Kitabı oxu: «Australien – Queensland – Norden»
IMPRESSUM
Australien
Queensland – Norden
50 Highlights abseits der ausgetretenen Pfade
Michaela Urban
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Redaktion und Lektorat: Christine Walter
Satz und Layout: Serpil Sevim-Haase, Lucas Walter
Gedruckt und gebunden:
Himmer GmbH Druckerei & Verlag I Steinerne Furt 95 I 86167 Augsburg
www.himmer.de
Bildnachweis: siehe Seite 232
ISBN: 978-3-947164-59-2
Hergestellt in Deutschland
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Michaela Urban
AUSTRALIEN
QUEENSLAND – NORDEN
50 Highlights abseits der ausgetretenen Pfade

Vorwort
Trotz oder gerade wegen seiner Abgeschiedenheit reißt die Beliebtheit des Fünften Kontinents bei Reisenden aus aller Welt nicht ab. Der
Sunshine State Queensland rangiert dabei ganz weit vorn, was vor allem an seinem tropischen und relaxten Flair liegt. In der nördlichen Hälfte lockt das Inselparadies der Whitsundays mit traumhaften Stränden und türkisblauem Wasser, die Stadt Cairns dient als Sprungbrett zum weltbekannten Great Barrier Reef, Port Douglas erfüllt mit seinen hervorragenden Restaurants und Boutiquen das Ferienort-Klischee schlechthin und Cape Tribulation bietet mit dem umliegenden Daintree einen als Weltkulturerbe gelisteten Regenwald.
Kein Wunder also, dass die meisten Besucher ihre Urlaubszeit in Nord-Queensland genau an diesen Orten verbringen. Verlassen sie sie doch einmal, dann oft nur, um auf den Küstenhighways von einem zum anderen zu gelangen. Dabei ist eine Reise zum anderen Ende der Welt eigentlich viel zu schade, um nur diesen schmalen Küstenstreifen zu sehen.
Viel intensiver lernt man den Bundesstaat kennen, wenn man von der Hauptstraße abfährt und die zahllosen kleinen Nebenrouten erkundet, die manchmal nur Staubpisten sind und tief ins Inland führen. Dafür wird man mit einer unglaublichen Vielfalt an Sehenswürdigkeiten belohnt, die in den wenigsten Reiseführern erwähnt werden.
Sie müssen ja nicht unbedingt bis in die heiße Einöde des Outbacks fahren (auch wenn ich in diesem kleinen Buch einen Ausflug in den Untergrund von Mount Isa vorschlage), doch zwischen dieser und der Küste befindet sich ein riesiger Abenteuerspielplatz, der nur darauf wartet, erkundet zu werden.
Haben Sie zum Beispiel schon einmal nach Topasen geschürft oder sind Sie durch unterirdische Lavaröhren gewandert? Oder wie wäre es mit Tauchgängen zu einem versunkenen Schiffswrack sowie einem Teil des Great Barrier Reef, der vor Korallen nur so strotzt und einmalige Begegnungen mit Zwergwalen und Riesenzackenbarschen bietet? Vor allem, wenn die Strände wieder einmal wegen Krokodilen oder Quallen gesperrt sind, kommen die vielen Tipps zu verborgenen Wasserfällen und Felsenbecken im dichten Regenwald gerade recht. Und wer mit dem Geländewagen unterwegs ist, wird herausfinden, wo er wie ein echter Aussie über unwegsame Tracks und Flüsse brausen kann.
Höhlen voll von Tropfsteinen und uralten Felsenmalereien, oasengleiche Schluchten, traditionelle Jagdausflüge mit Aborigines und die südseegleiche Torres Strait sind nur einige weitere Geheimnisse, die ich Ihnen in diesem Buch offenbare. Zudem gebe ich Ihnen Tipps, wie Sie die einzigartige Tierwelt der Gegend entdecken können (von Schnabeltieren über Baumkängurus und Helmkasuaren bis hin zu Salzwasserkrokodilen) und wo man wie Robinson Crusoe Zeit auf einer einsamen Insel verbringen kann. Und natürlich zeige ich Ihnen auch, wie Sie beliebte Spots wie zum Beispiel die Whitsunday Islands ohne Scharen an Touristen kennenlernen können.

Jede empfohlene Destination kommt mit einer ausführlichen Beschreibung, anregenden Fotos und einer nützlichen Infobox, die Ihnen die Planung erleichtert, damit Sie das meiste aus Ihrer Urlaubszeit herausholen können. Spätestens nach dem Lesen dieses außergewöhnlichen Reiseführers werden Sie sich wundern, wie manche Leute auf die Idee kommen können, ganz Australien in vierzehn Tagen sehen zu wollen – wenn Sie allein für das nördliche Queensland schon mehrere Wochen veranschlagen könnten.
In diesem Sinne: Viel Spaß bei der Erkundung Nord-Queenslands abseits der ausgetretenen Pfade!
Michaela Urban www.michaelaurban.com
Inhaltsverzeichnis
Outback
1. Mount Isa: Geschichtstour im Untergrund
2. Boodjamulla National Park: Outback-Oase
3. Gregory River: Willkommene Erfrischung
4. The Gulflander: Zugreise von Nirgendwo nach Nirgendwo
5. Chillagoe-Mungana Caves National Park: Kühles Höhlenabenteuer in der heißen Savanne..
6. O’Brien‘s Creek: Topassuche im Outback
7. Undara Volcanic National Park: Im Inneren eines alten Lavastroms
8. Cobbold Gorge: Schluchtenschönheit in der Savanne
9. Porcupine Gorge National Park: Queenslands kleiner Grand Canyon
Whitsunday Coast und Hinterland
10. Eungella National Park: Auf Schnabeltiersuche im Regenwald
11. Cape Hillsborough National Park: Frühstück mit Kängurus
12. Conway National Park: Regenwaldidyll auf dem Sprung zu den Whitsundays
13. Ngaro Sea Trail (Whitsunday Islands): Auf den Spuren der Ngaro-Aborigines zu Land und zu Wasser
Townsville und Umland
14. S.S. Yongala Wrack: Tauchen am größten historischen Schiffswrack Australiens
15. Alligator Creek (Bowling Green Bay National Park): Wo der Name nicht Programm ist
16. Townsville Town Common und Cape Pallarenda Conservation Parks: Vogelparadies im ständigen Wandel
17. Paluma Range National Park: Verstecktes Regenwaldjuwel am Highway
Cassowary Coast
18. Wallaman Falls Section (Girringun National Park): Mehr als nur Australiens höchster Wasserfall
19. Thorsborne Trail (Hinchinbrook Island National Park): Inselabenteuer für Fernwanderer
20. Cardwell Forest Drive: Abwechslungsreiche Spazierfahrt durch den Staatsforst
21. Bulgan Creek: Kajaktour mit Aborigines
22. Djiru National Park: Auf der Suche nach Helmkasuaren
Tablelands
23. Innot Hot Springs: Wellness im Flussbett
24. Mount Hypipamee National Park: Am Kraterabgrund
25. Doongan Section (Wooroonooran National Park): Wasserfallsymphonie im Regenwald
26. Millstream Falls National Park: Australiens breitester Wasserfall
27. Atherton Tablelands: Wo Kängurus auf Bäume klettern
Cairns und Umland
28. Babinda Creek: Paddeltour im eigenen Takt
29. Goldfield Trail (Wooroonooran National Park): Auf den Spuren alter Goldsucher durch den Regenwald
30. Russel Island: Einmal Robinson Crusoe spielen
31. Behana Gorge: Gumpenhüpfen auf australisch
32. Emerald Creek: Natur-Badepark der Einheimischen
33. Davies Creek National Park und Dinden National Park: Von allem ein bisschen
34. Redlynch Valley: Regenwald- und Wasserfallparadies vor den Toren von Cairns
35. Barron Gorge National Park: Abseits vom Touristenzirkus
Tropical North
36. Spring Creek: Immer am Fluss entlang
37. Cooya Beach: Auf Mangrovenkrabbenjagd mit Aborigines
38. Mossman River: Queenslands schönster Fluss
39. Daintree River: Auge in Auge mit Salzwasserkrokodilen
40. Mount Sorrow: Wo der Regenwald auf das Riff trifft
41. Mackay Cay und Undine Cay: Schnorchelausflug zu einsamen Riffinseln
42. Bloomfield Track: Abenteuerliche Abkürzung nach Cooktown
Cooktown und Umland
43. Cooktown: Barramundi-Fischen in Mangrovenflüssen
44. Quinkan Country: Freiluftgalerie mit historischer Aboriginekunst
45. Rinyirru National Park: Feuchtgebiet voll Leben
46. Äußeres Great Barrier Reef: Wo das Weltwunder noch seine ganze Pracht zeigt
Cape York Peninsula und Torres Strait
47. Old Telegraph Track: Berühmt-berüchtigte Piste zum Cape York
48. Heathlands Resources Reserve: Nasse Wüste
49. Cape York: Am nördlichsten Punkt des australischen Festlands
50. Torres Strait Islands: Melanesisches Inselparadies
Info
Einige der im Buch erwähnten Tour-Anbieter und Unterkünfte bieten sogenannte Leser-Specials, die von einer kostenlosen Tour über vergünstigte Angebote bis hin zu Naturalien reichen können. Sie sind mit einem speziellen Rabatt-Symbol in den Infoboxen der jeweiligen Kapitel markiert und auf Seite 230 und 231 noch einmal zusammen gefasst. Dort gibt es auch weitere Infos, wie man die Leser-Specials bekommt.



