also von einem anderen Planeten. Als Sitchin im Original, aber auch in bearbeiteter Fassung, jene Tafeln las, mit denen sich schon die frühen Wissenschaftler befasst hatten, begriff er, dass die Tafeln in kodierter Form eine Fülle an Informationen über »Götter« und frühzeitliche Städte enthielten, die von diesen Götter erbaut worden waren. Es ist für uns wichtig herauszufinden, wer die Anunnaki waren und was sie auf der Erde erschufen, denn ihre Geschichte ist unsere Geschichte. Diese Wissenschaftler-Astronauten hinterließen Aufzeichnungen, und jemand musste uns mit diesem Erbe vertraut machen, es für uns studieren und interpretieren.

Dieser Jemand war Zecharia Sitchin.

Die Geschichte der Anunnaki auf der Erde

Frühgeschichtliche Belege künden davon, dass vor rund 445.000 Jahren die erste Gruppe von Raumfahrern auf der Erde eintraf. Ihr wichtigstes Ziel bestand darin, Goldvorräte zu finden. Dieses Gold sollte abgebaut und weiterverarbeitet werden, um es dann zu ihrem Planeten zu transportieren, wo es zur Rettung der dortigen Atmosphäre benötigt wurde. Diese erste Gruppe von Neuankömmlingen aus dem All war klein – nur fünfzig Anunnaki und ein Nefilim-Anführer. Sie landeten irgendwo im Indischen Ozean und fanden den Weg ins Arabische Meer und dann weiter Richtung Norden in eine von zwei großen Flüssen gespeiste Sumpflandschaft. Dort gingen sie in jener Region an Land, die wir heute als Irak kennen. Im Zuge einer natürlich aufgetretenen Klimaerwärmung10 fand damals eine Gletscherschmelze statt, und die dadurch enorm angestiegenen Flüsse hatten weltweit fast das gesamte Tiefland überschwemmt.

Als die Anunnaki ihr Ziel erreichten, wies Enki, der Anführer und Chefwissenschaftler der Mission, die Arbeiter umgehend an, die Sümpfe trockenzulegen. Enki, Erstgeborener des Königs ihres Heimatplaneten und von seinem Vater mit der Leitung der Expedition betraut, befahl als Nächstes, ihm ein Haus zu bauen. Es hieß E.RI.DU (so die sumerische Silbenaufteilung), »In der Ferne erbautes Haus«. Sitchin erklärt, dass dieses Haus zur Erdstation I wurde und einen einsamen Außenposten auf einem fremden Planeten darstellte.11 In dieser Frühphase der Erdbesiedlung kam Enki sein breitgefächertes Wissen auf dem Gebiet des Ingenieurwesens und der Hydrologie zugute. Er konzentrierte sich auf das Terraforming, leitete den Bau von Deichen und Entwässerungsgräben und ließ einen tiefen Kanal zwischen den beiden großen Flüssen anlegen. So gewann Enki genug trockenes Gebiet für den Bau einer großen Siedlung.

Historisch gesehen werden Enkis anfängliche Erfolge als Baumeister aber durch seine größte Herausforderung auf der Erde in den Schatten gestellt, mit der er später konfrontiert war. Es handelte sich dabei um eine Aufgabe, die – für die Beobachter auf seinem Heimatplaneten – als entscheidend für die Frage galt, ob er der geeignete Anführer für die extrem wichtige Goldbeschaffungsmission war.

Als die kundschaftenden Astronauten ihre Aufmerksamkeit auf der Suche nach Gold auf den Grund des nahegelegenen Meeres richteten, stellten sie fest, dass der Ozeanboden ausgesprochen mineralstoffreich war. Er enthielt nicht nur Gold, sondern auch viele weitere Mineralien. Die Goldvorkommen lagen aber weit verstreut, und so wurde den die Kundschafter schnell klar, dass sich hier keine ausreichenden Mengen gewinnen ließen, um den Bedarf ihres Heimatplaneten zu decken.

