Kitabı oxu: «Unnützes Wissen Bergisches Land.»
Olaf Link und Hans-Georg Wenke
UNNÜTZES
WISSEN
BERGISCHES LAND
Skurrile Fakten zum Angeben
SUTTON
Inhalt
Unnützes Wissen Bergisches Land
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Impressum
Author
Postraub
In der Nacht vom 28. auf den 29. Oktober 1799 wurde bei Richrath die zwischen Köln und Elberfeld fahrende Post von einer etwa 40 Mann starken Bande um 13.471 Reichstaler beraubt.
Quer durchs Bergische
Der Gedanke, „quer durchs Bergische“ zu fahren, ist touristisch äußerst reizvoll. Für Eilige empfehlen die Navigationssysteme das Bergische zu umrunden bzw. zu umfahren – bloß nicht „mitten durch“. Von Velbert bis Wiehl, den nordwest- und südöstlichen Eckpunkten des Bergischen, werden entweder die Autobahnkombinationen A3 und A4 oder A46, A45 und A4 empfohlen. Das sind einmal rund 100, einmal ca. 150 Kilometer, die Fahrzeit beträgt zwischen eineinviertel und eindreiviertel Stunden. Mit dem Zug fährt man am besten über Köln, die Fahrt dauert dann rund drei Stunden. Radfahrer haben auf direkter Strecke 800 Steigungs- und Gefälle-Meter vor sich und fünf bis sechs Stunden Fahrzeit. Und zu Fuß? Rund 16 Stunden sagt der Navigator, wobei man auf den Wanderwegen 1.200 Meter mal auf und dann wieder auf- und absteigen muss.
Ehrenbürger
Der in Köln geborene Komponist Max Bruch (1838–1920) ist Ehrenbürger von Bergisch Gladbach. Auf dem dortigen Igeler Hof schrieb er eine große Zahl seiner Werke.
Wupper und Wipper
Der Ursprung der Flussnamen Wupper und Wipper ist Deutung, weniger fester Beleg: Er soll sich vom Wippen des munteren Mittelgebirgsbächleins ableiten. Vielleicht ist der Name Wipper bzw. Wupper auch deshalb nicht einzigartig. In Thüringen findet sich ein gleichnamiges Gewässer (Wipper) als Nebenfluss der Unstrut, in Sachsen-Anhalt gibt es ebenfalls eine Wipper als Nebenfluss der Saale sowie die „Verbandsgemeinde Saale-Wipper“.

Verballhornung
Johann Ballhorn war ein Buchdrucker (um 1550), der eigenmächtig eingereichte Manuskripte nach Gutdünken verbessert und damit Fehler „verschlimmbessert“ haben soll. Das Entstellen von Wörtern, Namen oder Wendungen nennt man daher heute noch Verballhornung. Auch mit bergischen Namen klappt das ganz gut: Aus Hückeswagen wird dann die Aufforderung des reisenden Händlers „Hüh!, Käs-Wagen“ und aus Gummersbach der Grummersbach (grummelnd, grummelig – gemeint ist die typische in sich gekehrte oberbergische Mentalität der ortsstämmigen Bewohner). Keine Verbiegung sind jedoch solche Wandlungen wie die des Namens Grevenrode zu Gräfrath, also die (Wald-)Rodung der Grafen (zu Berg, natürlich).
Quellensuche
Gibt es die Wupper? O ja, natürlich, welch eine Frage. Offen jedoch bleibt die Frage, wo sie denn beginnt. Zwar wird bei Börlinghausen eine sozusagen inoffiziell offizielle, in Stein gefasste Wupperquelle zelebriert, es sind jedoch mehr als drei Dutzend andere Rinnsale, ähnliche Zuflüsse und Ursprünge, die man ebenfalls mit diesem Attribut hätte belegen können. Ein Fluss ohne definierten Anfang also, aber immerhin fließt die Wupper definitiv bei Leverkusen-Rheindorf unwiderruflich in den Rhein.
Ungefiltert
Die „Dröppelminna“ ist eine Kranenkanne aus Zinn. Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass sich der Kaffeemott, andernorts auch als Kaffeesatz bekannt, unten in der Kanne absetzte. Wenn der Kaffee in der Kanne langsam zur Neige ging, musste man diese leicht kippen, und dabei geriet nicht selten Mott in den Hahn und verstopfte ihn so, dass der Kaffee nur noch in die Tasse „dröppelte“.

