Kitabı oxu: «Das Vaterunser»

Şrift:


Inhalt

1  I. Ein paar Dinge vorweg

2  II. „Vater“

3  Mehr Vertrauen geht nicht

4  III. „Unser“

5  Attacke auf die Einsamkeit

6  IV. „Im Himmel“

7  Kitsch ist etwas anderes

8  V. „Geheiligt werde dein Name“

9  Die Wiederentdeckung der Ehrfurcht

10  VI. „Dein Reich komme“

11  Sehnsucht nach einer anderen Welt

12  VII. „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“

13  Verantwortung statt Schicksalsergebenheit

14  VIII. „Unser tägliches Brot gib unsheute“

15  Wie Beten zur Politik wird

16  IX. „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“

17  Das Ende der Verdrängung

18  X. „Führe uns nicht in Versuchung“

19  Jenseits von Pralinen und Bettgeschichten

20  XI. „Erlöse uns von dem Bösen“

21  Vorderhand ein Apfelbäumchen pflanzen

22  XII. „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“

23  Zwecklos, aber nicht sinnlos

24  XIII. „Amen“

25  Kein hemdsärmeliges „O.K.“

26  XIV. Zum Schluss mindestens drei gute Gründe, das Vaterunser zu beten

I. Ein paar Dinge vorweg

1 „Geht eigentlich immer“„Geht eigentlich immer.“ Die freundliche Verkäuferin in der Abteilung für Herrenmode macht ein aufmunterndes Gesicht. Nachdem ich mich bei dem Versuch, einen neuen Pullunder für die Übergangszeit zu erstehen, lange nicht zwischen Marineblau und Bordeauxrot entscheiden kann, hält sie mir schließlich eine unauffällige Strickjacke entgegen. „Hier. Versuchen Sie es doch einmal damit. Mit der Farbe können Sie im Grunde nichts falsch machen. Beige geht eigentlich immer.“„Geht eigentlich immer.“ Manchmal kann man den Eindruck gewinnen, als treffe das auch auf das Vaterunser zu. Kein evangelischer Gottesdienst, keine katholische Messe, keine ökumenische Andacht, keine kirchliche Amtshandlung, kaum eine seelsorgerliche Begegnung am Krankenbett ohne. Das Evangelische Gesangbuch z. B. empfiehlt das Vaterunser – neben dem gottesdienstlichen Gebrauch – sowohl für die Morgen- und Abendandacht als auch für ein mittägliches Friedensgebet, für Advents- und Passionsandachten, für Tagzeitengebete, Nottaufen und Einzelbeichten und schließlich für die Aussegnung eines Leichnams. Der Württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann bekennt freimütig: „Dieses Gebet passt immer. Ob ich zweifle oder vertraue, ob es mir gut geht oder schlecht, ob ich heiter bin oder traurig.“ Letztens behauptete eine Pfarrerin am Ende ihrer gottesdienstlichen Fürbitte sogar, dass „alles, was wir sonst noch auf dem Herzen haben“, in den Worten des folgenden Vaterunsers „zusammengefasst“ sei. Ich gestehe gerne, dass ich das meiste, was ich in dem Moment auf dem Herzen hatte, nicht in den Worten des Vaterunsers „zusammengefasst“ sah. Aber das mag an mir gelegen haben.Dennoch frage ich mich: Ist das Vaterunser überhaupt ein Gebet „für alle Fälle“? So eine Art Passepartout, das irgendwie immer und bei jeder Gelegenheit „passt“? Und mit dem man wie mit einer Strickjacke in Beige jedenfalls „nichts falsch machen kann“? Oder könnte es sein, dass man gerade, indem man es wie eine „Allzweckwaffe“ bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten meint einsetzen zu können, nicht nichts, sondern am Ende alles falsch macht? Mich irritiert, wie gedankenlos oft mit diesem Gebet umgegangen wird – auch im evangelischen Raum. So als sei allein sein Wortlaut eine Art selbstwirksames Mantra, das durch seine ständige Wiederholung eine gewisse Kraft entfalte. Mich irritiert auch, wenn ich in einer katholischen Kirche aus irgendeiner Nische ein fortwährend und rasch gemurmeltes: „Vater unser im Himmel …“ vernehme, während die Perlen eines Rosenkranzes durch die Hände einer alten Frau gleiten. Ich will ja niemandem zu nahe treten, aber könnte es sein, dass das Vaterunser auch manchmal ein wenig zu viel, ein wenig zu stumpfsinnig, ein wenig zu inflationär runtergeleiert wird? Schon Martin Luther beklagte sich seinerzeit mehr als einmal darüber, dass das Vaterunser „der größte Märtyrer auf Erden“ sei. „Denn jedermann plagts und missbrauchts.“ Harte Worte, sicher. Aber hat der Mann so Unrecht?Doch dann denke ich wieder andersherum. Ein Gebet, das „eigentlich immer geht“, hat ja vielleicht auch sein Gutes. Hat ja vielleicht auch etwas Entlastendes an sich. Wo steht denn geschrieben, dass man sich bei all und jeder Gelegenheit immer gleich tiefe Gedanken darüber machen muss, wie und was man beten soll? Vielleicht ist es ja manchmal nur ein Gefühl oder ein unbedingtes Bedürfnis, jetzt ein Gebet zu sprechen. Solche Situationen gibt es doch. Und dann auch die Erfahrung, dass einem genau in solch einer Situation aus irgendeinem Grunde die Worte fehlen. Selbst der Apostel Paulus seufzte gelegentlich: „Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt“ (Römer 8,26). Ist es da nicht manchmal einfach gut und entlastend, auf Vorhandenes, durch Jahrhunderte hindurch Bewährtes zurückgreifen zu können, ohne lange nachdenken zu müssen? Der Theologe Eberhard Jüngel berichtet davon, wie seine Mutter während eines Bombenangriffs im Luftschutzbunker mit lauter Stimme das Vaterunser gebetet habe. Sie, eine – wie ersagt – „nicht im kirchlichen Sinne fromme Frau“, hatte in dieser Extremsituation, die einem die eigene Sprache gewiss verschlagen kann, einfach auf für sie vertraute Worte zurückgegriffen. War das so verkehrt? Muss ein Gebet, das „eigentlich immer geht“, deshalb auch immer gleich problematisch sein?So sind wir, noch ehe wir uns auch nur mit einem einzigen Wörtchen aus dem Vaterunser selbst beschäftigt haben, bereits mit etlichen nicht ganz unwichtigen Fragen konfrontiert. Eine weitere – scheinbar nur äußerliche – ist: Wie lautet eigentlich der richtige Name dieses Gebets?

