Kitabı oxu: «Todesthemen in der Psychotherapie»

Der Autor
Prof. Dr. phil. Ralf T. Vogel ist Psychologischer Psychotherapeut, Psychoanalytiker und Verhaltenstherapeut. Er habilitierte im Fachbereich Psychotherapiewissenschaften an der SFU Wien und ist Honorarprofessor für Psychotherapie und Psychoanalyse an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Ralf T. Vogel ist Lehranalytiker, u. a. am C. G. Jung Institut Zürich, und Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gremien. In Ingolstadt arbeitet er in einer Privatpraxis für Psychotherapie und Supervision.
Ralf T. Vogel
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2., erweiterte und überarbeitete Auflage 2022
Alle Rechte vorbehalten
© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart
Print:
ISBN 978-3-17-039488-9
E-Book-Formate:
pdf: ISBN 978-3-17-039489-6
epub: ISBN 978-3-17-039490-2
Für Sabine
Geleitwort zur ersten Auflage
Ralf Vogels Buch behandelt das allgemeine Thema des menschlichen Sterbens und des Todes unter einem speziellen Blickwinkel. Er möchte nämlich praktizierende Psychotherapeuten einladen, sich von der einen oder anderen Sinndeutung des Todes inspirieren zu lassen und daran weiterzuarbeiten, »andere Gedanken als für sich persönlich unbrauchbar zu erachten, sich aber weiter damit zu beschäftigen, um sie den Patienten zur Verfügung stellen zu können«. Der Autor zielt also auf eine persönliche Auseinandersetzung, die nicht nur dem Psychotherapeuten selbst nutzt, sondern auch den ihm anvertrauten Patienten. »Psychotherapeutisches Handeln ist zu konzipieren als Handeln in Auseinandersetzung mit dem Tod«. So formuliert Vogel die zentrale These dieses Bändchens.
Es möchte das Spektrum von professionellen, mythologischen, religiösen, spirituellen und künstlerischen Formen des Umgangs mit Sterben und Tod für den Psychotherapeuten erschließen.
Sicher werden auch Nicht-Psychotherapeuten Vogels Buch gern zur Hand nehmen, gleichgültig, ob sie sich selbst in Psychotherapie befinden, befunden haben oder in anderer Weise an Fragen des Lebenssinns und der Lebensorientierung interessiert sind. Wie schon in früheren Publikationen erweist sich Vogel als ungewöhnlich breit ausgebildeter und in allem Menschlichen Gebildeter, der sich auf die Psychoanalyse der Fachrichtung Analytische Psychologie (nach C. G. Jung) ebenso stützen kann wie auf solide verhaltenstherapeutische Kenntnisse.
Das vorliegende Buch bietet darüber hinaus eine Orientierungshilfe angesichts eines schwer überschaubaren »Marktes« von Sinndeutungen angesichts von Sterben und Tod. Da wir uns alle mit diesen Fragen auseinandersetzen müssen, werden wir auch mit Gewinn nach Ralf Vogels Leitfaden greifen.