Kanufahren im Boodjamulla National Park
Outback
1.Mount Isa: Geschichtstour im Untergrund
2.Boodjamulla National Park: Outback-Oase
3.Gregory River: Willkommene Erfrischung
4.The Gulflander: Zugreise von Nirgendwo nach Nirgendwo
5.Chillagoe-Mungana Caves National Park: Kühles Höhlenabenteuer in der heißen Savanne
6.O’Brien‘s Creek: Topassuche im Outback
7.Undara Volcanic National Park: Im Inneren eines alten Lavastroms
8.Cobbold Gorge: Schluchtenschönheit in der Savanne
9.Porcupine Gorge National Park: Queenslands kleiner Grand Canyon

1. Mount Isa: Geschichtstour im Untergrund
Auf dem Weg von Queensland in das Northern Territory durchqueren die meisten Reisenden unweigerlich die Outback-Stadt Mount Isa. Auf den ersten Blick scheint sie keinen Stopp wert zu sein, doch unter Tage bieten einzigartige Attraktionen eine willkommene Abwechslung und Abkühlung auf der langen, heißen Reise von Ost nach West.
In den 1920er-Jahren stieß in der kargen Einöde des Outbacks an der heutigen Stelle von Mount Isa ein einsamer Prospektor mithilfe eines ansässigen Aborigines auf eine der reichhaltigsten Ansammlungen von Kupfer, Silber und Zink weltweit. Der Fund zog innerhalb kürzester Zeit Glücksritter aus dem ganzen Land an, und schon nach wenigen Jahren waren hier inmitten von Nichts einige extrem profitable Minen entstanden.

Hard Times Mine
Auch heute noch sind die reichen Bodenschätze das Rückgrat der 22.000 Einwohner zählenden Stadt, und die Mount Isa Mines, welche eine Kombination von Blei, Silber, Kupfer und Zink fördern, zählen zu den ertragreichsten Minen weltweit. Den Schornstein des Bleihüttenwerks sieht man schon aus 40 Kilometer Entfernung und er gilt als Wahrzeichen der Siedlung.
Um einen Einblick in das Leben der Minenarbeiter in einem der größten Outbackzentren Australiens zu bekommen, sollte man unbedingt die Hard Times Mine besuchen. Hier wird man in einer echten Bergarbeiter-kluft von einem ehemaligen Minenarbeiter mit einem Lift in die Tiefe befördert und erfährt aus erster Hand Wichtiges über das Leben unter Tage. In den Tunneln angekommen, geht es teilweise zu Fuß, teilweise auf der Ladefläche eines Geländewagens voran. Es lässt sich ohne Licht kurzzeitig absolute Dunkelheit erleben, und man bekommt eine Schutzkapsel gezeigt, in die sich Minenarbeiter bei Notfällen zurückziehen können. Eines der Highlights der Tour ist, dass man sogar selbst Hand anlegen und alte Maschinen ausprobieren darf, die heute längst durch moderne Praktiken ersetzt wurden. Spätestens wenn man dann von allgegenwärtigem Lärm und Staub umgeben ist und die enorme Wucht der Arbeitsgeräte spürt, weiß man, warum Minenarbeit oft sehr gut bezahlt wird.

Das Underground Hospital
Ähnlich interessant, doch deutlich leiser und sauberer geht es beim Underground Hospital zu. Dieses wurde 1942 als Reaktion auf die japanischen Luftangriffe auf Darwin binnen kürzester Zeit konstruiert und bestand aus vollausgestatteten Männer-, Frauen-, Kinder- und Entbindungsstationen sowie einem OP-Saal. Einmal wöchentlich fand während des Zweiten Weltkriegs im Pazifik eine Luftangriffsübung statt, bei der Krankenschwestern weniger ernsthaft kranke Patienten den steilen Kieselweg zum Eingang rollen mussten. Glücklicherweise jedoch kam es nie zum Ernstfall, und das unterirdische Krankenhaus wurde später nur als Schlafplatz für Krankenschwestern in heißen Sommernächten und zur Lagerung von medizinischen Materialien verwendet. Ende des 20. Jahrhunderts verfiel es allmählich, und Feuer sowie Einstürze zerstörten das Interieur. Erst zwischen 1997 und 2011 restaurierte man mit liebevoller Hingabe zum Detail und basierend auf alten Fotos aus der Gründerzeit einen Teil des Underground Hospital für Besucher.
Möchte man noch tiefer in die Geschichte Mount Isas einsteigen, so gibt es nebenan im Beth Anderson Museum Erinnerungsstücke der Stadt und ihrer Einwohner von der Gründung bis heute sowie das Tent House, welches denkmalgeschützt ist und zeigt, wie die ersten Minenarbeiter untergebracht waren.
Info
Lage: 105 km westlich von Cloncurry und 170 km südöstlich von Camooweal
Anfahrt: Von Cloncurry aus fährt man 121 km auf dem Barkly Highway nach Westen bis nach Mount Isa. Von Camooweal nahe der Grenze zum Northern Territory aus erreicht man die Stadt nach 189 km auf dem Barkly Highway nach Osten.
Öffnungszeiten / Eintritt: nichts
•
Hard Times Mine: 3 h Minentour ganzjährig täglich um 9 und 13 Uhr (bis zu 3 zusätzl. Touren in der Hochsaison von Juni–September); 79/35 AUD Erwachsener/Kind (Mindestalter 7 J.); 19 Marian Street (Besucherzentrum „Outback at Isa“), Mount Isa; www.mietv.com.au/Outback-at-Isa/Hard-Times-Mine.aspx; Tel.: +61 7 4749 1555
•Underground Hospital: April–September täglich 10–14 Uhr; 16/0 AUD Erwachsener/Kind; Joan Street, Mount Isa; www.undergroundhospital.com; Tel.: +61 7 4749 0281
Achtung: Für den Besuch der Hard Times Mine sind Socken zu tragen und Kameras sind nicht erlaubt.
Aktivitäten: Geschichtstour, Museumsbesuch
Unterkünfte:
•Sunset Tourist Park Mount Isa: familiengeführter Campingplatz mit schattigen Stellplätzen und Pool; Camping ab 27 AUD, Zimmer ab 85 AUD und Hütte ab 99 AUD; 14 Sunset Drive, Mount Isa; www.sunsettop.com.au; Tel.: +61 7 4743 7668
•Spinifex Motel: privat geführtes und modernes Motel im Stadtzentrum; Zimmer ab 175 AUD; 79–83 Marian Street, Mount Isa; www.spinifexmotel.com.au; Tel.: +61 7 4749 2944
2. Boodjamulla National Park: Outback-Oase
Rote Sandsteinklippen, smaragdgrünes Wasser und saftig grüne Vegetation bilden die Kulisse eines der malerischsten, aber auch abgelegensten Parks in Queensland. Zahlreiche Wanderwege und die Möglichkeit, eine eine atemberaubend schöne Schlucht per Kanu zu erkunden sowie eine der wichtigsten Fossilienfundstätten der Welt zu entdecken, machen es trotzdem lohnenswert, dieses Prachtstück an der Grenze zum Northern Territory zu besuchen.

