Kitabı oxu: «Joy Touch»
Pete A. Sanders Jr.
JOY TOUCH
Das Glückszentrum im Gehirn aktivieren
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Martin Rometsch

Titel der Originalausgabe Access Your Brain‘s Joy Center
Erschienen bei Free Soul, Sedona, Arizona
© 1996, 2008 by Pete A. Sanders Jr.
Aus dem amerikanischen Englisch übertragen von Martin Rometsch
1. Auflage 2008
© 2008 Windpferd Verlagsgesellschaft mbH, Oberstdorf
www.windpferd.de
Alle Rechte vorbehalten
Umschlaggestaltung: Peter Krafft Designagentur, Bad Krozingen
Illustrationen: Katie Bechtel, Phoenix AZ und Moises Ramirez, Sedona AZ, (Abb. 8 und 9)
Layout: Marx Grafik & ArtWork
Gesetzt aus der Rotis
Gesamtherstellung: Schneelöwe Verlagsberatung & Verlag, Oberstdorf
ISBN 978-3-89385-568-1
eISBN 978-3-86410-330-8
Dem Menschenrecht auf vollkommende Freiheit gewidmet:
der Freiheit,
sein Glück selbst zu gestalten,
dem Recht,
frei von seelischem Leid zu sein,
dem Recht,
frei von chemischer Abhängigkeit und Esssucht zu sein.
Danksagungen
Zuerst und vor allem danke ich den Lehrern und Studenten bei Free Soul, die mit ihren Geschichten und ihrem Einsatz zur Forschung und Entwicklung dieser neuen Methode der Stimmungsaufhellung beigetragen haben.
Ich danke meiner Frau Debbie und meinen Söhnen Brian und Michael für ihre Weitsicht, als ich die Lebenskrise durchmachte, die zu dieser Entdeckung führte, und meine Methode dann der Öffentlichkeit vorstellen musste. Diese Prüfungen halfen mir, die in diesem Buch beschriebenen Techniken zu verbessern – aber nicht ohne ein gewisses Gefühlschaos. Es war anstrengend, der Pionier eines neuen Fachgebietes zu sein; aber dieser Druck war zugleich eine große Chance, Schwierigkeiten – bis hin zum Forschungsmaterial – zu überwinden und eine verbesserte Version des Joy Touch auszuarbeiten. Während dieser Zeit war das Leben nicht immer so einfach, wie ich es mir gewünscht hätte. Einmal nahm ich Michael (damals acht) zu einem Interview mit. Als ich dem Reporter erklärte, dass der Joy Touch mir helfe, meine Reizbarkeit und meinen Zorn zu zügeln, wenn die Kinder unartig seien, fragte der Journalist: „Stimmt das, Michael?“ Mein Sohn antwortete: „Ja, aber er muss besser werden!“ Das erinnerte mich humorvoll an meine Menschlichkeit und mein fortdauerndes persönliches Wachstum.
Um wieder erster zu werden: Dieses Buch wäre ohne die Hilfe meiner Lektoren Joyce McNelly und Wray Plunkett nicht möglich gewesen. Sie haben mir geholfen, meine Gedanken klarer auszudrücken und meine Vortragsthemen in Schriftform zu bringen.
O’Ryin Swanson von Sedona Color Graphics danke ich dafür, dass er oft das scheinbar Unmögliche schaffte, was Termine und Qualitätsstandards anbelangt.
Meiner Mutter Aurora verdanke ich den Glauben an mich selbst und die Überzeugung, dass ich mit harter Arbeit alles erreichen kann. Diese Eckpfeiler verhinderten, dass ich aufgab. Es wäre sehr oft leichter gewesen, auf die Leute zu hören, die nicht an meine Arbeit glaubten.
Zum Schluss danke ich meinen Leserinnen und Lesern, die sich ein besseres Leben wünschen. Um Ihren Interessen, Wünschen und Bedürfnissen zu entsprechen, habe ich dieses Buch geschrieben. Gemeinsam können wir die Lebensqualität aller Menschen verbessern.
Inhalt
Vorwort – Innere Technik – Der Schlüssel zum Erfolg und zum Glück im 21. Jahrhundert
Das Jahrtausend des Geistes
Besiegen Sie Ihr Dinosauriergehirn
Amerika unter Drogen
Eine revolutionäre Entdeckung
Streifen Sie die Fesseln der Kampfreflexe ab
Werden Sie Pionier an der mentalen Front
1 – Der Joy Touch: Aktivieren Sie die natürlichen Stimmungsaufheller des Gehirns
Das Septum pellucidum
So finden Sie das Glückszentrum Ihres Gehirns
Natürliche Glücksgefühle auslösen
Bestimmen Sie Ihren Gemütszustand selbst
Zusätzliche Tipps für eine stärkere Initialwirkung
2 – Limbischen Stress und limbische Depression überwinden
Der Tyrannosaurus des Stress: limbischer Stress
Das Schwarze Loch des Gehirns – der limbische Stress
Emotionales Chaos rasch beseitigen
Tipps für die Selbstheilung von seelischem Leid und geheimen Schmerzen
Der Schatten geheimer Schmerzen
Entschärfen Sie inneren Sprengstoff
Beenden Sie Ihr „Sorgenprogramm“
Der Umgang mit Angst
Leichte Depression überwinden
Chronische Depression überwinden
Vorbeugung und Selbstpflege
3 – Bringen Sie mehr Liebe in Ihr Leben
Neutralisieren Sie die Säure der Herabsetzung
Das Gefühl, nicht genug Liebe zu bekommen
Nutzen Sie Gelegenheiten, sich aufzumuntern
Reibung schadet der Liebe
Beziehungsprobleme mit dem Medizinrad lösen
Mehr gemeinsame Freude
Mehr Freude am Sex durch den Joy Touch
Die Seele als Teil des Universums
Die Suche nach dem Sitz der Seele
Die Seelenverlagerung
Eine Seele sein – der Schlüssel zur universellen Liebe
Verschmelzung mit dem Universum
Die Liebe im Leben spirituell vertiefen
4 – Erfolg ohne Erfolgssucht
Die Biologie der Erfolgssucht
Wie viele Erfolgserlebnisse brauchen Sie?
Werteanalyse
Die Falle des Verlangens
Finanzieller Druck
Wünsche und Bedürfnisse
Bei der Arbeit glücklich sein
Drei Jobs, ein Lohn
Spielen, nicht arbeiten!
Zeitdruck
Sie sind einzigartig
5 – In fünf Schritten zum Idealgewicht
1. Schritt: Freude am Essen
2. Schritt: Nimm dir Zeit
3. Schritt: Denken Sie ans Essen, nicht an Ihr Gewicht
4. Schritt: Wichtig sind Sie, nicht Ihr Gewicht
5. Schritt: Sie beherrschen Ihr Gewicht – nicht umgekehrt
6 – Mit dem Joy Touch Schmerzen lindern und Nikotin-, Alkohol- und Drogensucht überwinden
Schmerzen lindern
Nikotinsucht überwinden
Mit dem Joy Touch den Alkoholkonsum verringern
Drogensucht und Substanzmissbrauch
7 – Lebensprobleme ehrlich und mit Würde ertragen
8 – Das Wichtigste in Kurzfassung
Über den Autor
Vorwort
Innere Technik – Der Schlüssel zum Erfolg und zum Glück im 21. Jahrhundert
Stellen Sie sich vor, Sie könnten sich besser fühlen, wann immer Sie wollen, und körperliche oder seelische Schmerzen in den Griff bekommen. Wie würde Ihr Leben sich ändern, wenn Streit Sie nicht mehr aufregen würde und Sie immer glücklich und Herr Ihres Schicksals wären? Das alles ist möglich. Sie müssen nur lernen, die natürlichen Stimmungsaufheller Ihres Gehirns zu nutzen. Diese Technik läutet das 21. Jahrhundert ein, auch für Sie. Sie können diese Zukunft schon heute erleben!
Das Jahrtausend des Geistes
Oft frage ich Geschäftsleute: „Welches Gerät ist für Sie am wichtigsten?“ Einige sagen, das sei ihr Telefaxgerät oder die Telefonanlage. Andere nennen den Computer oder den Kopierer. Dann frage ich: „Wären Sie damit zufrieden, wenn Ihre wichtigsten Geräte nur mit zehn bis vierzig Prozent ihres Potenzials arbeiten würden?“ Wissenschaftler schätzen nämlich, dass wir nur zehn bis vierzig Prozent unseres Gehirns nutzen!
Wollen Sie nur zehn bis vierzig Prozent Ihrer Fähigkeit, zu lieben und glücklich zu sein, nutzen? Unabhängig vom Geschlecht, Alter oder Beruf ist der Geist das wichtigste „Gerät“, das Sie jeden Tag verwenden. Es ist Zeit, mehr als nur einen Bruchteil davon zu nutzen. Kein Wunder, dass das Leben ein Kampf ist. Was ist nicht anstrengend, wenn Sie Ihre Fähigkeiten und Chancen um mehr als die Hälfte verringern? Die Zukunft der Menschheit hängt davon ab, dass wir uns aus dem Sumpf des Leidens und Kämpfens befreien und neue Gipfel der Freude und Erfüllung erklimmen. Um diese Freiheit zu erlangen, müssen Sie lernen, die Macht Ihres Gehirns voll zu nutzen.
In den achtziger Jahren revolutionierte Dr. Howard Gardners Frames of Mind die Neurowissenschaften und die Pädagogik mit seiner Theorie der mehrfachen Intelligenz. Kurze Zeit später belegten Studien, dass das Gehirn ein Leben lang neue synaptische Verbindungen herstellen kann. Das bedeutet, dass Sie Ihre Lernfähigkeit und Ihren IQ in jedem Alter steigern können. Daniel Goleman machte die Öffentlichkeit durch sein Buch Emotionale Intelligenz darauf aufmerksam, dass der „EQ“ für den Erfolg und das Glück im Leben ebenso wichtig ist wie der IQ. Als wichtigster Pionier auf dem Gebiet der emotionalen Intelligenz weist Goleman darauf hin, dass wir auch den EQ und den EQ unserer Kinder durch gezieltes Lernen steigern können.
Wie wäre es, wenn Sie Ihre mentalen und emotionalen Fähigkeiten in einem Schritt steigern könnten? Stellen Sie sich die Macht einer physiologischen Entdeckung vor, die es dem Verstand ermöglicht, das emotionale Wohlbefinden innerhalb von Sekunden bewusst zu verbessern! Denken Sie an den Quantensprung, den Sie damit bewerkstelligen könnten. Die Grenze der Gehirnforschung ist nicht das, was wir über das Gehirn lernen, sondern das, was wir mit ihm tun.
In der Fernsehserie Das Gehirn erfahren wir, dass es im Gehirn mehr mögliche Verbindungen gibt als Atome im gesamten bekannten Universum. Es ist unvorstellbar, wie sehr wir unsere Freude am Leben und unsere Leistungsfähigkeit mit einem derart unbegrenzten Netzwerk steigern können! Voraussetzung dafür ist, dass wir Zugang zum Wunder der Inneren Technik finden. Dieses Wunder sind Sie jetzt schon.
Jahrhunderte lang versorgte die Wissenschaft uns hauptsächlich mit äußerer Technik, also mit immer besseren Maschinen und neuen Energiequellen. Dank dieser industriellen Revolution konnten wir unsere Umwelt besser umgestalten und durften viel mehr Freizeit genießen – aber auf Kosten unseres seelischen Wohlbefindens. Wissenschaft und Technik haben einen Kulturschock ausgelöst, der uns alle unter Druck setzt. Die Folge ist, dass unsere Lebensqualität sogar abnimmt. Wir haben nicht das Gefühl, mehr Freizeit zu genießen, weil wir doppelt so lange brauchen, um uns vom zunehmenden Stress zu erholen. Allzu oft brauchen wir noch einen Drink oder noch eine Zigarette, um uns zu entspannen, sofern wir nicht vor dem Fernseher zusammensinken. Zudem leiden viele Menschen unter Schlafstörungen. Wir beherrschen unsere Außenwelt auf Kosten unserer inneren Harmonie und unseres Glücks. Dieser Verlust raubt uns nicht nur die Freude, sondern verhindert, dass wir unser Potenzial voll nutzen.
Es ist Zeit, dem Stress und dem Unglücklichsein ein Ende zu bereiten. Beide sind Überbleibsel unserer evolutionären Vergangenheit. In Zukunft wird die Innere Technik sie durch Freude und Erfüllung ersetzen. Es ist unser Recht, sie zu beseitigen.
Besiegen Sie Ihr Dinosauriergehirn
Bis vor Kurzem haben die Wissenschaftler die Teile und Funktionen des Gehirns nach ihrem Ort bezeichnet, zum Beispiel vorderes Hirn, Mittelhirn und hinteres Hirn. Angeführt vom Neurowissenschaftler Paul MacLean haben sie in letzter Zeit damit begonnen, das Gehirn auf der Basis seiner drei evolutionären Stadien zu betrachten.
Die Idee vom „dreifachen Gehirn“ ist radikal neu. Sie begreift das, was die meisten Leute für „das Gehirn“ halten (die äußere Gehirnrinde), lediglich als neueste evolutionäre Ergänzung. Dieses neue Säugetierhirn (Gehirnrinde oder Kortex) liegt über zwei älteren Gehirnteilen. Diese „niedrigeren“ Gehirne sind das limbische System (das alte Säugetiergehirn, das fast alle Säugetiere in fast der gleichen Form besitzen) und der Hirnstamm (auch „Reptilgehirn“ genannt, weil er bei allen Wirbeltieren von den Reptilien bis zum Menschen vorkommt).
Die evolutionär älteren Gehirnteile enthalten sozusagen unser „Dinosauriergehirn“. Ihre Funktionen gehen auf die frühen Kämpfe des Menschen ums körperliche Überleben zurück. Zusammen können sie uns jede Freude rauben. Das gilt vor allem für das limbische System, von dem MacLean sagt, es enthalte das Rohmaterial für unsere negativen Emotionen. Sie werden immer unglücklich sein, wenn das limbische System Sorgen, Wut, seelische Groll und Angst zum Dauerzustand macht.
In vergangenen Zeitaltern war das limbische System überlebenswichtig. Es war viel besser, sich vor einem Säbelzahntiger zu fürchten, als sein Mittagessen zu werden. Und es war besser, sich an das Leid zu erinnern, das einem der Stamm jenseits des Berges zufügte, als es zu vergessen und das nächste Mal vom Feind getötet zu werden. Die meisten Gefahren unserer evolutionären Vergangenheit gibt es heute nicht mehr; aber das limbische System ist im Wesentlichen gleich geblieben. Diese Diskrepanz könnte der Hauptgrund dafür sein, dass unsere Lebensfreude mit der Entwicklung unserer Technologie nicht Schritt halten konnte. Unsere Wissenschaft hat Quantensprünge gemacht, doch unsere Physiologie ist erst ein paar Schritte aus der Höhle hinausgekrochen. Leider hat ein ungezügeltes limbisches System große Macht: Es bewirkt, dass wir uns wie eine bedrohte Spezies fühlen.
Alkohol und Drogen maskieren oder unterdrücken den Stress, den das limbische System auslöst, jedoch mit schädlichen Nebenwirkungen. Auch durch übermäßiges Essen können wir das limbische System dämpfen. Aber das hat ebenfalls Nebenwirkungen (etwa an den Hüften und Oberschenkeln).