Eckhard Frick, München, im März 2012
Inhalt
1 Geleitwort zur ersten Auflage
2 Einleitende Vorbemerkungen
3 1 Einführung: Der Tod heute
4 1.1 Der Begriff des Todes: Abgrenzungen und Entwicklungen
5 1.2 Der moderne gesellschaftliche Umgang mit Tod und Sterben
6 1.3 Die Schwierigkeit mit dem Tod: Historisch bedingte und bis heute wirksame »Implizite Konzepte des Todes«
7 1.4. Der Tod in Zeiten der Pandemie
8 2 Grundlagen
9 2.1 Jenseitsvorstellungen, Mythologie und Todesverständnis
10 2.2 Ars moriendi – Die Kunst zu sterben als Kunst zu leben
11 3 Tod und Psychotherapie
12 3.1 Zur Formulierung einer dem Thema angemessenen Sicht der Psychotherapie
13 3.2 Die Psychotherapieschulen und das Todesthema
14 3.3 Todesthemen in der Psychotherapie
15 4 Der Tod und der Psychotherapeut
16 5 Psychopathologie und Tod
17 6 Praktische Psychotherapie
18 6.1 Neutralität – Abstinenz – Setting
19 6.2 Techniken und Methoden
20 6.3 Kunst, Kreativität und Tod – Zur Einbeziehung kreativtherapeutischer Methoden in die Psychotherapie
21 6.4 Traumarbeit und Tod
22 6.5 Arbeit mit Märchen und Mythen
23 6.6 Trost und Klage
24 6.7 Die »Gender«-Perspektive
25 6.8 Trauergruppen
26 7 Kinder und das Todesthema
27 7.1 Entwicklungspsychologie des Todes
28 7.2 Der Umgang mit Kindern und Jugendlichen in der Konfrontation mit dem Todesthema
29 7.3 Kinder und der Tod in der Familie
30 8 Psychotherapeutische Supervision im Umfeld des Todes
31 9 Übungen für Therapie und Selbsterfahrung
32 9.1 Konfrontationsübungen
33 9.2 Imaginationen
34 9.3 Loslass-Übungen
35 9.4 »Halte-Übung«
36 9.5. Meditationen
37 9.6 Die Autobiographie des Todes
38 10 Abschlussbemerkungen
39 11 Tod und Sterben in den Medien
40 11.1 Internet
41 11.2 Zeitschriften
42 Literatur
43 Stichwortverzeichnis
Einleitende Vorbemerkungen
Das vorliegende Buch nahm seinen Anfang mit einem knappen, erstmals bereits im Jahr 2007 im damaligen M&V-Verlag erschienenen Band mit dem Titel »Der Tod in der Psychotherapie«. Was mit einem »kleinen memento mori für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten« begann, hat sich zu einem umfangreichen persönlichen Projekt der psychotherapeutischen Auseinandersetzung mit dem Todesthema in all seinen Facetten ausgeweitet, in das Erfahrungen aus psychotherapeutischer Praxis und Seminartätigkeit ebenso eingeflossen sind wie theoretische Arbeit und empirische Untersuchungen. Das Ergebnis ist die vorliegende Schrift zu den ›Todesthemen‹, einem bewusst gewählten unspezifischen Begriff, den auch eine Ausstellung von Gemälden Pablo Picassos aus dem Jahr 1974 trägt (Katalog der Kunsthalle Bielefeld 1984) und der die Breite des Themenfeldes rund um Tod und Sterben deutlich macht. Im Vergleich zu den Vorausgaben wurden einige Kapitel erweitert und einige neu hinzugefügt. Die neuere Literatur wurde in den Text integriert und die Lesbarkeit an manchen Stellen verbessert.
»Übe zu sterben«, meint Platon, »Wenn Du schon an etwas denken musst, dann an die Ungewissheit Deiner Todesstunde«, so ein tibetisches Sprichwort. Das memento mori, das Bedenken des Todes, und die meditatio mortis, das achtsame Nachsinnen über Sterben und Tod als innere Übung und in praktischer Ausgestaltung, sind für Psychotherapeuten1 eine Schlüsselqualifikation ihres Tuns.
Der Bestatter und erfolgreiche Autor Fritz Roth nennt drei Weisen der Auseinandersetzung mit dem Todesthema: »In der ersten Person« haben wir ihn »als persönliches und unvorhersehbares Schicksal, das jeden trifft« zu betrachten. »In der zweiten Person« geht es um das emotionale Geschehen, das der Tod eines anderen in uns auslöst. Drittens schließlich ist der Tod auch ein kulturell-gesellschaftliches Thema (Roth 2011, S. 55). Alle drei Aspekte wirken oft in uns zu einem subjektiven, emotional und kognitiv zu fassenden »Todeskonzept« (z. B. Wittkowski 1990) zusammen, und alle drei Aspekte sollen in den nachfolgenden Kapiteln Beachtung finden.
