Kitabı oxu: «Wünsch dich ins kleine Wunder-Weihnachtsland Band 1»

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Wünsch dich ins kleine Wunder-Weihnachtsland
Erzählungen, Märchen und Gedichte zur Advents- und Weihnachtszeit
von Kindern für Kinder geschrieben
Band 1
Martina Meier (Hrsg.)

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Impressum:
Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.
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© 2020 – Papierfresserchens MTM-Verlag GbR
Mühlstraße 10, 88085 Langenargen
Alle Rechte vorbehalten. Taschenbuchausgabe erschienen 2019.
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt.
Bei einigen Texten haben wir die österreichische Rechtschreibung einzelner Begriffe beibehalten.
Titelbild: © Heike Georgi
Lektorat: Redaktions- und Literaturbüro MTM
ISBN: 978-3-86196-897-9 - Taschenbuch
ISBN: 978-3-96074-333-0 - E-Book
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Inhalt
Ein Weihnachtswiedersehen
Ein Weihnachtswunder
Personalwechsel
Fröhliche Weihnachten
Die Reise zum Nordpol
Mein Adventskalender
Eine Pfote, eine Flosse und ein Watschelnder Fuß
Die verzauberte Mauer
Weihnachten im Wald
Die kleine Elfe
Der sprechende Schneemann
Der Schneemann, der Engel und die Wolke
Der Weihnachtswelpe
Mein schönstes Weihnachtsgeschenk
Abenteuer im Schnee
Weihnachtszeit
Nord- und Südpol vereint
Der Pechweihnachtsmann
Die Weihnachtsgrippe
Das tierisch schöne Weihnachten
Chaos in der Weihnachtswerkstatt
Julian und der Weihnachtsmann
Lotta und der Schneehase
Ausflug in die Weihnachtsfabrik
Peters schönste Jahreszeit
Der verschwundene Weihnachtsmann
Das verfluchte Spiel
Das Rentier Olaf
Daniel und der alte Mann
Aufregende Weihnachten
Das merkwürdige Weihnachten
Der vergessene Weihnachts-Wunschzettel
Als die Rentiere fliegen lernten
Lina und die Weihnachtselfen
Ein Wintergeburtstag mit Folgen
Hibas erstes Weihnachten
Die Weihnachtsfliege
Der Weihnachtsfall
Beste Schneeballschlacht aller Zeiten
Winter
Die Geschichte des Weihnachtsmannes
Bald ist es so weit
Die verlorene Winterwelt
Weihnachtszeit
Keine weiße Weihnachten
Eine wundervolle Reise
Der Elfenklang
Nie wieder an Weihnachten allein
Kein Weihnachten?
Der kleine Rudolph
Willi Weihnachtswaschbär
Engel und Bergmann
Chaos in der Weihnachtswerkstatt
Wenn Weihnachtswünsche wahr werden
Schnuppe, das kleine Rentier
Lindas Weihnachtswunder
Das magische Weihnachtsland
Die Weihnachtswetterhexe
Winter-Wunderland-Rätsel
Moon, der freche Engel
Die falschen Weihnachtsmänner
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Ein Weihnachtswiedersehen
Ich schlenderte durch die Einkaufspassage der New Yorker Innenstadt. In den Schaufenstern waren bunte Lichter und meistens las man den Schriftzug Merry Christmas. Rote Weihnachtsmänner säumten die Straße und begrüßten jeden, der an ihnen vorbeikam, mit einem strahlenden Lächeln. Ich steuerte einen kleinen, relativ schlicht geschmückten Laden an. Über dem Eingang prangte ein Schild mit der Aufschrift Tea – from all around the world. Ich mochte den Laden sehr. Die Inhaberin war eine Bekannte von mir und wir verstanden uns wirklich gut.
Die Glöckchen der Ladentür bimmelten, als ich eintrat, und eine Stimme rief durch den Raum: „May, Liebes! Ich habe mich schon gefragt, wann du mal wieder vorbeikommst!“
„Ms. Smith, ja, ich habe mich dazu entschlossen, Onkel Patrick ein Päckchen deiner Spezialmischung zu schenken. Ich möchte ihn über die Feiertage auf seiner Ranch in Georgia besuchen. Ich habe ihn als kleines Kind zuletzt gesehen und all die Jahre sind ohne meinen Lieblingsonkel verstrichen. Jetzt will ich ihn wieder besuchen“, überrollte ich die alte Dame mit einem Redeschwall.
„Das ist so eine wundervolle Idee, May!“, lächelte sie mich an.
„Ja, und ich hoffe, dass er es meiner Mutter verzeihen wird“, erzählte ich Ms. Smith. Doch meine Gedanken trübten sich, nach der anfänglichen Vorfreude kamen Bilder der Vergangenheit in meinem Kopf auf. Es war Heiligabend vor 13 Jahren, als Mum und Onkel Patrick miteinander stritten. Seitdem durfte ich meinen Onkel nie wieder besuchen. Doch nun war ich volljährig und meine Mutter konnte mir nichts mehr vorschreiben.
Ich winkte ein Taxi heran. Als es hielt, bat ich den Fahrer, mich nach außerhalb zur Ranch meines Onkels zu bringen. Zuerst sah man nur die weihnachtlich geschmückten Straßen, bis wir nach einer Stunde nur noch gerade Landstraßen und im Dunkeln eingeschlossene Felder überquerten.
Ich setzte einen Fuß in den weißen Schnee, als wir nach einer zweistündigen Fahrt am Ziel angekommen waren: an der Ranch von Onkel Patrick. Dem Fahrer gab ich doppeltes Trinkgeld, da mich wahrscheinlich nicht mal mehr meine besten Freunde am Weihnachtsabend hier rausgefahren hätten. Ich nahm meinen Koffer und meinen Rucksack und näherte mich der Haustür.
