Kitabı oxu: «Segnen heilt»
Über das Buch
Dieses Buch präsentiert Ihnen keine neue Methode zum Glücklichsein, keine Theorie, keine Technik. Es vermittelt eine einfache und bewegende Erfahrung: Alles um uns herum von Herzen zu segnen ist ein Erlebnis, das uns auf eine Weise beschenkt, wie wir es uns nie erträumt haben.
Pierre Pradervand machte diese Erfahrung ganz unfreiwillig. Seine berufliche Karriere fand ein jähes Ende und er wurde gegenüber den Verantwortlichen über Monate vom Groll regelrecht zerfressen. In seiner Verzweiflung tat er das Undenkbare: Er segnete seinen Chef! Was dann geschah, war wie ein Wunder. Die Verkrampfung im Herzen löste sich langsam, sein Leben veränderte sich völlig, und es taten sich die verschiedensten beruflichen Perspektiven auf.
Über den Autor
Pierre Pradervand arbeitet seit Jahrzehnten im Bereich Persönlichkeitsentwicklung und sozialer Kompetenz auf fast allen Kontinenten. Ziel seiner Arbeit ist es, den Menschen Werkzeuge an die Hand zu geben, ihren inneren Anker zu finden und zu stärken. Pradervand hält Vorträge und gibt Seminare auf der ganzen Welt. Er ist Schweizer und lebt in Genf.
Eine Übersicht über Veranstaltungen des Autors, den von ihm gegründeten internationalen Segnungskreis sowie weitere Informationen finden Sie unter www.vivreautrement.ch
Pierre Pradervand
Segnen heilt
Wie dein Segen die Welt verändert und dich selbst
Übersetzt von Johanna Ellsworth

Inhaltsverzeichnis
Umschlag
Das Buch/Der Autor
Titel
Inhaltsverzeichnis
Widmung
Vorwort des amerikanischen Herausgebers
Danksagungen
Einleitung
Ein Kommentar zu Wortbegriffen
1 Wie alles begann
Segen, die zurückkommen
Die sanfte Kunst des Segnens
Das tägliche Segnen
2 Die Geschichte des Segnens
Segnungen im Altertum
3 Ein Universum der spirituellen Gesetze
Hier sind andere Gesetze am Werk
Spiritualität mit einer wissenschaftlichen Dimension
Ein Leben im Einklang mit den universalen Gesetzen
Eine neue Sichtweise über spirituelle Gesetze
4 Das Gesetz der positiven Erwartungen
Den ganzen Tag Gutes bejahen
5 Das Gesetz der Rückwirkung
Die mächtige Wirkung der Gedanken
Selbstlose Liebe
Alles ist eins
Das Gesetz der Rückwirkungen auf Handlungen
Die Kunst des Segnens üben
Die Integrität anderer segnen
Das Glück der Menschen segnen
Wenn das Segnen schwerfällt
6 Das goldene Gesetz
Das Segnen als Schutzschild
Das Geschenk der spirituellen Lektionen
Das goldene Gesetz in seiner Anwendung
Die verwandelnde Hand der Liebe
Das subjektive Wesen des Erlebens
7 Das Gesetz der bedingungslosen Liebe
Weder Ärger noch Zorn kennen
Nichturteil und bedingungslose Liebe
Die bedingungslose Liebe anstreben
Lieben durch Segnen
8 Das Gesetz der universalen Harmonie
Segen im Rückblick
Die Vergangenheit abladen
Schicksalsschläge segnen
9 Die tiefere Bedeutung des Segnens
Die tiefere Bedeutung des Segnens erleben
10 Eine neue Art des Sehens und Glaubens
Einflüsse, die unsere Wirklichkeit formen
Das kosmische Bewusstsein
Die Welt Jenseits unserer Augen
11 Das verborgene Gute erkennen
Wenn Schönheit schwer zu erkennen ist
Die Göttlichkeit in Extremsituationen affirmieren
12 Vergessen Sie nicht, sich selbst zu segnen
Sich selbst lieben
Sich selbst verzeihen
Die grenzenlose Liebe spüren
13 Segnen als spiritueller Weg
Lebewohl, kleines Ego!
Segnen als spirituelle Affirmation oder Mantra
Im Jetzt präsent sein
Das Karma-Yoga des Segnens
Was zählt, ist der Geist
Ein wacher Geist kann heilen
Segnen bringt den Geist ins Gleichgewicht
Ein Sender von Segnungen sein / Segen aussenden
Segen im Alltag
Segen für Journalisten
Segen für den Alltag eines Taxifahrers
Segen für ein Hochzeitspaar
Segen für Krankenschwestern
Segen für Gefangene und Wärter
Segen für Eltern
Segen für Politiker
Segen für Angestellte eines Geschäfts oder Dienstleistungsunternehmens
Segen für Lehrer
Segen für die Lösung einiger globaler Probleme
Segen für Terroristen
Segen für Führungskräfte
Segen für Straßenkinder und Kinder, die in die Prostitution gezwungen werden
Segen für die Vereinten Nationen
Epilog: Segnen – eine heilende Anwendung
Briefe und E-Mails
Literatur
Anmerkungen
Impressum
Für Elly – meine Lebenspartnerin, Freundin, Frau und der Morgen in meinem Leben.
Morgen: Frische, Offenheit, Dankbarkeit, Inspiration, Neuheit, Wachsein, in Erwartung guter Dinge, Wachsamkeit, Neuanfang, Reinheit, Schwelle, (Wieder-)Geburt, Freude, Unschuld, Wunder.
Danke, dass du das tägliche Wunder und der endlose Morgen in meinem Leben bist. Ich danke dir dafür, dass du meine Lehrmeisterin bist.
Auch widme ich dieses Buch meinem Freund Roger W. McGowen, der seit nunmehr über zweiundzwanzig Jahren wegen eines Verbrechens in der Todeszelle sitzt, obwohl viele ihn für unschuldig halten. Er wurde im März 2000 in einen Sicherheitstrakt in Livingston, Texas, verlegt.
Ich danke dir, Roger, für unseren tiefen gegenseitigen Austausch. Danke, dass du in einer vollkommen unmenschlichen Umgebung ein strahlendes Beispiel außerordentlicher Courage, Güte und Widerstandsfähigkeit bist. Gottes Segen sei mit dir.
Und die Zeit deines Lebens würde aufgehen wie der Mittag,
und das Finstere würde ein lichter Morgen werden.
Hiob 11:17
Vorwort des amerikanischen Herausgebers
or etwa einem Jahr rief mich ein Buchhändler in Übersee an. Er wollte mich auf ein Buch über das Segnen aufmerksam machen, von dem mehr Exemplare verkauft worden sind als von den meisten Büchern auf der Bestsellerliste der New York Times. Er hielt das Buch für etwas ganz Besonderes und war überzeugt, dass wir dafür eine breite Leserschaft gewinnen könnten. Als ich Segnen heilt las, konnte ich ihm nur noch zustimmen.
Die Originalausgabe des Buchs, das Sie in den Händen halten, erschien als Sammlung wunderbarer Worte über das Segnen, die der Autor unter seinen Freunden, Verwandten und Bekannten verteilte. Die Resonanz war überwältigend, und schon bald wuchs der Kreis seiner Leser rund um die Welt an. Die erste Ausgabe wurde 1998 auf Französisch veröffentlicht, und 2003 erschien eine englische Ausgabe. Als wir dem ersten englischsprachigen Verlag unser Interesse am Buch bekundeten, erkannten seine Mitarbeiter, wie wichtig es war, diese Botschaft unter eine breitere Leserschaft zu bringen.
Wir hoffen, mit dieser Ausgabe so viele Leben wie nur möglich mit Pierres tiefgründigen Lehren über die Macht des Segnens in Berührung zu bringen. Nachdem ich Secret herausgegeben habe, dessen Botschaft der Dankbarkeit bei Millionen von Menschen etwas angerührt hat, sehe ich nun, wie im vorliegenden Buch das Konzept Dankbarkeit auf die nächst höhere Ebene getragen wird. Diese aktive spirituelle Handlung ist eine stille Revolution, die in unseren schwierigen Zeiten umso wichtiger ist. Sie besitzt wahrhaftig die Macht, die Herzen auf der ganzen Welt miteinander zu verbinden.
Dieses Buch gibt Ihnen außerdem das Privileg, Pierre kennenzulernen – eine sanfte Seele mit einer lebensnotwendigen Botschaft an die Menschheit.
Bitte hören Sie aufmerksam zu.
Cynthia Black, Herausgeberin, Beyond Words Publishing Verlag
Danksagungen
Mein Dank geht an Candace Jagel, Bunny McBride und Susan Remkus für ihr hervorragendes Lektorat und insbesondere dafür, dass sie mein gallisches Unkraut entfernt haben.
Ich möchte Cynthia Black und Richard Cohn vom Beyond Words Verlag ganz besonders dafür danken, dass sie an das Buch glauben, und mein Dank gilt auch der Cheflektorin Lindsday S. Brown dafür, dass sie das Buch so qualifiziert und überlegt durch alle Phasen bis zur Herausgabe getragen hat, sowie Julie Steigerwaldt und Ali McCart für ihr äußerst professionelles, vorsichtiges und einfühlsames Lektorat, das den Sprachfluss und die Lesbarkeit des Buchs wesentlich verbessert hat.
Einleitung
chon immer war das Segnen eine spirituelle Handlung der Menschheit. Die ritualisierte Form des Segens, in dem die meisten religiösen Feiern des Christentums enden, ist nur eine Form des Segnens, das in allen Kulturen zu finden ist. Doch statt lediglich ein Ritual zu sein, mit dem religiöse Feiern abgeschlossen werden, besitzt die Handlung des Segnens die Kraft, Ihr Leben auf verschiedene Weisen zu bereichern, die Sie nie für möglich halten würden – Weisen, die ich persönlich erlebt habe.
Dieses Buch wurde aus einer spirituellen Erfahrung heraus geboren, die mein Leben zutiefst beeinflusst und es mir ermöglicht hat, die tiefe Bedeutung des Segnens zu erkennen. Das Segnen beruht auf spirituellen Gesetzen, die jeder von uns für sich entdecken kann, damit wir besser und erfüllter leben können. Mein eigenes Erlebnis bestärkte mein intuitives Gefühl, dass diese spirituellen Gesetze, die vor langer Zeit in den großen geistlichen Lehren der Menschheit beschrieben wurden, die tiefste Grundlage unseres Lebens im Universum sind – oft ohne unser Wissen. Sie sind genauso präzise und effizient wie die Gesetze der physikalischen Welt, und die Entdeckung dieser Gesetze könnte einer der größten Durchbrüche des neuen Jahrtausends sein. Sie würde der Evolution des menschlichen Bewusstseins, der Weiterentwicklung des Einzelnen und der ganzer Völker einen außergewöhnlichen Anstoß geben. Wie Sie sehen werden, fangen Sie durch das Segnen an, im Einklang mit diesen spirituellen Gesetzen zu leben. Ab diesem Punkt warten unbeschreibliche Belohnungen wie zum Beispiel anhaltende Freude, ein Gefühl von Erneuerung und innerer Frieden auf Sie.
Ich habe dieses Buch nicht als Akademiker oder Meister der Spiritualität oder Religion geschrieben. Während meiner gesamten beruflichen Laufbahn engagierte ich mich für die Erschaffung einer Welt mit etwas mehr Gerechtigkeit und Mitgefühl, einer Welt, die für alle (einschließlich der Natur) gleichermaßen da ist. Viele Jahre lang konzentrierte ich mich auf soziologische Recherchen und internationale Entwicklungen, und dann auf die Ausbildung älterer Arbeitsloser und Menschen, die mit einem Einkommen an der Existenzgrenze auskommen mussten. In letzter Zeit lebe ich dieses Engagement in Workshops aus, in denen ich mit Menschen aller Schichten ausarbeite, wie man ein ganzheitlicheres Leben mit einem Fokus auf die wahren Werte erreichen kann.