Das vorliegende Buch will Ansätze dafür liefern, die als eigenständige wissenschaftliche Disziplin verstandene Psychotherapie in die große abendländische Tradition einer contemplatio mortis einzureihen, in eine spätesten mit dem Römer Seneca (1–65 n. Chr.) beginnende Überzeugung, dass wir uns den Tod durch Nachdenken und Nachspüren »aneignen« müssen, um ihn zu bewältigen. Es entstand aber auch in der Folge mehrerer Erfahrungen im persönlichen wie im beruflich-psychotherapeutischen Bereich. In der eigenen therapeutischen Arbeit und in der Tätigkeit als Supervisor stellte sich immer wieder heraus, dass eine nicht unerhebliche Anzahl von Psychotherapien früher oder später an existenziellen Themen rühren und dass unter diesen v. a. das Thema »Tod und Sterben« eine herausragende und zunächst besonders schwierig zu handhabende Materie darstellt. In der Praxis wurde deutlich, bestätigt nunmehr auch durch eine aktuelle Befragung (Vogel 2011), dass auch nach Theorieausbildung und Lehranalyse bzw. Selbsterfahrung die Vorbereitung auf diese Themen als unzureichend wahrgenommen wird und eine permanente innere Auseinandersetzung des Therapeuten notwendig erscheint, um, zusammen mit den Patienten, die vielfältigen Erscheinungsweisen der Themen »Tod und Sterben« in der psychotherapeutischen Arbeit adäquat bewältigen zu können. Dabei sind die Aussagen der therapeutischen Schulrichtungen nur bedingt brauchbar, zumindest aber in keiner Weise ausreichend.
Zur inneren Auseinandersetzung gehört die Rezeption der »Spezialisten« auf dem Gebiet des Todes, und das waren bis vor nicht allzu langer Zeit nicht die Psychotherapeuten, sondern es waren die Priester, Mönche und Nonnen der unterschiedlichen Konfessionen, die spirituellen Lehrer und die Philosophen der Weltkulturen. Ohne sich von ihnen auf dem eigenen Weg inspirieren zu lassen, so schien mir, ist die Begegnung mit dem Todesthema unvollständig, und man beraubt sich wichtiger Erkenntnisquellen. So ist es verständlich, dass in dieser Schrift denn auch nicht nur und oft genug nicht einmal in erster Linie psychotherapeutische Ideen zu Wort kommen werden. Hierin unterscheidet sich das vorliegende Buch sicher deutlich von den Hauptstilrichtungen psychotherapeutischer Fachliteratur.
Das Buch ist als Handbuch konzipiert. Als solches ist ein möglichst breites Erfassen der im therapeutischen Arbeitsfeld relevanten »Erscheinungen« des Todesthemas beabsichtigt. Das detaillierte Inhaltsverzeichnis ermöglicht ein rasches Auffinden des gerade interessierenden Themenbereichs, die Kapitel sind weitgehend unabhängig voneinander lesbar. Einige für das Verständnis der Todesthemen zentrale Begriffe, wie etwa die »Finalität«, treten auch in unterschiedlichen Kapiteln auf und werden jeweils unter der gerade anstehenden Thematik beleuchtet. So bildet sich im Laufe der Lektüre einerseits eine umfassende Gesamtsicht dieser Grundkonzepte, andererseits sind die Begriffe in jedem einzelnen Abschnitt auch so erläutert, dass sie für sich allein verständlich werden. Die zahlreichen »Exkurse« vertiefen zugehörige Einzelthemen und sind für sich auch lexikalisch nutzbar. Die einzelnen Kapitel wollen allerdings nicht den Anspruch erheben, eine jeweils suffiziente Abhandlung der Themen um Tod und Sterben im Zusammenhang mit psychotherapeutischem Handeln darzustellen. Zwar werden alle relevanten Bereiche im Umkreis dieser Begriffe aufgeführt, jedoch im Einzelnen nicht erschöpfend behandelt. Nach meiner Meinung kann und soll dies durch eine einzige Schrift, wie umfangreich diese auch sein mag, auch gar nicht erstrebt werden. Vielmehr werden am Ende sämtlicher Abschnitte Anregungen zum Weitersuchen und Vertiefen gegeben, wenn gerade dieses Thema für den Leser von