Ein Teil des Gehirns löst also negative Emotionen aus und macht uns unglücklich. Das ist eine schlechte Nachricht. Aber es gibt auch eine gute: Dieser Zyklus aus Sorgen, Groll, Wut und Angst ist nicht Ihre Schuld. Er ist ein unerwünschtes Nebenprodukt des limbischen Systems, und Sie können ihn beenden. Der Umgang mit heftigen Emotionen und ihre Verarbeitung sind ein wesentlicher Teil der emotionalen Intelligenz, wie Goleman sie beschrieben hat. Sie können lernen, limbische Reaktionen in den Griff zu bekommen.
Mehr noch: Bestimmte Teile Ihres höheren Gehirns können Ihnen dabei helfen. Dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie diese Teile nutzen. Dies ist Ihr natürlicher Schlüssel zum inneren Frieden und zum Glück ohne Alkohol, Nikotin, Drogen oder Esssucht.
Amerika unter Drogen
Schon zu lange steckt unsere Gesellschaft im Sumpf der Süchte als Antwort auf die Belastungen des Lebens. Dafür sind nicht nur Drogenhändler und Kokainkartelle verantwortlich. Unternehmen, die Alkohol, Tabak und Medikamente herstellen, profitieren seit Jahrzehnten am schlechten Zustand unserer Gesellschaft. Sie hätten jeden Dollar Profit verdient, wenn ihre Produkte uns helfen würden und unbedenklich wären. Aber das sind sie nicht. Alkohol, Nikotin, Prozac, Lithium usw. sind Drogen, die mehr schaden als nützen, weil sie uns süchtig machen. Eine Studie der University of Manitoba aus dem Jahr 1995 belegt, dass Medikamente (zum Beispiel Schmerzmittel, Antihistamine und Antidepressiva) schon in normalen Dosen das Wachstum von Tumoren bei Tieren beschleunigen.
Amerika stirbt an Drogen. Das Journal of the American Medical Association schrieb 1994, die meisten älteren Menschen würden wegen Alkoholismus oder alkoholbedingter Störungen ins Krankenhaus eingewiesen. Jedes Jahr töten betrunkene Autofahrer Tausende von unschuldigen anderen Fahrern und Fußgängern. Neueste Studien zeigen, dass einer von zehn Amerikanern an Alkoholmissbrauch leidet. Zwar rauchen Männer jetzt weniger, doch dafür nimmt der Tabakkonsum bei Teenagern und Frauen zu. Man schätzt, dass fast eine halbe Million Menschen jährlich an den Folgen des Rauchens sterben. Der Kokainkonsum scheint langsam zurückzugehen, aber der Heroinmissbrauch erlebt ein rasches Comeback. Das amerikanische Gesundheitsministerium berichtete, der Drogenkonsum bei Teenagern habe sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Wäre dieser Trend bei AIDS oder einer anderen Krankheit nachweisbar, würden wir schon längst von „unerträglichen Zuständen“ sprechen.
Und wie reagiert die Schulmedizin darauf? Sie verordnet noch mehr Drogen, als Arzneimittel getarnt. Prozac ist zum Valium der neunziger Jahre geworden. Jeden Monat werden in den USA allein für dieses Beruhigungsmittel fast eine Million Rezepte ausgestellt (meist von Allgemeinmedizinern). Die Bevölkerung gibt Milliarden Dollar für Tabletten aus, die erst in zwei bis sechs Wochen und bestenfalls bei 75 % der Patienten wirken und zahlreiche Nebenwirkungen haben (von Reizbarkeit und Schlafstörungen bis zu sexuellen Störungen bei Männern und Frauen).
Auf unserer Suche nach dem Glück missbrauchen wir aber auch Nahrungsmittel. Immer mehr Menschen leiden an Esssucht und anderen Essstörungen. Die Amerikaner geben Milliarden Dollar für Diätpläne und Produkte aus, deren Unwirksamkeit wissenschaftlich erwiesen ist und von denen einige auf lange Sicht sogar schädlich sind.
Jede einzelne Modeströmung ruiniert die Gesundheit und die Finanzen. Alle zusammen sind Wahnsinn. Der Preis ist einfach zu hoch. Warum zahlt ihn unsere Gesellschaft dann immer noch? Dafür gibt es mehrere Gründe.
Erstens müssen wir unseren Stress abbauen. Jeder Mensch, unabhängig von Rasse, Geschlecht, Alter und wirtschaftlichem Status, will sich wohlfühlen. Dieser Wunsch ist so stark, dass wir alles tun, um den Druck und die Verspannungen zu lindern. Viele halten den Geschlechtstrieb für einen unserer stärksten Triebe. Aber der Wunsch, sich wohlzufühlen, ist noch stärker. Jeden Tag verbringen viel mehr Menschen ihre Zeit mit Rauchen, Trinken oder zwanghaftem Essen als mit Sex. Der Wunsch nach Wohlbefinden und Glück ist universell und unnachgiebig.
Zweitens machen Alkohol, Nikotin und Drogen sowohl körperlich als auch seelisch süchtig. Die von biochemischer Abhängigkeit ausgelöste Sucht ist schwer zu unterdrücken; sie ist das biologische Äquivalent eines klingelnden Telefons, das Aufmerksamkeit verlangt. Ebenso stark ist das Zwangsverhalten, das die seelische Abhängigkeit auslöst. Das Unterbewusstsein setzt Symptomlinderung nicht nur mit der Substanz, sondern auch mit bestimmten ritualisierten Verhaltensmustern gleich.
Eine Gehirnwäsche kommt hinzu. Die Pharmakonzerne geben jährlich Dutzende Milliarden Dollar für Alkohol-, Tabak- und Arzneimittelwerbung aus. In die Marktforschung fließt sehr viel mehr Geld als in die Suche nach einer natürlichen Alternative. Wir wissen mehr darüber, wie man die Menschen dazu bringt, Tabletten, Bier und Zigaretten zu kaufen, als über die Physiologie des Glücks. Ein Beispiel dafür sind die 47 Milliarden Dollar, die in den USA jährlich für Tabakwaren ausgegeben werden, obwohl Fachleute seit Jahrzehnten davor warnen.
Der Hauptgrund für die Drogensucht der Amerikaner ist jedoch, dass es bisher keine schnelle, einfache und wirksame natürliche Alternative gegeben hat. Jetzt gibt es sie! Eine neue Form des Biofeedback, die ich „Innere Technik“ (Inner Technology®) nenne, zeigt Ihnen, wie Sie die natürlichen Stimmungsaufheller das Gehirns aktivieren. Die wichtigste Entdeckung dabei ist eine Methode, den Teil des Gehirns zu stimulieren, der den limbischen Stress beseitigt und zugleich ein Gefühl des Wohlbefindens hervorruft. Dieser magische Bereich ist das Septum pellucidum. Es kann buchstäblich zum „Joy Center“, zum Glückszentrum Ihres Gehirns werden. Ich nenne diese Technik „Joy Touch“, da sie „Glück durch Berühren“ vermittelt. In den Kapiteln 3 und 4 stelle ich spezifische Varianten der Technik vor, die mehr Liebe in Ihr Leben bringen und Sie erfolgreicher machen kann, ohne dass Sie arbeitssüchtig werden. In Kapitel 5 lernen Sie, mit dem Joy Touch Ihr Idealgewicht zu erreichen. Kapitel 6 erklärt, wie Sie mit Hilfe der Technik Schmerzen lindern und den Tabak-, Alkohol- und Drogenmissbrauch überwinden.
Eine revolutionäre Entdeckung
Warum wurde diese Entdeckung nicht früher gemacht? Warum haben die Naturwissenschaften und die Medizin nicht gründlicher erforscht, wie man die Stimmungsaufheller der Gehirns aktiviert? Ein Arzt, der einen meiner Vorträge in Denver hörte, antwortete: „Ganz einfach. Damit ist kein Geld zu verdienen. Wenn Sie den Leuten das beibringen, brauchen sie Ihre Tabletten oder Ihr Produkt nicht mehr zu kaufen.“ Traurig, aber wahr. Weil keine Profite winken, hatten viele Wissenschaftler und kommerzielle Labors wahrscheinlich kein Interesse daran, Forschungen auf diesem Gebiet zu betreiben.
Aber warum ist auch den Wissenschaftlern, die nicht nur an den Profit denken, diese Entdeckung nicht gelungen? Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens haben die meisten Neurowissenschaftler gelernt, Gehirnfunktionen nur mit Chemikalien und Elektroden zu beeinflussen. Die meisten von ihnen haben keine Erfahrung mit Biofeedback oder Körper-Geist-Techniken. Außerdem sind Stromstärken und Medikamentendosen viel leichter zu messen und für Schulmediziner befriedigender als die Frage „Was haben Sie gefühlt?“. Zweitens haben die Forscher möglicherweise die falsche Stelle stimuliert, selbst wenn sie sich bemüht haben, die Stimmung durch Biofeedback zu beeinflussen.
Die meisten Wissenschaftler glauben, dass der Hypothalamus die stärksten Glückszentren des Gehirns enthält. Leider befindet er sich ganz in der Nähe zahlreicher Strukturen des limbischen Systems, die für negative Emotionen (Wut, Zorn, Reizbarkeit und Angst) verantwortlich sind. Daher könnten frühere Versuche, die Stimmung durch Stimulation des Hypothalamus aufzuhellen, ergebnislos gewesen sein (weil negative Emotionen die positiven aufhoben) oder sogar unerwünschte Reaktionen hervorgerufen haben.
Eine Pilotstudie, die ich 1995 mit dem Psychologieprofessor Larry Stevens von der Northern Arizona University leitete, belegt genau das. Alle Trends der Studie bestätigen, dass wir das Septum pellucidum stimulieren müssen und dass es negative Folgen hat, wenn man Bereiche stimuliert, die dem limbischen System zu nahe sind.
Obwohl die Stimmungsaufheller und Zentren des Gehirns zahlreich und komplex sind, ist Einfachheit der Schlüssel zum erfolgreichen Biofeedback. Eine einfache und spezifische Methode ist unerlässlich. Das Septum pellucidum erfüllt beide Forderungen. Dem Laien kann man seine Lage leichter erklären als die des Hypothalamus. Zudem liegt er oberhalb des limbischen Minenfeldes und in einiger Entfernung von ihm, ist aber durch Synapsen unmittelbar mit dem Teil des Hypothalamus verbunden, der durch Opium stimuliert wird. Wenn Sie wissen, wie Sie das Septum pellucidum beeinflussen, können Sie einen stimmungsaufhellenden Teil des Hypothalamus stimulieren, ohne gleichzeitig die Zentren der negativen Emotionen im restlichen limbischen System zu reizen.
Sie können also Ihre Stimmung ohne Alkohol, Nikotin, Drogen oder üppiges Essen innerhalb von Sekunden verbessern und glücklicher werden, ohne von ständigen Erfolgserlebnissen im Beruf und in der Partnerschaft abhängig zu werden. Sie brauchen nur zu wissen, wie Sie das Septum pellucidum aktivieren. Auf diese Weise können Sie auch den emotionalen Stress zeitweilig aufheben, dessen Quelle Sorgen, Groll, Wut und Angst sind. Die Methode ist schnell, natürlich und vor allem kostenlos.
Sie können diesen direkten physiologischen Vorgang selbst auslösen und sind nicht mehr auf psychologische Plattitüden („Versuche dich zu beruhigen“, „Denk einfach positiv“, „Kopf hoch“ usw.) angewiesen, um Ihre Gemütsverfassung zu verbessern. Sie besitzen eine spezifische und biologische Technik, die praktikabel ist. Besser noch: Sie können auf stundenlanges Meditieren, süchtigmachende Chemikalien oder einen Glaubenswechsel verzichten. Die Methode ist schnell, natürlich und vor allem gratis. Sobald Sie diese Technik erlernt haben, kostet sie bis ans Ende Ihres Lebens nichts. Damit haben Sie den ersten von zwei Schritten zum Sieg über Ihr Dinosauriergehirn getan.
Stellen Sie sich vor, wie Ihr Leben sich allein mit dieser Technik ändern wird. Sie brauchen kein Adrenalin-Jojo mehr. Anstatt Gefangener des Kampf-oder-Flucht-Reflexes und der Depression zu sein, aktivieren Sie willentlich die Stimmungsaufheller Ihres Gehirns, und anstatt mit Verspannung und Angst auf das Leben zu reagieren, besorgen Sie sich auf sanftem Weg neue Energie, wann immer Sie wollen.
Streifen Sie die Fesseln der Kampfreflexe ab
Zu lange haben wir im Würgegriff unserer evolutionären Vergangenheit gelebt. Ohne spezifische Gegenmaßnahmen dominieren eingebildete Überlebenskämpfe immer noch unseren Alltag. Selbst wenn Sie nicht ums körperliche Überleben kämpfen müssen (ausreichende Nahrung, Unterschlupf usw.), fallen Sie leicht den Kampfreflexen zum Opfer, die der emotionale Druck auslöst. Auch berufliche und private Sorgen können das limbische System und einen Kreislauf aus negativen Emotionen in Gang setzen.
Diese negativen limbischen Reaktionen sind überaus schädlich. Wie eine zerkratzte Schallplatte wiederholen sie immer nur dasselbe Stück. Wenn bestimmte Ereignisse einen Kurzschluss im limbischen System auslösen, sind Sie in einem Zyklus der emotionalen Angst gefangen, der Ihre höheren geistigen Funktionen überlagert. Das nenne ich limbischen Stress. Auch auf diese Weise können Sie Ihrem Dinosauriergehirn zum Opfer fallen. Sie können nicht mehr vernünftig denken und handeln und werden zugleich Ihrer positiven Emotionen – Liebe und Freude – beraubt. Sie verfangen sich in den Kampfreflexen Ihrer tierischen Vergangenheit und fühlen sich sogar von der höheren Macht getrennt, an die Sie vielleicht glauben.
Ich bevorzuge den Begriff „limbischer Stress“, weil der „emotionale Stress“ den Eindruck erweckt, als seien alle Emotionen schlecht. Das wäre ein grobes Missverständnis. Ein Leben ohne Emotionen wäre öde und leidenschaftslos. Zudem haben Männer den Frauen zu lange vorgeworfen, „zu emotional“ zu sein, und ich will nicht, dass meine Aussagen über die Gefahren des limbischen Stress als neuerliche Herabsetzung der Frauen durch einen Mann fehlgedeutet werden. Emotionen sind die Würze des Lebens. Ohne sie könnten wir zwar überleben, aber nur mit Haferschleim. Negative emotionale Zyklen, die sich verselbstständigt haben, machen Sie dagegen zum Sklaven Ihrer evolutionären Vergangenheit. Im 21. Jahrhundert sind wir in der Lage, ihnen mit den Gehirnzentren ein Ende zu machen, die dafür bestimmt sind.
Um wirklich glücklich und frei zu sein, müssen Sie wissen, wie Sie limbische Funktionsstörungen dauerhaft beseitigen. Sie müssen imstande sein, sich aus dem Griff der negativen Emotionen zu befreien, die zu langanhaltender schlechter Stimmung und zu Depressionen führen. Kapitel 2 zeigt Ihnen, wie es geht. Sie werden eine klare und einfache Technik kennenlernen, die innerhalb von Minuten die Ursache des limbischen Stress beseitigt. Sie sind auf nichts und niemanden angewiesen, um sich wieder besser zu fühlen, sondern können die Ursache wiederholter limbischer Störungen an der Wurzel packen. Diese Methode der „Tröstenden Verbindung“ lässt sich an alle Umstände anpassen, sogar an solche, die Sie noch gar nicht kennen.
