Kitabı oxu: «Kopenhagen. Eine Biografie»
Matthias Bath
KOPENHAGEN -
Eine Biografie
Menschen und Schicksale
VON ABSALON ZUR KLEINEN MEERJUNGFRAU

Abbildungsnachweis
Titelbild: Guenter Rossenbach/Corbis
Alle übrigen Abbildungen: Dieter Heyer, Berlin
192 Seiten mit 15 Abbildungen
Titelbild: Frederiksborg Castle, Denmark, Guenter Rossenbach/Corbis
Frederiksborg, Dänemark
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie;
detaillierte bibliografische Daten sind im
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© 2014 by Nünnerich-Asmus Verlag & Media, Mainz am Rhein
ISBN 9783943904833
Gestaltung: Bild1Druck GmbH, Berlin
Lektorat: Frauke Itzerott, Jana Burckhardt, Carmen Tanzer
Gestaltung des Titelbildes: Manuela Wirtz, Kommunikationsdesign
Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung in fremde Sprachen, vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Verlages ist es auch nicht gestattet, dieses Buch oder Teile daraus auf fotomechanischem Wege (Fotokopie, Mikrokopie) zu vervielfältigen oder unter Verwendung elektronischer Systeme zu verarbeiten und zu verbreiten.
1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2014
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Inhalt
Cover
Titel
Impressum
Widmung
Vorwort
Dänemark in Mittelalter und Reformation
Absalon (ca. 1128–1201) Streitbarer Gottesmann und Stadtgründer
Die Fischfrau vom Gammel Strand (bis 1958) Lone, Lene, Tine, Nele oder Mette
Erich von Pommern (ca. 1382–1459) Ein Deutscher macht Kopenhagen mit juristischen Winkelzügen zur Hauptstadt Dänemarks (1416)
Kong Hans (1455–1513) Ein Bürgerkönig des Spätmittelalters
Peder Skram (ca. 1491– 1581) Wendehals, Wagehals und Dänemarks erster Reichsadmiral
Ambrosius Bogbinder († 1536) Aufrührer, Bürgermeister und Stadttyrann
Hans Tausen (1494–1561) Die Dänen werden Lutheraner (1536)
Christian III. (1503 –1559) Dänemark wird Seemacht und Kopenhagen Flottenhafen
Herluf Trolle (1516–1565) Humanist, Reichsrat und Admiral
BAUTEN AUS DER ZEIT DES MITTELALTERS UND DER REFORMATION
Königliches Kopenhagen
Christian IV. (1577–1648) Kopenhagens Bauherr
Leonora Christina Ulfeldt (1621–1698) Von der Lieblingstochter des Königs bis zur Schöpferin des ersten bedeutenden Werkes der neuzeitlichen dänischen Literatur
Niels Juel (1629 – 1697) Ein dänischer Seeheld des 17. Jhs.
Christian V. (1646 –1699) Die Stadt sprengt ihren mittelalterlichen Rahmen
Ludvig Holberg (1684–1754) Dichter seiner Epoche
Nikolaj Eigtved (1701– 1754) Der Architekt des dänischen Rokoko
Frederik V. (1723–1766) Zügellos, schwacher Regent, aber beachtlich als Stadtplaner und Modernisierer
Johann Friedrich Struensee (1737–1772) Ein deutscher Aufklärer in Kopenhagen und sein Scheitern
Frederik VI. (1768 – 1839) Bauernbefreier, Staatsbankrotteur und König in Dänemarks Goldenem Zeitalter
Bertel Thorvaldsen (1770–1844) Bildhauer und Wahlrömer
Hans Christian Ørsted (1777– 1851) Entdecker des Elektromagnetismus, Universalgenie und Philosoph
Adam Oehlenschläger (1779–1850) Dichter der dänischen Romantik
Nikolaj Frederik Severin Grundtvig (1783–1872) Theologe, Kirchenreformer und Volksaufklärer
Hans Christian Andersen (1805–1875) Dänemarks größter Erzähler
Søren Kierkegaard (1813–1855) Philosoph und Existenzialist
BAUTEN DES KÖNIGLICHEN KOPENHAGENS
Großstadt und Bürgergesellschaft
Frederik VII. (1808–1863) Dänemark wird konstitutionell (1848)
Georg Carstensen (1812– 1857) Der Schöpfer des Tivoli (1843)
Jacob Christian Jacobsen (1811–1887) Begründer der Carlsberg-Dynastie und Wissenschaftsmäzen
Christian IX. (1818–1906) Europas Schwiegervater
Carl Frederik Tietgen (1829–1901) Finanzmann und Vollender der Marmorkirche
Carl Jacobsen (1842–1914) Kunstmäzen im großen Stil und Brauer
Oskar Davidsen (1859–1920) Ein Weinhändler erfindet das dänische Smørrebrød (1888)
Paul Fischer (1860–1934) Kopenhagens Maler
Christian X. (1870–1947) Der reitende König
Dagmar Hansen (1871–1959) Dänemarks erstes Pin-up Girl
Thorvald Stauning (1873–1942) Vom Zigarrensortierer zum Staatsminister
Arnold Peter Møller (1876–1965) Großreeder, patriotischer Patriarch und Geschäftsmann
Karen Blixen (1885–1962) Jenseits von Afrika und vor den Toren Kopenhagens
Niels Bohr (1885– 1962) Atomphysiker und Nobelpreisträger
Arne Jacobsen (1902–1971) Architekt des Dansk Design
Mærsk Mc-Kinney Møller (1913–2012) Großreeder, Dänemarks größter Arbeitgeber und Großmäzen
Dan Turèll (1946– 1993) Jazz-Musiker und Kneipenpoet der Kopenhagener Bro-Viertel
Die Kleine Meerjungfrau (seit 1913) Eine der überbewertetsten Sehenswürdigkeiten der Welt, gleichwohl Symbol Kopenhagens
BAUTEN SEIT 1850
Aus unserer Serie: Metropolen in Biografien

FÜR MARIA,
die mir den Rücken freihält

Unterwegs nach Kopenhagen – Sonnenuntergang südlich von Gedser
Vorwort
Alljährlich kommen Hunderttausende Besucher nach Kopenhagen, der Metropole Nordeuropas. Sie besichtigen die Kleine Meerjungfrau, die Wachablösung vor Schloss Amalienborg und den Vergnügungspark Tivoli. Vor allem aber genießen sie das Flair dieser einzigartigen Stadt, die schon vor über 100 Jahren Stadt der schönen Türme genannt wurde, und werden für die Dauer ihres Besuchs Teil eines lebendigen Stadtorganismus, der von den Einwohnern Kopenhagens gestaltet wird und wurde.
Kopenhagen, im 12. Jh. als Fischerdorf am Øresund entstanden, wurde vom Stadtgründer Bischof Absalon 1167 mit einer Burg geschützt und entwickelte sich zum Handelshafen. Bereits im 15. Jh. wurde es zur Residenz- und Hauptstadt Dänemarks. Vom mittelalterlichen Kopenhagen ist außer einigen Kirchen kaum noch etwas erhalten. Als zweiter Stadtgründer gilt der Renaissancekönig Christian IV., der ab 1598 zahlreiche markante, noch heute die Innenstadt Kopenhagens prägende Bauten errichten ließ. Im 18. Jh. war Kopenhagen eine der reichsten Handelsstädte Europas, wovon etwa die Rokokobauten der Frederiksstad zeugen. Andererseits zerstörten die Stadtbrände von 1728 und 1795 große Teile des bis dahin bestehenden alten Kopenhagens. Das heutige schöne alte Kopenhagen entstand im Altstadtbereich erst in der ersten Hälfte des 19. Jhs. und nach Aufgabe der Stadtbefestigungen in den angrenzenden Vierteln in dessen zweiter Hälfte.
Das Leben Kopenhagens pulsiert aber vor allem in den zentralen Bereichen, wo auch die 42 im Buch porträtierten Kopenhagener überwiegend beheimatet waren. Durch diese biografischen Skizzen erschließen sich aber nicht nur die Lebensläufe der Porträtierten und die Zeitumstände ihrer Lebensspanne, sondern auch die Vergangenheit der Stadt überhaupt. Diejenigen Besucher Kopenhagens, die mehr als einen flüchtigen Eindruck der von ihnen besuchten Stadt gewinnen wollen, erhalten so einen kurzweiligen Überblick über Stadt, Land und Leute und die Geschichte der dänischen Hauptstadt.
Dieter Heyer danke ich für die Zurverfügungstellung seiner Bilder. Meinem Berliner Freund Robert Otte und meinen Kopenhagener Freunden Henrik Lundbak und Niels Gyrsting danke ich jeweils für Anregungen wie auch für Mitteilungen, die in Texte eingeflossen sind oder doch für diese zumindest hilfreich waren.
Berlin, im November 2013
Matthias Bath
Dänemark in Mittelalter und Reformation

Absalon
Die Fischfrau vom Gammel Strand
Erich von Pommern
Kong Hans
Peder Skram
Ambrosius Bogbinder
Hans Tausen
Christian III.
Herluf Trolle
Das mittelalterliche Dänemark war ein aus Stammes- und Herrschaftsbildungen hervorgegangenes Wahlkönigreich, das unter König Harald Blauzahn (ca. 960 – 987) christianisiert wurde. Harald ließ 985 an einer alten germanischen Kultstätte, im innersten Winkel des Roskildefjordes, eine Kirche errichten und begründete damit Roskildes Rolle als Hauptstadt Dänemarks. 1020 wurde Roskilde Bischofssitz. Hier residierten die dänischen Könige bis ins 15. Jh. hinein. Doch mussten sich Könige und Bischöfe die Macht in Roskilde teilen, wobei der ortsansässige Bischof dem König überlegen war, denn Letzterer war zwangsläufig oft abwesend, weil er das Reich durch Reisen zusammenhalten musste.