Ganz am Anfang meines Berufslebens rüttelte mich ein Erlebnis auf und zeigte mir, dass es sinnlos ist, zu versuchen, soziale, politische und ökonomische Strukturen zu ändern, wenn wir nicht auch die Herzen der Leute ändern. Mitte der 1960er arbeitete ich als Soziologe in Algerien, das eines der seltenen Entwicklungsländer ist, die sich nach einem langen, bitteren und oft grausamen Befreiungskrieg ihre Unabhängigkeit erkämpft haben. Der Staatsoberste des Landes war ein General, der den unabhängig ernannten Präsidenten ins Gefängnis geworfen hatte. Jede gesetzliche Opposition war verboten, doch überall existierten noch heimliche oppositionelle Gruppen.
Ich war für ein Team von Interviewern verantwortlich, das eine landesweite Umfrage zur Meinung der Bevölkerung machte. Einer der Interviewer hatte Kontakte zur Opposition. Wie er mich informierte, war ein Freund von ihm auf einer Polizeiwache gefoltert worden – genau da, wo sein Folterer selbst vom früheren Kolonialmilitär gefoltert worden war.
Es beunruhigte mich zutiefst, dass ein Folteropfer einem anderen dieselbe Art von Schmerz zufügen konnte. Ich war aus politischem Idealismus in dieses Land gekommen, weil es eine »echte« Revolution durchgemacht hatte. Ja, die materiellen Strukturen der Verwaltung, Wirtschaft und Justizbehörden waren zwar umgekrempelt worden, aber das Verhalten des Folterers zeigte mir, dass die Herzen derjenigen, die nun das Land regierten, sich nicht im gleichen Maße geändert hatten. Wie mir klar wurde, bedarf es einer inneren Umwandlung, um echte Veränderung zu bewirken.
Das war der Anfang meiner lebenslangen Reflexionen, aus denen viele Jahre später dieses Buch wurde. Ohne einen kurzen Satz, den Dr. Gerald G. Jampolsky, der Gründer des international bekannten Center for Attitudinal Healing in Tiburon, Kalifornien und Autor von Die Kunst zu vergeben und Lieben heißt die Angst verlieren, geäußert hat, wäre es nie geschrieben worden. Es war der erste Satz einer Vorlesung, die er gemeinsam mit seiner Frau, der Ärztin Diane Cirincione, Anfang der Neunziger an der Universität von Genf gab: »Jedes Mal, wenn ich in mein Zentrum gehe, tue ich es, um mich selber zu heilen.« Dadurch wurde mir klar, dass wir kein Meister sein müssen, um anderen zu helfen, und dass es immer etwas gibt, was wir anderen schenken und mit ihnen teilen können, egal wie bescheiden unsere Leistungen auch sein mögen.
Eine weitere Idee, die mir den Mut für dieses Projekt gab, war der berühmte Spruch, dass wir das lehren, was wir am meisten lernen müssen. Ich schreibe dieses Buch als Lehrling auf dem Weg des Segnens, und ich lerne auf diesem Gebiet täglich dazu.
Wie meine Arbeit mir gezeigt hat, fangen Arbeitslose dann an, wirklich zuzuhören, wenn sie herausfinden, dass der, der mit ihnen spricht, selbst von Arbeitslosigkeit betroffen war. Wir können uns leichter mit jemandem identifizieren, der sich wie wir abstrampelt, und dieses Bewusstsein war der letzte Auslöser für dieses Buch. Da ich lange selber arbeitslos war, ohne Arbeitslosengeld zu bekommen, wurde ich für sie viel glaubwürdiger als jemand, der aus der reinen Theorie heraus mit ihnen gesprochen hätte. Deshalb hoffe ich, verehrte Leser, Sie können dieses Buch als das Werk eines Lehrlings annehmen, der es mit anderen Lehrlingen geteilt hat – ganz im Sinne des großen persischen Sufi-Schriftstellers Farid ud-Din Attar, der das Gedicht »Mantic Uttair« geschrieben hat. Attar beschreibt einen Schwarm Vögel, die beschließen, ihren König, den Simorg, zu suchen. Nach zahlreichen Abenteuern treffen sie sich wieder und stellen sich in einem Kreis auf. Sie sehen einander an und stellen fest, dass sie der Simorg sind. Der König steckt in jedem von ihnen. Das Königreich ist in uns allen vorhanden.
Wie überflüssig ist es doch, davon zu sprechen, wir sollen unsere Spiritualität im Alltag leben! Denn entweder wird Spiritualität im täglichen Leben, in den trivialsten Situationen – im Büro, in der Fabrik, bei der Gartenpflege oder der Autowäsche, im Geschäft oder in der Ehe, beim Geschirrspülen, in Freude und in Leid – gelebt, oder aber sie hat keine Existenzberechtigung. Wenn der spirituelle Weg nicht im Alltag gegangen wird, wann soll er dann gegangen werden? Ashrams im Himalaja und Klöster in der Toskana mögen zwar die spirituelle Suche fördern, doch das sind nicht die Orte, an denen die Mehrheit von uns sich im Alltag aufhält. Der Rabbiner Hillel soll gesagt haben: »Wenn nicht ihr, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann dann?«
Verlockend am spirituellen Weg ist, wie der amerikanische spirituelle Lehrer Ram Dass betont, »dass alles Wasser auf die Mühle ist«. Absolut alles – ein Verkehrsstau, eine Krankheit, ein Diebstahl, ein lauter Nachbar, ein platter Reifen – wird zur Chance, daran zu lernen, zu entdecken, sich weiterzuentwickeln, zu bereuen, sich zu erfreuen, zu enthüllen, zu erwachen, mehr zu lieben und sich zu wundern. Das kleinste Lebensdetail, jede einzelne Begegnung – ob mit einem Heiligen oder einem Heilbutt – kann zärtliches Interesse wecken und Verzauberung ausstrahlen. Das ist das wirklich Aufregende am spirituellen Weg, seine Schönheit, Tiefe, Freude und ja, auch sein Unterhaltungswert. Jedes einzelne Erlebnis im Leben kann zur Gelegenheit werden, im Stillen »Ja, ich danke dir« zu sagen.
Wenn Sie Ihren spirituellen Weg nicht in der U-Bahn, mitten in einer Schlägerei auf der Straße, bei einer großen Herausforderung oder auch beim Tennis oder Baseballspiel gehen können, dann sollten Sie sich fragen, ob er wirklich was bringt. Dieses Buch wird Ihnen außerdem zeigen, dass Spiritualität keine Vorstellung ist, die sich abstrakt diskutieren lässt, sondern eine transformierende Kraft, die nur dann von Bedeutung ist, wenn sie täglich gelebt wird.
Ein Kommentar zu Wortbegriffen
Der französische Schriftsteller Georges Bernanos hat gesagt: »Eine der größten Schanden der Menschheit war es, etwas so Kostbares und Subtiles wie unsere Gedanken etwas so Unsicherem und Biegsamem wie Wörtern anzuvertrauen.« Ein Buch, das über Spiritualität und Transzendenz spricht, muss Wörter wie Schicksal, Gott, Schöpfer und so weiter verwenden. Der Begriff Gott zum Beispiel ist nur ein Wort, das wahrscheinlich genauso vielen Vorstellungen entspricht, wie es Menschen gibt. Für mich gibt es unveränderliche spirituelle Gesetze, die das Universum regieren. Diese Gesetze entspringen einem bedingungslos liebevollen Prinzip der Harmonie. Manchen wird es leichter fallen, das Prinzip Gott zu nennen, während dieser Begriff andere vielleicht abstößt. Wir wollen uns nicht in Wörter verrennen, sondern sie als Sprungbretter nutzen, um uns dem näherzubringen, was sich nicht in Worte fassen lässt. Wenn ich in diesem Buch einen Begriff wie LIEBE in Großbuchstaben verwende, dann meine ich damit das regelnde göttliche Prinzip oder Gott.
Das vorliegende Buch beschreibt eine pragmatische, religionslose und universale Anwendung der sanften Kunst des Segnens. Wenn gewisse Begriffe Sie stören, schaffen Sie doch einfach Ihre eigenen Ausdrücke dafür, wie zum Beispiel universale Lebenskraft, grenzenloses Gesetz der Harmonie oder einen anderen Begriff, der für Sie »stimmig« ist. Das Wunderbare am Segnen ist, dass selbst Atheisten es ausführen können! Eine sehr gute Freundin, die ich seit über vierzig Jahren kenne und die sich am Anfang einer meiner Workshops über Spiritualität als kommunistische Atheistin bezeichnete, hat mir gesagt: »Jedes Mal, wenn du das Wort Gott verwendet hast, habe ich mir Leben gedacht, und dann war alles in Ordnung.« So konnte sie frei an diesem Buch über das Segnen teilhaben.
Gandhi hat Gott einmal mit einer Bergspitze verglichen. Jeder von uns gelangt über einen anderen Weg dorthin. Manche Pfade sind gerader als andere. Doch über kurz oder lang erreichen wir alle diesen Punkt. (Und für manche ist das dort das Hier und Jetzt.) Wie der Rabbiner Francois Garai der Liberalen Jüdischen Gemeinde in Genf einst sehr humorvoll beschrieben hat, »hat jeder seinen eigenen Weg, um die Existenz Gottes zu erkennen. Lasst uns diesen Weg nicht generalisieren, und möge Gott uns vor allen spirituellen Klonen bewahren!«
In Patton Boyles Buch Screaming Hawk sagt sein fiktiver indianischer Lehrmeister Flying Eagle zu ihm: »Die Wahrheit liegt in der Stille zwischen den Wörtern. Sie wird mit dem Herzen erfasst und erlebt.« Ich hoffe, Sie als Leser dieses Buches werden genau das versuchen – mit dem Herzen auf die Stille zwischen den Wörtern zu lauschen. Hören Sie auf den Widerhall, den die Wörter in Ihnen auslösen. Bitte stolpern Sie nicht über die unsicheren plastischen Wortsymbole. Noch einmal: Keine Wahrheit lässt sich angemessen in Worte fassen. Selbst die tiefgründigsten spirituellen Schriften der Menschheit oder die eindeutigsten Erklärungen der Wissenschaft können die Wahrheit nicht enthalten. Sie können höchstens Indikatoren dafür sein. Gandhi hat gesagt: »Mein Leben ist meine Botschaft.« Jesus hat gesagt, dass derjenige, der die Wahrheit lebt, ans Licht gelangt – nicht die, die sie predigen oder darüber schreiben!
Eine weitere Unterscheidung zwischen Spiritualität und Religion ist unverzichtbar. Der Begriff Spiritualität, der sich aus dem lateinischen Wort spiritus (»Atem«) ableitet, bezieht sich auf die persönliche Erfahrung eines Individuums mit dem Göttlichen, mit seinem oder ihrem spirituellen Weg. Religion hingegen bezieht sich gewöhnlich auf eine kollektive Gruppenerfahrung, ein organisiertes Glaubenssystem, das durch das Medium einer bestimmten Institution oder Struktur erlebt wird. Ein Mensch kann ein leidenschaftlicher Verfechter einer bestimmten Religion und zugleich ohne jede echte Spiritualität sein, die sich durch Eigenschaften wie zum Beispiel Mitgefühl und Lebensfreude, Vergebung und Inspiration auszeichnet. Und ein anderer kann sein Leben lang ein Freidenker sein, ein Agnostiker oder sogar ein Atheist und trotzdem die Werte und Qualitäten des Geistes ständig (er-)leben.
Man könnte sagen, Religionen sind Versuche der Menschheit, das Undefinierbare zu definieren. Individuen und Gruppen kommen oft an den Punkt, an dem sie an ihre Definitionen glauben, die nur Wegweiser sind, und an dem sie die Wirklichkeit vergessen, auf die diese Wegweiser hindeuten. Und was noch schlimmer ist: Sie geraten an einen Punkt, an dem sie sich wegen der Wörter auf den Wegweisern herumstreiten und vergessen, wohin sie eigentlich gehen!
