Kitabı oxu: «Nordrhein-Westfalen mit dem Wohnmobil»

Şrift:


Im Ruhrgebiet übernachtet man direkt am Fluss.

Michael Moll

NORDRHEIN-
WESTFALEN
MIT DEM WOHNMOBIL

Die schönsten Routen zwischen

Rhein, Ruhr und Weser



Viele Städte, wie hier in Monschau, zeigen sich sehr malerisch.


INHALT

VIELSEITIGES NORDRHEIN-WESTFALEN

DIE ROUTEN

1DURCH DAS SAUERLAND IM SÜDOSTEN VON NRW

Von Winterberg bis Iserlohn

2AUF WOHNMOBILTOUR ZU DEN RHEINISCHEN FROHNATUREN

Von Iserlohn bis Königswinter

3NATIONALPARKTOUR DURCH DIE NATURLANDSCHAFT IN DER EIFEL

Von Bonn bis Aachen

4DER NIEDERRHEIN ZWISCHEN FLUSS UND GRENZE

Von Aachen nach Kleve

5NATURVERGNÜGEN MIT INDUSTRIEKULTUR IM RUHRGEBIET

Von Moers nach Dortmund

6AUF TOUR ZU DEN VIELEN SCHLÖSSERN IM MÜNSTERLAND

Von Dortmund nach Münster

7GENUSSTOUR DURCH OSTWESTFALEN-LIPPE

Von Münster nach Minden

REISEINFORMATIONEN VON A BIS Z

REGISTER

PS: WAS ICH NOCH SAGEN WOLLTE …

STRASSENATLAS

IMPRESSUM

» VIELSEITIGES NORDRHEIN-WESTFALEN


Das Bundesland besticht auch durch zahlreiche Seen.


Für das hügelige Sauerland hat man am besten Wanderschuhe im Gepäck.

NRW UND SEINE REGIONEN

Nordrhein-Westfalen hat man leider viel zu selten auf dem Schirm, wenn es darum geht, in Deutschland eine Wohnmobilreise zu unternehmen. Für manch Außenstehenden scheint das Bundesland wenig attraktiv zu sein. Aus geografischer Sicht mangelt es dem einen oder anderen an einem Anschluss an die Küste, was sich in der Tat nicht von der Hand weisen lässt. Dafür besitzt NRW jede Menge Seen, Flüsse und Kanäle. Dass es aber auch keine Berge geben würde, ist schon nicht mehr so richtig. Das Sauerland, das Bergische Land, das Siebengebirge und die Eifel bringen jeden Wanderer ins Schwitzen. Es wird zwar nicht alpin, doch mit Höhen von über 800 Metern muss Nordrhein-Westfalen keinen Vergleich mit anderen Mittelgebirgsregionen scheuen.

Zu guter Letzt kommt unter Umständen noch das Argument, es sei viel zu voll und es gäbe überhaupt keinen Platz zur Erholung. Zugegeben, 18 Millionen Menschen sind nicht wenig, aber die Bevölkerungsdichte ist am ehesten mit der der Niederlande zu vergleichen. Berücksichtigt man, dass die meisten Einwohner im Ballungsgebiet des Ruhrgebiets und in der Landeshauptstadt Düsseldorf sowie der Millionenstadt Köln leben, relativiert sich das aber ganz schnell. Denn umso leerer ist es in den Landschaften des Münsterlandes oder im Sauerland. Ganz einsam kann man sogar in der Eifel oder rund um Höxter in Ostwestfalen-Lippe unterwegs sein.

Die positive Seite der hohen Bevölkerungszahl ist, dass für viele Menschen eine entsprechende Infrastruktur geschaffen wurde und es eine Vielzahl von Freizeitmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten gibt. Selbst für Einheimische wird es schwer, alle Sehenswürdigkeiten in Nordrhein-Westfalen zu kennen oder gar jemals zu besuchen.

Außerdem zeigt sich jede Landschaft Nordrhein-Westfalens mit einem ganz eigenen Charakter bzw. Gesicht. Das Münsterland gilt zum Beispiel als eher flach und ideal für Radfahrende. Zahlreiche Schlösser, Burgen und Herrensitze führten dazu, dass es rund um die Stadt Münster die 100-Schlösser-Route gibt, die namentlich nicht übertreibt. Um sie alle ausgiebig zu fotografieren, sollte man genug Platz auf der Speicherkarte haben. Im Sauerland zieht man indes die Wanderschuhe an und folgt dem ausgiebigen Wanderwegenetz durch die weiten Wälder. Tolle Fernblicke von den Hügeln und Aussichtstürmen gibt es inklusive.


Moderne Architektur zeichnet Großstädte wie Duisburg aus.

Ähnlich verhält es sich mit dem angrenzenden Bergischen Land, wo sich die malerischen Ortschaften mit Fachwerkarchitektur oder schiefergedeckten Häusern präsentieren. Nördlich davon geht man auf Städtetour und taucht ein in die spannende Geschichte des Strukturwandels. Menschen aus dem Ruhrgebiet kennen das, wenn sie Besuch von außerhalb bekommen und dieser dann überrascht feststellt, wie grün es doch im »dreckigen Kohlenpott« ist. Essen als die zentrale Stadt des Ruhrgebiets wurde nicht grundlos zur Grünen Hauptstadt Europas gewählt. Weite Landschaften durchquert man wiederum am Niederrhein, während das Rheinland im Süden seinen Abschluss in den Hügeln des Siebengebirges findet. Und die Eifel kann sich damit rühmen, einen Nationalpark zu besitzen, der auch als Internationaler Sternenpark anerkannt ist. Lichtverschmutzung in der Nacht ist dort also unbekannt.

DIE STÄDTE

Städte in Nordrhein-Westfalen? Ja, die gibt es natürlich. So manchen mag es erstaunen, aber für fast jede Stadt könnte man einen eigenen Reiseführer veröffentlichen. Für einige Städte gibt es diese natürlich auch. Man denke nur an Köln, eine klassische Touristenstadt, die nicht nur mit dem Dom oder an Karneval Besucher anzieht. Und auf der Kö in Düsseldorf flaniert man genauso gerne wie am Rheinufer oder in der Altstadt. Essen besitzt neben der Villa Hügel hoch oben über dem Baldeneysee auch das UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein. In Duisburg schippert man bei einer Hafenrundfahrt durch den größten Binnenhafen Europas, in Xanten wandelt man auf den Spuren der Römer, Münster lockt mit einer gemütlichen Altstadt, Höxter besitzt ein weiteres Weltkulturerbe, in Aachen bewundert man den Thron von Kaiser Karl dem Großen und Bielefeld existiert doch.


Die Venusinsel in Nordkirchen begeistert ihre Besucher.

Zusammengefasst kann man also behaupten, Nordrhein-Westfalen bietet neben dem vielfältigen Naturraum auch Städtetourismus par excellence. Durch die bereits oben angesprochene Infrastruktur sind die meisten Städte untereinander auch sehr gut verknüpft und erreichbar. Nach dem ersten Frühstück in Dortmund nimmt man das zweite Frühstück in Essen ein, bevor man beim Nachmittagsspaziergang in Düsseldorf unterwegs ist und den Tag in Köln oder Bonn ausklingen lässt. Einziger Haken: Die Zeiten zur Rushhour sollte man meiden und da sollte auch nichts schöngeredet werden. Wer am Nachmittag die A 40 befährt oder sich in den Kölner Ring einreiht, der wird die mögliche Höchstgeschwindigkeit nur in den seltensten Fällen erreichen. Aber mit dem Wohnmobil auf Campingtour ist man ja zum Glück zeitlich unabhängig unterwegs.


Dem Reisenden schlägt keine Stunde.

NATIONALPARK

Der Nationalpark Eifel ist der erste und bis heute einzige Nationalpark in Nordrhein-Westfalen. Er wurde im Jahr 2004 eingerichtet und umfasst Teile des Kermeter, die Urfttalsperre und die davon südlich gelegene Dreiborner Hochfläche mit angrenzenden Wäldern. Mittlerweile sind rund 240 Kilometer Weg ausgeschildert. Darüber hinaus gibt es fünf Besucherzentren, die als Nationalpark-Tor bezeichnet werden und zahlreiche Informationen ausgeben. Jedes einzelne Nationalpark-Tor hat sich zudem einem bestimmten Thema verschrieben. Die Besucherzentren befinden sich in Nideggen, Höfen, Rurberg, Gemünd und im alten Bahnhofsgebäude von Heimbach.