Stellen Sie sich vor, Sie können den Groll, den Kränkungen aller Art verursachen, sofort stillen. Wäre Ihr Leben nicht friedlicher, wenn Sie Enttäuschungen und Wut rasch auflösen könnten? Wie viel glücklicher wären Sie, wenn Sie den Zyklus der Sorgen und Ängste durchbrechen könnten? Genau das lernen Sie in Kapitel 2.
In einem Kurs über Neurowissenschaften im Massachusetts Institute of Technology (MIT) hatte ich Gelegenheit, an einem faszinierenden Experiment teilzunehmen. Wir bekamen Tabletten, die nach dem Kauen die Geschmacksempfindung „sauer“ blockierten. Ich war erstaunt, als ich Zitronen und andere von Natur aus saure Nahrungsmittel ohne das geringste Unbehagen verspeiste. Da die sauren Geschmacksknospen lahmgelegt waren, schmeckte ich den Zucker, den die Zitrone ebenfalls enthielt. So konnte ich viele Nahrungsmittel genießen, die ich normalerweise mied.
Die Technik, die Sie in diesem Buch erlernen werden, hat eine ähnliche Wirkung auf Ihr Leben. Dann können Sie sich auf die Freuden des Lebens konzentrieren, anstatt sich von seinen sauren Aspekten beherrschen zu lassen. Sie werden nicht mehr als Sklave im bitteren Gefängnis der Leidenschaft schmachten, sondern süße Emotionen schmecken.
Natürlich wird das Leben Sie immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. Darum finden Sie in Kapitel 7 zusätzliche Tipps zum Umgang mit dieser Realität. Zusammen mit dem Joy Touch und der Tröstenden Verbindung können Sie dann verhindern, dass Stress Sie beherrscht und unglücklich macht. Sie werden auf die Blessuren des Lebens weniger empfindlich reagieren und glücklich leben, anstatt nur zu überleben.
Ich habe immer noch eine Hypothek, leite eine überregionale Organisation und muss mit den Herausforderungen fertig werden, die meine zwei Söhne (oft eine Mischung aus Tom Sawyer, Huck Finn und Dennis die Nervensäge) darstellen. Aber ich fühle mich nicht mehr als hilfloses Opfer, das mit Problemen kämpft. Da ich die natürlichen Stimmungsaufheller des Gehirns kenne und limbischen Stress beseitigen kann, steht es mir frei, die Schönheit des Lebens zu genießen. Dieses Geschenk kann auch Ihnen gehören. Kapitel 8 informiert Sie schnell über die Tröstenden Verbindungen und Joy- Touch-Varianten, die Sie brauchen.
Die unbegrenzte Macht Ihres Geistes ist Ihr wertvollster Schatz. Selbst nach Jahren der Mikroschaltung und Superleittechnik kann sich kein Computer der Welt mit dem menschlichen Geist messen. Keine Maschine kann Liebe oder Freude empfinden. Sie bewältigen jeden Tag Millionen neue Situationen, Interaktionen und Probleme. Überlegen Sie einmal, wie sehr Ihr Leben sich bessert, wenn eine Gebrauchsanleitung Ihnen erklärt, wie Sie das Potenzial Ihres Supercomputers voll nutzen. Die Fortschritte der Neurowissenschaften sind die Ecksteine einer neuen Ära, die sich schnell nähert.
Werden Sie Pionier an der mentalen Front
In der heutigen Welt gibt es drei große Fronten: den Weltraum, die Ozeane und das innere Potenzial des Menschen. Wir können nicht alle Astronauten oder Jacques Cousteau sein. Doch jeder von uns kann ein Pionier sein, der die Grenzen des menschlichen Potenzials erweitert. Der Wunsch zu lernen ist die einzige Qualifikation, die Sie für diese Forschungsreise brauchen.
Meine eigene Forschungsreise begann mit Kursen über Psychosomatik und Neurowissenschaft, die ich am MIT belegte. Sie öffneten mir die Tür nach innen. Je mehr ich über das Gehirn und das Nervensystem lernte, desto klarer wurde mir, wie viel wir noch nicht wissen. Dr. Jerome Letvin, einer meiner Professoren, drückte es am besten aus, nachdem er die unzähligen Zweige und Verbindungen jeder Nervenzelle beschrieben hatte: „Jede Nervenzelle im Gehirn kann mit jeder anderen reden.“ Ich fügte stumm hinzu: „Und mit diesem unbegrenzten Potenzial muss alles möglich sein, wenn du lernst, wie!“
Nach meinem Prädikatsexamen am MIT bot mir der Fachbereich Medizin in Harvard eine Stelle an. Aber eine schulmedizinischen Karriere reizte mich nicht. Ich wollte Methoden entwickeln, die alle Menschen anwenden konnten, um ihre Fähigkeiten zu entwickeln und glücklicher zu werden. Medizin machte mir Spaß, aber es reichte mir nicht, ein weiterer guter Arzt unter vielen zu sein. Ich glaubte daran, dass ich für die Menschheit mehr tun konnte, wenn ich sie verantwortungsbewusst über das menschliche Potenzial aufklärte.
In meinen Zwanzigerjahren gelangen mir einige Durchbrüche beim sofortigen Stressabbau, bei der wirksamen Selbstheilung und bei der praktischen Anwendung übersinnlicher Fähigkeiten. In meinen Dreißiger- und frühen Vierzigerjahren gründete ich eine Familie und machte eine Midlifecrisis durch. Da mich seelische und familiäre Probleme belasteten, wandte ich meine Aufmerksamkeit den Neurowissenschaften zu.
Menschen, die sich für dieses Gebiet interessieren, haben oft nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie folgen einem Guru oder Kult, oder sie zahlen enorme Gebühren für Seminare, die meist viel Humbug und wenig Substanz enthalten. Ich hielt beide Lösungen für falsch. Meiner Meinung nach haben die Menschen Besseres verdient. Eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung, die es ihnen ermöglicht, ihr höheres mentales Potenzial zu nutzen, sollte für alle verfügbar und erschwinglich sein – ohne dass sie ihre Unabhängigkeit oder ihren Glauben aufgeben müssen.
Darum gründete ich 1980 in Sedona, Arizona, Free Soul, ein Bildungsprogramm für körperliche und geistige Gesundheit, und begann, andere in die wissenschaftlichen Geheimnisse und Techniken einzuweihen, die ich entwickelt hatte. Heute hat Free Soul Hunderte von Lehrern, und seine Workshops Discover Inner Technology® (Entdecke die Innere Technik) und Accessing Your Brains’s Joy Center (Das Glückszentrum des Gehirns erreichen) helfen Menschen und Unternehmen auf der ganzen Welt, ihr unbegrenztes Potenzial zu nutzen. Informationen darüber erhalten Sie bei Free Soul, P.O. Box 1762, Sedona, AZ 86339, USA oder auf unserer Webseite http://freesoul.net.
Ich habe meinen Entschluss, mein Leben der Entdeckung des menschlichen Potenzials zu widmen, nie bereut. Dadurch habe ich die Schätze des Körpers und des Geistes kennen und nutzen gelernt. Auch Sie können von meinen Methoden und Techniken profitieren. Sie werden lernen, über die bloße geistige Gesundheit hinauszugehen und geistigen Reichtum zu erwerben. Wichtiger noch: Sie werden lernen, Ihr eigener Lehrer zu sein. Das ist der wichtigste Aspekt der Inneren Technik. Sie brauchen weder ein Genie noch ein Wissenschaftler zu sein. Lernbereitschaft genügt. Entscheidend ist Ihre Einstellung, nicht Ihr IQ.
Seien Sie neugierig und abenteuerlustig, dann werden Sie auf jeder folgenden Seite alte Grenzen überschreiten. Sie werden Ihr Glück und Ihren Erfolg selbst in die Hand nehmen. Willkommen im Jahrtausend des Geistes, Pionierkollegen. Fangen wir an!
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Der Joy Touch: Aktivieren Sie die natürlichen Stimmungsaufheller des Gehirns
Ehrfürchtig stand ich vor der tosenden Flut. Unter dem wirbelnden braunen Wasser lag mein einziger Weg in die Zivilisation. Die Brücken stromaufwärts und stromabwärts waren in der Nacht fortgespült worden, und ich wusste nicht, ob unsere Brücke unter den immer noch steigenden Wassermassen erhalten geblieben war.
Das seltsame Wetter im Jahr 1993, das im Spätsommer zu verheerenden Überschwemmungen im mittleren Westen führte, traf Arizona schon früher. Höhere Regionen, die sonst trocken waren, erlebten eine Jahrhundertflut. Der Oak Creek riss Wohnwagen mit sich fort, beschädigte Häuser, entwurzelte riesige Kiefern und schnitt ganze Gemeinden von der Außenwelt ab.
Als ich die Verwüstungen betrachtete, bewegte ich langsam die Finger meiner Schreibhand. Sie waren noch ein wenig taub, weil mich am Abend zuvor ein Skorpion gestochen hatte. Ich hatte im Haus Schutz vor dem Regen gesucht und hielt mein Bett für einen gemütlichen Ort zum Ausruhen. Meine Entdeckungen über Selbstheilung linderten die Schmerzen und Schwellungen; aber ich hegte schlimmere Ängste. Alle möglichen Unfälle, die meinen kleinen Kindern zustoßen konnten, spielten sich vor meinem geistigen Auge ab. Zudem fürchtete ich, mein Leben sei bedroht, weil die Flut mich von der Straße abschneiden könnte.
Unsere normalerweise friedliche Umgebung war ein Chaos. Tagelang konnten wir nichts zu essen kaufen, und wenn die Brücke zerstört war, würden wir monatelang in einem Albtraum leben. Trotzdem war ich erstaunlich ruhig, sogar glücklich. Das war ungewöhnlich für mich.
Ich hatte unerwartete Ereignisse nie gemocht. Darauf reagierte ich meist wie ein Elefant im Porzellanladen. In Situationen wie dieser griff ich oft auf den drastischen Jargon meiner Militärzeit zurück – ich erfand neue Marine-Adjektive, wie meine Frau es ausdrückte. Diesmal ging es mir sehr viel besser, obwohl die Umstände viel schlimmer waren.
Ich hatte gelernt, das „Glückszentrum“ meines Gehirns mental zu stimulieren. Darum konnte ich selbst im Chaos gelassen bleiben und glücklich sein. Die Ereignisse des Lebens tyrannisierten mich nicht mehr. Jetzt konnte ich das Septum pellucidum mental erreichen und die natürlichen Stimmungsaufheller des Körpers selbst aktivieren.
Das Septum pellucidum
Das Septum pellucidum (siehe Abb. 1) liegt über dem Hauptteil des limbischen Systems (innerhalb der unteren schattierten Schleife). Es ist das Tor zum Glückszentrum des Gehirns. Obwohl es im Wesentlichen ein mit Flüssigkeit gefüllter Beutel ist, ist es an seiner Vorderseite unmittelbar mit dem Hypothalamus verbunden, der Steuerzentrale des limbischen Systems. Wird das Septum stimuliert, löst es ein angenehmes Gefühl aus, das uns neue Energie spendet und sich am besten mit einem inneren Lächeln vergleichen lässt. Außerdem durchbricht es den Zyklus der Sorgen, des Grolls, der Wut und der Angst, den das limbische System in Gang hält.
Abb. 1: Gehirn mit limbischem System (hervorgehoben)
Dieser Bereich des Gehirns ist so wichtig, dass er an drei Seiten von Ventrikeln umgeben ist, also von Hohlräumen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind und das Gehirn vor Erschütterungen schützen. Das Dach des Septum pellucidum wird vom Corpus callosum gebildet, einem dicken „Balken“ aus Nervenfasern, der die rechte Hirnhälfte mit der linken verbindet. Schon die Lage des Septum pellucidum verrät uns also, dass es für unser Wohlbefinden äußerst wichtig ist.
Die wissenschaftliche Entdeckung dieses Stimmungsaufhellers gelang Robert Heath, einem Neurologen und Psychiater an der Tulane University in den fünfziger Jahren. Als er das Septum pellucidum eines schwer depressiven Patienten elektrisch reizte, fühlte der Patient sich sofort besser. Die gleiche Methode befreite Krebskranke von Schmerzen. Außerdem stellte Heath fest, dass diese Gehirnregion bei sexueller Erregung besonders aktiv ist. Seiner Meinung nach war ein geschädigtes Septum pellucidum die Ursache der Anhedonie, einer seelischen Störung, die Lustempfindungen unmöglich macht. Sein Buch The Role of Pleasure in Behavior belegt anhand vieler Fallbeispiele die erstaunlichen Wirkungen dieser Technik.
Diese Experimente waren derart verblüffend, dass Timothy Leary auf die Frage, ob seine LSD-Forschung und sein Eintreten für diese Droge nicht negative Folgen haben könnten, antwortete: „Ach was, in ein paar Jahren werden Kinder Septum-Elektroden verlangen.“
Aber Heaths Forschungen bewirkten aus mehreren Gründen gar nichts. Erstens gab es technische Probleme. Die Elektroden waren so dünn, dass sie zu oft nach kurzer Zeit brachen. Außerdem reagierte die Öffentlichkeit ablehnend auf die Idee, Elektroden zu implantieren. Das galt als monströs, und man fürchtete eine Gedankenlenkung wie in der Schönen neuen Welt. Vor allem aber fehlten damals die Fähigkeit und das Interesse an diesem Biofeedback. Die Wissenschaft wandte sich der Pharmakologie zu, um Stimmungsstörungen zu beheben. Valium und die modernen Antidepressiva sind das Vermächtnis dieser chemischen Weggabelung.
Es ist Zeit, auf den Weg zurückzukehren, der damals schon sichtbar, aber mangels einer Inneren Technik nie entdeckt und daher auch nie eingeschlagen wurde. Heute wissen wir, dass Körper und Geist einander beeinflussen. Biofeedback kann nachweislich den Blutdruck senken und das Herz stärken. Heute können Sie diese Methode leicht erlernen, um Ihr seelisches Wohlbefinden zu verbessern. Warum Geld für Alkohol, Tabak und Medikamente zahlen, wenn Sie sich selbst kostenlos helfen können? Warum an Nebenwirkungen leiden und die Gesundheit gefährden, wenn es eine ungefährliche Methode gibt?
Es ist keine „Gedankenlenkung“ und keine Manipulation von Gefühlen. Es ist Stimmungslenkung. Der Joy Touch ist eine physiologische Methode, mit der Sie Ihr Wohlbefinden bewusst verbessern können. Die Innere Technik ermöglicht es Ihnen, Ihre emotionale Intelligenz und Ihre seelische Gesundheit über das derzeitige evolutionäre Maß hinaus zu steigern.
Dieser natürliche Glücksauslöser und Schmerzstiller ist immer für Sie da. Er wartet darauf, dass Sie ihn entdecken. Wenn Sie wissen, wie man das Septum pellucidum stimuliert, können Sie Ihre Stimmung nach Belieben aufhellen. Mein Leben hat sich durch diese Erkenntnis geändert.
Die Technik ist einfach und wirkt schnell. Sie hat Tausenden geholfen, auch Menschen, die Free-Soul-Techniken oder andere Arten der Meditation noch nicht kannten. Sie wird auch Ihnen helfen.
So finden Sie das Glückszentrum Ihres Gehirns
Bevor Sie Ihr Glückszentrum stimulieren können, müssen Sie dessen Lage kennen. Zuerst sollten Sie wissen, was Sie nicht tun dürfen: Sie dürfen nichts erzwingen und sich nicht zu stark konzentrieren. Was Sie brauchen, ist eine moderate Aufmerksamkeit. Konzentrieren Sie sich also behutsam. Eine gute Analogie ist der Unterschied zwischen Anschauen und Anstarren.