Eine zweite Goldquelle in Südafrika erwies sich Berichten zufolge als ertragreich genug.

Allerdings war dort schwere Arbeit in tiefen unterirdischen Schächten notwendig, und es war mühsam, das Gold aus dieser Tiefe hinaufzuholen.* Nach der Förderung musste es per Boot zum Weltraumflughafen befördert werden. Alle diese Aufgaben erforderten sehr schwere körperliche Arbeit.

Nachdem die Goldminen einige Tausend Erdenjahre lang in Betrieb gewesen waren,** stand Enki vor einem Problem, das man ihm wohl als mangelndes Führungstalent auslegte: Die Anunnaki-Bergleute wollten nicht länger in den tiefen, dunklen, schmutzigen Minen schuften. Mit der Zeit waren sie angesichts der harten Arbeitsbedingungen immer unzufriedener geworden. Letztlich kam es zu einer Meuterei.*** Enki, als Anführer des Unternehmens, war nun mit der Situation konfrontiert, dass die Goldtransporte nach Nibiru zum Erliegen kamen und der Bedarf des Planeten nicht mehr gedeckt werden konnte. Er hatte es also mit dem zu tun, was wir heute einen Streik nennen würden. Diese Krise erforderte, dass er seinem Heimatplaneten Bericht erstattete.

Als sein Vater Anu, der König von Nibiru, erfuhr, dass die Goldlieferungen unterbrochen waren, berief er eine Zusammenkunft des Hohen Rates jener Nefilim ein, die sich damals auf der Erde aufhielten, und er selbst kam auf die Erde herab, um eine Lösung auszuhandeln. Gleichzeitig hatte er auf Nibiru mit ernsten Dynastieproblemen zu kämpfen.

Der Konflikt wurzelte darin, dass er selbst sich zuvor widderrechtlich des Throns bemächtigt hatte. Nun bereitete der Enkelsohn des verdrängten Königs dem neuen König Anu Schwierigkeiten. Also beschloss Anu, seinen Zweitgeborenen Enlil sowie den aufsässigen Enkelsohn des ehemaligen Königs mit auf die Erde zu nehmen. Sitchin schreibt dazu:

Diese Entscheidung – sowohl Enlil als auch Kumarbi mitzunehmen – führte zu Streitigkeiten. Enlils Ernennung hatte Debatten mit Enki zur Folge … Der zornige Enki drohte, die Erde zu verlassen und nach Nibiru zurückzukehren.12

Enki hatte folgendes Problem: Er hatte auf der Erde als Siedlungsgründer und »Oberbefehlshaber« agiert. Als Enlil eintraf, wies schon dessen bloße Anwesenheit darauf hin, dass Anu die Befehlsstrukturen ändern und Enlil die Verantwortung übertragen würde. Enki brachte seinem Vater gegenüber seine Verbitterung darüber deutlich zum Ausdruck. Trotz seiner Ängste präsentierte Enki, als der Hohe Rat zusammenkam und die Probleme mit den Arbeitern diskutiert wurden, dem König und den versammelten Nefilim eine Lösung. Er verkündete, er verfüge über die wissenschaftlichen Kenntnisse, um mit Hilfe von Gentechnik Wesen zu erschaffen, die in der Lage sein würden, die schwere Arbeit in den Goldminen zu verrichten.

Enki erläuterte, dass er einer Spezies von irdischen Hominiden die für die Aufgabe notwendigen genetischen Anunnaki-Merkmale »aufprägen« würde. Zwar waren diese Hominiden nicht intelligent genug, um Anweisungen ausführen zu können – eine für Bergleute notwendige Fähigkeit –, aber Enki war überzeugt, dass die Ähnlichkeiten zwischen diesen Hominiden und den Anunnaki ausreichte, um seinem Plan Erfolg zu bescheren.