Unter König Svend Estridsen (1047 – 1074) wurde die dänische Kirche um 1060 in die acht Stiftsbezirke Schleswig, Ribe, Århus, Viborg, Vendsyssel (Børglum), Odense, Roskilde und Lund eingeteilt. Als 1104 Lund zum Erzbistum für ganz Nordeuropa erhoben wurde, beendete dies den Einfluss, den bis dahin das Erzbistum Bremen-Hamburg auf die dänische Kirche gehabt hatte.
Die Institution des Wahlkönigtums führte im Mittelalter über Jahrhunderte hinweg zu blutigen Konflikten zwischen verschiedenen Thronanwärtern und solchen, die sich dafür hielten. Mitte des 12. Jhs. kam es so zu einem mehr als 25 Jahre währenden Krieg um die Thronfolge, der erst 1157 von König Valdemar dem Großen (1157 – 1182) zu seinen Gunsten entschieden wurde. Mit ihm beginnt die Valdemarzeit, in der Dänemark als Großmacht über weite Teile des südlichen Ostseeraums herrschte. Seinen Höhepunkt erreichte dieses Großreich mit der Eroberung Estlands in der Schlacht von Lyndanisse 1219, wo der Sage nach der Danebrog vom Himmel fiel und den christlichen Dänen als Feldzeichen zum Sieg verhalf. Das Valdemarsche Großreich brach aber nur wenige Jahre später mit der dänischen Niederlage in der Schlacht von Bornhöved (bei Segeberg) 1227 gegen den aufkommenden Bund der Hansestädte und die Holsteiner zusammen.
Die Auseinandersetzung mit den Hansestädten sollte zu einem zentralen Faktor der dänischen Politik in den folgenden Jahrhunderten werden. Nach dem Tode König Valdemars II. 1241 kam es zu einem rapiden Verfall der dänischen Königsmacht durch dynastische Auseinandersetzungen, die sich über beinahe 100 Jahre hinzogen und drei Königen das Leben kosteten. Gegen Ende des 13. Jhs. bildete sich aus adligen Magnaten und den Bischöfen der Reichsrat als Organ zur Königswahl und Gegengewicht zur Königsmacht.
In der ersten Hälfte des 14. Jhs. begann das dänische Königreich sich aufzulösen und es gab vorübergehend überhaupt keinen König. Erst unter König Valdemar Atterdag (1340 – 1375) begannen sich die Verhältnisse in Dänemark wieder zu konsolidieren. Als Valdemar aber 1361 die Insel Gotland überfiel und die reiche Hansestadt Visby eroberte, führte dies zum Krieg mit der Hanse, der sich auch mit Valdemar unzufriedene dänische Magnaten anschlossen. Der Krieg endete 1370 mit dem Frieden von Stralsund, einer dänischen Niederlage, die zugleich den Höhepunkt der Macht der Hanse darstellte.
Als Valdemar 1375 ohne männlichen Erben verstarb, gelang es seiner jüngeren Tochter Margrete als Regentin für ihren Großneffen Erik VII. 1397 die Vereinigung Dänemarks, Norwegens und Schwedens zu erreichen und Erik auf einem Treffen in Kalmar zum Unionskönig der drei nordischen Reiche krönen zu lassen. Die tatsächliche Regentschaft wurde allerdings weiter von Margrete bis zu ihrem Tode 1412 ausgeübt.
Nach Margretes Tod führte Erik VII. zunächst die Politik seiner Großtante fort, entwickelte dann ab 1422 aber ein ausgeprägtes Großmachtstreben, das ihn sowohl in Konflikte mit der Hanse als auch dem Adel seiner drei Reiche verwickelte. Auch stieß die immer stärker werdende dänische Hegemonie zumindest in Schweden ab 1430 zunehmend auf Widerstand. Diesen Konflikten war Erik auf Dauer nicht gewachsen und wurde daraufhin 1439 von den Reichsräten der drei Reiche jeweils für abgesetzt erklärt.
Sein Nachfolger Christoffer III. (von Bayern) blieb, auch wenn er noch einmal als Unionskönig aller drei Reiche bestätigt wurde, ein Mann des Überganges. Nach seinem Tode wurde 1448 mit Christian I. der erste Oldenburger zum König in Dänemark und Norwegen gewählt. 1457 erlangte er auch den schwedischen Thron und war nun abermals Unionskönig. 1460 wurde er schließlich in Ribe sowohl zum Herzog von Schleswig als auch zum Grafen von Holstein, das 1474 vom deutschen Kaiser zum Herzogtum erhoben wurde, gewählt.
Innenpolitisch war die Lage in Dänemark unter Christian I. von Konflikten zwischen Krone und Adelsmacht gekennzeichnet. In diesem Zusammenhang ist auch die Besetzung freiwerdender Staatsämter mit Bürgerlichen zu sehen, die in erster Linie dem König und nicht dem adligen Reichsrat gegenüber loyal waren. Dies führte nicht zuletzt dazu, dass sich das aufkommende Bürgertum ebenfalls als eigener Stand empfand. Dieser Bürgerstand wurde vor allem von Christians erstem Sohn Johann I. (1481 – 1513) und dessen Sohn Christian II. (1513 – 1523) gefördert, die zugleich bemüht waren, den Einfluss des Adels weiter zurückzudrängen. Zugleich ging unter diesen Königen aber die Unionsherrschaft in Schweden, einmündend in das Stockholmer Blutbad vom November 1520 und die hierdurch ausgelösten Aufstände unter Gustav Vasa, endgültig verloren.
Christian II. flüchtete angesichts eines Adelsaufstandes 1523 nach Holland und wurde vom dänischen Reichsrat als König für abgesetzt erklärt.
In jenen Jahren kamen aber auch die Ideen des Protestantismus nach Dänemark und fanden hier in dem neuen König Frederik I. (1523 – 1533) und vor allem dessen Sohn Herzog Christian Förderer. Nach Frederiks Tod wollte der mehrheitlich katholische Reichsrat Christian deswegen 1533 nicht zum König wählen, was aber zum Aufstand der Anhänger des von Frederik seit 1531 gefangengehaltenen Christian II. und zum Bürgerkrieg führte. Nachdem sich Frederiks Sohn als König Christian III. durchgesetzt hatte, verkündete er 1536 die Einführung der Reformation in Dänemark. Zugleich führte die Einziehung des Kirchenguts auch zu einer Sanierung der dänischen Staatsfinanzen. Christian III. (1534 – 1559) gilt zudem als Begründer des modernen dänischen Beamtenstaates und zweiter Gründer der dänischen Kriegsflotte.
Absalon (ca. 1128 – 1201)
Streitbarer Gottesmann und Stadtgründer
Absalon wurde um 1128 im westseeländischen Fjenneslev auf dem Stammsitz seiner Familie, des Geschlechts derer von Hvide geboren. Die Hvides gehörten zu den größten Grundbesitzern Dänemarks und waren ein weit verzweigtes Adelsgeschlecht. Absalons Vater Asser Rig gehörte zu den mächtigsten Männern des Königreichs. Die Hvides hatten schon König Erik Ejegod während dessen Herrschaft (1095 – 1103) unterstützt. Als dessen Sohn Knud Lavard zu Weihnachten 1131 ermordet wurde, nahm Asser Rig Lavards erst im Todesjahr seines Vaters geborenen Sohn Valdemar als Pflegekind zu sich.
Absalon, dessen älterer Bruder Esbern Snare und der geringfügig jüngere Valdemar, der später als König den Beinamen „der Große” erhalten sollte, wuchsen in Fjenneslev wie Brüder auf. Als jüngerer Sohn der Familie wurde Absalon für die geistliche Laufbahn bestimmt. In Paris studierte er Theologie, Philosophie und Rechtswissenschaft. Als er 1156 nach Dänemark zurückkehrte, war dort der Krieg um die Königsmacht in vollem Gange und Absalon gehörte zu den wichtigsten Anhängern Valdemars. Dieser entschied den Kampf schließlich durch seinen Sieg in der Schlacht bei Grade im Oktober 1157 für sich und einte Dänemark erneut unter seiner Herrschaft. Als Gefährte des siegreichen Königs wurde Absalon 1158 Bischof von Roskilde. Von nun an war er Valdemars erster wichtigster Berater in den Auseinandesetzungen der damaligen Zeit, sei es mit den klerikalen Machtansprüchen des römischen Papsttums, sei es mit dem deutschen Kaiser oder den räuberischen und heidnischen Wenden. In all diesen Fragen widmete sich Absalon rastlos der Festigung und Erweiterung der dänischen Königsmacht und des Ansehens seines königlichen Herrn und Freundes. Heutige Historiker spekulieren darüber, ob nicht Valdemars Größe vor allem darin bestand, Absalon gewähren zu lassen.