Starren Sie einen Gegenstand vor Ihnen an, und achten Sie darauf, wie beengt und verspannt die Augen sich anfühlen. Nun betrachten Sie einen Gegenstand am Rande Ihres Sehfeldes. Versuchen Sie, die Farbe oder Form des Objekts wahrzunehmen, ohne den Kopf zu drehen. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf diesen Gegenstand, ohne sich anzustrengen. Wenn Sie dabei die Stirn runzeln oder die Augen zusammenkneifen, strengen Sie sich zu stark an.
Wenn Sie etwas erzwingen oder sich zu stark konzentrieren, schaltet das Gehirn wie gewohnt auf das willkürliche Nervensystem um. Dann konzentrieren Sie sich auf die Muskeln und die physische Sinne, die Sie normalerweise bewusst steuern. Aber Sie wollen Ihre Aufmerksamkeit ja auf eine neue Gehirnregion und ihre autonomen Nerven lenken. Denken Sie also daran: Achtsam sein ohne Zwang.
Wichtig ist auch, dass Sie locker bleiben. Erwarten Sie nicht, dass Sie beim ersten Mal perfekt sind. Auch hier gilt: Je öfter Sie Ihr Glückszentrum stimulieren, desto leichter wird es. Nervosität lähmt das autonome Nervensystem (viele Männer wissen das). Betrachten Sie das Auffinden und Stimulieren des Septum pellucidum als Abenteuer, nicht als Eignungstest. Sie wollen lernen, aber ohne Leistungsdruck.
Übrigens haben Sie diese natürliche Stimmungsaufhellung schon oft erlebt. Denken Sie daran, wie Sie sich fühlen, wenn Sie eine gute Nachricht erhalten oder neue Hoffnung schöpfen. Die Freude, die Sie empfinden, wenn Ihr Team (oder ein Mensch, der Ihnen nahesteht) einen großen Erfolg erzielt, ist ein weiteres Beispiel.
Empfinden Sie diese Gefühle nach.
Rufen Sie sich ins Gedächtnis, wie Sie sich fühlten, als Sie eine gute Nachricht erhielten.
Spüren Sie noch einmal die Freude, die Sie empfanden, als jemand oder etwas Ihnen neue Hoffnung schenkte.
Erinnern Sie sich an einen großen Erfolg und an Ihre Gefühle danach.
Diese positiven Gefühle haben Sie schon oft empfunden. Sie müssen also nichts völlig Neues erlernen. Der Unterschied besteht nur darin, dass Sie Glücksgefühle jetzt willkürlich auslösen wollen, ohne von äußeren Ereignissen abhängig zu sein. Zunächst möchte ich Ihnen zeigen, wo Sie die Glücksgefühle auslösen.
Abb. 2: Die Lage des Septum pellucidum
Von vorne nach hinten und von Seite zu Seite gemessen, befindet sich das Septum pellucidum nahe der Mitte des Kopfes. Von oben nach unten betrachtet, liegt es knapp vier Zentimeter über den Augenbrauen (siehe Abb. 2). Auf diese Region konzentrieren Sie sich.
Wenn Sie sich auf die Augenbrauen konzentrieren, beeinflussen Sie das Sehvermögen anstatt das Septum pellucidum. Außerdem könnten Sie von dort nach innen wandern und das limbische System anregen. Die Folge wären Reizbarkeit und Unbehagen statt Entspannung. Wenn Sie bei einer der folgenden Übungen einmal nicht die erwünschte Wirkung erzielen, liegt es wahrscheinlich daran, dass Sie zu tief „eindringen“. Probieren Sie es ein wenig höher.
Viele Menschen berichten, dass ihre Aufmerksamkeit beim Visualisieren zur Mitte der Stirn abwandert. Sie brauchen sich nur auf dieses „dritte Auge“ zu konzentrieren und dann „nach innen zu denken“. Sie richten ihre Aufmerksamkeit also nach innen anstatt auf ein äußeres Objekt.
Hier ist eine einfache Technik, die Ihnen hilft, das Septum pellucidum zu finden. Vielleicht spüren Sie ein sanftes „Ah!“, wenn Sie sich darauf konzentrieren. Denken Sie aber daran, dass dies nur eine „Aufwärmübung“ ist. Setzen Sie sich nicht unter Druck. Üben Sie einfach, Ihre Aufmerksamkeit zum Septum pellucidum hin zu lenken. Sie können die Augen offen lassen; aber ich empfehle Ihnen, sie zu schließen, weil Sie dann weniger abgelenkt werden.
Abb. 3: Berührungspunkte zum Auffinden des Septum pellucidum
Anmerkung: Überspringen Sie diese Übung nicht. Sie ist sehr wichtig, damit Ihnen die folgenden Übungen optimal gelingen.
Legen Sie den Mittelfinger auf die Stirnmitte, etwa 4 cm über den Augenbrauen (siehe Abb. 3).
Berühren Sie gleichzeitig die Mitte der Kopfseite mit dem Daumen (siehe Abb. 3).
Ziehen Sie im Geiste eine Linie von jedem Finger nach innen.
Spüren Sie, wo die Linien sich im Kopf schneiden.
Versuchen Sie auch, den Mittelfinger auf die Stirn und den Daumen auf die Mitte des Schädels zu legen.
Legen Sie den Daumen abwechselnd auf die Schädelmitte und auf die Mitte der Kopfseite.
Achten Sie darauf, ob Sie den Punkt fühlen oder visualisieren können, an dem die drei Linien sich schneiden.

Abb. 4: Berührungspunkte zum Auffinden des Septum pellucidum
Charlene, eine meine Seminarteilnehmerinnen in Kalifornien, spürte schon eine starke beruhigende Wirkung, als sie versuchte, das Septum pellucidum zu finden. Zudem hatte sie das Gefühl, sich selbst innerlich im Griff zu haben. Charlene arbeitete für einen Immobilienmakler, der sie ständig auf Trab hielt. Sie war genervt von den unaufhörlich klingelnden Telefonen und den unzähligen Details. Außerdem kam die Familie ständig zu kurz. Kaum hatte sie vom Septum pellucidum erfahren, konnte sie das äußere Chaos ausblenden. Sie brauchte sich nur auf ihr Glückszentrum zu konzentrieren, und schon fühlte sie sich innerlich stark. Sie beschrieb diesen Vorgang als beruhigenden mentalen Atem, der ihr half, die Fassung wiederzugewinnen. Die Wirkung war noch stärker, als ich ihr erklärte, wie sie die mentale Aufmerksamkeit mit der Hand lenken konnte. Wenn Visualisieren nicht Ihre starke Seite ist, hilft Ihnen vielleicht die zweite Aufwärmübung.
Abb. 5: Schritt 1 der zweiten Aufwärmübung
Legen Sie eine Fingerspitze der rechten oder linken Hand auf den Nasenrücken (Abb. 5). Berühren Sie die Haut nur leicht, und ziehen Sie den Finger langsam hinauf zur Stirnmitte (Abb. 6 und 7). Dort drücken Sie sanft und lassen Ihre Aufmerksamkeit nach innen wandern. Der Kontakt des Fingers mit der Haut sollte Sie dabei nicht ablenken; er soll Ihnen nur helfen, Ihre Aufmerksamkeit an die richtige Stelle über den Augenbrauen zu lenken. Während Sie leicht auf die Mitte der Stirn drücken, lassen Sie Ihre Aufmerksamkeit nach innen wandern. Konzentrieren Sie sich nicht auf die Berührung, sondern nutzen Sie den sanften Druck als Katalysator, um das Septum pellucidum aufzuspüren.
Gehen Sie anfangs einfach nach innen, und erforschen Sie, wie es sich anfühlt, die Aufmerksamkeit im Septum pellucidum zu bündeln. Probieren Sie dann aus, was Sie am meisten beruhigt. Versuchen Sie, etwas höher oder ein wenig nach links oder rechts zu gehen. Variieren Sie auch die Tiefe des Eindringens. Entspannen Sie sich, und genießen Sie es, wenn Ihre Aufmerksamkeit genau das Glückszentrum trifft. Machen Sie diese Übung fünf oder sechs Mal, bevor Sie weiterlesen.
Abb. 6: Schritt 2 der zweiten Aufwärmübung
Legen Sie einen Finger leicht auf den Nasenrücken.
Ziehen Sie den Finger langsam nach oben, damit Sie sich auf die richtige Stelle konzentrieren können.
Drücken Sie sanft, wenn Sie die Stirnmitte erreicht haben, und lassen Sie dann Ihre Aufmerksamkeit nach innen wandern.
Suchen Sie nach der Stelle, die das stärkste „Ah“-Erlebnis auslöst.
Abb. 7: Schritt 3 der zweiten Aufwärmübung
Anmerkungen: Selbst wenn Sie Rechtshänder sind, sollten Sie diese Übung auch mit der linken Hand machen. Neuere Studien deuten darauf hin, dass die Gehirnregion knapp hinter der linken Seite der Stirn (der linke vordere Stirnlappen) dazu beiträgt, die Intensität negativer Emotionen zu reduzieren. Wenn Sie die linke Hand benutzen, können Sie diese Region auch mit dem Biomagnetfeld der Hand sanft stimulieren und dadurch Verspannungen oder Ängste lindern, die subtile Stimmungsaufhellungen überlagern. Im Gegensatz dazu steigert der rechte vordere Stirnlappen die negativen Emotionen. Denken Sie auch daran, dass geschlossene Augen empfehlenswert sind.
Diese Übung ist die beste Methode für Anfänger, um das Septum pellucidum so zu stimulieren, dass es Ihre Stimmung auf natürliche Weise verbessert. Man sieht oft Menschen, die sich die Stirn reiben, um Verspannungen zu lindern. Es ist fast so, als versuchten sie, die Hand durch den Schädel zu schieben und das Septum pellucidum zu liebkosen. Nun, die Hand schafft das nicht, aber der Geist schafft es.
Viele religiöse Rituale regen diese Region ebenfalls an. Wir versuchen seit Jahrhunderten unbewusst, dieses Glückszentrum zu erreichen. Jetzt kennen Sie den genauen Weg.
Natürliche Glücksgefühle auslösen
Sobald Sie den Weg zum Septum pellucidum kennen, besteht der nächste Schritt darin, die besänftigende, erfrischende Wirkung zu verstärken. Diese Technik nenne ich Joy Touch, und Sie haben bereits begonnen, sie anzuwenden. Schon wenn Sie sich auf die richtige Stelle konzentrieren, beginnt die Stimulation. Jetzt brauchen Sie das Septum pellucidum nur noch mit einem Gedanken zu aktivieren. Dieser Gedanke kann ein Gefühl, ein Bild, ein Wort oder einfach ein Wissen sein.
Bei mir hat das Bild einer sanften Liebkosung die beste Wirkung. Ich visualisiere, dass ich nach innen gehe und das Septum pellucidum streichle, so wie ich ein Haustier streicheln oder eine empfindliche Körperstelle berühren würde.
Manche Leute stellen sich das Septum pellucidum lieber in Licht getaucht vor, oder sie spüren einen Energiestrom, der es umrundet. Ein Seminarteilnehmer visualisiert mit Erfolg, dass er das Septum pellucidum mit einem Malerpinsel kitzelt. Es geht nicht so sehr darum, einen Knopf zu drücken, sondern eher um ein Streicheln (fast wie beim Harfenspiel) der Nervenfasern, die das Septum pellucidum mit dem Hypothalamus verbinden. So etwa arbeiten nämlich die Nerven: Sie sind nicht ständig erregt, sondern senden Impulse.
Manche Leute haben Erfolg, wenn sie ein Wort denken, das für sie Frieden und Glück symbolisiert; anderen genügt die Gewissheit, dass das Septum pellucidum diesen inneren Frieden herstellen kann. Jede Methode ist gleich wirksam. Experimentieren Sie, und wählen Sie die Methode, die Sie am einfachsten und angenehmsten finden.
Wenn Sie visuell veranlagt sind, brauchen Sie nichts Bestimmten zu „sehen“. Es genügt, wenn Sie das Bild im Geist festhalten. Denken Sie auch an die Wirkung, die Sie erzielen wollen, wenn Sie das Septum pellucidum streicheln. Dadurch verbessern Sie die Ergebnisse. Übrigens kennen Sie dieses natürliche Glücksgefühl bereits. Denken Sie beim Streicheln an gute Nachrichten, die Sie einmal erhalten haben, oder an die Erleichterung, die neue Hoffnung auslöst, oder an die Freude nach einem Sieg ihrer Mannschaft. Nutzen Sie diese Erinnerungen, um die gleichen Gefühle willentlich hervorzurufen.
Was sollten Sie empfinden, wenn Sie das Septum pellucidum stimulieren? Manche spüren ein inneres „Ah“ oder ein angenehmes Gefühl und neue Energie. Andere sagen, sie hätten das Gefühl, als wäre ihnen ein Stein vom Herzen gefallen, oder sie sind einfach innerlich erleichtert. Zunächst streben Sie nur nach intensiverem Wohlbefinden. Je mehr Erfahrung Sie mit der Technik haben, desto stärker wird dieses Gefühl.
Gehen wir nun einen Schritt weiter. Anstatt mit den Fingerspitzen auf dem Nasenrücken nach oben zu streichen, heben Sie nur eine Hand und berühren sanft die Stirnmitte. Heben Sie die Hand, damit Sie sich auf die richtige Stelle (über den Augenbrauen) konzentrieren. Wenn Sie die Stirn leicht berühren, ist dies das Zeichen für Sie, nach innen zu gehen. Dabei konzentrieren Sie sich darauf, das Septum pellucidum zu stimulieren, bis die mentale Liebkosung ein „Ah“ und ein inneres Lächeln auslöst.
Bei vielen Menschen ist die Wirkung stärker, wenn sie sich nicht berühren. Stattdessen heben sie einfach die Hand vor die Stirn und visualisieren oder fühlen dabei eine Energiewelle, die von der Hand ausgeht und das Glückszentrum aktiviert. Ich empfehle Ihnen, zunächst die Aufwärmübung mit Berührung und ansonsten beide Methoden zu probieren. Wiederholen Sie beide Übungen mindestens fünf Mal, um die maximale Wirkung zu erzielen. Am besten ist das Ergebnis, wenn Sie die Stirn rhythmisch berühren. Eine Berührung alle fünf Sekunden ist meist optimal. Experimentieren Sie, um Ihren idealen Rhythmus zu finden.
Es hilft auch, wenn der Kiefer nicht verspannt ist. Zusammengebissene Zähne verhindern die Lockerheit, die Sie für einen wirksamen Joy Touch brauchen. Wenn die Empfindung nicht so stark ist, wie Sie es gerne hätten, öffnen Sie während der Übung ein wenig den Mund. Interessant ist übrigens, dass der Mund sich von selbst leicht öffnet, wenn ein Mensch tief entspannt ist.
Legen Sie das Buch jetzt beiseite. Lesen Sie erst weiter, wenn Sie eine oder beide Varianten vier oder fünf Mal probiert haben. Verwöhnen Sie sich mit der Selbstaktivierung Ihres Glückszentrums.
Heben Sie langsam eine Hand, damit Sie sich auf die Stelle über den Augenbrauen konzentrieren können.
Berühren Sie leicht die Stirn, oder senden Sie Energieimpulse aus.
Gehen Sie nach innen zum Septum pellucidum, und streicheln Sie es.
