Kitabı oxu: «Gehimmelt leben»

Şrift:

Matthias Hoffmann

Gehimmelt leben

Den Himmel in unseren Alltag holen

GloryWorld-Medien

1. Auflage 2020

© 2020 Matthias Hoffmann

© 2020 GloryWorld-Medien, Xanten, Germany, www.gloryworld.de

Alle Rechte vorbehalten

Bibelzitate sind, falls nicht anders gekennzeichnet, der Elberfelder Bibel, Revidierte Fassung von 2017 entnommen. Weitere Bibelübersetzung:

LUT: Lutherbibel, Revidierte Fassung von 2017

Das Buch folgt den Regeln der Deutschen Rechtschreibreform. Die Bibelzitate wurden diesen Rechtschreibregeln angepasst.

Lektorat/Satz: Manfred Mayer

Umschlaggestaltung: Kerstin & Karl Gerd Striepecke, www.vision-c.de

Foto: Adobe Stock

ISBN (epub): 978-3-95578-483-6

ISBN (Druck): 978-3-95578-383-9

oder in jeder Buchhandlung

Inhalt

Mein Vorwort

Teil A: Wie im Himmel, so auf Erden

1 Auf dem Weg nach Haus’

2 Zeit für eine Atempause

3 Die weiße Feder

4 Himmel nochmal …

5 Das kleine blaue Wunder

6 @home

7 Die Reise

8 Imagination

9 Erinnerungsschätze

10 Der Schalom-Mantel

Teil B: Himmlische Freunde

11 Abraham: Sternenhimmel

12 Noah: Beruhige dich

13 Josua und Kaleb: Riesen zum Frühstück

14 Ruth: Weggemeinschaft

15 Habakuk: Umarmung

16 Jesaja: Zeit für Neues

17 Mose und Elia: Warten auf dem Felsen

18 Matthias: Erste Wahl

19 Daniel: Ein fetter Segen

20 Simeon und Hanna: Die messianische Erwartungsgemeinde

Teil C: Gehimmelt leben

21 Dank-bar

22 Meine Schatzinsel

23 R-Evolution: Zurück zum Vaterhaus

24 Geliebt leben

25 Kinderleicht

26 Atem holen

27 Feste feiern

28 Kunterbunt

29 Adios

30 Den Himmel in unseren Alltag holen

Ausklang

Die Tatsache,dass sich unser Herz nach etwas sehnt,was es auf der Erde nicht gibt,ist ein Beweis dafür,dass der Himmelunsere Heimat sein muss!

C. S. Lewis

Wie schön muss es erst im Himmel sein,wenn er von außen schon so schön aussieht!

Pippi Langstrumpf Astrid Lindgren

Antworten auf meine Umfrage unter Freunden und Weggefährten:

„Gehimmelt leben“ bedeutet für mich …

… beim Vater geborgen sein und IHM in allen Umständen vertrauen!“

Thomas Hascher

… dass mein Herz durch ein festes Band mit einem Anker verbunden ist, der im Herzen des Vaters liegt und mir unabhängig von den Lebensumständen unaufhörlich Hoffnung, Trost und Frieden sowie ein tiefes Aufatmen vermittelt!

Hans-Günther Franke

… Leidenschaft und Entspanntheit, die in der unermesslichen Liebe meines Gottes gegründet sind!

Günther Öhrlich

… mit beiden Herzensfüßen auf dem zu stehen, was Abba über mich aussagt, und darin zu laufen.

Corinna Löbig

… in einem ständigen Zwiegespräch mit Abba zu leben!

Manfred Löbig

… auf dem Weg nach Hause zu sein und den Weg zu genießen!

Frank Hasler

… täglich unter einem offenen Himmel – mit allen Ressourcen in und mit der Liebe des Vaters alltagstauglich leben!

Petra Leppert

… durch Jesus als eine neue, übernatürliche Schöpfung zu leben!

Anselm Moser

… den Willen Gottes sichtbar und erfahrbar machen!

Christine Moser

… ER ist bei mir und ich bei IHM und ich bin die Einladung zu dieser Gemeinschaft!

Martina & Michael Kinzel

Widmung

Dieses Buch widme ich

meinen geliebten Enkelkindern

Josephine und …

MEIN VORWORT

Als ich Anfang dieses Jahres unsere Planungen im Gebet vor Gott ausbreitete, empfand ich, dass mein himmlischer Vater und Freund zu mir sprach: „Dieses Jahr werden einige Termine ausfallen. Aber lasst euch davon nicht beeindrucken oder verunsichern. Ich beschenke euch dadurch mit unverhofften Freiräumen!“

Damals ahnte ich wirklich noch nicht, was dann kommen sollte: die sogenannte „Corona-Krise“ mit dem fast weltweiten „Lockdown“. Über mehrere Wochen und Monate eine unerwartete S-ABBA-t-Zeit mit vielen Freiräumen. Tja, und was macht ein Buchautor mit solch einer geschenkten Zeitspanne? Er schreibt wieder einmal ein neues Buch!

Bei einer Zooführung habe ich erfahren, dass Känguruweibchen immer eine befruchtete Eizelle in sich tragen, die sie aktivieren können, wenn es dran sein sollte. So ungefähr geht es mir. In mir leben so viele unausgesprochene Ideen und noch nicht aufgeschriebene Worte, die nur darauf warten, geboren zu werden. Mein Herz und meine Fantasie sind voll davon. Umso mehr freue ich mich jetzt darauf, einige von diesen frischen Offenbarungen und unfertigen Himmelsgedanken mit euch, liebe Leser, zu teilen.

Vielleicht ist dies das erste Buch von mir, das du in Händen hältst. Dann möchte ich dich kurz auf meinen Schreibstil vorbereiten. Ich schreibe in der Regel so, wie ich auch sonst gerne zu Menschen spreche: Das ist nahbar, alltagspraktisch, unvollkommen, humorvoll, tiefgehend, hoffentlich „Geist-reich“ und im Wort Gottes verwurzelt. Ich will meine Leser auf einen Weg mitnehmen, den jeder für sich persönlich an der Hand Gottes weitergehen darf. Mir geht es nicht darum zu zeigen, wie wunderbar ich und mein Glaubensleben sind (wobei ich wirklich sehr glücklich über meine Freundschaft zu Abba-Vater bin!) – sondern es begeistert mich, wenn ich viele Menschen zu einer originalen, persönlichen Herzensbeziehung mit unserem Gott und Vater inspirieren kann.

In meinem neuen Buch Gehimmelt leben geht es um einen Perspektivwechsel. Ich lade dich ein, dich umzuorientieren; Neues zu durchdenken, zu sehen und spürbar zu erleben. Ich will dir den Himmel schmackhaft machen, ohne dabei die Erdhaftung zu verlieren. Erde und Himmel: Das sind die zwei Orte, auf die es ankommt!

Ge-ERDE-t sein und ge-HIMMEL-t leben!

Gut, dann kann es ja jetzt losgehen mit unserer Entdeckungstour. Auf zu neuen Ufern! Schön, dass du mit dabei bist!

Matthias Hoffmann

Sommer 2020

TEIL A: WIE IM HIMMEL, SO AUF ERDEN

Im ersten Teil meines Buches lade ich dich ein, dass wir uns gemeinsam dem spannenden Thema „HIMMEL“ nähern.

Hast du dir schon einmal Gedanken über den Himmel gemacht? Wie mag es dort sein?

Es gibt sehr viele Meinungen und diverse Ansichten darüber. Ich möchte nicht nur eine weitere Position rechthaberisch vertreten. Mir liegt es viel mehr daran, dass meine Leser selber auf den Geschmack kommen.

Der Himmel ist eine erfahrbare Realität – das bezeugt uns Gottes Wort, die Bibel. Es lohnt sich, wie du sehen wirst, mehr darüber zu erfahren und zu erleben!

Kapitel 1: Auf dem Weg nach Haus’
Wo ist mein Zuhause?

Auf die Frage „Wo wohnst du?“, können die meisten Leute eine Auskunft geben. Das steht aufgeschrieben in unserem Personalausweis und ist immens wichtig für viele Belange des Alltags. Ohne Adresse sind wir aufgeschmissen. Die Mehrheit der Menschen auf der Welt haben einen festen Wohnsitz, wobei die Anzahl der Flüchtlinge und Migranten in den letzten Jahren enorm zugenommen hat. Auch in unserer reichen westlichen Welt gibt es viele Obdachlose und Entwurzelte.

Jedoch muss da, wo wir wohnen, noch lange nicht unser Zuhause sein. In England gibt es das schöne Sprichwort: „Houses are made by bricks. But homes are made by hearts!“ („Häuser werden aus Steinen gemacht. Aber ein Heim, ein Zuhause, wird aus Herzen gebaut.“)

Mit Zuhause bzw. Heimat verbinden wir oftmals mehr als ein Gebäude oder eine Wohnung. Da schwingen Emotionen, Erinnerungen und Atmosphäre mit. Zuhause ist da, wo unsere Familie und Freunde sind, wo wir echtes Leben erfahren können, wo wir Glücksmomente und schwere Stunden durchleben. Ein Rückzugsort, eine Zufluchtsburg, ein sicherer Platz. Dazu fallen uns Worte ein, wie: Gemütlichkeit, Geborgenheit, Vertrautheit.

Jeder Mensch braucht solch einen „anheimelnden“ Ort der Annahme, wo man sich fallen lassen kann. So sind wir geschaffen worden. Der Verlust von Heimat wird zum Verlust von Lebensqualität. Ohne äußeres Zuhause findet unser Inneres nur schwerlich einen Ruheort. Krisenzeiten sind Nestbauzeiten. Der Fachausdruck dafür heißt „Cocooning“. Die aufgescheuchte Nacktschnecke unserer Seele sucht verzweifelt ihr neues Schnecken-Haus.