Blick auf die Lawn Hill Gorge
Der Boodjamulla (ehemals bekannt als Lawn Hill) National Park besteht aus mehreren Sektionen, von denen allerdings nur zwei zugänglich sind. Eine davon, Riversleigh, liegt von Süden kommend direkt neben der Straße auf dem Weg zum Hauptteil, der Lawn Hill Gorge, und ist die wichtigste Fundstätte von Säugetierfossilien in ganz Australien. Der einzig öffentlich zugängliche Teil hier nennt sich D Site und kann auf einem kurzen Spaziergang erkundet werden. Bis zu 25 Millionen Jahre alt werden die Fossilien von Schildkröten, Fischen, Echsen, Vögeln und anderem Getier geschätzt, die hier gefunden wurden. Die meisten davon sind heute in Museen, doch es gibt noch ein paar versteinerte Knochen flugunfähiger Vögel und des größten, bekannten Süßwasserkrokodils zu sehen.
Staubige 55 Kilometer weiter nördlich liegt die Lawn Hill Gorge, durch die sich der gleichnamige Fluss windet. Laut einer Legende der Ureinwohner wurde die Schlucht von Boodjamulla (der „Regenbogenschlange“) geformt – und wenn man die unglaubliche Schönheit der Landschaft hier betrachtet, erwischt man sich tatsächlich bei dem Gedanken, dass bei ihrer Kreation Magie im Spiel gewesen sein muss.
Mit ihren bis zu 60 Meter hohen, rötlichen Klippen und dem blau-grünlich erscheinendem Wasser ähnelt die Schlucht dem berühmten Nitmiluk National Park im Northern Territory. Sieben Wanderwege führen durch die einzigartige Landschaft, wobei fünf davon im Norden des Campingplatzes hinter dem Kanuverleih starten. Zu diesen zählen die mit zwei Stunden angesetzte Wanderung auf den kleinen Plateauberg Island Stack, der lockere Spaziergang zu den ein Kilometer entfernten Cascades und der 45 Minuten dauernde Weg zu Wild Dog Dreaming, wo man alte Felsmalereien und -gravuren bestaunen kann. Geht man die Schlucht hier noch etwas weiter, kommt man zum Lower Gorge Lookout, von dem aus sich oft sonnende Süßwasserkrokodile beobachten lassen. Mit drei Stunden und einigen Höhenmetern etwas anspruchsvoller, aber ideal um einen wunderschönen Sonnenauf- oder -untergang zu erleben, ist die Wanderung auf die Constance Range. Wem das zu lange dauert, der kommt beim Duwadarri Lookout schneller auf Höhe. Hier erreicht man bereits nach kurzen – wenn auch schweißtreibenden – 15 Minuten den höchsten Punkt und wird mit einem traumhaften Blick über die Schlucht belohnt.
Das absolute Wander-Highlight ist der fast vier Kilometer lange Rundweg zu den Indarri Falls, der auch am Duwadarri Lookout vorbei und in den Süden des Campingplatzes führt. Unterhalb der niedrigen Wasserfälle kann man hier in traumhafter Umgebung baden und exotische Vögel in den Bäumen entdecken. Die mit dreieinhalb Stunden längste und nur für erfahrene Wanderer geeignete Tour bringt einen noch weiter südlich zur Upper Gorge, von wo aus man in einer Schlaufe entlang des Flusses mit ein paar Badestopps wieder zurückgehen kann.
Ein ganz besonderer Blick auf die Schlucht und ihre tierischen Bewohner bietet sich bei einer Kanutour. Die Boote kann man sich nahe der day use area ausleihen, um dann die mittlere und obere Schlucht auf eigene Faust zu erkunden. Dabei muss man beachten, dass man die Kanus bei den Indarri Falls um die Wasserfälle herumtragen muss, um den fragilen Kalktuff nicht zu beschädigen.

Paddeln in der Lawn Hill Gorge
Info
Lage: 140 km nördlich von Camooweal
Anfahrt: 70 km östlich von Camooweal bzw. 115 km nordwestlich von Mount Isa fährt man vom Barkly Highway auf die Thorntonia Yelvertoft Road, die nach 57 km kurz vor der Mündung in die Gregory Downs Camooweal Road zur Staubpiste wird. Nach weiteren 61 km nimmt man links die Riversleigh Road, auf der man nach 39 km an der D Site vorbeikommt. 41 km später fährt man an der T-Kreuzung nach rechts zur 2 km entfernten Adels Grove oder nach links zur 8 km entfernten day use area des Parks. Von Gregory Downs aus nimmt man die teilweise asphaltierte Gregory–Lawn Hill Road und biegt nach 73 km scharf nach links ab, um nach 15 km zu Adels Grove und 10 km später zum Park zu kommen.
Achtung: Nur für Geländewagen mit speziellen Off-Road Anhängern geeignet. Besonders in der Regenzeit (Oktober–April) sollte man gut ausgerüstet und mit genügend Vorräten anreisen, da plötzlich anschwellende Flüsse den Weg abschneiden können.
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: nichts
Aktivitäten: Wandern, Tierbeobachtungen, Baden, Kanu fahren
•Adels Grove: Kanuverleih und geführte Touren; Kanuleihe 1 /2 h 54/27 AUD pro Zweisitzer, 1 h 35 AUD pro Dreisitzer; 50 min Solarboottour durch die Schlucht 37,50/27,50 AUD Erwachsener/Kind 4–15 J., 4,5 h Fossilientour zu Riversleigh; Lawn Hill National Park Road, Lawn Hill; www.adelsgrove.com.au; Tel.: +61 7 4748 5502
Unterkünfte:
•QPWS Campingplätze Lawn Hill Gorge und Miyumb: Standardplätze in beiden Sektionen des Parks neben Flüssen ohne Strom, aber mit Toiletten (Lawn Hill Gorge mit Wasser und kalten Duschen); jeweils 6,55 AUD p. P. (ab 5 J.); Onlinebuchung: www.qld.gov.au/camping ⇨ camping
•
Adels Grove: Campingplatz am Fluss vor dem Eingang zur Lawn Hill Gorge; Camping ab 18/10 AUD Erwachsener/Kind 5–14 J., Safarizelt ab 150 AUD und Zimmer ab 160 AUD; Lawn Hill National Park Road, Lawn Hill; www.adelsgrove.com.au; Tel.: +61 7 4748 5502
Achtung: Mitgebrachter Müll muss wieder mitgenommen werden. Fossilien von Riversleigh dürfen auf keinen Fall entfernt werden.
3. Gregory River: Willkommene Erfrischung
Trockene Graslandschaft, niedrige Bäume und große Termitenhügel charakterisieren die Savannenlandschaft des Gulf Country. So schön dies auch für eine Weile ist, vermisst man in der staubigen Trockenheit doch irgendwann saftiges Grün und frisches Wasser. Da kommt der Gregory River bei der kleinen Siedlung Gregory Downs gerade richtig, um sich die Spuren der Reise abzuwaschen und neue Energie zu tanken.
Als einer der wenigen Flüsse der Gegend, die das ganze Jahr über Wasser führen, ist der Gregory River ein wahrer Schatz. Zur Regenzeit breiten sich seine braunen Wassermassen gerne weit in die umgebende Landschaft aus, doch die meiste Zeit des Jahres fließt er als kristallklarer Fluss durch die Savanne und bietet eine willkommene Erfrischung für Reisende in dieser abgelegenen Gegend. Zahlreiche große Bäume spenden willkommenen Schatten vor der sengenden Sonne des Outbacks und das dichte Laubwerk lockt zahlreiche Vögel an. Der Ursprung des Großteils seines Wassers liegt angeblich hunderte Kilometer weiter westlich bei einer riesigen artesischen Quelle im Northern Territory, doch so ganz genau weiß es niemand.
Bei der kleinen, nur 40 Einwohner zählenden Ortschaft Gregory Downs finden sich einige der schönsten und zugänglichsten Plätze entlang des Flusses, wobei der beliebteste direkt westlich der Brücke Richtung Boodjamulla National Park liegt. Hier führt eine Staubpiste hinunter auf eine Sandbank am Flussbett, auf der man kostenlos campen kann; zwar ohne jegliche Annehmlichkeiten der Zivilisation, doch ist man nur wenige Meter von der Siedlung mit ihrem Pub, einem kleinen Geschäft und einer öffentlichen Toilette entfernt. Zur Hauptreisezeit kann es schon einmal vorkommen, dass hier mehr Leute als im Ort wohnen, da der Platz als Insidertipp unter „Grauen Nomaden“ (den reiselustigen Rentnern Australiens) gilt. Doch meistens halten sich die Besucher in Grenzen und man kann hier eine erholsame Zeit verbringen.
Besonders viel Spaß am Wasser lässt sich haben, wenn man eine Luftmatratze, einen Reifenschlauch oder Ähnliches dabei hat. Dann nämlich kann man sich von der teilweise recht schnellen Strömung ein gutes Stück durch die Fluss-Oase treiben lassen. Dabei sollte man jedoch vor allem in Kurven aufpassen und versuchen, rechtzeitig zu lenken, um nicht hilflos in der Vegetation hängen zu bleiben. Doch auch wenn man ohne Ausrüstung nur zum Schwimmen herkommt, wird einem das kristallklare Badevergnügen hier mitten in der Savanne in Erinnerung bleiben.