Sehen und/oder spüren Sie, wie Ihr Glückszentrum aktiv wird.
Anmerkung: Wie bereits erwähnt, sollten Sie diese Übung auch als Rechtshänder mit der linken Hand probieren. Achten Sie darauf, ob das Biomagnetfeld Ihrer Hand über dem linken vorderen Stirnlappen die Empfindung verstärkt (indem es die Fähigkeit dieser Region anregt, negative Emotionen zu unterdrücken, so dass die Stimmungsaufhellung deutlicher zu spüren ist).
Bei vielen Menschen wirkt diese Technik noch besser, wenn sie die Fingerspitzen ein wenig kühlen (indem sie einen Eiswürfel berühren oder eine kalte Limonadendose in die Hand nehmen). Es ist interessant, dass wir seit Jahrhunderten aufgeregte Leute mit kalten Umschlägen auf der Stirn beruhigen. Dabei geht es weniger um die Kühlung (die wäre im Nacken und auf der Halsschlagader wirksamer), sondern mehr um ein Gefühl der Entspannung und Linderung. Übrigens nützt es meist nichts, den Eiswürfel an die Stirn zu drücken. Der Temperaturunterschied ist so groß, dass Ihre Aufmerksamkeit sich sofort dem Kältegefühl zuwendet. Leicht gekühlte Fingerspitzen sind am besten.
Wenn es Ihnen bei diesen Übungen nicht gelingt, die erwünschten Empfindungen hervorzurufen, dann denken Sie daran, dass Sie noch lernen. Haben Sie jemals etwas an einem Tag gelernt? Wie lange brauchten Sie, um gehen oder lesen zu lernen? Für diese Technik brauchen Sie nicht so lange, aber sie ist neu für Sie. Bei jedem Feedback werden Sie umso besser, je länger Sie üben. Die beiden wichtigsten Tipps lauten: Üben Sie nicht verbissen, und konzentrieren Sie sich immer auf die Stelle über den Augenbrauen. Wenn Sie nur lesen, ist es etwas schwieriger, die gewünschten Empfindungen auszulösen (ein Video oder eine praktische Demonstration sind wirksamer). Beim Lesen neigen Sie dazu, sich auf die Augen zu konzentrieren. Denken Sie also daran, während der Übungen diesen „Lesemodus“ auszuschalten. Machen Sie eine kurze Pause, um die Augen zu entspannen, und konzentrieren Sie sich dann auf die Stirnmitte oberhalb der Augen.
Wenn Sie bessere Ergebnisse haben wollen, ehe Sie weitermachen, dann wiederholen Sie die bisherigen Übungen und beachten dabei die obigen Tipps, oder Sie probieren die folgende Aufwärmübung:
Legen Sie die Fingerspitzen beider Hände in Höhe des Septum pellucidum auf die Stirnmitte.
Trennen Sie die Hände, und streichen Sie behutsam über die Stirn.
Hören Sie auf, wenn Sie die Seiten des Kopfes knapp unter den Ohren erreichen, und wiederholen Sie die beiden ersten Schritte.
Streichen Sie weiter über die Stirn, und visualisieren Sie dabei, das Septum pellucidum im Schädel zu streicheln.
Zum Schluss visualisieren und spüren Sie, wie imaginäre Hände nach innen und über das Septum pellucidum streichen.
Bestimmen Sie Ihren Gemütszustand selbst
Jan, eine meiner Seminarteilnehmerinnen in Virginia, wendet eine interessante Variante des Joy Touch mit Handunterstützung an. Da sie zwei kleine Söhne hat, steht sie oft unter Stress, und diese Übung hilft ihr. Die berufstätige Mutter hat oft ein schlechtes Gewissen, weil sie nicht so oft bei ihren Kindern sein kann, wie sie möchte. Und wenn sie während der kurzen gemeinsamen Zeit auch noch wütend wird, sind die Schuldgefühle noch größer. Jungs sind eben Jungs, und darum geben sie der Mama reichlich Gelegenheit, sich zu ärgern. Einen Tag nachdem sie den Joy Touch erlernt hatte, konnte Jan ihr Verhaltensmuster – Ärger, Wutausbruch, Schuldgefühle – durchbrechen.
Die Jungen hatten eine besonders kreative Methode entdeckt, sie in Rage zu bringen. Diesmal stritten sie darüber, „wer am meisten auf den Toilettensitz gepinkelt hat“. Jan hatte schon ihre übliche drohende Haltung eingenommen, als ihr eine Idee kam. Sie dachte an das alte Sprichwort „Wenn du mit einem Finger auf jemanden zeigst, dann zeigen drei auf dich“. Sofort erkannte sie, dass ihre Wut auch ihr selbst schadete. Von nun an sollten die drei nach hinten zeigenden Finger sie an den Joy Touch erinnern. Anstatt einen Wutanfall zu bekommen, wollte sie künftig ihr Septum pellucidum aktivieren.
„Ich weiß seit Jahren, dass man kleinen Kindern mit Worten ebenso wehtun kann wie mit Schlägen“, sagte Jan. „Aber ich konnte meinen Ärger nicht zügeln. Jetzt wende ich den Joy Touch an, bevor ich ausraste. Das besänftigt mich und macht es mir leichter, die Kinder ohne Feindseligkeit oder verbale Angriffe zu disziplinieren. Das kommt nicht nur ihnen zugute, sondern auch mir. Der Erziehungsstress macht mich nicht mehr unglücklich. Und weil ich jetzt nicht mehr explodiere, habe ich auch kein schlechtes Gewissen mehr. Ich kann das Septum pellucidum aktivieren und trotz ihrer Streiche ruhig bleiben. Wenn ich sie mal ermahnen muss, dann bleibe ich fair und vermeide negative Emotionen. Diese Technik hat mein Leben leichter und glücklicher gemacht.“
Jan wendet den Joy Touch regelmäßig an und erhöht dadurch jeden Tag ihren EQ. Sie wird jetzt mit den enormen emotionalen Herausforderungen, vor der sie als Mutter steht, besser fertig. Mehr noch: Sie zeigt ihren Kindern, wie man sich wirksam abregen kann. Sie hat die Technik auch ihren Söhnen beigebracht und ihnen dadurch geholfen, ihr eigenes Verhalten besser in den Griff zu bekommen.
Probieren Sie den Joy Touch aus, wenn Sie wieder einmal gereizt sind. Oder stellen Sie sich eine Situation oder Person vor, die bei Ihnen Ärger auslöst. Aktivieren Sie dann Ihr Glückszentrum, und beobachten Sie, ob der Joy Touch Sie beruhigt und Ihnen hilft, klarer zu denken. Selbst wenn Sie nicht zu neuen Erkenntnissen gelangen, werden Sie bemerken, dass die Stimulation des Septum pellucidum dazu beiträgt, ein wenig Abstand zu gewinnen.
Sie können nicht alles im Leben nach Ihren Wünschen beeinflussen. Nicht einmal die Reichen und Mächtigen können das. Iwan Boesky, Leona Helmsley und Donald Trump sind Beispiele dafür. Aber eines können Sie immer bestimmen: Ihren Gemütszustand. Es liegt an Ihnen, wie Sie auf die Prüfungen des Lebens reagieren. Sie können sich genervt oder herausgefordert fühlen. Sie können sich hilflos fühlen oder aus Problemen lernen. Wenn Sie wissen, wie Sie das Septum pellucidum aktivieren, sind Sie eher in der Lage, einen positiven Standpunkt einzunehmen. Das führt immer dazu, dass Sie Ihr Leben, zumindest aber Ihren Gemütszustand besser im Griff haben. Wichtig ist, dass Sie den Joy Touch jederzeit und überall anwenden können.
Das ist Ihr nächster Schritt. Sobald Sie wissen, wie es sich anfühlt, das Septum pellucidum zu stimulieren, können Sie den Joy Touch anwenden, ohne die Hand zu benutzen und ohne dass andere es merken. Denken Sie sich einfach von der Stirnmitte nach innen, und stimulieren Sie Ihr Glückszentrum mental.
Machen Sie jetzt wieder eine Pause, und gönnen Sie sich vier oder fünf mentale Glücksimpulse. Verstärken Sie das angenehme, erfrischende Gefühl mit jedem Impuls.
Schließen Sie die Augen.
Denken Sie an eine gespannte Situation oder an einen Streit.
Konzentrieren Sie sich auf die Stirnmitte über den Augen.
Denken Sie sich von der Stirnmitte nach innen.
Streicheln Sie das Septum pellucidum, um ein Gefühl des Wohlbefindens auszulösen.
Achten Sie darauf, ob Sie jetzt weniger gestresst oder verspannt auf die Situation reagieren.
Sobald Sie das Septum pellucidum mental stimulieren können, steht Ihnen der Joy Touch jederzeit zur Verfügung. Das verschafft Ihnen einen Vorteil, einerlei, was Sie tun. Sie können sich unter allen Umständen beruhigen. Ich nutze diese Technik sogar, wenn ich im Fernsehen auftrete, ohne dass jemand es merkt. Während eines Interviews für die Abendnachrichten von San Diego TV hatte ich dieses natürliche Beruhigungsmittel besonders nötig.
Ich habe Fernsehinterviews mit vielen Leuten gemacht, von Lucky Severson bei NBC bis Larry King bei CNN. Trotz jahrelanger Erfahrung sind Nachrichteninterviews jedoch immer eine Herausforderung. Erstens weil sie live aufgenommen werden. Zweitens weil sie so kurz sind. Und drittens weil man seine Interviewpartner vor der Sendung kaum zu sehen bekommt. Der Druck ist enorm. Man muss alles beim ersten Mal richtig machen und seine Meinung innerhalb von Minuten klar zum Ausdruck bringen. Und man hat kaum eine Chance, eine echte Beziehung zum Interviewer aufzubauen.
Normalerweise begegne ich diesen negativen Aspekten, indem ich mich so gut wie möglich vorbereite und entspanne. Ich meditiere und stimme mich auf das Interview ein, bevor ich zum Sender fahre. Dort komme ich mindestens fünfzehn Minuten vor der vereinbarten Zeit an. Dank dieser zusätzlichen Minuten kann ich mich mit dem Interviewer und der Szenerie besser vertraut nach. Diese Routine hilft mir, einen klaren Kopf zu bewahren. In San Diego wurde mir dieser Luxus verwehrt.
Ich bereitete mich gerade auf das Interview vor, als meine Mitarbeiter entdeckten, dass jemand die 2000 Broschüren, die ich für die Vorträge am nächsten Morgen brauchte, in Arizona vergessen hatte. Schlimmer noch, die meisten Druckereien würden bald schließen. Natürlich wurde nichts aus meiner Meditation. Im Grunde war die Situation komisch. Während ich mir rasch anzog, wurden mir die Originale aus Arizona zugefaxt. Gleichzeitig erklärte ich dem Personal vor Ort, was zu tun war, damit ich zur rechten Zeit die richtigen Broschüren bekam. Ich war der lebende Beweis für die Richtigkeit der Fernsehwerbung für ein Antitranspirant: „Wenn das Leben den Druck erhöht, erhöht Ihr Körper die Hitze.“ Um körperlich kühl zu bleiben, stellte ich mich unter einen Ventilator, der allerdings meine Frisur durcheinander brachte.
Zum Glück wusste ich, wie ich das Septum pellucidum aktivieren konnte. Das half mir, im Kopf kühl zu bleiben. Ich wandte die Technik unter dem Ventilator an und sogar während des Interviews. Es klappte wunderbar. Ich blieb mitten im Chaos ruhig. Es wurde ein hervorragendes Interview, das mir Spaß machte.
Ich hatte keine Zeit, mich vorzubereiten, und keine Chance, früh zu einem wichtigen Interview einzutreffen. Dennoch lief alles optimal, dank des Joy Touch. Ich konnte das Interview steuern und kam schnell auf die entscheidenden Themen zu sprechen. Seit ich meinen Körper auf natürliche Weise beruhigen kann, sind Interviews für mich eher ein Spaß als eine Belastung. Anstatt als nervenzermürbende Tests betrachte ich sie als gute Chancen, möglichst viele Menschen anzusprechen. Die Innere Technik hat mein Leben viel erfolgreicher und glücklicher gemacht.
Probieren Sie den Joy Touch selbst aus, um alltägliche Probleme zu meistern. Wenn Sie heute oder morgen in einer schwierigen Situation sind, dann aktivieren Sie das Septum pellucidum vor, während oder nach dieser Herausforderung. Wenn Sie den Joy Touch vorher anwenden, werden Sie ruhiger und haben sich besser im Griff. Wenn Sie Ihre Stimmung während der schwierigen Situation verbessern, steigen Ihre Chancen, richtig zu reagieren. Die Technik wirkt selbst dann, wenn Sie vergessen, sie vor oder während des stressigen Ereignisses anzuwenden. Sie können sie auch hinterher nutzen, um Ihre restliche Anspannung und die unangenehmen Gefühle loszuwerden.
Das Wissen um den Joy Touch allein beseitigt Ihre Probleme nicht. Diese Technik macht Sie auch nicht zum übersteigerten Optimisten oder zum grinsenden Idioten. Aber sie hilft Ihnen, die Probleme des Lebens mit neuen Methoden zu bewältigen. Besser noch: Der Joy Touch hat positive Wirkungen ohne negative Nebenwirkungen. Sie müssen nicht verreisen, um sich zu entspannen, und verlieren keine Zeit mit langen Meditationen. Sie brauchen keine Geräte zu kaufen oder anzuschließen, und es besteht keine Gefahr, süchtig zu werden oder mit einem Kater aufzuwachen. Sie bekommen sogar einen Bonus: Je öfter Sie das Glückszentrum des Gehirns aktivieren, desto besser wird Ihre Stimmung im täglichen Leben. Das ganze Leben scheint heller und schöner zu werden.
Wenn Sie glauben, die Grundlagen des Joy Touch zu beherrschen, können Sie zum nächsten Kapitel übergehen und den zweiten Aspekt des Free-Soul-Programms erlernen, die „Tröstende Verbindung“. Andernfalls machen Sie die folgenden zusätzlichen Übungen, die Ihnen zu einem besseren Start verhelfen.
Zusätzliche Tipps für eine stärkere Initialwirkung
Wenn die stimmungsaufhellende Wirkung bei Ihnen noch nicht so stark ist, wie Sie es sich wünschen, helfen Ihnen Übungen mit einem Partner. Sie haben dann den Vorteil, dass Sie weniger denken müssen, wenn Sie versuchen, das Septum pellucidum zu finden und zu stimulieren. Bei jeder Übung sollte ein Partner auf einem Stuhl sitzen und der andere stehen. Danach wechseln Sie die Rollen.
Abb. 8: Berührungspunkte, die helfen, das Septum pellucidum zu finden
Wiederholen Sie zunächst die einfache Aufwärmübung zum Lokalisieren des Septum pellucidum im Kopf. Allerdings vertauscht der stehende Partner hier die Positionen des Daumens und des Mittelfingers, wenn er Sie berührt (siehe Abb. 8 und 9). Das ist einfacher für ihn.
Abb. 9: Berührungspunkte, die helfen, das Septum pellucidum zu finden
Die Anweisungen für den stehenden Partner lauten also:
Legen Sie den Daumen auf die Stirnmitte zwischen den Augen, etwa 4 cm über den Augenbrauen (siehe Abb. 8).
Berühren Sie gleichzeitig die Mitte der Kopfseite mit dem Mittelfinger.
Der sitzende Partner zieht im Geiste von jedem Finger eine Linie nach innen.