Zum Nachsinnen

• Schließe jetzt bitte mal deine Augen und versuche dich zu konzentrieren: Wie sieht dein Zuhause aus? Wie fühlt es sich an? Wonach riecht es, schmeckt es? Welche Menschen sind da? Welche Emotionen und Erinnerungen werden in dir wach? Geht es dir dabei gut – oder ist es eher unangenehm?

• Schau dich innerlich einmal um. Welche Gegenstände, welche Äußerlichkeiten gehören für dich unbedingt dazu?

• Ist dein Ort der inneren Sicherheit dort zu finden, wo du äußerlich wohnst? Mit anderen Worten ist dein Haus auch dein Zuhause?

• Was bedeutet für dich Heimat?

Das Wort Heimat gewinnt für viele von uns erst an Bedeutung, wenn wir längere Zeit in der Fremde verbringen. Auf einmal realisieren wir, welche vertrauten Dinge uns fehlen. Welches Essen wir vermissen. Wie schon allein der Klang von Worten unserer Muttersprache uns glücklich machen kann. Erst seitdem ich im „intergalaktischen“ Reisedienst unterwegs bin, um die Botschaft von Gottes Vaterliebe weiterzugeben, habe ich entdeckt, wie sehr „deutsch“ ich doch bin. So sehr ich auch andere Kulturen und Sprachen mag, fehlen mir in der Ferne das „deutsche“ Brot und die ach-so-gewohnten „deutschen“ Eigenarten (ich überlasse es jetzt jedem Leser selber, diese Leerstelle zu füllen, was das wohl bedeuten mag).

Unsere Wohnung auf der Erde

Die Erde ist unser Zuhause. Wie schön ist denn das?! Hast du schon mal darüber nachgedacht, auf was für einem herrlichen Planeten uns unser himmlischer Vater ein Zuhause geschenkt hat? Bestimmt kennst du einige Bilder vom Mond oder Mars oder anderen Himmelskörpern. Soweit ich diese Fotos in Erinnerung habe, sieht es da nicht sehr einladend aus. Endlos weite Stein- und Geröllwüsten, Extremtemperaturen und keine Luft zum Atmen. Das sind alles keine Lebensräume für uns Menschenkinder. Dagegen lässt es sich hier auf unserer kleinen blauen Kugel überwiegend sehr gut leben! Ich liebe Papas Schöpfung! Du auch?! Ich liebe das Meer und die Berge, das satte Grün und die bunte Vielfalt. Diese Erde ist ein sehr guter Ort! Sie ist ein Meisterwerk und unserem Papa im Himmel absolut sehr gut gelungen. Das sollten wir IHM ruhig öfter mal sagen!

Sicherlich kennst du die Redewendung „geerdet sein“. Damit ist gemeint, dass jemand mit beiden Beinen auf der Erde steht. Er ist nicht schwärmerisch abgehoben und flüchtet sich auch nicht in Wunschwelten, sondern lebt real und verantwortungsbewusst. Er ist im Hier und Heute, mittendrin im Getümmel der Erde zu Hause.

Ja, das wünsche ich mir für uns Christen! Viel zu lange hat das vermeintliche Christentum des Abendlandes einen anderen Eindruck hinterlassen. Viel zu lange wollten die Christen gar nicht hier auf Erden zu Hause sein und dazugehören. Sie untermauerten ihre fehlende Weltverantwortung und ihre egoistische Weltflucht mit Bibelworten vom Himmel. So entstand ein entsetzlicher Widerspruch zwischen Himmel und Erde, künstlich herbeigeführt durch Ignoranz und religiöses Pharisäertum. Das hat aber gar nichts mit dem Herzen unseres himmlischen Vaters zu tun.

Die frömmelnde Argumentation lautet folgendermaßen: „Habt nicht lieb die Welt … Himmel und Erde werden vergehen … Ich sah eine neue Erde …!“ Ein schreckliches Gespinst aus Lügen und Halbwahrheiten wird gesponnen. Daraus resultiert die Fehleinschätzung: Diese Erde ist nicht wichtig, weil sie von der Macht der Sünde kontaminiert und verdorben wurde. Deshalb muss und wird sie durch das Gericht Gottes zerstört werden. Das Einzige, worauf es ankommt, ist das Jenseits: Gottes neue Welt, der Himmel.

Das brachte uns durch die Jahrhunderte: zuerst die Weltvergessenheit im Mittelalter; in Folge davon die Rechtfertigung von Unrechtsherrschaften mit der Vertröstung auf eine bessere Welt danach; Leibfeindlichkeit; Unterdrückung der Schwachen (Frauen, Kinder, Sklaven); die Kirche als Machtapparat und Herrschaftssystem.

Es kam schon bald, wie es kommen musste. Das Pendel der Geschichtsuhr schlug zurück in die andere Richtung. Im Zeitalter der sogenannten Aufklärung wurde dann der Mensch in den Mittelpunkt gestellt. Jetzt wollte man den Himmel abschaffen. Geerdet zu leben, bedeutete fortan, der Ratio, der menschlichen Vernunft, zu folgen, und sich nicht mehr länger christlichen Glaubensdogmen zu beugen. So geriet der Himmel über die letzten Jahrhunderte mehr und mehr in Vergessenheit. Heutzutage scheint die Himmelswelt bestenfalls noch etwas Mystisch-angehaucht-Sternen-Verstaubtes für Esoteriker, Moslems und evangelikale Fundamentalisten zu sein – quasi für die Ewiggestrigen, die halt nicht genug geerdet leben.

Welche Rolle spielt noch der Himmel?

Im modernen Sprachgebrauch ist nur noch sehr wenig vom Himmel die Rede. Die Werbung verspricht uns zwar, dass diese Schokolade himmlisch schmecken soll oder der Urlaub auf jener Trauminsel verliebte Hochzeitspaare bis in den siebten Himmel bringen wird. Aber das war es dann auch schon. Selbst in den Kirchen gibt es nur wenige Anhänger, die von der Existenz eines Himmels überzeugt sind. Das wurde mir als Pastor bei so mancher Beerdigung schmerzhaft vor Augen geführt. Wenn ich Hinterbliebene fragte, was sie so denken, wo der Verstorbene jetzt sei, hörte ich allerlei abstruse Gedanken. Das reichte vom Rad der ewigen Wiedergeburten über das atheistisch-nihilistische „Da is’ nix mehr und kommt nix mehr!“ bis hin zum weit verbreiteten Geisterglauben, dass der Verstorbene als Geist-Energie ganz nahe bei ihnen bliebe.

Wer kennt denn noch den Himmel?

Wir Europäer haben schon seit langem den Kontakt zum Himmel verloren. Die säkularen Zeitgenossen leiden an einer kollektiven Amnesie: der Himmelsvergessenheit! Betrachtet man Gemälde aus der Zeit des Mittelalters wird man fast ausschließlich bildreiche Vorstellungen über das Jenseits vorfinden. Diese Überdosis führte zum genauen Gegenteil. Was der Teufel nicht verhindern kann, das übertreibt und verzerrt er missbräuchlich. Vornehmlich die Christen Europas haben eine Allergie gegen die schrägen Überzeichnungen und Missdeutungen jener Epoche entwickelt. Wir scheinen jetzt immun dagegen zu sein: „Komme uns keiner mehr mit dem Himmel!“

In weiten Teilen der Erde sieht es hingegen völlig anders aus. Da scheint die Sehnsucht nach dem Himmel noch vorhanden zu sein. In allen Weltreligionen gibt es ein starkes Wissen um die Transzendenz, die unsichtbare Welt(en). Auch wenn der Weg dahin, die Lebensweisen und Glaubensansichten sehr unterschiedlich sein mögen, haben sie fast alle etwas gemeinsam: der Wunsch nach oder der Glaube an das ewige Leben (in welcher Form auch immer). Je ärmer die Menschen dabei sind, umso mehr gehören der Glaube an eine unsichtbare Welt, die uns umgibt, und die Hoffnung auf eine bessere, ewige Zukunft zum Weltbild und zur Verständnishilfe ihrer Existenz.

Was bedeutet das nun für uns reiche und gebildete Europäer? Ist für uns damit der Weg, an den Himmel zu glauben, etwa versperrt? Sind wir zu rational, zu abgeklärt und aufgeklärt? Leben wir etwa zu geerdet?

Fragen zum Weiterdenken

• Wie sieht es bei dir aus?

• Welche inneren Bilder und Vorstellungen, welche Erzählungen und Träume hast du vom Himmel?

• Glaubst du an ein ewiges Leben nach dem Tod? Wie stellst du dir das vor?

• Welche Empfindungen hast du, wenn du über die Ewigkeit nachsinnst: Freude, Zweifel, Neugierde, Angst, Hoffnung …?

Auf dem Weg nach Haus’

Diese Überschrift ist ein Zitat aus einem Kinderlied, das ich nach wie vor sehr liebe. Da heißt es: „Mit Jesus in dem Boot, kann ich lachen in dem Sturm – auf dem Weg nach Haus’!“ Mir gefällt die Vorstellung, dass mein Leben eine Reise ist. Und zwar eine Reise mit einem konkreten Ziel: Ich darf nach Hause kommen. Heimkommen. Zum Vater kommen. Ins Vaterhaus SEINER Liebe kommen. Wenn du bereits mehr von meiner Biographie kennen solltest, dann weißt du ja, wie sehr bedeutsam für mich die Entdeckung von Gottes liebendem Vaterherzen war und ist und ewig bleiben wird!