Die organisierte Religion bietet nur einen Kontext, mit dem sich ewige Wahrheiten ausdrücken lassen. Sie ähnelt Krücken: oft gebraucht, aber im besten Fall nur für eine gewisse Zeit. In der gegenwärtigen Phase der Geschichte der Menschheit und der kollektiven Bewusstseinsebene sind bestimmte Formen organisierter Religion sicherlich nützlich und notwendig. Die großen Religionen dieser Welt haben Gesellschaften eine ethische Dimension verliehen, die für den menschlichen Fortschritt unverzichtbar ist. Doch wer würde nicht lieber ohne Krücken gehen oder vom Sprungbrett ins Wasser springen und schwimmen, wenn er die Wahl hätte? Das ist der Grund, warum für viele große spirituelle Lehren der Menschheit die Wahrheit vor allem im Zeigen liegt, in den gelebten Wahrheiten, in einem Bewusstseinszustand und nicht in Dogmen, Ritualen oder heiligen Büchern. In den letzten Jahren habe ich sogar angefangen, die Handlung des Segnens als eine Form von Laienspiritualität zu bezeichnen, eine Verhaltensweise, die fast jeder übernehmen kann, egal welcher Religion er angehört – sogar Agnostiker können es.
Ich hoffe, das Lesen dieses Buches wird Sie dazu inspirieren, die sanfte Kunst des Segnens auf Ihre eigene einzigartige Weise umzusetzen. Von Anfang bis zum Schluss werden wir die spirituellen Gesetze erforschen, auf denen die Kunst des Segnens basiert. Durch dieses neue Wissen werden Sie erkennen, dass das Segnen Ihnen hilft, Ihr Leben in Harmonie mit diesen universalen Gesetzen zu leben und zuzulassen, dass all ihre wunderbaren Folgen Ihnen zufließen. Wie mir und Hunderten anderer, die mir in den vergangenen zwanzig Jahren geschrieben haben, wird das Segnen auch Ihnen eine tiefe Freude und dauerhaften inneren Frieden schenken und Sie in ein reicheres, erfüllteres und glücklicheres Leben führen. Eines bin ich mir ganz sicher – es wird innere Quellen der Heilung und Seligkeit zum Fließen bringen. Sobald sie strömen, werden sie mit jedem ehrlichen Segen stärker werden.
1 Wie alles begann
Segnet die euch fluchen.
Matthäus 5:44
n einem Punkt in meinem Berufsleben war ich auf dem Gebiet internationaler Entwicklung tätig und arbeitete im Schweizer Schulsystem mit Schülern und Lehrern. In dieser Zeit musste ich eine der schwersten Karriereentscheidungen treffen: entweder meinen Job zu behalten und eine Situation zu akzeptieren, die die grundlegendste Berufsethik verletzte – oder zu kündigen. (Später erfuhr ich, dass die Leute, die mich in diese Situation gebracht hatten, mit meiner Kündigung gerechnet hatten!)
Also kündigte ich, statt moralisches Harakiri zu begehen.
In den Wochen danach entwickelte ich gegen die Leute, die mich in diese unmögliche Situation gebracht hatten, einen tiefen, allumfassenden Groll, wie ich ihn noch nie erlebt habe. Mein erster Gedanke morgens beim Aufwachen galt ihnen. Während ich duschte, die Straßen entlangging, einkaufen oder joggen ging, nahm dieser Groll von mir Besitz, er fraß mich auf, entzog mir meine ganze Energie und raubte mir meinen inneren Frieden. Ich wurde buchstäblich vergiftet. Ich wusste, dass ich mir schadete, doch trotz stundenlanger Meditationen, Gebete und spiritueller Studien blieb die Besessenheit beharrlich an mir hängen. Ich fühlte und verhielt mich wie ein absolutes Opfer!
Dann öffnete mir eines Tages ein Satz in Jesus’ Bergpredigt die Augen wie nie zuvor: »Segnet die euch fluchen« (Matthäus 5:44). Plötzlich wurde mir alles klar. Das war genau das, was ich zu tun hatte: meine früheren »Verfolger« segnen. Auf der Stelle fing ich an, sie auf jede erdenkliche Weise zu segnen: ihre Gesundheit und ihre Freude, ihre Finanzen und ihre Arbeit, ihre Familienbeziehungen und ihren Frieden, ihren Überfluss und ihre Güte. Die Möglichkeiten, wie man sie segnen konnte, waren endlos. Mit Segnen meine ich, den Leuten aus Herzenstiefe und vollkommen aufrichtig das Beste zu wünschen – ihre vollkommene Erfüllung und tiefste Glückseligkeit. Wenn sich beispielsweise ein Freund in einem Zustand tiefster Depressionen befindet, segne ich seinen Frieden, seine Freude und Ganzheit, Dinge, die mit dem materiellen Auge zwar nicht zu sehen sind, doch auf einer anderen Ebene ihres Wesens ganz präsent sind.
Das ist die wichtigste Dimension des Segnens überhaupt: die Aufrichtigkeit, die von Herzen kommt. Das ist die Kraft, die verwandelt und heilt, erhebt und wiederherstellt. Es ist das genaue Gegenteil eines stereotypen Rituals. Das spontane Segnen ist eine fließende Quelle, die wie ein Bergfluss singt und sprudelt. Es drückt den ewigen Morgen aus – in Form von Frische, Offenheit, Dankbarkeit, Inspiration, Neuheit, Erwachen, Erwartung guter Dinge, Wachsamkeit, Neuanfang, Reinheit, Schwelle, (Wieder-)geburt, Freude, Unschuld, Wunder.
Anfangs war dieser Akt des Segnens noch eine bewusste Entscheidung, die durch meinen Willen erfolgte, doch aus dem aufrichtigen spirituellen Vorhaben heraus, meine Denkweise zu heilen. Der Schlüsselfaktor war das Vorhaben. Doch allmählich verwandelten sich die Segen von einer Willenshandlung zu einer Sehnsucht des Herzens – weil die Handlung des Segnens grundsätzlich von Herzen kommt.
Ich segnete diese Leute den ganzen Tag lang – während ich mir die Zähne putzte, joggte, auf dem Weg zur Post oder zum Supermarkt, beim Geschirrabwasch und vor dem Einschlafen – einzeln und schweigend. Dieser Prozess des Segnens dauerte einige Jahre an.
Nach ein paar Monaten Segnen fing ich eines Tages ganz spontan an, Menschen auf der Straße, im Bus, auf der Post oder in einer Warteschlange zu segnen. Zu Anfang dieser wunderbaren Entdeckung ging ich manchmal durch ein ganzes Flugzeug oder von einem Zugabteil zum anderen, nur aus Freude, meine Mitreisenden segnen zu können – unwillkürlich und bedingungslos. Diese sanfte Kunst des Segnens wurde zu einem stummen Lied, zur Antriebskraft meines spirituellen Lebens, ein bisschen zum cantus firmus einer Kantate von Bach. Schritt für Schritt wurde das Segnen anderer zu einer meiner größten Lebensfreuden – und ist es heute noch, auch nach all den Jahren, in denen ich es praktiziere. Wie ich gemerkt habe, ist es eine der wirksamsten Methoden, um spirituell im Gleichgewicht zu bleiben und meine Gedanken von Negativität, Kritik und Urteil zu befreien. Als ich mehr über die spirituellen Gesetze lernte, die das Universum regeln und die wir in den folgenden Kapiteln untersuchen werden, fand ich heraus, warum Segnen diese Wirkung hat.
Von meinem früheren Arbeitgeber habe ich nie Rosen oder auch nur den kleinsten Ausdruck von Reue erhalten. Stattdessen habe ich vom Leben Rosen bekommen. Und zwar Riesensträuße.
Segen, die zurückkommen
Dank dieser sanften Kunst begann ich, ziemlich erstaunliche Erfahrungen zu machen. Ein solches Erlebnis hatte ich, während ich als ehrenamtlicher Mitarbeiter in einer weltweiten Kampagne gegen die Hungersnot ein Benefizkonzert am Welternährungstag (dem 16. Oktober) organisierte. Die Einnahmen sollten mehreren Bauernvereinigungen im Süden Senegals zugutekommen. Ein afrikanisch-karibisches Orchester, das ein Freund von mir leitete, bot uns an, beim Konzert kostenlos mitzuspielen. Lokale Radiosender und Lokalzeitungen warben für das Konzert. Der Techniker der großen College-Halle, in der das Konzert stattfinden sollte, kämpfte aus unersichtlichen Gründen von Anfang an gegen unser Projekt. Er wollte nichts damit zu tun haben. Wir mussten sogar einen zweiten Techniker beauftragen, für Klang und Beleuchtung zu sorgen.
Zwei Stunden vor Konzertbeginn schraubte der erste Techniker fast alle Mikrofone auf der Bühne ab. Mein Freund winkte kategorisch ab: Unmöglich, mit nur zwei Mikros für ein zehnköpfiges Orchester und mehrere Sänger auszukommen! Also gingen wir zum Techniker, um mit ihm zu reden. Er zeigte von Anfang an seine starke feindselige Einstellung. Meine erste Reaktion war Wut, doch mir wurde sofort klar, dass Wut die Situation nicht besser machen würde. Und das Publikum würde in weniger als zwei Stunden eintreffen! Während der Techniker sich mit meinem Freund herumstritt, fing ich schweigend an, ihn zu segnen: seine Güte, seinen Überfluss, seine menschliche Integrität, seine Gesundheit – einfach alles, was mir einfiel. Plötzlich änderte sich innerhalb von zwei Sätzen seine Einstellung vollkommen. Auf seinem Gesicht, das ein paar Sekunden vorher noch vor Hass verzerrt gewesen war, machte sich nun ein wunderschönes Lächeln breit. Er ging in sein Labor und kam mit einer Handvoll Mikros zurück, empfahl meinem Freund das geeignetste Mikrofon und wünschte uns einen schönen Abend.
Ein anderes Mal beendete ich ein Buch über meine Untersuchungen zur grassroot Entwicklung in Afrika, für die ich über einhundert Dörfer, über den ganzen Kontinent verstreut, aufgesucht hatte. Ich hatte die Recherchen auf eigenes Risiko durchgeführt, weil ich das falsche und negative Bild über Afrika korrigieren wollte, das die meisten Menschen haben. Ich vertraute darauf, dass ich einen Verlag finden würde, wenn mein Buch gut wurde.
Während das Manuskript in den letzten Zügen lag, lernte ich jemanden kennen, der Erfahrungen mit französischen Verlagen hatte. Wir freundeten uns sofort an, und er schlug vor, ich sollte ihm das fertige Manuskript zuschicken. Er bot mir an, es an einen Bekannten weiterzuleiten, der in einem renommierten Verlag tätig war. Sobald ich mit dem Buch fertig war, rief ich ihn an und sagte ihm, dass ich es ihm nun zusenden würde. Dabei erwähnte ich, dass ich eine Literaturagentin hatte, weil ich hoffte, das Buch auch in anderen Sprachen zu veröffentlichen. Sobald ich das Wort Literaturagentin ausgesprochen hatte, beschimpfte er mich auf das Übelste. »Wenn du eine Literaturagentin hast, brauchst du nicht auf mich zu zählen«, sagte er und knallte den Hörer auf. Perplex dachte ich, dass er wohl schon einmal eine schmerzhafte Erfahrung mit einem Literaturagenten gemacht haben musste.
Da ich kein negatives Bild von meinem neuen Freund in Erinnerung behalten wollte, segnete ich ihn jedes Mal, wenn ich in den nächsten Tagen an ihn dachte. Ungefähr zehn Tage später rief er mich an, als sei nichts passiert, und schlug mir vor, meiner Agentin zu sagen, sie solle das Manuskript an seinen Freund schicken, der ein Verlagshaus führte. Er würde ihm schreiben und mein Buch empfehlen.
Daraufhin wurde das Buch sofort zur Veröffentlichung in einem hervorragenden Verlag angenommen. Wie meine Literaturagentin mir sagte, hatte sie in den zwanzig Jahren, in denen sie auf diesem Gebiet tätig war, noch nie erlebt, dass ein Buch so schnell herausgegeben wurde. In letzter Minute verlegte das Verlagshaus die Veröffentlichung sogar auf ein früheres Datum, damit das Buch rechtzeitig zu einer internationalen Buchmesse erscheinen würde. Mein Freund konnte einen führenden europäischen Politiker, der für seine Afrikakenntnisse bekannt war, dafür gewinnen, ein Vorwort für das Buch zu schreiben. Etwas Besseres hätte ich mir nie träumen lassen!