Der sitzende Partner erspürt, wo die Linien sich im Kopf schneiden.
Versuchen Sie auch, den Daumen auf die Stirn und den Mittelfinger auf die Mitte des Schädeldachs zu legen (siehe Abb. 9).
Wechseln Sie mit dem Mittelfinger mehrere Male zwischen dem Schädeldach und der Kopfseite hin und her.
Der sitzende Partner fühlt oder visualisiert den Punkt, an dem die drei Linien sich schneiden.
Anmerkung: Bei den nächsten zwei Übungen sollte der Partner links neben Ihnen stehen und die linke Hand benutzen (den Grund habe ich bereits genannt; es geht um die Funktion des linken vorderen Stirnlappens).
Abb. 10: Schritt 1 des Joy Touch mit Partner
Abb. 11 Schritt 2 des Joy Touch mit Partner
Machen Sie nun die zweite Aufwärmübung mit Partner (siehe Seite 28–29). Stellen Sie sich neben den sitzenden Partner, und streichen Sie mit dem Finger sanft auf seinem Nasenrücken nach oben (siehe Abb. 5 bis 8). Drücken Sie ihn nicht nach hinten. Achten Sie darauf, so zu stehen, dass Sie die Stirnmitte des Sitzenden gut sehen können. Hier sind die Anweisungen für den stehenden Partner:
Abb. 12: Schritt 3 des Joy Touch mit Partner
Legen Sie einen Finger behutsam auf den Nasenrücken des sitzenden Partners.
Helfen Sie ihm, sich auf die Stelle über den Augen zu konzentrieren, indem Sie langsam nach oben streichen (siehe Abb. 11 und 12).
Drücken Sie leicht, wenn Sie die Stirnmitte erreicht haben.
Sobald der sitzende Partner diesen Druck spürt, lässt er seine Konzentration nach innen wandern.
Dann streichelt er im Geiste das Septum pellucidum.
Entfernen Sie die Hand sanft, und beginnen Sie erneut auf dem Nasenrücken (Abb. 13, dann zurück zu Abb. 10).
Der sitzende Partner schließt am besten die Augen, der stehende öffnet sie natürlich.
Abb. 13: Schritt 4 des Joy Touch mit Partner
Machen Sie diese Übung mindestens vier oder fünf Mal, damit der sitzende Partner die Reise nach innen und das Streicheln des Septum pellucidum üben kann, sobald Sie leicht auf seine Stirn drücken.
Bei der folgenden Variante berühren Sie den sitzenden Partner nicht, sondern streichen durch sein Biomagnetfeld (siehe Abb. 14–16).
Abb. 14: Schritt 1 der Biomagnetfeld-Übung mit Partner
Viele Leute ziehen diese Methode vor, weil sie hier nicht durch das Berühren der Stirn abgelenkt werden. Sie spüren die Wärme der Hand und nutzen die sanfte Luftströmung, um das Septum pellucidum zu aktivieren.
Wiederholen Sie diese Schritte vier oder fünf Mal, damit der sitzende Partner mehrere Male versuchen kann, das Septum pellucidum zu aktivieren (jeweils abgestimmt auf den Impuls, den die Hand auf der Stirn auslöst).
Dies sind die Anweisungen für den stehenden Partner:
Stellen Sie sich neben den sitzenden Partner, und beginnen Sie mit der Hand in Kniehöhe (siehe Abb. 14).
Abb. 15: Schritt 2 der Biomagnetfeld-Übung mit Partner
Helfen Sie ihm, sich auf die Stelle über den Augen zu konzentrieren, indem Sie langsam nach oben streichen (siehe Abb. 15).
Halten Sie die Hand 30 bis 60 cm vom Körper entfernt, bis Sie die Höhe der Stirn erreicht haben.
Machen Sie dann mit der Hand kleine, rhythmische Bewegungen auf die Stirnmitte zu (siehe Abb. 16).
Sobald der sitzende Partner diese Impulse spürt, lässt er seine Konzentration nach innen wandern.
Dann streichelt er mental das Septum pellucidum.
Entfernen Sie die Hand behutsam, und beginnen Sie den Zyklus wieder am Knie.
Der sitzende Partner schließt am besten die Augen, der stehende öffnet sie natürlich.
Abb. 16: Schritt 3 der Biomagnetfeld-Übung mit Partner
Jetzt sollten Sie bereit sein, die Übungen auf Seite 38–43 allein zu bewältigen, also nur die eigene Hand zu benutzen und das Septum pellucidum nur mental zu stimulieren. Denken Sie daran, dass die meisten Menschen anfangs nur schwache Empfindungen haben. Je öfter Sie üben, desto stärker werden sie.
Wenn Sie mehr Unterstützung brauchen, stehen Ihnen Lehrer in der Nähe Ihres Wohnortes für einen Einzelunterricht zur Verfügung. Schreiben Sie an Free Soul, P.O. Box 1762, Sedona, AZ 86339, USA, oder benutzen Sie unsere Webseite http://freesoul.net.
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Limbischen Stress und limbische Depression überwinden
Vorbemerkung des Autors:
Dieses Kapitel enthält Abschnitte, die wegen ihrer Thematik möglicherweise schwer zu verstehen sind. Sie erklären ausführlich, wie Sorgen, Kränkungen, Wut und Angst das Leben verdüstern. Warum ist dieses Kapitel notwendig? Weil es auch den Schlüssel zur Heilung enthält, zur Überwindung des emotionalen Chaos, das Sie unglücklich macht.
Wenn Sie im Folgenden über die einzelnen Arten von limbischem Stress lesen, dürfen Sie darauf nicht Ihrerseits gestresst reagieren. Wenden Sie den Joy Touch an, den Sie im vorigen Kapitel gelernt haben, um trotz des unangenehmen Themas ruhig zu bleiben. Spüren Sie Wut, Sorgen, Groll und Angst, aber lassen Sie sich nicht von ihnen beherrschen oder die Stimmung verderben.
Betrachten Sie dieses Kapitel als Reise in die Zukunft. Während Sie lesen, wirft Ihr Bewusstsein ein Licht auf Ihre künftige Fähigkeit, mit den emotionalen Herausforderungen des Lebens fertig zu werden, und zwar möglichst ohne Traumen und Unbehagen. Sie sind buchstäblich ein Pionier; denn Sie erforschen eine bessere Lebensweise, um sich von den Schmerzen zu befreien, die das Dinosauriergehirn verursacht.
Bei den Übungen konzentrieren Sie sich auf die Freude, die Sie empfinden, wenn Sie alten Ballast abwerfen. Sie werden neue Methoden kennenlernen, damit Sie es nächstes Mal besser machen, und Sie erfahren Geheimnisse, die Ihnen helfen, glücklicher zu werden. Wenn Ihre Stimmung sich einmal verschlechtern sollte, dann machen Sie eine Pause und wenden den Joy Touch an – so oft, bis Sie sich wieder als Pionier fühlen, der nach neuen Einsichten und Weisheit strebt.
Alles, was Sie in diesem Kapitel lernen, kommt unmittelbar Ihrem EQ (emotionalen Quotienten) zugute. Die emotionale Intelligenz wird vor allem daran gemessen, wie Sie heftige Emotionen verarbeiten. Der EQ spiegelt Ihre Fähigkeit wider, Ihren analytischen Verstand zu integrieren, um mit Ängsten, Enttäuschungen und Trauer angemessen umgehen zu können. Jeder Abschnitt zeigt Ihnen, wie Sie Ihr spezifisches Heilmittel für diese Art von Stress finden.
Diese Tröstende Verbindung ist ein zweites hochwirksames Instrument für den Umgang mit Emotionen. Mit dem Joy Touch können Sie sich physiologisch beruhigen. Mit der Tröstenden Verbindung können Sie die Ursache der Wut, der Sorgen, des Grolls oder der Angst mental heilen.
Vielleicht ist es am besten, wenn Sie jeweils nur einige Abschnitte des Kapitels lesen. Selbst der eifrigste Forscher kann müde werden, und Müdigkeit macht Sie anfälliger für negative Emotionen. Dieses Kapitel will nicht Ihre emotionale Ausdauer auf die Probe stellen, sondern ein Leitfaden für Sie sein. Die einzelnen Abschnitte erläutern, wie Sie sich von den verschiedenen limbischen Stressarten befreien.
Sobald Sie die Tröstende Verbindung erlernt haben, können Sie zu jedem beliebigen Abschnitt oder Kapitel vorblättern. Wenn Sie das Buch das nächste Mal zur Hand nehmen, können Sie sich dann über den nächsten limbischen Stress informieren oder diesen Abschnitt überspringen, bis Sie zum spezifischen Trauma Ihres Lebens kommen (Ablehnung, Sorgen, Wut, Untreue usw.). Noch bevor Sie zu lesen anfangen, sollten Sie aber wissen, dass Sie dank Ihres Mutes und Forschungsdranges bereits gewonnen haben.
Der Tyrannosaurus des Stress: limbischer Stress
Einerlei, wie viel Sie über Stress und seine schädlichen Folgen zu wissen glauben, Sie haben noch nicht einmal die Oberfläche angekratzt, solange Sie die Auswirkungen des limbischen Stress noch nicht kennen. Limbischer Stress ist in der heutigen Welt der größte Feind der Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität. Wenn es Ihnen nicht gelingt, ihn zu beseitigen, können Sie niemals mehr als einen Bruchteil Ihres Potenzials nutzen. Außerdem finden Sie sich dann mit einem Leben ab, das Sie furchtsam und unglücklich macht.
Um limbischen Stress abzubauen, brauchen Sie eine Technik, die über das übliche Stressmanagement hinausgeht, weil es sich hier um ein völlig anderes physiologisches und psychologisches Phänomen handelt. Die meisten Methoden befassen sich nur mit den negativen Wirkungen auf die Nebennieren, das Herz und die Gefäße. Das ist der „Kampf-oder-Flucht-Stress“, unter dem der Körper (vor allem Herz und Kreislauf) leiden und den Adrenalin und andere Hormone auslösen.
Was ich limbischen Stress nenne, ist der mentale Kurzschluss, den das limbische System des Gehirns auslöst. Sie spüren ihn, wenn Sie ausrasten, wenn negative Emotionen Sie unglücklich machen und Ihre Leistung reduzieren. In physiologischer Hinsicht geht es um die Symptome, die auftreten, wenn das limbische System den höheren Kortex überwältigt und beherrscht. Praktisch gesehen sind es Funktionsstörungen, zu denen es kommt, wenn Sie im Chaos negativer Emotionen (Groll, Sorgen, Wut, Angst) stecken bleiben.
Wie bereits erwähnt, sind nicht Gefühle und Emotionen das Problem. Emotionen machen das Leben sinnvoll und geben ihm Würze. Zudem ist das Wissen um die Gefühle ein wesentlicher Aspekt dessen, was Howard Gardner von der Harvard University intrapersonale Intelligenz nennt. Schwierigkeiten treten auf, wenn ungesunde Gefühle überhandnehmen. Denken Sie daran, wie oft Sie von Traurigkeit, Angst, Enttäuschung oder Beklommenheit überwältigt wurden. Das ist der Zyklus des limbischen Stress, die mentale Schallplatte, die das limbische System mit negativen Emotionen zerkratzt.
Das limbische System ist einer der ältesten und tiefsten Teile des Gehirns. Es wird oft als frühes Säugetiergehirn bezeichnet, weil es auf die Anfänge der menschlichen Evolution zurückgeht. Man findet es bei allen Säugetieren, aber nicht bei Reptilien oder anderen niedrigeren Arten. Wir sind zwar noch weit davon entfernt, das limbische System vollständig zu verstehen, aber wir wissen, dass es Emotionen verarbeitet. Seit Jahren wundern sich Wissenschaftler über die Vielfalt der negativen Emotionen, die man durch elektrische Stimulation oder Verletzungen dieses Gehirnareals auslösen kann.
Eine klassische Geschichte über das limbische System, die ich während meines Studiums am MIT hörte, handelt von Joe, einem verwundeten Weltkriegsveteran. Er hatte einen Kopfschuss abbekommen und mit einem Splitter in einem Gehirnventrikel überlebt. Das hatte keine negativen Auswirkungen, solange er den Kopf nicht zu schnell bewegte. Dann nämlich verrutschte der Splitter und streifte Teile seines limbischen Systems. Selbst wenn er vor wenigen Sekunden noch glücklich war, brach er nun ganz plötzlich in Tränen aus, und wenn ihn jemand fragte: „Was ist los, Joe?“, antwortete er: „Es ist, als würde ich innerlich weinen.“
Das limbische System beherbergt auch das „Wutzentrum“. Stimuliert man diesen Teil des Gehirns, löst er extreme und irrationale Wutanfälle aus. Der Physiologe und Nobelpreisträger Walter Hess experimentierte mit Elektroden, die er in diesen Teil eines Katzengehirns einführte. Ein sanftes, schnurrendes Tier verwandelte sich sofort in eine fauchende Bestie, die auf die geringste Provokation mit Kratzen und Beißen reagierte.
Dank dieser extremen Empfindlichkeit und Macht ist das limbische system ein potenziell tödlicher Feind. Wenn Ereignisse oder Gedanken diesen Teil Ihres Gehirns aktivieren, gehen Sie auf eine Berg-und-Tal-Fahrt der negativen Emotionen, die kaum aufzuhalten ist. Kurzschlüsse im limbischen System (verursacht durch Elektroden, Kugelsplitter oder alltägliche Ereignisse) können den bewussten, denkenden Geist überwältigen. Limbischer Stress kann innerhalb eines Augenblicks Ihre Fähigkeiten lahm legen und Sie unglücklich machen.
Der Joy Touch verschafft Ihnen zeitweilige Erleichterung. Er kann Sorgen, Groll, Wut und Angst sofort lindern. Aber das genügt nicht immer, um den limbischen Stress zu besiegen. Das limbische System erzeugt derart heftige negative Emotionen, dass die positive Wirkung des Joy Touch bisweilen aufgehoben wird.
Deshalb ist es sehr wichtig, den limbischen Stress zu verstehen und speziell zu behandeln. Sobald Sie gelernt haben, ihn zu erkennen und zu beseitigen, haben Sie Ihr Innenleben vollständig im Griff, denn Sie können sich ein Leben lang von negativen Emotionen und Depressionen befreien.
Das Schwarze Loch des Gehirns – der limbische Stress
Es gibt mehrere Gründe dafür, dass limbischer Stress viel schlimmer ist als sein vom Adrenalin ausgelöster Vetter. Erstens ist der limbische Stress hartnäckiger. Die negativen Wirkungen des Adrenalinstress flauen meist ab, sobald die Ereignisse, die ihn verursacht haben, zu Ende sind. Wenn Sie der stressigen Situation entronnen sind, bilden die Nebennieren kein Adrenalin mehr und Puls, Blutdruck und andere physiologische Funktionen normalisieren sich allmählich. Beim limbischen Stress (Groll, Sorgen, Wut, Angst) kann der mentale Kurzschluss noch lange nach der Auslösung durch ein bestimmtes Ereignis andauern. Wie lange waren Sie schon gekränkt oder besorgt? Oft wird der Stress mit der Zeit sogar schlimmer anstatt besser, da wir das auslösende Ereignis immer wieder im Geiste durchspielen. Dieser Vorgang schließt häufig Erinnerungen an frühere Kränkungen ein, die das innere Chaos verdoppeln oder verdreifachen.