Am Tiefpunkt einer Lebenskrise entdeckte ich die offenen Arme meines himmlischen Abba-Vaters – ähnlich wie der verlorene Sohn in Lukas 15. Diese Begegnung hat mein Leben revolutioniert und transformiert. Endlich habe ich das wahre Leben gefunden, nach dem ich immer Ausschau hielt. Ich kann wirklich sagen: Ich bin am Ziel meiner Träume angelangt! Das Leben in der Freundschaft mit Abba-Vater ist für mich ein Stück Himmel auf Erden geworden. Wie dankbar bin ich, dass ich in den letzten fast zwanzig Jahren Botschafter dieser wunderbaren Liebe des Vaters in Deutschland und vielen anderen Nationen auf der Erde sein durfte. Und mehr noch: Ich bin SEIN Freund, SEIN geliebter Sohnemann und Vertrauter SEINES Herzens!

Nun werde auch ich Jahr für Jahr älter. Ich bin in die Jahre gekommen und lebe, wie ich es für mich persönlich nenne, auf meiner Route 66 – also kurz vor der Rente. Das Älterwerden macht schon etwas mit einem. So mancher schreibt dann seine herbstbunten Memoiren, wie ein Thomas Gottschalk, oder wie die frühere Bischöfin Margot Käßmann. Deren lesenswertes Buch trägt den vielsagenden Titel „Das Zeitliche segnen“. Darum geht es, wenn einem die Augenblicke im Stundenglas des eigenen Lebens mehr und mehr durchrieseln, wenn man dem Himmel gefühlt näherkommt. Du stehst nun häufiger am Grab von lieben Freunden, von denen du Abschied nehmen musst. Im Herbst des eigenen Erlebens sieht die Welt anders aus. Da lohnt es sich, das Zeitliche zu segnen. Das Vergängliche loszulassen. Damit deine Hände frei werden, um Neues zu empfangen.

Der Herbst meiner bzw. unserer Lebensreise hat noch viele sonnige Stunden. Er ist herrlich bunt, wie der kanadische Indian Summer. Das ist auch die Zeit für Erntedankfeste. Da darf man die Früchte seines Lebens ernten und genießen. Eine schöne Lebensphase. Das fühlt sich so ein bisschen wie Opawerden an. Du darfst die Enkel verwöhnen und für sie beten, trägst aber selber nicht mehr die Verantwortung der Erziehung. Also, wen es betrifft – das ist doch eine gute Lebensphase, oder?!

Wenn da nicht am Horizont die Grenzen wären. Begrenzungen, die unaufhörlich immer näherkommen. Vielleicht sind sie dem einen oder anderen meiner Leser bereits mächtig nahe auf die Pelle gerückt. Ich meine damit: Krankheit, Schwäche, Verluste, Einsamkeit. Das sind die Mahner, die Erinnerer unserer Seele und unseres Körpers. Sie sagen uns eindeutig und unumwunden: „Du bist auf dem Weg nach Haus’!“ Alles hat SEINE Zeit! Dein und mein Leben sind endlich, begrenzt und haben Anfang und Ende. Wir kommen woher und wir gehen wohin.

Das, was wir Leben nennen, findet dazwischen statt, zwischen Erde und Himmel. Beide Orte sind unser Lebensraum. Wir haben zwei Wohnungen. Unser erster Wohnsitz war und ist im Himmel. Wir entstammen SEINER ewigen, göttlichen, himmlischen Vaterliebe. Wir sind Gedanken Gottes, die Gestalt angenommen haben, die ER in Existenz rief. Der Himmel ist unsere wahre Heimat und die Quelle unseres Lebens.

Und dann brachte Abba-Papa uns auf die Welt. Die Erde ist unser zweiter Wohnsitz. Und wie gesagt, ich mag mein irdisches Zuhause auch sehr gerne. Jedoch wohnen wir hier nur temporär. Übergangsweise. Höchstens für ein paar Dekaden von Menschenjahren. Kaum vergleichbar mit unserem ewigen Zuhause.

Darf ich uns daran erinnern: Wir sind auf dem Weg nach Haus’!

Egal, ob du momentan zwanzig Jahre zählst oder schon siebzig Jahre lang als Erdenbürger hier verweilst – wir ALLE sind auf dem Heimweg. Die Bibel nennt uns „Fremdlinge und Pilger“ (vgl. Eph 2,12 / 1 Pt 2,11), Leute auf der Durchreise.

Reisen ist schön! Da kann man viele Entdeckungen machen und erlebt so manches Abenteuer. Ich bin gerne ein Weltenbummler! Aber ich liebe es dann auch, nach langer Tour wieder nach Hause zu kommen. Verstehst du, was das bedeutet?

Das Gleichnis vom Reisen und Nachhause-Kommen hilft mir dabei, besser zu empfangen, was der Vater mich lehren will:

Sei geerdet!Lebe gerne, intensiv und genussvoll auf diesem wunderschönen Planeten Erde. Mache deine Entdeckertour. Aber bitte, verliere und verlaufe dich hier nicht. Die Erde ist nicht dein Ziel. Du weißt doch, dass das, was du hier siehst, noch nicht die ganze Realität ist.

Darum: Lebe gehimmelt! Vergiss dein wahres Zuhause nicht, deine wahre Identität. Es gibt noch so viel mehr. Meine Himmelswelt ist so viel größer. Komm, schließe deine Augen und spüre MEINE Nähe. Das ist der Glanz des Himmels, der dich umgibt. ICH bin doch bei dir! Wie im Himmel, so auf Erden!

Fragen

• Was denkst du darüber? Kannst du das nachvollziehen, dass wir auf dem Weg nach Hause sind?

• Wie siehst du das mit deinem ersten und zweiten Wohnsitz?

• Reist du gerne durch die Welt? Welche Abenteuer hast du dabei machen können?

• Wie ist das für dich, nach einer Reise wieder nach Hause zu kommen?

• Wo stehst du in Gefahr, dich hier auf der Erde zu sehr zu verlieren?

• Welche Perspektive würde dich locken, mehr über den Himmel zu erfahren?

Kapitel 2: Zeit für eine Atempause
Atemlos durch die Nacht

Ich schreibe mein neues Buch mitten in der sogenannten „Corona-Krise“. Es bleibt abzuwarten, wie man diese besondere Auszeit in der Rückschau betrachten und bewerten wird. Für meine Frau Karin und mich sind diese Wochen und Monate, so wie für viele andere Menschen in unserem Land und weltweit ebenso, einerseits eine Zeit der Einschränkung: Kurzarbeit, Beschneidung von demokratischen Grundrechten, wie der Religions- und der Bewegungsfreiheit, sowie der Wegfall aller Termine. Andererseits entpuppt sich diese Phase für uns als unerwartete Sabbatzeit. Geschenkte Zeit zum Aufatmen und neue Freiräume für viele Projekte, für die es vorher nicht genügend Zeiträume gab.

Einige fragen, wie es sein kann, dass ein kleines Virus die ganze Welt lahmlegt? Schon wittern einige Personen unheilvolle Verschwörungen dahinter. Ich habe in den letzten Wochen hunderte von Mails mit den unterschiedlichsten Deutungen und Meinungen dazu erhalten. Das kann einen schon ganz schön konfus machen. Darum war mir von Anfang an wichtig zu fragen, wie Gottes Perspektive dazu ist. Was sagt Abba zu all dem? Ich musste IHN selber hören und nicht nur die Worte anderer. Man braucht nicht erst Politiker, Meinungsforscher oder Virologe zu sein, um die Komplexität der Herausforderung zu erahnen. Natürlich darf man auch unterschiedlicher Meinung sein, was die richtige Verhältnismäßigkeit mit dem Umgang einer weltweiten Pandemie ist. Im Rückblick wird sich vieles als gutgemacht und anderes als falsch erweisen. So ist das doch immer in Krisen.

Schauen wir uns mal das ganze Szenario unter Abbas Vergrößerungsglas an:

Fest steht doch über allem: Jesus regiert! Unser Gott führt immer die Regie. ER hat die Krone aller Kronen auf. Nichts geschieht ohne SEIN Einverständnis. ER ist voller Liebe und Geduld mit den Nationen. Von IHM kommt niemals eine Seuche. ER ist nicht der Initiator von Unheil. Wohl aber kann unser König noch selbst das Böse für SEINE guten Pläne brauchbar machen. Unser Gott stoppt alles und schickt uns nach Hause.

Zu mir hat Abba gesagt: „Das war die sanfteste Art, die ganze Welt, alle meine Kinder aufzuwecken – wach zu machen und ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen!“

Unser Abba gibt quasi allen Menschen Hausarrest und eine Zeit zur Besinnung.

Seid still und erkennt, dass ICH Gott bin! (Ps 46,11).

Was geschieht, vereinfacht gesagt, wenn jemand an Corona erkrankt?

Bei schwerem Krankheitsverlauf kommt es zu einem Versagen der Lunge. Die Menschen sterben an Atemnot. Deshalb war es so enorm wichtig, in kurzer Zeit genügend Beatmungsgeräte zu besorgen. – Was für ein Sinnbild! Unserer Welt geht die Puste aus. Atemlos durch die Nacht.

Die erhöhte Sensibilisierung für die Klimaschäden hatte es schon deutlich gezeigt, dass unserem Planeten die Luft wegbleibt. Armut, Hunger und Kriege haben Millionen von Menschen auf eine gigantische Völkerwanderung geschickt. Auch dabei geht sehr vielen die Luft aus. Es trifft vornehmlich die Schwachen, Kinder und Alten. Die Welt steht vor einem Burnout. Sie braucht eine neue Beatmung, neue Inspiration – das heißt doch die Übersetzung dieses Wortes.