Auf Schlössertour begibt man sich im Münsterland. Schloss Nordkirchen

Wer sich von der Schönheit des Nationalparks überzeugen möchte, kann dies natürlich bei einem individuellen Besuch machen oder sich auch einem Ranger bei einer Führung anschließen. Besonders schön ist der Nationalpark in der Nacht, wie die International Dark-Sky Association im Jahr 2014 festgestellt hat. Diese aus Arizona stammende Vereinigung hat es sich zum Ziel gesetzt, die weltweit immer größere Lichtverschmutzung zu bekämpfen. Da kann es fast schon als Ritterschlag gelten, wenn eine Region im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen als sogenannter Sternenpark geadelt wird, in dem in der Dunkelheit ein wunderbarer Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel möglich ist.

SEHENSWÜRDIGKEITEN

Das Bundesland bietet für jeden interessierten und aktiven Menschen etwas an. Genannt wurden natürlich schon die Klassiker wie der Kölner Dom oder die Zeche Zollverein. Aber es gibt auch jede Menge Attraktionen, die eher unbekannt sind oder die man gar nicht erwartet hätte: frei lebende Flamingos zum Beispiel im Zwillbrocker Venn im westlichen Münsterland oder Wildpferde auf der Wildpferdebahn in Dülmen, ebenfalls im Münsterland.

Auch Aussichten bietet das Land jede Menge, so zum Beispiel von der Löwenburg oder der Burg Drachenfels bei Königswinter im Siebengebirge. Der Kahle Asten oder der verschnörkelte Lörmecke-Turm bei Warstein, beides im Sauerland, verwöhnen ebenso mit Blicken in die Ferne.

Tiefe Einblicke gibt es wiederum in der Braunkohleregion zwischen Köln und Aachen. Das muss einem aus ökologischer Sicht nicht gefallen, diesen Anblick hat man dennoch selten. Noch tiefer hinab geht es im Ruhrgebiet, wo man in Bergwerkstollen zu sehen bekommt, wie das Bundesland von unten aussieht. Doch es gibt auch natürliche Höhlen, so zum Beispiel die Kluterthöhle – mit Adrenalinkick, wenn man möchte – und die Attahöhle als eine der beliebtesten Schauhöhlen Deutschlands.


Auf dem Aussichtsturm in Warstein sollte man keine Höhenangst haben.

Darüber hinaus locken nicht nur die Landschaften in die Natur, sondern ebenfalls die zahlreichen Gärten und Parks der Städte ins Grüne. In Dortmund wären das zum Beispiel der Rombergpark und der Westfalenpark gleich neben der Spielstätte der Borussen, in Essen besucht man den Grugapark und in Köln den Grüngürtel. Es gibt so viele Grünanlagen, dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.

Und auch für Schlechtwetter-Zeiten hat man übrigens vorgesorgt. Die Vielfalt an Museen, ob klein oder groß, ist immens. Wie wäre es mit dem Folkwang-Museum in Essen, dem rock’n’pop-Museum in Udo Lindenbergs Heimatstadt Gronau, der Deutschen Arbeitsschutz-Ausstellung in Dortmund (ist spannender, als es klingt) oder einfach mal der gesamten Museumsmeile in Bonn, unter anderem mit dem Haus der Geschichte, dem Deutschen Museum und dem Kunstmuseum? Den Durchblick hat man aber ohnehin nur im Conrad-Röntgen-Museum in Remscheid-Lennep.

KÜCHE

Eine Region, die so viele Landschaftsräume, Sehenswürdigkeiten, Städte und sogar Dialekte bietet, lässt natürlich auch kulinarisch keinen Einheitsbrei aufkommen. Der ewige Streit, ob die Currywurst nun aus Berlin oder dem Ruhrgebiet stammt, wird in NRW ohnehin klar beantwortet. Da gibt es gar keinen Zweifel. Probieren kann man sie in einer der zahlreichen Pommesbuden, wo man gleich noch Pommes Rot-Weiß dazu bestellt.

Aber es gibt selbstverständlich viele weitere regionale Speisen. So ist zum Beispiel die Westfälische Küche für Grünkohl und für Pfefferpotthast, ein Ragoutgericht, bekannt. In Köln greift man wiederum zu Himmel un Ääd, also Kartoffeln mit Wurst, oder zum Halve Hahn. Hühnerfleisch darf man dabei jedoch nicht erwarten, vielmehr ein Roggenbrötchen mit Käse und Zutaten zum Würzen. Wer es gediegener mag, fährt gleich nebenan in das Bergische Land, wo es neben Brezeln am Schloss Burg und Bergischen Waffeln auch noch die Bergische Kaffeetafel zu probieren gilt. Mit Rosinenstuten, Pumpernickel und süßen Brotaufstrichen lässt sich der Kaffee gut genießen, der aus der dickbauchigen Dröppelminna eingeschenkt wird.


Glocken sind aus Gescher nicht wegzudenken.

Apropos Getränk: Im Rheinland trifft man gleich auf drei unterschiedliche Biere. Das klassische Pils, das es in Duisburg zu trinken gibt, muss in Düsseldorf eher dem Alt weichen. Das ist wiederum in der nahen Domstadt verpönt, denn in Köln greift man typischerweise zum Kölsch.

CAMPING- UND STELLPLÄTZE

Um einen Übernachtungsplatz muss man sich keine Sorgen machen. Die Auswahl an Wohnmobilstellplätzen und Campingplätzen in Nordrhein-Westfalen ist enorm. Aber, und das muss man ehrlich sagen dürfen, so vielfältig die Regionen sind, so unterschiedlich sind auch die Angebote. Nicht immer findet man einen Wohnmobilstellplatz, der mehr bietet als nur einen Parkplatz. Gerade im städtischen Bereich muss man in Sachen Komfort, Ruhe oder Urlaubsfeeling gelegentlich Abstriche machen. Außerdem gibt es Regionen, in denen Wohnmobiltourismus großgeschrieben wird, so zum Beispiel am Niederrhein, während man im Bergischen Land in dieser Hinsicht noch in den Kinderschuhen steckt.

Das gilt allerdings nicht für Campingplätze. Die gibt es fast überall und wie üblich meistens dort, wo es landschaftlich am attraktivsten ist. Das gilt in der Regel für die Seen in Nordrhein-Westfalen, aber auch für Flussufer, wo man sein Wohnmobil aufstellen kann. Selbst in den Großstädten kann man oft ein Campingangebot wahrnehmen. In der Ruhrgebietsmetropole Essen übernachtet man zum Beispiel sehr praktisch und naturnah am Baldeneysee oder am Ufer der Ruhr. Nicht unerwähnt bleiben sollte der Wohnmobilstellplatz in Nordkirchen im südlichen Münsterland auf halber Strecke zwischen Dortmund und Münster. Er ist einzigartig in Deutschland und wurde von einem Reisejournalisten gebaut und wird auch von diesem betrieben. Besagter Reisejournalist ist zugleich Autor dieses Buches. Wenn Sie sich also mal über Campingtouren in Nordrhein-Westfalen austauschen wollen, dann kommen Sie einfach bei uns vorbei.

» DIE ROUTEN


Der zentral gelegene Möhnesee ist ein beliebtes Reiseziel.

1 DURCH DAS SAUERLAND IM SÜDOSTEN VON NRW
Von Winterberg bis Iserlohn


START- UND ENDPUNKT

Winterberg und Iserlohn

STRECKEN

überwiegend Landstraßen und Bundesstraßen

STRECKENLÄNGE

ca. 320 Kilometer

FAHRZEIT

3 bis 4 Tage

BESTE JAHRESZEIT

Mai bis September

In den Höhenlagen von Nordrhein-Westfalen zeigt sich das Bundesland nicht nur mit einer waldreichen Landschaft, die von zahlreichen Kuppen und Bergen geprägt ist. Auch Seen und Flusstäler laden dazu ein, sich länger als vielleicht ursprünglich geplant aufzuhalten. Auf jeden Fall sollte man seine Wanderschuhe im Kofferraum des Wohnmobils haben, um die vielen Wanderwege zu erkunden. Vom berühmten Kahlen Asten bei Winterberg fährt man durch kleine Kurorte wie Bad Laasphe und Bad Berleburg, wo man den Wisenten in freier Natur auf die Spur kommen kann.


Im Sauerland zeigt sich das bevölkerungsreichste Bundesland von seiner hügeligsten Seite.

Mit Zwischenstopps an den vielen Stauseen, wie der Biggetalsperre und der Möhnetalsperre, verläuft die Wohnmobilreise durch das Sauerland und es gibt auch immer wieder Gelegenheit, in den Höhlen der Region oder in Bergbaumuseen unter Tage unterwegs zu sein. Über Tage geht es sogar gelegentlich noch viel weiter in die Höhe, denn eine hügelige Region wie das Sauerland besitzt natürlich jede Menge Aussichtstürme, von denen einige sich auch mit ihrer Architektur sehen lassen können. In den dichten Wäldern des Sauerlandes findet man Ruhe, aber ebenso Lehrpfade, auf denen nicht nur Kinder Interessantes und Wissenswertes erfahren. Mit zahlreichen Angeboten, Wanderwegen und Aussichtspunkten locken mehrere Naturparks, während in beinahe jeder Ortschaft eine Einkehrmöglichkeit den Hunger stillt.