Bergische Brauereien
Im Jahr 1834 gab es im Bergischen Land 183 Brauereien, die sich in den damals bestehenden Kreisen Düsseldorf, Elberfeld-Barmen, Solingen, Lennep, Gummersbach, Siegburg und Waldbröl zentrierten. Die meisten dieser Brauereien waren unmittelbar mit Schankwirtschaften, manche auch mit landwirtschaftlichen Betrieben verbunden.
Beinamen
Einst waren charakterisierende Attribute Bestandteile von Namen, Personen oder Orten, z. B. Lutherstadt Wittenberg, Karl der Große, Kunibert der Jüngere. Heute schmücken sich Städte wieder gerne damit oder die Eigenschaften sind sogar fester Namensbestandteil. Auch Nordrhein-Westfalen erlaubt diese Zusätze wieder, die von alters her oft Bestandteil der Identifikation und Selbstdarstellung sind:
1 •Klingenstadt Solingen
2 •Schloßstadt Velbert (gemeint ist kein Bauwerk, sondern die Schlösser-Industrie)
3 •Schloss-Stadt Hückeswagen (nun ist aber das kleine, schmucke Schloss gemeint)
4 •Remscheid, die Seestadt auf dem Berge (wegen ihrer Export-Bedeutung)
5 •Grafenstädtchen Burg a.d.W. (als es selbstständig und noch nicht Stadtteil von Solingen war)
6 •Kürten, die Stockhausen-Gemeinde
7 •Radevormwald – Stadt auf der Höhe
Spitzenreiter
In einer „Statistischen Darstellung des Kreises Solingen“ merkte Georg von Hauer, Landrat zu Opladen, im Jahr 1832 an: „Unter allen Nahrungsmitteln haben die Kartoffeln die meiste und fast unglaubliche Verbreitung gewonnen.“
Wirtschaftsflüchtling
Die erste Druckerei an der Wupper verdankt das Bergische Land der inquisitorischen Herrschaft der mittelalterlichen Kirche. In Köln wurde es dem Verleger und Buchdrucker Johann Soter zu gefährlich, sein Wirken im Schatten der (damals noch lange nicht errichteten, geschweige denn vollendeten) Domtürme auszuüben. Zu konträr war der Inhalt seiner Bücher, als dass es sich der Klerus gefallen lassen hätte. So flüchtete er an die seinerzeit urwaldähnlichen Ufer und Auen der Wupper und ließ sich an einem Ort nieder, der auf der Grenze des heutigen Solingens zu Remscheid liegt, genannt Papiermühle. Denn wie früher üblich, war das ganze grafische Gewerk an einer Stelle vereint: Hier wurde Papier geschöpft, Lettern wurden gegossen, Bücher gesetzt, gedruckt, gebunden und in mannigfacher Form verkauft. 1437 hielt so die Schwarze Kunst Einzug ins wilde, ungestüme und aufsässige Bergische Land.

Barrierefreie Dhünn
Der größte Nebenfluss der Wupper ist die Dhünn – immerhin 40 Kilometer lang und zwischendurch zu einer mächtigen Talsperre gestaut. Im April 2010 wurde die Dhünn Nordrhein-Westfalens erster „barrierefreier Fluss“. Gemeint ist damit, dass von der Mündung bei Rheindorf (Leverkusen) in den Rhein bis zur Staumauer der Talsperre (die größte Trinkwassertalsperre Westdeutschlands) kein Querbauwerk die Wanderung der Fische stört, mit dem Erfolg, dass sich einst vertriebene Fischarten erfreulich zügig und in einer bemerkenswerten Vielfalt wieder hier ansiedeln (ja, auch Lachse).
Schlacht bei Worringen
Die Freiheit des Bergischen Landes entschied sich streng genommen etwas außerhalb der als allgemein angesehenen Grenzen des Bergischen Landes, nämlich 1288 südlich des linksrheinischen und damit „außerbergischen“ Ortes Worringen, heute Stadtteil von Köln. Hier fand eine Schlacht statt, deren Bedeutung unter anderem darin bestand, dass Düsseldorf Stadtrechte erhielt. Damit war der Weg frei, sich später als Hauptstadt (Sitz der Grafen, nachmalige Herzöge) von Berg zu etablieren. Insofern ist dies der Grund, dass das eigentlich geografisch stärker zum nachmaligen Westfalen tendierende Bergische Land eher „rheinisch“ wurde. Noch heute ist dieser Mentalitätsgraben im Bergischen Land deutlich spürbar.
Fußballstar
Johannes Löhr aus Eitorf, der im dortigen Sportverein 09 seine Karriere als Fußballspieler begann, war 1968 Torschützenkönig der Bundesliga und bestritt fast zwei Dutzend Spiele in der Nationalmannschaft.