Wenn ich mir dann noch den genauen Zeitraum anschaue, wann die Corona-Krise die Welt getroffen hat: Die Chinesen feiern ihr Neujahrsfest und sind zu Hause. Die Juden feiern ihr Passafest und sind zu Hause. Die Christen feiern ihr Osterfest und sind zu Hause. Die Moslems feiern den Ramadan und sind zu Hause. Es scheint wie bei einem Computer zu sein. Der RESET-Knopf ist gedrückt. Alle Systeme fahren herunter und werden anschließend neu gestartet.

Aber wird die Welt wirklich hinhören, was Abba ihr zu sagen hat? Werden SEINE Kinder auf IHN hören?

Fragen zum Weiterdenken

• Wie hast du diese Zeit der Krise erlebt und durchlebt?

• Was war und ist dir dabei wichtig geworden?

• Konntest du die geschenkte Zeit nutzen? Kannst du jetzt die Freiräume, die Abba dir ermöglicht, erkennen und ergreifen?

• Was versucht ER dir und deinem Herzen mitzuteilen? Hast du IHN gehört?

Was uns den Atem rauben will

Da, wo ich früher kirchlich zuhause war, wurde für alle Probleme der Welt ein Auslöser genannt. Die Ursache hieß abgekürzt: Sünde. Und Sünde, das war allen klar, ist moralisches Fehlverhalten. Der Mensch handelt gegen Gottes Gebote. Demnach ist Sünde der Bruch von Gesetzen. Das wiederum ruft nach Bestrafung. Also mehr oder weniger ein klar umrissenes Bild von Schwarz-Weiß-Denken. Jeder wusste in diesem System, was gut und was böse ist. Wer nicht danach handelt, ist selber schuld und hat die Strafe verdient. Auch wenn von Gnade und Vergebung gepredigt wurde, so konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Macht der Sünde irgendwie schwerer wog. Ich erinnere mich noch daran, wie dieser Druck der Verdamnis mir geistlich über viele Jahre die Luft zum Atmen nahm.

Was nimmt denn den Menschen die Puste? Ist es ein falsches Gottesbild? Zu streng – oder zu wischiwaschi? Sind es pharisäische Selbstgerechtigkeit und gesetzlicher Leistungskrampf oder zu liberale Beliebigkeit? Oder ist es gar die Geistvergessenheit und daraus resultierende Kraftlosigkeit. Ein allzu irdisch-verhafteter Kopfglaube, in dem es keinen Platz mehr für Zeichen und Wunder gibt?

Für sehr viele Zeitgenossen ist es schlicht weg der Alltagsstress, der einem die Luft in der Kehle abschnürt. Beruf, Ehe, Familie, Haus, Garten, Hobbys und dann noch Gemeinde – alles unter einen Hut bringen. Unmöglich! Da bleiben viele auf der Strecke. Müde und ausgebrannt. Zu viel Druck im Topf. Zuviel Druck im Kopf – und auch zu viel Druck im Herzen. Was nehmen wir uns nicht alles zu Herzen?! Wir können gegen die Flut an Informationen aus dem Internet fast gar nicht ankommen. Sie braust wie eine Tsunamiwelle ungefiltert, zerstörerisch über unsere Gefühle hinweg und reißt alles mit sich. Unser Leben ist viel zu viel, zu laut, zu schnell, zu unwuchtig!

Ich habe noch einen weiteren Räuber ausfindig gemacht, der uns in Schnapp-Atmung versetzen will: die Angst! Es gibt eine ganz einfache Art herauszubekommen, ob Gottes Handeln hinter etwas steckt oder nicht. Nämlich: „Furcht ist nicht in der Liebe (Agape = Gottes Liebe), sondern die vollkommene Liebe (Agape) treibt die Furcht aus!“ (1 Joh 4,18). Überall, wo Angst mit im Spiel ist, dominiert und uns die Luft zum Leben rauben will, gilt: Das kommt niemals von unserem Vater des Lichts. Wir Menschenkinder haben tausend Ängste und fürchten uns vor so vielem. Deshalb sagt uns unser Vater ständig: „Fürchte dich nicht! Habe keine Angst!“ ER kennt uns genau und weiß, wie schnell es uns den Atem verschlägt, wenn Angst sich unserer bemächtigt.

Wir haben Angst … uns am Coronavirus anzustecken, Krebs zu bekommen, unsere Arbeitsstelle zu verlieren, in der Prüfung zu versagen, dass unser Partner stirbt, dass unsere Kinder die falschen Wege im Leben einschlagen. Wir fürchten uns vor Klimawandel und Atomwaffen, Terrorismus und Naturkatastrophen, eigentlich vor allem, was wir selber nicht beeinflussen und kontrollieren können. Deshalb fürchten wir uns auch voreinander und am meisten vor unserem eigenen Herzen, das wir auch nicht selber steuern und verändern können. Jesus sagt:

In der Welt habt ihr Angst (Bedrängnis, Enge); aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden! (Joh 16,33).

Fragen zum Weiterdenken

• Was raubt dir momentan den Atem? Was lässt dich atemlos werden?

• Wo ist dir selbst dein Glaube zur schweren Last geworden?

• Welche Stressfaktoren lassen sich in deinem Alltag identifizieren?

• Wo sitzen deine Ängste?

• Kannst du Gottes „Fürchte dich nicht!“ hören?

Abba hält für dich die Welt an

Gerade weil es so vieles auf der Erde gibt, was uns den letzten Sauerstoff aus den Lungenflügeln pressen will, kommt unser Gott und Vater immer wieder neu und hält für uns die Welt an. ER kennt uns genau und weiß, dass wir, du und ich, eine himmlische Wiederbelebung (Reanimation) dringend benötigen.

Wie gesagt – es gibt viele unterschiedliche Sichtweisen und Meinungen zu dem, was momentan hier auf dem Erdball abläuft. Eine vergleichbare, globale Ausnahmesituation hat es so schon lange nicht mehr gegeben. Ist das Ganze nur viel Fake und übertriebener Hype – oder eine ernsthafte existentielle Bedrohung der ganzen Menschheit? Wer, außer unserem Gott, hat da wirklich den Überblick? Die Geschichtsbücher werden es uns später einmal erzählen und vermutlich dann auch nicht zu einer einheitlichen Beurteilung finden. Kann es deshalb sein, dass wir diese extreme Weltlage durchleben müssen, weil dahinter noch ganz andere Gedanken und Pläne zum Zuge kommen wollen?

Ich denke jetzt nicht an konspirative Bedrohungen durch Geheimdienste oder profitgierige Weltkonzerne, sondern ich denke an ewige Pläne direkt aus Abbas Herzen. Gute Gedanken aus dem Herzen unseres Ewig-Vaters:

Denn ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR. Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren. Ruft ihr mich an, geht ihr hin und betet zu mir, dann werde ich auf euch hören. Und sucht ihr mich, so werdet ihr mich finden, ja, fragt ihr mit eurem ganzen Herzen nach mir, so werde ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR (Jer 29,11-14a).

Glaube mir bitte, das ist und bleibt Gottes tiefstes Anliegen für SEINE Menschenkinder: ER will uns Zukunft und Hoffnung schenken! Gottes Motivation wird niemals bestimmt durch Rachegelüste, eitle Ehrsucht oder willkürliche Wutausbrüche. SEIN Herzschlag ist durch und durch getränkt mit abgrundtiefer Liebe und Barmherzigkeit. Wenn es um Gottes Agape-Liebe für diese Welt geht, dann ist es unmöglich, dabei zu übertreiben. Immer und ewig wird ER uns lieben. Das hat ER uns versprochen:

Ja, mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir meine Güte bewahrt! (Jer 31,3).

Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat! (Joh 3,16).

Könnte es sein, dass Abba sogar die ganze Welt anhält – nur um uns neu zu zeigen, dass wir IHN und SEINE Hilfe wirklich brauchen? Dass wir es alleine, ohne IHN, gar nicht schaffen können und auch nicht schaffen müssen? Dass ER uns SEINE bedingungslose Liebe schenken will? Können wir uns darauf einlassen, dass unser himmlischer Vater neu nach unserer ungeteilten Aufmerksamkeit verlangt? Dass es IHM wichtig ist, unsere Prioritäten neu auszurichten? Ist in letzter Zeit womöglich zu viel „Erde“, zu viel „Irdisches“, mit im Spiel gewesen und zu wenig „Himmelsperspektive“? Brauchen wir deshalb eine Sehkorrektur?

Ich glaube: Ja, wir benötigen dringend einen Perspektivwechsel!

Dazu soll diese Atempause dienen. Gott will uns durch SEINEN Heiligen Geist eine himmlische Wiederbeatmung schenken. Unsere Gesellschaft braucht mehr denn je eine geistliche Wiederbelebung. Auch die Kirchen. Und auch ich.

Fragen zum Weiterdenken

• Wie steht es mit dir?

• Gibt es auch in deinem kleinen Leben zu viel „irdische“ Gedanken und Sorgen, die dir den Blick für die Weite des Himmels versperren?

• Sehnst du dich auch nach einer Atempause?

• Wünschst du dir eine Neubelebung deines Glaubens?

Kapitel 3: Die weiße Feder

Ich erlebe, dass in herausfordernden Zeiten Erzählung meine Herzenssprache ist. Erfundene Geschichten, Gleichnisse und Erdichtetes können für mich momentan besser die Wirklichkeit einfangen und beschreiben, als erkenntnis-theoretische Abhandlungen und mediale Informationen.

Es folgt sogleich eine kleine Geschichte, frei nach Hoffmanns Erzählungen:

Die weiße Feder

Langsam und lautlos, mit unendlicher Leichtigkeit, schwebt eine einzelne weiße Feder im Zeitlupentempo vom Himmel herab.