WANDERTOUREN IM SAUERLAND

Es sind die vielen kleinen Orte und Ereignisse, die das Sauerland so besonders machen. Dazu zählen zum Beispiel die Höhlen im Westen der Region, besonders rund um Iserlohn und Olpe. Mit dem Wohnmobilstellplatz in Neuastenberg, zu Winterberg gehörend, hat man einen idealen Startpunkt für die Reise durch NRW und für die Wandertouren in der näheren Region bzw. im Rothaargebirge.

Auch im Hauptort Winterberg laden mehrere Übernachtungsmöglichkeiten zum Campingaufenthalt ein. Der zentral gelegene Wohnmobilstellplatz, aber auch der Campingplatz Winterberg bieten beste Möglichkeiten, den wohl bekanntesten Berg von NRW leicht mit dem Fahrrad im sogenannten Bikepark oder zu Fuß auf einer der vielen möglichen Wanderrouten zu erreichen.

Start der Tour am Kahlen Asten

AUSSICHTEN AM KAHLEN ASTEN

Der Kahle Asten macht seinem Namen alle Ehre, denn die Bewaldung ist auf der Kuppe eher spärlich ausgeprägt. Auch wenn der Berg vermutlich der berühmteste in Nordrhein-Westfalen ist, so ist er nicht der höchste, was jedoch oft fälschlicherweise angenommen wird. Doch im Gegensatz zum Langenberg, der mit seinen 843 Metern etwas mehr als einen Meter höher ist als der Kahle Asten, hat man hier die Gelegenheit, den Astenturm zu besteigen und ein prachtvolles Panorama zu bewundern. Neben einem Restaurant sowie einem Hotel befindet sich im Astenturm auch eine Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes. Gleich neben der Wetterwarte liegt ein eingezäunter Außenbereich, der sogenannte Klimagarten. Unterschiedliche Instrumente messen dort Wetterereignisse. Die Daten werden regelmäßig an die Station innerhalb des Turms übermittelt und dort ausgewertet. Da die Warte ständig besetzt ist, haben die Beamten des Deutschen Wetterdienstes damit den höchstgelegenen Arbeitsplatz in Nordrhein-Westfalen.

Auf dem Rothaarsteig trifft man auf diese schaukelnde Hängebrücke.

AUSFLUG

ROTHAARSTEIG

Beinahe an jedem Ort der Region stößt man entweder auf den Rothaarsteig oder auf einen seiner zahlreichen Zuwege. Der Steig ist fast 155 Kilometer lang und führt von Brilon in Nordrhein-Westfalen nach Dillenburg in Hessen. Dabei verläuft er auch durch Winterberg sowie über den Kahlen Asten. Auf dem größten Teil des Wegs ist man jedoch überwiegend in verhältnismäßig dünn besiedeltem Gebiet unterwegs. Ein weißes, auf dem Rücken liegendes R auf rotem Grund symbolisiert den Weg und führt den Wanderer sicher durch die Wälder. Zuwege erkennt man am gelben Hintergrund des Schildes. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten am Wegesrand gehören von Nord nach Süd die Quelle der Möhne, die Bruchhauser Steine, der Langenberg als höchster Punkt Nordrhein-Westfalens, die Ruhrquelle, die Lennequelle am Kahlen Asten, der Weiler Kühhude bzw. der Schmallenberger Ortsteil Schanze als Nebenvariante, der Rhein-Weser-Turm, die Quellen von Eder und Sieg sowie der Wilhelmsturm bei Dillenburg. Mehr Infos gibt es unter rothaarsteig.de.

SEHENSWÜRDIGKEITEN RUND UM WINTERBERG

Wer will, kann sich auf dem weitläufigen Areal am Kahlen Asten einfach umschauen oder sogar einen Teil des Rothaarsteigs genießen. In beiden Fällen gelangt man beispielsweise zu einem Ehrenmal, das an die Gefallenen des Krieges erinnert, oder auch zur Lennequelle.

Die Lenne entspringt hier in einer Höhe von 823 Metern und übrigens knappe sechs Kilometer Luftlinie von der Ruhrquelle entfernt. Beide Flüsse werden sich erst wieder am Rande des Sauerlandes so nah sein, nämlich dann, wenn die Lenne bei Hagen in die Ruhr mündet. Die Lenne ist der wasserreichste Zufluss der Ruhr und wird bis dahin 129 Kilometer zurückgelegt haben.

Durch die Lage in mehr als 700 Meter Höhe und aufgrund des niederschlagsreichen Klimas ist in Winterberg an Landwirtschaft kaum zu denken. Auf der Winterberger Hochfläche ist die Anzahl der Tage mit einer geschlossenen Schneedecke und der Schneetage deutlich höher als an vielen anderen Orten im Sauerland. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass der Skisport in Winterberg Einzug gehalten hat. Das Skiliftkarussell Winterberg ist ein beliebtes Wintersportgebiet und verfügt über 26 Skilifte und eine Vielzahl von Skipisten und Loipen. Damit ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Außerdem finden in unregelmäßigen Abständen internationale Großveranstaltungen statt, etwa der Weltcup im Rennrodel und Skeletonschlitten. Im Jahr 2015 wurde zum Beispiel auf der Winterberger Bobbahn die Weltmeisterschaft im Bobfahren ausgetragen.

Im Ortsteil Neuastenberg hat man passenderweise die Möglichkeit, sich im Westdeutschen Wintersportmuseum über die Geschichte des Wintersports zu informieren. Es wurde im Jahr 1998 im Schultenhof in Neuastenberg eröffnet und begeistert seither mit der faszinierenden Geschichte des Skisports. Dabei mag man kaum glauben, dass die Wintersportler in früheren Zeiten auf geflochtenen Reifen über den Schnee glitten. Gezeigt wird auch eine Stellmacherwerkstatt, in der die ersten Ski handwerklich gefertigt wurden. Aber auch Eislauf, der Schlitten- und der Bobsport sind Themen im Museum, das darüber hinaus wechselnde Sonderausstellungen zeigt.

Nicht der Kahle Asten, sondern der Langenberg ist der höchste Punkt in NRW.

DER URSPRUNG DER RUHR

Nordöstlich von Winterberg gibt es eine, wenn auch kleine, Sehenswürdigkeit, die für Nordrhein-Westfalen eine wichtige Rolle spielt. In Stein gefasst, nimmt die Ruhr hier am Nordhang des Ruhrkopfes ihren Lauf. Durchschnittlich machen sich an dieser Stelle 2500 Liter Wasser in der Stunde auf den Weg ins Tal. Damit beginnt die Geschichte eines der wichtigsten Flüsse in Nordrhein-Westfalen, der einer gesamten Region einen Namen gab. Doch wer genau hinschaut, wird sehen, dass das Rondell nur eine symbolische Quelle ist. Die eigentliche Quelle liegt rund sieben Meter dahinter, denn schon dort nimmt die Ruhr ihren Anfang. Das Rondell wurde in den 1950er-Jahren errichtet, während ein aufrecht stehender Gedenkstein die Jahreszahl 1849 trägt. Damals wurde zum ersten Mal eine kleine Mauer errichtet, um die Quelle einzufassen. Gleich daneben erinnert eine Tafel an die Hundertjahrfeier am 11. September 1949.

Zunächst fließt die Ruhr ganz gemächlich Richtung Norden, biegt dann bei Olsberg nach Westen ab und hält diese Richtung auch im Wesentlichen bei. Ist Meschede durchquert, verläuft der Fluss in engen Kurven bis Arnsberg und schlängelt sich dort einmal um den Burgberg. Als Stationen folgen Wickede, Fröndenberg und Schwerte, bevor die Ruhr nach dem Sauerland bei Dortmund auf das Ardeygebirge trifft. Ab hier wird sie nicht nur zu mehreren Seen gestaut, sondern grenzt das Ruhrgebiet zum Bergischen Land nach Süden ab. Nach 218 Kilometern mündet sie schließlich in Duisburg in den Rhein. Im Ruhrgebiet streift sie die meisten der dortigen Städte nur am Rand und fließt überwiegend in den Grünbereichen von Dortmund, Bochum und Essen. Damit ist der Fluss kein zentraler Punkt in den Großstädten, wie zum Beispiel der Rhein in Köln oder die Elbe in Leipzig, hat aber dafür den Vorteil, dass man der Ruhr auch in der Metropole Ruhr fast durchgehend durch grüne Landschaften und Naturschutzgebiete folgen kann. Als Wohnmobilfahrer erleben wir das schließlich in Tour 5.