Regen
LUV-Effekt, so nennen Meteorologen, was für das Bergische Land charakteristisch ist. Die wolken- und damit regenreichen Tiefdruckgebiete ziehen vom Eismeer (Island, Grönland) meist über England und die Benelux-Länder gen Westen und treffen direkt östlich des Rheines auf der geografischen Höhe zwischen Velbert/Wuppertal im nördlichen und etwa Siegburg im südlichen Teil auf das Bergische Land. Die Wolken steigen – und regnen aus. Während ganz Nordrhein-Westfalen im Durchschnitt um 900 Millimeter Niederschlag per anno misst, sind es im Bergischen bis zu 1.700 Millimeter; gleichermaßen gilt dies auch für die Eifel, das Sieger- und Sauerland (sozusagen die „Randgebirge“ des Bergischen Landes). Kein Wunder, dass das Bergische somit Deutschlands Kerngebiet der Talsperren wurde. Abgeleitet wird das Wasser in Tausenden Bächen und gesammelt in weit über 100 Talsperren, größeren Weihern und Teichen. Doch als Flüsse (also Wasserläufe mit gewissem Volumen und Länge) gelten nur Wupper (116 km) und Agger (70 km); hinzu kommen geografisch am Rande des Bergischen noch Sieg (123 km) und Ruhr (93 km).
Medizinalordnung
In der für das Bergische Land am 8. Juni 1773 von Kurfürst Carl Theodor erlassenen Medizinalordnung wurde die Höhe von Gebühren festgelegt, nach der sich die Ärzte zu richten hatten. Für die Feststellung des Todes eines Menschen innerhalb des Wohnortes erhielt ein Arzt 1 Reichstaler, für das Öffnen des Leichnams 1 Reichstaler und 30 Stüber. Bei ärztlichen Leistungen außerhalb des Wohnortes kamen 3 Reichstaler hinzu.
Talsperre
Die erste Trinkwasser-Talsperre Deutschlands wurde in Remscheid im Eschbachtal errichtet. Sie ist noch heute in Betrieb. Die Kronenlänge beträgt 160 Meter, die Kronenbreite 5 Meter und die Höhe des Bauwerks 25 Meter. Der Aachener Baumeister und Konstrukteur Otto Intze erdachte das Prinzip der konischen, gemauerten Staumauer, wie wir sie noch heute kennen.

Für den Bergischen Dom
Die in Hückeswagen geborene Maria Zanders gründete 1894 den Altenberger Domverein, dem die Instandsetzung des „Bergischen Doms“ zu danken ist.
Drosseln
Bis etwa 1880 galten Wacholderdrosseln, auch „Krammetvögel“ genannt, im Bergischen Land als Leckerbissen. Im Herbst wurden die Drosseln von Vogelfängern gefangen, die sie in mit Wacholderbeeren gefüllte Fallen lockten.