besonderer Relevanz ist. Es geht also zum einen um eine Sensibilisierung für das Thema, zum anderen aber, und dies in erster Linie, um eine Inspirationshilfe auf dem Weg des Psychotherapeuten hin zu einer eigenen, die psychotherapeutische Tätigkeit fundierenden Haltung. Sigmund Freud (1856–1939) bereits deutete eine gewisse »Unaufrichtigkeit« in unserem Umgang mit dem Todesthema an (z. B. 1927). Psychotherapeutisch Tätige aber müssen sich »aufrichtig« Rechenschaft ablegen können über ihren eigenen Standpunkt zu den existenziellen Themen des Lebens, sonst sind sie in den entscheidenden Augenblicken der Therapie erschrocken, hilflos und ängstlich oder weichen vor diesen Themen zurück und lassen ihre Patienten allein. Materialien zur Entwicklung eines solchen Standpunktes will diese Schrift bieten. Viele praktische Anregungen ergaben sich aus meinen Erfahrungen in den vergangenen Jahren: Sowohl in den inzwischen zahlreich veranstalteten Weiterbildungen als auch von meinen Patienten, die mit dem Kreis des Todesthemas angehörenden Problemen zu mir kamen, habe ich so viele neue Anregungen erhalten, dass ich diese einfach weitergeben wollte.
Schließlich zwingt die Begegnung mit Tod und Sterben auch zu mancher Revision theoretisch-psychotherapeutischer Standpunkte. Liebgewonnene Sicherheiten, was denn nun Psychotherapie sei und wie sie begründet werden könnte, lösen sich ebenso auf wie Forschungslogiken und Wissenschaftstheorien, wenn wir dem Tod im Gegenüber oder in uns selbst begegnen. In der Konfrontation mit den verschiedenen Facetten des Todes, den Todesthemen also, gibt es eben kein »falsch« oder »richtig«, und wissenschaftliche Sichtweisen entlarven sich als wenig Gewissheit bringende, von Tradition und herrschenden Freiheitsgraden des Denkens abhängige Heurismen. Dieser Tatsache tragen einige Abschnitte zu möglichen Sichtweisen auf die Psychotherapie als Gesamtdisziplin Rechnung, die nicht mehr als den Charakter der Vorläufigkeit beanspruchen. Beim Schreiben wurde mir deutlich, wie schwierig es ist, Themen, über die ganze Kulturen während ihres gesamten Bestehens sinnierten, auf einige wenige Seiten zu bannen. Ich ging daher statt möglichst vollständig zu sein, den umgekehrten Weg und reduzierte mein Vorhaben auf eine Art »Hinweis-Schriftstück«, das den lesenden Psychotherapeuten einlädt, sich von einigen Ideen inspirieren zu lassen und daran weiterzuarbeiten, andere Gedanken als für sich persönlich unbrauchbar zu erachten, sich aber weiter damit zu beschäftigen, um sie den Patienten zur Verfügung stellen zu können, oder schließlich drittens manche Thesen ganz zu verwerfen und sich bewusst dafür zu entscheiden, sich nicht eingehender damit zu beschäftigen. Noch deutlicher als bei vielen anderen Grundthemen der Psychotherapie, so scheint mir, wird beim Todesthema die Notwendigkeit deutlich, Wissen und Weisheit der Menschheit zu Rate zu ziehen: Wissen durch die Berücksichtigung wissenschaftlicher Theorien und Studienergebnisse, Weisheit durch das verstärkte Befragen der großen Weisheitslehrer der Welt. Diese bipolare Notwendigkeit führt zu einem – wie ich hoffe – gewinnbringenden Neben- und Ineinander der Erkenntnisse wissenschaftlicher wie auch spiritueller Disziplinen. Natürlich ist sowohl die Auswahl als auch die Darstellung subjektiv, es kann im Bereich existenzieller Themen auch gar nicht anders sein. Doch dies tut dem »Inspirationsanliegen« des Büchleins keinen Abbruch, im Gegenteil, auch der Widerspruch bedeutet den Einstieg in eine Auseinandersetzung mit den zur Diskussion stehenden Themen, und darauf kommt es mir an. An jedes Kapitel angehängt sind – z. T. kommentierte – Hinweise auf weiterführende Literatur, die eingehendere Beschäftigung erlauben.