Nun, so kurz vor dem Ziel nagten doch Bedenken an mir: Würde er sich freuen, mich zu sehen? Doch da hörte ich den Motor des hinter mir startenden Autos und ich wusste, dass es kein Zurück mehr gab. So nahm ich all meinen Mut zusammen und drückte auf die Klingel. Innen läutete es und ich hörte die Schritte über das alte Dielenbrett knarren. Durch die Fenster strahlte Licht nach draußen und ich erkannte, dass die Tür, vor der ich stand, aus massivem Eichenholz bestand. Diese öffnete sich in dem Augenblick und ein schlaksiger etwa 50 Jahre alter Herr mit schwarzem, teilweise gräulichem Haar stand vor mir, doch ich erkannte ihn: Es war Onkel Patrick.
„May, bist du es wirklich?“ Die Augen meines alten Lieblingsonkels füllten sich mit Tränen.
„Wenn ich es dir doch sage!“, antwortete ich überglücklich.
Er nahm mich in den Arm und fragte: „Deine Mutter wollte nicht, dass du mich wiedersiehst, oder?“ Ich nickte. Seine Miene trübte sich, doch da fing er an zu erzählen: „Ich habe mich mit ihr in die Haare gekriegt. Als wir einmal gemeinsam auf dem Spielplatz waren, da bist du von einem sehr hohen Klettergerüst gefallen und musstest ins Krankenhaus. Als ich sie anrief, warf sie mir vor, dass ich mich nicht gut genug um dich kümmern könnte und ich dich niemals wiedersehen würde. Doch nun bist du da. Das ist unbeschreiblich schön!“
Ich lächelt und redete ihm ganz sanft zu: „Es ist wunderbar, meinen Lieblingsonkel wiederzusehen. Außerdem habe ich noch ein Weihnachtsgeschenk für dich.“ Damit übergab ich ihm die Spezialmischung von Ms. Smith.
Eine Woche blieb ich auf seiner Ranch. Ich half ihm beim Füttern der Hühner, beim Ausmisten der Ställe und beim Bürsten der Ponys.
Seit jenem Weihnachten besuche ich Onkel Patrick mehrmals im Jahr und wir haben jedes Mal sehr viel Spaß.
Nora E., 11 Jahre, München, Deutschland
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Ein Weihnachtswunder
Letzten Sonntag schneite es endlich! Es gibt nichts Schöneres in der Adventszeit! Alle Kinder spielten im Schnee, bauten Schneemänner und rutschten mit den Schlitten den Hügel hinunter. Nur Maria beobachtete die fröhlichen Kinder vor ihrem Fenster. Einerseits freute sie sich über den Schnee und über den Spaß, den sie damit haben könnte, andererseits war sie sehr besorgt darüber. Es würde in der kleinen Wohnung noch kälter werden und weder sie noch ihre Mama hatten warme Wintermäntel und Winterstiefel. So gerne wollte das Mädchen mit den anderen Kindern spielen, doch es konnte nicht.
Seit Marias Papa vor drei Jahren bei einem Autounfall gestorben war, wurde die Situation immer schwieriger. Ihr Papa hatte fleißig gearbeitet und die Familie gut versorgt. Lisa, die Mutter, hatte sich um Maria und ihren Vater gekümmert, die Wäsche gewaschen, alles sauber gehalten, die Einkäufe erledigt und jeden Tag vorzügliche Gerichte gekocht. Sie kochte besser als jeder andere. Die Frauen ihrer Familie hatten viel Erfahrung beim Kochen und Lisa über die Jahre alle Tricks gezeigt. Sie hatte sehr jung geheiratet und keinen Beruf erlernt. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes versuchte sie, Arbeit zu finden. Sie hatte sich lange um einen Job bemüht und war allmählich verzweifelt, weil sie keinen bekam. Ohne Arbeit wurde das Geld immer weniger und so konnten sie und Maria sich kaum etwas kaufen. In diesem Jahr bekam Maria weder einen Adventskalender noch konnten sie sich einen Adventskranz leisten. Die Mutter versuchte, Maria nicht mit diesem Problem zu belasten, nur leider schaffte sie es nicht, weil es täglich schwieriger wurde.
Nun stand Maria traurig am Fenster und wollte doch so gerne mit den anderen Kindern eine Schneeballschlacht veranstalten. Ihre Gedanken wurden trüb und sie dachte ans bevorstehende Weihnachtsfest. Alle Kinder würden einen tollen Weihnachtsbaum haben und schöne Geschenke bekommen, nur sie nicht. Dabei wünschte sie sich ein Kuscheltier als Spielkameraden, um sich nicht mehr so einsam zu fühlen.
Sie setzte sich an den Tisch und schrieb:
Liebes Christkind,
bitte lass ein Weihnachtswunder geschehen! Meine Mama Lisa braucht unbedingt mehr Geld. Sie kümmert sich immer gut um mich und bemüht sich, alles richtigzumachen. Wenn es möglich wäre, könntest du ihr vielleicht helfen, dass sie eine gute Arbeit findet, damit wir ein fröhliches Weihnachtsfest feiern. Bitte sende meinen Papa im Himmel liebe Grüße von mir!
Vielen Dank!
Maria
Den Brief gab sie in ein Kuvert und am Abend legte sie ihn auf ihr Fensterbrett.
Am nächsten Morgen war der Brief weg. Das zauberte ein Lächeln auf Maria Gesicht.
Auf dem Weg zur Schule war sie in letzter Zeit immer an einer Baustelle vorbeigegangen. Heute war dort aber keine Baustelle mehr. Es war ein neues Restaurant entstanden. Im Fenster hing ein Plakat:
Neueröffnung am 6. Dezember!
Restaurant Frensellis sucht noch gute Köche und Köchinnen!
Wenn Sie gerne und gut kochen, bewerben Sie sich jetzt!
frensellis@gmx.at
0676/9742782
Wir freuen uns auf Sie!
Als Maria am Abend nach Hause kam, erzählte sie ihrer Mama von dem neuen Restaurant. Lisa machte sich keine Hoffnung, weil sie keine Kochausbildung hatte und schon oft enttäuscht worden war. Ihre Tochter bestand aber darauf, dass sie es zumindest versuchen sollte, sich zu bewerben. Weil Lisa sehr nervös war, gingen die beiden einfach gemeinsam hin.
Herr Frensellis war ein netter Mann. Lisa begann ihm zu erklären, dass sie zwar toll kochen könne, aber keinen Abschluss habe. Sie war aufgeregt und hörte nicht auf zu reden. Herr Frensellis wurde ungeduldig und sagte: „Frau Rossini, hören Sie auf zu reden. Nehmen Sie eine Schürze und zeigen Sie mir, was Sie können!“
Und das tat sie.