Im Übrigen war Absalon keineswegs nur ein Schriftgelehrter. Als Mann des Hochadels war ihm auch die Welt der Waffen wohlvertraut. Dabei stimmt das Gerücht natürlich nicht, er habe mit der Streitaxt in der Hand missioniert und seine Landsleute gewaltsam zum Christentum bekehrt. Die Dänen waren zu Absalons Zeit bereits seit rund 200 Jahren christianisiert. Anders sah dies bei den slawischen Wenden aus, die seit Jahrzehnten von den Küsten Mecklenburgs und Pommerns aus immer wieder zu Raubzügen gegen die dänischen Inseln aufbrachen. Absalon war davon überzeugt, dass die innere Sicherheit des dänischen Christentums, die Herrschaft seiner Kirche, die Unterwerfung und Christianisierung der heidnischen Wenden jenseits der Ostsee erforderte. So führte er als Feldherr dänische Heere gegen die Wenden, vertrieb sie von der seeländischen Südküste und kleineren dänischen Inseln in der südlichen Ostsee, wo sie sich festgesetzt hatten, und unternahm schließlich sogar dänische Strafexpeditionen gegen die wendisch besiedelte südliche Ostseeküste.

Absalon auf dem Højbroplatz
Als Dank für all diese Dienste belieh Valdemar das Bistum Roskilde mit der am Sund zwischen Seeland und Amager gelegenen Siedlung Havn und deren Umgebung. Der Sund zwischen den beiden Inseln bildet hier einen der wenigen Naturhäfen an der seeländischen Ostküste, sodass sich hier schon vor mehr als 100 Jahren Fischer angesiedelt hatten. Absalon erkannte den Nutzen dieses Naturhafens auch für Handelszwecke und ließ hier 1167 auf einer kleinen vorgelagerten Insel, dem heutigen Slotsholmen, eine Burg zur Verteidigung von Hafen und Ansiedlung errichten. Saxo Grammaticus erwähnt in seiner Geschichtsdarstellung in diesem Zusammenhang den Namen der Siedlung erstmals als „Kaufmannshafen”, im damaligen Dänisch des Mittelalters „Køpmannæhafn”, womit wir uns dem heutigen Stadtnamen schon bedeutend genähert haben. Absalon begnügte sich aber nicht damit, das Gebiet gegen einen Angriff von der See her zu schützen, sondern umgab die vorhandenen Siedlungen auch mit einer 2,5 km langen Wallanlage, die das Stadtgebiet für nahezu 500 Jahre bis in die Zeit Christians V. begrenzen sollte.
Auch wenn Absalon seine Stadtschöpfung besonders am Herzen gelegen haben mag, so ließ ihm das politische Tagesgeschäft zunächst nur wenig Zeit sich in Kopenhagen aufzuhalten. So eroberte er 1169 Rügen und zerstörte die wendische Kultstätte am Kap Arkona. Die Inselbewohner wurden zwangsgetauft und die Insel dem Bistum Roskilde unterstellt. Von strategischer Bedeutung war, dass Dänemark mit Rügen erstmals ein Sprungbrett zum Festland südlich der Ostsee besaß. 1170 folgte die Heiligsprechung Knud Lavards und die Salbung von Valdemars Sohn Knud zum künftigen Herrscher Dänemarks durch den Erzbischof von Lund Eskil. Nach Eskils Tod im Jahre 1178 wurde Absalon dessen Nachfolger als Erzbischof des damals dänischen Erzbistums Lund. Zugleich behielt er aufgrund einer päpstlichen Ausnahmegenehmigung aber auch das Bistum Roskilde, sodass er die beiden bedeutendsten Ämter der dänischen Kirche in Personalunion vereinte.
Als Erzbischof von Lund setzte Absalon auch kirchliche Reformen durch, was in Schonen zum offenen Aufruhr gegen ihn führte. König Valdemar musste eingreifen, um den Streit zugunsten seines Pflegebruders und engsten Gefährten beizulegen. Als Valdemar I. wenige Jahre später 1182 verstarb, war der neue König Knud erst 19 Jahre alt. Praktisch führte Absalon nun für etwa ein Jahrzehnt die Geschäfte des Landes.
Absalon wahrte sein ganzes Leben hindurch die Interessen seines Geschlechts der Hvide wie auch seine eigenen. Als er sich 1192 von seinen Ämtern zurückzog, gingen beide Bistümer an junge – geistlich hochqualifizierte – Angehörige seiner Familie über. Sich selbst behielt er Kopenhagens Burg als Lehen auf Lebenszeit vor. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Absalon auf der Burg von Kopenhagen oder im Kloster Sorø unweit seines Geburtsortes Fjenneslev. Ostern 1201 verstarb er in Sorø, wo er auch begraben ist.
Absalons Burg in Kopenhagen hatte keinen Bestand für die Ewigkeit. Bereits im 13. Jh. wurde sie wiederholt erobert und zerstört. Das endgültige Aus kam dann 1368: Nachdem die Hansestädte die Burg erneut erobert hatten, ließen sie sie ein Jahr später bis auf die Grundmauern abbrechen. Diese 1907 bei Ausgrabungen im Zusammenhang mit dem Bau des heutigen Schlosses Christiansborg wieder entdeckten Grundmauern kann man heute zusammen mit den Fundamenten des späteren Schlosses von Kopenhagen in Kellerräumen unter Schloss Christiansborg besichtigen.
Heutige Kopenhagenbesucher können Absalon aber auch als Denkmal am Højbroplatz zu Gesicht bekommen, wo er in Rüstung und mit Streitaxt in der Hand von einem sich aufbäumenden Pferd nach Slotsholmen hinübersieht. Den Sockel des Denkmals umgibt zudem ein halbmeterhohes Relief, das einen Schwarm glänzender Heringe darstellt.
Die Fischfrau vom Gammel Strand (bis 1958)
Lone, Lene, Tine, Nele oder Mette
Für das Mittelalter wird von gewaltigen Heringsvorkommen im Øresund und der westlichen Ostsee berichtet, wodurch der Heringsfang und der Handel mit Heringen von großer wirtschaftlicher Bedeutung für Dänemark wurden.
So entstanden überall am Øresund Fischerdörfer wie der zwischen Seeland und Amagar, am Naturhafen am Sund liegende Ort Havn (Hafen).
Man kann sich vorstellen, dass schon vor Absalons Zeit die Fischer von Havn hier im Schutz der vorgelagerten flachen Inseln wie Strandholm (dem heutigen Slotsholmen), Bremerholm und Skarnholm ihre Boote einfach auf den Strand gezogen haben, um ihren Fang zu verkaufen. Das Angebot an fangfrischem Hering führte wohl auch dazu, Havn als Handelsort bekannt zu machen. Im Schutz der Burg Absalons entwickelte sich Havn zu „Købmanshavn”, dessen Siedlungskerne alsbald zu einer Stadt zusammenschmolzen, als die es erstmals 1171erwähnt wird.
Der Bereich des Gammel Strand (Alter Strand) direkt gegenüber der Schlossinsel lag von Anfang an mitten im Zentrum dieser Stadt und war wohl schon um 1200 als eine der ältesten Straßen der Stadt bebaut. Auch dürfte er als Keimzelle des Kopenhagener Hafens von den Anfängen der Besiedlung an ein Zentrum des Heringshandels gewesen sein. Urkundlich erwähnt wird er erstmals 1377 unter der lateinischen Bezeichnung prope mare, d. h. „nahe am Meer”. Im 15. Jh. wird die Gegend als Ved Stranden (Am Strand) bezeichnet. Der Fischmarkt wird in schriftlichen Quellen erstmals 1449 erwähnt. Die Gegend des heutigen Gammel Strands war wohl zudem schon im Mittelalter auch mit Landungs- und Ladebrücken bebaut, um auch größere Schiffe der damaligen Zeit be- und entladen zu können. Im 16. Jh. dürfte sie als Kai befestigt worden und ein wichtiger Teil des damaligen Kopenhagener Hafens gewesen sein. Spätestens seit der zweiten Hälfte des 17. Jhs. befand sich hier auch definitiv der Kopenhagener Fischmarkt („Fisketorvet”). Seit 1716 heißt die Uferstraße entlang des Slotholmens Kanals auch offiziell Gammel Strand.
Über die Jahrhunderte wurde der Handel zunächst mit fangfrischem Hering und nach dem Ausbleiben der Heringsschwärme in der Mitte des 16. Jhs. auch mit anderem fangfrischen Fisch von Fischfrauen betrieben. Im Mittelalter waren es vor allem Fischfrauen aus Kopenhagen selbst, später kamen sie auch aus den Fischerdörfern am Øresund nördlich von Kopenhagen oder von der Insel Amager. Sie alle saßen hier das ganze Jahr über und boten ihren Fisch in einfachen Marktständen an. Geliefert wurde der Fisch über den Slotsholmens Kanal von zahllosen Kuttern und Fischerbooten, die allmorgendlich ihren Fang am Gammel Strand anlandeten. Lebender Frischfisch wurde zudem in Fischkästen gehalten, die im öligen Wasser des Kanals vor sich hin schaukelten.
Oft wurden die Fischfrauen auch als „Skovsere” bezeichnet, weil viele von ihnen seit dem 18. Jh. aus Skovshoved – dem alten Fischerdorf bei Klampenborg – nördlich von Kopenhagen kamen. Ursprünglich liefen die Frauen bei Wind und Wetter mit einem geflochtenen Fischkorb mit etwa 10 kg Fisch auf dem Rücken die rund 10 km lange Strecke von Skovshoved zum Gammel Strand zu Fuß. Ab Mitte des 19. Jhs. kamen dann Fuhrgeschäfte auf, die mit Pferdefuhrwerken die „Skovsere” zum Gammel Strand fuhren. In einem derartigen offenen Fuhrwerk konnten bis zu 20 Frauen mit ihrem Fisch befördert werden. Anfang des 20. Jhs. entstand dann eine Straßenbahnverbindung nach Skovshoved und löste die Fuhrwerke ab. Mit dem Aufkommen motorbetriebener Boote brachten die Fischer auch von außerhalb Kopenhagens den Fang wieder direkt zum Gammel Strand, während die Fischfrauen nunmehr mit Straßenbahn oder Omnibus dorthin kamen.