2 „Vaterunser“, „Unser Vater“, „Gebet des Herrn“ oder wie?„Vater unser im Himmel …“ So ist uns der Beginn des Vaterunsers wohl vertraut. Doch wenn wir nicht wüssten, dass es sich nun einmal um das zentrale Gebet der Christenheit handelt, müssten wir bereits jetzt stutzen. „Vater unser“ – hat da jemand im Deutschunterricht vielleicht nicht richtig aufgepasst? Es muss wohl im dritten oder vierten Schuljahr gewesen sein: „besitzanzeigende Fürwörter“. Mein, dein, unser, euer usw. Bitte grundsätzlich vor und nicht nach dem dazugehörigen Hauptwort. Also: „mein Haus“ und nicht: „Haus mein“. Doch hier: „Vater unser“. Komisch.Um das zu verstehen, müssen wir einen kleinen Schritt zurückgehen. Das Vaterunser ist – wir werden darauf noch verschiedentlich zu sprechen kommen – ursprünglich ja nicht in Deutsch, sondern in Griechisch aufgeschrieben worden, der Sprache des Neuen Testaments. Und hier ist es nun einmal so, dass das besitzanzeigende Fürwort in der Regel nicht vor, sondern nach dem Hauptwort kommt. Ähnlich ist es im Lateinischen, also der Sprache, in die die Bibel schon ein paar Jahrhunderte später übersetzt wurde. Auchhier gilt – anders als im Deutschen – in der Regel: besitzanzeigendes Fürwort (Possessivpronomen) bitte hinter das Hauptwort (Substantiv). Der Anfang des Vaterunsers hört sich dann – so viel Latein darf es jetzt mal sein – so an: „pater noster“.Nun kennen wir den Begriff „Paternoster“ noch aus einem ganz anderen Zusammenhang. Im Hauptverwaltungsgebäude der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Bochum z. B. befindet sich ein merkwürdiger Aufzug. Ohne anzuhalten, kreisen dort ein paar Personenkabinen von Stockwerk zu Stockwerk. Und zwar im Kreise auf und ab: ein Paternoster. Wie kommt der Aufzug zu diesem Spitznamen? Es gibt da einen, zugegeben: etwas schrillen Zusammenhang. Beim Anblick der Konstruktion eines Paternosters kann man sich nämlich mit etwas Phantasie an eine Perlenschnur, gleich dem katholischen Rosenkranz, erinnert fühlen. Dieser ist – wir erinnern uns – zumindest für die katholische Frömmigkeit eine sozusagen „handgreifliche“ Möglichkeit, das Vaterunser wiederholend zu beten. Jetzt also: jede Kabine gewissermaßen eine Vaterunser-Perle. Spitznamen haben manchmal merkwürdige Entstehungsgeschichten.Unser „pater noster“ war nun über viele Jahrhunderte hinweg insofern bedeutsam, als Latein das gesamte Mittelalter hindurch die allumfassende, alle verbindende Kirchensprache war. In den Gottesdiensten wurde von Generation zu Generation eben das lateinische „pater noster“ gebetet. Besser gesagt: vorgebetet. Denn des Lateinischen mächtig waren, wenn überhaupt, nur die Mönche und Priester. Das einfache Volk dagegen vernahm fremde Vokabeln und murmelte sie vielleicht nach. Ob es immer verstanden hat, was es da zu hören und nachzumurmeln gab, sei dahingestellt.Eines der Verdienste der Reformation war es jedenfalls, den christlichen Glauben aus dieser sprachlichen Fremdbestimmung befreit zu haben. Deshalb übersetzte Luther das Neue Testament ins Deutsche. Und so eben auch das ehemalige „pater noster“. Über die Frage, weshalb er nun – etwa in seinen Katechismen – nicht, wie es grammatisch korrekt gewesen wäre, mit „unser Vater“, sondern mit „Vater unser“ übersetzt, kann man nur Vermutungen anstellen. Wahrscheinlich war es einfach nur eine kleine Konzession an seine römisch-katholische Herkunft, mit der er ja ursprünglich gar nicht brechen wollte. Nicht nur beim Namen des Vaterunsers kann man bei Luther immer wieder seine römischen Eierschalen erkennen. Warum auch nicht? „Niemals geht man so ganz“, sang Trude Herr. Das trifft in gewisser Weise auch auf die Reformatoren zu. Zumindest die lutherischen. Anders die reformierten Reformatoren, Zwingli, Calvin und wie sie alle hießen. Ursprünglich durchaus von Luthers Erkenntnissen auf den Weg gebracht, zogen sie doch mitunter erheblich radikalere theologische Konsequenzen, was den Neuanfang der Kirche betrifft. Etwa die in reformierten Kirchen anzutreffende sehr auffällige Kargheit ist auch Ausdruck des Willens, sich von allem katholischen Anschein unbedingt abzusetzen. Keine Bilder, kein Altar, kein Kreuz, keine Kerzen, keine Blumen. Und so eben auch kein immer noch an das katholische „pater noster“ erinnernde „Vater unser“, sondern „unser Vater“. Alle reformierten Bekenntnisschriften, Lehrbücher und Gottesdienstordnungen ziehen diese Sprachregelung durch. Bis heute wird in einem reformierten Gottesdienst konsequent das „Unser Vater“ und nicht das „Vaterunser“ gebetet. Weshalb es bei Letzterem dann noch einmal zu einer Wortverschmelzung gekommen ist, ist wohl den ungeschriebenen Gesetzen stehender Redensarten geschuldet, so wie wir das von dem Paternoster in der Bochumer Hauptverwaltung her kennen.Zuweilen begegnen aber auch andere Namen „Gebet des Herrn“ oder auch nur „Herrengebet“. Oder – wie es in manchen Gottesdiensten heißt – „das Gebet, das Jesus Christus selbst uns gelehrt hat“. Da ist etwas dran. Denn das Vaterunser ist uns ja in der Tat als ein Gebet Jesu überliefert. Die Formulierung „Gebet des Herrn“ weist also auf die Einzigartigkeit und besondere Autorität dieses Textes hin. Es ist schon etwas anderes, ob ich meine eigenen, nicht selten auch kümmerlichen Worte zusammenkrame oder ob ich so bete, „wie Jesus Christus selbst uns gelehrt hat“. Ohne damit die manchmal auch kümmerlichen eigenen Gebetsworte gering zu schätzen. Zumindest hält uns das „Herrengebet“ – im Englischen „Lord’s Prayer“ – eher dazu an, sorgfältig auf seine Worte zu achten. Und genau darum soll es uns ja gehen.„Vaterunser“, „Unser Vater“ oder „Gebet des Herrn“? Wenn man weiß, was man betet, muss man die Bedeutung dieser unterschiedlichen Begriffe nicht zu hoch hängen. Und schon gar nicht eignen sie sich für einen konfessionellen Stellvertreterkrieg. Wer am Ende theologisch Recht hat – Katholiken, Lutheraner oder Reformier-te –, das entscheidet sich ganz gewiss nicht an ein paar korrekten Vokabeln. Warum kann man – etwa als reformierter Christ – nicht die christliche Freiheit haben, „Vater unser“ wacker mitzubeten, wenn es um höhere, etwa ökumenische Belange geht? Und was die rein sprachliche Fremdheit angeht, so sind wir ja auch sonst nicht so zimperlich in unseren Kirchen. Welcher normale Christenmensch weiß denn genau, was es mit dem Wort „Kyrie eleison“ auf sich hat? Oder weshalb wir nicht „Christus“, sondern „Christe, du Lamm Gottes“ singen? Von „Leib Christi“ oder „Jesu (statt: Jesus), meine Freude“ ganz zu schweigen. Nein, an Vokabeln und Grammatiken kann es nicht hängen. Aber woran dann? Schon wieder also eine Frage. Doch muss das von Nachteil sein?