Am Tag vor Weihnachten kam Maria nach Hause und legte sich aufgeregt hin. Sie konnte kaum einschlafen, schweißgebadet wälzte sie sich im Bett herum.
Als sie am nächsten Morgen aufwachte, sah sie überall in der Wohnung Lichterketten und Weihnachtsdekorationen. Am Fenster stand ein prachtvoll geschmückter Weihnachtsbaum, unter dem sich sogar ein paar Geschenke befanden. Staunend stand sie auf und bemerkte, dass es in der Wohnung angenehm warm war. Aus der Küche kam ein sanfter Lebkuchenduft. Maria lief in die Küche und umarmte glücklich ihre Mama. Die hatte Freudentränen in den Augen.
Das war ein wirkliches Weihnachtswunder!
Helena P., 10, Wien, Österreich
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Personalwechsel
„Nein, zum Donnerwetter!“ Schniefend schob sich die rot-weiß gekleidete Gestalt aus dem Bett. „Die Kinder brauchen mich!“
„Aber Schatz, du hast doch gehört, was der Doktor gesagt hat. Du hast einen Burn-out!“ Energisch wuchtete die alte Frau den massigen Körper wieder ins Bett.
„Papperlapapp! Ich bin der Weihnachtsmann, ich bin niemals überarbeitet!“, schimpfte der Angesprochene. Wie um seine Worte zu widerlegen, fuhr seine Hand an seinen Kopf. „Ooh, mein Schädel!“
„Schluss jetzt! Sie brauchen dringend eine Auszeit auf einer tropischen Insel. Das ist ein ärztlicher Befehl!“
Der Weihnachtsmann blickte seine Gattin und den Doktorwichtel an: „Soll das etwa heißen, dass ich die Kinder im Stich lassen soll?“ Doch auch wenn die Worte streng gemeint waren, klangen sie jetzt ein wenig kläglich. „Hiltrud, wer kümmert sich denn an meiner Stelle um die Geschenke?“, fragte er zögerlich.
Seine Frau nestelte an den Kordeln ihres Kleides herum, wie immer, wenn sie scharf nachdachte, dann leuchteten ihre Augen auf. „Was ist mit den vielen Katzen, denen du durch deine Wunscherfüllungen ein neues Zuhause gegeben hast? Rund um die Welt stehen sie tief in deiner Schuld.“
„Hmm, gar keine schlechte Idee“, überlegte ihr Mann. „Doch, doch, eine sehr gute Idee sogar. Wenn ich es mir recht überlege, ist das der beste Einfall des Jahres!“, rief er freudestrahlend. „Lass sie uns gleich kontaktieren!“
Gesagt, getan. Schon bald wimmelte es in der alten Forschungsstation nur so von Katzen, die alle nur auf die Anweisungen des Weihnachtsmannes warteten, dessen Bett dafür extra auf ein Podest gehievt worden war.
„Katzen Europas, Katzen Amerikas, Katzen aus aller Welt, hört mich an. Ihr wisst, weshalb ihr hergebeten wurdet, deshalb fasse ich mich kurz: Die Wunschzettel liegen oben im Funkturm. Irmgard und Friedbert, ihr werdet euch dort oben mit dem Ausrufen der Wünsche befassen. Nennt zudem auch den Kontinent, das Land und die Adresse des Kindes, welches den Wunsch geäußert hat. Alfons und Madita, ihr überprüft am Computer, ob das jeweilige Kind brav gewesen ist, und gebt dann das OK – oder eben nicht. Der Rest von euch ist fürs Verpacken und Ausliefern zuständig. Aber ich warne euch: Verschreckt mir nicht meine Rentiere!“
Nachdem ein zustimmendes Schnurren ertönt war, wendete sich der Weihnachtsmann seiner Hiltrud zu. „Auf in die Karibik!“, hörte man ihn noch rufen, bevor er mit einem Lichtblitz verschwand.
Seit diesem Tag wurde er nie mehr gesehen – wahrscheinlich, weil er keinen Kalender eingepackt hatte. Doch zum Glück hat bis heute niemand etwas bemerkt.
Oder doch? Wenn ihr an Heiligabend mal vorsichtig an euren Geschenken schnuppert, könnte es sein, dass sie nach Thunfisch riechen ...
Felicia S., 12 Jahre alt aus Norden, Deutschland
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Fröhliche Weihnachten
Ein mächtiger Kaiser wollte alle Bewohner seines riesigen Reiches zählen. Er wollte wahrscheinlich herausfinden, wie viele Leute ihm zuhören mussten. Natürlich wollte er es nicht allein tun, aber er befahl, dass jede Familie – Vater, Mutter und alle Kinder – in die Stadt kommen sollte, in der Vater geboren worden war. Dort sollte ein spezieller kaiserlicher Angestellter ihre Namen in ein dickes Buch schreiben und sie dann in die Hauptstadt schicken.
Der Kaiser war wirklich sehr mächtig – und sein Reich war wirklich riesig. Aber es stellte sich heraus, dass es jemanden gab, der wichtiger war als er. Wer weiß, ob man sich überhaupt an diesen Kaiser erinnert hätte, wenn es nicht eine arme Familie gegeben hätte, die wie befohlen eine lange Reise in ihre Heimatstadt unternahm. Der Muttername war Maria, der Name ihres Mannes war Josef. Das Kind, obwohl es noch nicht geboren ist, hatte auch einen Namen, weil es kein gewöhnliches Kind war.
Und als Josef und Maria eine kleine Stadt in Bethlehem erreichten und irgendwo übernachten wollten, niemand wollte sie akzeptieren. Vielleicht, weil sie nicht viel Geld hatten, vielleicht, weil alle Plätze besetzt waren, weil viele Leute in die Stadt kamen, oder vielleicht einfach, weil jeder an seine eigenen Dinge dachte und dachte, er solle es alleine machen.
Genau wie heute, oder?