Sie ist ein Bote aus einer anderen Realität. Sie entstammt direkt dem Thronsaal des Allmächtigen und Barmherzigen. Dort, wo vor dem Thron von Abba-Vater, dem ewig König, alles Leben im Universum entspringt. Sie ist ein sichtbares Zeichen für die Wirklichkeit dieser anderen Dimension. Gottes herrliche Präsenz kommt dadurch hautnah zu uns. Nur ein Flügelschlag weit entfernt ist die Ewigkeit.

In Abbas Gegenwart herrscht eine unbeschreibliche majestätische Schönheit und atemberaubende Fülle von Macht und himmlischer Stärke. Unzählbare Heerscharen von Engelwesen stehen IHM Tag und Nacht zu Diensten. Sie beten IHN an mit aller Verehrung in perfekter Harmonie.

Wenn sie sich bewegen, sich anbetend vor IHM neigen, dann rauscht ihr Federkleid wie die tosende Brandung eines Ozeans. Und bei solch einem Akt der tiefsten Hingabe und Verneigung, geschieht es. Da! Eine einzelne weiße Feder löst sich und schwebt schwerelos durch Zeit und Raum bis in unsere kleine Welt hinein.

Ich strecke behutsam meine Hand nach ihr aus. Sanft landet sie auf meiner hohlen Handfläche. Ihr Gewicht ist kaum zu spüren. Und dennoch durchfährt mich ein wohliger Schauer von staunender Ehrfurcht, wortloser Begeisterung und unbändiger Liebe, als sie mich berührt. Es ist mir so, als käme das ganze Gewicht der Herrlichkeit Gottes durch diese kleine weiße Feder zu mir geflutet.

ER ist hier! SEINE Gegenwart ist hier! Unmittelbar, geheimnisvoll, ganz nahe! Wenn ich jetzt andere Augen hätte, würde ich IHN sehen können. Hätte ich andere Ohren, dann würde SEINE hörbare Stimme mich erreichen. Alle meine Sinne und menschlichen Fähigkeiten reichen bei Weitem nicht aus, diesen Moment der Ewigkeit zu erfassen. ER in mir und ich in IHM!

So schließe ich meine physischen Augen und beginne neu mit den Augen meines Herzens wahrzunehmen, was um mich herum geschieht. Da öffnet sich der geistliche Raum vor mir. Auf einmal stehe ich selber mitten im Thronsaal SEINER Herrlichkeit. Mein Blick ruht auf IHM, dem Wunderschönsten! Ich schaue perfekte Liebe. Eine Agape-Liebe nicht von dieser Welt. Eine Liebe, zu der nur ER fähig ist!

Und diese reine Liebe zieht mich näher zu IHM hin. Unwiderstehlich nahe. Sie wickelt mich geradezu ein wie in einen wogenden, goldenen Mantel mit einer enormen Sogkraft, die mich nicht mehr loslassen will.

Ich gebe ihrem sanften und doch werbenden Druck nach. Dabei werde ich selber federleicht, fliege beinahe, hin zu IHM. An SEIN Herz. Auf SEINEN Schoß. Näher geht es kaum mehr.

SEINE Vaterarme umschließen mich zärtlich. Sie halten mich, bergen mich, wärmen mich behutsam. Erst jetzt merke ich schmerzhaft, wie kalt es meiner Seele war. Denn hier in SEINEN Armen spüre ich das warme Sonnenlicht von Abbas Freundlichkeit und barmherziger Liebe. Es ist mir, als ob meine tiefsten Herzensschichten aufzutauen beginnen und ich aus einem schier endlosen Winterschlaf erwache. Die Todesstarre löst sich zunehmend und mein Herz beginnt von Neuem befreit zu schlagen. Es macht Luftsprünge von neuer Lebensfreude und Lebendigkeit.

Ich fühle mich federleicht! Eine neue Leichtigkeit des Seins! Jetzt bin ich bei Abba zu Hause angekommen. Im Thronsaal – im Wohnsaal – im Haus SEINER Vaterliebe. Unter dem Schatten SEINER Flügel darf ich mich bergen.

Meine rechte Hand hält jene weiße Feder vorsichtig und doch fest umschlossen. Nie will ich sie wieder loslassen. Möge dieser Augenblick ewig dauern! Das ist die Leichtigkeit des Himmels, die der Vater allen SEINEN Kindern schenken will!

Kannst du sie auch sehen? Jene weiße Feder, die durch Zeit und Raum zu dir schwebt?!

Fragen zum Weiterdenken

• Wie gefällt dir diese kleine Geschichte? Kannst du damit etwas anfangen?

• Wie erlebst du Gottes Gegenwart? Ist sie für dich spürbar, erfahrbar?

• Was macht das mit deinem Herzen?

• Wie nahe oder fern erscheint dir Gottes Himmelswelt zu sein?

• Wo entdeckst du auch Spuren SEINER Nähe in deinem Alltag?

Gottes Präsenz ist SEIN größtes Präsent

Gottes Nähe ist das größte Geschenk, das ER mir in meinem Leben machen konnte! Das Wissen, dass ER da ist. Mein Immanuel. Gott mit mir, bei mir und für mich! Mein JAHWE: der ICH-BIN-für-dich-da-Gott. Mein Abba-Vater, mein ewiges Zuhause. Meine Burg und mein Turm. Mein Hirte und mein Freund. Gottes Nähe ist mein Lebensraum.

Der Psalmist Asaf betet:

Gott nahe zu sein, ist mein Glück! (Ps 73,28 LUT).

Die Gegenwart Gottes ist für mich zur Schlüssel-Erfahrung geworden. Hier berühren sich Erde und Himmel auf geheimnisvolle Art und Weise.

Pflanzen und Tiere sind in dieser für uns sichtbaren Welt beheimatet. Engel, himmlische Wesen und die Schar der Erlösten bewohnen die Himmelswelten, die für uns unsichtbare neue Welt Gottes. Wir Menschenkinder hingegen sind in beiden Welten zu Hause. Wir stehen geerdet mit beiden Beinen auf dem Boden der sichtbaren Realität. Aber unser Geist, unser Herz, der innere Mensch – der kann jetzt schon mit dem Himmel verbunden leben. Der Himmel erfüllt mein Herz! Dieses Erleben der himmlischen Dimension, die sanft und stark – wie die weiße Feder in der kleinen Geschichte – in unsere irdische Erfahrungsebene hineintaucht und alles durchdringen kann, das nennen wir Gottes Präsenz.

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Gemeinde Jesu viel zu lange dieses Geschenk des Himmels vernachlässigt hat. Gottes liebende Nähe kommt spürbar, erfahrbar, manifest in unseren erreichbaren Radius. Der Himmel geht über uns auf. Gottes Wirklichkeit ist greifbar nahegekommen. Mir scheint, wir haben da bisher etwas Wesentliches verpasst. Unsere Theologie hat eindeutig den Schwerpunkt woanders gesetzt. In der Regel liegt der Fokus auf dem ersten Kommen Jesu in unsere Welt. Das, was Jesus Christus als Retter und Erlöser am Kreuz von Golgatha für uns vollbracht hat, das hat unsere größte Aufmerksamkeit bekommen. Wer sollte etwas dagegen sagen? Natürlich, wir werden SEINE Erlösung ewig bestaunen und preisen. Der ganze Himmel singt davon. Und doch beinhaltet das Wunder von Golgatha weitaus mehr, als die Befreiung von Strafe und Schuld für die Sünde der Menschheit. Allzu viele Christenmenschen hängen hier leider fest und gehen nicht weiter. Ein Großteil der Christenheit ist am Kreuz stehen und stecken geblieben.

Das Kreuz ist aber eine Tür. Sie lädt ein zum Weitergehen in eine andere Dimension. Das Kreuz ist die Tür zu einer anderen Wirklichkeit. Dahinter beginnt das neue Leben. Dahinter wartet der Himmel auf uns. Jesus Christus ist von den Toten auferstanden. SEIN Sieg über die Macht des Todes hat die Tür zum ewigen Vaterhaus der Liebe Gottes – zum Himmel – weit geöffnet: so weit, wie SEINE ausgespannten Arme am Kreuz uns den Weg weisen konnten.

Nachdem Jesus Christus nach SEINER Auferstehung von den Toten unsere Welt wieder verlassen hat und zum Vater in den Himmel zurückkehrte, müssten wir eigentlich sehnsüchtig auf das zweite Kommen Jesu, SEINE Wiederkunft, warten. Aber es geht uns so, wie Manfred Siebald es in einem Lied besungen hat:

Wir beten laut: „Herr, komm doch wieder!“ Und denken leise: „Jetzt noch nicht!“

Die Sehnsucht nach dem Himmel ist uns derart verloren gegangen, dass es nur noch etwas für fromme Endzeitspinner, sektiererische Schwärmer oder für lebensmüde Menschen zu sein scheint. Weil die aufgeklärte Menschheit den Himmel völlig außer Acht lässt und ihn für nicht existent befunden hat, deshalb sieht die Welt jetzt so aus, wie sie ist. Am Ende ist die Schöpfung ohne Schöpfer sehr erschöpft! Und die westliche Christenheit hat da auch leider sehr wenig zu bieten, weil sie ebenso erdverhaftet-immanent herumlaboriert, anstatt ihre Kontaktmöglichkeiten zu Gottes Gegenwart auszuschöpfen.