WANDERTOUR AM HÖCHSTEN PUNKT VON NRW

Rund acht Kilometer nördlich von Winterberg, direkt an der Grenze zum Nachbarbundesland Hessen, wartet das nächste Wanderziel ab Winterberg. Alternativ kann man das Wohnmobil auf der B 480 direkt nach Niedersfeld steuern und von dort aus losmarschieren. Zu genießen gibt es sowohl das Naturschutzgebiet Neuer Hagen als auch den Langenberg. Ein im Jahr 2010 aufgestelltes Gipfelkreuz und ein kleiner Fels markieren den höchsten Berg des Bundeslandes, der trotz seiner Größe immer im Schatten des zwei Meter kleineren Kahlen Astens steht. Im Gegensatz zum Kahlen Asten existiert hier jedoch weder Restaurant noch Wetterwarte und noch nicht einmal ein Parkplatz ist in der Nähe. Das heißt, der Berggipfel kann ausschließlich im Rahmen einer waldreichen Wandertour erreicht werden, wobei man dabei genau auf der Landesgrenze zwischen Nordrhein- Westfalen und Hessen läuft. Historische Grenzsteine am Wegesrand zeugen davon, dass schon in früheren Zeiten hier eine Grenze verlief.

Architekturkontraste in Winterberg

Im Rahmen einer Rundtour kann man zugleich das nur zwei Kilometer entfernte Naturschutzgebiet Neuer Hagen kennenlernen. Fast 74 Hektar ist das Naturschutzgebiet groß, welches sich am Nordhang des Clemensberges ausbreitet und aus einer wunderbaren Heidelandschaft besteht. Etwas weniger als ein Fünftel der Fläche gilt darüber hinaus als Hochmoor. Entstanden ist diese größte Bergheidefläche Nordrhein-Westfalens durch Beweidung mit Rindern, sie war aber vor rund 150 Jahren deutlich größer als heute. Mittlerweile ist das Naturschutzgebiet fast komplett von Fichtenwäldern umgeben, außer im Süden, wo ein Steinbruch angrenzt. Um das Gebiet zu erhalten, bedarf es eines hohen Aufwands, da sich durch Samenanflug immer wieder Fichten ansiedeln. Doch die Arbeit ist lohnenswert, denn so konnten beispielsweise der Kuckuck und der Baumpieper einen Lebensraum für sich finden.

WISENTE IN FREIER WILDBAHN


Nach dem ausgiebigen Besuch von Winterberg mit den zahlreichen Wandermöglichkeiten in den höchsten Höhen von NRW fahren wir mit dem Wohnmobil auf der B 480 südwärts in Richtung Bad Berleburg. Schlagzeilen machte das Sauerland dort im März 2013, als eine Herde von acht Wisenten ausgewildert wurde. Diese europäische Form des Bisons lebte schon lange vor dem Menschen im heutigen Europa. Aber in Deutschland waren sie zwei Jahrhunderte lang ausgerottet. Die jahrelange Vorbereitung auf die Auswilderung beinhaltete auch Tests, wie die mächtigen, aber friedlichen Wisente in freier Wildbahn auf den Menschen reagieren. In der Regel laufen die Tiere schon bei größerer Entfernung davon.

Einfach mal am See innehalten und einen Picknickstopp einlegen.

Für Wanderer ist es in der Region daher nicht selbstverständlich, der Herde, die mittlerweile aus 25 Tieren besteht, zu begegnen. Dennoch kann es zum Aufeinandertreffen von Mensch und Tier kommen. In der Vergangenheit gab es dabei auch Zwischenfälle, insbesondere wenn Spaziergänger Hunde mit sich führten. Hier ist also eine gewisse Vorsicht geboten. Interessierte, die in freier Natur auf kein Wisent treffen, können weiterhin ein Wisentgehege bei Bad Berleburg besuchen und die Tiere dort in natürlicher Umgebung erleben und beobachten (GPS: 51.091221, 8.268486).

Ziemlich sicher wird man auf Streifzügen aber Rehen und eventuell Damwild, Wildschweinen und Füchsen begegnen. Auch zahlreiche Vogelarten sind im Sauerland heimisch und geben in den Wäldern ein prachtvolles Stimmenkonzert von sich. Eine Wolfsbegegnung kann man mittlerweile nicht mehr ausschließen, sie liegt trotzdem eher im theoretischen Bereich.

SEENTOUR IM SAUERLAND


Durch das südliche Sauerland verläuft die Wohnmobiltour auf den Bundesstraßen 62 und 508 bis zur B 54, die nördlich von Siegen in die A 4 übergeht. Nach den vielen kleinen Straßen in dem Mittelgebirge tut es mal gut, ein paar Kilometer entspannt auf einer Autobahn zu fahren. Doch das Erlebnis währt nur kurz. Denn wir wechseln auf die A 45 und erreichen bei Olpe die Biggetalsperre und die Listertalsperre.

Letztere wurde nach drei Jahren Bauzeit fertiggestellt und feierte 2012 ihr hundertjähriges Bestehen. Die Lister, die hier mit vielen kleineren Bächen gestaut wird, entspringt nördlich von Meinerzhagen. Nach rund 19 Kilometern mündet sie in die Listertalsperre, wo ihr Weg auch schon endet. Denn auf der wasserablassenden Seite der Staumauer führt kein Fluss weiter, sondern es beginnt mit der Biggetalsperre gleich der nächste Stausee. Der Biggesee wurde Mitte des letzten Jahrhunderts gestaut und reicht bis an die Staumauer der Listertalsperre heran. Deren Staumauer ist dadurch aber keinesfalls überflüssig geworden, denn die beiden Seen haben ein unterschiedlich hohes Wasserniveau. Trotzdem sieht es bei einem Blick auf eine Landkarte so aus, als sei die Listertalsperre lediglich ein Seitenarm der Biggetalsperre.

Auf kleinen Landstraßen fahren wir in Richtung Grevenbrück, wo wir auf die B 236 nach Lennestadt wechseln. Südöstlich von Lennestadt folgt man der Beschilderung zum Panoramapark (GPS: 51.069825, 8.173774). Neben einer Sommerrodelbahn, diversen Karussells und anderen Fahrgeschäften, die ein klassischer Freizeitpark zu bieten hat, gibt es hier auch einen Wildpark mit verschiedenen Tieren.

Wer auf der Zufahrtsstraße mit ihren Serpentinen an der Zufahrt zum Panoramapark vorbeifährt, gelangt wenig später zum Wanderparkplatz am Rhein-Weser-Turm. Der Rhein-Weser-Turm (GPS: 51.072731, 8.197550) erhebt sich auf dem Westerberg in einer Höhe von rund 680 Metern und ist 24 Meter hoch. Die Planung für den Turm sah eigentlich vor, dass an der Stelle lediglich eine Schutzhütte für Wanderer und Waldarbeiter errichtet werden sollte. Doch schnell ging man dazu über, einen Turm zu erbauen. Dieser wurde nach weniger als zwei Monaten Bauzeit im Jahr 1932 fertiggestellt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Kriegsschäden beseitigt und der Turm befindet sich seither in Privatbesitz.

Der Turm bietet nicht nur einen wunderbaren weiten Blick zu den sauerländischen Bergen in der Umgebung, sondern beherbergt auch ein Wanderhotel und ein Restaurant. Zum 75. Geburtstag im Jahr 2007 wurde vor dem Turm das von einem einheimischen Künstler entworfene Kreuz der Wanderer eingeweiht. Der Name des Turms entstand übrigens durch die Rhein-Weser-Wasserscheide, die am Turm verläuft. Wasser, das am Westerberg in nordwestliche Richtung fließt, erreicht über den Fluss Hundem die Lenne und damit die Ruhr und den Rhein. In südöstliche Richtung fließen die Bäche über die Eder und damit über die Fulda in die Weser.

BERGBAUGESCHICHTE IN DEN BERGEN

Schmallenberg ist die Ortschaft, die man auf der B 236 als Nächstes durchquert. Von dort geht es über kleine Landstraßen weiter nordwärts nach Bestwig, wo man unterwegs in Ramsbeck einen kleinen Zwischenstopp einlegen sollte. Hier befindet sich mit dem Fort Fun ein weiterer Freizeitpark (GPS: 51.309183, 8.436992), der vor allen Dingen die jüngsten Wohnmobilreisenden begeistern wird.


Ebenfalls beliebt bei Ausflüglern ist der Rhein-Weser-Turm.