Seerosen auf einem ruhigen Abschnitt des Gregory River

Grüne Idylle am Gregory River
Wem der Platz bei der Brücke zu voll ist, der findet noch mehr, nicht ausgeschilderte Zugangs- und Campingmöglichkeiten auf der Südostseite des Gregory River bis zu ungefähr 30 Kilometer weiter flussaufwärts, Richtung Camooweal. Hier führen einige kleine Zufahrtspisten zu traumhaften Plätzen am Wasser mit kleinen Stromschnellen oder ruhigen Becken, die man oft ganz für sich allein hat.
Ist man hier am ersten Sonntag vor Labour Day (dem ersten Montag im Mai), sollte man sich jedoch nicht wundern, wenn einem mehr als hundert Kanufahrer mit ihren landbasierten Unterstützungsteams begegnen. Dann nämlich findet das alljährliche Gregory Race statt, bei dem sich Laien und Profis auf einem 33 Kilometer langen Flussabschnitt von The Knobbies bis nach Gregory Downs einen mehr oder weniger ernst genommenen Wettkampf liefern.
Info
Lage: 180 km nordöstlich von Camooweal und 105 km südlich von Burketown
Anfahrt: Aus dem Süden kommend, fährt man 70 km östlich von Camooweal bzw. 115 km nordwestlich von Mount Isa vom Barkly Highway auf die Thorntonia Yelvertoft Road, die nach 57 km kurz vor der Mündung in die Gregory Downs Camooweal Road zur Staubpiste wird. 130 km später erreicht man Gregory Downs. Aus dem Norden nimmt man von Burketown die Will Developmental Road 119 km lang, und aus dem Osten, von der Burke & Will Junction kommend, folgt man der Burketown Road und späteren Will Developmental Road 147 km lang. Der beliebteste Bade-/Campingplatz am Gregory River liegt hinter der Brücke im Westen von Gregory Downs gleich links. Weitere Zugänge zum Fluss finden sich 400 m, 3,3 km, 6,5 km, 9,5 km, 16,6 km, 20,2 km, 22,7 km, 27,3 km und 32,1 km entlang der Gregory Downs Camooweal Road südlich des Ortes.
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: nichts
Aktivitäten: Baden, Tierbeobachtungen
Unterkunft:
•Gregory River Free Camp: kostenloses, einfaches bush camping ohne irgendetwas (öffentliche Toiletten ggü. des Gregory Downs Hotel 500 m weiter), direkt auf der Sandbank im Flussbett bei der Brücke hinter dem Pub von Gregory Downs; Zufahrt erfolgt über eine kleine Straße im Westen der Brücke
Achtung: Es sollte in dem Fluss aufgrund seines klaren und flachen Wassers keine gefährlichen Salzwasserkrokodile geben, doch empfiehlt es sich immer, vor Ort bei Einheimischen noch einmal nachzufragen. Seifen sowie Sonnencreme dürfen nicht direkt im Fluss verwendet werden, da er auch als Trinkwasserressource für einige Anlieger dient.
4. The Gulflander: Zugreise von Nirgendwo nach Nirgendwo
Die denkmalgeschützte Zuglinie von Normanton nach Croydon führt – wie die locals so schön sagen – von „nowhere to nowhere“; eine Anspielung darauf, dass sie niemals an das Schienennetz Queenslands angeschlossen wurde und einsam in der Savanne des Gulf Country liegt. Das tut ihrer Beliebtheit bei Zugenthusiasten, die in historischen Zügen in die Vergangenheit reisen möchten, jedoch keinen Abbruch.
Einmal pro Woche fährt The Gulflander auf der Schmalspur von Normanton nach Croydon und am nächsten Tag wieder zurück – genau wie schon vor über 100 Jahren. Für die 152 Kilometer lange Strecke braucht man fünf Stunden, die einen von der ehemals geschäftigen
Hafenstadt am Norman River durch außergewöhnliche Sumpf-Szenerie, Grasebenen und wunderbare Savannenlandschaft zu den ehemals reichen Goldfeldern im Inland bringen. Der Großteil der Strecke, die sich meist entlang der Gulf Development Road zieht, besteht noch aus Originalbauteilen von 1891, und ein schon damals raffiniertes und weltweit einzigartiges System aus hohlen Eisenschwellen trotzt auch heute noch den Termiten und erlaubt den Fluten in der Regenzeit ohne Schaden anzurichten über die Gleise zu strömen.
Diese nostalgische Reise ist perfekt, um mehr über eine Gegend zu erfahren, die reich an Pioniergeschichten und stolz auf ihre Vergangenheit ist. Der Guide und der Fahrer unterhalten einen während der ganzen Fahrt mit interessanten und spannenden Geschichten zur Vergangenheit der Zuglinie, den ersten Siedlern der Gegend, der Landschaft und ihren tierischen Bewohnern. Wer noch mehr wissen möchte, kann sich im denkmalgeschützten Bahnhof von Normanton das Museum und auf dessen Gelände alte Lokomotiven sowie Waggons anschauen.
Über 30 Jahre lang fuhr auf der Strecke exklusiv eine Dampflokomotive, bis sie ab 1922 nach und nach in Folge von Sparmaßnahmen von einer Kleinlokomotive abgelöst wurde, die ab 1930 komplett übernahm. Ein solches Exemplar mit dem Modelnamen RM93 von 1950 zieht den Tross auch heute noch und ist ein faszinierender Teil Industriegeschichte, da es zu einem Teil Lastwagen, zum anderen Teil Eisenbahn ist. Je nach Sitzplatz kann man in ihm einen hervorragenden Blick nach vorn haben, nur sollte man daran denken, dass dieser Zugteil einen wirklich Jahrzehnte zurückversetzt – auch in Bezug auf den Sitzkomfort. Wer vorher schon Bandscheibenprobleme hatte, sollte lieber im zweiten Wagen (dem commissioners carriage) Platz nehmen, der weniger ruckelig ist.

Great Barrier Reef Drive © Tropical North Queensland
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Unterwegs im Gulflander
Gemächlich und ohne Klimaanlage geht es durch die Landschaft, vorbei am Critters Camp (das die alten Gleisbauarbeiter wegen der vielen kleinen Krabbler so nannten) und mit einem kurzen Stopp bei Haydon, um die wöchentliche Post für die Farmen der Gegend abzugeben. Bei einer 45-minütigen Pause am Bahnhof von Blackbull Siding gibt es Getränke und Gebäck, und man kommt leicht ins Gespräch mit seinen Mitreisenden, die oft aus allen Ecken des Kontinents kommen und einen vielleicht auf Ideen für das nächste Reiseziel bringen können. Anschließend geht es an einem verlassenen Camp und einer ehemaligen Siedlung von Holzarbeitern vorbei, bevor man eines der größten Goldfelder der Gegend bei Golden Gate durchquert und letztendlich in Croydon ankommt.
Wer nur eine kurze Zugreise machen möchte, der kann während der Hauptsaison aus zahlreichen Angeboten wählen, die Teilstrecken der Linie fahren.
Info
Lage: Zwischen Normanton und Croydon
Anfahrt: Croydon liegt direkt am National Highway 1 (alias Gulf Developmental Road), während Normanton 4 km nördlich dieser Straße entlang der Burke Developmental Road liegt.
Öffnungszeiten / Eintritt / Aktivitäten: Zugfahrt
•The Gulflander: Von Mitte Februar bis Mitte Dezember jeden Mittwoch/Donnerstag von 8:30–13:30 Uhr ab Normanton/Croydon, ab 69/34,50 AUD einfach (+37,50 AUD p. P. für die Busrückfahrt am gleichen Tag; nur mittwochs) oder 115/57,50 AUD Erwachsener/Kind 4–14 J. hin und zurück; Kurztrips von April bis Oktober: Critters Camp Excursion (2 h, von Normanton zum historischen Campingplatz der Bauarbeiter der Zuglinie und zurück; Termine s. Webseite; 49 AUD), Billy Tea and Damper Excursion (3 h, von Normanton nach Clarina und zurück, mit Pause am malerischen 11-Mile Water Hole; an ausgewählten Samstagen von Juni–August ab 9 Uhr, Termine s. Webseite; 69,50 AUD p. P.), Golden Sunset Tour (1,5 h, von Croydon nach Golden Gate und zurück, mit Abendessen; mittwochs ab 17 Uhr von Juni–August; 43,50 AUD p. P.), Classic RM60 Exkursion (45 min, mit einer historischen RM60 Kleinlok von 1931; Termine s. Webseite; 25 AUD); 20 Matilda Street, Normanton (Normanton Train Station) oder Helen Street, Croydon (Croydon Train Station); www.gulflander.com.au; Tel.: +61 7 4745 1391
Unterkünfte:
•Gulfland Motel and Caravan Park: gepflegte Unterkunft am westlichen Ortseingang von Normanton; Camping ab 20 AUD und Zimmer ab 100 AUD; 11 Landsborough Street, Normanton; www.gulflandmotelandcaravanpark.com; Tel.: +61 7 4745 1290
•Croydon Caravan Park: kleiner Campingplatz mitten in Croydon; Camping ab 20 AUD und Hütte ab 100 AUD; Alldridge Street, Croydon; www.croydon.qld.gov.au/croydon-caravan-park; Tel.: +61 7 4745 6238
5. Chillagoe-Mungana Caves National Park: Kühles Höhlenabenteuer in der heißen Savanne
Nicht viele Besucher Queenslands wagen sich in die abgelegene Savannenlandschaft bei Chillagoe vor. Doch diejenigen, welche die Reise auf sich nehmen, werden mit kunstvoll geformten Tropfsteinhöhlen, interessanten Gesteinsformationen und alten Felsmalereien der Aborigines belohnt.
Sieht man sich in der Savannenlandschaft von Chillagoe um, kann man sich heute kaum vorstellen, dass sich hier vor 400 Millionen Jahren ein Meer mit Korallenriffen befand. Nachdem das Salzwasser zurückgegangen war, blieb Kalkstein übrig, und Regen sowie andere geologische Vorgänge formten im Laufe der Zeit zahllose Hohlräume, die nun teilweise mit Stalaktiten und Stalagmiten dekoriert sind und bei ganzjährig konstanten Temperaturen von ungefähr 21 Grad Celsius sowohl von Fledermäusen als auch von menschlichen Besuchern geschätzt werden.
Von den circa 600 bekannten Höhlen des Parks sind aus Sicherheitsgründen nur eine Handvoll öffentlich zugänglich, können einen jedoch eine ganze Weile unterhalten. Dazu zählen die Donna, Trezkinn und Royal Arch Caves, die Teil der Chillagoe Caves sind und ausnahmslos auf von Ranger geführten Touren besucht werden können. Royal Arch Cave ist die leichteste und führt einen eineinhalb Stunden über fast 400 Stufen einen Kilometer lang durch eines der größten Höhlensysteme der Gegend mit elf Kammern. Unerwartete Tageslichteinfälle, Fledermäuse, natürlich geformte Kalksteinformationen und Fossilien sind die Highlights dieser Tour. Dabei geht es immer wieder über steile Leitern, und teilweise kommt die Decke so weit herunter, dass man tief in der Hocke gehen muss. Noch abenteuerlicher und anstrengender wird es auf der einstündigen Donna Cave Tour, wo man auf 800 Metern Länge bis zu zwölf Meter lang tief gebückt gehen muss. Dafür gibt es als Belohnung wunderschöne Säulen, Kalzitkristalle und eine Höhlendekoration, die an eine Madonna erinnert. Von der Strecke her ebenso lang, doch mit 30 bis 45 Minuten deutlich kürzer ist der Besuch der anspruchsvollen Trezkinn Cave. Sie führt zu einem beeindruckenden „Kronleuchter“, und man muss hier – wie bei allen vorherigen Höhlen auch – regelmäßig aufpassen, sich nicht den Kopf anzustoßen.