Zwischen Präsenz und Power besteht ein himmelweiter Unterschied. Viele Kirchen und christliche Bewegungen suchen heutzutage mehr nach dem Schlüssel zu Erfolg und Wachstum. Sie suchen vornehmlich die Kraft, die Power. Sie setzen dabei auf charismatische Führungspersönlichkeiten, erfolgversprechende Strategien, Methoden, neuste Technik und Effekte, Marketing, usw. Das mag alles gut gemeint sein – und wird hoffentlich auch Menschen in die Nähe Gottes einladen. Aber bitte lasst uns nicht vergessen, was die Hauptsache ist: Das ist nämlich SEINE Präsenz! Wenn Jesus nicht selber kommt, dann ist alles, was wir tun, umsonst! Deshalb ist es doch am wichtigsten, IHN zu suchen. IHM Raum zu machen. Dem Himmel eine Landefläche in Zeit und Raum anzubieten.

Fragen zum Weiterdenken

• Wie wirkt das auf dich?

• Welchen Stellenwert hat die Nähe Gottes in deinem Glaubensleben?

• Kannst du das bestätigen, dass die Mehrheit der Christen unterm Kreuz festhängt und nicht weitergeht? Oder siehst du es anders?

• Denke einmal darüber nach, was das bedeuten kann, dass das Kreuz eine Tür ist?

• Wie erlebst du das Spannungsfeld zwischen Power und Präsenz?

Vertraue MEINER Gegenwart in dir

Gottes Gegenwart umgibt uns unsichtbar und doch real. Die Bibel ist voller wunder-barer Berichte dazu. Immer wieder werden wir Augenzeuge, wie der Himmel die Erde berührt und göttlich beeinflusst. Ich liebe die vielen Berichte aus dem Alten Testament. Da betet der Prophet Elisa für seinen Diener Gehasi und auf einmal kann dieser Himmelgucken; Gehasi sieht die unsichtbare Welt, gefüllt mit himmlischen Heerscharen – was er vorher einfach nicht sehen konnte (vgl. 2 Kön 6). Ein anderes Mal beten drei Männer, gefangen im Feuerofen. Aber sie sind nicht allein in ihrer schwersten Stunde. Für ihre eigenen Augen nicht sichtbar, und doch real, ist ein vierter Mann des Himmels mit dabei und beschützt die drei Freunde (vgl. Dan 3). Das Neue Testament ist gleichermaßen gefüllt mit übernatürlichen Himmelsgeschichten. Die unsichtbare Membran zwischen Jenseits und Diesseits bekommt immer mehr Risse. Immer mehr Herrlichkeit schwappt herein. Mit dem Kommen Jesu bricht sich der Himmel endgültig Bahn in unsere Diesseitigkeit. Fortan wird der Einfluss des Himmels an Dynamik und Gewicht gewinnen.

Bei genauer Betrachtung ist die ganze Bibel ein Wunderbuch. Sie ist das Himmelsbuch. Paulus nennt das einen göttlichen „Schatz im irdenen Gefäß“ (vgl. 2 Kor 4,7). Wenn wir die Bibel aufschlagen, können wir direkt in Kontakt mit der geistlichen Welt unseres Vaters kommen. ER redet und wir können SEINE Stimme hören. Wir sind quasi online verbunden. Wie wir wissen und herausgefunden haben, ist dies nicht der einzige Weg, mit dem Himmel zu kommunizieren – aber der schönste und wichtigste auf jeden Fall!

Damit wir überhaupt Empfang haben, schenkt uns der Vater SEINEN Heiligen Geist.

Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben … wir haben den Geist, der aus Gott ist, empfangen, damit wir die Dinge kennen, die uns von Gott geschenkt sind (1 Kor 2,9.12).

Ich will uns jetzt an ein paar altvertraute biblische Wahrheiten erinnern, die aber im Licht neuer Betrachtung neue Bedeutsamkeit für uns gewinnen können. Mit dem Geist Gottes bekommt der Himmel eine innere Empfangsstation in unseren Herzen. Gottes Geist erweckt unseren menschlichen Geist zum Leben. Wir werden zum Tempel (Wohnung, Zuhause) für den Heiligen Geistes hier in dieser unserer Dimension. Gott höchstpersönlich, Vater und Sohn, sie machen Raum in uns und wollen in uns wohnen durch den Geist Gottes. Gottes himmlische Gegenwart will in uns wohnen. Näher kann uns der Himmel hier auf Erden nicht mehr kommen. Wow, was für ein riesiges Geschenk ist denn das?!

Vor einiger Zeit hörten meine Frau Karin und ich, wie der Vater in unseren Herzen zu uns sprach: „Vertraue MEINER Präsenz, MEINER Gegenwart in dir!“ – Dieses Wort lässt uns seitdem nicht mehr los. Abba hat uns mit SEINER Gegenwart in unseren Herzen einen festen Halt geschenkt. Wie ein Packende, das uns aus der Himmelswelt zugeworfen wurde und bis in unsere kognitiv erfahrbare Realität hineinreicht. Jetzt können wir – begeistert durch SEINEN Geist – mit erleuchteten Augen des Herzens – IHN wahrnehmen. Frei nach dem Motto: „Ich sehe was, was du nicht siehst.“ Wir können SEINE Spuren überall entdecken. Das ist das göttliche „Inner-Net“, wenn Wort und Geist zusammenkommen und wir so am Herzschlag Gottes angeschlossen leben!

Die weißen Federn SEINER Gegenwart; sie fallen überall, wo ER entlang geht. SEINE Leuchtspur, SEIN Wohlgeruch, SEINE Atmosphäre.

Christus in uns: „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit!“ (Kol 1,27). Paulus schreibt begeistert, dass diese Wahrheit ein Geheimnis und eine Kostbarkeit des Himmels beinhaltet.

Und wir in Christus. Jesus sagt SEINEN Freunden: „Bleibt in mir und ich in euch!“ (Joh 15,4).

Wir in IHM und ER in uns. Näher geht es nicht mehr. Das ist die Einheit, nach der Jesus im hohepriesterlichen Gebet verlangt, wenn ER betet: „… damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins seien … !“ (Joh 17,21).

Wie konnten wir die unbändige Freude der ersten Jünger nur vergessen? Sie waren total fasziniert davon, wie nahe ihnen der Himmel gekommen war. „Freut euch im Herrn allezeit … der Herr ist nahe!“ (Phil 4,4-5). Hier steht im griechischen Originaltext ein Begriff für nahe, der beide Dimensionen des Wortes abdeckt: die zeitliche Nähe – Jesus kommt bald wieder! Und die räumliche Nähe – der Himmel ist zum Greifen nah.

Fragen zum Weiterdenken

• Wie nah oder wie fern scheint dir die himmlische Welt zu sein?

• Ist die Bibel für dich ein Kontaktpunkt zu Gottes Realität, und kannst du SEIN Reden darin hören?

• Was bedeuten für dich die beiden Aussagen: „Christus in dir“ und „Du in Christus“? Kannst du das für dich mit eigenen Worten wiedergeben?

• Was löst der Satz „Vertraue Meiner Gegenwart in dir!“ in dir aus?

• Welche Gedanken löst der Begriff „göttliches Inner-Net“ bei dir aus?

Kapitel 4: Himmel nochmal …
Informationen aus erster Hand

Der Himmel scheint für die meisten modernen Zeitgenossen in unerreichbare Ferne gerückt. Unsere westliche Welt leidet an Himmelsvergessenheit. Falls der Gedanke doch einmal darauf kommen sollte, dann sind meistens verzerrte Horrorvorstellungen aus mittelalterlicher Zeit nicht fern. Sie wirken wie eine bunte Mischung aus einem Katastrophenfilm mit coolen Spezialeffekten made in Hollywood, und Tolkiens gigantischem Weltuntergangsszenario aus „Herr der Ringe“. Mit anderen Worten: irgendwie realitätsfremd und zu phantastisch.

Was wir brauchen, das sind Informationen aus erster Hand. Aber auch das ist gar nicht so einfach! Oder hast du schon einmal die Offenbarung des Johannes am Ende der Bibel selber gelesen? Wie ist es dir denn dabei ergangen? Konntest du augenblicklich verstehen, was mit dieser bildreichen Sprache gemeint ist? – Nein? Nicht wirklich?! – Na, siehst du, so geht es den meisten Lesern ebenfalls. Ein Buch mit sieben Siegeln! Deshalb lässt man lieber die Finger davon. Und überhaupt – hat nicht erst die Fehlinterpretation der apokalyptischen Bibeltexte in den vergangenen 2000 Jahren Kirchengeschichte zu Sektiererei und Schwärmertum verführt? Also, dann lassen wir das Ganze mit der Himmelswelt mal lieber sein und bleiben schön nüchtern erdverbunden!

Bei solcher Argumentation kann ich verzweifelt ausrufen: „Himmel nochmal! – Man schüttet das Kind doch nicht gleich mit dem Bade aus! Nur weil etwas nicht sofort offensichtlich zugänglich, sondern verborgen und geheimnisvoll ist, und ein bisschen mehr Interpretation bedarf, müssen wir doch nicht gleich aufgeben. Ich liebe meine Frau doch auch und verstehe sie deshalb noch lange nicht auf Anhieb. Aber ich gebe mir Mühe, dran zu bleiben. Und es wird immer besser im Laufe unserer Ehe. So ist es auch mit den Geheimnissen Gottes. Sie wollen entdeckt und erobert werden. Wir müssen nach den Schätzen suchen und graben. Gold liegt nicht einfach so auf der Straße herum, und Edelsteine finden wir nicht, wenn wir nur an der Oberfläche kratzen. Es braucht schon ein bisschen mehr Tiefgang, Leidenschaft und Einsatz, wenn wir göttliche Schätze heben wollen! Und so ist es auch mit der Offenbarung über den Himmel! Der Himmel bricht nicht zufällig über uns herein, sondern will gesucht und mit Hingabe begehrt werden!“

Das Bilderbuch Gottes

Die Bibel ist kein Sachbuch und will auch keinen Fahrplan der Menschheitsgeschichte vermitteln. Sie ist Abbas Liebesbrief an die Welt und hat nur ein großes Thema: SEINE ewige und grenzenlose Liebe zu uns Menschenkindern. Dabei benutzt unser Gott als Autor vornehmlich eine bildreiche Sprache. Die Bibel ist das Bilderbuch Gottes. Das meiste sind Erzählungen, Gleichnisse und Biographien von einzelnen Personen oder SEINEM Volk Israel. Anhand des persönlich Erlebten beschreibt Gott die Wahrheit, die IHM für uns wichtig ist. So wird alles zu SEINER Geschichte. Es gibt nur eine Hauptperson in der Bibel, über die mal indirekt gesprochen werden kann, die dann aber auch selber deutlich vernehmbar spricht und die sich geheimnisvoll in allem und durch alles zu Wort meldet: Das ist Jesus Christus. ER ist der wahre Meistererzähler. Das fleischgewordene Wort Gottes in Person. Der Himmlische auf Erden. Durch IHN, durch Jesus Christus, ist uns der Himmel nahegekommen.