3 Eine Art ModellIn der Bibel begegnet uns das Vaterunser in zwei verschiedenen Versionen. Wir finden sie bei den Evangelisten Matthäus und Lukas.Matthäus 6,9-13:Unser Vater im Himmel!Dein Name werde geheiligt.Dein Reich komme.Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.Unser tägliches Brot gib uns heute.Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.Und führe uns nicht in Versuchung,sondern erlöse uns von dem Bösen.Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.Amen.Lukas 11,2-4:Vater!Dein Name werde geheiligt.Dein Reich komme.Unser tägliches Brot gib uns Tag für Tagund vergib uns unsre Sünden;denn auch wir vergeben allen, die an uns schuldig werden.Und führe uns nicht in Versuchung.Schon ein erster flüchtiger Blick zeigt, dass beide Texte nicht völlig identisch sind. Hartgesottene Fundamentalisten werden bereits hier ihre Probleme bekommen: Kann es denn sein, dass sich Jesus bei der einen oder anderen Version vertan hat? Dass er, der Sohn Gottes, ausgerechnet bei solch einem wichtigen und zentralen Gebet den korrekten Wortlaut nicht mehr richtig zusammengekriegt hat?Ehe wir uns hier in unfruchtbaren Spekulationen verlieren, sollten wir uns nüchtern vor Augen halten, dass uns der Originalton dessen, was Jesus einmal tatsächlich gesagt hat, nirgendwo erhalten ist. Was wir haben, das sind die Zeugnisse von Menschen, die das, was sie von ihm gehört haben, weitergeben. Zunächst von Mund zu Mund, später durch Aufschreiben und Abschreiben. Hatte Jesus selbst noch das damals in Israel gebräuchliche Aramäisch gesprochen, so sind die späteren schriftlichen Aufzeichnungen seiner Worte und Taten im Neuen Testament allesamt in Griechisch verfasst, der seinerzeitigen Verkehrssprache im gesamten Mittelmeerraum. Man kann sich nur wundern, dass es bei solch einem komplexen Entstehungsprozess überhaupt noch so viele inhaltliche Übereinstimmungen in den Evangelien gibt. Doch wo Menschen am Werk sind, gibt es natürlich auch unterschiedliche Wahrnehmungen und eigene Akzentsetzungen. So erklären sich – bei allen Übereinstimmungen – die durchaus vorhandenen Unterschiede in den neutestamentlichen Zeugnissen. Nicht zuletzt auch in den beiden Versionen des Vaterunsers.Manche sehen darin die Autorität der neutestamentlichen Texte angekratzt. Kann man so sehen. Man kann es aber auch anders sehen. Verschiedene Wahrnehmungen ein und derselben Sache müssen sich ja nicht zwangsläufig widersprechen. Sie können ja auch einander ergänzen und sich am Ende vielleicht sogar gegenseitig bereichern. Wenn also die beiden Evangelisten Matthäus und Lukas den Wortlaut des Vaterunsers nicht hundertprozentig deckungsgleich wiedergeben, laden sie uns zunächst einmal ein, von ihren unterschiedlichen Wahrnehmungen zu profitieren. Was der eine nicht hat, hat vielleicht der andere. Schön dumm, wollten wir von vornherein auf eine Bereicherung unserer Erkenntnis verzichten.Warum nun Matthäus und Lukas zwei verschiedene Versionen des Vaterunsers aufgeschrieben haben, darüber können wir allerdings nur Vermutungen anstellen. Lag es daran, dass sie auf verschiedene Überlieferungen zurückgreifen mussten? Lag es an ihren verschiedenen „religiösen Sozialisationen“, wie wir heute sagen würden? Lag es womöglich an ihren unterschiedlichen theologischen Interessen? Wir wissen es nicht. Durchgesetzt hat sich in der weltweiten Christenheit jedenfalls bis heute die längere Version des Evangelisten Matthäus. Deshalb werden wir im Folgenden an ihrem Wortlaut entlanggehen und da, wo es sinnvoll erscheint, auf die Varianten beim Evangelisten Lukas eingehen.Ein erster unterschiedlicher Akzent beider Versionen ergibt sich bereits aus dem jeweiligen Zusammenhang, in dem sie stehen. Bei Matthäus begegnet uns das Vaterunser im Zusammenhang der Bergpredigt. In deren Verlauf kommt Jesus auf viele verschiedene Themen zu sprechen. So auch auf das Thema „Frömmigkeit“. Für die jüdischen Menschen der damaligen Zeit bestand diese vor allem im regelmäßigen Almosengeben, Beten und Fasten. Dagegen hat Jesus grundsätzlich nichts. Ist er doch schließlich selbst Jude und hält sich, wie wir immer wieder lesen, treu an die religiöse Glaubenspraxis seines Volkes. Im Judentum gehört dazu auch ein ausgeprägtes Gebetsleben. Neben den Psalmen belegen das vor allem die vielen jüdischen Gebetstexte, etwa das Schma Jisrael („Höre Israel“),das Achtzehngebet oder die verschiedenen Versionen des Kaddisch („Heilig“), um nur einige zu nennen. Wir können davon ausgehen, dass Jesus diese Texte vertraut waren und er sie selber praktizierte.Was er in der Bergpredigt allerdings heftig anprangert, ist nicht der Gebrauch, sondern der Missbrauch von Frömmigkeit. Nun kann man sagen: Missbrauch von Almosengeben, o. k., haben wir schon mal was von gehört. Wenn man z. B. an die vielen Firmen oder Promis denkt, die sich vor Weihnachten mit ihren Spenden öffentlichdicketun, nur um ihr Image zu polieren, das ist schon peinlich. Und Missbrauch von Fasten, nun gut, soll es auch geben. Man kann schließlich alles übertreiben, wenn man sich allein die vielen Magermodels vor Augen hält. Aber Missbrauch des Gebets? Kann es das auch geben? Ja, sagt Jesus. „Wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.“ (Matthäus 6,5.7)Diesem Missbrauch des Gebets hält Jesus nun das Vaterunser entgegen: „Darum sollt ihr so beten.“ Man kann fragen, was genau mit dem Wörtchen „so“ gemeint ist. Wenn man den eingangs erwähnten, manchmal fast schon inflationären Gebrauch des Vaterunsers ansieht, dann kann dieses „so“ keinesfalls bedeuten, ausgerechnet mit dem Vaterunser in den Missbrauch des „Viele-Worte-Machens“ zurückzufallen. Und wenn man sich die beiden Textvarianten bei Matthäus und Lukas vergegenwärtigt, dann kann das „so“ wohl auch nicht als ein „so und nicht anders“ verstanden werden. Der Zusammenhang legt vielmehr nahe, das „so“ so zu verstehen, dass mit den Worten des Vaterunsers eine Art Anleitung zum rechten Beten gegeben werden soll, ein Hinweis darauf, was im Gebet wichtig ist und was nicht. Sicher ist das Vaterunser selbst ein Gebet. Und auch nicht irgendeins, sondern in der Tat das, „das Jesus Christus selbst uns gelehrt hat“. Und schon deshalb sollte sein Gebrauch von höchstem Respekt und großer Gewissenhaftigkeit geprägt sein. Mehr noch aber scheint es ein grundlegendes Modell zu sein, wie rechtes Beten aussehen kann. Und warum dann nicht auch mit anderen oder gar eigenen Worten?Für diese Deutung des Wörtchens „so“ spricht auch der Zusammenhang bei Lukas. Auch dort geht es um das Thema „Beten“, aber anders als bei Matthäus. Es heißt da: „Und es begab sich, dass Jesus an einem Ort war und betete. Als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte.“ (Lukas 11,1) Die Frage der Jünger richtet sich also auf das „wie“ des rechten Betens, so wie sie das etwa bei Johannes dem Täufer und dessen Anhängerschaft beobachtet hatten. Indem Jesus nun auf die Bitte seiner Jünger antwortet: „Wenn ihr betet, so sprecht“, dann ist dieses „so“ offenbar genau die Antwort auf das erbetene „wie“. Das Vaterunser also vor allem die Antwort auf die Frage nach der rechten Art und Weise des Betens.Bereits diese ersten Beobachtungen am biblischen Text machen deutlich, dass das Vaterunser ganz und gar nicht dazu angetan ist, bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit sozusagen ohne Sinn und Verstand „geplappert“ zu werden. Ganz im Gegenteil. Das Vaterunser mit seinen vielen gewichtigen Inhalten hält uns dazu an, uns selber Gedanken zu machen, wie und was überhaupt verantwortungsvoll zu beten ist. Das Vaterunser ist kein Gebet zum gedankenlosen Runterleiern. Es ist vor allem ein Gebet zum Nachdenken.

