Kitabı oxu: «Kleiner Grenzverkehr - Kurzkrimi»

Şrift:

Mischa Bach

Kleiner Grenzverkehr - Kurzkrimi

Saga

Kleiner Grenzverkehr – KurzkrimiCopyright © 2003, 2019 Mischa Bach und SAGA Egmont All rights reserved ISBN: 9788726086713

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

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Kleiner Grenzwerkehr

oder

Stoßgebet zum Gott der Diebe

Im Krankenhaus in Venlo hatten sie mir gesagt, dass man nichts tun kann als abwarten, beten und hoffen. Ich solle mir keine Sorgen machen, im künstlichen Koma ginge es ihm den Umständen entsprechend gut, und bei seinen Werten sei es durchaus wahrscheinlich, dass man rechtzeitig einen Spender finden würde, hieß es. Das klang wie Hohn in meinen Ohren, liebend gerne hätte ich meinem Vater nach seinem Unfall eine meiner Nieren geschenkt, aber, das geht ja nicht. Denn er ist nicht mein biologischer Erzeuger, und meine Werte scheinen ungefähr so exotisch wie meine Geschichte. Was blieb mir also übrig, als auf ein Wunder zu hoffen wie das, dem ich mein Leben verdanke? Nun, ich konnte versuchen, dem nachzuhelfen . . . also beschloss ich, mich aufzumachen auf meine ganz persönliche Pilgerfahrt zu Ehren des Gottes der Diebe.

Entschuldigen Sie, wenn ich Sie jetzt mit all dem überfalle, und dann auch noch vergesse, mich vorzustellen. Also, mein Name ist Hermes Eugene. Das jedenfalls steht in all den Papieren, die mich zum Adoptivsohn meines Vaters machen. Er ist ein wahrer Künstler, obwohl er das höchstens für seine Diebeswerke und vielleicht noch für einige seiner Arbeiten auf Papier und Leinwand gelten lassen würde. Gefälschte Papiere hatten ihn seine erste Familie gekostet, war doch seine Frau mit den beiden Mädchen auf Nimmerwiedersehen verschwunden, als man ihn wegen eben solcher Papiere verhaftete und einsperrte. Das mit mir, sagt er immer, das war was anderes. Das war sowas wie Notwehr, glaub ich, und genauso seh ich meinen Besuch bei Ihnen jetzt auch.

Mein Vater ist sehr konsequent. Nach seiner Haftentlassung zog er von Deutschland ins holländische Arcen, änderte seinen Namen, sein Leben, einfach alles. Aber er ist auch gut darin, die Entscheidungen anderer zu respektieren. Ich bin mir sicher, er wird verstehen, warum ich das hier jetzt mache, es machen muss.

Jedenfalls, ich brach nicht einfach von Venlo aus zu meiner Pilgerfahrt nach Straelen auf. Nein, zuerst fuhr ich nach Hause. Ich brauchte ja das Werkzeug und auch ein paar andere Sachen.

Die Papiere, die hatten eher was von einem Talisman. Kein Mensch kontrolliert einen achtzehnjährigen Schüler, der die Fossa Eugenia entlang radelt, schon gar nicht in den Osterferien. Aber eine Pilgerfahrt, selbst eine so persönliche, sollte gewissen Regeln folgen, finde ich. Und schließlich verdanke ich einen Teil meines Namens diesem Weg, den so viele Niederrheiner wie Niederländer für ihre Sonntagsausflüge nutzen.

Ich gebe zu, ich war aufgeregt, ausgerechnet diesen Weg nach Straelen zu nehmen. Sicher, ich war schon oft hier unterwegs, aber nie mit diesem Ziel und nie allein. Selten am Tag, meist abends oder gleich in der Nacht. Für meinen Vater – und auch für mich, jedenfalls, wenn ich am nächsten Tag keine Schule habe – ist dieser Radweg entlang des gescheiterten, barocken Kanalprojekts gleichen Namens so etwas wie der Weg zur Arbeit.

Ja, auch bei Dieben und Einbrechern gibt es so etwas wie Routine, wie Alltag. Mein Vater muss immer lachen, wenn im Fernsehkrimi mal wieder ein behäbiger Kommissar gewichtig erklärt, dass alle Verbrecher an den Ort ihrer Taten zurückkehren. Weil, für meinen Vater ist das vollkommen logisch. Nicht nur, dass man sich ein Objekt natürlich zuerst mal gründlich anschauen muss – am Niederrhein gibt es schließlich neben den Häusern reicher Bauern und Gartenbaumeistern noch die Domizile der nicht weniger wohlhabenden Großstadtflüchtlinge. Nein, wenn man es richtig anstellt, eben so wie mein Vater, dann ist ein Objekt eine Kuh, die man mehrfach melken kann, und nicht einfach ein Stück Schlachtvieh – ex und hopp, das gibt es bei ihm nicht. Er ist halt ein Künstler: Beim ersten Bruch schaut er sich um und nimmt nur mit, was nicht so schnell vermisst wird und leicht loszuschlagen ist. Was am Rest interessant sein könnte – antike Möbel, schwere Teppiche, Gemälde, auch Pelze und dergleichen – hält er in Skizzen fest, per Hand. Mein Vater ist durch und durch Handwerker, und er ist stolz darauf, dass ich sein Talent zwar nicht über die Gene bekommen haben kann, es aber dennoch inzwischen teile.

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Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
05 may 2025
Həcm:
15 səh. 1 illustrasiya
ISBN:
9788726086713
Naşir:
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
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