Glücklicherweise stimmte der Besitzer in einem bestimmten Gästehaus zu, sie aufzunehmen. Zugegebenermaßen nicht im Haus, sondern in einem gewöhnlichen Stall, der neben dem Gasthaus stand, aber Maria und Josef waren beide so müde, dass sie auch darüber glücklich waren. Und noch in dieser Nacht gebar Maria an diesem Ort das Kind – den Sohn, den sie Jesus nannte, was in ihrer Sprache Gott ist mit uns bedeutete. Da sie nicht einmal ihr eigenes Bett hatte, wickelte sie ihn in Windeln und statt in eine Wiege legte sie ihn ins Heu in eine Krippe.
Einige Leute wussten sofort, dass jemand Außergewöhnliches geboren worden war. Arme Hirten kamen bald zum kleinen Jesus und drei reiche und wunderbare Weise aus fernen Ländern. Die kleinen Hirten wussten, wohin sie gehen sollten, denn ein Engel erzählte ihnen davon, und den Weisen wurde der Weg durch einen anderen Stern – heller als sie alle anderen – gezeigt.
Dies aber war nur der Anfang vieler seltsamer, schwieriger und freudiger Ereignisse. Und das alles war so wichtig, dass wir den Geburtstag dieses kleinen Kindes bis heute sehr feierlich feiern. Es ist Weihnachten. Die Zeit des Wartens auf dieses Weihnachten heißt Advent. Die Adventszeit dauert vier Wochen. Der Advent endet an einem Tag, den viele Menschen für den schönsten Tag des Jahres halten. Es ist Heiligabend. An diesem besonderen Tag ist das Abendessen die wichtigste Mahlzeit. Sie hat seinen eigenen Namen: Heiligabendessen.
In jeder Familie sieht der Heilige Abend etwas anders aus, aber er ist immer sehr festlich und anders als an anderen Tagen. In dem Raum befindet sich ein Weihnachtsbaum mit bunten Kugeln und Engelshaaren. Es sind Lichter darauf, ein wenig wie die Sterne am Himmel in dieser Nacht vor zweitausend Jahren. Ganz oben steht ein großer Stern – er erinnert uns an den, der den drei Weisen gezeigt hat, wie man nach Bethlehem kommt. Aber auch echte Sterne sind wichtig, denn die ganze Feier kann erst beginnen, wenn jemand den ersten Stern am Himmel sieht. Alle versammeln sich – meist in einem großen Raum – am Weihnachtsbaum. Bevor sich alle an den Tisch setzen, teilen sie sich die Waffel und wünschen sich gegenseitig viel Glück. Dann kann man sich an den Tisch setzen. Die Tischdecke ist weiß, genau wie die Windeln, in die Maria ihren Sohn gewickelt hat. Unter die Tischdecke wird etwas Heu eingeschoben, sodass es dem Heu ähnelt, auf dem Jesus – in Windeln gehüllt – lag. Am Heiligabend isst man verschiedene leckere Speisen. Einige Leute essen Pilzsuppe, andere Rote-Bete-Suppe und andere Sauerkrautsuppe, einige Maultaschen mit Pilzen, noch andere Heringe, andere Karpfen im Teig usw.. Wie auch immer, man isst überhaupt kein Fleisch. Erwachsene sitzen gerne lange am Tisch und sprechen oft darüber, wie es an Heiligabend war. Kinder hören ein wenig zu, aber es ist etwas schwierig für sie, sich am Tisch zu halten, denn es gibt mysteriöse Pakete unter dem Weihnachtsbaum. Kleinkinder wissen doch, wer sie mitgebracht hat. Es ist bekannt, dass es Mikołaj ist. Obwohl der Weihnachtsmann an diesem Abend persönlich in einige Häuser kommt, ruft er andere an und lässt seine Geschenktüten an der Tür oder im Flur liegen. Es geschieht auf verschiedene Weise. Auf jeden Fall macht es viel Freude, Geschenke zu verteilen und auszupacken. Nach dem Abendessen singt jeder Weihnachtslieder.
Fröhliche Weihnachten!
Sebastian W., 14 Jahre, Lodz, Polen
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Die Reise zum Nordpol
Es war Freitagabend. Luke lag schon in seinem Bett und las ein Buch über den Weihnachtsmann. Er erfuhr, dass der Weihnachtsmann am Nordpol bei seinen Freunden wohnt. Luke dachte sich: „Da muss ich hin!“ Er beschloss, sich gleich morgen auf den Weg zu machen. Aber nun war er müde, legte das Buch weg und schlief ein.
Am Samstag stand er schon sehr früh auf und überlegte, wie er am besten zum Nordpol kommen könnte. Es war ja doch ein sehr langer Weg bis dorthin. Nach einiger Zeit hatte er die beste Idee aller Zeiten. Er baute, sägte und hämmerte stundenlang im Garten, bis er schließlich stolz und glücklich verkündete: „Tataaaa! Fertig ist mein Hubschrauber!“
Luke rannte in sein Zimmer, um einen kleinen Koffer mit warmen Sachen zu packen. Aus der Küche holte er sich Wurst, Käse, Brot, drei Tafeln Schokolade und eine Thermoskanne mit heißem Tee. Er verstaute alles in seinen Hubschrauber, rannte zu seinen Eltern und sagte: „Tschüss, Mama! Tschüss, Papa! Ich fliege jetzt zum Nordpol.“
Mama erwiderte lächelnd: „Oh, ich wünsche dir viel Spaß!“
Und Papa bemerkte: „Okay, aber pass schön auf dich auf!“ Dann verschwanden beide kichernd im Wohnzimmer.
Luke merkte sofort, dass seine Eltern ihm nicht glaubten und das nervte ihn ein bisschen. Aber nun hatte er keine Zeit mehr für lange Reden. Er stieg in seinen Hubschrauber und flog los.
Nach vielen Stunden sah er endlich eine weite, weiße Ebene voller Schnee und Eis. Das musste der Nordpol sein. Er suchte nach einem geeigneten Landeplatz und sah mitten im Arktischen Ozean eine kleine Insel. Dort landete er und begab sich sofort auf die Suche nach dem Weihnachtsmann.
Es war leider keine Spur von ihm zu sehen, aber Luke fand immerhin seine Werkstatt. Sie war riesengroß und mit kunterbuntem Spielzeug gefüllt.