Zweitens beeinflusst der limbische Stress viele Aspekte des Lebens, weil er so lange andauert. Wie können Sie optimale Beziehungen pflegen, wenn Sie Schmerzen haben oder unruhig sind? Ihre Leistung lässt nicht nur am Arbeitsplatz nach, sondern auch im Privatleben. Wichtiger noch: Limbischer Stress schadet auch Ihrem Selbstbild. Negative limbische Reize unterdrücken und überlagern die normalen stimmungsaufhellenden Zyklen des Gehirns. Wie können Sie glücklich sein, wenn Sie ständig gekränkt oder wütend sind, sich Sorgen machen oder Angst haben? Limbische Störungen sind der Stress, der alle Lebensbereiche erfasst.
Die negativen Folgen können lange andauern, weil die üblichen Methoden des Stressabbaus sie kaum oder gar nicht beeinflussen – sie haben mental und physiologisch oft den falschen Ansatz. Zudem tritt ihre beruhigende Wirkung häufig so langsam ein, dass sie die Lawine aus negativen Emotionen, die der limbische Stress auslöst, nicht aufhalten können. Sie haben einfach nicht die Kraft, den inneren Stress zu lindern, den wir allzu oft selbst in Gang halten.
Ja, Sie haben richtig gelesen: Wir halten ihn selbst in Gang! Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Sie meist aufgewühlt bleiben wollen, wenn Sie gekränkt, besorgt, wütend oder furchtsam sind? Wir beschleunigen die Abwärtsspirale, indem wir eine erlittene Kränkung immer und immer wieder „durchkauen“. Das muss natürlich keine bewusste Entscheidung sein, aber es ist eine mentale Reaktion auf ein äußeres Ereignis, das längst vorbei ist.
Das häufigste Beispiel ist unsere Neigung, eine Kränkung erneut zu durchleben, entweder indem wir die Szene und die beteiligen Personen visualisieren oder indem wir das Gespräch, das uns gekränkt hat, innerlich noch einmal hören. Und jedes Mal, wenn wir die Erinnerung wachrufen, tut sie weh. Der limbische Zyklus beginnt von vorne und löst immer neue mentale Kurzschlüsse aus, die uns schwächen.
Naomi ist eine Karrierefrau, der man vor Kurzem im Büro eine Anfängerin namens Roseanne vor die Nase setzte. In Roseannes ersten Monaten tat Naomi ihr Bestes, damit die Neue sich wohlfühlte. Dann geschah etwas, was Naomi in einen verheerenden Zyklus aus limbischem Stress stürzte. Roseanne erzählte Naomis hochgeachtetem Mentor Dr. Janes, Naomi habe ihn verleumdet. In Wahrheit hatte Naomi andere wegen dieser Äußerungen kritisiert und gehörte zu den überzeugten Anhängern von Dr. Janes.
Roseanne sprach mit Dr. Janes, um sich bei ihm einzuschmeicheln und befördert zu werden. Diese Heimtücke verletzte Naomi und machte sie wütend, denn sie hatte ihre Kollegin ja solidarisch unterstützt. Noch schmerzlicher war, dass Dr. Janes zunächst Roseanne glaubte und Naomi sogar vorwarf, eine Verräterin zu sein. Dieser Mangel an Vertrauen bei einem Menschen, den Naomi bewundert hatte, löste in ihrem limbischen System eine Explosion aus. In dieser Nacht konnte sie nicht schlafen. Immer wieder spielte sie den Vorfall im Geiste durch. Tagelang war sie ein emotionales Wrack. Wann immer die Arbeit sie nicht vollständig in Anspruch nahm, durchlebte sie das Ereignis neu und spürte wieder Groll und Wut.
Schlimmer noch: Als Dr. Janes herausfand, dass Roseanne ihn belogen hatte, entschuldigte er sich nicht bei Naomi. Das verstärkte deren Enttäuschung und Wut. Monate später sah Naomi die schmerzlichen Szenen immer noch vor dem geistigen Auge und hörte die Gespräche. Sie ging sogar einen Schritt weiter und grübelte darüber, was sie hätte sagen sollen. Und jedes Mal spürte sie den Schmerz erneut. Die Erinnerung konnte selbst die besten Tage verdüstern. Naomis Arbeit litt sehr darunter, und ihr Privatleben ebenso. Meist war sie reizbar und lethargisch.
Dies ist die Folge des limbischen Stress. Er ist ein mentales schwarzes Loch, das uns auffrisst, unsere Leistung untergräbt und uns die Freude am Leben raubt. Joyce, eine meiner Seminarteilnehmerinnen, beschrieb dieses Vorgang als Gift, das sich langsam und unaufhaltsam ausbreitet und schließlich jeden Lebensbereich erfasst. Naomis Fall ist ein Beispiel für einen limbischen Kurzschluss, ausgelöst von Groll und Wut. Was Sorgen und Angst anbelangt, ist der Prozess etwas anders, aber im Wesentlichen gleich. Die lähmende Angst kehrt mit jedem neuen „Was wäre, wenn?“ zurück. Jedes Mal fällt uns ein neuer Aspekt des Problems ein, aber keine Lösung. Das Gefühl der Hilflosigkeit und Unsicherheit wird neu entfacht. Die Folge ist eine mentale Überlastung. Die Angst erfasst alle Bereiche des Berufs und des Lebens.
Ann, ebenfalls eine Seminarteilnehmerin, identifizierte ein anderes Element, das den limbischen Stress bei ihr so destruktiv macht. Sie stellte fest, dass sie immer wieder Situationen heraufbeschwört, die den Zyklus erneut in Gang setzen. Sie fühlt sich fast magnetisch von Menschen angezogen, die den gleichen Knopf drücken und die gleichen Folgen auslösen: Groll, Sorgen, Wut oder Angst. Haben Sie dieses Verhaltensmuster jemals bei sich bemerkt?
Fällt Ihnen ein limbisches Problem ein, dessen Wiederholung Sie verhindern möchten? Wenn Sie ein Ärgernis mit einem Zauberstab aus Ihrem Leben verbannen könnten, welches würden Sie wählen? Machen Sie eine kurze Pause, und denken Sie darüber nach. Wenden Sie mehrere Male den Joy Touch an, falls Sie sich unwohl oder mental blockiert fühlen.
Stellen Sie sich nun vor, wie Ihr Leben ohne Groll, Sorgen, Wut oder Angst aussähe.
Sehen Sie sich entspannt lächeln.
Fühlen Sie sich zufrieden und innerlich friedvoll.
Hören Sie sich positive Gedanken denken.
Machen Sie sich klar, dass dies Ihre Zukunft ist, wenn Sie lernen, den Zyklus des limbischen Stress zu durchbrechen.
Ich werde Ihnen bald zeigen, wie Sie diese Zukunft real machen. Diese einfache Übung dient nur der Vorbereitung. Sie legt ein unbewusstes Fundament für die Techniken, die Sie erlernen werden. Limbischer Stress lässt sich beseitigen, und Sie können das Glück, das Ihnen bestimmt ist, voll genießen.
Emotionales Chaos rasch beseitigen
Um die zerkratzte Schallplatte der negativen Emotionen zu reparieren, müssen Sie zuerst die Ursache des Zyklus finden. Wir machen nur geringe Fortschritte, wenn wir lediglich Symptome behandeln. Auch der Versuch, der Abwärtsspirale vorzubeugen oder das Kratzen zu dämpfen, misslingt, wenn wir uns nicht um die Ursache kümmern.
Angenommen, wir halten den Zyklus aus einem bestimmten Grund in Gang. Man sagt ja, dass wir nichts ohne Grund tun. Möglicherweise haben wir (wenngleich unbewusst) beschlossen, deprimiert zu bleiben und „festzustecken“.
Der Grund dafür, dass wir Groll, Sorgen, Wut oder Angst in Gang halten, ist ganz einfach, aber wir müssen ihn am richtigen Ort suchen – genauer gesagt, zur richtigen Zeit. Der Grund liegt nämlich in unserer Vergangenheit, in den ersten Jahren der Kindheit. Als Kinder waren wir nicht in der Lage, uns (körperlich oder seelisch) selbst zu versorgen, und niemand erwartete es von uns. Wenn wir wirklich gekränkt wurden oder Angst hatten, kam jemand und tröstete uns. Andere nahmen uns in den Arm, damit „alles gut“ wurde. Diese Tröstung legte die Saat des Verhaltensmusters. Es war der Anfang unserer Konditionierung, die heute bewirkt, dass wir Trost in der äußeren Welt suchen.
Bei Kindern lässt sich das limbische System leichter aktivieren. Kinder weinen öfter als Erwachsene und bekommen leichter Angst. Da sie zudem niedlich sind, werden sie auch häufiger getröstet, und das sehr liebevoll. Die andere Person ist ganz für das Kind da. Meist wird die Tröstung von Essen begleitet (ein Hauptgrund dafür, dass wir so oft zwanghaft essen, um emotionalen Stress zu lindern). Die Kombination aus Fürsorge, Liebe und Essen ist eine mächtige Verstärkung. Sie hat uns buchstäblich programmiert, nach außen zu schauen, wenn wir limbischen Stress abbauen wollen.
Wenn wir älter werden, rückt das limbische System allmählich gegenüber dem Kortex und den höheren Hirnfunktionen in den Hintergrund. Aber wir assoziieren limbischen Stress immer noch mit dem Bedürfnis nach Trost von außen. Darauf sind wir ebenso konditioniert worden wie Pawlows Hunde, die das Läuten einer Glocke mit Futter verbanden.
Warum schwelgen wir in Groll oder in unseren Sorgen, obwohl es unangenehm ist? Weil wir unbewusst nach jemandem rufen, der kommt und uns tröstet. Wie das kleine Kind klagen wir so lange, bis man uns tröstet. Der innere Kurzschluss bleibt bestehen, bis jemand unser aufgewühltes limbisches System beruhigt oder etwas (Erschöpfung, Schlaf, ein Neubeginn oder ein erfreuliches Ereignis) den Zyklus unterbricht.
Allzu oft erwarten wir, dass dieser Jemand der Ehepartner, ein Angehöriger oder ein Freund ist. Das ist mehr als eine Bitte. Unsere Konditionierung macht daraus eine unbewusste Forderung. Wenn diese Menschen aus irgendeinem Grund nicht für uns das sind (oder nicht wissen, wie sie uns trösten können), wird der Stress stärker. Und selbst wenn jemand da ist, macht er oft etwas falsch: Er versucht, das Problem zu lösen, anstatt Trost zu spenden. Aber Lösungen helfen nicht, wenn wir vor allem Trost wollen und brauchen.
Es ist nicht hilfreich, Trost in der äußeren Welt zu suchen. Sie können auf dreierlei Weise enttäuscht werden. Erstens schreien Sie sich bisweilen die Seele aus dem Leib, aber niemand hört Sie. Also leiden Sie weiter. Zweitens kann es sein, dass jemand Sie zwar hört, aber nicht reagiert. Ebenso traurig ist es, wenn andere Sie nicht beachten und daher Ihre unbewussten Signale nicht empfangen.
Besonders tragisch ist Fall drei: Jemand ist da und sorgt sich um Sie, weiß aber nicht, wie er Sie trösten kann. Männer sind als schlechte Trostspender berüchtigt. Das heißt nicht, dass ihnen alles egal ist; sie neigen nur dazu, Probleme zu lösen, anstatt zu trösten. Sobald sie einen Hilferuf hören, reagieren sie oft mit Lösungsvorschlägen. Eine Frau erzählte mir, ihr Mann sage häufig: „Es gibt kein Problem, das man nicht in fünf Minuten mit Klebeband lösen könnte.“ Daraufhin rief eine andere Frau im Publikum: „Ja, wenn du ihm damit den Mund zuklebst!“ Eine der lustigsten Darstellungen dieser Kommunikationsstörung zwischen den Geschlechtern verdanken wir dem Star-Trek-Roman Imazdi. Dort begegnet Wil Riker zum ersten Mal Deanna Troi.
Deanna versucht, Will die Details der Betazed-Philosophie beizubringen, damit er empfindsamer wird. Sie stellt ihn vor eine hypothetische Situation, in der eine Ingenieurin ihm ein Problem mit ihrem Vorgesetzten darlegt. Wil bietet eine Lösung an, aber der Computer informiert ihn darüber, dass es nicht um eine Lösung gehe. Verwirrt und ein wenig verärgert fragt er: „Warum kommt sie mit dem Problem zu mir, wenn ich es gar nicht lösen soll?“ Deanna antwortet: „Sie will, dass du sie emotional unterstützt und ihr innere Kraft gibst. Du hättest deine Erfahrungen mit einem ähnlichen Problem mit ihr teilen können.“ Worauf Wil einwirft: „Und ich hätte ihr sagen können, wie ich das Problem gelöst habe.“ Deanna korrigiert ihn: „Nein, du hättest schildern können, wie du dich fühltest, damit sie weiß, dass sie mit ihrem Schmerz nicht allein ist.“ Resigniert erwidert Wil: „Und wie wird das Problem gelöst?“ Deanna antwortet: „Sie wird es zur rechten Zeit lösen, so wie es ihr gefällt. Oder sie beschließt, damit zu leben. Sie will, dass du sie bei ihrer Entscheidung unterstützt, einerlei, wie sie ausfällt.“ Diese humorige literarische Szene wiederholt sich sehr oft in vielen Beziehungen. Ich habe jahrelang über Wahrnehmungstypen, Empfindsamkeit und Unterschiede zwischen den Geschlechtern nachgedacht und muss ehrlich zugeben, dass ich erst durchblicke, seit ich diese Passage gelesen habe.
Falls auch Sie (ob Mann oder Frau) an einem überaktiven Lösungsreflex leiden, kann diese Szene Ihr Leben so verändern, dass Sie anderen (Männern wie Frauen) helfen können, wenn sie in emotionalen Schwierigkeiten sind. In einer solchen Situation geht es nicht um Lösungen – Sie wollen zuerst und vor allem Verständnis und Unterstützung. Vor den Lösungen wollen Sie getröstet werden.
Der Lösungsreflex ist nicht nur ein Problem der Männer. Alle Menschen, auch Frauen, die allein vor einem emotionalen Problem stehen, denken zunächst häufig „Wie kann ich das lösen oder bessern?“ anstatt „Was könnte mich jetzt trösten?“. Und da sie meist nicht daran denken, sich selbst zu trösten, gleiten sie in das alte, programmierte Verhaltensmuster ab und suchen Trost bei anderen Leuten. Doch selbst wenn Ihnen ein liebevoller, empfindsamer Mensch zur Verfügung steht, können Sie enttäuscht werden – zum Beispiel wenn er mit seinen eigenen Problemen beschäftigt ist. Vielleicht würde er Ihnen gerne helfen, ist aber derzeit nicht dazu in der Lage. Das Leben scheint auf sadistische Weise komisch zu sein, wenn man bedenkt, wie oft unsere Bezugspersonen gerade dann, wenn wir sie brauchen, selbst in einer Krise stecken. Kinder haben offenbar einen sechsten Sinn. Sie spüren unweigerlich, wann die Mutter oder der Vater am wenigsten ansprechbar ist, und genau in diesem Augenblick geraten sie in Schwierigkeiten.
Warum verlassen Sie sich auf andere, obwohl ihnen die Zeit, die Fähigkeit oder das Interesse fehlt, Sie zu trösten? Stellen Sie sich vor, wie Ihr Leben sich ändern würde, wenn Sie imstande wären, sich selbst Trost zu spenden (auch ohne Essen)! Dann könnten Sie sich selbst von Ihrem Stress befreien. Das ist der Lohn, der Sie erwartet, wenn Sie lernen, Ihre eigene „Tröstende Verbindung“ herzustellen. Wenn Sie sich zwei einfache Fragen merken, können Sie Sorgen, Groll, Wut oder Angst selbst überwinden.