Da der primäre Leserkreis für das Buch Psychotherapeuten sind, beinhaltet die Schrift auch einige konkrete Anregungen zur therapeutischen Arbeit mit verschiedenen, mit Tod und Sterben assoziierten Themenbereichen in der therapeutischen Praxis sowie Hinweise auf dazu nützliche Materialien.
Psychotherapeuten befinden sich in einer privilegierten Position: Sie üben den vielleicht einzigen Beruf aus, in dem tägliche Selbsterfahrung – und als solche ist Psychotherapie mit existenziellen Themen wegen unserer immer vorhandenen eigenen Betroffenheit zu werten – und Weiterentwicklung stattfinden und dies auch noch bezahlt wird! Da die Schrift auch als Lektüre zu Seminaren, die vom Autor in den letzten Jahren gehalten wurden, gedacht ist, tragen die verschiedenen Übungen einer vertieften Annäherung an das Thema Rechnung. Dabei ist allerdings dringend zu beachten, dass die beschriebenen und in der weiterführenden Literatur empfohlenen Übungen nicht zur unhinterfragten Selbstanwendung taugen. Vor ihrem Einsatz muss unbedingt geprüft werden, in welchem Rahmen dieser erfolgt, und nicht selten ist eine Gruppe oder eine Einzelselbsterfahrung mit einem erfahrenen therapeutischen Begleiter die Situation der Wahl!
Anmerkungen zur zweiten Auflage
Als 2012 die erste Auflage der »Todesthemen« erschien, war das Buch auch auf dem deutschsprachigen Markt psychotherapeutischer Fachliteratur noch eine ziemliche Ausnahme und abseits von Spezialdisziplinen wie der Psychoonkologie oder der Palliativpsychologie befassten sich nur wenige PsychotherapeutInnen mit Sterben und Tod. Dies hat sich glücklicherweise in den vergangenen fast 10 Jahren verändert. Die Literatur ist vielfältiger geworden, Fachzeitschriften widmen sich dem Thema und auf Tagungen und Symposien sowie in den Curricula psychotherapeutischer Ausbildungsinstitute finden sich nun häufiger auch Beiträge etwa zur Psychotherapie am Lebensende oder zur Einbeziehung des Todesthemas in die Psychotherapie überhaupt. Der Tod ist nicht mehr das – um mit Shakespeares Hamlet zu sprechen – »unentdeckte Land« der Psychotherapie, obwohl ihm bis heute die ihm gebührende Aufmerksamkeit theoretisch und psychotherapiepraktisch noch bei weitem nicht zukommt. Ziel bleibt weiterhin eine psychotherapeutische »Mimesis an den Tod, ein sich anschmiegendes Sein« (Han 1998, S. 34) und therapeutisches Tun. Die hier vorgelegte zweite, korrigierte und erweiterte Ausgabe berücksichtigt die psychotherapeutischen Neuentwicklungen, entwickelt einige der bereits eingeführten Gedanken fort und hält dabei an der bewährten Struktur eines übergreifenden Handbuches fest. Aus einem etwas distanzierten Blickwinkel mutet das Buch auch, durchaus gewollt, kollagenhaft an, in seiner vielfältigen Nutzung von Gedanken, Ideen und diese darstellenden Zitaten höchst unterschiedlicher Wissenschaftler, Philosophen und Künstler. Und wie in der Collagentechnik der bildenden Künste steht dahinter die Absicht, ein sinnvolles Ganzes darzustellen und über die Zusammenschau zu einer eigenen (persönlichen und therapeutischen) Haltung zu kommen.
1 Das von hier an verwendete, der Einfachheit und dem Geschlecht des Autors geschuldete generische Maskulinum soll keinerlei Geringschätzung ausdrücken, alle anderen möglichen Gendervarianten sind hier immer mitgedacht!