Plötzlich standen zwei Polarfüchse vor ihm. Luke fing vor Schreck an zu schreien. Es kamen immer mehr Tiere in die Werkstatt. Robben, Walrosse, Schneehasen, Rentiere und zum Schluss sogar ein sehr großer Eisbär mit schneeweißem, flauschigem Fell. Luke bekam große Angst und wollte schnell aus der Werkstatt flüchten.
Doch da begann der Eisbär zu reden: „Sei willkommen, Menschenkind! Was führt dich zu uns?“
Luke blieb vor Staunen der Mund offen. Dann stotterte er: „Ich wollte den Weihnachtsmann besuchen!“
„Oh, da kommst du leider zu spät“, sagte der Eisbär, „der Weihnachtsmann ist längst zu den Kindern der Erde unterwegs, um sie zu beschenken.“
Luke fand das sehr schade. Aber er hatte keine Angst mehr, denn die Tiere waren alle sehr freundlich zu ihm. Nach einiger Zeit verabschiedete er sich von seinen neuen Freunden und sagte: „Tschüss, Leute! Ich komme bald wieder! Versprochen!“
Alle Tiere riefen: „Tschüss, wir werden dich vermissen!“
Dann stieg Luke in seinen Hubschrauber, flog nach Hause und feierte mit Mama und Papa noch ein schönes Weihnachtsfest.
Ilayda Y., 9 Jahre, Berlin, Deutschland
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Mein Adventskalender
Hallo, ich bin Hanna. Ich hatte ein echt tolles und vor allem spannendes Weihnachten. Ich erzähle dir davon:
Am 1. Dezember – dieses Jahr sogar der erste Advent –, ging ich früh am Morgen zu meiner Mutter in ihr Zimmer, sie war noch am Schlafen. Ich weckte sie auf und fragte sie, ob ich den Adventskalender bekäme. Aber sie sagte nur, dass sie keinen mehr gefunden habe, dass alle ausverkauft waren und dass es ihr sehr leidtäte. Ich war eigentlich nicht traurig, ich war aber trotzdem nicht froh und ging dann einfach in mein Zimmer.
Es war noch dunkel in meinem Zimmer und so lief ich dann aus Versehen gegen die Wand, weil ich nichts sehen konnte. Wie aus dem Nichts ging das Licht an und meine Wand fiel leise zur Seite. Ein Geheimgang tat sich auf! Es war alles so schön goldig – die Wände, der Boden, einfach alles. Ich ging hinein. Es war ein langer goldener Tunnel. Als ich am Ende des Tunnels ankam, stand ich in einem großen Raum. Ich sah eingekreiste Zahlen von Eins bis Vierundzwanzig. War es ein riesiger Adventskalender?
Ich hörte einen leisen Knall im Tunnel. Es war die Wand, sie war wieder zugefallen! Ich ging zur Eins. Ich sah etwas Kleingeschriebenes unter der Nummer:
Deine Mutter hat dir keinen Adventskalender geholt, oder? Der Weihnachtsmann braucht deine Hilfe, um die Geschenke wieder herzustellen. Wir brauchen die Kraft von Rudolfs roter Nase, nur sie kann uns helfen, die Geschenke zu machen. Aber Rudolf ist krank! Und wir brauchen die Heilkräuter. In jedem Türchen ist eines der Kräuter versteckt. Du musst sie mitnehmen und sammeln. Wenn du beim vierundzwanzigsten Türchen angelangt bist, musst du alle Kräuter mitnehmen. Und jetzt gehe in das Türchen, Hanna!
Ich war echt verwundert, aber ich öffnete trotzdem das Türchen und ging hinein. Ich war auf einmal in einer Wüste, ich marschierte los. Nach einiger Zeit sah ich eine Oase, ich hatte so einen Durst! Vor einem kleinen Teich stand ein Tisch, er war gedeckt mit allen leckeren Sachen – darauf etwas zu trinken! Ich schaute mich um, ob jemand da war, aber da war niemand und ich war ratlos, ob ich jetzt hier essen und trinken durfte.
Plötzlich ertönte eine Stimme von oben. Sie sagte: „Nimm ruhig alles, was du brauchst, es ist alles für dich!“
Ich nahm das Wasser und trank es, dabei schaute ich mich um. In der Ferne sah ich einen grünen Hügel. Ich trank das Wasser aus und ging zu diesem Hügel.
Als ich angekommen war, sah ich wunderschöne Blumen und Kräuter, ich war ja schon ziemlich lange unterwegs und dachte, es wäre das Kraut, was Rudolf bräuchte. Ich riss es ab, sofort wurde ich in den Himmel gesaugt! Ich flog durch eine Wolke und dann stand ich auf einmal wieder vor dem Türchen.
Ich ging wieder in mein Zimmer und sah auf die Uhr, es war schon 18 Uhr! Es gab normalerweise immer Essen um diese Zeit, deshalb ging ich in die Küche und aß mein Brot.
Mama fragte mich, wo ich gewesen sei, ich sagte ihr, dass ich bei einer Freundin war. Danach musste ich ins Bett.
Tag für Tag suchte ich die Kräuter, es war problemlos, ich war in Amerika, in Holland und sogar in einer Fantasiewelt, aber an Heiligabend war es so weit: Das vierundzwanzigste Türchen – endlich hatte ich alle Kräuter fest in der Hand und ging hindurch. Ich war am Nordpol und erschrak, denn der Weihnachtsmann stand hinter mir! Er sagte: „Gut gemacht, Hanna.“
Ich gab ihm die Kräuter, aber er sagte: „Die musst du selbst festhalten. Wir gehen jetzt zu Rudolf und du wirst ihn damit füttern.“
Als wir bei Rudolf angelangt waren, gab ich Rudolf die Kräuter, er sprang auf, flog durch die Luft und sagte: „Ich bin wieder gesund! Juhu!“
Der Weihnachtsmann bedankte sich und sagte, dass ich schnell nach Hause müsse, da es schon Abend bei uns sei. „Ich bringe dich nach Hause, komm, steig in den Schlitten“, sagte er.