Die irdische Hominidenart war auf dem Urplaneten Tiamat ausgesät worden, aus dem später infolge einer Kollision mit Nibiru die heutige Erde wurde – was nur eine von vielen Kollisionen dieser frühen Welt mit anderen Himmelskörpern war. Eine dieser Katastrophen zerriss Tiamat in zwei Teile, und eine weitere Kollision schleuderte einen dieser beiden Teile in seine neue Position an, von der Sonne aus, dritter Stelle unseres Planetensystems. Seitdem trägt er den Namen Erde. Die anderen Überreste Tiamats wurden immer weiter zertrümmert und formten sich zu dem, was wir heute als »Asteroidengürtel« kennen.

Die Tagung des Hohen Rates wegen der Meuterei der Bergleute endete damit, dass Enki die Erlaubnis erhielt, durch Gentechnik einen »fügsamen Arbeiter« zu erschaffen. Unterstützt von seiner Halbschwester Ninhursag, der leitende Krankenheilerin der Nefilim, erschuf Enki einen lulu amelu (primitiven Arbeiter), einen hilfreichen Arbeiter (der aber kein Sklave war). Diese gentechnisch erzeugten Wesen sollten künftig gehorsam für die Nefilim und Anunnaki Arbeiten verrichten. Indem Enki das Genmaterial der irdischen Hominiden mit Genen seiner eigenen Spezies kombinierte, gelang es ihm, genau diesen willigen Arbeiter zu erschaffen. Diesem Erfolg verdankt eine bemerkenswerte Spezies ihre Existenz: der Homo sapiens.

Sitchins Forschungsarbeit offenbart uns hier etwas sehr Aufregendes. Er berichtet, dass die von den Nefilim erschaffenen Wesen – »Erdlinge« genannt – tatsächlich hochintelligent waren. Unter der Anleitung der Anunnaki wurden sie Schreiber, Buchhalter, Astronomen, Maurer, Handwerker, Wissenschaftler. Sie entwickelten Brennöfen für Lehmziegel, aus denen sie Gebäude, sogenannte Zikkurate, errichteten. Sie waren lernwillig, und die Anunnaki brachten ihnen bei, wie man Getreide anbaut und Obstplantagen anlegt. Sie erlernten das Bierbrauen und die kaufmännische Buchführung. Diese Erdlinge erwiesen sich als so wertvoll, dass die Nefilim begannen, sie als zivilisierte Wesen anzuerkennen und zu respektieren. Und wenn einzelne Menschen als herausragend würdig erachtet wurden, übertrugen die Anunnaki ihnen sogar die Königsherrschaft. Es ist also offensichtlich, dass die Erdlinge keine Sklaven waren.*

Das dritte Kapitel von Der zwölfte Planet beginnt Sitchin mit folgenden Worten:

Was hat nach Hunderttausenden, sogar Millionen von Jahren schmerzhaft langsamer menschlicher Entwicklung einen so plötzlichen Umschwung herbeigeführt und eins-zwei-drei – ungefähr 11000/7400/3800 vor Christus – primitive nomadische Jäger und Beerensammler zu Ackerbauern und Töpfern, dann zu Städtebauern, Ingenieuren, Mathematikern, Astronomen, Metallurgen, Kaufleuten, Musikern, Richtern, Schriftstellern, Ärzten, Bibliothekaren, Priestern gemacht?13

Diese Frage ist so provokativ wie erhellend. Schon jetzt liefert uns unsere Diskussion die Antworten. Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass die Daten einmal 3.600 und einmal 3.200 Jahre auseinanderliegen. Dies ist die Abweichung im Rotationsintervall von Nibirus Umlaufbahn.