II. „Vater“
Mehr Vertrauen geht nicht

1 Wie bei Opas altem Diaprojektor„Schon hier hört es bei mir auf.“ Erschrocken blickt die Runde auf die junge Frau mir gegenüber. Wir befinden uns in einem Gesprächskreis, der sich monatlich um Themen des Glaubens und Lebens trifft. Heute Abend geht es um den Anfang des Vaterunsers: Vater unser … „Schon hier hört es bei mir auf.“ Die junge Frau erzählt von ihren Schwierigkeiten, sich Gott als Vater vorzustellen. Das hänge mit bestimmten Erfahrungen ihrer Kindheit zusammen. Ihr Vater sei ein regelrechter Tyrann gewesen. Oft sei er angetrunken nach Hause gekommen und habe sie und ihre Schwester grundlos verprügelt. „Und dann gab es da noch die Nächte, wenn er in unser Schlafzimmer kam …“ Sie bricht ab. Ein paar Tränen rinnen ihr über das Gesicht. Die Frau neben ihr nimmt sie in den Arm. Wir anderen unterbrechen das Gespräch für eine Weile.Es gibt nicht wenige Menschen, die beim Beten des Vaterunsers bereits mit der Anrede Gottes ihre Probleme haben. Immerhin bezeichnet „Vater“ ja eine bestimmte Person, mit der jeder Mensch seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht hat. Wenn nun Gott im Vaterunser als „Vater“ angeredet wird, scheint es leicht nachvollziehbar, dass manche Menschen ihre Vatererfahrungen eben auch auf Gott übertragen: Habe ich gute Erfahrungen mit meinem eigenen Vater gemacht, dann fällt es mir nicht schwer, nun auch Gott mit „Vater“ anzusprechen. Habe ich schlechte Erfahrungen gemacht, dann kann ich da eben eventuell schnell ins Stolpern geraten. Man kann sich das wie eine Art „Projektion“ vorstellen, wenn man sich noch an Opas alten Diaprojektor erinnert. Das „Dia“ meiner eigenen Vatererfahrung wird nun auf die große „Leinwand“ meiner Gottesvorstellung projiziert. Das Problem dabei ist nur: Auf der Leinwand ist nie mehr und grundsätzlich nie etwas anderes zu sehen als das, was auf dem Dia in meinem Kopf bereits vorhanden ist. Aus Sicht des Glaubens ist das insofern schade oder manchmal sogar gefährlich, weil ich – gefangen in meiner eigenen Vatererfahrung – kaum mehr in der Lage bin, auch einmal eine neue Erfahrung mit Gott als „Vater“ zu machen.In der Bibel wird dieser problematische Vorgang häufig thematisiert, dort allerdings nicht „Projektion“, sondern „Bilder machen“ genannt. „Du sollst dir kein Bildnis machen …“ heißt es beispielsweise bereits in den Zehn Geboten (2. Mose 20,4). Warum? Weil Bilder – neben aller Anschaulichkeit, die sicher nützlich seinkann – immer auch die Gefahr der Einengung, der Verfügung, ja der Beherrschung meines Gegenübers bedeuten können. Eine Gefahr, die wir aus dem zwischenmenschlichen Bereich gut kennen. Wie ich mit einer Frau, einem Mann, einem Kind, einem Italiener, einem Menschen mit einer Behinderung oder einer anderen Hautfarbe umgehe, hängt häufig zuhöchst eben von dem „Bild“ ab, das ich zuvor von einer Frau, einem Mann, einem Kind, einem Italiener, einem Menschen mit einer Behinderung oder einer anderen Hautfarbe in meinem Kopf gespeichert habe. Dieses Bild in meinem Kopf mag seine verschiedenen Ursachen haben. Es ist aber oft genug auch ein Hindernis, mich dem konkreten Menschen vor mir ohne Vorbehalt zuzuwenden. Der Schriftsteller Max Frisch hat diesen Vorgang mit geradezu religiösem Pathos gegeißelt: „Es ist eine Versündigung, die wir fast ohne Unterlass begehen.“ Und die Theologin Dorothee Sölle spricht in dem Zusammenhang sogar von einem „Begräbnis“. Indem ich mir ein Bild von meinem Gegenüber mache, „begrabe“ ich gewissermaßen seine Möglichkeit, auch „ganz anders“ sein zu können.Die Bibel kritisiert solche „Versündigung“ des Bildermachens vor allem im Hinblick auf Gott. Sich von ihm ein Bild machen, hieße ja: sich ihn nach den eigenen Vorstellungen zurechtbasteln. Ihn nur das sein lassen, was unsere menschlichen Erfahrungen hergeben. Hieße: Gott letztlich in unsere Verfügung bekommen. Hieße: Gottes Möglichkeit, auch „ganz anders“ sein zu können – mit Sölle zu spre-chen –, zu „begraben“. Die Bibel jedenfalls verurteilt diese Art des Bildermachens von Gott mit überaus beißendem Spott: „Ihre Götzen aber sind Silber und Gold, von Menschenhänden gemacht. Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht, sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Nasen und riechen nicht, sie haben Hände und greifen nicht, Füße haben sie und gehen nicht, und kein Laut kommt aus ihrer Kehle.“ (Psalm 115,4-7) Wo Gott in ein von Menschen gemachtes Bild gezwängt wird, ist er nicht mehr der Freie und Lebendige, sondern allenfalls noch ein toter Götze.Nun kann man fragen: Aber ist nicht die Anrede „Vater“ genauso ein menschliches Bild von Gott? Und zwar eins, das uns doch immerhin von Jesus selbst in den Mund gelegt wird. Und weiter: Bietet uns die Bibel nicht an anderen Stellen zahllose weitere menschliche Bilder von Gott an: etwa „Hirte“ (Psalm 23,1), „Freund“ (2. Mose 33,11), „Arzt“ (2. Mose 15,26), „Richter“ (Psalm 50,6) oder auch „Mutter“ (Jesaja 66,13), um nur einige zu nennen? Doch genau diese Vielfalt biblischer Gottes„bilder“ sollte uns aufmerken lassen. Es wird seinen Grund haben, dass die Bibel Gott nicht in einem einzigen Bild festlegt. Die verschiedenen Bilder sind offenbar dazu da, je nach Situation ganz verschiedene Seiten Gottes zum Sprechen zu bringen. Gott selbst entzieht sich immer wieder allen menschlichen Festlegungen. Er bleibt der Freie, der Lebendige und Souveräne. Deshalb beginnt der erwähnte Spottpsalm mit den Worten: „Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will“ (Psalm 115,3). Man tut also gut daran, die biblischen Gottes„bilder“ nicht gleich von seinen eigenen Erfahrungen her zu deuten, sondern von dem her, was diese Bilder von sich aus über Gott sagen wollen. Dazu ist es nötig, immer wieder ein wenig Abstand von sich selbst zu gewinnen. Auch von den – so oder so gemachten – guten oder schlechten Vatererfahrungen.Der Theologe Karl Barth hat deshalb an dieser Stelle gemeint, dass man den „Diaprojektor“ am Ende gewissermaßen umdrehen müsse. Gottes Vatersein bestimme sich nicht nach Maßgabe menschlicher Vatererfahrungen. Es sei vielmehr genau umgekehrt: Gottes ursprüngliches und eigentliches Vatersein sei das „Urbild“, an dem sich dann alle menschliche Vaterschaft zu orientieren habe. In letzter Zeit ist ja immer wieder von den sogenannten „neuen Vätern“ die Rede. Von Männern, die „anders“ mit ihren Kindern umgehen wollen und sollen, als sie das vielleicht selber bei ihren eigenen Vätern erlebt haben. Hier beim „Vater“ des Vaterunsers hätten sie einen Ansatzpunkt zur Umorientierung.