Wer sich lieber mit der Bergbaugeschichte der Region befassen möchte, steuert die Glück-Auf-Straße an. Schon ihr Name deutet auf den Bergbau hin und bald entdeckt man einen nahen Förderturm. Vor dem Turm wurde eine ausrangierte Diesellokomotive aus dem Jahr 1941 aufgestellt, die bis 1992 im Bergbau zum Verschieben von Güterwagen eingesetzt wurde. Sie erinnert an eine ähnliche Lokomotive, die bis zu Beginn der 1950er-Jahre hier im Valmetal von Ramsbeck nach Bestwig pendelte. Der Förderturm hingegen ist ein Nachbau eines Förderturms in Originalgröße der zwischen 1927 und 1955 im Ort Wasserfall stand. Das ist wiederum genau dort, wo sich heute der Freizeitpark Fort Fun befindet. Der originale Turm wurde nach der Einstellung des Bergbaus demontiert und verschrottet.

Willkommen am 35 Meter hohen Lörmecke-Turm.

Gleich neben dem Förderturm liegt der Eingang zum Besucherbergwerk. Dieses veranschaulicht die Geschichte des Ramsbecker Erzbergbaus und bietet die Möglichkeit, in den Berg einzufahren, wo in alten Stollen von der beschwerlichen Arbeit des Bergbaus erzählt wird. Gleich vor dem Eingang des Besucherbergwerks sieht man außerdem noch den Hinweis auf den Bergbau-Wanderweg, um auch hier auf die Wandermöglichkeiten hinzuweisen.


Auch im Sauerland trifft man auf Bergbautradition.

Nördlich von Ramsbeck trifft man wieder auf die Ruhr, die hier noch recht jung ihr Tal bildet und westwärts Richtung Meschede fließt. Wieder fahren wir ein kurzes Stück auf der Autobahn, dieses Mal auf der A 46, um sie an der Ausfahrt Meschede zu verlassen. Auf der B 55 geht es in nördliche Richtung weiter bis zum Wanderparkplatz Lörmecketurm. Auch hier lohnt es sich wieder einmal, das Wohnmobil stehen zu lassen und bei einer einfachen Wanderung zu einem imposanten Aussichtsturm zu spazieren.

Ausflug

IN HÖHE UND TIEFE

Einen besonders schönen Blick auf den Biggesee genießt man von einer Aussichtsplattform, die am Nordufer wie ein Skywalk begehbar ist. Idealerweise kann man den Aussichtspunkt schnell und einfach im Rahmen eines kurzen Spaziergangs vom Campingplatz am Biggesee erreichen. Gleichzeitig befindet man sich am Ortsrand von Attendorn, wo die Attendorner Tropfsteinhöhle, kurz einfach nur Attahöhle genannt, ein beliebtes Ausflugsziel ist. Sie wurde im Jahr 1907 entdeckt und gilt heute als die meistbesuchte Höhle Deutschlands. Nähere Infos siehe atta-hoehle.de.

TOLLE WEITBLICKE


Der im Jahr 2008 errichtete Lörmecke-Turm ist 35 Meter hoch und besteht aus 144 Douglasienstämmen. Diese bilden jedoch nur die Außenhülle. Im Inneren des Turms befinden sich Stahlringe und eine metallene Wendeltreppe mit 204 Stufen. Sie führt auf drei Aussichtsplattformen, wobei die unteren beiden Plattformen eher dazu dienen, beim Aufstieg eine kurze Pause einzulegen, denn eine Aussicht ist von dort, bedingt durch die hohen Bäume ringsherum, gar nicht möglich. Doch wer die oberste Stufe erklommen hat, der steht nicht nur 615 Meter über dem Meeresspiegel, sondern kann auch ein wunderbares Panorama erleben. Weit über die Baumwipfel hinweg erkennt man zum Beispiel Warstein und sieht das Ruhrtal. Von kleinen Hinweistafeln lässt sich ablesen, welche Objekte in welcher Richtung zu sehen sind. Da man sich am nördlichen Rand des Sauerlandes befindet, reicht der Blick sogar bis in den Teutoburger Wald und in das Münsterland hinein.

Sanfte grüne Hügel zwischen Berleburg, Warstein und Winterberg

Mit dem Turm befinden wir uns gleichzeitig am höchsten Punkt des Naturparks Arnsberger Wald. Er wurde 1961 gegründet und ist wesentlicher Bestandteil des nördlichen Sauerlands. Der Naturpark erstreckt sich zwischen den beiden Flusstälern der Ruhr im Süden und der Möhne weiter im Norden, dabei grenzt er direkt an den Möhnesee, eines der nächsten Ziele auf dieser Wohnmobil-Etappe. Am Fuße des Lörmecke-Turms sind holzgeschnitzte Wanderfiguren zu sehen und zahlreiche Sitzbänke laden zu einer gemütlichen Rast ein.

Bleiben wir weiter auf der Bundesstraße, so gelangen wir in eine dem Namen nach bundesweit bekannte Ortschaft. Warstein steht natürlich für die gleichnamige Brauerei, die sich vor den Toren der Stadt befindet und sogar einen kleinen Campingplatz in fußläufiger Entfernung zum Brauereigelände bereithält. Wie praktisch, dass man von dort aus nicht nur wandern kann, sondern auch eine Besichtigung der Brauerei angeboten wird. Rund einen Kilometer Luftlinie entfernt wartet sogar noch ein Wohnmobilstellplatz auf Reisemobile, die rund um das Gasthaus Bayernstadl aufgestellt werden können. Mit Brauerei, Bergen und Bayernstadl gibt es also keinen Grund mehr, in den südlichen Freistaat zu reisen. Das alles bietet auch das Sauerland in NRW.

Nördlich von Warstein verläuft das Möhnetal. Hier steuert man das Wohnmobil westwärts auf der B 516 bis zum Wohnmobilstellplatz oder Campingplatz am Möhnesee.

Zahlreiche Wanderwege wurden durch den Sauerländischen Gebirgsverein angelegt.

CAMPINGTOUR AM MÖHNESEE

Der Möhnesee oder auch Möhnetalsperre ist einer der wichtigsten Stauseen im Sauerland und auch im gesamten Bundesland. Namensgeber ist die Möhne, die am Poppenberg bei Brilon entspringt und nach insgesamt 65 Kilometern Flusslauf in die Ruhr mündet. Das markante Bauwerk der Talsperre besteht aus Bruchstein und besitzt 105 Öffnungen, aus denen das Wasser überlaufen kann. Somit hat die Talsperre keinen eigenen Hochwasserentlastungsturm, wie man ihn meistens bei Staudämmen sieht. Zuletzt lief der Möhnesee im Jahr 2007 nach zahlreichen starken Niederschlägen über. Dieses als Überlauf bezeichnete Ereignis lockte viele Besucher an die Staumauer, weil es nicht allzu oft vorkommt. Vor 2007 gab es das zuletzt im Jahr 1984.

Ungewöhnlich für einen See sind auch die drei Brücken, über die man vom Südzum Nordufer wechseln kann und die den See in vier Abschnitte unterteilen. Im Süden bildet der See einen Nebenarm, der einen eigenen Zulauf hat. Dort mündet die 22 Kilometer lange Heve und bildet dabei den Hevesee bzw. Hevearm. In diesem Seitenarm verschwand das Dorf Kettlersteich, als die Talsperre im Jahr 1913 nach fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt und geflutet wurde.

Der Möhnesee ist heute nicht nur ein wichtiges Trinkwasserreservoir, sondern auch ein beliebtes Ausflugsziel mit zahlreichen Sportmöglichkeiten für Tagestouristen aus dem Ruhrgebiet. Auf der B 229 nahe dem Wohnmobilstellplatz kann man den Möhnesee überqueren und am Südufer den Campingplatz erreichen. Doch die Straße verläuft noch weiter südlich, verlässt den See und erreicht bei Arnsberg wieder einmal das Ruhrtal. Hier fließt die Ruhr in einem engen Bogen um ein Plateau, auf dem sich die Altstadt und eine Burgruine befinden. Auch in Arnsberg gibt es natürlich zahlreiche Wandermöglichkeiten. Kein Wunder, hat doch der Sauerländische Gebirgsverein am südlichen Ortsrand seinen Sitz. So kann man zum Beispiel eine schöne Tour durch den sogenannten Kurfürstlichen Thiergarten erleben, bei dem die Informationen an zahlreichen historischen Orten via QR-Code auf dem Smartphone gelesen werden können.

Kleine Ortschaften begeistern im südöstlichen Teil des Bundeslandes.

SPAZIERGANG DURCH EIN FELSENMEER


Arnsberg ist aber nur ein Zwischenziel entlang der Bundesstraße, die wir wenig später verlassen und über die B 515 bis zum Felsenmeer in Hemer fahren. Dort lässt man das Wohnmobil auf dem einfachen Stellplatz in der Hönnetalstraße stehen, um nur wenige Schritte durch eine Grünanlage zu machen. Das Naturschutzgebiet Felsenmeer ist zugleich ein Geotop – bis zu 600 Meter lang und 200 Meter breit. Als hätte ein Riese die Steine in den Wald geschüttet, so zeigt sich das Felsenmeer, das über Brücken und Holzstege begehbar gemacht wurde. Angrenzend erstreckt sich der Sauerlandpark Hemer auf dem Gelände der einstigen Landesgartenschau 2010. Der Besuch des gepflegten Sauerlandparks ist zwar kostenpflichtig, lohnt sich aber schon allein für die Besteigung des Jübergturms, der optisch sehr an den Lörmecke-Turm bei Warstein erinnert. Er bietet eine prächtige Aussicht auf die kleine Stadt und die Parkanlage.