Zur dauerhaften Erinnerung an die Fischfrauen ließ die Stadt Kopenhagen 1940 die Granitstatue einer stehenden Fischfrau am Gammel Strand aufstellen. Die von dem Kopenhagener Bildhauer Charles Svejstrup Madsen geschaffene, 6.000 kg schwere Steinfigur wurde am 12. November 1940 an der Ecke zum Højbroplatz enthüllt. Das Standbild stellt eine kräftige Matrone in typischer Arbeitskleidung der Fischfrauen mit Kopftuch dar.
Im September 1956 beschlossen die Kopenhagener Stadtverordneten die Verlegung des Fischmarktes zum 1. Januar 1958 in ein neues Gebäude im Kopenhagener Südhafen. Zum einen waren die sanitären Verhältnisse am Gammel Strand schon immer problematisch gewesen. Auch sprachen lebensmittelhygienische Gründe gegen den Straßenhandel mit Fisch. Zum anderen nahm der Umfang des Marktbetriebes, auch durch die zunehmende Motorisierung bedingt, immer mehr zu, sodass hier einfach zu wenig Platz war. Schließlich hatte sich aber auch der Charakter des Fischhandels geändert. Der Verkauf fangfrischen Fisches durch die Fischfrauen an Kopenhagener Endverbraucher ging allmählich zurück, während der Verkauf an Groß- und Zwischenhändler, der sich aber nur schwerlich im Wege des Straßenhandels bewerkstelligen ließ, eine immer größere Bedeutung erlangte. Zumindest für Zwecke des Großhandels war ein baulich geschlossener Fischmarkt mit Verkaufstheken, Glasabdeckungen und fließendem Wasser erforderlich.

Die Fischfrau vom Gammel Strand im August 2008
Am 2. Januar 1958 zog der Kopenhagener Fischmarkt feierlich in seine neuen Räumlichkeiten im Gaswerkshafen. Dort wurde der frische Fisch ausschließlich per Bahn oder mit Last- und Lieferwagen aus den Fischereihäfen des Landes angeliefert. Die Zeit der Anlandung fangfrischen Fisches von See her war für Kopenhagen vorbei. Mit dem Umzug der Großhändler waren zudem auch die Lieferanten der Fischfrauen vom Gammel Strand zum neuen Fischmarkt gewechselt. Am Gammel Strand blieben lediglich acht bis zehn Fischfrauen zurück, die nun aber alle aus Kopenhagen stammten. Die verbliebenen Fischfrauen setzten ihren Handel am Gammel Strand fort und ihre Kunden hielten ihnen die Treue. Allerdings mussten die Fischfrauen nun noch etwas früher aufstehen, weil sie morgens zum neuen Fischmarkt mussten, um sich dort ab sieben Uhr bei ihren Lieferanten mit Fisch einzudecken. Auch wenn aus kulturgeschichtlichen Gründen weiter Ausnahmegenehmigungen für die wenigen verbliebenen Fischfrauen vom Gammel Strand erteilt wurden, ging deren Zahl in den kommenden Jahren weiter zurück. Ende der 80er-Jahre war nur noch eine einzige – Doris Marx – übrig geblieben. Als sie am 13. März 2008 ihren Handel schloss, endete damit eine jahrhundertelange Tradition am Gammel Strand.
Der Kopenhagener Fischmarkt blieb nur für gut 40 Jahre im Gaswerkshafen und zog dann 1999 in neue geräumige Gebäude auf Neuanschüttungen im Nordhafen. Dort wo er bis 1999 lag, befindet sich heute das im Oktober 2000 eröffnete Einkaufszentrum „Fisketorvet”, das sowohl den Namen als auch die Silhouette eines Fisches in seinem Firmenlogo bewahrt hat, um so an den hier betriebenen Handel mit Fisch zu erinnern.
Die Statue der Fischfrau vom Gammel Strand musste im Oktober 2011 der Baustelle für die neue Linie der Kopenhagener Metro weichen und wurde im Depot eingelagert. Die Eröffnung der Metrostation Gammel Strand ist für 2018 vorgesehen. Spätestens dann soll auch die steinerne Fischfrau wieder auf ihren Sockel zurückkehren.
Erich von Pommern (ca. 1382 – 1459
Ein Deutscher macht Kopenhagen mit juristischen Winkelzügen zur Hauptstadt Dänemarks (1416)
Erich von Pommern war mütterlicherseits ein Urenkel des 1375 verstorbenen dänischen Königs Valdemar IV. Atterdag. Er wurde um 1382 in Rügenwalde unter dem Namen Bogislaw als Sohn des Herzogs Wartislaw VII. von Pommern-Stolp und dessen Frau Maria geboren. Erichs Mutter war eine Tochter des mecklenburgischen Herzogs Heinrich III. und dessen Frau Ingeborg, einer Tochter Valdemars IV.
1387 holte ihn seine Großtante Margrete (1353 – 1412) zur Aufrechterhaltung ihrer Regentschaft über Dänemark und Norwegen als Pflegesohn und nächsten männlichen Erben zu sich und ließ ihn schon zu Neujahr 1388 vom norwegischen Reichsrat als Erik III. zum König von Norwegen ausrufen, für den sie bis zu dessen Mündigkeit weiter die Regentschaft ausüben sollte.
Im Januar 1396 wurde Erich als Erik VII. zum König von Dänemark und dann im Frühling jenes Jahres als Erik XIII. auch zum König von Schweden gekrönt. Margretes eigentliches Ziel war aber mehr als ein in allen drei nordischen Ländern angenommener gemeinsamer Thronfolger. Sie wollte eine Union der nordischen Länder in Form eines gemeinsamen Großreiches. So berief sie für den Sommer 1397 ein Treffen der Spitzen von Adel und Geistlichkeit aller drei Länder ins schwedische Kalmar ein, in dessen Ergebnis die sogenannte Kalmarer Union über die Vereinigung der nordischen Länder geschlossen und der 15-jährige Erich am 17. Juli 1397 im Beisein von 67 Bischöfen, Prälaten und Rittern zum Unionskönig über die drei nordischen Reiche gekürt wurde. Die tatsächliche Regentschaft wurde allerdings auch nach Erichs Volljährigkeit weiter von Margrete bis zu ihrem Tode 1412 ausgeübt.
1406 heiratete Erich die englische Prinzessin Philippa (1394 – 1430), eine Tochter König Heinrichs IV. von England. Die Ehe blieb jedoch kinderlos.
Als er nach dem Ableben seiner Großtante 1412 die Herrschaft übernahm, war er bereits 30 Jahre alt. Bislang im Schatten Margretes stehend führte er zunächst nur fort, was sie bereits begonnen hatte. So erscheinen die ersten Jahre seiner Regierung verglichen mit deren Folgezeit als seltsam ereignisarm. Erich bemühte sich, die Union und ihren Einfluss im Ostseeraum zu festigen und Schleswig wieder für die dänische Krone zu gewinnen. Wirtschaftlich sollte die Königsmacht vor allem durch die Erhebung neuer Steuern und Zölle gestärkt werden. Allerdings ist ein besonderes Interesse Erichs an der Øresundregion als Zentrum seines Reiches erkennbar. Hervorzuheben ist auch die Gründung der Hafenstadt und Festung Landskrona am Ostufer des Øresunds 1413.
So ist es nicht verwunderlich, dass auch das bevölkerungsreiche Kopenhagen (1377 zählte es etwa 3.500 Einwohner) in das Blickfeld Erichs geriet. Stadt und Burg Kopenhagen waren ja seit Absalons Zeiten stets Besitz des Bistums Roskilde gewesen. Doch hatte der Roskilder Bischof Henrik Gertsen 1350 die Stadt Kopenhagen König Valdemar IV. als Dank für deren Befreiung von der Besetzung durch die Holsteiner Grafen auf Lebenszeit überlassen. Nach seinem Tode 1375 fiel Kopenhagen aber wieder an das Bistum Roskilde zurück.
Unter Bischof Peder Jensen Lodehat (1396 – 1416) wurden Burg und Schloss von Kopenhagen wieder neu errichtet. Nach Lodehats Tod 1416 sah Erich die Stunde gekommen, Burg und Stadt Kopenhagen endlich in den Besitz der dänischen Krone zu bringen.
Er behauptete, Lodehats Vorgänger, der Roskilder Bischof Niels Jakobsen Ulfeldt, habe 1375 Kopenhagen mit Gewalt und nicht nach den Gesetzen des Landes an sich gebracht. Dies ließ er sich, noch bevor in Roskilde ein neuer Bischof gewählt worden war, durch einen Urteilsspruch des Landsthings von Seeland vom 19. Februar 1417 bestätigen. In dem Urteil, an dem zwölf auf Seeland ansässige Reichsräte mitgewirkt hatten, wurde der dänische König zum alleinigen Herrn von Kopenhagen erklärt.
Es nützte dem neuen Bischof von Roskilde Jens Anderssön wenig, dass er und seine rechtskundigen Kleriker außer den alten Anrechtsbriefen auf Kopenhagen seit Absalons Zeiten auch den Brief von Königin Margrete vorlegen konnten, den der damalige Roskilder Bischof Ulfeldt 1375 bei der Rückgabe von Kopenhagen erhalten hatte und in dem die Stadt als bischöflicher Besitz bezeichnet wurde.
