Kitabı oxu: «30 Minuten Umsetzungspower»

Şrift:

Marieluise Noack

30 Minuten

© 2016 SAT.1 www.sat1.de Lizenz durch ProSiebenSat.1

Licensing GmbH, www.prosiebensat1licensing.com

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Umschlaggestaltung: die imprimatur, Hainburg

Umschlagkonzept: Martin Zech Design, Bremen

Lektorat: Eva Gößwein, Goldbach

©2016 GABAL Verlag GmbH, Offenbach

Das E-Book basiert auf dem 2016 erschienenen Buchtitel »30 Minuten Umsetzungspower« von Marieluise Noack, © 2016 GABAL Verlag GmbH, Offenbach

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.

Hinweis:

Das Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder die Autorin noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gemachten Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

ISBN Buchausgabe: 978-3-86936-709-5

ISBN epub: 978-3-95623-372-2

In 30 Minuten wissen Sie mehr!

Dieses Buch ist so konzipiert, dass Sie in kurzer Zeit prägnante und fundierte Informationen aufnehmen können. Mithilfe eines Leitsystems werden Sie durch das Buch geführt. Es erlaubt Ihnen, innerhalb Ihres persönlichen Zeitkontingents (von 10 bis 30 Minuten) das Wesentliche zu erfassen.

Kurze Lesezeit

In 30 Minuten können Sie das ganze Buch lesen. Wenn Sie weniger Zeit haben, lesen Sie gezielt nur die Stellen, die für Sie wichtige Informationen beinhalten.

Alle wichtigen Informationen sind blau gedruckt.


Zahlreiche Zusammenfassungen innerhalb der Kapitel erlauben das schnelle Querlesen.

Ein Fast Reader am Ende des Buches fasst alle wichtigen Aspekte zusammen.

Inhalt

Vorwort

1. Ihre individuelle Strategie

Umsetzungstypen

Den Überblick bewahren

Vom „To do“ zum „I will“

2. Ready to start?

Einstellungen überprüfen

Standort bestimmen

Ressourcen checken

3. Ohne Plan ist alles nichts

Sachbezogene Projekte planen

Verhaltensprojekte planen

Ganz im Fluss: das Mäandern

4. Beharrlich bleiben

Den Durchhaltemuskel stärken

Vom Erfolg überzeugt sein

Mit Rückschritten umgehen

Fast Reader

Die Autorin

Weiterführende Literatur

Vorwort

Ob gute Vorsätze, berufliche Aufgaben oder Träume und Lebensziele: Wir alle haben ständig mit Projekten zu tun, mit kleinen und großen, einfachen und komplexen, selbst gewählten und von anderen aufgetragenen, dringenden und solchen vom Typus „will/könnte/sollte ich mal“ …

Wie gut und schnell wir diese Projekte umsetzen – und ob überhaupt –, das liegt immer an uns. Damit sind wir bereits mittendrin im Thema! Oberflächlich betrachtet kann man sich den Erfolg mit Zeit- und Selbstmanagementtechniken sichern. Sie kennen bestimmt die üblichen Tipps: Da wird geraten, zu priorisieren, Ziele nach bestimmten Kriterien zu formulieren, einen Plan zu machen, sich nebenbei um den Schweinehund zu kümmern – und das stimmt auch alles. Unsere Produktivität, also wie energievoll wir durchhalten und wie effizient wir unseren Erfolg sichern, hängt tatsächlich von unserem Selbst- und Zeitmanagement ab.

Doch meiner Erfahrung nach greifen die typischen Tipps zu kurz. Denn sie lassen zentrale Schrauben völlig außer Acht: Um die Dinge wirklich anzugehen, müssen wir vorher ansetzen, nämlich bei unserem ureigenen, individuell ausgeprägten Umsetzungstyp. Und dann heißt es, die Umsetzung in jeder Phase bis zum Ziel zu sichern. Auf den ersten Blick entdecken Sie in diesem Buch also viele der typischen Ansätze fürs Anpacken, Umsetzen und Dranbleiben, doch der Clou ist, dass wir dabei an bestimmten, jeweils besonders relevanten Schrauben drehen werden, damit Sie Ihre Vorhaben auch bis zum Ende durchziehen, und das auf möglichst mühelose Weise.