Über die Hauptstraße, Iserlohner Straße und Westfalenstraße ist es nur noch ein Katzensprung bis Iserlohn, wo der Übergang in das Bergische Land eingeläutet wird.

SPECIAL

DIE ZERSTÖRUNG DER MÖHNETALSPERRE

Überregional bekannt ist die Möhnetalsperre bis heute durch die britische Bombardierung in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943. Im Rahmen der Operation Chastise flogen 19 Bomber der Royal Air Force in Baumwipfelhöhe nach Deutschland, um eigens entwickelte Rollbomben auf vier Stauseen abzuwerfen. Während die Sorpe- und die Ennepetalsperre ohne Schäden davonkamen, wurden die Edertalsperre in Hessen und die Möhnetalsperre komplett zerstört. Die Flutwelle der Möhne reichte weit in das Ruhrtal hinein und sogar im 100 Kilometer entfernten Essen kam es zu Todesopfern. Die meisten der schätzungsweise 1600 Toten waren in einem Kriegsgefangenenlager zu beklagen, das sich unterhalb der Staumauer befand. Der Wiederaufbau der Talsperre war nach nur dreieinhalb Monaten abgeschlossen.

Praktische Hinweise

TOURISTENINFORMATIONEN

Winterberg

Am Kurpark 4, Tel. 02981/925 00, winterberg.de

Bad Berleburg

Marktplatz 1, Tel. 02751/936 33, blb-tourismus.de

Bad Laasphe

Wilhelmsplatz 3, Tel. 02752/898, tourismus-badlaasphe.de

Olpe

Westfälische Str. 11, Tel. 02761/83 19 00, olpe-erleben.de

Schmallenberg

Poststr. 7, Tel. 02972/974 00, schmallenberger-sauerland.de

Meschede/Hennesee

Le-Puy-Str. 8, Tel. 0291/902 24 43, hennesee-sauerland.de

Warstein

Dieplohstr. 1, Tel. 02902/810, stadtmarketing-warstein.de


In Warstein campiert man direkt neben der Gastronomie.

Möhnesee

Hauptstr. 19, Tel. 02924/98 13 91, moehnesee.de

Arnsberg

Neumarkt 6, Tel. 02931/40 55, arnsberg-info.de

Hemer

Deilinghofer Str. 71, Tel. 02372/551 61 10, naturpark-sauerland-rothaargebirge.de

STELLPLÄTZE

S 100 Wohnmobilstellplatz Winterberg

(S. 154/D3), Schneilstr. 6 a, 59955 Winterberg, Tel. 02981/508 96 50, wohnmobil-winterberg.de

GPS: 51.188381, 8.513351

Zentral gelegener Wohnmobilstellplatz im Herzen von Winterberg für 16 Fahrzeuge, inklusive Strom, Sanitär, WLAN und Grillplatz.

S 101 Wohnmobilpark Neuastenberg

(S. 158/D3), Neuastenberger Str. 4 a, 59955 Winterberg, Tel. 02981/508 80 00, wohnmobilpark-winterberg.de

GPS: 51.159756, 8.483396

Außerhalb von Winterberg im Ortsteil Neuastenberg. Beliebt vor allen Dingen in den Wintermonaten, ansonsten guter Ausgangspunkt für Wandertouren. Rund 100 Stellflächen in terrassenförmiger Lage mit Gastronomie, Fitnessraum, Sanitär.

S 102 Wohnmobilstellplatz Attahöhle

(S. 154/A3), Am Zollstock 8, 57439 Attendorn, Tel. 02722/937 50, atta-hoehle.de

GPS: 51.125199, 7.913496

Sechs einfache Stellflächen am Rande des Großparkplatzes gegenüber der Attahöhle.

Strom sowie Ver- und Entsorgung sind gegeben, Zentrum ist fußläufig gut erreichbar.


Auch in OIsberg lässt es sich mit dem Womo gut übernachten.

S 103 Wohnmobilstellplatz Olsberg

(S. 154/D2), Zur Sauerlandtherme 1/ Stehestr. 18, 59939 Olsberg, Tel. 02962/84 50 50, aquaolsberg.de

GPS: 51.356369, 8.484943

Ver- und Entsorgung sowie Strom vorhanden, Einkaufsmöglichkeiten gleich auf der anderen Seite der noch jungen Ruhr. Zehn Stellflächen, die von der angrenzenden Sauerlandtherme betrieben werden.

S 104 Wohnmobilstellplatz Warstein Zum Bayernstadl (S. 154/D2)

Enkerbruch 12 a, 59581 Warstein, Tel. 02902/911 91 16, warsteiner-camperpark.de

GPS: 51.432358, 8.374078

Komplette Ausstattung für 17 Fahrzeuge neben einer klassisch bayerischen Einkehrstube.

S 105 Wohnmobilstellplatz Schmallenberg (S. 154/C3)

Auf dem Loh 12, 57392 Schmallenberg, Tel. 02972/97 85 55, freizeitwelt-sauerland.de

GPS: 51.163473, 8.289071

Zur Freizeitwelt mit Kletterhalle, Indoorspielplatz, Hochseilgarten und ähnlichen Attraktionen gehören auch acht geschotterte Parzellen für Reisemobile, die zugleich einen schönen Ausblick auf Schmallenberg ermöglichen. Frischwasser und Strom vorhanden, Duschen während der Öffnungszeiten der Freizeitwelt, keine Entsorgungsmöglichkeit.

S 106 Wohnmobilstellplatz Bad Laasphe

(S. 154/D5), Mühlenstr. 30, 57334 Bad Laasphe

GPS: 50.924261, 8.411741

Sieben einfache Stellflächen auf Asphalt, in eher ungewöhnlicher Lage mitten in einem Wohngebiet und direkt neben einem Mehrfamilienhaus. Auf der anderen Straßenseite gleich die Lahn. Strom sowie Ver- und Entsorgungssäule vorhanden, aber gelegentlich von Pkw zugeparkt.


Der Stellplatz in Bad Laasphe ist einfach, aber zweckmäßig.


Zur Entsorgung fährt man in Bad Laasphe auf die andere Straßenseite.

S 107 Wohnmobilstellplatz Möhnesee

(S. 154/C1), Linkstr. 20 a, 59519 Möhnesee, Tel. 02924/98 13 91, moehnesee.de

GPS: 51.491607, 8.082954

Stufenförmig angelegter Platz, sodass man von jeder Parzelle freien Blick auf den direkt angrenzenden See genießen kann. Ver- und Entsorgungsstation, Strom und Sanitäreinrichtungen vorhanden.

S 108 Wohnmobilstellplatz Arnsberg

(S. 154/C2), An der Schlacht, 59821 Arnsberg

GPS: 51.401705, 8.065783

Ruhige, aber ungewöhnliche Lage hinter einem Discounter. Nahe zur Ruhr und zur Altstadt, jedoch keinerlei Ausstattung, einfacher Übernachtungsplatz.

S 109 Wohnmobilstellplatz Hemer

(S. 154/A2), Hönnetalstr. 33, 58675 Hemer

GPS: 51.378939, 7.771102

Einfacher Stellplatz mit Strom sowie Ver- und Entsorgungseinrichtungen, fußläufig vom Felsenmeer und vom Sauerlandpark entfernt.

CAMPINGPLÄTZE

C 110 Camping Winterberg (S. 154/D3)

Kapperundweg 1, 59955 Winterberg, Tel. 02981/17 76, campingplatz-winterberg.de

GPS: 51.186016, 8.504392

Direkt neben der Bundesstraße gelegener Campingplatz, der zwar praktisch am Ortsrand und an den Einstiegen in die Wanderwege liegt, jedoch nur Platz für 20 Wohnmobile bietet, ansonsten überwiegend Dauercamper.


Der Parkplatz in Iserlohn – nicht schön, aber hilfreich und groß genug


Terrassenförmig campiert man am Nordufer des Möhnesees.

C 111 Camping Biggesee – Vier Jahreszeiten (S. 154/B4), Am Sonderner Kopf 3, 57462 Olpe, Tel. 02761/94 41 11, biggesee.freizeit-oasen.de

GPS: 51.073762, 7.856906

Großer Campingplatz auf einer breiten Landzunge, die auf drei Seiten vom See umgeben ist. Der Platz beherbergt einen eigenen kleinen Wohnmobilstellplatz.