Nur wenige Jahre nach Übernahme der Stadt gewährte Erich 1422 Kopenhagen weitgehende wirtschaftliche Privilegien, die insbesondere Handel und Handwerk förderten und das weitere Wachstum der Stadt begünstigten. Schon 1419 hatte er zudem beim Papst um die Genehmigung zur Stiftung einer Universität für Kopenhagen nachgesucht. Papst Martin V., der wohl noch an den Besitzwechsel zwei Jahre zuvor gedacht haben mag, erteilte noch im selben Jahr die Genehmigung zur Stiftung einer Universität in Kopenhagen, doch mit der wichtigen Einschränkung, dass dort Theologie nicht gelehrt werden dürfe. Darauf wollte Erich aber nicht eingehen. So sollte es noch sechzig Jahre dauern, bis Kopenhagen 1479 tatsächlich eine Universität erhielt.
Im weiteren Verlauf seiner Regierungszeit ab 1422 wandte sich Erich von der bislang betriebenen, auf Mäßigung und Ausgleich beruhenden Politik ab. Zwar förderte er neben Kopenhagen auch die anderen einheimischen Handelsstädte wie Helsingborg und vor allem Malmö, aber zugleich entwickelte er nun ein ausgeprägtes Großmachtstreben. Im Herbst 1422 forderte er erstmals Gebühren von Handelsschiffen, die den Øresund passieren wollten. Nachdem im Mai 1423 sein Versuch gescheitert war, diesen Sundzoll in Verhandlungen mit den Hansestädten durchzusetzen, kam es hierüber zum Krieg, in dessen Verlauf Kopenhagen von der Hanse zweimal 1427 und 1428 erfolglos belagert wurde.
Schließlich führte Erichs Hang zur Autokratie zu Konflikten mit dem Adel seiner drei Reiche. Auch stieß die immer deutlicher werdende dänische Hegemonie zumindest in Schweden ab 1430 zunehmend auf Widerstand. Im Sommer 1434 brach im mittelschwedischen Dalarna ein Aufstand aus, der sich binnen weniger Monate zu einer nationalen Erhebung gegen die dänische Vorherrschaft ausweitete. Erich sah sich genötigt, mit den Hansestädten Frieden zu schließen und diesen in Vordingborg im Juli 1435 im Wesentlichen ihre alten Privilegien im Norden zu bestätigen, um sich der Bekämpfung des schwedischen Aufstandes zuwenden zu können. Der vor allem für Dänemark ungünstige Frieden von Vordingborg machte Erich nunmehr jedoch auch für den dänischen Reichsrat angreifbar. Es gelang Erich aber auch nicht, den schwedischen Aufstand, der inzwischen von Angehörigen des schwedischen Hochadels geführt wurde, niederzuschlagen.
Angesichts des zunehmenden Widerstandes, gerade auch des dänischen Reichsrates gegen seine Politik, zog sich Erich 1438 halsstarrig nach Gotland zurück, um damit die Arbeit des dänischen Regierungsapparates zu blockieren. Der dänische Reichsrat berief daraufhin jedoch den Neffen Erichs, Christoph von Bayern, als dessen nächsten Verwandten zum Reichsverweser, und erklärte Erich im Sommer 1439 für abgesetzt. Im Herbst 1439 erklärten auch die Reichsräte Schwedens und Norwegens Erich jeweils für abgesetzt. In Dänemark wählte der Reichsrat 1440 den bisherigen Reichsverweser als Christoffer III. zum neuen König.
Erich selbst setzte sich nun auf Gotland fest und betrieb hier von Schloss Visborg aus Seeräuberei, um sich an seinen Gegnern schadlos zu halten. 1446 fiel ihm sein väterliches Herzogtum Pommern-Stolp im Wege der Erbfolge wieder zu. Als 1448 der schwedische Reichsverweser Karl Knutson Bonde dort als Karl VIII. zum König gewählt wurde und Gotland angriff, übergab Erich die Insel einer dänischen Flotte und zog sich in sein pommersches Herzogtum zurück, das er als Herzog Erich I. noch für gut zehn Jahre regierte.
Erich von Pommern starb 1459 in seinem Geburtsort Rügenwalde und wurde in der dortigen Stadtkirche beigesetzt.
Kong Hans (1455 – 1513)
Ein Bürgerkönig des Spätmittelalters
Hans wurde unter dem Taufnamen Johann am 2. Februar 1455 im jütländischen Aalborg als dritter Sohn des dänischen Königs Christian I. (1424 – 1481) und dessen Frau Dorothea von Brandenburg geboren. Seine beiden älteren Brüder starben bereits als Kleinkinder, sodass er zum Thronerben aufrückte. Die dänischen Landsthinge huldigten ihm auf Veranlassung seines Vaters bereits 1467 als Thronfolger. 1478 heiratete er die Prinzessin Christine von Sachsen, mit der er sechs Kinder hatte. Der Erstgeborene Johann starb bereits 1480. Der im selben Jahr geborene Prinz Ernst lebte bis 1500. Erst der 1481 geborene Prinz Christian wurde Thronerbe und später auch König. Nach dem Tode Christians I. am 22. Mai 1481 folgte ihm Hans als zweiter König aus dem Geschlecht der Oldenburger auf den dänischen Thron nach. Am 5. Mai 1482 wurde er vom dänischen Reichsrat unter dem offiziellen Namen Johann I. auch formal als König von Dänemark bestätigt.
Johann war ein bürgernaher König, der sich in der Stadt wohlfühlte und als „kräftig um nicht zu sagen dick, jovial, direkt und anspruchslos sowohl in seiner Kleidung als auch in seinen Essgewohnheiten” beschrieben wird. Er war bar jeder Hoffärtigkeit und liebte es mit seinen Höflingen Karten zu spielen, mit guten Freunden Bier in der Badestube zu trinken und lebhafte Gespräche zu führen. Auch schätzte er das bürgerliche Leben und hielt sich gerne außerhalb des Hofes bei Kopenhagener Bürgern, wie etwa bei dem Handelsherrn und Kopenhagener Bürgermeister Hans Metzenheim Bogbinder und dessen Familie, auf. So ist es nicht verwunderlich, dass er beim Volk allgemein beliebt war und weithin nur König Hans genannt wurde.
Die ersten Jahre seiner Regierung waren von Verhandlungen bestimmt: Verhandlungen mit seiner Mutter und seinem jüngeren Bruder Friedrich über die Herrschaft in Schleswig und Holstein, die 1482 zu einer gemeinsamen Belehnung beider Brüder mit den Herzogswürden führten. 1490 kam es jedoch zu einem komplizierten Teilungsvertrag, der die beiden Herzogtümer in zahlreiche kleine Herrschaften auflöste und gerade dadurch fester miteinander verzahnte. Mit den Hansestädten kam es zu Verhandlungen über deren Handelsprivilegien und die Passage durch den Øresund, mit Schweden und Norwegen verhandelte er über die Wiederbelebung des Unionskönigtums.
Während Hans 1483 auch zum König von Norwegen gekrönt wurde, zogen sich die Verhandlungen mit dem Reichsrat von Schweden und dem schwedischen Reichsverweser Sten Sture in die Länge. Nach dem endgültigen Scheitern dieser Verhandlungen schloss Kong Hans 1495 ein Bündnis mit dem russischen Zaren Iwan III. (1440 – 1505) und begann mit der Aufstellung eines für damalige Verhältnisse mächtigen Heeres und einer Flotte. Jeder zehnte Bauer Dänemarks wurde hierfür einberufen. Im Sommer 1497 marschierte Kong Hans in Schweden ein, schlug die Schweden bei Rotebro und konnte im Oktober 1497 in Stockholm einziehen. Noch im selben Jahr wurde er in Uppsala zum König von Schweden gekrönt.
1500 zogen Hans und sein jüngerer Bruder Herzog Friedrich gegen die Dithmarscher Bauern zu Felde, um diese ihren Herzogtümern zu unterwerfen. Das dänische Ritterheer erlitt jedoch am 17. Februar 1500 bei Hemmingstedt eine vernichtende Niederlage. Hans und Friedrich entkamen nur mit knapper Not nach Meldorf und flüchteten dann weiter in ihre Herzogtümer.
Daraufhin brach 1501 ein erneuter Aufstand der Schweden unter Sten Sture aus. Am 6. Mai 1502 kapitulierten die letzten, ausgehungerten dänischen Verteidiger des Stockholmer Schlosses nach neunmonatiger Belagerung. Weitere dänische Bemühungen in den Folgejahren zur Rückgewinnung der schwedischen Königskrone schlugen fehl. 1508 löste Russland den Bündnisvertrag mit Dänemark und verbündete sich stattdessen mit Schweden. Kong Hans gab daraufhin weitere Bemühungen auf, die Schweden in die Union zurückzuzwingen.
In den Jahren nach 1500 widmete sich Kong Hans vor allem dem Aufbau einer stehenden Flotte unter königlichem Kommando. Um 1510 ließ er auf Slotsholmen erste Werkstätten zum Betrieb einer Werft errichten und siedelte hier Schiffsbauer an. 1510 ernannte er Henrik Krummedige zum Flottenvorsteher, was allgemein als Gründungsdatum der Dänischen Marine angesehen wird. Der Aufbau einer ständigen dänischen Kriegsflotte kostete Lübeck und die übrigen Hansestädte die Seeherrschaft in der westlichen Ostsee und den Sunden. Als die Hansestädte 1510 Dänemark wieder einmal den Krieg erklärten, vermochte die dänische Flotte ein Heer nach Lolland überzusetzen, das die Lübecker bei Nakskov schlug. Im August 1511 schlug eine dänische Flotte von 20 Schiffen die Lübecker erneut in einer Seeschlacht bei Bornholm. Im Frieden von 1512 erhielten die Hansestädte zwar noch einmal ihre alten Handelsprivilegien bestätigt, mussten sich aber mit der freien Fahrt für alle handeltreibenden Nationen durch den Øresund einverstanden erklären. Kopenhagen selbst zählte zu dieser Zeit etwa 10.000 Einwohner und war damit Dänemarks größte Stadt.