Wir flogen durch die Nacht, ich war sehr glücklich – doch halt, ich hatte keine Geschenke für meine Familie. Der Weihnachtsmann sagte zu mir: „Keine Angst, ich habe dir Geschenke in dein Zimmer gelegt, genau die, die du für deine Familie haben wolltest.“
Ich bedankte mich und war sprachlos, weil ich ihm doch gar nicht gesagt hatte, dass mir die Geschenke fehlen würden. Konnte der Weihnachtsmann Gedanken lesen?
Als die ganze Familie vor dem Weihnachtsbaum saß, gab jeder seine Geschenke ab und wir öffneten sie – auch die vom Weihnachtsmann. Wir sangen noch schön und waren alle sehr zufrieden miteinander.
Tara Elaine M., 10 Jahre, Hatten, Deutschland
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Eine Pfote, eine Flosse und ein Watschelnder Fuß
Es schneite, alles war weiß. Watschel, der kleine Pinguin, watschelte durch die Gegend. Da kamen Pipi, seine Schwester, und seine Mutter. Seine Mutter sagte: „Lauf nicht zu weit weg!“
„Ja, Mama!“, schrie Watschel. Er lief weiter, bis er seine Mutter nicht mehr sehen konnte: „Mama, Pipi?“ Er hatte sich verlaufen. Auf einmal sah er eine weiße Metallbüchse mit zwei Flügeln. Sie hatte auch eine Tür, die offen stand. „Ich schau mal rein“, dachte er sich. Als er drin war, ging auf einmal die Türe zu.
Er schrie: „Hilfe!!!“ Durch ein Fenster sah er, dass sie flogen. Kurz darauf fiel ihm eine Kiste auf den Kopf und er wurde ohnmächtig. Als Watschel wieder aufwachte, waren sie wieder am Boden. Die Tür öffnete sich und Watschel ging hinaus. Alles sah gleich aus! Er watschelte durch die Gegend und auf einmal sah er eine Robbe vor sich.
„Hallo!“, sagte die Robbe.
„Hallo!“, antwortete Watschel.
Die Robbe fragte ihn: „Hast du dich verlaufen?“
„Ja!“, antwortete Watschel.
„Ich bin Robin.“
„Und ich bin Watschel.“
„So jemanden wie dich habe ich hier noch nie gesehen.“
„Ich bin ein Pinguin. Kannst du mir sagen, wo wir hier sind?“
„Wir sind am Nordpol.“
„Wie kann ich wieder nach Hause kommen?“, fragte Watschel.
„Wo wohnst du denn?“, wollte Robin wissen.
„Am Südpol“, meinte Watschel.
Robin sprach: „Es weiß nur der Weihnachtsmann, wie man da hinkommt.“
„Und wo wohnt der Weihnachtsmann?“
„Das weiß ich nicht“, antwortete Robin, „aber Fuchsi weiß es! Gehen wir sie suchen.“
Die beiden wanderten viele Stunden umher.
„Wer ist Fuchsi?“, wollte Watschel wissen.
„Fuchsi ist ein Polarfuchs.“
Einige Zeit später sahen sie auf einmal Fuchsi vor sich.
„Hi, Robin, wer ist denn neben dir?“, fragte Fuchsi.
„Das ist Watschel, er ist ein Pinguin“, antwortete Robin.
Watschel schrie auf einmal auf: „Kannst du uns zum Weihnachtsmann bringen?“
„Ja klar.“
Eine Stunde später. Die drei sahen in der Ferne ein Haus aus Holz, es hingen viele Lichterketten an dem Haus. Man hörte Weihnachtsmusik. „Wir sind da!“, sagte Fuchsi.
Robin klingelte an der Tür. Die ging auf und ein Wichtel spitzelte aus der Tür. Fuchsi fragte: „Dürfen wir den Weihnachtsmann sprechen?“
„Aber klar doch, kommt rein!“, sprach der Wichtel.
Drinnen bauten viele Wichtel Spielzeug. „Der Weihnachtsmann kommt gleich!“, murmelte der Wichtel.
Zehn Minuten später kam ein dicker Mann in das Zimmer. Es war der Weihnachtsmann. „Was für ein Problem gibt es?“, brummelte der Weihnachtsmann.
„Ich bin Watschel und ich bin vom Südpol irgendwie zum Nordpol gekommen. Nun wollte ich Sie fragen, ob Sie mir helfen können, wieder nach Hause zu kommen?“
„Aber klar doch, am 24. Dezember, also in zwei Tagen, setze ich dich am Südpol ab. Aber bis dahin müsst ihr mir helfen!“, sprach der Weihnachtsmann. „Jetzt jedoch geht ihr schlafen. Ihr bekommt das beste Zimmer!“, meinte der Weihnachtsmann.
Am nächsten Morgen weckte ein Wichtel die drei. „Aufwachen! Arbeit!“, schrie der Wichtel.
Die drei mussten den ganzen Tag im Stall helfen, also Rentiere füttern, ausmisten und frisches Wasser holen. Am Abend gab es Abendessen. Die Wichtel, der Weihnachtsmann und die drei saßen in einer prächtig geschmückten Halle. Nach dem Abendessen gingen sie ins Bett. Der Weihnachtsmann hatte gesagt, dass sie am Morgen um 10.30 Uhr in der großen Halle sein sollen.
Wie der Weihnachtsmann es wollte, gingen die drei am nächsten Morgen in die große Halle. Dieser hielt gerade eine Rede: „Morgen ist Weihnachten! Wir müssen jetzt die letzten Vorbereitungen treffen. Humpel, Klaus, Schnupfen und Big putzen den Schlitten. Bill, Leo, Soris und Tollpatsch packen die Geschenke ein. Fussel, Benjamin, Fuchsi, Robin und Watschel laden die Geschenke auf. Die anderen schauen, ob alle Geschenke da sind.“ Der Weihnachtsmann war mit der Rede fertig. Alle arbeiteten bis in den späten Abend.
Am nächsten Morgen um 7 Uhr gingen die drei in den Stall. Der Weihnachtsmann saß schon auf dem Schlitten. Watschel verabschiedete sich von seinen Freunden und setzte sich ebenfalls auf den Schlitten.
„Auf Wiedersehen!!!“, rief Watschel. Der Schlitten setzte sich in Bewegung und Watschel schlief ein.