Zunächst finden Sie heraus, welcher Umsetzungstyp Sie sind. Hier steckt die größte Hebelwirkung, denn hier werden Sie sich Ihrer individuellen Stärken bewusst – aber auch der Fallstricke, die Ihnen am gefährlichsten werden können.

Danach machen Sie sich startbereit. In dieser Phase wird entschieden, ob Sie überhaupt loslegen, und hier können Sie zudem enorm für Rückenwind sorgen!

Im Planungskapitel werden Sie einige Male ein blaues Wunder erleben: Denn zu bekannten, wertvollen Eckpfeilern guter Planung gesellen sich überraschende Erkenntnisse. Wir lassen den Projekten nämlich Raum zum Atmen und nutzen Umwege zu unserem Vorteil.

Schließlich widmen wir uns Ihrer Ausdauer. Denn unterm Strich ist es gerade bei den wichtigen, komplexen Projekten immer ausschlaggebend, ob es Ihnen gelingt, beharrlich dranzubleiben.

Viele erfolgreiche Projekte wünscht Ihnen

Marieluise Noack

1.Ihre individuelle Strategie

Wenn wir Projekte wirklich umsetzen wollen, dann müssen wir zunächst uns selbst besser kennenlernen. Letztlich hängt es von unserem Verhalten ab, ob wir unsere Ziele erreichen oder unterwegs die Flinte ins Korn werfen.

Wie unterschiedlich Menschen mit ihren Vorhaben umgehen, können Sie schon am Start feststellen. Während die einen gleich mit großem Elan durchstarten, scheinen die anderen in den Startlöchern stecken zu bleiben und nicht voranzukommen. Jeder Mensch hat eine individuelle Gangart mit Stärken und Schwächen.

Wie gut es Ihnen gelingt, Ihre Vorhaben umzusetzen und Ziele zu erreichen, hängt wesentlich davon ab, wie gut Sie Ihren Umsetzungstyp kennen, wie gut es Ihnen gelingt, in der Dichte des Alltags den Überblick zu bewahren, und wie clever Sie mit dem vermeintlichen Druck der To-do-Liste umgehen. Diese Faktoren machen Ihre individuelle Strategie aus.

1.1Umsetzungstypen

Warum verpuffen die vielen gängigen Tipps zu Selbstdisziplin und Zielerreichung so schnell – oft sogar vor dem ersten Schritt? Weil wir unterschiedlich sind! Wollen wir Vorhaben wirklich umsetzen, dann helfen keine Patentrezepte. Wir müssen unser Verhalten beobachten und einschätzen, um darauf abgestimmt die Strategien einzusetzen, die für uns am Erfolg versprechendsten sind.


Jeder Mensch hat seine eigene, ganz individuelle Durchhaltekurve!

Jetzt stelle ich Ihnen die sieben wichtigsten Ausprägungen bei der Umsetzung eines Vorhabens vor. Jeder Typ hat seine Stärken und Schwächen. Letztere sind Verhaltensweisen, die sich negativ auf die Durchhaltekurve auswirken – bis hin zum Scheitern des Projektes. Doch keine Bange: Zu jeder Schwäche gibt es einen Ausgleich, auf den ich in späteren Kapiteln ausführlicher eingehe. Nehmen Sie bitte einen Stift zur Hand und kreuzen Sie auf den folgenden Seiten alle Verhaltensweisen an, die Sie an sich (er-)kennen. Dabei gilt:


= sehr stark ausgeprägt
= leichte Tendenz erkennbar

Ausprägung: sicherheitsbedürftig

Sehr sicherheitsbedürftige Menschen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sorgfältig abwägen. Das geht bereits los, bevor sie sich für – oder gegen – ein Vorhaben entscheiden: Was spricht dafür? Was spricht dagegen? Welche Ressourcen sind nötig? Was bringt es mir? Was könnte passieren? Und, und, und …

Ist Ihr Sicherheitsbedürfnis stark ausgeprägt, kennen Sie die zwei Seiten der Medaille: Einerseits sind Sie davor gefeit, Vorhaben überhastet zu starten. Andererseits bremsen Sie sich oft aus. Besonders groß ist diese Gefahr bereits in der Startphase, denn das Abwägen dauert oft viel zu lange, manchmal so lange, bis eine Chance vertan ist. Dazu kommt, dass auch während der Umsetzung immer wieder die Handbremse angezogen wird. Denn Menschen mit dieser Tendenz suchen nach Garantien. Sie erwarten klar strukturierte Lösungswege, gerne mit Patentrezepten.