Dass Kong Hans bei aller Jovialität auch ein gefährlicher Mann war, musste zumindest sein Reichshofmeister Povl Laxmand erfahren, der 1502 auf dem Gelände des Kopenhagener Schlosses ermordet und nach seinem Tode von Hans des Hochverrats angeklagt wurde. Nachdem diese Anklage durch Urteil des Landsthings bestätigt worden war, zog Hans Laxmands Güter zugunsten der Krone ein. Dieser Vorgang erregte nicht nur großes Aufsehen, sondern trug auch zu einem gebrochenen Verhältnis zumindest des dänischen Hochadels zur Königsmacht bei.
Dies war Kong Hans jedoch egal, denn er hatte ohnehin kein gutes Verhältnis zum Adel Dänemarks. Diesem zog er eindeutig die Welt des Bürgertums vor. In den letzten Jahren seiner Herrschaft hielt sich Kong Hans weniger im Schloss als vielmehr in seinem städtischen Anwesen auf. Es handelte sich um ein unweit des Østerports(Osttores) gelegenes Gebäude, das zunächst als Østergård (Osthof) bezeichnet wurde. Ursprünglich war es der Sitz der bischöflichen Vögte in Kopenhagen gewesen, die selber nicht in der Burg residierten, sondern ein eigenes Wohn- und Amtsgebäude besaßen. Mit dem Übergang Kopenhagens in königlichen Besitz fiel auch der Østergård an die Krone. Um 1500 nahm sich Kong Hans hier seinen Wohnsitz. Das Gebäude wurde nunmehr Vingård (Weinhof) genannt, weil der König im Garten des Anwesens Wein anbauen ließ und sich zumindest an den Trauben erfreute. Da der Vingård nahe dem damaligen Ufer zum Sund lag, hatte Kong Hans von hier aus auch einen guten Blick auf die auf Slotsholmen entstehende Schiffswerft.
Es wird erzählt, dass der Flottenbau sein Denken derart beherrschte, dass selbst auf dem Sterbebett im Februar 1513 seine letzten Gedanken der Werft in Kopenhagen gegolten haben sollen, wo er gerade ein neues Schiff in Auftrag gegeben hatte.
Peder Skram (ca. 1491 – 1581)
Wendehals, Wagehals und Dänemarks erster Reichsadmiral
Peder Skram entstammte einer Familie des jütländischen Landadels. Er wurde um 1491 auf Gut Urup, dem Stammsitz seiner Familie, bei Horsens in Jütland geboren. Seine militärische Laufbahn begann als Truppenführer in den Kriegen Christians II. gegen Schweden. 1520 zeichnete er sich in der Schlacht bei Uppsala derart aus, dass ihn Christian II. als Dank für seine Verdienste mit einem Gut in Norwegen belohnte.
Nach der Flucht Christians II. vor dem Adelsaufstand unter Führung seines Onkels Friedrich im März 1523 schloss sich Peder Skram dem siegreichen Friedrich an und nahm unter diesem an der Belagerung des königstreuen Kopenhagen teil.
1531 wechselte Peder Skram als Seeoffizier in die königliche Marine, wurde hier Kommandeur eines Schiffs und bereits kurz darauf Admiral. 1532 segelte er als Kommandeur eines kleinen Flottenverbandes nach Norwegen und vernichtete dort die neu entstandene Flotte Christians II. Danach entsetzte er die dänische Besatzung der Festung Akershus bei Oslo und brachte Christian II. unter der (später nicht eingehaltenen) Zusage freien Geleits nach Dänemark zurück.
1535 wurde Skram von König Christian III. auf Ersuchen des schwedischen Königs Gustav Vasa nach Stockholm entsandt, um dort das Kommando über die schwedische Flotte zu übernehmen, die zusammen mit dänischen und herzoglich preußischen Kriegsschiffen die Übermacht der Flotten der Hansestädte unter der Führung Lübecks brechen sollte. Peder Skram kommandierte hier, unterstützt von dem schwedischen Admiral Per Månsson, insgesamt 33 Schiffe. Mit dieser Flotte siegte er am 9. Juni 1535 bei Bornholm über die Flotte der Hansestädte und verfolgte den geschlagenen Gegner bis zum Kleinen Belt, wo er das Gros der hansischen Flotte bei Svendborg vernichtete. Danach ermöglichten seine Schiffe das Übersetzen eines dänischen Feldheers unter Johan Rantzau von Jütland nach Fünen, wo Rantzaus Truppen anschließend bei Øksnebjerg die Gegner Christians III. schlugen. Skram nahm derweil die Insel Langeland und die westseeländische Hafenstadt Korsør ein. Durch seine militärischen Erfolge erlangte Peder Skram in Dänemark den Ruf eines Nationalhelden und erhielt den Beinamen „Danmarks Vovehals”. (Dänemarks Wagehals).
Ab Juli 1535 blockierte Peder Skram mit seiner Flotte die aufrührerischen Hafenstädte Kopenhagen und Malmö, die sich Christian III. versagen wollten. Nachdem sich Kopenhagen am 29. Juli 1536 ergeben hatte, wurde Skram für einige Monate erster Kommandeur des neuen Kopenhagener Flottenhafens Holmen und war als solcher für die Neubauten, Ausrüstung und Instandhaltung der gesamten dänischen Flotte zuständig. Schon Ende 1536 übernahm er aber wieder das Kommando über ein Geschwader, das er bis 1555 innehaben sollte. 1537 wurde er bei der offiziellen Krönung Christians III. von diesem feierlich zum Ritter geschlagen. 1539 wurde Skram Mitglied des dänischen Reichsrates und 1556 wurde er zum ersten Reichsadmiral Dänemarks ernannt. Nach dem Tode Christians III. wurde er Ende 1559 von Herluf Trolle als Reichsadmiral abgelöst und zog sich ins Privatleben zurück.
Zu Beginn des Nordischen Siebenjährigen Krieges wurde Peder Skram 1563 von dem nun mehrigen König Frederik II. noch einmal als Geschwaderchef reaktiviert, dann aber wegen zu großer Passivität als Kommodore zum Jahresende abgelöst und zum Kommandanten der Grenzfestung Laholm im heute schwedischen Halland ernannt, die er bis 1568 erfolgreich gegen wiederholte schwedische Angriffe verteidigte.
1568 zog sich Peder Skram endgültig nach Urup zurück, wo er am 11. Juli 1581 verstarb und auf dem Kirchhof des nahegelegenen Dorfes Østerbirk beigesetzt wurde.
Im heutigen Kopenhagen erinnert zunächst die Peder Skrams Gade im Bereich des früheren Flottenhafens Gammelholm an den Seehelden des 16. Jhs. Auch kann man sich seit 1989 im Orlogsmuseum, dem Museum der dänischen Flotte, in der Straße Overgaden oven Vandet am Christianshavns Kanal über die Anfänge der dänischen Marinegeschichte und damit auch die Erfolge Peder Skrams informieren.
Die dänische Marine hat im Laufe ihrer Geschichte insgesamt drei Schiffe nach Peder Skram benannt. Das letzte dieser Schiffe ist die 1966 in den Dienst gestellte Fregatte gleichen Namens, die bis 1988 für mehr als 20 Jahre das Flottenflaggschiff der dänischen Marine war. Sie wurde vier Jahre nach ihrer Außerdienststellung 1992 von einem privaten marinegeschichtlichen Verein erworben, als Museumsschiff hergerichtet und zum Mastkran im heutigen Kopenhagener Marinehafen Nyholm geschleppt, wo sie seit 1996 während der dänischen Sommer- und Herbstferien besichtigt werden kann.
Ambrosius Bogbinder († 1536)
Aufrührer, Bürgermeister und Stadttyrann
Ambrosius Bogbinder war ein Sohn des Kopenhagener Handelsherren und Bürgermeisters Hans Messenheim Bogbinder. Er dürfte ein Altersgenosse seines 1481 geborenen Jugendfreundes und späteren Königs Christian II. gewesen sein. Vermutlich trat er in das väterliche Handelsgeschäft ein, aber darüber ist nichts Näheres überliefert.
Nach der Flucht Christians II. aus Kopenhagen 1523 und der Anerkennung König Frederiks I. durch den Kopenhagener Rat gehörte Ambrosius Bogbinder zu den wenigen verbliebenen Anhängern Christians II. in Kopenhagen.