Die sanfte Kunst des Segnens
Eines Tages, ungefähr sieben Monate nachdem ich mit Segnen angefangen hatte, bereitete ich gerade eine Rede mit dem Titel »Die Welt heilen« für eine internationale Jugendbegegnung in Zürich vor. Plötzlich wurde ich von der Inspiration überwältigt, das Segnen, das ich im Alltag anwendete, niederzuschreiben. Mir war buchstäblich, als würden mir die Worte so schnell diktiert, so dass meine Hand kaum mit den Ideen mithalten konnte, die mir durch den Kopf gingen. Hier ist das Ergebnis dieser Inspiration. Es beschreibt das Segnen als spirituelle Anwendung und bietet Richtlinien, wie Sie diese Kunst in Ihren Alltag integrieren können:
Segnen Sie beim Aufwachen den neuen Tag, denn er ist schon voller noch nicht erkennbarer guter Dinge, die Ihr Segen ans Tageslicht bringen wird, denn segnen bedeutet, das grenzenlose Gute anzuerkennen, das in den Stoff, aus dem das Universum ist, eingebettet ist und auf alle und jeden nur wartet.
Wenn Sie Menschen auf der Straße, im Bus, bei der Arbeit und im Spiel begegnen, dann segnen Sie sie. Der Friede Ihres Segens wird sie auf ihrem Weg begleiten, und seine Aura wird ihnen den Weg leuchten.
Wenn Sie Leuten begegnen und mit ihnen reden, segnen Sie ihre Gesundheit, ihre Arbeit, ihre Freude, ihre Beziehung zum Universum, zu sich selbst und zu anderen. Segnen Sie ihren Überfluss und ihre Finanzen, segnen Sie sie auf jede erdenkliche Art, denn dieser Segen sät nicht nur jetzt die Saat der Heilung, sondern wird eines Tages in Form von Blumen an den verödeten Orten Ihres eigenen Lebens aufgehen.
Segnen Sie beim Spazierengehen die Stadt, in der Sie leben, ihre Behörden und Lehrer, ihre Krankenschwestern und Straßenreiniger, ihre Kinder und ihre Banker, ihre Priester und ihre Prostituierten. Sobald jemand Ihnen gegenüber auch nur die leiseste Aggression oder Unfreundlichkeit zeigt, reagieren Sie mit einem Segen darauf. Segnen Sie diese Leute vollkommen, aufrichtig, fröhlich – denn dieser Segen ist ein Schutzschild, der sie vor der Unkenntnis ihrer Untaten schützt und den Pfeil, der auf Sie gerichtet war, abprallen lässt.
Zu segnen bedeutet, sich ohne Bedingungen und aus dem tiefsten Winkel Ihres Herzens heraus grenzenloses Gutes für andere und für Ereignisse zu wünschen. Es bedeutet, das, was immer ein Geschenk des Schöpfers ist, zu heiligen, zu verehren, voller Staunen zu betrachten. Wer durch Ihren Segen geheiligt ist, wird ausgezeichnet, geweiht, heiliggesprochen, er wird ganz. Zu segnen bedeutet, jemandem die göttliche Behütung zukommen zu lassen, dankbar für jemanden zu sprechen oder zu denken, jemandem Glück zu schicken, auch wenn wir selbst nie der Verursacher, sondern nur fröhliche Zeugen des Überflusses im Leben sind.
Alles und jeden ohne Unterscheidungen zu segnen, ist die reinste Form des Schenkens, denn diejenigen, die Sie segnen, werden nie erfahren, von woher der plötzliche Sonnenstrahl kommt, der durch die grauen Wolken ihres Himmels hindurchbricht, und Sie werden die Sonne im Leben dieser Menschen nur selten miterleben.
Wenn etwas in Ihrem Alltag vollkommen danebengeht, wenn ein unerwartetes Ereignis all Ihre Pläne über den Haufen wirft – und Sie sich aufregen –, dann segnen Sie es. Denn dann erteilt das Leben Ihnen eine Lektion, und genau das Ereignis, das Sie als ungewollt ansehen, haben Sie selbst erzeugt, um die Lektion zu lernen, gegen die Sie womöglich ankämpfen würden, wenn Sie sie nicht segnen würden. In Schicksalsschlägen verbirgt sich ein Segen, und auf sie folgen Engelsscharen.
Zu segnen bedeutet, die allgegenwärtige universale Schönheit anzuerkennen, die dem materiellen Auge verborgen bleibt. Es bedeutet, das Gesetz der Anziehung zu aktivieren, das aus den entferntesten Winkeln des Universums genau das, was Sie erleben und woran Sie sich erfreuen sollen, in Ihr Leben bringt.
Wenn Sie an einem Gefängnis vorbeikommen, segnen Sie in Gedanken die Unschuld und Freiheit seiner Insassen. Segnen Sie ihre Sanftheit, reine Essenz und bedingungslose Vergebung, denn man kann nur ein Gefangener seines eigenen Selbstbildes sein, und ein freier Mensch kann sich selbst im Gefängnis frei von Fesseln bewegen, ebenso wie Bürger eines freien Landes Gefangene der Angst sein können, die in ihren Gedanken schlummert.
Wenn Sie an einem Krankenhaus vorbeikommen, segnen Sie die gegenwärtige Ganzheit seiner Patienten, denn selbst in ihrem Leid wartet ihre innere Ganzheit nur darauf, entdeckt zu werden. Wenn Ihr Blick auf einen Menschen fällt, der weint oder offensichtlich am Leben zerbrochen ist, segnen Sie seine Vitalität und Lebensfreude, denn die materiellen Sinne stellen nur das umgekehrte Bild der ultimativen Pracht und Vollkommenheit dar, die nur das innere Auge erkennt.
Es ist unmöglich, gleichzeitig zu segnen und zu verurteilen. Also halten Sie stets am Wunsch zu segnen in Form eines tiefen, heiligen, intonierten/betonten Gedankens fest. Dann werden Sie tatsächlich zu einem Friedensmacher, und eines Tages werden Sie überall das Gesicht Gottes erkennen.
P. S.: Und vergessen Sie dabei natürlich nicht, den absolut wundervollen Menschen zu segnen, der Sie sind.
In den darauf folgenden Monaten teilte ich diesen kurzen Text mit Freunden in verschiedenen Ländern. Als aus den Monaten Jahre wurden, begann ich, aus der ganzen Welt Briefe und Anrufe zu erhalten. Die meisten waren von Menschen, denen ich noch nie begegnet war.
Eine Mutter schrieb mir aus einer Kleinstadt in Burkina Faso, Westafrika: »Als Folge Ihres Textes segnen wir die, die uns Schaden zufügen, und beten für sie.« Mahmoudou, der in der Gegend von Mopti in Mali, einem westlichen Nachbargebiet von Burkina Faso mit Bauern an der grassroot Entwicklung zusammenarbeitet, teilte mir seine Erfahrungen mit dem Segnen in einem bewegenden Brief mit:
Ich habe damit begonnen, aus dem Segnen eine Alltagshandlung zu machen, die ich in allen Situationen anwende. Zu segnen ist Teil meines Knochenmarks geworden. Und jeden Tag erfüllt es mich mehr. Es schärft allmählich meinen Sinn für das Teilen, für Gerechtigkeit, für Gleichheit und Solidarität. Ich werde dadurch geduldiger, toleranter, verständnisvoller – und für alles, was meine Nachbarn betrifft, einfühlsamer. Am Anfang habe ich es nicht verstanden, weil es sehr schwer und gleichzeitig sehr leicht war, jemandem zu vergeben, der mir absichtlich geschadet hatte. Dann begriff ich, dass ich nur Meister meines Herzens werden musste. Das bedeutet, dass alles von der Einstellung abhängt, die wir zu den Dingen haben. Möge Allah, der die höchste Weisheit ist, uns eine liebevolle Einstellung geben. Ich danke Ihnen aufrichtig. Möge Allah Sie belohnen. Wenn ich jemanden segne, der körperlich, moralisch oder materiell leidet, werde ich mit einem angenehmen Atem erfüllt, der mir gut tut und mich ruhig und stark macht. Ich habe Ihren Text in meinem ganzen Umfeld und weit darüber hinaus verteilt.
Was für eine reiche Ernte Mahmoudou einfuhr, weil er Herz und Seele dem Segnen verschrieben hat! Später schrieb er mir: »Ich habe mit den Dorfältesten über Ihren Text gesprochen, und alle diese weisen Männer fanden ihn gut und sagten, dass er, der sich vor dem Pfeil seines Feindes schützen will, den Mut haben muss, sich ihm zu stellen und ihm Gutes zu wünschen. Und das muss er mit einem Lächeln im Gesicht und im Herzen tun. Auf diese Weise wird der Pfeil abgelenkt und auf unfruchtbaren Boden fallen.«
Ein Paar, das in Kalifornien Workshops zur eigenen Weiterentwicklung leitet, schrieb mir und sagte, dass sie den Text zusammen mit Hunderten von Teilnehmern anwenden. Eine spirituelle Heilerin auf der Isle of Wight in Großbritannien schrieb: »Segnen heilt hat einen Lawineneffekt und kann nun Menschen aller Schichten in einer Kette des Friedens miteinander verbinden. Es berührt empfängliche Herzen und bringt das Gute zum Vorschein, das in jedem von uns steckt.« Sie erwähnte auch, den Text an Geschäftsbesitzer und Friseursalons weitergegeben zu haben, und an »die Vorsteherin eines katholischen Konvents, die der Text so inspiriert hat, dass sie für alle Nonnen des Konvents Kopien angefertigt hat«.
Ein Freund von mir schickte den Text an eine seiner Bekannten in Polen. Sie antwortete:
Segnen heilt ist genau im richtigen Augenblick gekommen, und ich bekam die Gelegenheit, es praktisch umzusetzen. Ja, es stimmt, »das Leben erteilt dir eine Lektion« (wie der Text aussagt). Ich hatte in meinem Sommerhaus ein paar »Gäste«. Sie durchwühlten alle Zimmer und hinterließen ein Schlachtfeld. Ich segnete sie. Sie plünderten meine Lebensmittel. Ich segnete sie. Auch entwendeten sie meinen Fotoapparat, meine Schweizer Axt und meinen Radiowecker. Ich segnete sie. Sie schlugen eine Fensterscheibe und zwei Türen ein. Ich segnete sie. Sie haben kein Zuhause. Ich schon. Also segnete ich sie. Jetzt sitzen sie im Gefängnis, nachdem sie auch in fünfzehn andere Häuser eingebrochen sind. »Wenn Sie an einem Gefängnis vorbeikommen, segnen Sie in Gedanken die Insassen.« Wieder segnete ich sie. Am kommenden Wochenende werde ich viel zu tun haben – mit Segnen.
Eine Frau schrieb aus Lewiston im US-Bundesstaat Maine: »Es ist ein Aufsatz, der einen, wenn man zutiefst darüber nachdenkt, völlig von selbstsüchtigen Sorgen und Interessen abbringen kann. Es wird Sie daher nicht erstaunen, dass er mich dazu gebracht hat, mir zu sagen, ich kann nicht hoffen, ins himmlische Reich einzugehen, bevor ich bereit bin, alle anderen mitzunehmen.«
Ein Teilnehmer der Workshops »Das Leben neu gestalten«, die ich jeden Sommer hoch oben in den Schweizer Alpen leite, schrieb: »Ich wende das Segnen voller Interesse, Staunen und Vergnügen an. Mir ist klar geworden, dass ich mich oft über andere lustig gemacht habe und diese Einstellung in Segen umwandeln konnte. Das macht mir Spaß!«
Roger, dem dieses Buch gewidmet ist und der seit zweiundzwanzig Jahren unschuldig in Texas im Todestrakt sitzt, hat die furchtbaren Gefängnisbedingungen, das Mobben durch die Wärter, die eiskalten Zellen beschrieben. Dann schrieb er:
Ich war dabei zu platzen. Ich betete, aber aus irgendeinem Grund konnte ich in meinen Gebeten keinen Trost finden. Schließlich habe ich abends, bevor ich ins Bett ging, die ersten Teile Ihres Buches gelesen, und jetzt kann ich Ihnen sagen, dass es meinen Gedankenprozess verändert hat. Nachdem ich in Ihrem Buch las, fing ich an, Gott darum zu bitten, all diese Leute zu segnen, sie und ihre Familien zu segnen, sie in finanzieller Hinsicht zu segnen, in ihrem spirituellen Leben, in jedem Aspekt ihres Lebens. Und … ganz langsam und allmählich wurde die Last auf meinen Schultern leichter. Das passierte nicht auf einmal, sondern allmählich. Und jeden Morgen, wenn ich jetzt aufwache, segne ich sie als Erstes, und dann mitten am Tag noch einmal, und auch, bevor ich am Abend schlafen gehe.