C 112 Campingplatz Biggesee

(S. 154/B4), Waldenburger Bucht 11, 57439 Attendorn, Tel. 02722/955 00, biggesee-camping.de

GPS: 51.111467, 7.902956

Ausreichend großer Campingplatz am Nordufer des Biggesees, jedoch nicht direkt am Ufer, zwischen Platz und See verläuft noch die Straße. Idealer Ausgangspunkt, um die Aussichtsplattform Biggeblick zu Fuß zu erreichen.

C 113 Campingplatz Warsteiner Welt

(S. 154/D2), Zu Hause im Waldpark, 59581 Warstein, Tel. 02902/88 50 01, gaestehaus-warsteiner-welt.de

GPS: 51.426196, 8.358150

30 großzügige Stellflächen für Wohnmobile und Wohnwagen gleich neben dem Parkplatz der Brauerei, ruhige Waldrandlage.

C 114 ADAC-Campingplatz Möhnesee

(S. 154/C1), Brückenstr. 20, 59519 Möhnesee, Tel. 0178/877 03 46, adac-campingplatz-möhnesee.de

GPS: 51.490151, 8.121421

Gepflegter Campingplatz, der auch sieben Wohnmobilstellplätze bereitstellt. Direkt am Nordufer und neben einer Jachtschule.

C 115 Campingplatz Möhnesee

(S. 154/C1), Arnsberger Str. 8, 59519 Möhnesee, Tel. 02924/878 42 10, campingplatz-moehnsee.de

GPS: 51.477505, 8.100784

Klassischer Campingplatz am Südufer nahe der Bundesstraße und der Brücke über den See.

2 AUF WOHNMOBILTOUR ZU DEN RHEINISCHEN FROHNATUREN
Von Iserlohn bis Königswinter


START- UND ENDPUNKT

Iserlohn und Königswinter

STRECKEN

überwiegend Landstraßen und Bundesstraßen

STRECKENLÄNGE

ca. 280 Kilometer

FAHRZEIT

3 bis 4 Tage

BESTE JAHRESZEIT

April bis Oktober

Die Übergänge zwischen Bergischem Land und Rheinland sind nahtlos. Mal steuert man das Wohnmobil durch die hügelige Landschaft rund um Wuppertal zu Wanderungen zum Schloss Burg oder zu Besuchen interessanter Museen. Ein anderes Mal genießt man die Womo-Tour am flachen Rheinufer zwischen Düsseldorf, Köln und Bonn. In und um alle drei Städte herum gibt es jede Menge Sehenswertes, ob das Berühmtheiten wie der Dom sind oder idyllische Ortschaften wie die Zollfeste Zons. Zum Abschluss der Tour wird es bergig, denn auch das Rheinland kann mit Gipfeln begeistern, vor allem aber mit Aussichten, die im sagenumwobenen Siebengebirge möglich sind.


Campingurlaub mit Blick auf den Rhein

Über die A 46 und A 1 steuern wir das Reisemobil von Iserlohn mit einem Abstecher nach Beyenburg, einem Stadtteil von Wuppertal, in Richtung Remscheid-Lennep. Schon Beyenburg zeigt sich typisch für das Bergische Land. An der kleinsten der zahlreichen Talsperren, am Beyenburger Stausee, erhebt sich die Klosterkirche inmitten der schieferverblendeten Wohnhäuser der kleinen Ortschaft. Lennep wiederum liegt als kleine Ortschaft zwischen dem Hauptort Remscheid und der Wuppertalsperre. Weitere Stauseen erstrecken sich vor allen Dingen südöstlich rund um Wipperfürth. Zu nennen wären die Bevertalsperre, die Neyetalsperre, die Kerspetalsperre oder auch die Aggertalsperre. Nicht jeder dieser Seen ist für die Öffentlichkeit zugänglich, weil es sich um Trinkwasserschutzgebiete handelt. Doch an manchen Gewässern, so zum Beispiel an der Brucher Talsperre oder der Lingesetalsperre, befinden sich gemütliche Campingplätze, die zu einem erholsamen Urlaub am See einladen.

IN LENNEP HAT MAN DURCHBLICK

Doch zurück nach Remscheid-Lennep. Über einhundert Gebäude der Lenneper Altstadt stehen unter Denkmalschutz. Die meisten Gebäude entstanden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, da fast die gesamte Stadt im Jahr 1746 durch ein Feuer vernichtet wurde. Hauptsehenswürdigkeit in der gemütlichen Altstadt ist das Deutsche Röntgen-Museum. Es ist Wilhelm Conrad Röntgen gewidmet, der 1845 in Lennep geboren wurde. Am 8. November 1895 veränderte dieser die Welt, als er in seinem Labor im Physikalischen Institut der Würzburger Universität die sogenannten X-Strahlen entdeckte – wie er sie bezeichnete – die das Innere eines Organismus sichtbar machen können. Das erste Foto, das mithilfe dieser Strahlen entstand, zeigt die Hand seiner Frau. Fortan sprach man im deutschen Sprachraum von Röntgenstrahlung, während im Ausland oft weiterhin von X-Strahlen oder X-Rays die Rede ist. Im Jahr 1901 wurde Röntgen für seine Entdeckung mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Ausgestellt sind in dem Museum sowohl persönliche Dinge Röntgens als auch Gerätschaften und Apparaturen, die sich im Laufe der Zeit entwickelten und bei Röntgenaufnahmen verwendet wurden.

Die Wuppertaler Schwebebahn – Wahrzeichen und Beförderungsmittel zugleich – gibt es schon seit 1901.

MIT DEM WOHNMOBIL ZUM BRÜCKENPARK

Den Hauptort Remscheid durchqueren wir auf der B 229, um westlich der Stadt in das dicht bewaldete Tal der Wupper zu gelangen. Dort lädt ein einfacher Wohnmobilstellplatz zum Parken und als Ausgangspunkt für eine kleine Wanderung ein. Es ist nur ein kurzer Spaziergang am Ufer der Wupper, bis man staunen darf: In 107 Meter Höhe spannt sich die Müngstener Brücke über den Fluss. Die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands besteht aus 5000 Tonnen Eisen und Stahl und wirkt doch ganz filigran. Erbaut wurde sie im Jahr 1897, um die beiden bergischen Städte Remscheid und Solingen miteinander zu verbinden. Dadurch konnte die damalige Bahnstrecke von 44 Kilometern auf gerade einmal acht Kilometer verkürzt werden. Die Fertigstellung der 465 Meter langen Konstruktion dauerte fünf Jahre und war eine technische Meisterleistung. Vom Müngstener Brückenpark, der rund um die Brücke angelegt wurde, führt ein Weg an der Wupper entlang. Rund eine Dreiviertelstunde wandert man durch das malerische Tal, bis man unterhalb von Schloss Burg steht.

Auf einem Hügel thront das mächtige Schloss der Grafen von Berg, dessen Anfänge im 12. Jahrhundert liegen und das zu Beginn des letzten Jahrhunderts wiederaufgebaut und restauriert wurde. Burg selbst wiederum teilt sich in zwei kleinere Ortsteile auf. Unterburg liegt direkt an der Wupper und beherbergt mehrere gastronomische Betriebe. 100 Meter höher liegt Oberburg mit der Schlossanlage. Um Schloss Burg zu erreichen, wandert man entweder steil bergauf oder man benutzt den Sessellift, der 1952 als erste Seilbahn Nordrhein-Westfalens in Betrieb genommen wurde. Im Inneren von Schloss Burg befindet sich das Bergische Museum mit seinen historischen Räumen, wie dem Rittersaal, dem Ahnensaal, der Kapelle, der Rüstkammer und der Kemenate. Zu sehen gibt es neben verschiedenen Sammlungen eine Ausstellung zur bergischen Wohnkultur. Für den Rückweg zum Wohnmobil sollte man eine Spezialität von Solingen-Burg erwerben. Die Burger Brezel ist ein Süßgebäck und wird traditionell seit zwei Jahrhunderten in Burg hergestellt.

Das Siebengebirge bietet fantastische Ausblicke auf das Rheintal.

BERGISCHE KLASSIKER – KLINGEN UND SCHWEBEBAHN


Auf den Bundesstraßen 229 und 224 ist es nur eine kurze Womo-Tour bis zum Deutschen Klingenmuseum. Bekanntlich gilt Solingen traditionell als die Stadt der Messer und Klingen. Die Geschichte begann bereits im 14. Jahrhundert mit der Waffenherstellung. Später folgte die Zunft der Messermacher, die sich in Solingen ansiedelten. Das Deutsche Klingenmuseum (GPS: 51.209397, 7.073222) stellt eine umfangreiche Sammlung von Messern und Klingen aus und erläutert anschaulich die Historie der Stadt als Herstellungsort für Schneidwaren.