Er wurde in den Kopenhagener Rat aufgenommen und dort 1530 zum Kopenhagener Bürgermeister gewählt. Es war die Zeit der Reformation in Dänemark, und das Land war religiös tief gespalten. Auch Ambrosius Bogbinder schloss sich der neuen Lehre an und war schon bald deren lautester Vorsprecher in der Kopenhagener Bürgerschaft. Als sich der katholische Bischof von Roskilde, Joachim Rønnow, Ende 1530 weigerte, evangelische Gottesdienste an der Kopenhagener Domkirche zuzulassen, stürmte am 27. Dezember 1530 eine von Ambrosius Bogbinder angeführte Menschenmenge den katholischen Gottesdienst in der Frauenkirche und begann die Altarbilder und Heiligenfiguren zu zerschlagen. In der Folge blieb die Frauenkirche für nahezu ein Jahr für sämtliche Gottesdienste geschlossen. Ambrosius Bogbinder sah sich wohl auch als Folge des Bildersturms im Kopenhagener Rat mehr und mehr isoliert und musste, als Christian II. 1531 versuchte, seinen Thron von Norwegen aus zurückzuerobern, aus dem Kopenhagener Rat ausscheiden.
Als Frederik I. 1533 verstarb, sahen sich die Räte der fortgeschrittenen Handelsstädte Kopenhagen und Malmö mit einem katholisch dominierten, konservativen Reichsrat konfrontiert, der nun seinerseits keine Furcht mehr vor dem seit dem Vorjahr auf Schloss Sønderborg gefangen gehaltenen Christian II. haben musste. Der Reichsrat beschloss zunächst, die Wahl eines Königs für ein Jahr auszusetzen, weil der älteste Sohn Frederiks I., Herzog Christian, als überzeugter Lutheraner den katholischen Bischöfen nicht genehm war. Zugleich forderte der Reichsrat die Handelsstädte mit einem Beschluss heraus, der ausdrücklich die Herrschaft der Bischöfe in der Kirche bekräftigte und den Auftritt der nicht autorisierten Prediger verbot.
Die königslose Zeit des Jahres 1533 wurde zudem vom Lübecker Bürgermeister Jürgen Wullenwever genutzt, um mit dem Grafen Christoffer von Oldenburg einen Parteigänger Christians II. und Platzhalter für diesen ins Spiel zu bringen. Malmö und Kopenhagen schlossen sich 1534 Graf Christoffer an, was umgekehrt dazu führte, dass sich der jütländische Teil des Reichsrates hinter Herzog Christian sammelte und diesen als Christian III. zum neuen König wählte. Als Christoffer im Juni 1534 mit 1500 Landsknechten bei Kopenhagen landete, wurde er hier von Ambrosius Bogbinder und Jørgen Kock im Namen der Bürgerschaften von Kopenhagen und Malmö empfangen. Nach dem Einzug Christoffers in Kopenhagen wurde hier der gesamte bisherige Rat der Stadt seines Amtes enthoben und durch einen selbstbestallten neuen Rat unter Führung von Ambrosius Bogbinder ersetzt. Der neue Rat setzte zunächst mit harter Hand die vollständige Reformation an allen Kopenhagener Kirchen durch.
Nach der Niederlage Christoffers im Juni 1535 bei Øksnebjerg begann einen Monat später die Belagerung Kopenhagens und Malmös durch die Truppen Christians III. Die beiden Städte waren jedoch gut befestigt und verfügten über große Vorräte an Waffen und Proviant, sodass die Belagerer es nicht wagten, sie zu stürmen, sondern darauf warteten, die Städte auszuhungern.
In dieser Situation erwies sich Bürgermeister Ambrosius Bogbinder als brutaler Machthaber, der der Bürgerschaft abverlangte, der Belagerung so lange standzuhalten, bis durch Christian II. Entsatz von außerhalb käme. Nachdem offensichtlich wurde, dass damit nicht zu rechnen war, forderte die Bürgerschaft die Übergabe der Stadt an die Belagerer. Als dem nicht stattgegeben wurde, kam es zu Aufständen, die jedoch blutig niedergeschlagen wurden. Erst im Juli 1536, drei Monate nach Malmö, erfolgte die Aufgabe der Stadt. Zu diesem Zeitpunkt war die Bevölkerung Kopenhagens bereits völlig ausgehungert. Graf Christoffer und seine Landsknechte erhielten freien Abzug und verließen Dänemark. Christian III. hatte Mitleid mit der geschundenen Bevölkerung Kopenhagens und unterließ jegliche Verfolgung der aufrührerischen Bürger. Dies allerdings mit einer gewichtigen Ausnahme: Vor dem Rat der Stadt Kopenhagen wurde Anklage gegen Ambrosius Bogbinder wegen der Hinrichtung des Ratsherrn Jens Kammersvend erhoben. Als Ambrosius Bogbinder klar wurde, dass er hierfür ohnehin hingerichtet werden würde, vergiftete er sich.
Hans Tausen (1494 – 1561)
Die Dänen werden Lutheraner (1536)
Hans Tausen ist der Reformator Dänemarks. Über seine Jugend ist nicht viel mehr bekannt, als dass er um 1494 in dem fünischen Dorf Birkende geboren wurde und nach dem Besuch der Lateinschule in Odense und im seeländischen Slagelse in das Johanniterkloster Antvorskov bei Slagelse als Mönch eintrat.
Die Johanniter schickten ihn 1516 zum Studium an die Universität Rostock, wo er drei Jahre später zum Magister ernannt wurde. Ab 1521 studierte Tausen an der Universität Kopenhagen Theologie und wurde dann von seinem Orden zu weiterführenden Studien nach Deutschland geschickt. Von Herbst 1523 an studierte er bei Luther in Wittenberg und nahm hier die lutherische Lehre an.
Als dies bekannt wurde, riefen ihn die Johanniter 1525 zunächst nach Antvorskov zurück. Weil Tausen hier an seinen neugewonnenen Überzeugungen festhielt, schickte man ihn in das Johanniterkloster von Viborg in Nordjütland. Als Tausen aber auch hier die neue Lehre verbreitete, stießen ihn die Johanniter 1526 aus ihrem Orden aus. Tausen begann daraufhin öffentlich, etwa auf den Kirchhöfen der Stadt, zu predigen und gewann so unter deren Bürgern viele Anhänger. Als ihn der Bischof von Viborg Jørgen Friis verhaften ließ, wandten sich seine Anhänger in der Bürgerschaft von Viborg an König Frederik I. Dieser verfolgte ja bereits seit dem Kopenhagener Reichstag Ende Mai 1524 eine Politik religiöser Toleranz und stellte Tausen einen persönlichen Schutzbrief als königlicher Kaplan aus. Damit war Tausen als Bediensteter des königlichen Hofes der Jurisdiktion der katholischen Kirche entzogen. Zugleich beließ Frederik I. Tausen aber zunächst in Viborg. Hier schlossen sich nunmehr auch andere Geistliche und sogar einige Mitglieder des Domkapitels Tausen und der neuen Lehre an. Schließlich wurde Bischof Friis von den Bürgern Viborgs aus seiner Stiftskirche verjagt und musste sich in seiner Burg verschanzen, während Tausen die Stadt von der Kanzel aus beherrschte. Er hielt seine Gottesdienste auf Dänisch ab und führte auch den Vespergesang in dänischer Sprache ein. In den Jahren 1528/29 gab Tausen von Viborg aus eine Reihe reformatorischer Bekenntnisschriften heraus, die in ganz Dänemark verbreitet wurden und die lutherische Lehre hier erstmals allgemein bekannt machten. 1529 war die Reformation in Viborg im Grunde erfolgreich abgeschlossen.
Hans Tausen wurde daraufhin noch 1529 von Frederik I. zum ersten evangelischen Gemeindepfarrer an die Kopenhagener Nikolaj-Kirche berufen, wobei der König damit auch die Hoffnung verband, mithilfe des luthertreuen Tausen noch weitergehende, radikalere Tendenzen in der reformatorischen Bewegung zu dämpfen. In Kopenhagen diskutierte Tausen am Himmelfahrtstag 1530 mit dem führenden Kopf der katholischen Seite, dem Karmelitermönch Povl Helgesen, öffentlich die aufgebrochenen Glaubensunterschiede. Beim Kopenhagener Bildersturm am 27. Dezember 1530 beendete Tausen durch sein Dazwischentreten die Gewalt und rettete so den Hochaltar der Kopenhagener Domkirche vor der Zerstörung.
Nach dem Tode Frederiks I. wurde Hans Tausen vor dem Reichsrat angeklagt, sich dem katholischen Bischof von Roskilde Joachim Rønnow widersetzt zu haben. Tausen wurde daraufhin dazu verurteilt, den Stiftsbezirk Roskilde und damit ganz Seeland zu verlassen. Rønnow zeigte sich jedoch – sicherlich auch im Hinblick auf die Stimmung in der Kopenhagener Bürgerschaft – sehr moderat, indem er kurze Zeit später Hans Tausen die Genehmigung erteilte, weiter in Kopenhagen zu predigen. Im Gegenzug verpflichtete sich Tausen, die Autorität des Bischofs anzuerkennen und von Angriffen gegen diejenigen Geistlichen, die die katholische Kirche im Kopenhagener Rat vertraten, abzusehen. Dieser Kompromiss mochte in der gegebenen Situation des Jahres 1533 politisch klug gewesen sein, war aber nach dem endgültigen Sieg der Reformation 1536 nicht notwendigerweise eine Empfehlung für Tausen.
So wurde er von Christian III. zunächst auch nicht mit einem der führenden Kirchenämter bedacht, sondern wirkte kirchenintern an der Erarbeitung der neuen Kirchenordnung mit. Danach war er als Lektor bei der Pfarrerfortbildung in Roskilde tätig, wo das geistliche Milieu immer noch stark katholisch geprägt und die protestantische theologische Unterweisung besonders vonnöten war.
Erst 1541 wurde Hans Tausen Bischof im von Kopenhagen weit entfernten Ribe, wo er bis zu seinem Tode am 11. November 1561 wirkte.