Ran an den Speck
An Pfingsten verspeiste man im Oberbergischen früher gerne Peißkoochen zum Frühstück, einen aus Weizenmehl, Eiern, Butter, Milch, Rosinen und Speck zubereiteten Pfannekuchen.
Bergisches Land = Großstadtzentrum
Die bevölkerungsreichste Stadt des Bergischen Landes ist Wuppertal mit rund 350.000 Einwohnern. Remscheid steuert zum Bergischen Städtedreieck 110.000 und Solingen 160.000 Bürger bei. Die südlichste Großstadt des Bergischen ist Bergisch Gladbach mit rund 110.000 Bewohnern. Doch rings um das Bergische Land reihen sich dicht besiedelte Kommunen, sodass in unmittelbarer Nähe zum Bergischen durchaus von einer Mega-Metropole gesprochen werden kann. Mit allen positiven (und manchmal negativen) Folgen: von einer beeindruckenden Zahl an Opern- und Schauspielhäusern, Museen „wie Sand am Meer“ und Versorgungszentren aller Art bis zum täglichen Verkehrskollaps mit nicht selten 200, 300 Kilometern Stau auf den Autobahnen und Hauptschleichwegen.
Bergisch-Land-nahe Großstädte: Köln (über 1 Mio.), Düsseldorf (620.000), Essen (590.000), Duisburg (500.000), Bochum (360.000), Bonn (320.000), Hagen (190.000), Siegen (100.000).
Bergische Kräher
Zwar sagt man den Bergischen Menschen nach, aufsässig und nörglerisch zu sein, Streit zuweilen zu zelebrieren und dauernd zu meckern, aber der Name „Bergische Kräher“ ist allein einer Hühnerrasse zuzuordnen. Dem Vernehmen nach soll diese Rasse vom Balkan stammen und verwandtschaftliche Beziehungen zu den Bosnischen und Kosovo-Krähern haben, rein unpolitisch gesehen natürlich. Auch steht geschrieben, spanische Mönche hätten die Bergischen Kräher aus Spanien importiert. Na dann: olé! Genau wie der Bergische Urmensch werden auch die Bergischen Kräher auf der Liste der gefährdeten Arten geführt.
Öffentliche Verhandlung
Das unter französischer Herrschaft im Jahr 1811 aufgelöste Gericht zu Odenthal bestand aus sieben Schöffen, die in der Regel im wahrsten Sinne des Wortes öffentlich, nämlich unter freiem Himmel, vor der Burg Strauweiler, tagten.
Ein Schutzheiliger
Bezüglich Gezelinus von Schlebusch, der während des 12. Jahrhunderts dort, wo heute die Stadt Leverkusen liegt, wirkte, ist überliefert, dass er Kopf- und Augenkrankheiten sowie Epilepsie zu heilen wusste.
Mitte
Wo ist eigentlich die Mitte des Bergischen Landes? Betrachtet man Landkarten, kann man den Mittelpunkt nach verschiedenen Methoden festlegen; eine feste Norm oder Regel gibt es nicht. Deshalb rufen als Mitte eines Gebiets genannte Orte meist Erstaunen hervor, hier hätte man das Zentrum niemals erwartet. Für ganz Deutschland in den heutigen Grenzen wird meist ein Gedenkstein zwischen Ober- und Niederdorla in Thüringen (Region Unstrut-Hainich) angegeben. Für das Bergische Land legen wir dann einmal fest: Hier soll es sein, nämlich östlich des nordöstlichen Armes der Aggertalsperre bei der Ortschaft Lieberhausen. Netter Name, passt! (abgeleitet aus der offiziellen Landkarte der Interessenvertretung „Das Bergische Städtedreieck“).
Gegen Zahnschmerzen
In einer Solinger Zeitung wurde in der Ausgabe vom 8. November 1828 gegen Zahnschmerzen das Folgende empfohlen: „Einige Finger voll Salz, in ein linnenes Tüchlein gethan, in kaltes Wasser getaucht, an die Nase gehalten und kräftig von ihr aufgesaugt, hilft schier auf der Stelle."

Sendegebiet
Das Bergische Land wird von einem WDR-Landesstudio betreut, nämlich dem Studio Wuppertal/Bergisches Land. Die Peripherie im Süden orientiert sich an und informiert sich eher im Studio Siegen, westlich sind es das Studio Köln und Studio Düsseldorf, nördlich das Studio Essen. Die Lokalzeit „Bergisch Land“ im 3. Programm ist das TV-Fenster für das Kerngebiet des Bergischen und hat hohe Einschaltquoten.

Wer die Wahl hat
Die Reichstagswahl des Jahres 1887 fiel auf Rosenmontag, den 21. Februar. Wer es in den bergischen Städten und Gemeinden wagte, maskiert ein Wahllokal zu betreten, riskierte nicht nur eine Geld-, sondern auch eine Haftstrafe.
Bundespräsidentenland
Mit drei bisherigen Bundespräsidenten ist das Bergische Land und seine Peripherie bundespolitisch eine echte Hausnummer. Walter Scheel war Solinger, Johannes Rau Wuppertaler und Gustav Heinemann Schwelmer; er ist übrigens auch der Schwiegervater von Johannes Rau. Immerhin stammt der häufig (falsch) zitierte Heinrich Lübke aus dem angrenzenden Sauerland.
Tuffi
Diesen Namen kennt ganz Wuppertal. Der damals vierjährige Baby-Elefant des Zirkus Althof wurde 1950 zu Werbezwecken in eine Schwebebahn verfrachtet. Das Schaukeln ängstigte ihn so sehr, dass er die Tür zertrümmerte und aus der fahrenden Bahn in die Wupper sprang. Den Vier-Meter-Sturz überstand er unverletzt.