Im Inneren einer Höhle

Royal Arch Chamber in der Royal Arch Cave
Natürlich gibt es auch einige Höhlen, die man auf eigene Faust erkunden darf: Bei den Chillagoe Caves sind dies die Bauhinia Cave und die
Pompeii Cave. Da der Zugang über schmale Felsspalten erfolgt, erfordern beide eine Prise Abenteuerlust, belohnen dafür aber den Mut mit fragilen und schönen Höhlenkorallen-Formationen. Nicht schreckhaft sollte man in der Pompeii Cave sein, da man diese mit zahlreichen Fledermäusen und manchmal sogar Felskängurus teilt.
Wer sich nach all der Dunkelheit wieder nach Sonne sehnt, der kann den kurzen Pfad zum scheinbar jederzeit umzufallen drohenden Balancing Rock gehen, die bis zu viereinhalb Kilometer langen Wanderwege zwischen den Parkplätzen von Donna Cave, Balancing Rock und Royal Arch Cave entlang wandern oder die alten Felszeichnungen bei Wullumba bewundern.
Möchte man noch mehr Kunst der Ureinwohner entdecken, sollte man sich zu den 15 Kilometer entfernten Mungana Caves aufmachen. Eine Staubpiste bringt einen zur einzig zugänglichen Höhle hier namens The Archways, welche halboffen ist und außerdem zahlreichen kleinen Skinks ein Zuhause bietet.
Nach einem langen Tag in der Hitze und im Untergrund lässt man den Tag am besten bei einem Stopp am Chillagoe Creek im gleichnamigen Ort ausklingen. Zahlreiche Wasserlöcher laden hier ein zum Baden unter malerisch überhängenden Bäumen.

Balancing Rock
Info
Lage: 130 km westlich von Cairns
Anfahrt: Von Mareeba aus fährt man in den Südwesten nach Dimbulah und weiter auf der Burke Developmental Road bis nach Chillagoe. Die letzten 32 km sind teilweise ungeteert, jedoch bei trockenem Wetter für normale Autos geeignet. Von Mount Surprise kommend, kann man mit einem Geländewagen eine Staubpisten-Abkürzung nehmen. Dazu fährt man 13 km östlich des Orts vom National Highway 1 (alias Gulf Developmental Road) nach links auf die Springfield Road, 37 km später nach rechts auf die Gingerella Fossilbrook Road und 39 km danach nach links auf die Almaden Gingerella Road, bis man nach 48 km auf die Burke Developmental Road trifft, die man nach links 29 km bis Chillagoe nimmt. Die Chillagoe Caves befinden sich ca. 2 km südwestlich von Chillagoe, die Mungana Caves 13 km nordwestlich entlang der Burke Developmental Road.
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: nichts
Aktivitäten: Wandern, Höhlenerkundung
•Ranger-Guided Cave Tours: täglich Touren in die Donna, Trezkinn und Royal Arch Caves; 1–2–3 Höhlen 27,30/13,55–43,20/22, 15–54,30/27,75 AUD Erwachsener/Kind 4–14 J.; Ticketverkauf bei The Hub, 21–23 Queen Street, Chillagoe (täglich 8–15:30 Uhr); chillagoecavebooking@des.qld.gov.au; Tel.: +61 7 4094 7111
•Chillagoe Observatory & Eco Lodge: Sternwarte mit täglich 1 hTouren von Ostern–Ende September (nicht bei Vollmond ± 5 Tage, mind. 4 Pers.), Buchung erforderlich; 25/15 AUD Erwachsener/Kind 6–14 J.; 1 Hospital Avenue, Chillagoe; www.coel.com.au; Tel.: +61 7 4094 7155
Unterkünfte:
•Chillagoe Observatory & Eco Lodge: Unterkunft und Sternwarte; Camping ab 10 AUD p. P. und Zimmer ab 95 AUD; 1 Hospital Avenue, Chillagoe; www.coel.com.au; Tel.: +61 7 4094 7155
•Chillagoe Guesthouse: historisches Postamt von 1906; Zimmer ab 145 AUD; 16–18 Queen Street, Chillagoe; www.chillagoeguesthouse.com.au; Tel.: +61 4 0851 5267
Achtung: Höhlenwände und -dekorationen dürfen nicht berührt werden. Für Höhlenerkundungen sind feste Schuhe und Taschenlampen nötig.
6. O’Brien‘s Creek: Topassuche im Outback
Unter der Erde des Fünften Kontinents finden sich nicht nur Unmengen an Rohstoffen wie Kohle, Eisenerze und Bauxit, sondern auch reiche Edelsteinvorkommen. Dazu zählen unter anderem Topase, nach denen man in der Gegend von Mount Surprise sogar selbst graben kann. Wer also gerne ein Schmuckstück mit besonderer Geschichte tragen möchte, sollte O’Brien’s Creek nicht verpassen.
Selbst wenn man nicht wie viele der Topassucher hier mehrere Monate Zeit hat nach Edelsteinen zu suchen, so lohnt sich doch oft schon ein einziger Tag. Mit einer günstigen fossicking licence und ausgeliehenem Equipment wie Schaufel, Hacke und Sieb sowie einer guten Karte kann sich nämlich jeder in der 10.000 Hektar großen, offiziellen fossicking area von O’Brien’s Creek an diesem Hobby versuchen.
Topase sind aufgrund ihrer Größe von erbsengroß bis hin zu mehreren Zentimetern Durchmesser relativ leicht zu finden. Man erkennt sie daran, dass sie ziemlich schwer und leicht durchsichtig wie farbloses, wassergeschliffenes Glas sind. Die Krönung sind die seltenen hellblauen Exemplare, die nur circa ein bis zwei Prozent der Funde ausmachen, und noch rarer sind gelb- und grünliche.
Und auch wenn in O’Brien’s Creek die Wahrscheinlichkeit überwiegt, dass einem Topase ins Sieb gehen, so kann es sein, dass man Kassiterit, Turmalin, Bergkristall, gelben Quarz, Rauchquarz, Aquamarin und andere Kristalle findet – mit etwas Glück sogar Diamanten. Am besten wirft man deswegen nichts weg, was nicht nach normalem Stein aussieht, und lässt später einen Profi darüber schauen.
Um seine Erfolgschancen zu erhöhen, muss man eigentlich nur wissen, dass Topase relativ schwer sind und starke Schauer in der Regenzeit sie jedes Jahr aufs Neue aus dem sandigen Boden waschen. Es eignen sich darum folgende drei Methoden am besten, um bei der Suche fündig zu werden: Bei der ersten begibt man sich in eines der vielen trockenen Flussbetten und durchsiebt die Ablagerungen an den Innenkurven sowie vor Baumwurzeln und Felsen, oder man gräbt bis auf das Mutter-gestein und nimmt sich dann die weiche Füllung der vielen Felsritzen vor. Eine zweite Methode ist, in den unterirdischen Schichten neben den Flüssen zu suchen. Hier wurden Topase vor langer Zeit von alten
Wasserläufen abgelagert, und im Laufe der Zeit kamen bis zu zwei Meter Sand und Gestein oben auf. Um nicht bei null anfangen zu müssen, ist es am besten, man findet ein bereits existierendes Loch und gräbt weiter – allerdings muss man selbst dafür noch ziemlich viel Kraft aufwenden, da der Untergrund extrem fest ist. Für die dritte Methode sucht man wieder in trockenen Flussbetten, allerdings weiter flussaufwärts, wo noch zahlreiche große Felsbrocken herum liegen. Wenn man diese vorsichtig zur Seite rollt (z. B. mit einem Hebeeisen aus dem Auto), findet sich unterhalb oft topasreicher Abraum – viele Glücksritter schwören auf diese Variante.

Auf der staubigen Suche nach Topasen
Egal, welche Methode man anwendet – sobald man ein erfolgversprechendes Sand-Stein-Gemisch gefunden hat, siebt man es an Ort und Stelle durch. Sand und kleine Steinchen fallen durch, größere Steine sortiert man aus, und mit etwas Glück sollte sich dann Topas im Rest finden. Am besten bringt man etwas Wasser mit, um eventuelle Funde abzuwaschen und sicherzustellen, dass sie keine gewöhnlichen Steine sind.
Hat man tatsächlich etwas gefunden, sollte man es in der Gegend schleifen und eventuell ein kleines Schmuckstück daraus machen lassen. Spätestens wenn man dies in seinen Händen hält, versteht man, warum manche Glücksritter hier wie Süchtige monatelang suchen.