Jean-Hilaire, ein Gefangener aus Kamerun, den ich als ehrenamtlicher Sozialarbeiter wöchentlich in der Justizvollzugsanstalt in Genf besuchte, schrieb mir: »Seitdem ich Segnen heilt gelesen habe, spüre ich tief in meinem Inneren eine Kraft und außerordentliche Fähigkeit zu sagen: ›Wir können Menschen verändern, wir können mit Enthusiasmus und Hoffnung der Welt einen neuen Anstrich verpassen.‹«
Wie die überwältigenden Reaktionen mir zeigten, musste am Segnen etwas dran sein. Es war etwas, was im Leben der Menschen gefehlt hatte. Vielleicht hatten sich die Menschen von dieser Handlung entfernt oder aber sie nie gelernt. Vielen von uns hat man die Belohnungen der Dankbarkeit beigebracht, aber die Kunst des Segnens ist mehr als nur das: Sie bedeutet, aus der Tiefe unseres Herzens unsere aufrichtigen guten Wünsche auf andere auszudehnen. Aus irgendeinem Grund wurde eines klar: Das Segnen ins Leben der Menschen zu bringen hatte einen eindeutigen Effekt.
Das tägliche Segnen
Viele spirituelle Lehren und zahlreiche Mystiker betonen, wie wichtig es für den spirituellen Schüler ist, ein ständiges Bewusstsein für das Göttliche zu entwickeln. Der vietnamesische Buddhistenlehrmeister Thich Nhat Hanh schlägt vor, dies zu erreichen, indem man in der Gegenwart lebt. Einer der großen Klassiker des christlichen Mystizismus ist The Practice of the Presence of God von Bruder Lawrence, einem französischen Zisterziensermönch des siebzehnten Jahrhunderts, der in der Klosterküche arbeitete. Er betont diese Übung als eine privilegierte Form, mit der sich ein solches Bewusstsein entwickeln lässt. Praktiken wie diese mögen in einem Ashram am Himalaja, einem Kloster in Montana und in einer Pilgergemeinschaft während der muslimischen Haddsch gen Mekka – oder auch während Ihrer Morgenmeditation zu Hause in Toronto, London oder Manhattan – relativ einfach umzusetzen sein. Doch wie können Sie ein spirituelles Bewusstsein aufrechterhalten, wenn Sie allein mit jemandem in einem Aufzug stecken, der gerade einen epileptischen Anfall hat? Wie können Sie Ihre spirituelle Haltung während eines transatlantischen Flugs bewahren, während sich das Baby auf dem Sitz hinter Ihnen die Lunge aus dem Leib schreit? Wie können Sie ruhig bleiben, wenn jemand Sie grundlos beleidigt? Wie können Sie in einem Flüchtlingslager Liebe statt Mitleid empfinden, wenn Hunderte von hungernden Kindern an Ihren Kleidern zerren?
Das Segnen ist ein einfacher Weg, um ein ständig zentriertes Bewusstsein zu entwickeln. Es ist außerdem ein Mittel, mit dem man seine universale Liebe wachsen lassen und Urteile vermeiden kann. Wenn Sie das völlige Glück und die echte Integrität aller, denen Sie begegnen, segnen, ohne sich auch nur im Geringsten um ihr Äußeres, ihren Gesichtsausdruck, ihre Herkunft, Schicht, ihr Geschlecht oder andere Schubladen zu kümmern, wenn Sie ihnen aus dem Innersten Ihres Wesens das Beste wünschen, wird es Ihrem Herzen unmöglich sein, sich nicht zu weiten. Aus einer engen Kammer wird ein Tempel ohne Mauern werden.
Spirituelle Lehrmeister erinnern ständig daran, dass man spirituell nicht wachsen kann, wenn einen die Gewohnheit belastet, andere zu beurteilen. Aber glauben Sie mir das nicht einfach, sondern probieren Sie es selbst aus. Versuchen Sie, jeden einzelnen urteilenden Gedanken systematisch durch einen Segen zu ersetzen – vor allem für den Typ in der Firma, der Sie wahnsinnig macht!
Ich liebe die Worte, die der spirituelle Philosoph David Spangler in seinem wundervollen Buch Blessing: The Art and the Practice schreibt:
Das Segnen ist keine Technik, die wir anwenden, sondern eine Gegenwart, die wir verkörpern. Es ist kein Akt, den wir an jemandem oder an etwas ausführen, sondern eine Beziehung, die wir zu ihnen aufnehmen, die uns alle befähigt, in der Gegenwart einer Welt ohne Hindernisse willkommen zu sein.
Er fügt hinzu, dass ein Segen viele Formen annehmen kann. Er kann eine Umarmung, der Klang einer Stimme, ein Wort oder ein Blick sein. Was all diese Dinge zu einem Segen macht, ist der Geist, den wir hineinlegen.
Erschaffen Sie Ihre eigenen Arten zu segnen. Es gibt keine festen Regeln dafür. Meine Art zu segnen hat sich über die Jahre geändert. Wenn ich heute Menschen auf der Straße, im Bus oder sonst wo segne, sage ich in meinem Herzen: »Namaste! Ich habe dich lieb. Ich segne dich in deiner göttlichen Vollkommenheit und völligen Glückseligkeit.« (Namaste ist ein Begriff aus dem Sanskrit, der »Ich erkenne das Göttliche in dir an« bedeutet.) Ich versuche, die Liebe wirklich zu empfinden. Das zwingt mich, über die körperliche Erscheinung, die nicht immer sonderlich einladend ist, hinwegzusehen und die dahinter verborgene, (harmonische,) perfekte spirituelle Realität zu erkennen.
Versuchen Sie zu segnen. Sie werden der Erste sein, der dadurch gewinnt!
Ich möchte das Ende der Geschichte, mit der dieses Kapitel begonnen hat, mit Ihnen teilen. Vor ein paar Jahren traf ich bei einer dieser »zufälligen« Begegnungen, die das Schicksal uns regelmäßig verschafft, den Menschen wieder, der jene unangenehme Situation herbeigeführt hatte, die mich dazu gebracht hatte, meinen Job zu kündigen, und die mich letztendlich dazu brachte, die Kunst des Segnens zu entdecken. Es war während einer Tagung einer Organisation, der wir beide angehörten. Ich finde keine Worte für die unglaubliche Freude, die mich überkam, oder für die Liebe – und vor allem Dankbarkeit –, die ich für diesen Mann empfand. Es war einer der stärksten Augenblicke tiefer Freude, die ich je erlebt habe. Diese Freude hielt noch tagelang an. Selbst während ich das hier schreibe, habe ich dieses Glücksgefühl.
Hier war nun der Mensch, durch den ich offensichtlich eine Tätigkeit verloren hatte, die mir großen Spaß gemacht hatte, in der ich enorme Freiheit gehabt hatte und in der ich mich sehr nützlich für die Gesellschaft gefühlt hatte – und alles, was ich nun empfand, war tiefe Dankbarkeit, die aus meiner Seele aufstieg.
Diese Erfahrung war ein Meilenstein für mich. Denn sie befähigte mich zu fühlen (nicht zu wissen oder zu glauben, sondern tatsächlich zu fühlen), dass es für mein Leben einen vollkommenen Plan gibt – dass das, was mit mir geschieht, immer so ausgehen wird, dass es in meinem Interesse ist, solange mein Leben in absoluter Aufrichtigkeit und der Integrität meines Wesens wurzelt.
Auf irgendeiner Ebene sind sogar unsere Feinde (ganz besonders unsere Feinde!) – egal ob es sich um Umstände oder Leute handelt – die besten Freunde unserer Weiterentwicklung.
In was für einem erstaunlichen Universum leben wir doch!
Auf dem Weg zum Segnen
Wann haben Sie das letzte Mal jemanden gesegnet?Wen in Ihrer Vergangenheit zu segnen würde Ihnen helfen?
Wen in Ihrer Gegenwart zu segnen würde Ihnen helfen?Könnte das Segnen Ihnen helfen, vollständiger in der Gegenwart
zu leben?
2 Die Geschichte des Segnens
Gesegnet wirst du sein, wenn du eingehst,
gesegnet, wenn du ausgehst.
5. Buch Mose 28:6
as Segnen ist eine jahrtausendealte Kunst. Im religiösen Kontext haben Handlungen des Segnens über die Jahrhunderte und in nahezu allen Kulturen stattgefunden. Außerdem finden sich in unserer Kultur laienhafte Segenshandlungen in Form von Einweihungsfesten – zum Beispiel in der europäischen Tradition, nach der Errichtung des Dachs ein Immergrün an der Spitze eines neuen Hauses zu befestigen oder Frischvermählte mit Reis zu bewerfen. In manchen Regionen der Schweizer Alpen rufen Schäfer noch heute einen Segen durch einen einfachen Holztrichter in die vier Himmelsrichtungen. Die Indianer in Nordamerika haben für zahlreiche Anlässe Stammessegnungen.
Caitlìn Matthews zeigt in ihrem Buch The Little Book of Celtic Blessings auf, dass Segnen seit langer Zeit in allen Lebensumständen angewendet wird. Viele Segen beruhen auf dem Verständnis, dass es eine universale Macht gibt. Es ist das Grundprinzip der Harmonie, das alles regelt und an das die Menschen sich wenden können. Hier ist zum Beispiel der »Segen für einen geliebten Menschen«:
Du bist der Stern einer jeden Nacht,
Du bist die Helligkeit des Morgens,
Du bist die Geschichte eines jeden Gasts,
Du bist der Bericht eines jeden Landes.
Nichts Böses soll dich befallen.
Weder auf dem Hügel noch am Ufer,
Weder auf dem Feld noch im Tal, auf dem Berg
Noch in der Schlucht.
Weder oben noch unten, weder im Meer
Noch am Strand,
Weder hoch oben am Himmel noch unten in den Tiefen.
Du bist der Kern meines Herzens,
Du bist das Gesicht meiner Sonne,
Du bist die Harfe meiner Musik,
Du bist die Krone meiner Gesellschaft.
In zahlreichen vorindustriellen Kulturen haben Segen sämtliche wichtigen Lebensaktivitäten begleitet: Das Säen und das Ernten, das Jagen und das Fischen, das Werken und das Kochen von Mahlzeiten, um ein paar Beispiele zu nennen. Das Alte Testament brummt vor Segnungen (und zeigt natürlich auch Beispiele für das Gegenteil – das Verfluchen). Im 4. Buch Mose wird zum Beispiel berichtet, dass bei der Rückkehr der Israeliten in ihr Heimatland König Balak versuchte, die Dienste Bileams, eines großen Sehers der Zeit, anzuheuern, um sie zu verfluchen. Wie gesagt wird, erhielt Balaam den Befehl von Gott, das genaue Gegenteil zu tun, nämlich die Israeliten zu segnen. Das frustrierte den König sehr. Das Allererste, was Gott selbst tat, nachdem er Mann und Frau erschuf, war, sie zu segnen (Genesis 1:28).1
Im 5. Buch Mose (30:19) zieht der Verfasser eine Parallele zwischen der Handlung des Segnens und dem Leben an sich, und auch zwischen Verfluchen und Tod. »Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst und du und dein Same leben mögt.« Der beschränkte persönliche Sinn für das Segnen, der in biblischen Zeiten vorherrschte, bedeutete jedoch, dass der Segen, den Jakob seinem Bruder Esau stahl, Esau nicht länger zugesprochen werden konnte. Er war schon vergeben worden – als könnten wahre Segnungen begrenzt sein!