Die Bibel beginnt auf den ersten Seiten mit Himmel auf Erden – bei dem ewigen Schöpfergott zu Hause. ER, der Ewig-Vater, kreiert ein himmlisches Zuhause für SEINE geliebten Kinder auf unserem blauen Planeten. Himmel und Erde kommen sich sehr nahe und sind durchlässig füreinander. Beide Realitäten gehören anfänglich zusammen und bilden eine harmonische Einheit: das Paradies, der himmlische Garten Eden, der Ort, an dem der Himmel die Erde berührt und erfüllt, Papas Zuhause bei den Kindern. In bunten Bildern wird uns davon berichtet. Und dann geschieht das Drama. Der bittere Fall, der Sündenfall. Die Menschen zerreißen das Band der Liebe. Jenseits von Eden wird künftig unser Weg weitergehen. Die schmutzige Erde der Kinder driftet weit weg von der Realität und Reinheit des Himmels. Es kommt zum Bruch. Fortan herrscht Krieg in der Himmelswelt, der Kampf zwischen Licht und Finsternis. Engel und Dämonen sind mit im Spiel. Es geht um Gottes Volk Israel und um die Nationen. Später dann um die Braut, die Gemeinde Jesu.

Die Bibel schließt mit dem Buch der Offenbarung des Apostel Johannes. Als alter Mann Gottes, in der Verbannung auf der Insel Patmos, erhält Johannes Einblicke in die letzten Geheimnisse, die der Vater im Himmel uns anvertrauen will. Abba zieht den Schleier vor unseren Augen weg. ER enthüllt, offenbart, erklärt uns die letzten Dinge. Und das Ganze, wieder einmal, in einer zeitlosen, bildreichen Symbolsprache, die noch Tausende Jahre später Kraft und Gültigkeit besitzen wird. Wie hätte man sonst das Zukünftige in Worte fassen sollen? Wir brauchen heute eine Übersetzung dieser Sprachlichkeit – ähnlich, wie eine Fremdsprache auch erst durch Übersetzung für uns zugänglich und verständlich wird. Das macht es nicht immer leicht, aber auch nicht unmöglich. Es ist eine Frage der Bereitschaft, sich darauf einzulassen.

Apocalypse now

Johannes sah, inspiriert durch den Geist Gottes, was auf der Erde (dem ersten Himmel), was in den Himmelswelten (dem zweiten Himmel) und was im Thronsaal des Ewig-Vaters (dem dritten Himmel) geschieht, beziehungsweise noch geschehen wird. Gott gab ihm Worte für das Unaussprechliche. Auf diesen drei Schauplätzen findet parallel die Geschichte Gottes statt. Und das kann uns beim Lesen manchmal ganz schön verwirren. Es ist wie in einem modernen Film mit drei Drehorten. Mal sind wir auf der Erde. Filmschnitt. Dann sehen wir Engel und Dämonen miteinander kämpfen. Wieder Filmschnitt. Schließlich bekommen wir einen Einblick in den Thronsaal von Abbas Herrlichkeit. Weiterer Filmschnitt.

Diese drei Ebenen laufen parallel nebeneinander, mal überschneiden sie sich und mal scheinen sie sich sogar zeitlich zu überholen. Deshalb müssen wir genau darauf achten, wo gerade die Handlung stattfindet. Wo befinden wir uns? Sind wir gerade Beobachter auf der Erde, wo die antichristlichen Mächte versuchen, alles zu zerstören? Oder erhaschen wir soeben einen flüchtigen Blick auf die Kämpfe im Zwischenland, im geistlichen Raum, der diese Welt umgibt? Oder befinden wir uns bereits am Ziel, zu Hause im Himmel, bei Abba?

Es handelt sich um ein „Teekesselchen“ mit einem Begriff, der drei unterschiedliche Bedeutungen besitzen kann! Himmel ist nicht gleich Himmel ist nicht gleich Himmel.

Unter dem ersten Himmel: Mit unseren Augen sehen wir das blaue Himmelszelt mit Wolken und Sternen daran. Dieser Himmel umgibt unseren Planeten. Auf der Erde, da reift beides aus. Das Reich der Finsternis und das Himmelreich unseres Königs Jesus Christus. Beides tritt sichtbar in Erscheinung. Die Gemeinde Jesu steht genau dazwischen. Sie erlebt die harte Realität von Verführung bis hin zu Verfolgung. Aber sie überwindet in allem durch die Kraft Gottes, die ihr gegeben ist. Es macht sie nur noch umso stärker und schöner.

Im Zweiten Himmel: In der geistlichen, unsichtbaren Welt, die uns umgibt, da wird noch gekämpft. Antigöttliche Mächte treten gegen himmlische Heerschaaren an. Und die Gemeinde betet. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, der Sieg Christi von Golgatha habe noch nicht stattgefunden. Aber das ist nur eine optische Täuschung und ein letztes verzweifeltes Aufbäumen unseres Feindes. ER weiß, dass seine Zeit begrenzt ist.

Im dritten Himmel: Im Himmel der Himmel, vor dem Gnadenthron des Zeitlosen, bei Ewig-Abba zu Hause, da sieht die Weltgeschichte ganz anders aus. Da sind bereits alle Schlachten geschlagen und die Erlösten haben begonnen den großartigen Sieg ihres Königs zu feiern. Hier herrschen nur noch Friede, Freude und absolutes Heil-Sein in der Liebe des Vaters.

Alle drei Ebenen verbindet eine gemeinsame Spannung und Erwartung. Etwas steht noch aus. In der Bildersprache des Himmels nennt der Vater das folgendermaßen: die Hochzeit des Lammes.

In der Apokalypse des Johannes werden verschiedene Bilder verwendet, um uns die Realität der Himmel nahe zu bringen. Himmel ist ein Begriff, der im Plural steht. So ist es schon im Hebräischen, wo über den Himmel in der Mehrzahl gesprochen wird. Auch Paulus bestätigt das in 2. Korinther 12,1-4, wo er von seinen besonderen Einblicken in die unsichtbaren Welten berichtet:

Gerühmt muss werden, zwar nützt es nichts, aber ich will auf Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn kommen. Ich weiß von einem Menschen in Christus, dass er vor vierzehn Jahren – ob im Leib, weiß ich nicht, oder außerhalb des Leibes, weiß ich nicht; Gott weiß es –, dass dieser bis in den dritten Himmel entrückt wurde. Und ich weiß von dem betreffenden Menschen – ob im Leib oder außer dem Leib, weiß ich nicht; Gott weiß es –, dass er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die auszusprechen einem Menschen nicht zusteht.

Es lohnt sich einen intensiveren Blick auf die Themenkreise zu werfen, von denen hier die Sprache ist, wenn es um die Himmel geht:


In all diesen Bildern schwingt die Atmosphäre des Himmels mit und spiegelt sich ein stückweit wider. Das lässt sich schon einmal festhalten: Unser himmlisches Zuhause ist königlich, familiär, herrlich, feierlich, himmlisch und irdisch erlöst zugleich. Ein wahres Zuhause für Gott und SEINE Kinder. Dann ist Abbas Sehnsucht endlich in Erfüllung gegangen:

Siehe, das Zelt Gottes (die Wohnung) bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Nation sein und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott! (Offb 21,3).

Königreich Gottes: Wie im Himmel, so auf Erden

Im UNSER-VATER-Gebet, das Jesus Christus SEINE Jünger gelehrt hat, kommt es auch zum Ausdruck:

Unser Vater, der du bist in den Himmeln … dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auch auf Erden … in Ewigkeit! (Mt 6,9 ff).

Wir leben als Königskinder unseres Vaters in zwei Welten. Geerdet und gehimmelt zugleich. Wir sind in der Welt, aber nicht von der Welt. Bürger zweier Reiche. Zuhause in zwei verschiedenen Wirklichkeiten, die einander bedingen und durchdringen. Der Himmel, Abbas Zuhause, kommt uns ganz nahe und schimmert durch. Beth-El, die Wohnung Gottes, kann überall auftauchen und die Erde berühren (vgl. 1 Mose 28). Auf einmal erscheinen vielerorts Zugangsportale und Kontaktpunkte zu Gottes ewigem, herrlichem Haus.

Wir haben einen Vater im Himmel.

Der Himmel ist SEINE Domäne und SEIN Domizil.

SEIN Königreich ist ein Himmelreich.

Fragen zum Weiterdenken

• Wie nahe sind dir Bilder und Vorstellungen über den Himmel gebracht worden?

• Hat der Himmel in deinem Alltag eine tiefere Bedeutung, oder hast du auch eher eine Himmelsvergessenheit erlebt?

• Wie ergeht es dir beim Lesen der Offenbarung des Johannes?