Gelbliche Topase zählen zu den rarsten Vertreter dieser Edelsteingattung.
Info
Lage: 30 km nordwestlich von Mount Surprise und 60 km nordöstlich von Georgetown
Anfhrt: Gegenüber der Polizeistation in Mount Surprise biegt man vom National Highway 1 (alias Gulf Developmental Road) auf die O’Brien‘s Creek Road ab und folgt dieser 35 km lang bis zu einer Straßengabelung. Hier hält man sich rechts und überquert 1 km später die betonierte Furt des Elizabeth Creek. Anschließend hält man sich links und erreicht nach 1,5 km das offizielle Schild zur fossicking area, welches die südliche Grenze markiert.
Achtung: Es wird ein Geländewagen benötigt und zur Regenzeit können Flüsse fluten.
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: 8,30/11,95 AUD p. P./pro Familie für eine 1-monatige fossicking licence, die man online (www.qld.gov.au/recreation/activities/fossicking/licences-permits/purchase) oder bei folgenden Geschäften erwerben kann:
•Mt Surprise Gem Den, Garland Street, Mount Surprise
•O’Brien’s Creek Campground, O’Brien‘s Creek Road, Mount Surprise
Aktivitäten: Topassuche
•Mount Surprise Gem Den: Café und (Souvenir-)Laden, in dem man Eimer mit wash (und vielleicht ein paar kleinen Topasen) für 12 AUD kaufen und Ausrüstung für die eigene Suche ausleihen (40 AUD pro Tag) oder kaufen kann, Kartenmaterial und Tipps bekommt und Schleifern über die Schulter schauen kann; von April bis Oktober täglich von 9–17 Uhr geöffnet; Garland Street, Mount Surprise; www.thegemden.com.au; Tel.: +61 7 4062 3055
Unterkünfte:
•O’Brien’s Creek Campground: einfacher Campingplatz der Mount Surprise Station am Flussufer des Elizabeth Creek (in dem man auch Baden kann) ohne Strom, aber mit Wasser, Toiletten und heißen Duschen; Camping 10/5 AUD Erwachsener/Kind 4–16 J.; O’Brien‘s Creek Road, Mount Surprise; Tel.: +61 7 4062 3001
•Bedrock Village: schattiger Campingplatz in Mount Surprise; Camping ab 15 AUD p. P. und Hütte ab 90 AUD; Lot 1 Garnet Street, Mount Surprise; www.bedrockvillage.com.au; Tel.: +61 7 4062 3193
Achtung: Mitgebrachter Müll muss wieder mitgenommen werden.
7. Undara Volcanic National Park: Im Inneren eines alten Lavastroms
Bei einem Ausbruch in einer von Vulkanen dominierten Gegend westlich der Atherton Tablelands wurde vor langer Zeit ein Höhlensystem mit einer einzigartigen Flora und Fauna geschaffen, das sich auch heute noch teilweise erkunden lässt. Wem nach der Dunkelheit im Untergrund nach Weite und Sonnenschein ist, der findet außerdem in der näheren Umgebung einige atemberaubende Aussichtspunkte.

Als der Undara-Schildvulkan vor 190.000 Jahren ausbrach, breitete sich seine Lava in einem Umkreis von über 160 Kilometer aus. Jede Sekunde ergossen sich 1.000 Kubikmeter heißen Gesteins über die Landschaft, was in einer Gesamtmenge von unglaublichen 23 Kubikkilometern resultierte. Wie Wasser rann diese Masse in ausgetrocknete Flussbetten, wobei die der Luft ausgesetzte Oberfläche schneller als der Rest abkühlte und zu einer Kruste erstarrte, während der innere Strom gut isoliert weiterlief und leere Höhlen hinterließ. Das so geschaffene Lavaröhrensystem ist das längste Australiens und eines der längsten weltweit.

Eingestürzte Abschnitte der Lavaröhren weisen ein einzigartiges Mikroklima auf.
Im Laufe der Zeit brachen die bis zu 100 Kilometer langen Tunnel teilweise ein und wirken nun wie ein gigantisches Entwässerungssystem bei starkem Regen. Dadurch wurden einzigartige, kleine Lebensräume geschaffen, die viel feuchter und geschützter als die trockene Savannen-Umgebung sind. Sie bieten ideale Bedingungen für trockenen Regenwald und sind Oasen für viele Tiere.
Die Höhlen dürfen nur auf einer geführten Tour besucht werden, da eingestürzte Abschnitte, eine labyrinthgleiche Anordnung und ein in manchen Abschnitten erhöhter Kohlenstoffdioxidanteil gefährlich für Besucher werden können. Zur Auswahl stehen bis zu drei verschiedene Ausflüge, bei denen der Archway Explorer die Standardführung mit interessanten Hintergrundinformationen und komfortablen Wegen bietet. Wer lieber etwas abenteuerlustiger unterwegs ist, für den ist die Active Explorer Tour besser geeignet. Ein ganz besonderes Highlight bietet der Wildlife at Sunset-Ausflug in den Abendstunden. Dabei genießt man bei einem Glas Sekt und Snacks einen legendären Outback-Sonnenuntergang von einem erhöhten Aussichtspunkt aus, bevor man dann den natürlichen Zyklus des „Fressens und Gefressenwerdens“ der Tierwelt beobachtet. Einige der Höhlen hier beherbergen nämlich Abertausende an Fledermäusen, die allabendlich zur Dämmerung auf Insektenfang ausschwärmen. Dabei werden sie allerdings selbst schnell zu Gejagten, da zahlreiche Schlangen in Felsritzen und auf Bäumen ihrerseits auf ihr Abendessen warten. Definitiv ein Spektakel, das man nicht so schnell vergisst.
In der Umgebung finden sich auch einige oberirdische Wanderungen, die man ohne Guide selbst bestreiten darf. Dazu zählen der knapp vier Kilometer lange Atkinsons Lookout Trail, mit seinem wunderbaren Blick über Racecourse Hill, den höchsten Schildvulkankrater im Park. Statt die gleiche Strecke zurückzugehen, können fitte Wanderer ihn mit dem fünfstündigen Rundweg Rosella Plains Lookout Trail kombinieren.

Savannen-untypischer Regenwald in einer der teilweise eingestürzten Lavaröhren
Auf keinen Fall verpassen sollte man außerdem den Kalkani Crater Rim Walk, der zweieinhalb Kilometer auf einen der schönsten Krater der Gegend und entlang seines Randes einmal rund herum führt. Hierbei genießt man grandiose Aussichten auf die Lava Plains sowie weitere Vulkane, und erkennt anhand der dichten Vegetation in den eingestürzten Abschnitten wo die Lavaröhre des Undara Crater verläuft, da sie sich wie ein brüchiges Band durch die trockene Landschaft zieht.
Info
Lage: 25 km östlich von Mount Surprise und 80 südwestlich von Mount Garnet
Anfahrt: Von Mount Garnet bzw. Mount Surprise aus fährt man auf dem National Highway 1 (alias Gulf Developmental Road) 84 km nach Westen bzw. 38 km nach Osten bevor man auf die Undara Road abbiegt. Nach 5,5 km kommt man an eine Straßengabelung, deren rechte Abzweigung einen nach weiteren 8 km zur Undara Experience bringt, während einen die linke, ungeteerte Yaramulla Road (für normale Autos geeignet) nach 6 km zur Kalkani Day-Use Area führt.
Öffnungszeiten / Eintritt / Aktivitäten: Wandern, Höhlenerkundung, Tierbeobachtungen
•Undara Experience: 2-stündige Touren mit unterschiedlichem Fokus; Archway Explorer: Standardtour durch die Lavaröhren, täglich um 8:30, 10:30, 13 und 15:30 Uhr, 58,50/29,25 AUD Erwachsener/Kind; Active Explorer: führt von April–September auch abseits von beplankten Gehwegen durch das Höhlensystem, täglich um 8, 10:30, 13 und 15:30 Uhr, 58,50/29,25 AUD Erwachsener/Kind; Wildlife at Sunset: beginnt täglich zw. 17 und 18 Uhr mit einem traumhaften Sonnenuntergang mit Käse und Sekt und endet mit einem Fledermausfestmahl für Schlangen, 60/30 AUD Erwachsener/Kind (am besten in der Green Season von November–März); Undara Road, Undara Volcanic National Park; www.undara.com.au; Tel.: +61 7 4097 1900
Unterkünfte:
•Undara Experience: familiengeführtes Resort, das als Eingangstor zu den Höhlen fungiert; Camping 16/8,50 AUD Erwachsener/Kind, Safarizelt 78 AUD, Zugwaggon 180 AUD und Hütte 190 AUD; Undara Road, Undara Volcanic National Park; www.undara.com.au; Tel.: +61 7 4097 1900
8. Cobbold Gorge: Schluchtenschönheit in der Savanne
Mitten in der oft öden Savannenlandschaft des Gulf Country findet sich etwas ab vom Schuss eine der schönsten Schluchten Queenslands. Doch die Anreise ist es wert, denn dieses kleine Juwel mit kunstvoll geformten Felswänden und eigener Süßwasserkrokodil-Population kann man sowohl von Land als auch vom Wasser aus bewundern.
Jahrzehntelang wurden auf dem fruchtbaren Weideland der Robin Hood Station Rinder gezüchtet und das felsige, leicht erhöhte sandstone escarpment im Südwesten ignoriert. Zwar war der Mündungsbereich des daraus fließenden Cobbold Creek, wo er in den Robertson River läuft, wohl bekannt (man nutzte ihn aufgrund des ganzjährig klaren Wassers als Viehtränke), doch niemand schien dem Wasserlauf je weiter zu folgen – bis Anfang der 1990er-Jahre der Besitzer Simon Terry mit zwei Freunden ein kleines Boot nahm und auf Erkundungstour ging. Dabei fand er eine kleine geologische Sensation, und zusammen mit seiner Frau Gaye ließ er seine Entdeckung und ihre Umgebung als nature reserve registrieren.