Der folgende Bibelabschnitt aus dem 5. Buch Mose 28:3-8 betont auf wunderschöne und poetische Weise, wie konkret sich das Segnen auf jede Lebenssituation anwenden lässt:
Gesegnet wirst du sein in der Stadt, gesegnet auf dem Acker. Gesegnet wird sein die Frucht deines Leibes, die Frucht deines Landes und die Frucht deines Viehs, die Früchte deiner Rinder und die Früchte deiner Schafe. Gesegnet wird sein dein Korb und dein Backtrog.
Gesegnet wirst du sein, wenn du eingehst, gesegnet, wenn du ausgehst … Der Herr wird gebieten dem Segen, dass er mit dir sei in deinem Keller und in allem, was du vornimmst, und wird dich segnen in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, gegeben hat.
Der »Herr, dein Gott« ist das Prinzip der bedingungslosen Liebe, die das Universum aufrechterhält, und das »Land« lässt sich auch auf einen Bewusstseinszustand übertragen. Es ist unser Bewusstseinszustand, der darüber entscheidet, ob und wie wir diese Segen empfangen. Sie werden jederzeit einfach über uns ausgeschüttet – so immens ist die Großzügigkeit des Lebens.
Wie diese kurzen Beispiele zeigen, sind Segnungen so alt wie die Menschheit selbst. Sie erstrecken sich auf verschiedene Religionen und Kulturen und sämtliche Lebensumstände.
Segnungen im Altertum
Die spirituellen Lehrmeister des Altertums erkannten die außergewöhnliche Kraft der Gedanken – im Guten und im Schlechten –, die wir gerade erst anfangen wiederzuentdecken. Gedanken können buchstäblich Leben geben oder Tod bringen. Deswegen wird in Exodus 21:17 der zu Tode verurteilt, der seine Eltern verflucht hat. Und im Kampf zwischen Jakob und dem Engel (Peniel, Genesis 32) weigert sich Jakob, den Engel gehen zu lassen, bevor der Engel ihm seinen Segen gibt. (Die Geschichte muss im symbolischen Sinn als Jakobs Wiedergeburt gesehen werden, bei der er sich seiner spirituellen Identität bewusst wird. Das erklärt seine Namensänderung, die das neue Bewusstsein seiner göttlichen Natur andeutet.)
Die Tatsache, dass eine Handlung wie das Segnen in fast allen Kulturen so universal verbreitet ist – und das vermutlich seit Menschengedenken –, deutet auf einen wichtigen Faktor hin: das allmähliche Erwachen der Menschheit in eine grundsätzliche Wirklichkeit hinein, die man das Gesetz der Anziehungskraft des Guten nennen könnte. Diese Vorstellung werden wir auf den nächsten Seiten im Detail untersuchen.
Auf seiner tiefsten Ebene deutet das Segnen auf einen Sinn für das Heilige hin. Es ist das Gefühl eines verborgenen Überflusses, der denjenigen zur Verfügung steht, die sich ihm durch diese Handlung öffnen. Es ist eine unsichtbare Macht, die schützt und ganz macht. Meistens bezieht es sich auf Gutes, das jemand durch bestimmte Praktiken von einer Gottheit erhalten hat, und dies ist wahrscheinlich seine am meisten verbreitete Bedeutung.
Im Maha Mangala Sutra listet Buddha die achtunddreißig höchsten Segnungen für einen Buddhisten auf. Darunter finden sich die Verbindung zu den Weisen, der richtige Weg, die Liebe und Achtung gegenüber der Ehefrau oder des Partners, großzügig sein, Zufriedenheit und Dankbarkeit ausdrücken, einen unbefleckten Geist besitzen und anderes. Indem wir diese Segnungen praktizieren, werden wir selbst und unsere Umwelt gesegnet.
Viel weniger bekannt ist, dass im Judentum, eine der am weitesten verbreiteten Weltreligionen, das Segnen die Wurzel des Glaubens, seine Bodenständigkeit ist. Schon im allerersten Kapitel der Schöpfungsgeschichte steht, dass Gott die Geschöpfe segnete, die er gerade erschaffen hatte – Mann und Frau. Deshalb wird der Segen bei Abraham und dann wieder bei Moses erneuert. Die Segen, die man von Gott erhält, stellen den Kern der jüdischen Religion dar. Das geht so weit, dass ein führender jüdischer Gelehrter, der Rabbiner Walter Homolka, von einer Kultur des Segnens spricht, die weit über den Gottesdienst hinausgeht und sich auf die kleinste Alltagshandlung erstreckt. (Diese Praxis ähnelt den buddhistischen »gathas«. Das sind Erklärungen, die den trivialsten Handlungen hinzugefügt werden.) In der hebräischen Bibel ist es nicht nur Gott, der seine/ihre Geschöpfe segnet, sondern auch Menschen, die ihren Schöpfer segnen.
Die Mischna – die Kodifizierung des jüdischen Religionsgesetzes, die ca. 200 A. D. aufgeschrieben wurde – beginnt mit einem Abschnitt über das Segnen (B’rachot aus dem hebräischen Begriff Bracha = Segen). Baruch bedeutet »[der, der] gesegnet [ist]«. Der Rabbiner Meir aus dem zweiten Jahrhundert dieser Ära sagte, ein Jude sollte einhundert Segen am Tag sprechen. Das Berakha ist das Herz der täglichen Liturgie in der Spiritualität des Individuums und der Familie.
In seiner radikalen Neudefinition vieler grundsätzlicher spiritueller Vorstellungen gibt Jesus der Handlung des Segnens eine neue Bedeutung. In der Bergpredigt zeigt er auf, dass das Gesegnetsein das Ergebnis eines Lebens in Harmonie mit den Grundgesetzen des Universums ist. Einige von ihnen werden in diesem berühmten Text (Matthäus 5:1-12) aufgeführt. Zum Beispiel deutet Jesus an, dass die, die ein reines Herz haben, überall die göttliche Reflexion erkennen. Die, die einen klaren Gedanken haben, die sich weigern, haarspalterisch zu werden, spirituelle Wahrheiten zu intellektualisieren (was den »im Geist Armen« entspricht), bekommen ein Herz, das mit bedingungsloser Liebe angefüllt ist und von Liebe gelenkt wird – der tieferen Dimension des Königreich Gottes.
Wie Jesus auch betont hat, werden diejenigen, die Güte ausstrahlen, viel Segen oder Gutes erhalten. »Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.« (Matthäus 5:5). In anderen Worten: Letztendlich triumphiert Güte immer über Hass, Verschleierung und Gewalt, nicht weil gute Handlungen irgendeinen besonderen moralischen Wert in sich bergen, sondern weil bedingungslose Liebe, die sich in Form von Güte ausdrückt, die ultimative Struktur der Realität und des Universums darstellt.
Es gibt zwar zahllose Hinweise auf die Segnungen, die von der Gottheit empfangen oder gesendet werden, die von Priestern oder heiligen Männern oder Frauen gegeben werden, oder auf bestimmte spirituelle Handlungen wie die oben erwähnten achtunddreißig buddhistischen Segnungen. Doch finden sich nur sehr wenige Hinweise auf das, was man eine »Laienhandlung« des Segnens nennen könnte, wie sie in diesem Buch empfohlen wird, d. h. das aktive Segnen anderer unabhängig vom religiösen Hintergrund oder auch ganz ohne religiösen Hintergrund.
Der Akt des Segnens löst mehrere spirituelle Gesetze aus, die das Universum regeln. Diese Gesetze scheinen so gültig und zuverlässig zu sein wie die Gesetze des physikalischen Universums, auch wenn sie mit der Methodologie der modernen Wissenschaft schwieriger zu beweisen sind. Es ist daher wichtig zu begreifen, dass die Kunst des Segnens nicht einfach nur bedeutet, ein paar gute Worte oder positive Gedanken zu haben. Wenn die Gesetze, die hinter dieser Handlung stecken, verstanden werden, kann das Segnen zu einem wirksamen Werkzeug werden, mit dem sich Gutes erreichen lässt. Dann kann es zu einem Heilmittel werden, wie mein Freund Mahmoudou und viele andere durch seine praktische Anwendung herausgefunden haben.
Auf dem Weg zum Segnen
Haben Sie einen Lieblingssegen aus Ihrer Kultur
oder von Ihren Vorfahren?
Welche täglichen Rituale in Ihrem Leben könnten durch einen Segen gewinnen?
Was würden Sie sagen, um Ihr Zuhause
und Ihre Familie zu segnen?
3 Ein Universum der spirituellen Gesetze
Wir stehen an der Schwelle, an der uns die Physik zwingt, die Tatsache zu akzeptieren, dass Gedanken und Körper sich nicht trennen lassen.
Dr. Laurence Doyle
ie ich bereits in der Einleitung erwähnt habe, versetzt die Handlung des Segnens Sie in Harmonie mit den spirituellen Gesetzen, die das Universum regieren. Bevor wir diese Vorstellung näher untersuchen, muss geklärt werden, was mit spirituellen Gesetzen gemeint ist und wie sie sich von anderen universalen Gesetzen unterscheiden, die wir vielleicht schon kennen.
Mit Gesetz meine ich eine imperative universale Realität, die eine beständige Beziehung zwischen verschiedenen Phänomenen oder Variablen darstellt. Das Universum wird von Gesetzen bestimmt, die die meisten Leute physikalische, chemische, physiologische, biologische oder andere Gesetze nennen. Die menschliche Gesellschaft und die Technologie beruht auf der Annahme einer Reihe von Gesetzen, die das Universum und die Wirklichkeit bestimmen. Ohne diese Gesetze würde sich das Universum in einem Zustand der Anarchie befinden. Die moderne Wissenschaft wäre ohne den Rahmen dieser Gesetze nicht nachvollziehbar. Doch mit ein paar wenigen Ausnahmen erkennt die Wissenschaft ihre Existenz nur auf der materiellen – und nicht auf der spirituellen – Ebene an. Aufgrund dieses Widerstands gegen die Vorstellung, dass es spirituelle Gesetze gibt, legt sich die moderne Wissenschaft selbst einige sehr einschränkende – und unwissenschaftliche – Augenbinden an. Die wissenschaftliche Methode stellt eine gewisse Annäherung an die Realität dar, die auf Experimenten und der Fähigkeit beruht, bestimmte Ereignisse auf der Grundlage einer vorgegebenen Hypothese vorauszusagen. Doch nichts an der wissenschaftlichen Methode an sich verhindert ihre Anwendung auf spirituelle Realitäten und Ereignisse. Zum Beispiel würde nichts einen strikt wissenschaftlich denkenden Arzt davon abhalten, die Ursachen eines außergewöhnlichen »spontanen Rückgangs« einer Krebserkrankung im Endstadium auf der spirituellen Ebene zu suchen, statt vollkommen verblüfft zu sein, weil er keine Erklärung auf der physikalischen Ebene finden kann. Tatsächlich weist eine ständig wachsende Datenmenge auf dem Gebiet der Gesundheitsforschung auf die Existenz solcher spirituellen Gesetze hin.