2 „Abba“Wir erinnern uns: Das Wort „Vater“ ist eine Übersetzung des entsprechenden Wortes im griechischen Urtext des Neuen Testaments. Und auch dieser Urtext ist ja nur eine spätere Verschriftlichung dessen, was einmal – etwa eine Generation vorher – von Jesus selbst gesprochen worden war, und zwar in seiner Muttersprache, dem Aramäischen. In dieser seiner Muttersprache hat Jesus – darin sind sich die Forscher sehr einig – mit hoher Wahrscheinlichkeit für „Vater“ das aramäische Wort „Abba“ benutzt. Wenn wir dieses Wort einmal laut aussprechen, merken wir rasch, dass es allein seinem Klang nach einen ganz anderen Ton anschlägt als das herbere „Vater“ bzw. „pater“. „Abba“ – das klingt ja fast wie „Papa“. In diesen beiden schlichten Silben liegt alle kindliche Zärtlichkeit. Liegt ein großes Vertrauen, eine große Nähe. Wie viele verletzte Kinderseelen haben sich nicht schon in dieses warme Wort hinein bergen können: „Papa“. Und alles wird gut.Es ist schon sehr auffallend, dass Jesus Gott sehr häufig mit „Vater“ bzw. auch mit „mein Vater“, d. h. in seiner Sprache mit „Abba“ anredet. Die wohl bekannteste Stelle finden wir in der Passionsgeschichte, wo Jesus kurz vor seinem Tod im Garten Gethsemane mit Gott ringt: „Abba, mein Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir; doch nicht, was ich will, sondern was du willst!“ (Markus 14,36). „Abba“: auch hier der Ausdruck grenzenlosen Vertrauens – selbst wenn der Weg bitter ist. Auch Jesus vertraut darauf, dass alles gut wird. Auf Karfreitag folgt Ostern.Dieses „andere“ Vatersein Gottes wird in der wohl bekanntesten biblischen Geschichte, nämlich der vom „verlorenen Sohn“, anschaulich (Lukas 15,11-32). Ein Sohn lässt sich von seinem Vater das ihm zustehende Erbe vor der Zeit auszahlen. Er geht in die Fremde, verprasst dort sein Hab und Gut mit falschen Freunden und Dirnen und landet schließlich im Schweinestall. Reumütig kehrt er zu seinem Vater zurück, sich nicht mehr als würdig empfindend, überhaupt „Sohn“ genannt zu werden. Und der Vater? Statt den Sohn mit durchaus nachvollziehbaren Vorwürfen zu überschütten, eilt er ihm – o Wunder – entgegen, schließt ihn in die Arme und gibt zu seinen Ehren ein großes Fest. Es ist dies die vielleicht ergreifendste biblische Geschichte über das „andere“ Vatersein Gottes. Sie erschließt sich aber wohl nur dem, der bereit ist, wenigstens für einen Moment einmal von seinen eigenen menschlichen Vatererfahrungen abzusehen.Im biblischen „Vater“ schwingt aber auch noch etwas anderes mit. Das hat vor allem mit den sozialen Strukturen der damaligen Zeit zu tun. Im ganzen alten Orient ist der Vater – z. T. ja noch bis heute – das unangefochtene Oberhaupt der Familie. Er hat das Sagen. Ihm gebühren Respekt und Gehorsam. Ja, das biblische „Vater“ hat auch etwas Herrscherliches an sich. Das scheint nun allerdings wieder nach „Projektion“ zu klingen, so als würde ein menschliches Herrscherbild mit all seinen autoritären Zügen nun doch auf Gott übertragen. Aber – auch der „herrschenden“ Seite Gottes als „Vater“ fehlt jedes Despotische und Unterdrückerische, wie wir es vielleicht sogleich mit „Herrschen“ assoziieren. Das kann man sich an den Zehn Geboten ziemlich gut verdeutlichen. Gewiss, sie werden „geboten“ und fordern Respekt und Gehorsam. Aber ihr Ziel ist nicht willenlose Unterwerfung unter eine fremde Willkür, sondern der Ruf in ein gelingendes Leben aller, der Ruf in die Freiheit. Die Gebote wollen allesamt dem Menschen zugutekommen. Kein Wunder, wenn die Bibel sie immer wieder mit Motiven des Genießens besingt: „Die Rechte des Herrn sind süßer als Honig und Honigseim“ (Psalm 19,11). Ja, solch eine väterliche „Herrschaft“ lässt man sich doch gerne gefallen.Jesus nennt Gott „Abba“ – mit all seinen „anderen“ Vaterseiten. Und im Vaterunser lädt er nun auch uns dazu ein, es ihm gleichzutun. Was für eine hohe Wertschätzung allein das. Und mehr noch: Was für eine Wohltat, sich mit dem Wörtchen „Vater“ einem solchen Gott anvertrauen zu dürfen. Auch im Schweren. Mehr Vertrauen geht nicht.