Die einfachste Methode, mit der Selbsttröstung zu beginnen, ist die Frage: „Was würde mich in dieser Situation trösten?“ Suchen Sie immer nach dem Wesen dessen, was für Sie ein Trost wäre, nicht nur nach äußeren Vorgängen. Einen Bananensplit zu essen ist beispielsweise nur der äußere Vorgang. Im Kern geht es darum, sich selbst zu verwöhnen. Sie brauchen nicht die Leckerei, sondern das Gefühl, etwas Besonderes verdient zu haben. Konzentrieren Sie sich also auf die Qualität oder das Gefühl, das Sie tröstet, nicht nur auf den Gegenstand oder den Menschen, den Sie für die Lösung halten. Meiden Sie die Lösungsfalle.
Fragen Sie dann: „Wie kann ich mir das verschaffen?“ oder „Was kann ich tun, um das Wesen dessen zu bekommen, was mich trösten würde?“ Warten Sie dann ab, welche Ideen Ihnen kommen. Zum Schluss gönnen Sie sich die Unterstützung, Tröstung oder Aktivität, die Ihnen eingefallen ist.
Fragen stellen, Ideen sammeln, handeln – dies ist Ihre Tröstende Verbindung. Es ist Ihnen gelungen, sich mit Ihren höheren Gehirnfunktionen zu verbinden, um den limbischen Kurzschluss zu beseitigen. Und das Beste ist, dass Sie diese Verbindung leicht und schnell herstellen können, ohne von anderen abhängig zu sein.
Viele Therapien und psychologische Methoden können das tobende limbische System beruhigen. Die meisten dauern jedoch zu lange, so dass Sie länger als nötig leiden müssen. Ich habe nichts Schnelleres gefunden als diese beiden einfachen Fragen: „Was würde mich in dieser Situation trösten?“ und „Wie kann ich mir das verschaffen?“. Wenn Sie diese Fragen beantworten, erreichen Sie genau den Kern des Problems. Sie durchbrechen schnell den Zyklus des limbischen Stress und aktivieren die Fähigkeit des Kortex, Probleme zu lösen. Nachdem der Joy Touch Ihre Stimmung auf physiologische Weise verbessert hat, gibt Ihnen die Tröstende Verbindung eine hochwirksame Eins-Zwei-Kombination in die Hand, mit der Sie kurzfristigen und langfristigen emotionalen Stress lindern oder beseitigen können.
Anmerkung 1: Es ist ratsam, sich einen „Leckerbissen“ zu gönnen, der zu Ihrer Persönlichkeit und zu Ihrem Wahrnehmungstyp passt. Wenn Sie ein visueller Mensch sind, kann das Betrachten eines Bildes oder einer Szene für Sie besser sein als bloße Worte. Wenn Sie ein Hörtyp sind, profitieren Sie mehr von inspirierender Lektüre oder laut gesprochenen positiven Gedanken. Kinästhetisch veranlagte Menschen sollten sich unbedingt bewegen. Machen Sie einen Spaziergang, und betrachten Sie den Himmel, schreiben Sie positive Gedanken nieder, oder zeichnen Sie tröstende Symbole. Wenn Sie spontan und intuitiv sind, sollten Sie das Problem schnell loslassen. Überlegen Sie, was Sie trösten würde, und suchen Sie den Kern dieser Belohnung. Gönnen Sie sich die Belohnung so schnell wie möglich, und machen Sie dann weiter – Sie können später jederzeit wieder darauf zurückkommen, sogar noch gründlicher. Wenn Sie sehr empfindsam sind, sollte Ihre Tröstende Verbindung körperlich tröstend sein. Trinken Sie eine Tasse Tee. Ziehen Sie bequeme Kleider oder Schuhe an. Setzen Sie sich in einen bequemen Sessel anstatt auf einen starren Stuhl (ob Sie es glauben oder nicht, viele Hör- oder Mentaltypen bevorzugen harte, starre Möbel, weil sie ihnen helfen, sich zu konzentrieren und diszipliniert zu arbeiten). Musik kann für jeden Wahrnehmungstyp eine hilfreiche Ergänzung sein, sofern sie Ihnen gefällt, Ihren Bedürfnissen entspricht (ein hektisches Stück lindert keinen limbischen Stress, wenn Sie unter Zeitdruck stehen) und weder zu laut noch zu leise ist.
Anmerkung 2: Regungslos dazusitzen und zu grübeln ist in jedem Fall das Schlechteste, was Sie tun können. Damit lösen Sie erst recht einen limbischen Kurzschluss aus. Alles, was den Kortex des Gehirns aktiviert, hilft Ihnen, sich aus dem schwarzen Loch des limbischen Systems zu befreien. Darum fühlen wir uns oft besser, wenn wir spazieren gehen oder mit jemandem reden. Zum Gehen und Sprechen brauchen wir höhere Teile der Hirnrinde. Wenn Sie unbedingt sitzen wollen, dann schreiben Sie in Ihr Tagebuch oder visualisieren Sie, wie Sie dem limbischen Sumpf entrinnen. Es kann auch helfen, ein Tier zu streicheln, am Fester zu sitzen oder im Schaukelstuhl zu wippen. Schon die Bewegung der Hand beim Joy Touch, noch bevor Sie das Septum pellucidum stimulieren, ist hilfreich.
Nehmen Sie sich nun einen Augenblick Zeit, ehe Sie weiterlesen, und üben Sie die Tröstende Verbindung. Denken Sie daran, zuerst den Joy Touch anzuwenden oder ihn während der Übung zu nutzen, wenn Sie sich unwohl fühlen oder keine klaren Antworten bekommen.
Wenden Sie den Joy Touch an, damit Sie entspannt und ruhig anfangen.
Denken Sie an einen Stress, den Sie gerne los wären – Sorgen, Groll, Wut oder Angst.
Wenden Sie kurz den Joy Touch an, um Unbehagen zu beseitigen, das diese Erinnerung auslöst.
Fragen Sie: „Was würde mich in dieser Situation trösten?“ (Identifizieren Sie den Kern dessen, was Ihren Stress lindern würde.)
Fragen Sie dann: „Wie kann ich mir das verschaffen?“ (Auf welchen Gedanken, welche Handlung, welchen Blickwinkel oder welche Erinnerung könnten Sie sich konzentrieren, um sich selbst zu trösten?)
Wiederholen Sie den Joy Touch, um sich Ihre Erkenntnis einzuprägen. (Verstärken Sie die Erinnerung an Ihre Tröstende Verbindung und an Ihre Fähigkeit, sich selbst zu trösten.)
Beglückwünschen Sie sich mental für das Gelernte und für Ihre Fortschritte. (Fühlen Sie sich stolz, umarmen Sie sich, sagen Sie „Bravo!“ zu sich, oder wissen Sie einfach, dass Sie es gut gemacht haben.)
Noch wichtiger als der individuelle Tröster, den Sie sich ausdenken, ist der Prozess, bei dem Sie lernen, sich selbst zu trösten. Jedes Mal, wenn Ihnen eine Tröstende Verbindung gelingt, geht es Ihnen sofort besser. Außerdem nehmen Ihre Selbstachtung und Ihr Wissen zu. Sie kommen der Befreiung vom Schmerz, den das limbische System auslöst, einen Schritt näher. Stellen Sie sich vor, wie viel schöner Ihr Leben wird, wenn Sie lernen, emotionalen Stress mit der Tröstenden Verbindung sofort zu beseitigen.
In den folgenden Abschnitten finden Sie Beispiele für den Umgang mit verschiedenen Arten von Kränkungen, Sorgen, Wut und Angst sowie beispielhafte Tröstende Verbindungen. Wenn Sie bei der obigen Übung Schwierigkeiten hatten, genau die Tröstende Verbindung herzustellen, die Sie haben wollten, können Sie zu dem Abschnitt weiterblättern, der für Sie interessant ist. Sobald Sie mit der Tröstenden Verbindung gut vertraut sind, können Sie ebenfalls zu jenen Abschnitten vorblättern, die Sie interessieren. Doch zuerst sollten Sie mindestens die Abschnitte über geheime Schmerzen (Seite 71–73) und Depressionen (Seite 101–106) lesen. Danach können Sie nach Belieben (oder nach Bedarf) zu den einzelnen Abschnitten über die verschiedenen Arten von Sorgen, Groll, Wut und Angst zurückkehren.
Tipps für die Selbstheilung von seelischem Leid und geheimen Schmerzen
Kein limbischer Stress belastet uns mehr als Kränkungen. Sie schaden nicht nur unserer Leistung und unseren zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern nehmen uns auch die Freude am Leben. Nichts gelingt und nichts freut uns, wenn wir seelisch verletzt sind. Außerdem kann Traurigkeit zu Lethargie und Erschöpfung führen. Das liegt vermutlich daran, dass Energiemangel den Höhlenmenschen veranlasste, einen sicheren Ort aufzusuchen, wenn er bekümmert und verwundbar war.
Zum Glück lässt sich diese Art von limbischem Stress mit der Tröstenden Verbindung leichter beseitigen als alle anderen. Die Erschöpfung können Sie überwinden, indem Sie handeln und sich dadurch neue Energie zuführen. Schon die mentale Aktivität beim Suchen nach einem Tröster sorgt für einen Energieschub, und das „Aha!“ muntert Sie auf. Verglichen mit vagen Sorgen und Ängsten sowie explosiven Wutanfällen ist Gekränktheit greifbarer und deshalb einfacher zu überwinden. Meist können Sie sofort etwas dagegen unternehmen.
Der erste Schritt ist die Identifizierung der Kränkung. Jede Situation ist einzigartig, aber die meisten Kränkungen kann man einer der folgenden Kategorien zuordnen: Zurückweisung, Betrug oder Verlust und Einsamkeit.
Zurückweisung
Eine Zurückweisung schmerzt, weil sie uns das Gefühl vermittelt, unerwünscht zu sein und/oder nicht geschätzt zu werden. Das Gefühl, erwünscht zu sein und akzeptiert zu werden, ist daher die Arznei, die diesen limbischen Stress beseitigt. Wenn Sie fragen: „Was würde mich in dieser Situation trösten?“, lautet die Antwort meist: „Anerkennung und Wertschätzung“. Letztlich liegt die Lösung darin, sich selbst zu akzeptieren. Jede Methode, die das Selbstwertgefühl stärkt, lindert den Schmerz und beseitigt den limbischen Kurzschluss. Konzentrieren Sie sich also darauf.
Oft fällt es allerdings schwer, sich vollständig zu akzeptieren, wenn man gekränkt wurde. Eine Brücke zur Selbstakzeptanz ist immer nützlich. Dieser Zwischenschritt kann die Tröstende Verbindung erleichtern. Joyce McNelly aus Williams in Arizona, eine meiner Lehrerinnen, benutzt eine neue Methode. Wann immer sie sich abgelehnt fühlt, lindert sie den Schmerz, indem sie einen Ort aufsucht, wo sie vollständig akzeptiert wird – sie besucht ihre Enkel, in deren Augen sie immer totale Akzeptanz sieht. Diese Besuche lösen den Schmerz auf und ermöglichen ihr einen positiven Neubeginn. Die Zuneigung eines Haustiers kann ähnlich aufbauend sein.
Wie dieses Beispiel zeigt, können Sie den Zyklus durchbrechen, indem Sie Zurückweisung in einem Lebensbereich durch Akzeptanz in einem anderen Bereich ersetzen. Joyce konnte ihren Schmerz schon dadurch lindern, dass sie an die Liebe ihrer Enkel dachte. Sie musste sie nicht unbedingt besuchen (aber ich glaube, es macht ihr so viel Freude, die Kinder zu umarmen und mit ihnen zu spielen, dass sie auf ihre Besuche nicht verzichten könnte). Wenn ein Besuch nicht möglich ist, sind die Erinnerungen jedoch eine Alternative, denn sie führen zu der Einsicht, dass sie doch geschätzt wird.
Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit, und denken Sie an jemanden, der Sie gern hat.
Denken Sie an das Lächeln und den freundlichen Blickkontakt.
Spüren Sie die Umarmung oder andere Zeichen der Zuneigung.
Hören Sie die freundlichen Worte.
Machen Sie sich klar, dass Sie für diese Menschen wichtig waren und sind.
Da Naomi (an deren Beispiel ich bereits erläutert habe, wie wir den Zyklus in Gang halten) sehr verbal veranlagt war, bestand ihre Tröstende Verbindung aus positiven Affirmationen. Wann immer Dr. Janes’ Zurückweisung sie schmerzte, wiederholte sie Sätze wie „Ich leiste wertvolle Arbeit in diesem Büro“. Dann dachte sie an die Projekte, die sie abgeschlossen hatte und an die vielen Menschen, denen sie geholfen hatte. Diese mentalen Affirmationen überlagerten die limbische Wiederholung der schmerzlichen Gespräche.
Viele Menschen können den limbischen Zyklus mit einem Symbol durchbrechen, das ihr Selbstwertgefühl stärkt. Sie schenken sich eine Blume, gehen ins Kino, essen einen Becher Schokoladeneis oder nehmen sich einfach Zeit für ein heißes Bad oder eine Massage. Das kann das Gefühl der Zurückweisung lindern und den limbischen Zyklus durchbrechen. Am wichtigsten ist es jedoch, sich selbst zu lieben und sich nicht nur auf das Symbol als Linderungsmittel zu verlassen. Ein Kaufrausch oder zu viele Eisbecher können unerwünschte Nebenwirkungen haben! Wenn Ihnen klar ist, dass Sie wertvoll sind und eine Belohnung verdient haben, können Sie diese Art Groll überwinden.
Beseitigen Sie nun die Folgen einer vor Kurzem erlittene Kränkung.
Wenden Sie zuerst den Joy Touch an, damit Sie ruhig und objektiver sind.
Denken Sie an eine Situation in letzter Zeit, in der Sie sich zurückgewiesen oder nicht ausreichend geschätzt fühlten.
Beseitigen Sie das Unbehagen, das diese Erinnerung auslöst, mit dem Joy Touch.
Fragen Sie: „Was würde mir helfen, mich wohler zu fühlen? Was ist das Wesentliche an diesem Mittel?“
Überlegen Sie, wie Sie sich dieses Mittel verschaffen können. (Versuchen Sie etwas zu finden, was Sie sofort sagen oder tun können. Es sollte Ihnen zumindest Erleichterung verschaffen, schon wenn Sie daran denken.)
Sehen, fühlen, wissen und verstehen Sie, dass Sie eine wertvolle, einzigartige Seele sind.
Beenden Sie die Übung mit einem Joy Touch und einem „Bravo!“.
Nutzen Sie den Joy Touch, wenn es Ihnen schwerfällt, eine Antwort zu finden. Die Stimulierung des Septum pellucidum hilft Ihnen, den Groll zu überwinden. Dann können Sie sich mit den Einsichten und kreativen Lösungen Ihres höheren Geistes verbinden.
Üben Sie im täglichen Leben, tröstende Verbindungen herzustellen, während Sie in diesem Buch weiterlesen. Lesen vermittelt Ihnen Wissen; Handeln und Erfahrung machen Sie zum Meister, der sein Leben besser im Griff hat. Wenn eine Zurückweisung in dieser Woche Ihre Leistung verringert, dann probieren Sie eine selbsttröstende Technik aus und beobachten Sie, wie schnell Sie wieder fröhlich werden.
Pulsuz fraqment bitdi.