Das sandstone escarpment bietet beeindruckende Überhänge und skurrile geologische Formen
Um die von Süßwasserquellen gespeiste Cobbold Gorge und ihre Bewohner zu schützen, darf man sie nur auf geführten Touren mit erfahrenden Guides erkunden. Der Klassiker ist die dreistündige Gorge Tour, bei der einem zuerst die geologische Vergangenheit der Gegend erklärt wird und man anschließend das sandstone escarpment erklimmt, von wo aus man auf die Schlucht herab sehen kann. Danach geht es in ein speziell angefertigtes, kleines Elektroboot, mit dem man fast lautlos durch die magisch anmutende Cobbold Gorge gleitet. Bis zu zehn Meter hohe, vom Wasser in unzähligen Jahren kunstvoll geschliffene Felswände lassen kaum Sonnenstrahlen in die Schlucht, die teilweise so eng ist, dass man fast beide Seiten gleichzeitig berühren kann. Und wer die Augen aufhält, hat gute Chancen, einige Vertreter der großen, hier ansässigen Süßwasserkrokodil-Population zu entdecken.

Vom Wasser rund geschliffene Schluchtenwände
Wird man lieber gerne selbst aktiv, so kann man die Cobbold Gorge auch mit einem Stand-up-Paddleboard erkunden – ganz ohne störenden Wind und Wellen. Wie auch bei der Bootstour, darf man hier die ersten 500 Meter der circa sechs Kilometer langen Schlucht mit Guide befahren – der Rest ist leider durch Felsstürze und Vegetation nicht zugänglich.
Möchte man mehr von der Umgebung sehen, sollte man The Ultimate Outback Adventure & Cobbold Gorge Cruise machen, welche einen einen ganzen Tag lang noch intensiver das sandstone escarpment mit seinen Felsbögen erleben, nach Achaten suchen und mehr über die Geschichte dieser Gegend erfahren lässt, bevor es dann zu guter Letzt auch noch mit dem Boot in die Schlucht geht.
Ein ganz besonderes Erlebnis bietet außerdem der Multi Day Bridle Track Guided Walk, der wanderfreudige Besucher entlang des alten Bridle Track zwei Tage über das Land der Robin Hood Station führt. Dieser Pfad wurde vor dem Einsatz von Helikoptern von den Viehhirten als Abkürzung von der Farm über das sandstone escarpment ins Right Hand Branch Valley zur Viehmusterung benutzt. Die erste und letzte Nacht verbringt man dabei in einer bequemen Unterkunft in Cobbold Village und die zwei Nächte dazwischen wird gecampt. Am dritten Tag macht man die Bootstour durch die Cobbold Gorge und sieht anschließend bei einem 30-minütigen Helikopterflug die Station aus der Luft.

Blick auf die Cobbold Gorge von oben
Neben all dem kann man sich im Infinity Pool mit Bar des Cobbold Village erholen, mit Kanus auf dem kleinen Stausee herumpaddeln, fischen und Wassergolf spielen oder die darum herum führenden, besonders für Vogelfreunde interessanten Pfade erkunden.
Info
Lage: 60 km südlich von Georgetown
Anfahrt: In Georgetown biegt man vom National Highway 1 (alias Gulf Developmental Road) nach Süden auf die St. George Street ab, welche nach kurzer Zeit zur Forsayth Road wird. Kurz vor Forsayth nimmt man die North Head Road und hält sich an der Gabelung nach 10 km nach rechts. 15 km später biegt man nach links auf die Cobb Road ab und folgt dieser für 12 km. An der nächsten Weggabelung nimmt man die rechte Möglichkeit und erreicht nach 7 km ungeteerter, aber für normale Autos geeigneter Straße Cobbold Village.
Achtung: Um sicherzustellen, dass die letzten 43 km ab Forsayth passierbar sind, sollte man vorab bei Cobbold Village anrufen.
Öffnungszeiten: von April–Oktober täglich von 9–17 Uhr (sonntags bis 17:30 Uhr)
Eintritt / Aktivitäten: Wandern, Bootsfahrt, Stand-up-Paddeln, Achat-suche, Helikopterflug, Fischen, Tierbeobachtungen
•Cobbold Gorge Tours: verschiedenste Touren durch die Schlucht und das Umland; 3-stündige Gorge Tour 92/46 AUD Erwachsener/Kind 5–15 J., täglich um 10 Uhr und zusätzlich um 13:30 Uhr an Ostern und von Juni–August; 1 h Stand-up-Paddeln 52/26 AUD Erwachsener/Kind 13–15 J. im April, Mai, September und Oktober; Kombo der beiden vorherigen Touren für 118/59 AUD Erwachsener/Kind 5-15 J.; The Ultimate Outback Adventure + Gorge Cruise 170/85 AUD Erwachsener/Kind 5–15 J.; Helikopterflug ab 149 AUD p. P. (mind. 2 Pers.); Multi Day Bridle Track Guided Walk mit 4 Übernachtungen ab 1.225 AUD p. P. (einmal monatl. von Mai–August, Termine s. Webseite, eigener Schlafsack benötigt, max. 6 Pers.); Cobb Road, Forsayth; www.cobboldgorge.com.au; Tel.: +61 7 4062 5470
Unterkünfte:
•Cobbold Village: familiengeführter Campingplatz mit Pool und Restaurant; Camping ab 15,50/7 AUD Erwachsener/Kind, Zimmer ab 129 AUD und Hütte ab 155 AUD; Cobb Road, Forsayth; www.cobboldgorge.com.au; Tel.: +61 7 4062 5470
9. Porcupine Gorge National Park: Queenslands kleiner Grand Canyon
Inmitten der flachen Savannenlandschaft voll Gras- und Buschland findet sich nördlich von Hughenden ein kilometerlanger, bis zu 120 Meter tiefer Riss in der Ebene. Über Millionen von Jahren hat der Porcupine Creek hier eine malerische Schlucht aus dem Sandstein gewaschen, die Einheimische liebevoll „kleiner Grand Canyon“ nennen und deren Erkundung eine willkommene Abwechslung zur Straße bietet.
Wenn auch nicht ganz so imposant wie der große Bruder in den USA, so ist die Porcupine Gorge doch ideal, um sich auf einer langen Überlandreise entweder kurz die Beine zu vertreten oder eine ganztägige Erkundungstour zu machen. Am besten verschafft man sich einen ersten Eindruck von ihrer Schönheit vom offiziellen Gorge Lookout aus, welchen man über einen eineinhalb Kilometer langen Abstecher von der Kennedy Developmental Road aus erreicht. Beeindruckend liegt einem von hier aus die Schlucht zu Füßen, mit ihren steilen Wänden, geschützter Vegetation entlang der Seiten und – je nach Jahreszeit – einem reißenden Porcupine Creek oder seinen friedlichen Wasserbecken.

Aussichtsplattform an der Porcupine Gorge
Um zu einer zweiten Aussichtsplattform und in die Schlucht selbst zu gelangen, muss man weitere elf Kilometer auf der Hauptstraße Richtung Norden und sieben Kilometer auf Zubringerstraßen fahren. Von der day use area und dem Campingplatz aus führt ein gut ein Kilometer langer Wanderweg bis zum Boden der Schlucht. Hier ist es merklich kühler als oben auf dem Plateau, weshalb man vor allem im Winter wärmere Kleidung mitnehmen sollte. Im Sommer kann es sein, dass man hier unten tosende Wassermassen vorfindet, während im restlichen Jahr wunderbare Felsenbecken an heißen Tagen zum Baden einladen..
Die offizielle Wanderung führt zwar nur bis hierher, doch eigentlich ist dies erst der Beginn des Abenteuers, denn die Schlucht kann theoretisch in ihrer vollen Länge erkundet werden. Geht man flussabwärts, so wird sie breiter und man erreicht nach kurzer Zeit The Pyramid, eine imposante Felsenformation, zu deren Füßen sich ein Wasserloch mit Sandstrand findet. Wandert man in die Gegenrichtung, wird die Schlucht enger und wilder, und es gibt weniger Möglichkeiten, den Fluss zu überqueren.