3 Die Tür des Gefängnisses öffnenIch kehre in Gedanken in unsere Gesprächsrunde zurück. Die schlimmen Vatererfahrungen der jungen Frau wollen mir nicht aus dem Kopf. Sie sind nun einmal Teil ihres Lebens und können nicht einfach mir nichts, dir nichts wegradiert werden. Gut, wenn es Menschen um sie gibt, die dafür Verständnis haben oder sie von Zeit zu Zeit einfach nur in den Arm nehmen.Mich beschäftigt aber auch die Frage, ob es unbedingt dabei bleiben muss, dass sie das Vaterunser, zumindest was die Anrede Gottes angeht, nicht unbeschwert mitbeten kann. Manche Frauen mit ähnlich schlimmen Vatererfahrungen empfehlen, stattdessen „Mutter“ zu sagen. Aber löst das das Problem der „Projektion“? Es gibt doch schließlich auch schlimme Muttererfahrungen. Selbst „Ärzte“, „Richter“ und „Freunde“ – um noch einmal ein paar andere Gottes„bilder“ der Bibel aufzugreifen – sind auch nicht immer ohne Fehl und Tadel, um problemlos als „Dia“ für unsere Gottesvorstellungen herhalten zu können. Wir kommen in dieser Sache wahrscheinlich überhaupt nicht weiter, wenn wir immer nur von uns ausgehen. So sehr es in anderen Zusammenhängen durchaus sinnvoll sein kann, von sich auszugehen, im Hinblick auf Gott funktioniert das offenbar nicht.Es geht wahrscheinlich nur so, dass wir, wenn wir das Vaterunser beten, schon die Bereitschaft aufbringen müssen, uns einer anderen Botschaft zu öffnen. So wichtig und gewichtig unsere menschlichen Erfahrungen auch sein mögen, sie sollen doch nicht zu einem Gefängnis werden, das nichts anderes mehr zulässt. Ich wünschte es jedenfalls jener jungen Frau – und nicht nur ihr –, dass sie ihre gemachten schlimmen Erfahrungen nicht daran hindern, noch einmal etwas anderem, genauer: einem anderen zu begegnen. Ob sie dann auch eine andere Anrede für Gott findet, ja vielleicht sogar irgendwann einmal wieder zum „Vater“ zurückzukehrt, ist dann vielleicht auch nicht mehr so entscheidend. Entscheidend ist, ob sie in den Worten des Vaterunsers ein neues Vertrauen schöpfen kann. Ein Vertrauen, das ihre gemachten schlimmen Erfahrungen nicht einfach in Luft auflöst. Wohl aber die Tür des Gefängnisses ein wenig öffnet.

III. „Unser“
Attacke auf die Einsamkeit

1 „Beten kann ich auch zu Hause“„Beten kann ich auch zu Hause.“ Mit geschwellter Brust knallt mir Robert seine Rechtfertigung, weshalb er es am Sonntagmorgen vorzieht auszuschlafen, statt den Gottesdienst aufzusuchen, vor den Latz. Wir sitzen gerade auf eine auskömmliche Pizza bei „Mamma Leone“ in der Innenstadt. Es hat sich im Laufe der Jahre einfach so eingespielt, dass wir uns von Zeit zu Zeit ein wenig über alles Wichtige austauschen: Berufliches, Beziehungen, Fußball. Was halt so anliegt. Irgendwann kommt das Gespräch auch auf die Wochenendgestaltung. Noch ehe ich das Wort „Gottesdienst“ auch nur ausgesprochen habe, platzt es schon aus Robert heraus: „Beten kann ich auch zu Hause. Dafür muss ich nicht jeden Sonntag in die Kirche rennen.“ Ich verkneife mir die Frage, ob er es auch tatsächlich tut. Wir sitzen hier nicht im Verhör, sondern bei „Quattro Stagioni“ und labendem Pinot Grigio.„Beten kann ich auch zu Hause.“ Roberts Schnellfeuergeschoss will mir nicht aus dem Kopf. Ja, natürlich kann er auch zu Hause beten. Von mir aus kann er auch in einem Hühnerstall oder am Strand von Portofino beten. Wenn ich nur an ein paar Menschen der Bibel denke, dann kommen mir noch ganz andere Orte in den Sinn, wo gebetet werden kann: in der Wüste (Lukas 5,6), auf einem Berg (Lukas 6,12), an irgendeinem Flussufer (Apostelgeschichte 16,13), auf dem Dach eines Hauses (Apostelgeschichte 10,9), ja sogar im Bauch eines großen Fisches (Jona 2,2). Das ist es nicht, weshalb mir Roberts Äußerung nicht aus dem Kopf will. Ich habe vielmehr den Eindruck, dass in seiner Bemerkung noch etwas ganz anderes mitschwingt. Es ist die häufig anzutreffende Einstellung, dass Glaube „doch schließlich Privatsache“ sei und keinen anderen etwas angehe. Habe nicht Jesus selber gesagt: „Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.“ (Matthäus 6,6)Wenn es sich mit dem Wort vom „Kämmerlein“ tatsächlich so verhält, sollten wir dann nicht besser „mein Vater“ statt „unser Vater“ beten? Immerhin spricht doch auch Jesus selbst seinen himmlischen Vater immer wieder mit „mein Vater“ an (z. B. Matthäus 26,39). Und wenn man allein das Johannesevangelium nimmt, so redet er dort Seite um Seite in fast schon monotoner Weise von Gott als von „meinem Vater“. Ist also nicht Jesus selbst der wandelnde Beleg dafür, dass das Gebet eine ganz persönliche Sache ist, die ausschließlich in die intime Zweisamkeit zwischen mir und Gott gehört? Und müssten wir dann nicht fairerweise auch den vielen Roberts Recht geben, die meinen, „schließlich auch alleine“ beten zu können, statt die Gemeinschaft anderer Menschen aufsuchen zu „müssen“? Aber warum dann – um alles – „unser“ statt „mein“ im Vaterunser, und das mehr als einmal? Fragen über Fragen. Mal wieder. Wir wollen sehen, ob die Bibel selbst uns ein wenig Klarheit verschaffen kann.