In Kaiserswerth ließ Kaiser Friedrich I. Barbarossa um 1184 die Kaiserpfalz errichten.

In Solingen ist wiederum die nächste größere Stadt bereits ausgeschildert. Sie erstreckt sich an beiden Hängen im Tal der Wupper und trägt daher den Namen Wuppertal. Ihre in Deutschland einmalige Besonderheit ist die fast schon legendäre Schwebebahn.

Mit dem Zoo und der attraktiven Nordbahntrasse bietet Wuppertal aber noch mehr. Die Nordbahntrasse ist eine ausgediente Bahntrasse, die heute als Radweg durch mehrere Tunnel verläuft und es im sehr hügeligen Wuppertal möglich macht, bequem von einem Ortsteil zum anderen zu radeln. Unterwegs trifft man auf eine eigens eingerichtete Radfahrerkapelle. Der Wohnmobilstellplatz befindet sich praktischerweise direkt neben der Nordbahntrasse.

Eine weitere Bahntrasse befindet sich in Velbert. Die Bahntrasse der ehemaligen Niederbergbahn verbindet als Radweg die bergische Stadt Wuppertal mit dem südlichen Ruhrgebiet bzw. dem Ruhrtal. Auch diese Trasse führt an einem der Wohnmobilstellplätze in Velbert vorbei, genauer gesagt verläuft sie auf der historischen Eulenbachbrücke genau über dem Wohnmobilstellplatz. Auf dem Weg zwischen Wuppertal und dem eigentlichen Stadtzentrum von Velbert passiert man den Ortsteil Neviges, der vor allen Dingen durch seinen außergewöhnlichen Mariendom auffällt. Der heutige Dom wurde in den 1960er-Jahren gebaut und ist die zweitgrößte Kirche im Bistum Köln. Ungewöhnlich ist die Architektur des Kirchengebäudes, bei dem mit Beton und gewagten Formen experimentiert wurde. Der Dom ist zugleich Pilgerziel, was auf den Bau eines Franziskanerklosters in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückzuführen ist.

SPECIAL

WUPPERTALER SCHWEBEBAHN

Die Schwebebahn gab es schon, bevor die Stadt unter dem heutigen Namen existierte. Denn im Jahr 1929 schlossen sich die Städte Barmen und Elberfeld zusammen und nannten sich zunächst etwas einfallslos Barmen-Elberfeld. Ein Jahr nach der Zusammenlegung der beiden Gemeinden erhielt die neue Großstadt nach einer Bürgerbefragung den Namen Wuppertal. Damals fuhr die Schwebebahn schon fast drei Jahrzehnte über der Wupper entlang. Durch diese geschichtliche Besonderheit sieht man auf der Fahrt zwischen den beiden Endhaltestellen Vohwinkel und Bahnhof Oberbarmen gleich zwei Rathäuser und zwei Innenstädte. Im Jahr 1901 wurde die etwas über 13 Kilometer lange Strecke der Schwebebahn freigegeben. Heute befördert sie rund 75 000 Menschen pro Tag und ist damit die Hauptschlagader des öffentlichen Personennahverkehrs in Wuppertal. Gleichzeitig ist sie Wahrzeichen, Attraktion und bei den meisten Wuppertalern »ihre« geliebte Schwebebahn.

VOM BERGISCHEN INS RHEINISCHE


Westlich von Velbert erreichen wir mit dem Wohnmobil die Landeshauptstadt Düsseldorf. Schon unterwegs spüren wir den deutlichen Einfluss der Einflugschneise des Düsseldorfer Flughafens. Sehr viele Wohnmobilisten kennen die Situation und Umgebung von ihren Besuchen des Caravan Salons. Im Zuge dieser weltgrößten Camping- und Caravan-Messe wird der dortige Messeparkplatz in den letzten Sommerwochen zum vielleicht größten Wohnmobilstellplatz der Welt umgewandelt und Tausende Camper belegen das riesige Areal für den Messebesuch.

Rummelig geht es auch im Zentrum von Neuss zu.

Aber entlang des Rheins gibt es natürlich noch viel mehr zu entdecken. So zum Beispiel den nördlich angrenzenden Ortsteil Kaiserswerth (GPS: 51.297144, 6.735848), der auf einer ehemaligen und mittlerweile verlandeten Rheininsel liegt. Hier befand sich einer der ältesten Rheinübergänge des Mittelalters. Die Franken nutzten den Platz als Basis für ihre Eroberungen, englische Mönche für ihre Missionierung östlich des Rheins. Der heilige Suitbert gründete im 7. Jahrhundert auf dieser Insel (»Werth«) ein Benediktinerkloster. Auf diese Zeit geht auch die Basilika St. Suitbertus zurück, die damals als Stiftskirche erbaut wurde. Während der Jahrhunderte wurde das Gotteshaus bei Kriegen und Belagerungen immer wieder schwer beschädigt, zuletzt im Zweiten Weltkrieg.


Ein beliebtes Ausflugsziel im Bergischen Land ist Schloss Burg.

Auf der anderen Rheinseite, Düsseldorf gegenüber, erstreckt sich die Stadt Neuss. Wie bei vielen Städten am Rhein begann auch die Geschichte von Neuss mit den Römern, die im Jahr 16 v. Chr. an der Mündung der Erft das Legionslager Novaesium errichteten. Zunächst bestand dieses nur aus Holz und Erde, wurde aber bald mit Stein befestigt. Es entstand auch eine zivile Siedlung, in der die Familien der Soldaten lebten und in der natürlich auch Handwerker, Wirte und Händler Geschäfte tätigten. Eine Stadtmauer mit sechs Toren folgte um 1200 und nur wenige Jahre darauf begann man mit dem Bau des Quirinus-Münsters, der zwei Jahrzehnte andauerte. Im Jahr 1230 wurde das Gotteshaus fertiggestellt. Es zählt zu den bedeutendsten spätromanischen Kirchen am Niederrhein.

ZU DEN ERSTEN EINWOHNERN VON NRW

Östlich von Düsseldorf hat man die Möglichkeit, das Düsseltal kennenzulernen. Die schmale Düssel entspringt bei Wülfrath im Bergischen Land und bildet auf ihrem Weg zum Rhein ein kleines, malerisches Tal, das vor allen Dingen für den Neandertaler bekannt ist. Dieser hatte sich ein schönes Fleckchen Erde zum Leben ausgesucht. Grüne Wälder, ein plätschernder Fluss und eine tiefe Schlucht bildeten den Lebensmittelpunkt des Urzeitmenschen. Heute machen die Wälder und der Fluss das Neandertal zu einem beliebten und erholsamen Ausflugsziel. Nur die Schlucht mit ihren Grotten und Wasserfällen ist verschwunden. Sie bestand aus Kalkstein, was ihr zum Verhängnis wurde: Im 19. Jahrhundert wurde die 50 Meter tiefe Klamm abgebaut und damit unwiderruflich zerstört. Gefunden hat man bei diesen Arbeiten allerdings die Knochen und den Schädel des Neandertalers, der dort vor 40 000 Jahren verstarb.

Vom Wohnmobil direkt aufs Rad und am Rhein entlang

Die Fundstelle, direkt neben der Landstraße, ist heute Teil des Neanderthal Museums (GPS 51.225837, 6.950787), das rund 400 Meter weiter entfernt steht. Das modern eingerichtete Museum lädt mit einem Audioguide zu einem sprichwörtlichen Rundgang ein, denn man startet im Eingangsbereich und vollzieht einen barrierefreien Aufstieg im Kreis. Dabei folgt man der Entwicklung des Menschen in chronologischer Reihenfolge und erlebt diese durch kurzweilige Informationstafeln und multimediale Einrichtungen. Zum Museumsbesuch gehört natürlich auch der kurze Fußweg über die Straße hinweg zum Fundort des Neandertalers. Entlang eines Zeitstrahls durch die Menschheitsgeschichte gelangt man zu mehreren Stelen, die die Lage des Fundes symbolisieren.

AUSFLUG

ZONSER GRIND

Wer die Nacht in Zons verbringen will, kann dies entweder auf dem Stellplatz machen oder auf dem Campingplatz Strandterrasse. Genau dazwischen liegt der Zonser Grind, der als Naturschutzgebiet zu einem ausgiebigen Spaziergang einlädt. Das Gebiet umfasst die Rheinschlinge zwischen Stürzelberg und Zons auf linksrheinischer Seite. Auf der anderen Seite des Stromes liegt der Düsseldorfer Süden mit dem Schloss Benrath.

Pulsuz fraqment bitdi.

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Janr və etiketlər

Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
09 noyabr 2024
Həcm:
315 səh. 242 illustrasiyalar
ISBN:
9783734323577
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
Yükləmə formatı:

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