Für diese Ausprägung ist es besonders wichtig, die Haltung des Mäanderns zu entwickeln (s. Kap. 3.3). Am Start muss nicht alles klar sein, zumal neue und hilfreiche Erkenntnisse oft sowieso erst beim Tun entstehen.


Ausprägung: ungeduldig

Menschen, die immer schon mit den Hufen scharren, sind wahre Anpacker. Sie sind begeisterungsfähig und legen ein hohes Tempo vor. Noch bevor andere darüber nachgedacht haben, wie, wo und was, haben sie längst losgelegt und sich mit Feuereifer ins Handeln gestürzt. Wenn Sie zu den Ungeduldigen gehören, wissen Sie ganz genau, was jetzt kommt: Die Durchhaltekurve bekommt meist schnell nach dem Start einen Knick. Die Begeisterungsphase führt zum Strohfeuer. Dann bleibt entweder die Lust auf der Strecke oder ein Vorhaben verläuft im Sand, weil Sie merken, dass es Ihnen doch gar nicht so wichtig war. Doch auch wenn Sie dabeibleiben, führt der ungezügelte Aktionismus oft dazu, sich zu verzetteln. Wesentliche Informationen werden nicht eingeholt, das Umfeld wird nicht einbezogen und die Schritte zum Ziel sind alles andere als koordiniert. Das kostet Kraft, Zeit, Nerven und manchmal sogar Geld.

Der ungeduldige Macher braucht eine Planung der praktischen Art, die das sofortige Umsetzen erlaubt und gleichzeitig sicherstellt, dass er immer den Wald im Blick hat und nicht nur die vielen Bäume, Äste und Zweige sieht.


Ausprägung: pragmatisch

Pragmatiker sind wahre Realisten und setzen ihre Ressourcen sehr gezielt ein. Sie fokussieren sich auf das, was wirklich funktioniert, und halten nicht an Vorgehensweisen fest, die ihrer Meinung nach nicht funktionieren. In der Regel sind sie gute Beobachter und entwickeln ihre Handlungsmöglichkeiten im Tun weiter: Wo funktioniert es schon ein bisschen? Was habe ich da ganz konkret gemacht? Wie könnte ich diese Erfahrungen in der jetzigen Situation nutzen?

Mit dieser Ausprägung kommen Sie gut durchs Leben: Prakmatiker sparen Ressourcen, packen die Dinge souverän an und wissen, was sie leisten können. Ihr Erfahrungsschatz intensiviert sich. Gleichzeitig aber limitieren sie sich selbst. Denn wer immer nur auf das setzt, was erprobt ist, und sich nicht weit wegbewegt vom Bewährten – oder von dem, was er dafür hält –, der deckelt seine Möglichkeiten.

Der Pragmatiker braucht einen breiteren Ausprobier-Horizont. So baut er auf das Bekannte und Verlässliche auf, lernt aber, noch mehr zu abstrahieren und auszuprobieren – verbunden mit dem Blick in die Zukunft, um mutig auch neue und unbekannte Wege zu gehen.


Ausprägung: unrealistisch

Die Eigenschaft „unrealistisch“ scheint zunächst nur negativ zu sein, doch weit gefehlt: Der unrealistische Blick bedeutet in diesem Fall nämlich nicht, etwas falsch einzuschätzen, sondern vielmehr, gerade die Dinge anzugehen, bei denen andere abwinken.

Menschen mit dieser Tendenz sind mutig und trauen sich auch schwierige Projekte zu. Dadurch probieren sie mehr aus, machen mehr Erfahrungen und erreichen oft vieles, das man nicht für möglich gehalten hätte. Unrealistisch ist ihre Herangehensweise, weil sie sich oft viel mehr vornehmen, als Ressourcen in Form von Zeit, Mitteln und Manpower vorhanden sind. Sie gehen immer wieder ans absolute Limit. Erst in der Umsetzung stoßen sie an ihre Grenzen – jetzt kommt es zu Misserfolgen oder Überlastung, auf jeden Fall zu Unzufriedenheit, da es nicht so läuft wie erhofft oder die Befürchtung entsteht, nicht gut genug zu sein.