2 Eine ziemliche ZumutungAls Erstes fällt auf, dass Jesus unmittelbar vor dem berühmten „Kämmerlein“-Wort seine Zuhörerschaft nicht mit „du“, sondern mit „ihr“ anredet: „Wenn ihr betet …“ (Matthäus 6,5), also Mehrzahl statt Einzahl. Und auch unmittelbar nach dem „Kämmerlein“-Wort geht es im Plural weiter, nicht zuletzt eben in der Anrede des Vaterunsers selber: „Unser Vater …“ Ja, nicht nur durch die ganze Bergpredigt, sondern auch durch das gesamte Evangelium hindurch zieht sich die „Ihr“-Anrede Jesu an die Seinen wie ein roter Faden. Das wird nur gelegentlich unterbrochen, nämlich dann, wenn Jesus einmal einen einzelnen Menschen ganz persönlich anspricht. Offenbar sieht Jesus den Menschen nicht zuerst als Einzelwesen, sondern als Teil einer Gemeinschaft.Damit befindet er sich durchaus in guter biblischer Gesellschaft. Schließlich heißt es bereits in einem der Schöpfungsberichte, dass es „nicht gut“ sei, „dass der Mensch allein sei“ (1. Mose 2,18). Der Gedanke, dass der Mensch grundsätzlich nicht für die Einsamkeit, sondern für das Miteinander bestimmt ist, zieht sich fortan wie ein roter Faden durch die gesamte Bibel hindurch. Wie anders ist es zu verstehen, wenn etwa im Alten Testament immer wieder auf das „Volk“ und im Neuen Testament vor allem auf die „Gemeinde“ abgehoben wird? Wie anders sind die vielen Weisungen –allen voran die Zehn Gebote – zu verstehen, die immer wieder auf ein gelingendes gesellschaftliches Miteinander abzielen? Wie anders ist etwa ein Paulus zu verstehen, der bekanntlich die Liebe, also die Zuwendung zum Nächsten, als „das Größte“ pries (vgl. 1. Korinther 13,13)? „Der Mensch wird am Du zum Ich“, sagt der jüdische Philosoph Martin Buber. Ein großes Wort, gelassen ausgesprochen.So nimmt es denn nicht wunder, dass auch das Beten in der Bibel vor allem im „Wir“-Modus begegnet: „Wir danken dir, Gott, und verkünden deine Wunder.“ (Psalm 75,2) Oder: „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben ...“ (Psalm 46,2). Gebete, die offensichtlich aus einem gemeinschaftlichen Glauben heraus entstanden sind. Der Plural des Vaterunsers fügt sich hier also nahtlos ein. Ebenso wie die zahlreichen – ebenfalls im Plural gehaltenen – Aufforderungen zum Beten im übrigen Neuen Testament: „Betet stets in allen Anliegen“ (Epheser 6,18). Oder: „Ihr aber, meine Lieben, ... betet“ (Judas 20). Deshalb überrascht es dann auch nicht, wenn wir etwa in der Apostelgeschichte von den ersten Christen lesen: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet“ (Apostelgeschichte 2,42). Das „Wir“ des Glaubens scheint also von Anfang an von elementarer Bedeutung zu sein. Auch für das Gebet.Nun kann man einwenden: Und was ist mit den vielen Gebeten im „Ich“-Modus, die in der Bibel ja nun auch nicht gerade selten vorkommen? „Ich will den Herrn loben allezeit“ (Psalm 34,2). „Der Herr ist mein Hirte“ (Psalm 23,1). „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“ (Psalm 130,1). Um nur einmal ein paar bekannte Gebete zu zitieren. Nun darf man allerdings nicht dem Kurzschluss verfallen und das hier begegnende „Ich“ mit dem verwechseln, was man etwa seit Beginn der Neuzeit unter „Individuum“ versteht. Das „Ich“ der Psalmen etwa ist meist eingebettet in ein kollektives „Wir“, ja manchmal kaum davon zu unterscheiden. Neben allen persönlichen Anliegen spricht aus dem „Ich“ des Beters auch immer der gemeinschaftliche Glaube Israels. Das führt nicht selten zu der stilistischen Kuriosität, dass in ein und demselben Psalm „Ich“ und „Wir“ munter wechseln. „Lobe den Herrn, meine Seele … Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden“ (Psalm 103,1.10). Man fragt sich: Wer betet hier eigentlich? Der Einzelne oder die Gemeinschaft? Für den biblischen Glauben ist das offenbar keine grundsätzliche Alternative.Von dort fällt dann auch auf die anderen scheinbar einzelnen Beterinnen und Beter der Bibel ein anderes Licht: Abraham, Mirjam, Mose, Hanna, Hiob, Jeremia, Judith, Maria, Stephanus, Paulus, Petrus und wie sie alle heißen. Nicht zuletzt Jesus selbst – ob in der Wüste, auf dem Berg oder im Garten Gethsemane. Auf den ersten Blick allesamt eindrucksvolle Beispiele des vielbeschworenen „einsamen Beters“, der in heldisch-ringender Pose alleine vor „seinem“ Gott steht. Bei Lichte besehen stehen diese Einzelnen aber gar nicht alleine vor „ihrem“ Gott. Auch mit ihren ganz persönlichen Anliegen und individuellen Schicksalen, auch mit ihrem mitunter großen Alleinsein sind sie doch immer angebunden an ein größeres Ganzes. Selbst der völlig isolierte Jona im Bauch des Fisches betet noch Worte aus dem Psalmengut seines Volkes. Ja, man muss es wohl in aller Deutlichkeit so sagen: Der unter uns so beliebte Glaube als „Privatsache“ findet jedenfalls in der Bibel überhaupt keinen Anhalt.„Unser Vater …“ Wenn Jesus uns auffordert, so zu beten, radiert er damit keinesfalls unsere Individualität aus. Vielmehr macht er damit deutlich, dass jedes Gebet, auch ein noch so persönliches, an niemanden anderen gerichtet sein kann als an den, der der „Vater aller“ (Epheser 4,6) ist. Wer „Vater unser …“ betet, behält also neben dem eigenen Anliegen gleichzeitig das Anliegen der Anderen mit im Blick. Melanie Behringer, frisch gebackene Olympiasiegerin im Frauenfußball, wird gefragt, ob sie vor einem Spiel für den Sieg ihrer Mannschaft bete. Behringers Antwort: „Ich habe das früher gemacht. Aber in der gegnerischen Mannschaft kann ein Spieler genau dasselbe beten. Und jetzt, was macht Gott?“ Gute Frage. Wenn denn derselbe Gott, zu dem ich vertrauensvoll „mein Vater“ sagen darf, gleichzeitig „unser Vater“, also der Vater aller ist.So führt das „Unser“ im Vaterunser geradewegs in eine ganz neue Dimension des Gebets: die Fürbitte. Und zwar ganz unabhängig davon, ob der Andere, für den ich bete, selber an Gott glaubt und zu ihm betet oder auch nicht. Der christliche Glaube glaubt ja nicht an einen, wie es manchmal heißt, „Christengott“, sondern eben an den „Vater aller“. In der Fürbitte solidarisiert sich der Glaube auch mit der nichtglaubenden und nichtbetenden Welt, weil er weiß, dass dieser Vater „seine Sonne aufgehen lässt über Böse und Gute und regnen lässt über Gerechte und Ungerechte“ (Matthäus 5,45). Solange also eine christliche Gemeinde in ihre Fürbitte den „Anderen“, den Außenstehenden, den fernen Nächsten, den Zweifler, den Atheisten und Spötter, ja den Bösen und Ungerechten nicht grundsätzlich miteinschließt, solange betet sie jedenfalls nicht von sich aus zu dem Herrn Himmels und der Erden. Solange betet sie nicht wirklich glaubwürdig: „Vater unser …“Das alles hört sich nach einer ziemlichen Zumutung an. Und ist es sicher manchmal auch. Wenn man nur daran denkt, wie der Blick auf den „Anderen“ – etwa in der Bergpredigt – geradezu auf die Spitze getrieben wird: „Segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen“ (Lukas 6,28). Doch wo steht geschrieben, dass der Glaube grundsätzlich ohne Zumutungen auskommt? Was wir vielmehr lesen, ist, dass solche Zumutungen nicht notwendig zu einer Überforderung führen müssen: „Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch“ (Psalm 68,20). Wer hätte gedacht, dass soviel – Unbequemes, aber auch Entlastendes – in dem kleinen Wörtchen „unser“ steckt?