Vater und Sohn
Friedrich Engels, Vater des gleichnamigen Sohnes, der gemeinsam mit Karl Marx das Kommunistische Manifest verfasste, begann seine Karriere als Textilfabrikant in Engelskirchen, wo er mit den aus Manchester stammenden Brüdern Ermen die Baumwollspinnerei Ermen & Engels gründete.
Sambatrasse
Dem beliebten schwingenden Tanz verdankt die ehemalige einspurige, sehr kurvenreiche Bahnstrecke zwischen Wuppertal-Zoo und -Cronenberg ihren Spitznamen. Heute ist sie ein gut ausgebauter Fahrrad- und Wanderweg durch das Waldgebiet Burgholz. Züge fuhren hier von 1891 bis 1988, zehn Kilometer ist der Kurvenparcours lang.
Zwölf Nächte
Im 19. Jahrhundert war es während der sogenannten Zwölf Nächte im gesamten Oberbergischen Land üblich, auf bestimmte Tätigkeiten zu verzichten. Hierzu zählte das Dreschen, Spinnen, Stricken und Waschen. Wer solche Arbeiten dennoch verrichtete, müsse, so hieß es, mit großem Unglück rechnen.
Männer wie wir – Wicküler Bier
In Elberfeld wurde 1845 die Wicküler Brauerei gegründet, die sich 1896 mit der Küpper Brauerei vereinigte und eine der ersten Großbrauereien im Bergischen Land war.

Werdener Abtei
An der nördlichen Grenze des Bergischen an der Ruhr (heute zur Stadt Essen gehörend) gelegen, befand sich seit etwa 800 ein Kloster. Eigentlich geografisch dem Bergischen Land zugehörig, ist das Kloster auch Zeichen einer historisch belegbaren scharfen Grenzziehung, denn seine Besitztümer und damit Einflüsse orientierten sich nach Norden, „westfälisch“ sozusagen.
Gut gegossen
Die wohl erste im Bergischen Land gefertigte Kranenkanne stammte von dem Zinngießer Johann Arnold Lucas (1729–1808). Dieser lebte in Elberfeld, das gemeinsam mit Barmen zu den blühendsten deutschen Wirtschaftszentren zählte. Da die Nachfrage der dortigen Besitzbürger nach der „Dröppelminna“ stetig zunahm, produzierten in Elberfeld bald auch die Zinngießer Arrenberg und Barkhaus und in Barmen Gösser die zinnerne, dreibeinige Kanne.
Barmer Zeltmission
Das Bergische war – und ist – christreligiöses Missionsland. Noch heute sind Menschen, die sich für den Glauben einsetzen, unter der Bezeichnung „Barmer Zeltmission“ deutschlandweit unterwegs und bezeichnen Deutschland als ein Missionsland.
Fußball(-Liga)
Dieses Stichwort erwähnt man besser nicht. Allein der Wuppertaler SV hat es mal für eine kurze Zeit in die Bundesliga geschafft (1972) und nahm sogar am UEFA-Cup teil. Der Stürmer Günter Pröpper ist ein bekannter Name aus dieser Zeit. Ob sich der Dauerbrenner, die ursprüngliche Firmenmannschaft Bayer Leverkusen, als „Bergisch“ fühlt, bleibt wohl unbeantwortet. Im Bergischen hat der Club Anhänger, doch sind die Sympathien, die auch von Köln über Mönchengladbach bis nach Dortmund und Schalke reichen, wohl sehr gemischt verteilt.
Kinderfreundlich
Der Anschnitt eines frischen Brotes stand in den meisten Landstrichen des Bergischen Landes dem Haushaltsvorstand, also dem Vater, zu. In Richrath allerdings war es üblich, dass er die erste Scheibe nicht selbst verzehrte, sondern einem seiner Kinder schenkte.