Als er wieder aufwachte, lag er in seinem Bett. Seine Mutter saß neben ihm. „Wo ist der Weihnachtsmann?“, fragte Watschel.
„Er hat dich abgesetzt und ist weitergeflogen“, antwortete seine Mutter. „Er musste ja den Kindern die Geschenke bringen.“
Cassandra P., 9 Jahre, Nördlingen, Deutschland
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Die verzauberte Mauer
An einem ungemütlichen Wintertag am 22. Dezember machte sich Lina auf den Weg zur Kirche, denn in der Kirche war heute die Probe für die Weihnachtsaufführung. Sie freute sich schon sehr darauf, denn sie durfte dieses Jahr den Engel spielen.
Auf dem Weg machte sie eine merkwürdige Entdeckung: Eine Frau verschwand in der Mauer eines alten Hauses am Rande des Parks. Lina lief schnell zur Mauer, rutschte plötzlich aus und fiel hin. Da tat sich mit einem Mal eine Lücke in der Mauer auf und saugte sie wie einen Staubsauger ein. Vor Schreck schrie Lina auf und machte schnell die Augen zu. Mit einem lauten Krawusch landete sie auf ihrem Popo. Als sie die Augen wieder öffnete, war sie nicht mehr an der Mauer, sondern in einer Winter-Wunder-Weihnachtswelt gelandet. Staunend schaute sie auf den glitzernder Schnee unter sich, die Häuschen weiter hinten waren mit Kränzen geschmückt und es gab Tannenbäume, in denen Lichterketten hingen und dazwischen immer wieder Schokokringel, Marzipan und rot-weiße Schirmlollis.
„Einfach zauberhaft“, dachte Lina und bemerkte auf einmal das Papier in ihrer Hand. Es war ein Brief:
Liebe Lina!
Der Weihnachtsmann ist entführt worden! Wir brauchen deine Hilfe! Du musst ihn finden, denn wenn er bis zum 23. Dezember nicht gefunden wird, gibt es dieses Jahr keine Weihnachtsgeschenke für die Kinder! Nur du kannst uns helfen! Beeil dich!
Liebe Grüße
Die Weihnachtswichtel
Lina sagte: „Oh nein! Ich helfe!“ Schnell stand sie auf und lief los. Aber wo sollte sie nur anfangen, zu suchen? Sie lief zum Haus des Weihnachtsmanns. Hier waren keine Spuren zu sehen …
Halt! Da lag doch eine neongelbe Maske zwischen den Kaminscheiten. Ob die sie zum Weihnachtsmann führen konnte? Zum Glück hatte Lina ihre pinke Pinzette dabei. Damit hob sie die Maske auf und steckte sie in eine Tüte.
„Ob jemand in der Stadt diese Maske erkennt?“, fragt sich Lina und schon lief sie weiter und fragte an einem Crêpe-Stand nach. Doch der Verkäufer schüttelt mit dem Kopf. Auch bei der Bude mit den schönen bunten Socken und dem Stand mit den Holzfiguren schüttelte man nur die Köpfe.
An der letzten Bude erkannte der Verkäufer jedoch die Maske. „Ja, die kenne ich – ich hatte solche hier. Erst gestern habe ich die zwei letzten davon verkauft.“
Lina konnte es kaum fassen und fragte: „Wer hat die Masken denn gekauft und wann war das? Wissen Sie auch noch, wie der- oder diejenigen aussahen? Was hatten sie an?“ Die Worte sprudelten nur so aus Lina raus – so aufgeregt war sie. Fast fing sie vor Spannung an, zu hüpfen.
Der Verkäufer streifte sich mit den Handschuhen durch seinen Bart und brummt vor sich hin. „Mal überlegen … also, wenn ich mich recht erinnere, waren es ein kleiner dicker Mann und eine dünne große Frau, ein wirklich ulkiges Pärchen. Der Mann hatte schwarze Lederschuhe an und eine braune Hose mit schwarzen Flecken. Dazu trug er ein rotes Shirt mit einem Drachen darauf. Das fiel mir auf, weil er seine blaue Jacke um die Hüften gewickelt hatte und ich mich noch gewundert habe, dass der Kerl nicht friert bei der Kälte. Aber Fett wärmt ja, sagt man – hö hö hö.“
„Und was war mit der Frau? Was trug die?“, fragt Lina nach und dachte bei sich: „Ganz schön gutes Gedächtnis, der Typ. Alle Achtung!“
„Die Frau trug schwarze Stiefeletten mit blauen Strass-Steinen darauf, dazu eine rote enge Hose und ein bauchfreies Shirt. Außerdem eine Jeansjacke. Ihre Haare hatte sie hochgesteckt … ach und der Mann hatte lange blonde Haare.“
Lina fragte: „Wissen Sie, wo sie hingegangen sind?“
„Ja, ich meine, dass sie gesagt haben, dass sie in der Stadt ein Zimmer suchen wollten“, antwortete der Verkäufer.
„Danke“, sagte Lina, lief wieder los und suchte in der Stadt nach Unterkünften, die gestern gebucht worden waren. In der Touristikinfo erfuhr sie, dass gestern drei Zimmer gemietet worden waren. Sie lief erst zu einer kleinen Jugendherberge – sie hieß Sonnenschein. An der Rezeption fragte sie: „Sind hier gestern eine große dünne Frau und ein kleiner dicker Mann angekommen?“
Der Mann hinter der Rezeption antwortete: „Nein, hier ist nur eine Frau mit Kinderwagen angekommen.“
Lina bedankte sich und ging zur nächsten Pension mit dem Namen Winter-Sandstrand. Sie fragte: „Sind gestern eine große dünne Frau und ein kleiner dicker Mann angekommen?“
„Ja, ein Mann und eine Frau sind hier angekommen, sie haben das Zimmer unter dem Dach, die Nummer des Zimmers ist 25“, sagte der Mann hinter der Theke.
Lina fragte: „Könnten Sie mich bitte zu diesem Zimmer bringen?“
Der Mann hinter der Theke antwortete: „Warum, das darf ich nicht.“
Lina bat: „Ich bin die Nichte von den beiden.“ Eine Lüge!