3 Robert nicht mehr allein zu HausKann Robert „auch zu Hause beten“? Selbstverständlich kann er das. Und es ist ihm wahrhaftig zu wünschen, dass er es nicht nur „kann“, sondern tatsächlich auch tut. Und sofern er sich bei solch einem persönlichen Gebet vom Vaterunser inspirieren lässt, könnte es sein, dass er beim „Unser“ nicht nur ins Stolpern, sondern vielleicht auch einmal in ein neues, heilsames Nachdenken gerät.Es könnte nämlich sein, dass ihm über dem „Unser“ klar wird, dass er als Christenmensch nicht allein auf der Welt ist. Weder im Angesicht der Geschichte noch im Angesicht der Gegenwart. Geschichtlich gesehen ist Robert ja nicht der Erste, der das Vaterunser spricht. Seit den Tagen Jesu haben unzählige Generationen genau diese Worte wieder und wieder gebetet, in ihrem Herzen bewegt und an Kinder und Kindeskinder weitergegeben. Auch Robert ist das Vaterunser von irgendjemandem vor ihm beigebracht worden. Vielleicht war es seine Mutter, vielleicht seine Kindergottesdiensthelferin, vielleicht sein Konfirmator. Und nun findet er sich – das Vaterunser betend – am Ende einer zweitausend Jahre langen Kette von Beterinnen und Betern wieder. Ein faszinierender Gedanke. Wer ihn einmal „hautnah“ erleben möchte, begebe sich einfach in eine alte romanische Kirche. In solchem „Stein gewordenen Gebet“ ist manchmal tatsächlich etwas zu spüren von der Faszination der betenden Generationenkette, in deren Reihe auch Robert stehen darf. Egal ob in einer romanischen Kirche oder „im Kämmerlein“ zu Haus.Wenn Robert das Vaterunser betet, ist er aber nicht nur geschichtlich gesehen, sondern auch gegenwärtig nicht mehr allein zu Haus. Es sind ja nicht nur die Menschen vor, sondern auch die Menschen neben ihm, die das Vaterunser beten. Robert ist schließlich nicht der einzige Christ auf der Welt. Überall – von Rumeln-Kaldenhausen bis Kuala Lumpur – beten auch heute noch jeden Tag Christinnen und Christen das „Gebet des Herrn“. Gewiss gibt es unter den vielen christlichen Konfessionen zum Teil erhebliche Unterschiede. Indes: Das Vaterunser gehört nicht dazu. Es gehört zu den alle Christen verbindenden Gemeinsamkeiten. Wer auch immer seine Worte spricht, ist damit auf unsichtbare Weise mit der ganzen Christenheit auf Erden verbunden: Wahrhaftig, so könnte man mit Helmut Thielicke sagen, ein „Gebet, das die Welt umspannt“. Geradezu eine Attacke auf die Einsamkeit. Ein weiterer faszinierender Gedanke.Von dem her könnte dann für Robert auch der „Andere“ ganz neu in den Blick kommen. Das „Unser“ im Vaterunser könnte ihn nämlich davor bewahren, gewissermaßen zu einem „religiösen Spießer“ zu werden, der bei seinem Gebet „im Kämmerlein“ nur noch egozentrisch um sich selbst kreist und sich seinen privaten Gott nach eigenem Gutdünken zurechtbastelt. So wie uns im Alten Testament verschiedentlich von sogenannten „Hausgötzen“ berichtet wird, die ihrem Besitzer vor allem zu Willen zu sein hatten. Jenes „Unser“ könnte vielmehr Roberts Blick heilsam auf Situationen weiten, mit denen er möglicherweise gar nicht unmittelbar zu tun hat, die ihn aber trotzdem etwas angehen könnten: ferne Katastrophen, Hungersnöte, globale Ungerechtigkeiten, Flüchtlingsschicksale oder auch nur der „kranke Nachbar“ aus Matthias Claudius’ berühmtem Abendlied. Es wird seinen Grund haben, wenn die Bibel eindringlich dazu auffordert, „dass man vor allen Dingen Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige und für alle Obrigkeit tue“ (1. Timotheus 2,1f). Manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenigstens für einen Moment einmal von sich absehen zu dürfen. Insofern hätte die Fürbitte auch für Robert selbst ihr Gutes.Und dann könnte es am Ende sein, dass das „Unser“ im Vaterunser auch Robert noch einmal neu motiviert, vielleicht einmal sein „Kämmerlein“ zu verlassen und die Wohltat eines gottesdienstlichen „Wir“ aufzusuchen. Oder wollte er mit seiner Allerweltsweisheit, „auch zu Hause“ beten zu können, etwa behaupten, dass er im Glauben prinzipiell keines Anderen bedürfe? Beziehungsweise umgekehrt, dass die christliche Gemeinde auf seine Anwesenheit grundsätzlich verzichten könne? Ernsthaft wird das wohl niemand annehmen dürfen. Doch was mag es dann sein, weshalb Robert partout und ausschließlich nur „zu Hause“ beten möchte? Ach, ich vergaß, es ging ja eigentlich nur ums Ausschlafen. Oder noch um etwas ganz anderes? Jedenfalls auch hier wieder genügend Grund zum Nachdenken.

Pulsuz fraqment bitdi.

22,69 ₼

Janr və etiketlər

Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
25 iyun 2025
Həcm:
151 səh. 2 illustrasiyalar
ISBN:
9783761564479
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
Yükləmə formatı:

Oxşar kitablar