Unter progressiven Denkern – zum Beispiel auf dem Gebiet der Medizin – wächst die Akzeptanz der Möglichkeit spiritueller Gesetze. Als Beispiel, wie weit wir schon gekommen sind, organisiert die Universität Harvard seit Mitte der neunziger Jahre eine Reihe von Konferenzen, bei denen Ärzte und Heiler – einschließlich spirituelle Heiler – aus der ganzen Welt zusammengebracht werden. Hier organisiert also eine der prestigereichsten medizinischen Ausbildungsstätten der Welt eine Konferenz, auf der sich eine Elite an Wissenschaftlern und religiösen Denkern begegnen, um unter anderem den statistisch nachgewiesenen Einfluss von Gebet auf körperliche Gesundheit zu erforschen. Das ist ein echter Durchbruch!1
Die wissenschaftliche Annäherung an die Realität schließt die Vorstellung von einem Wunder mit dem Beigeschmack eines Ereignisses aus, das auf unerklärliche und unvorhersehbare Weise außerhalb des Kontextes oder der Struktur der Gesetze geschehen könnte, die das Universum regeln. Diesen Standpunkt vertrete auch ich. Doch wenn wir in einem streng kontrollierten wissenschaftlichen Experiment die statistisch bedeutsame Wirkung des Betens auf eine Gruppe von Herzpatienten nachweisen können, dann lässt sich nicht ableugnen, dass hier eine nichtmaterielle Form von Kausalität am Werk ist.2 Die Vorstellung, dass im Universum strenge spirituelle Gesetze wirken, sickert allmählich in die Gemeinschaft der Wissenschaftler ein.
Hier sind andere Gesetze am Werk
Dass spirituelle Gesetze bisher nicht in einem Labor untersucht werden konnten, bedeutet nicht, dass sie nicht existieren können. Es bedeutet nur, dass der Nachweis ihrer Existenz auf eine andere Weise erbracht werden muss. Ein Röntgenstrahl, der beweist, dass ein Knochenbruch innerhalb von wenigen Stunden verheilt ist (siehe die folgende Schilderung von Dr. Doyle), deutet klar an, dass hier andere Gesetze am Werk sind als die, die die Wissenschaft kennt. Das bedeutet, unsere Kreativität und Intelligenz muss die selbst auferlegten Muster oder Grenzen einer Wissenschaft überwinden, die auf rein materiellen Beobachtungen basiert. Es deutet darauf hin, dass wir die wissenschaftliche Methode erweitern sollten, um Phänomene und Gesetze, die – auch wenn sie sich nicht im Labor messen lassen – nicht weniger real sind als sichtbare Ereignisse und Experimente. Dass ich infrarote Strahlen oder gewisse Töne mit meinen Augen und Ohren nicht wahrnehmen kann, bedeutet nicht, dass sie nicht existieren. Es bedeutet nur, dass ich andere Instrumente brauche, um sie aufzuspüren. Die Wissenschaft benötigt andere Instrumente und Methoden, um die wachsende Anzahl von Beobachtungen zu erklären, die sich nicht in die Zwangsjacke der materiellen Daten stecken lassen.
Um zur Geschichte vom Knochenbruch zurückzukehren: Als ich Dr. Laurence Doyle vor ein paar Jahren kennenlernte, arbeitete er am NASA-Programm SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence – Erforschung außerirdischer Intelligenz). Ich genoss das Privileg, mit diesem hervorragenden Astrophysiker lange Diskussionen führen zu können. In dem Buch When Prayers Are Answered von John Holmstrom, das Mitte der 1990er veröffentlicht wurde, beschreibt Doyle die erstaunliche Heilung eines offenen Knochenbruchs, den er als Jugendlicher erlebt hat.
Doyle nahm damals an einem Judo-Turnier teil, als ein Gegner seinen Finger packte und ihn so stark nach hinten bog, bis der Knochen herausragte. Doyles Trainer sah, dass der Finger gebrochen war, und schickte ihn für Röntgenaufnahmen ins Krankenhaus. Doyle saß eine Dreiviertelstunde in der Notaufnahme und wartete auf einen Arzt. Beim Warten dachte er über die Bibelgeschichte nach, in der Gott Hiob heilte, während der für seine Freunde betete. Er sagt: »Ich fing an, mich mit all den anderen Leuten in der Notaufnahme zu unterhalten und sie zu trösten, bis ich schließlich meine Hand völlig vergessen hatte. Als ich am Schluss wieder einen Blick darauf warf, war der Knochen wieder an seinen Platz gerückt.«
Das mag zwar kein alltägliches Ereignis sein, aber es ist etwas, was wir uns noch vorstellen können. Was nun folgt, ist noch unglaublicher:
Als ich geröntgt worden war, sagte mir der Röntgentechniker, dass der Knochen gebrochen war, gerichtet und schon wieder verheilt war – und dass ich nicht in die Notaufnahme hätte kommen müssen. Der Nachweis des Knochenbruchs war so eindeutig, dass er die Heilung zu etwas ganz Besonderem machte: Niemand konnte dagegenhalten, dass der Finger in Wirklichkeit nie gebrochen worden sei. Meine eigene Erklärung für die Heilung war, dass eine Hand in deinen Gedanken besteht. Wenn Ihre Denkweise richtig ist, kann nichts – noch nicht einmal Zeit – den Heilungsprozess verhindern …
Wir stehen an der Schwelle, an der uns die Physik zwingt, die Tatsache zu akzeptieren, dass Gedanken und Körper sich nicht trennen lassen. Was sind die Gesetze der Gedanken? Was sind die Gesetze des Geistes? Das ist das Wiedererwachen. Das ist es, was im Kommen ist. Und das ist auch der Grund, warum ich bete.
Wir befinden uns jetzt in der Art von Phase, die Thomas Kuhn in Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen, einem der wichtigsten Bücher auf dem Gebiet der Geschichte der Wissenschaft, beschreibt. In einer solchen Phase wird ein altes Denkschema mit so vielen Widersprüchen konfrontiert, dass es die Formulierung eines neuen Denkschemas erzwingt, das diese neuen Beobachtungen auf sinnvolle Weise berücksichtigen kann.
Spiritualität mit einer
wissenschaftlichen Dimension
Eine Spiritualität, die eine wissenschaftliche Dimension integriert, muss nicht kalt, distanziert oder unpersönlich sein. Ein Mysterium, die Gegenwart des Heiligen, die Verwunderung im Angesicht des Grenzenlosen und der Schöpfung, die Fülle von Anmut, die Spontaneität der kindlichen Seele, die freudige Erwartung des Unerwarteten, ein Gefühl von Bewunderung – all das kann intakt und lebendig bleiben. Eine solche Spiritualität würde nur durch eine weitere grundsätzliche Dimension angereichert werden. Sie würde auf keinen Fall reduziert werden. Im Gegenteil: Sie würde sich einer sogar noch aufregenderen Bewusstseinsebene öffnen.
Und wenn das Bewusstsein der grundlegende Stoff ist, aus dem das Universum – das Leben an sich – gemacht ist, wer möchte dann weniger bewusst sein?
Ein Leben im Einklang
mit den universalen Gesetzen
Es ist ganz wichtig zu verstehen, dass wir Menschen das Spiel des Lebens nicht nach unseren eigenen Regeln spielen können, weil wir Menschen die Gesetze, die das Universum und die Realität bestimmen, nicht erschaffen haben – genauso wenig wie ein Pilot, der ein Flugzeug steuert, plötzlich beschließen könnte, die Gesetze der Aerodynamik zu ignorieren und die Maschine nach seinen eigenen Regeln oder Fantasien zu fliegen. So etwas kann nur in einem Desaster enden.
Doch es scheint, als wäre es genau das, was die Menschheit seit einiger Zeit macht. Wir haben versucht, uns eigene Lösungen auszudenken, unseren eigenen Regeln zu folgen. Zwar sind wir dadurch ein paar Schritte weitergekommen, doch das auf Kosten unsagbaren Leids von vielen. Denn unsere Regeln tendieren dazu, den Mächtigen auf Kosten der Mehrheit zu dienen. Es muss einen besseren Weg geben.
Wir haben noch nicht einmal eine Wahl. Im Gegenteil – es ist tröstlich zu wissen, dass wir –individuell und kollektiv – letztendlich das Spiel des Lebens nach den Gesetzen der wundersamen Intelligenz, die dieses erstaunliche Universum lenkt, spielen müssen. Steckt in der Vorstellung, wir könnten unser Leben leben, ohne die Gesetze der Schöpfung zu achten, nicht eine heimliche Arroganz? Gesetze der Schöpfung, die nur ein Ziel haben – nämlich die Erfüllung aller Geschöpfe, die in diesem Universum leben, einschließlich der Wesen, die aller Wahrscheinlichkeit nach auf anderen Planeten und in anderen Galaxien leben?
Wenn wir zum Beispiel heutzutage so ernste ökologische Probleme haben, ist das eindeutig, weil wir seit der industriellen Revolution (und sogar schon vorher) die Gesetze der Umwelt vernachlässigen. Unser einziger Ausweg besteht heute darin, eine Beziehung zwischen der Umwelt und der Wirtschaft herzustellen, in der beide gewinnen, weil die alten Muster des Gewinns auf der einen Seite und Verlusts auf der anderen Seite auf lange Sicht unseren Untergang als Spezies zusammen mit der Zerstörung der Umwelt bewirken werden. Die universalen Gesetze existieren auf sämtlichen Ebenen, der sozialen und der individuellen sowie der physikalischen Ebene und der Ebene der Umwelt.
Bevor ich diese Gesetze erläutere, ist es vielleicht sinnvoll, ein paar Worte darüber zu sagen, wie sie sich auf Religion beziehen.
Eine neue Sichtweise
über spirituelle Gesetze
Ich wuchs in einer strengen calvinistischen Gemeinde auf. Ihre Lehren waren durchtränkt von der Vorstellung der grundsätzlichen menschlichen Sündigkeit. Jeden Sonntag wurde mir von der Kanzel heruntergepredigt, dass wir sündig geboren sind, zur Sünde neigen, von uns aus keiner guten Tat fähig sind. Das Leben ähnelte einem steilen Berg, der mit Seife bedeckt war und von einem Abgrund umgeben war, in dem sich die Haie tummelten (der Hölle). Die Menschen kletterten – oder schlitterten vielmehr – auf allen Vieren hinauf. Sie hielten sich an den kleinsten Vorsprüngen fest. Jeder Fortschritt war schmerzhaft langsam. Und dann – wusch! Jeden Sonntag ohne Gnade wurden wir wieder ein paar Meter nach unten gezogen. Am Montag ging dann die mühsame Klettertour wieder von vorne los.
Oben auf der Bergkuppe hockte eine äußerst strenge Persönlichkeit, die Vater Gottes genannt wurde und mit einem unbeschränkten Arsenal an Blitzen bewaffnet war, mit denen »Er« arme Sünder eifrig bewarf (und ich war davon überzeugt, dass ich zu den Schlimmsten gehörte). Er führte eine riesige und sehr beeindruckende schwarze Akte über mich, in der all meine Sünden sorgfältig notiert waren, nicht zu vergessen jeder einzelne Zuckerwürfel, den ich je als Kind aus der silbernen Zuckerdose gemopst hatte, um ihn in meinen Sonntagskaffee zu tunken. Ich war überzeugt, dass meine Schulden bei weitem die wenigen Guthaben überschritten, die ich hier und da vielleicht verdient hatte. Diese einschüchternde Gottheit hatte strenge Regeln aufgesetzt. Sie zu übertreten hatte bestimmte Strafen zur Folge, von denen die schrecklichste war, für alle Ewigkeiten an einem höllisch heißen Ort zu braten, der Hölle genannt wurde.
Viele Jahre später, nachdem ich meine Familie, mein Land, meine Kirche verlassen hatte, fand ich meinen eigenen spirituellen Weg. Es war eine Lehre, die auf der Vorstellung von allumfassenden und vollkommen zuverlässigen spirituellen Gesetzen der Harmonie basiert, die sich auf die Lösung eines jeden Problems auf jedem Gebiet anwenden lassen. Sie ist eine echte spirituelle Wissenschaft. Anders ausgedrückt: Sie geht davon aus, dass diese Gesetze streng und nachweisbar (wenn auch nicht unbedingt messbar und quantifizierbar) sind.