„OK“, antwortete der Mann da und kam hinter seiner Theke hervor. „Wir müssen die Treppe hoch“, sagte er.
Sie gingen zwei Treppen hoch und dann in den rechten Gang. Vor dem letzten Zimmer blieb er stehen. Lina bedankte sich und der Mann ging wieder runter.
„Was soll ich jetzt machen?“, dachte Lina. „Ich klopfe einfach.“ Als sie gerade klopfen wollte, wurde die Tür geöffnet und ein Mann und eine Frau kamen heraus. Lina konnte sich gerade noch mit einem beherzten Sprung hinter dem Sofa verstecken, das im Gang stand. Leise lief sie hinter den beiden her und belauschte ihr Gespräch.
Die Frau sagte: „Ich werde diesen Weihnachtsmann fertigmachen – er hat mir nämlich früher meinen Herzenswunsch nicht erfüllt!“
Und der Mann schimpfte: „Und mir hat er früher nicht mein Indianer-Kostüm gebracht, das ich mir zu Weihnachten gewünscht habe.“
Lina nahm mit ihrem Handy das Gespräch auf und erkannte, dass die Frau die gleiche Frau war, die sie an der Mauer gesehen hatte. Die beiden spazierten direkt auf ein Haus mit vergitterten und zugemauerten Fenstern zu und gingen hinein. Lina ging leise hinterher, stieß aber aus Versehen gegen eine Vase. Die Vase kippte um und zersprang in tausend Einzelteile. Es klirrte ganz laut.
Der Mann drehte sich und entdeckte Lina: „Was machst du denn hier?“, schnauzt er Lina an, dann fragt er die Frau: „Was sollen wir mit dem Mädchen machen?“
Die Frau antwortet: „Wir sollten die Kleine zu dem Alten sperren!“
Also packte der Mann Lina am Jacken Kragen und die Frau öffnete eine Geheimtür hinter dem Bücherregal. Dann schmiss der Mann Lina in den dunklen Raum hinein und die Frau verschloss sofort die Tür. Zum Glück hatte die beiden Lina nicht ihr Handy abgenommen, denn das hatte auch eine Taschenlampe.
Lina machte die Taschenlampe an und als sie im Raum rumleuchtete, sah sie den Weihnachtsmann auf einem Stuhl sitzen. Er war gefesselt und geknebelt. Sie lief schnell zu ihm hin und nahm ihm den Knebel aus dem Mund und löste die Fesseln.
Der Weihnachtsmann sagte zu Lina: „Ich danke dir für deine Hilfe, aber wie sollen wir jetzt hier rauskommen?“
„Ich habe gesehen, wie die Frau die Tür geöffnet hat. Vielleicht ist hier in der Mauer auch so ein Stein, den man rausziehen muss“, antwortete Lina.
Der Weihnachtsmann und Lina machten sich auf den Weg zur Mauer. Lina sagte: „Wir sollten erst lauschen, ob sie noch da sind und erst dann den losen Stein suchen. Am besten wir fangen mit dem Suchen auf der linken Seite an.“
Als sie keine Geräusche mehr im Haus hörten, fingen sie an, auf der linken Seite die Steine zu untersuchen. Als die beiden fast alle Steine auf der linken Seite probiert hatten, fand der Weihnachtsmann einen Stein, der lose war. Lina nahm den Stein und zog ihn raus. Und gleich schwang die Wand zur Seite auf und helles Licht fiel in den Raum. Die beiden mussten sich sogar die Augen zuhalten, weil das Licht so sehr blendete, denn wenn man so lange in einem dunklen Raum war, war schon das normale Tageslicht sehr hell.
Dann schlichen die beiden an der Hausmauer weiter und sahen bald darauf den Mann und die Frau. Der Weihnachtsmann und Lina schlichen sich an und warfen sich auf sie. Lina sagte schließlich: „Wir müssen die Polizei anrufen.“
Der Weihnachtsmann stimmte ihr zu. „Ja, aber erst fesseln wir sie, ich habe meine Seile mitgenommen!“
Also nahmen sie die Seile und banden die beiden Grinche zusammen an eine Laterne. Dann rief Lina die Polizei an. Die kam auch sofort.
„Heute ist unser Glückstag!“, sagte die Polizistin. „Das sind zwei Verbrecher, die schon lange gesucht werden. Ich danke euch.“ Die Polizisten nahmen die beiden mit.
Der Weihnachtsmann war kaputt, aber auch sehr glücklich darüber, wieder frei zu sein. „Möchtest du als Belohnung dafür, dass du mich gerettet hast, in der Nacht zum 24. Dezember mit mir die Geschenke verteilen?“
„Au ja!“, freute sich Lina.
Dann gingen der Weihnachtsmann und Lina zu seinem Haus. Beide wurden von den Weihnachtswichteln mit heißem Kakao und Lebkuchen empfangen. Als es dunkel war, sagte der Weihnachtsmann: „Wir müssen los, die Wichtel haben den Schlitten fertig beladen.“
Lina freute sich richtig, dem Weihnachtsmann helfen zu können. Vor lauter Freude leuchten ihre Wagen ganz rot. Als sie fertig waren, brachte der Weihnachtsmann Lina noch zum Tor, das die Winter-Wunder-Weihnachtswelt von der normalen Welt trennte. „Von hier aus kommst du wieder schnell und sicher nach Hause. Nimm dir ein Glöckchen vom Schlitten. Es ist ein ganz besonderes Glöckchen: Wenn du das Glöckchen klingelst, kannst du immer herkommen. Und nochmals vielen Dank für deine Hilfe, Lina!“
„Danke dir, Weihnachtsmann, für das Glöckchen. Ich werde bestimmt wiederkommen.“ Dann ging Lina los und verschwand im Tor.
Plötzlich aber lag sie vor einer Mauer im Gras und öffnet ihre Augen. „Habe ich geträumt?“, fragt sie sich.
Noch ganz verwirrt meinte sie, ein helles Glöckchen zu hören, wie vom Schlitten des Weihnachtsmanns ...
War alles wirklich nur ein Traum?
Svantje R., 11 Jahre, Sandkrug bei Oldenburg, Deutschland
Pulsuz fraqment bitdi.