Hier braucht es dringend das bodenständige Verankern in der aktuellen Machbarkeit. Man legt selbstbestimmt dem „Größenwahn“ die Zügel an, ohne sich zu begrenzen, etwa durch die Erfolgskontrolle mittels Meilensteinen.


Ausprägung: diszipliniert

Es wundert nicht, dass man mit Disziplin sehr produktiv ist. Menschen mit dieser Ausprägung haben für alles eine To-do-Liste und bleiben konsequent bei der Sache. Sie sind verlässlich, meist gut organisiert – Planlosigkeit ist ihnen ein Gräuel. Ihr diszipliniertes Commitment lässt sie auch große Vorhaben umsetzen. Sie bleiben einfach dran, bis sich der Erfolg einstellt.

Genau hier verbirgt sich aber auch die Kehrseite: Einige disziplinierte Menschen beißen sich regelrecht fest und erlauben sich kein Zurück mehr, selbst wenn das Ziel ihnen nicht oder nicht mehr wichtig ist („Was man anfängt, zieht man auch durch!“). Vor allem aber passiert es schnell, dass persönliche Ziele und Wünsche auf der Strecke bleiben („Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“). Für den Disziplinierten besteht der wichtigste Ausgleich darin, sich auf das Was und das Wie fern der Todos zu fokussieren: Denn im Fokus auf das Ziel und auf das Vergnügen auf dem Weg dorthin liegt der Schlüssel zum gelungenen Haushalten mit den eigenen Kräften. Die Disziplin weitet sich idealerweise auf die Selbstfürsorge aus. Nur wer sich selbst ernst nimmt, kann auch gute Ergebnisse bringen.


Ausprägung: trotzig

Trotzreaktionsmuster sind nicht so leicht zu händeln. Das Gute: Sie gehen einher mit einem klaren, festen Standpunkt und ausgeprägter Willenskraft. Menschen mit trotziger Tendenz setzen sich voll ein, solange das mit ihren Prinzipien, Werten und Zielen übereinstimmt. Schauen wir die Umsetzungskurve an, können sich Menschen mit trotziger Tendenz bereits am Start blockieren, indem sie etwas „aus Prinzip“ nicht machen. Oder sie starten stark, entwickeln aber im Verlauf des Vorhabens einen Trend zur Selbstsabotage durch ihre Antihaltung. Trotzig verkünden sie: „Dann eben nicht“ oder „Jetzt erst recht nicht!“, und lassen dann oft etwas sausen, das ihnen eigentlich wichtig war.

Kommt Ihnen das an sich bekannt vor? Dann erzähle ich Ihnen nichts Neues, wenn ich Ihnen sage, dass Sie es blendend verstehen, sich selbst im Weg zu stehen.

Die Trotzigen unter uns brauchen als Ausgleich immer wieder ein Innehalten, um aus der eigenen Trotzhaltung herauszukommen und nicht gegen, sondern für sich und ihre Ziele zu arbeiten.


Ausprägung: improvisierend

Schließlich kommen wir zur Fähigkeit wahrer Lebenskünstler: Leute, die gut improvisieren können, passen sich wechselnden Situationen enorm gut an. Ihr Improvisationsgeschick erlaubt es ihnen, unvorbereitet in Situationen zu gehen und trotzdem zu einem guten Ergebnis zu kommen. Mitunter sind sie wahre Meister darin, ohne Rahmen und Sicherheitsnetz zur Höchstform aufzulaufen. Das ist Flexibilität par excellence!

Leider wirkt sich diese Stärke bei langfristigen Vorhaben kontraproduktiv aus. Dann nämlich wird das Improvisationsgeschick zur Ineffizienz. Mangels Planung gleicht die Umsetzungskurve einem ständigen Auf und Ab, hinderliche Umwege sind an der Tagesordnung. Mit ihrem Geschick holen diese Menschen zwar immer wieder die Kastanien aus dem Feuer, doch das lenkt vom Ziel ab, kostet Kraft … und die eine oder andere Kastanie verkohlt.