Sitchin erklärt außerdem einige Rätsel, mit denen sich Gelehrte und Wissenschaftler lange Zeit herumschlugen, beispielsweise die Ursprünge der weltweit anzutreffenden gewaltigen Steinmonumente. Da gibt es die Sphinx, die Pyramiden, Stonehenge, Avebury, Newgrange und zahlreiche andere Bauwerke, errichtet aus Steinblöcken, die mitunter mehrere hundert, in einigen Fällen sogar über tausend Tonnen schwer sind. Archäologen, Ingenieure und andere Wissenschaftler, die sich mit der Entstehung dieser gewaltigen Artefakte beschäftigten, konnten nicht erklären, wie sie gebaut wurden und von wem. Durch Sitchins unermüdliche Forscherarbeit kennen wir heute die Erbauer vieler – wenn nicht aller – dieser Monumente: Es waren die Anunnaki. Sitchin fand Antworten auf alte Fragen, Antworten, die unser Wissen über die Anfänge der Menschheit enorm erweitert haben. Das geschieht typischerweise dann, wenn es einem Wissenschaftler gelingt, einen grundlegenden Paradigmenwechsel unseres Weltbildes herbeizuführen.

Die Auswirkungen von Sitchins Entdeckungen

Wie bereits erwähnt, sind neue Erklärungsansätze, die, logischer und überzeugender als die vorherigen, Fakten auf seriöse Weise anders interpretieren und eine erfrischend andere Sichtweise ermöglichen, in der Wissenschaftsgeschichte kein neues Phänomen. Es handelt sich dabei vielmehr um Merkmale einer Verschiebung des Erklärungsparadigmas. Sitchin hat mit seinen Forschungen eine solche Verschiebung bewirkt.* Sein genaues Studium der Überlieferungen und damit in Zusammenhang stehender Funde lieferte ihm die nötigen Daten, um die Schlüsse zu ziehen, mit denen wir uns in diesem Buch befassen. Ein engagierter und tatsachenorientierter Journalist ist darin geschult, Beobachtungen und Informationen zu verifizieren – statt einfach nur Ahnungen zu folgen. Ein solcher sorgfältiger Rechercheur war Sitchin. Und er war hartnäckig. Er untersuchte zahlreiche Berichte und Arbeiten von Historikern über Funde aus dem Altertum, auch wenn die von ihnen veröffentlichten Arbeiten sich nur schwer ausfindig machen ließen.

Es muss betont werden, dass die Durchführung der ersten Expeditionen zu den historischen Stätten der frühen Hochkulturen, die Auswertung der Funde und die Niederschrift der Ergebnisse in den Händen hoch gebildeter Wissenschaftler lag. Es waren ihre Entdeckungen, welche die Grundlage für wissenschaftliche Veröffentlichungen bildeten, die teilweise bis heute als die einzigen anerkannten Originalquellen gelten.

Diese früheren Tontafel-Forschungen nutzte Sitchin als Quellenmaterial, das er dann neu übersetzte. Sitchin machte absolut deutlich, dass er die Tafel-Artefakte nicht selbst ausgegraben hatte, also nicht behaupten konnte: »Schaut her, was ich gefunden habe. Und jetzt können wir selber lesen, was sie uns sagen.«**

Sitchin konnte in seinen Büchern und zahlreichen Vorträgen sehr souverän seine Erkenntnisse präsentieren, weil er gründlich und genau forschte. Außerdem war seine Interpretation der Funde immer streng logisch, und er hielt sich stets an die historischen Fakten. Entsprechend selbstsicher trat er auch bei Seminaren, Konferenzen und in Interviews auf.*

Als Sitchins Forschungsarbeit sich immer mehr entfaltete, gewann er nicht nur Klarheit über den technologischen Kontext, in dem diese ersten Anunnaki-Siedler auf der Erde gelebt und gearbeitet hatten, sondern entwickelte außerdem ein Bild von ihren gesellschaftlichen Verhältnissen, vor allem den Herrschaftsstrukturen auf Nibiru und deren »Export« auf die Erde. Sitchin fand heraus, wer die Hauptfiguren bei den Nefilim/Anunnaki waren und welche Rollen sie in ihrer »Heimat fern der Heimat« spielten und spielen wollten. Eine wichtige Komponente dieser Gesellschaft auf einem anderen Planeten war die Weitergabe von Verantwortung und Macht von einer Generation zur nächsten. Diese Erbfolgeregeln sorgten auf der Erde für zahlreiche Probleme, als sie auf den hiesigen Nefilim-Nachwuchs angewendet wurden – vor allem, als einer der ersten Nefilim, die auf die Erde kamen, nicht akzeptieren wollte, dass er die Macht über die Erde und ihre Bewohner nicht erben würde.