Rummelpott
So hieß das zu Fastnacht beliebte Lärminstrument. Es handelte sich dabei um einen mit einer Schweinsblase überzogenen Topf mit einem Loch in der Mitte, durch das ein Rohr auf- und abgezogen wurde, sodass ein tiefer, brummender Ton entstand.
Teures Brot
Eine Missernte im Jahr 1846 führte im gesamten Bergischen Land zu einer Erhöhung der Brotpreise. So stieg der Preis für Roggenbrot von Ende 1845 bis Anfang 1847 um das Doppelte. Ein Arbeiter musste bis zu 12 Stunden arbeiten, um ein solches Brot kaufen zu können.
Bundesliga
Bergische Sportvereine sind sehr wohl in Bundesligen vertreten. Sport kann auch im Kopf stattfinden: Die Schachgesellschaft Solingen e.V. spielt in der Schach-Bundesliga, ist mehrfacher Deutscher Meister, Pokalsieger sowie Europapokalsieger.

Rauchen verboten
Eine Reihe von Polizeiverordnungen aus den Jahren 1807 und 1808 sind äußerst merkwürdig und kulturell von großem Interesse: Wer in der Öffentlichkeit rauchte, dessen Pfeife wurde sofort ohne jede Gnade konfisziert, denn Rauchen auf der Straße galt als Kapitalverbrechen.

Alles neu
Der Rhein-Wupper-Kreis wurde im Zuge der Gebietsreform zum 1. Januar 1975 aufgelöst.
Warzen
Vom 17. bis hinein ins 19. Jahrhundert glaubten im Bergischen Land lebende Menschen, deren Körper Warzen aufwiesen, diese mit der Hand eines Toten in Berührung bringen zu müssen, um Heilung zu erfahren. Im selben Maße nämlich, wie der Leichnam verwese, verschwänden, so die auf Aberglauben basierende Hoffnung, auch die Warzen.
Standhaft
Als Steherrennen bezeichnet man ein Radrennen auf einer Radrennbahn, bei dem die Radfahrer im Schatten von Motorrädern fahren. Auf diesen typischerweise stark knatternden Maschinen stehen die Fahrer, und das bei Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern über längere Zeit. Die dicht im Windschatten hinterherradelnden Fahrradfahrer beugen sich nach vorne, um wenig Luftwiderstand zu bieten. Steherrennen (von „to stay“, engl. für bleiben) haben auf einer im Bergischen einmaligen Radrennbahn am Dorperhof in Solingen Tradition und werden heutzutage wieder gepflegt.
Schmuggelei
Der Fuhrmann Heinrich Baum aus Remscheid wurde am 21. Januar 1804 für schuldig befunden, verschiedene Waren aus dem Rechtsrheinischen nach Köln geschmuggelt zu haben.
Bergische Diva
Die Sopranistin Anja Harteros, die unter dem Dirigat von Daniel Barenboim, Sir Eliot Gardener oder Kent Nagano an den bekanntesten Opernhäusern der Welt gastierte, erblickte 1972 in Bergneustadt das Licht der Welt.
Weltmeister
Bei diesem Begriff denkt man an Sport – schließt man Denksport ein, stimmt es. Benjamin Frost aus Wuppertal wurde 2019 im Rahmen der World Skills in Kazan (Russland) Programmier-Weltmeister (Software-Entwicklung). Ansonsten ist die Liste an Bergischen Weltmeistern, bezogen auf alle Disziplinen, beachtlich lang, zu lang, um sie hier alle aufzuzählen.

Alkoholsteuer
Auf dem Bergischen Landtag von 1610 wurde eine Steuer auf das Bier- und Weinzapfen vereinbart, zunächst befristet auf sechs Jahre, die ab dem 10. Juni 1611 zu entrichten war. Diese Alkoholsteuer blieb jedoch weit über die Dauer von sechs Jahren hinaus bestehen. Noch der des Öfteren in Geldverlegenheiten steckende Kurfürst Karl Theodor betrachtete das Bier als geeignetes Objekt, seine Kasse zu füllen.
Schnauzer
Mit Heiner Brand vom Handball-Giganten VfL Gummersbach hatte der deutsche Hallenhandball über lange Zeit das buchstäblich markanteste Gesicht. Sein Schnauzer-Schnurrbart wurde Kult und Markenzeichen.
Pulsuz fraqment bitdi.