Wer gerne und viel improvisiert, braucht als wertvolle Ergänzung eine klare, aber flexible Einsatzplanung. Es geht nicht um Starrheit oder langweilige To-do-Listen. Die Devise lautet: So viel Freiheit wie möglich und so viel Planung wie nötig!



Jeder von uns zeigt individuelle Umsetzungstendenzen. Oft sind nur ein oder zwei davon besonders deutlich ausgeprägt. Um die großen Stärken, die jeder Typ mit sich bringt, auch in voller Wucht für die Umsetzung nutzen zu können, ist es wichtig, die Schwächen auszugleichen.

1.2Den Überblick bewahren

Wir alle haben begrenzte Ressourcen: Energie, Zeit, Geld, Nerven. Darum müssen wir realistisch damit umgehen, indem wir Prioritäten setzen bei dem, was wir uns vornehmen, und indem wir unsere Vorhaben in unseren meist schon mehr als vollen Alltag integrieren. Nun haben wir es aber nie nur mit einem oder zwei Projekten zu tun, sondern beruflich und privat steht ständig jede Menge zugleich an. Obendrauf kommen die großen Vorhaben: etwas, das wir neu lernen möchten, Entscheidungen, die unser Leben komplett umkrempeln, oder Weichenstellungen, die andere oder „das Schicksal“ uns bescheren.

Um alles zu managen und uns auf die Dinge konzentrieren zu können, die wirklich zählen, müssen wir mit unseren Ressourcen überlegt umgehen. Nur dann können wir unsere Ziele konsequent verfolgen – und erreichen. Der Schlüssel dazu ist der Überblick. Der Überblick ist gleichzeitig die Vorstufe der Planung.

Jetzt kommt der Clou: Es gibt nicht den Überblick, sondern es gibt fünf verschiedene Arten von Überblick, die ineinandergreifen und dafür sorgen, dass wir unsere Vorhaben auch wirklich durchziehen können. Jede Überblicksart sichert den Erfolg auf andere Weise ab!

Die Vogelperspektive: der Blick auf das große Ganze, den aktuellen Stand und den Weg dorthin.

Der Blick auf die Bäume: der Überblick über die aktuellen und kommenden Details.

Der Wichtigkeits-Motivations-Monitor: Ziele haben nicht immer die gleiche Bedeutung, auch die Begeisterung und Motivation kann sich verändern.

Der Ressourcenspeicher: festlegen, welche konkreten Ressourcen für das aktuelle Vorhaben maßgebend sind und wie man deren Füllstand im Blick hält, um rechtzeitig aufzufüllen.

Der Querschläger-Alarm: erkennen, was schiefgehen kann, wer oder was Störfaktoren werden könnten, und das Sicherheitssystem während der Umsetzung.

Gleich lernen Sie die Merkmale dieser Übersichtsarten näher kennen. Behalten Sie dabei Ihre individuellen Umsetzungstendenzen im Auge, die Sie eben ermittelt haben. Denn Sie werden merken, dass sich Ihr Umsetzungstyp auch in puncto Übersicht widerspiegelt. So sind Ihnen bisher bestimmte Übersichtsarten besonders wichtig und andere vernachlässigen Sie momentan noch – aber nicht mehr lange!

Die Vogelperspektive

Das ist der Blick auf das große Ganze, und zwar auf alles: nicht nur auf die aktuellen Projekte, sondern auch auf alles andere, was momentan im Leben so vor sich geht. Rein berufliche Vorhaben betrachten wir zwar im Kontext unserer Gegebenheiten im Arbeitsleben, dennoch ist es wichtig, immer auch auf uns selbst zu achten. Aus der Vogelperspektive können wir Zusammenhänge und Abhängigkeiten erkennen und eine gezielte Strategie entwickeln. Das sorgt auch dafür, dass wir bei Unvorhergesehenem nicht einfach nur reagieren und in bloße Symptombekämpfung verfallen, sondern uns auf das große Ganze besinnen, um nötige Kurskorrekturen vorzunehmen.

Das Schöne an der Vogelperspektive ist, dass alles klar vor uns liegt. Wir erkennen, was wirklich wichtig ist, und können die Dinge selbst aussteuern.