Wir werden uns nun mit der Dynastie der Nefilim befassen und jene Persönlichkeiten vorstellen, die als erste Siedler und Herrscher auf die Erde kamen. Die Informationen in diesem Kapitel waren der erste Schritt zu einem tieferen Verständnis der Entwicklungsgeschichte der Erde.

Im nächsten Kapitel gehen wir einen Schritt weiter.

*Antonio Huneeus hielt einen der sechs Vorträge auf dem ersten Sitchin Studies Day, der 1996 in Denver stattfand. Die Beiträge finden sich in dem von Sitchin herausgegebenen Buch Of Heaven and Earth (»Von Himmel und Erde«). Die Redner präsentierten Beweise für die lange Geschichte der Sichtungen von Flugobjekten und Luftfahrzeugen, die zum großen Teil in Landschaftsmalereien enthalten sind. In seinem Vortrag »Exploring the Anunnaki-UFO Link« (»Den Anunnaki-UFO-Zusammenhang erkunden«) stellt Huneeus eine überzeugende Verbindung zwischen modernen Phänomenen und Sitchins Themen her.

*In Der zwölfte Planet, S. 15/16, merkt Sitchin beispielsweise an, dass in der Höhle Schanidar, die sich an einer Bergflanke im Quellgebiet des Tigris befindet, Hinweise auf eine Besiedlung durch Menschen gefunden wurden, die vor 100.000 Jahren begann und bis vor 13.000 Jahren andauerte.

**Die älteste Wohnstätte in Anatolien ist die Karain-Höhle nördlich der am Mittelmeer gelegenen türkischen Großstadt Antalya. Diese Höhle war bereits vor 50.000 Jahren besiedelt.

*Mit dem Goldabbau der Anunnaki in Südafrika befasst sich Michael Tellinger in seinem Buch Die afrikanischen Tempel der Anunnaki, im Original erschienen 2013 (siehe Bibliografie).

**Ein Jahr auf Nibiru (Sar genannt) entspricht 3.600 Erdenjahren. Sitchin hat eine plausible Zeitleiste (in Erdenjahren) erstellt, wonach die Goldproduktion im Golf vor 416.000 Jahren ins Stocken geriet. Dieser Zeitplan findet sich in Die Kriege der Menschen und Götter, S. 330-335. Die Meuterei der Minenarbeiter wird hier auf einen Zeitpunkt vor rund 300.000 Jahren datiert.

***Das gesamte elfte Kapitel in Der zwölfte Planet ist diesem Ereignis gewidmet.

*In verschiedenen Publikationen heißt es, die Menschen seien von den Nefilim/Anunnaki als Sklaven erschaffen worden. Das ist leider oft missverstanden worden. Die Menschen wurden mit Intelligenz ausgestattet, damit sie den Anunnaki als echte Gehilfen dienen konnten.

*Eine ausführliche Diskussion von Sitchins Paradigma und dessen Auswirkungen findet sich in meinem Buch The Legacy of Zecharia Sitchin.

**Das ist ein zentraler Punkt, den Sitchin regelmäßig auf Konferenzen und Seminaren ansprach. Er fand es wichtig, dass sein Publikum begriff, dass er nur berichtete, was in der traditionellen Literatur veröffentlicht worden war, die Tafeltexte aber auf andere, genauere Art interpretierte.

*Sitchin war zum Beispiel gelegentlich in der Sendung George Noory’s Late Night zu hören, der Radio-Talkshow, die auf Art Bells beliebtes Coast to Coast folgte.

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