• Kommst du mit der Bildsprache dieses Buches zurecht? Welche Symbolik spricht dich besonders an? Und warum ist das wohl so?

• Kannst du die Sichtweise teilen, dass zwischen mehreren Himmelswelten unterschieden wird?

• Wo hast du selber schon mal die Unterschiede wahrgenommen?

• Wo kommt das „… wie im Himmel, so auf Erden …“ für dich greifbar nahe?

Kapitel 5: Das kleine blaue Wunder
Ruach: Der Atem Gottes

Als bei der Schöpfung zum ersten Mal der Himmel die Erde berührte, da brütete der Geist Gottes über dem Tohuwabohu, dem Durcheinander (vgl. 1 Mose 1,2). Das hebräische Wort für Geist heißt ruach. Es ist feminin und hat eine umfassendere Bedeutung: Atem, Wind, Lebensgeberin – und Geist. Abba blies dem Menschen SEINEN Lebens-Odem ein (vgl. 1 Mose 2,7) – so wurde der Adam eine lebendige näfäsch – Seele. Ein Lebewesen, das atmet, Nahrung zu sich nimmt und Emotionen kennt. Ein mit Gottes Geist Beschenkter, ein Begeisterter. Ein mit dem Lebens-Atem Gottes zum Leben Erweckter.

Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! (Ps 150,6).

Und noch eine kleine Geschichte frei nach Hoffmanns Erzählungen:

Das kleine blaue Wunder

„Hast du das gesehen? Was macht der Große König da nur wieder? Es sah fast so aus wie, wie … wie ein kleines blaues Wunder!“, flüsterte ganz aufgeregt der Engel Ariel und lehnte sich dabei weit nach vorne, um noch besser sehen zu können.

„Ich habe es auch mit meinen eigenen Augen beobachtet“, bestätigte erstaunt der andere Engel mit Namen Lucia. „Ich sah, wie der Große König den Erdling geküsst hat – oder zumindest so etwas Ähnliches. ER hat sich ganz tief herabgebeugt und sich dann neben das braune, irdische Ding gekniet. ER, der Erhabene! Das muss man sich mal vorstellen! ER ist dem Ding so nahegekommen, dass es tatsächlich wie eine Berührung mit seinen Lippen aussah. Oder zumindest, wie ein Hauch seines Ruach-Atems!“

„Das sag ich doch – wie ein kleines blaues Wunder!“, ereiferte sich Ariel. „Der Atem des Allmächtigen hauchte über das braune Ding … ich habe es genau gesehen: Sein göttlicher Atemzug sah blau, bläulich, fast durchsichtig aus und dann doch irgendwie schimmernd, in vielen Farben, so wie der Farbbogen um den Thron des Höchsten … und, und auf einmal kam das Ding ins Leben. Der Ruach-Atem des großen Königs hat das braune Etwas lebendig gemacht. Genauso, wie der Allmächtige zuvor schon all das andere Herrliche ins Leben rief – und das allein durch Seine Machtworte! Doch dieses Mal ist es durch das kleine blaue Wunder geschehen!“

„Ja, ER ist wirklich aller Verehrung würdig!“, staunte Lucia „ER ist der Mächtigste und Schönste, und jetzt vervielfältigt ER sogar noch seinen Glanz in unvorstellbarer Weise. Oder hättest du, Ariel, dir jemals ausmalen können, was der Große König in den letzten Äonentagen hier so alles geschaffen hat?!“

„Nein, das übersteigt rein alles, was wir bisher im Lichtglanz seiner Majestät haben miterleben dürfen!“, stimmte Ariel der Lucia bei. „Und nun das! – Dieser Irdische sieht äußerlich ähnlich und von innen doch völlig anders aus, als all das bisher Geschaffene!“

„Ja, er unterscheidet sich eindeutig von dem Rest des schöpferischen Meisterwerkes unseres Großen Königs!“, sagte Lucia, nachdem sie lange prüfend hingesehen hatte. „Das muss an dem Atem des Allmächtigen liegen. Oder, wie du es nennst, an dem kleinen blauen Wunder! – Der Ruach-Atem des Höchsten wirkt sich himmlisch auf diese neue Lebensform aus, findest du nicht auch, Ariel?“

„Ja, Lucia, genau, davon rede ich doch die ganze Zeit!“ entfuhr es ungeduldig Ariel, etwas lauter als beabsichtigt, sodass einige höhergestellte Engel, die ungebührliche Störung missbilligend, zu unseren beiden Engeln herüberschauten.

Demütig senkten Ariel und Lucia ihren Blick und bedeckten das Angesicht mit ihren Flügeln, tuschelten aber darunter emsig weiter.

„Es ist ein Wunder! Ein blaues Wunder seiner Liebe und Größe!“, schwärmte Ariel immer weiter. „Und wir durften mit dabei sein!“

Lucia wagte wieder zwischen dem Federkleid ihrer Schwingen hindurchzugucken und erschrak ein wenig bei dem Anblick, der sich ihr bot.

„Ariel, schau mal bitte selber!“, rief sie aufgeregt ihrem Freund zu. Und auch Ariel senkte wieder seine Flügel und schaute gebannt auf eine erstaunliche Szene.

Der Irdische saß, wie ein Kind auf dem Schoß des Großen Königs und genoss augenscheinlich diese innige Gemeinschaft. Dabei ging das kleine blaue Wunder hin und her zwischen den beiden. Mal sprach, hauchte und küsste der Große König den Erdling. Und dann wiederum sprach, hauchte und küsste der Irdische den Mächtigen. Jedes Mal stiegen kleine blaue Wölkchen voller Herrlichkeit, Liebesatem und Lebensenergie zwischen den beiden auf. Den ganzen Raum durchströmte ein Wohlgeruch des Himmels.

„In der Gegenwart des Höchsten sieht der Irdische jetzt ganz himmlisch aus!“, staunte Ariel.

„Ja!“, bekräftigte Lucia, und es war ihr, als würde sie selber träumen. „Der Irdische sieht aus, wie, wie, wie … „

„Wie der Sohn des Höchsten!“, beendete Ariel die Gedanken seiner Freundin. „Ja, er sieht gar nicht nur wie ein geformtes Kunstwerk aus des Meisters Hand aus. Er ist mehr! Dieser Irdische ist tatsächlich ein Sohn des Höchsten. Atem von Seinem Atem. Lebenskraft aus seiner Lebensquelle. Dieser Irdische ist höher, schöner und steht dem König näher als wir, näher als alle Engel. Wir sind nur Diener und himmlische Boten. Aber diesen Erdling hat der Allmächtige mit seinem Ruach-Atem beschenkt. Mit keinem anderen Geschöpf im ganzen Universum hat der Höchste jemals seinen Lebensatem geteilt! Was soll das noch werden?!“

Ein paar Ewigkeitsminuten lang standen Ariel und Lucia schweigend daneben und bestaunten das große Wunder der Liebe, das sich da vor ihren Augen abspielte.

Bis das kleine blaue Wunder die ganze Atmosphäre des Himmels und der Erde erfüllte.

Umgangssprachlich reden wir davon, dass jemand sein blaues Wunder erlebt, wenn etwas völlig Unerwartetes eintrifft. Vermutlich geht diese Redewendung darauf zurück, dass man vor langer Zeit in der Stadt Dresden eine Elbbrücke aus Metall mit grüner Farbe anstrich, die Farbe aber dann an der Luft oxidierte und sich schließlich bläulich verfärbte. Das sei damals so spektakulär gewesen, dass die Leute es „das Blaue Wunder von Dresden“ nannten. Nun darüber gibt es geteilte Meinungen, ob dem wirklich so war … Aber jedenfalls noch viel spektakulärer ist das kleine blaue Wunder, das der Vater in uns, in SEINEN geliebten Kindern, bewirkt, indem ER uns SEINEN Lebens-Atem-Geist geschenkt hat.

Israel ist so reich gesegnet, dass es mindestens zweimal im Jahr ein Erntefest feiern kann. Im Frühjahr das Pfingstfest und im Herbst das Laubhüttenfest. Pfingsten hat seinen Namen daher, dass es genau 50 Tage nach dem Passahfest stattfindet, dem Erinnerungsfest an den Auszug aus der Knechtschaft in Ägypten. Welch eine tiefe, geistliche Bedeutung liegt darin, dass genau an diesem Erntedanktag der Heilige Geist Gottes über alles Fleisch ausgegossen wurde (Apg 2 bzw. Joel 3). Hier beginnt die Geschichte der Gemeinde Jesu und damit auch die Missionsgeschichte Gottes unter den Nationen. Der Vater im Himmel holt SEINE Kinder aus allen Völkern heim durch die Ausgießung SEINES Ruach-Atems. Es gleicht einer Reanimation, einer Wiederbeatmung, Wiederbelebung. Das ist die Bedeutung des Wortes Inspiration. So wie bei der ersten Schöpfung Abba dem Adam SEINEN Ruach-Atem in die Nase blies, so küsst unser himmlischer Vater jetzt die Menschheit neu wach und erweckt so den Geist der Menschen durch das Feuer und den Wind SEINES Atems. Das ist ein wirkliches Neu-Schöpfungswunder! Es erinnert an die Vision aus Hesekiel 37, wo der Ruach-Wind das Unmögliche und Unfassbare vollbringt und die Totengebeine einer ganzen Armee wieder zum Leben erweckt. Seit Pfingsten ist wieder der Himmel auf Erden los. Jesus, der Täufer mit dem Geist Gottes, hat den Himmel neu zu uns gebracht und die Himmelstür für alle weit geöffnet.

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Yaş həddi:
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Litresdə buraxılış tarixi:
25 may 2021
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9783955784836
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