Der Blick auf die Bäume

„Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“, diese Redewendung kennen wir alle. So geht es Menschen, die gleich mit den Details anfangen, anstatt sich zunächst den Überblick aus der Vogelperspektive zu verschaffen, um von dort aus das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden.

Doch der Blick auf die Bäume ist genauso wichtig! Denn nach der Vogelperspektive geht es an die Details: Wo, wie, was, wer, wann? In diesen Details stecken die entscheidungs- und planungsrelevanten Faktoren, auf die wir in den nächsten Kapiteln näher eingehen.

Der Wichtigkeits-Motivations-Monitor

Nicht alle Vorhaben haben gleich große Bedeutung, auch die Begeisterung und die Motivation können sich verändern. Darum ist es wichtig, auch während der Umsetzung immer wieder innezuhalten, um die Wichtigkeit einer Aufgabe und die eigene Motivation zu überprüfen. So erkennt man schnell, welche Ziele aktuell besonders wichtig sind. Auf diese Weise sorgen Sie dafür, dass Sie auf dem richtigen Kurs bleiben. Vor allen Dingen aber nehmen Sie dadurch bewusst wahr, wenn Sie in ein Motivationsloch geraten sind, und können Maßnahmen ergreifen, die wieder für Rückenwind sorgen.

Um sich schnell einen Überblick zu verschaffen, wie es um ein aktuelles Vorhaben gerade steht, machen Sie einfach diesen Skalen-Check:


Jonglieren Sie gerade mit mehreren Vorhaben, können Sie den Wichtigkeits-Motivations-Monitor ganz einfach in Form einer Tabelle darstellen. So erkennen Sie sofort, wie es um jedes einzelne Vorhaben gerade steht, und die Übersicht hilft Ihnen auch dabei, Ihre Prioritäten richtig zu setzen:


Jetzt kann natürlich der Fall auftreten, dass zwischen Wichtigkeit und Motivation ein großer Unterschied besteht: Vielleicht ist ein Vorhaben sehr wichtig für Sie, aber Ihre Motivation ist gering. Oder Ihre Motivation für ein bestimmtes Projekt ist sehr hoch, aber gemessen an anderen Zielen ist es eher unwichtig. Genau hier heißt es dann, den Blick auf die Bäume zu richten, indem Sie die jeweiligen Werte hinterfragen: Warum ist das Vorhaben so wichtig/eher unwichtig? Warum ist Ihre Motivation gerade gering oder sehr hoch? Die Antworten auf diese Fragen bieten das Sprungbrett, um die Werte entweder zu erhöhen, den Kurs zu korrigieren oder auch ganz bewusst Vorhaben zu beenden.

Der Ressourcenspeicher

Wie wir schon gesehen haben, sind bei vielen Vorhaben die wichtigsten Ressourcen unsere Zeit, unsere Motivation und unsere Kraft. Bei manchen Vorhaben spielen aber auch andere Ressourcen eine entscheidende Rolle, beispielsweise der finanzielle Rahmen oder die Unterstützung von Kollegen, Kunden und Mitarbeitern. Ressourcen sind also alle Mittel, die für eine erfolgreiche Umsetzung erforderlich sind. Viele von uns sind zwar absolut motiviert, erkennen aber nicht, dass das Umfeld nicht mitzieht oder die Kapazitäten nicht vorhanden sind, um das Vorhaben wirklich umzusetzen. Erinnern wir uns daher an den Blick auf die Bäume: Bäume können nicht wachsen, wenn nicht genügend Licht, Nährstoffe und Wasser vorhanden sind.


Bevor wir ein Vorhaben starten, müssen wir festlegen, welche Ressourcen für die Umsetzung entscheidend sind. Wer zu überhastet startet, erlebt oft eine Bruchlandung, wenn erst bei der Umsetzung erkannt wird, dass wichtige Ressourcen fehlen.

Es reicht aber nicht aus, nur am Start die Ressourcen festzulegen. Während der Umsetzung kann sich vieles ändern. Das gilt es im Auge zu behalten! Wir müssen also immer wieder die Ressourcen checken, um kritische Punkte rechtzeitig zu erkennen.

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