Egal, welchen Teil man erkundet, man wird beeindruckt sein von den von Wind und Wasser bizarr geformten Felsen, geriffelten Kanälen, Felsbrocken in allen Größen, kunstvollen Strudellöchern und flachen Höhlen. Von den steilen Schluchtwänden hallen exotische Vogelgesänge wider, die Wasserlöcher beheimaten kleine Schildkröten, und Kängurus sowie verschiedenste Papageien und Raubvögel fühlen sich hier wohl.
Besonders in der Trockenzeit lohnt es sich, Ausschau nach der einzigartigen australischen Tierwelt zu halten, da dann viele Vertreter in der Porcupine Gorge Zuflucht vor der sengenden Hitze der Umgebung suchen. Wer dabei kein Glück hat, sollte einfach auf dem Nationalpark-Campingplatz über Nacht bleiben – hier kommen nämlich allabendlich rote Rattenkängurus (die kleinste Känguruart Australiens) aus ihrem Unterschlupf und leisten den Campern Gesellschaft.

The Pyramid

Blick in die Schlucht
Info
Lage: 55 km nordöstlich von Hughenden
Anfahrt: Von Hughenden aus fährt man die Kennedy Developmental Road 60 km nach Norden, um über einen 1,5 km langen Abstecher zum Gorge Lookout zu gelangen. Bleibt man weitere 11 km auf der Hauptstraße, erreicht man die Abzweigung zum Campingplatz und zur Schlucht. 4,5 km auf der Mount Emu Plains Road und 2,5 km auf der Pyramids Access Road bringen einen zur day use area und zum Campingplatz. Aus dem Norden von der Lynd Junction kommend, ist aufgrund der nur teilweise geteerten Straßenoberfläche (die v. a. nach Regen unpassierbar werden kann) ein Geländewagen angebracht.
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: nichts
Aktivitäten: Wandern, Tierbeobachtungen, Baden
Unterkunft:
•QPWS Campingplatz Pyramid: Standardplatz im Park auf dem Plateau über der Schlucht ohne Strom, aber mit Toiletten und teilweise privaten Picknicktischen; 6,55 AUD p. P. (ab 5 J.); Onlinebuchung: www.qld.gov.au/camping ⇨ camping
Achtung: Mitgebrachter Müll muss wieder mitgenommen werden.

Kängurus im Cape Hillsborough National Park
Whitsunday Coast und Hinterland
10.Eungella National Park: Auf Schnabeltiersuche im Regenwald
11.Cape Hillsborough National Park: Frühstück mit Kängurus
12.Conway National Park: Regenwaldidyll auf dem Sprung zu den Whitsundays
13.Ngaro Sea Trail (Whitsunday Islands): Auf den Spuren der Ngaro-Aborigines zu Land und zu Wasser

10. Eungella National Park: Auf Schnabeltiersuche im Regenwald
Der Eungella National Park beheimatet den längsten, durchgehenden Streifen an subtropischem Regenwald in Australien, mit einer unglaublichen Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Er ist jedoch vor allem dafür bekannt, dass man fast garantiert Schnabeltiere zu Gesicht bekommt – ein zusätzlicher Bonus zu den zahlreichen Wanderwegen und Badestellen mitten im Dschungel.

Urwald in der Finch Hatton Gorge
Der Park lässt sich grob in zwei Segmente aufteilen: eines erstreckt sich nordöstlich der Hauptstraße und beinhaltet die beliebte Finch Hatton
Gorge, das andere liegt südwestlich davon und umfasst die Clarke
Range und Broken River.
Als erster Stopp bietet sich die traumhafte Finch Hatton Gorge an, die zwei Wanderungen zu bezaubernden Wasserfällen bietet. Die kürzere führt einen nach eineinhalb Kilometern zu den Araluen Cascades, in deren natürlichem Felsenbecken man ein erfrischendes Bad nehmen kann. Wenige hundert Meter entlang des Rückwegs hat man dann noch die Chance ungefähr einen Kilometer weiter flussaufwärts zu wandern. Dabei geht es insgesamt 300 Stufen bergauf, und das Callistemon Crossing beim Finch Hatton Creek bietet einen idyllischen Rastplatz auf rund geschliffenen Felsen unter Palmen mit Blick über die Schlucht. Ist die Strömung nicht zu stark, kann man bis zum Wheel of Fire-Wasserfall weiter gehen, der dem vorherigen in seiner Schönheit in nichts nachsteht und dessen Badeplatz meist deutlich weniger besucht ist.
Auch wenn man mit etwas Glück am Finch Hatton Creek Schnabeltiere entdecken kann, so sind sie doch am einfachsten am Broken River zu sehen, welchen man erreicht, indem man auf der Hauptstraße weiter nach Westen fährt. Dabei sollte man jedoch vor lauter Ungeduld und Vorfreude nicht die zahlreichen Wanderwege zwischen der Ortschaft Eungella und der day use area mit ihrer Plattform zum Schnabeltierbeobachten verpassen. Der erste davon ist der eineinhalb Kilometer lange Pine Grove Circuit, der durch den Regenwald führt und immer wieder den Blick auf das Pioneer Valley unter einem freigibt. Anschließend kann man entlang der Eungella Dam Road zum Sky Window weiterfahren und den Ausblick von dort genießen, doch viel schöner ist es, auf dem Cedar Grove Track durch eine Würgefeige hindurch und über kleine Bäche sowie unter Palmen dorthin zu spazieren.

Die Araluen Falls

Das Sky Window
Vom Sky Window aus kann man dann theoretisch acht Kilometer entlang des Clarke Range Track weiter zur Broken River Visitor Area wandern, doch da man dort dann ohne Auto stehen würde, ist es besser, man wandert nur die Hälfte der Strecke und erkundet die andere Hälfte von der anderen Seite aus. Wert ist es dieser Pfad allemal, da er durch dichten Regenwald und unter Palmen hindurch führt und einen vor allem früh am Morgen oder während leichten Regens den Dschungel richtig spüren lässt.
Weiter entlang der Straße erreicht man schließlich den beliebtesten Teil des Parks bei Broken River. Von der Brücke über den Fluss aus kann man dann entweder auf dem nach Westen führenden River Walk entlang des Ufers nach Schnabeltieren suchen oder man folgt einer Hälfte des in den tiefen Dschungel führenden Rainforest Circuit und des Granite Bend Circuit entlang des Flusses. Die besten Chancen die Tiere zu sehen, hat man dabei am späten Nachmittag, am frühen Morgen sowie an bedeckten Tagen.
Wer gerne länger wandert, der kann anschließend den einfach acht Kilometer langen Crediton Creek Walk gehen, welcher am Ende auf den Wishing Pool Circuit trifft. Oder man nimmt das Auto hierher und genießt diesen Badeplatz am Broken River ohne schweißtreibende Anreise.

Broken River
Info
Lage: 60 km westlich von Mackay
Anfahrt: In Mackay biegt man vom Bruce Highway Richtung Eungella ab, folgt der Peak Downs Road 6,5 km und nimmt dann die Mackay Eungella Road. Zur Finch Hatton Gorge gelangt man, wenn man nach 50 km auf die Owens Creek Loop Road fährt, diese nach 500 m nach links auf die Gorge Road verlässt und dieser 8,5 km folgt. Die Broken River Section erreicht man, indem man auf der Mackay Eungella Road bleibt, bis man nach fast 20 km in Eungella die Eungella Dam Road nimmt, die einen nach 5 km zum Parkeingang bringt. Der versteckte Eingang zum Wishing Pool Circuit beginnt ggü. dem Parkplatz in der scharfen Kurve entlang der östlichen Crediton Loop Road, welche anfängt, wo die Eungella Dam Road nicht mehr geteert ist.
Achtung: Die letzten 9 km bis Broken River sind teilweise sehr kurvig und steil, weshalb man besonders vorsichtig sein muss, wenn man mit einem Wohnanhänger unterwegs ist. Die Straße zur Finch Hatton Gorge ist teilweise ungeteert und führt über drei kleine Wasserläufe, die meist auch von normalen Autos überquert werden können.
Öffnungszeiten: immer
Eintritt: nichts
Aktivitäten: Wandern, Baden, Tauchen
•
Rainforest Scuba: Tauchen in einem von Schnabeltieren, Schildkröten und zahlreichen Fischen bewohnten, bis zu 4 m tiefen Abschnitt des Finch Hatton Creek; täglich 3 h Touren (1 h Schnabeltierinfos + Tauchen so lange die Luft reicht) um 14 Uhr oder nach Vereinbarung; 115/160 AUD zertifizierter Taucher/Neuling; 55 Anzac Parade, Finch Hatton; www.rainforestscuba.com; Tel.: +61 4 3445 5040
Unterkünfte:
•QPWS Campingplatz Broken River Bush Camp: Standardplatz am Fluss ohne Strom, aber mit Toiletten; 6,55 AUD p. P. (ab 5 J.); Onlinebuchung: www.qld.gov.au/camping ⇨ camping
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Broken River Mountain Resort: am Eingang zur Broken River Section; Zimmer ab 140 AUD und Hütte ab 200 AUD; Eungella Dam Road, Eungella; www.brokenrivermr.com.au; Tel.: +61 7 4958 4000
•Eungella Mountain Edge Escape: 3 Hütten mit Blick über das Pioneer Valley; Hütte ab 120 AUD; North Street, Eungella; www.mountainedgeescape.com.au; Tel.: +61 7 4958 4590
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