Heute erinnert in Kopenhagen vor allem das Reformationsmonument auf dem Bispetorv an Hans Tausen, der auf zwei der Reliefs des 1943 geschaffenen Denkmals abgebildet ist. Am Bispetorv liegen auch die Frauenkirche, in der Tausen 1530 dem Bildersturm Einhalt gebot, und der Bispegård, in dem 1537 Kopenhagens erster evangelischer Bischof Peder Palladius (1503 – 1560), seinerseits ein Schustersohn aus Ribe, Einzug hielt.
An der Marmorkirche unweit von Schloss Amalienborg befindet sich unter den dort aufgestellten 18 Bronzestandbildern dänischer Kirchenväter auch ein Denkmal für Hans Tausen.
Christian III. (1503 –1559)
Dänemark wird Seemacht und Kopenhagen Flottenhafen
Christian III. wurde am 12. August 1503 auf Schloss Gottorf bei Schleswig als ältester Sohn Herzog Friedrichs und dessen erster Gemahlin Anna von Brandenburg geboren. Über seine Kindheit und Jugend ist nichts weiter bekannt.
Als noch 17-jähriger wohnte er 1521 dem Reichstag zu Worms bei und traf hier auch mit Martin Luther persönlich zusammen. Christian war von dieser Begegnung zeitlebens sehr beeindruckt und von nun an glühender Lutheraner. Hinzu kam, dass auch sein Vater Herzog Friedrich, der bis dahin frommer Katholik gewesen war, mit Wohlgefallen vernahm, dass die neue Lehre die Macht der Päpste und Bischöfe brechen und die weltlichen Fürsten als Leitung der Kirche einsetzen wollte.
Nachdem Friedrich 1523 als Frederik I. König von Dänemark geworden war, übertrug er dem nunmehrigen Herzog Christian die Verwaltung eines Teils des Herzogtums Schleswig mit dem Zentrum Hadersleben. Christian führte in dem ihm zugesprochenen Territorium alsbald die Reformation ein.
1525 heiratete er die Prinzessin Dorothea von Sachsen-Lauenburg-Ratzeburg (1511 – 1571), mit der er fünf Kinder, darunter den späteren König Frederik II. (1534 – 1588), hatte.
Nach dem Tod Frederiks I. am 10. April 1533 wurde Christian als Lutheraner vom katholischen Reichsrat als Thronfolger abgelehnt.
Die katholischen Bischöfe hatten jedoch die Spannungen im Lande unterschätzt, die sich daraufhin explosionsartig entluden. In Nord- und Westjütland brachen von Anhängern des gefangenen Christian II. geschürte Bauernaufstände aus. Auf Initiative Lübecks verbündeten sich Kopenhagen und Malmö mit dem Ziel der Wiedereinsetzung Christians II. als König mit der Hanse. Lübecks Bürgermeister Jürgen Wullenwever gewann einen Verwandten Christians II., den Grafen Christoffer von Oldenburg, als militärischen Führer des Bündnisses und Platzhalter für den gefangenen König.
Angesichts dessen wandte sich nunmehr die Mehrheit zumindest des jütländischen Adels Herzog Christian als Thronkandidaten zu. Auf einem Herrentag in der Kirche von Ry in Mitteljütland wählte sie am 4. Juli 1534 Christian III. zum König und der hohe katholische Klerus musste sich dem fügen. Am 19. August 1534 huldigten Adel und Bischöfe Jütlands Christian III. in Randers. Im weiteren Verlauf entschlossen sich Schweden und das Herzogtum Preußen zur Unterstützung Christians III., um die Macht der Hanse ein für alle Mal zu brechen.
Gestützt auf die vereinten Flotten Dänemarks, Schwedens und Preußens unter Peder Skram und ein zunächst nur holsteinisch-jütländisches Feldheer unter Johan Rantzau vermochte Christian III. seine Gegner zu schlagen und sich nach blutigem Kampf in ganz Dänemark als unangefochtener König durchzusetzen. Als letztes fiel am 29. Juli 1536 Kopenhagen. Wenige Tage später hielt Christian III. hier am 6. August 1536 seinen feierlichen Einzug.
Vor dem siegreichen König lagen jetzt vor allem zwei Aufgaben: Die Auszahlung seines inzwischen weitgehend aus Landsknechten bestehenden Heeres und die Durchsetzung der Reformation in ganz Dänemark. Zunächst berief Christian III. eine Sitzung des Reichsrates für den 13. August 1536 ein. Am Abend des 12. Augusts beschloss er mit seinen Heerführern, die ausstehenden Soldzahlungen aus dem Vermögen der Kirche zu begleichen. Noch in derselben Nacht wurden die in Kopenhagen anwesenden Bischöfe handstreichartig festgenommen. Am folgenden Morgen stimmte der verbliebene Reichsrat der Einziehung des Kirchenvermögens durch die Krone zu. Die gefangenen Bischöfe wurden erst nach Abgabe einer Eidesversicherung, jeglichen Widerstand gegen die Reformation aufzugeben, wieder freigelassen.
Überall im Land wurden nun überzeugte Lutheraner als Bischöfe eingesetzt. Es wurde eine neue lutherische Kirchenordnung eingeführt. Die bisherigen Pfarrer durften gegen die Verpflichtung, künftig nur noch die lutherische Lehre zu verkünden, im Amt bleiben, wurden aber von den neuen Bischöfen regelmäßig visitiert. Im Oktober 1536 beschloss eine für damalige Verhältnisse riesige Ständeversammlung von 1000 Adligen, Bürgern und Bauern (aber keinem einzigen Geistlichen) auf dem Gammel Torv im Herzen Kopenhagens die Einführung der neuen Kirchenordnung, womit die Durchsetzung der Reformation in Dänemark im Wesentlichen abgeschlossen war.
Fast mit Gespür für Symbolik ließ sich Christian III. ein Jahr nach seinem Handstreich am 12. August 1537 in Kopenhagen noch einmal feierlich krönen und die Reichsinsignien Dänemarks aushändigen. Vielleicht war aber auch nur sein Geburtstag für die Festlegung des Datums für das Krönungsfest ausschlaggebend.
Die auf 1536 folgenden 23 Jahre der Regierungszeit Christians III. waren im Wesentlichen vom friedlichen Wiederaufbau des von den Bürgerkriegen zerrütteten Landes geprägt. Die Staatsfinanzen waren durch die Vereinnahmung des Besitzes der katholischen Kirche bald wieder saniert. Zugleich baute Christian III. die Zentralgewalt des Königshauses, das nunmehr über die Hälfte von Grund und Boden in Dänemark verfügte, aus. Aber auch die adligen Gutsbesitzer profitierten von der Freigabe des Binnenhandels in Dänemark und widmeten sich unter dem Schutz des Königs fortan der Intensivierung von Viehzucht und Milchwirtschaft in ihren Herrschaften. Auf die Regierungszeit Christians III. geht auch die Schaffung des neuzeitlichen dänischen Beamtenstaates zurück. Er führte eine Verwaltungsreform durch und gewann geeignete Repräsentanten des Adels als hohe Beamte für die entstehende königliche Verwaltung.
Christian III. teilte das Interesse seines Onkels Kong Hans an maritimen Dingen und setzte den von Hans im Kleinen begonnenen Aufbau einer königlich dänischen Marine im größeren Rahmen fort. Bereits kurz nach der Eroberung Kopenhagens im Sommer 1536 beschloss er, hier den zentralen Stützpunkt seiner Flotte anzulegen. Christian wählte hierzu, die nordöstlich von Slotsholmen gelegene, bislang brachliegende Nachbarinsel Bremerholm aus und begann umgehend damit, hier eine Schiffswerft, mit Werkstätten und Magazinen für Waffen und Schiffsausrüstungen, anlegen zu lassen.
Christian III. erließ 1536 auch die ersten Seekriegsartikel der dänischen Marine, die den Dienst an Bord der Schiffe regelten und Pflichten wie Rechte der Marineangehörigen festlegten. Unter Christian III. entstanden auch die ersten Dienstwohnungen sowohl auf Bremerholm als auch in dem Bereich zwischen der Nikolaj-Kirche und dem Bremerholm zugewandten Ufer Kopenhagens für untere und mittlere Befehlshaber der Flotte. Zugleich wurde die Nikolaj-Kirche zur Gemeindekirche aller auf Holmen Tätigen bestimmt.
In Kopenhagen erinnert an den am Neujahrstag 1559 auf Schloss Koldinghus in Jütland verstorbenen Christian III. zunächst wieder der Bispetorv mit dem Reformationsmonument von 1943, auf dem auch Christian III. verewigt ist. Natürlich erinnert auch das heutige Gammelholmquartier zwischen Holmens Kanal, dem Sund nach Christianshavn und dem Nyhavn an den alten Flottenstützpunkt Christians III. Im Gammelholmquartier sind zudem fünf Straßen nach alten dänischen Seehelden benannt. Außerdem ist – allerdings außerhalb des Gammelholmquartiers – auch der alte Name Bremerholm seit 1932 wieder aufgelebt. Es handelt sich um eine neu angelegte Durchfahrtsstraße, die seitdem von Holmens Kirche bis zur Kristen Bernikows Gade eine nordöstliche, autogerechte Umfahrung des mittelalterlichen Stadtzentrums mit seinen engen Gassen und heutigen Fußgängerzonen ermöglicht. Wer sich eingehender für die Anfänge der dänischen Flotte unter Christian III. interessiert, sei zudem nochmals auf das Orlogsmuseum am Christianshavns Kanal hingewiesen.
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