Der bedrohliche und humorlose Vater-Buchhalter machte immer mehr einem grenzenlos guten Prinzip der Harmonie Platz, das mit »weiblichen« und »männlichen« Attributen ausgestattet ist (ich setze die beiden Begriffe in Anführungszeichen, weil Attribute kein Geschlecht haben – ein Mann kann genauso zärtlich sein, wie eine Frau stark sein kann). Die höchste Eigenschaft dieses Prinzips ist bedingungslose Liebe, die zu keiner Bestrafung fähig ist. Der hebräische Prophet Habakuk beschreibt es im Buch, das seinen Namen trägt (1:13), deutlich: »Deine Augen sind rein, dass du Übles nicht sehen magst.« Grenzenlose Liebe, die reines Licht ist, ist nicht fähig, Dunkelheit zu erkennen, da das Dunkel in ihrer Gegenwart wieder zu seinem ursprünglichen Nichtsein wird. In diesem neuen Verständnis waren spirituelle Gesetze nicht mehr die geflochtenen Peitschen, die mich von den Sünden fernhalten sollten, und sie waren auch nicht die schuldeinflößenden Bestrafungen und Instrumente, die sie in der Religion meiner Jugendzeit gewesen waren. Spirituelle Gesetze wurden von mir plötzlich als grenzenlos zärtliche und feste Instrumente des Schutzes, der Führung und vor allem der Freiheit wahrgenommen und erlebt.
Für viele Menschen hat das Konzept spiritueller Gesetze einen negativen und unterdrückenden Beigeschmack (»Du sollst nicht …«). Es wird immer mit möglicher Bestrafung in Verbindung gebracht. Doch mein Eindruck ist, dass die Menschheit in einem allmählichen und individuellen Prozess lernt, dass die einzige Strafe, die wir erleben können, das selbst auferlegte Leid ist, das aus der Missachtung der spirituellen Gesetze folgt, die einzig und allein zum Zweck unseres Glücks und unserer Freiheit bestehen. Aus dieser Perspektive betrachtet, beziehen die spirituellen Gesetze Führung und Unterstützung mit ein. Sie helfen uns in Momenten der Schwäche oder Verwirrung. Sie sind die treusten und liebevollsten Begleiter unserer Weiterentwicklung; sie sind Sprungbretter, auf denen wir uns zu einer höheren Vision hinaufschwingen können.
Paradoxerweise stellt diese Vorstellung von spirituellen Gesetzen die höchste Freiheit dar. Sie fordert uns auf zu lernen, wie man ein erfüllteres Leben in Einklang mit der grundsätzlichen Struktur oder Form lebt, die das Universum und die Wirklichkeit lenkt.
Wir wollen uns nun diesen spirituellen Gesetzen zuwenden und sehen, wie sie uns bei der Handlung des Segnens lenken.
Auf dem Weg zum Segnen
Hatten Sie jemals ein Erlebnis, das sich nicht mit einer konkreten wissenschaftlichen Erklärung beschreiben lässt?
Ist ein spirituelles Gesetz weniger real als ein wissenschaftliches Gesetz wie das der Schwerkraft?
Haben Sie spirituelle Gesetze erkannt, die in Ihrem eigenen Leben am Werk sind?
4 Das Gesetz der positiven Erwartungen
Segnen Sie diesen Tag beim Erwachen, denn er ist schon voller ungesehener
guter Dinge, die Ihre Segen herbeiführen werden, denn ihn zu segnen, bedeutet, das grenzenlose Gute anzuerkennen, das im Stoff des Universums schlummert und alles und jeden erwartet.
ur der Tag dämmert, für den wir wach sind, schrieb Henry David Thoreau. Wenn wir Thoreau umschreiben wollten, könnten wir auch sagen: Durch die Eigenschaft unserer Erwartungen und Wachsamkeit suchen wir uns die Art von Tag aus, die in unserem Leben dämmert. Die Erwartung guter Dinge macht uns dafür offen, sie zu empfangen.
Eine der kürzesten und stärksten Ausdrucksweisen des Gesetzes der positiven Erwartungen findet sich in der Aussage Jesu: »Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubet nur, dass ihr’s empfangen werdet, so wird’s euch werden« (Markus 11:24, meine Betonung). Beten wird hier nicht als das Anflehen einer launischen und distanzierten Gottheit beschrieben, deren Reaktion zufällig oder unsicher ist. Stattdessen wird es als die Aktivierung des universalen Prinzips des grenzenlosen Guten beschrieben, das zu seiner Manifestierung von der Integrität unserer Motive und einem intelligenten Verständnis des Gesetzes an sich abhängt.
Dass wir in einem Universum des grenzenlosen Guten leben – einem Guten, das so im Überfluss ist, dass es unsere wildesten Träume und gewagtesten Fantasien übersteigt –, findet sich überall in den Schriften von Sehern und Mystikern aller Zeiten und Couleurs. Dieser Überfluss drückt sich auf unzählige Weise aus, von den poetischen Beschreibungen der Sufi-Mystiker bis hin zum staunenden Schweigen des Christentums und anderer Seher. Rumi, der große Sufi-Dichter des dreizehnten Jahrhunderts, schrieb:
Betrachtet den Garten des Herzens so frisch und grün
und neu, voller Rosenknospen und Zypressen und Jasmin –
so viele Blätter, dass die Äste verborgen werden,
so viele Rosen, dass Ebene und Pavillon verhüllt werden!
Der hebräische Prophet Maleachi (3:10) drückte den Überfluss so aus: »Prüfet mich doch dadurch, spricht Jehova der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels auftun und euch Segen ausgießen werde bis zum Übermaß.«
Eine der stärksten Ausdrucksformen dieses Überflusses in der spirituellen Literatur ist die Antwort des Vaters an seinen ältesten Sohn in der berühmten Parabel vom verlorenen Sohn: »Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein« (Lukas 15:31, meine Betonung). Was für eine wahrlich außerordentliche Aussage! Aller Überfluss im Universum, alles, was die Tiefe des Grundes ausmacht (um die starke Metapher des Theologen Paul Tillich für Gott zu verwenden), an all dem sollen wir uns erfreuen.
In anderen Worten und trotz sämtlichen materiellen Anscheins des Gegenteils ist das Gute allgegenwärtig. Je mehr wir lernen, ihm unseren Geist, unser Bewusstsein zu öffnen, desto mehr Gutes manifestiert sich in unserem Leben. Das Universum ist ein Ort des grenzenlosen Überflusses für alle zu allen Zeiten. Dieser Überfluss ist naturbedingt nicht materiell, doch er drückt sich in allen notwendigen Formen aus, um unsere wahren Bedürfnisse zu erfüllen, wenn wir nur die Gesetze einhalten, die uns den Zugang zu ihm gewähren – egal ob diese Bedürfnisse eine Arbeitsstelle, ein Gefährte, Geld, ein Zuhause, Ruhe oder Nahrung sind.
Aller Reichtum oder materielle Erfindungen, jede einzelne Entdeckung, was immer es auch sein mag, beginnt mit einer Idee. Und Ideen sind von ihrem Wesen her grenzenlos. Wie viele Arbeitslose – einschließlich phasenweise der Autor dieses Buchs – haben ihre Rettung nicht im Arbeitslosengeld gefunden, mit dem sie oft kaum überleben konnten, sondern in der Kreativität, die Projekte ins Leben ruft, die ihnen und häufig noch vielen anderen Überfluss bringen? Denn wenn wir mit einem reinen Motiv Gutes einfordern und darauf vertrauen, dass es kommen wird, dann wird sich Gutes tatsächlich umsetzen.
Wenn Sie es zu schwierig finden, die Erklärung dieses Gesetzes zu akzeptieren, dann nehmen Sie sie einfach als eine Arbeitshypothese, die Sie in Ihrem Leben testen sollen. Gehen Sie sie vollkommen pragmatisch an. Akzeptieren Sie nichts, was dieses Buch aussagt, bevor Sie es sich selbst bewiesen haben. Denn wenn jedes Ereignis und jede Struktur im Universum von Gesetzen regiert wird – und davon geht das vorliegende Buch aus –, dann können wir den Gesetzen gegenüber eine experimentelle Einstellung annehmen. Statt einer mystischen Einstellung oder eines blinden Glaubens können wir fast so wie ein Wissenschaftler in einem Labor vorgehen.
Den ganzen Tag Gutes bejahen
Eine der wunderbarsten Dimensionen der Kunst des Segnens ist, dass Sie sie den ganzen Tag über ausüben können, unabhängig davon, was Sie tun: ob Sie essen, Sport treiben, den Rasen mähen, auf der Straße gehen oder fahren, ein wichtiges Geschäftsmeeting oder einen Mütterclub leiten, unterrichten, die Intimität der Ehe ausleben, sich morgens duschen. Tatsache ist, dass ich mir nach zweiundzwanzig Jahren glücklicher Anwendung keine einzige alltägliche Handlung vorstellen kann – und ich meine wirklich keine einzige –, die vom Segnen ausgeschlossen wäre.
Nehmen Sie zum Beispiel das Essen. Sie können anfangen, alle zu segnen, die zur Mahlzeit auf Ihrem Tisch beigetragen haben. Den Koch. Die junge Kassiererin an der Kasse des Supermarkts. Die Fahrer und Spediteure, die die Lebensmittel in den Laden gebracht haben. All diejenigen, die zum Verpacken der Lebensmittel beigetragen haben – darunter könnten auch kanadische Holzfäller oder arabische Öllieferanten sein, ganz zu schweigen von der Schiffscrew aus Panama, die die Bananen aus Kolumbien gebracht hat, den mexikanischen Arbeitern, die Ihre kalifornischen Tomaten geerntet haben, den Bauern in Kenia und Indonesien, die den Kaffee verarbeitet haben, den Botanikern in Israel, die integrierte Schädlingsbekämpfung entwickelt haben, um die Grapefruit zu schützen, dem Farmer in Indiana, der den Weizen für Ihr Brot gepflanzt hat. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Sie lange vor Verzehr Ihrer Mahlzeit ein Netz aus Segnungen ausgeworfen haben, das die Erde bedeckt und sogar darüber hinausreicht. (Vergessen Sie nicht die Sonne! Die Natur in ihren mannigfaltigen Manifestationen und Geschenken zu segnen ist ein wesentlicher Teil des Segnens. Als großer Liebhaber echten Naturhonigs segne ich regelmäßig die Bienen, deren Existenz aufgrund von chemischen Giften und anderen Angriffen in immer mehr Regionen ernsthaft gefährdet ist.)
Und wenn Sie Ihr Essen und die, die bei seiner Herstellung geholfen haben, segnen, kann es passieren, dass Sie sich Gedanken über die Arbeitsbedingungen dieser Menschen machen. Sie wissen gar nicht, was alles passieren kann, wenn Sie anfangen zu segnen! Doch eines ist sicher: Es kann sich nur als Gutes manifestieren.
Auch wenn ich Gefahr laufe, mich zu wiederholen, möchte ich Folgendes unterstreichen: Je mehr wir Gutes erwarten und als ein lebensbestimmendes Gesetz bestätigen, desto mehr Gutes wird sich in unserer Existenz umsetzen.
Deswegen ist es so wichtig, jeden Tag damit zu beginnen, indem man ihn mit einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit segnet, weil diese Segnungen der beste Weg sind, die »Schleusen des Himmels« zu öffnen (Malachi 3:10) und unser Leben mit unbegrenzten guten Dingen anfüllen zu lassen. Die Quelle ist grenzenlos. Die einzige Einschränkung liegt in unserer Unfähigkeit oder Angst, das unbegrenzte Gute anzunehmen – und das bedingungslos! (Sogar diese Einschränkung besteht nur auf der Ebene unserer Denkschemen. Und die gute Nachricht ist, dass wir immer frei sind, unsere Überzeugungen gegen bessere einzutauschen.)
Warum also starten Sie Ihren Tag nicht mit dieser dankbaren Affirmation und freudigen Überzeugung: Die himmlische LIEBE, die nach dem Gesetz der Anziehung im Universum funktioniert, bringt genau das in mein Leben, was ich brauche, um heute zu erleben, zu wachsen und zu reifen und um mein Lebensglück jetzt zu erfüllen.
Sagen Sie es mit ernsthaftem Nachdruck. Denken Sie über die Worte nach, während Sie sie aussprechen. Wiederholen Sie sie mehrmals am Tag. Und schauen Sie, was passiert!
Pulsuz fraqment bitdi.