Kitabı oxu: «Der Koran»
Der Koran
Übersetzung: Max Henning
Impressum
ISBN 9783940621283
Bearbeitung: Thomas Claes / Martina Lehnigk
© Vergangenheitsverlag, 2010 – www.vergangenheitsverlag.de
eBook-Herstellung und Auslieferung:
readbox publishing, Dortmund
www.readbox.net
Inhalt
Einleitung
Was ist der Koran?
Interview mit Prof. Dr. Harry Hamun Behr
Der Koran
Erste Sure – Die Öffnende
Zweite Sure – Die Kuh
Dritte Sure – Das Haus Imran
Vierte Sure – Die Weiber
Fünfte Sure – Der Tisch
Sechste Sure – Das Vieh
Siebente Sure – Der Wall
Achte Sure – Die Beute
Neunte Sure – Die Reue
Zehnte Sure – Jonas
Elfte Sure – Hud
Zwölfte Sure – Joseph
Dreizehnte Sure – Der Donner
Vierzehnte Sure – Abraham
Fünfzehnte Sure – El-Hidschr
Sechzehnte Sure – Die Bienen
Siebzehnte Sure – Die Nachtfahrt
Achtzehnte Sure – Die Höhle
Neunzehnte Sure – Maria
Zwanzigste Sure – T. H.
Einundzwanzigste Sure – Die Propheten
Zweiundzwanzigste Sure – Die Pilgerfahrt
Dreiundzwanzigste Sure – Die Gläubigen
Vierundzwanzigste Sure – Das Licht
Fünfundzwanzigste Sure – Die Unterscheidung
Sechsundzwanzigste Sure – Die Dichter
Siebenundzwanzigste Sure – Die Ameise
Achtundzwanzigste Sure – Die Geschichte
Neunundzwanzigste Sure – Die Spinne
Dreißigste Sure – Die Griechen
Einunddreißigste Sure – Lokman
Zweiunddreißigste Sure – Die Anbetung
Dreiunddreißigste Sure – Die Verbündeten
Vierunddreißigste Sure – Saba
Fünfunddreißigste Sure – Die Engel
Sechsunddreißigste Sure – J. S.
Siebenunddreißigste Sure – Die sich Reihenden
Achtunddreißigste Sure – S.
Neununddreißigste Sure – Die Scharen
Vierzigste Sure – Der Gläubige
Einundvierzigste Sure – Erklärt
Zweiundvierzigste Sure – Die Beratung
Dreiundvierzigste Sure – Der Goldputz
Vierundvierzigste Sure – Der Rauch
Fünfundvierzigste Sure – Das Knien
Sechsundvierzigste Sure – El-Ahkaf
Siebenundvierzigste Sure – Mohammed
Achtundvierzigste Sure – Der Sieg
Neunundvierzigste Sure – Die Gemächer
Fünfzigste Sure – K.
Einundfünfzigste Sure – Die Zerstreuenden
Zweiundfünfzigste Sure – Der Berg
Dreiundfünfzigste Sure – Der Stern
Vierundfünfzigste Sure – Der Mond
Fünfundfünfzigste Sure – Der Erbarmer
Sechsundfünfzigste Sure – Die Eintreffende
Siebenundfünfzigste Sure – Das Eisen
Achtundfünfzigste Sure – Die Streitende
Neunundfünfzigste Sure – Die Auswanderung
Sechzigste Sure – Die Geprüfte
Einundsechzigste Sure – Die Schlachtordnung
Zweiundsechzigste Sure – Die Versammlung
Dreiundsechzigste Sure – Die Heuchler
Vierundsechzigste Sure – Der gegenseitige Betrug
Fünfundsechzigste Sure – Die Scheidung
Sechsundsechzigste Sure – Das Verbot
Siebenundsechzigste Sure – Das Reich
Achtundsechzigste Sure – Die Feder
Neunundsechzigste Sure – Die Unvermeidliche
Siebzigste Sure – Die Stufen
Einundsiebzigste Sure – Noah
Zweiundsiebzigste Sure – Die Dschinn
Dreiundsiebzigste Sure – Der Verhüllte
Vierundsiebzigste Sure – Der Bedeckte
Fünfundsiebzigste Sure – Die Auferstehung
Sechsundsiebzigste Sure – Der Mensch
Siebenundsiebzigste Sure – Die Entsandten
Achtundsiebzigste Sure – Die Kunde
Neunundsiebzigste Sure – Die Entreißenden
Achtzigste Sure – Er runzelte die Stirn
Einundachtzigste Sure – Das Zusammenfalten
Zweiundachtzigste Sure – Das Zerspalten
Dreiundachtzigste Sure – Die das Maßerkürzenden
Vierundachtzigste Sure – Das Zerreißen
Fünfundachtzigste Sure – Die Türme
Sechsundachtzigste Sure – Der Nachtstern
Siebenundachtzigste Sure – Der Hüchste
Achtundachtzigste Sure – Die Bedeckende
Neunundachtzigste Sure – Die Morgenrüte
Neunzigste Sure – Das Land
Einundneunzigste Sure – Die Sonne
Zweiundneunzigste Sure – Die Nacht
Dreiundneunzigste Sure – Der lichte Tag
Vierundneunzigste Sure – Dehnten wir nicht aus?
Fünfundneunzigste Sure – Die Feige
Sechsundneunzigste Sure – Das geronnene Blut
Siebenundneunzigste Sure – Die Macht (El-Qadr)
Achtundneunzigste Sure – Der deutliche Beweis
Neunundneunzigste Sure – Das Erdbeben
Hundertste Sure – Die Renner
Hundertunderste Sure – Die Pochende
Hundertundzweite Sure – Das Streben nach Mehr
Hundertunddritte Sure – Der Nachmittag
Hundertundvierte Sure – Der Verleumder
Hundertundfünfte Sure – Der Elefant
Hundertundsechste Sure – Quraisch
Hundertundsiebente Sure – Der Beistand
Hundertundachte Sure – Der Überfluß
Hundertundneunte Sure – Die Ungläubigen
Hundertundzehnte Sure – Die Hilfe
Hundertundelfte Sure – Verderben! (Abu Lahab)
Einhundertundzwülfte Sure – Die Reinigung
Einhundertunddreizehnte Sure – Das Morgengrauen
Einhundertundvierzehnte Sure – Die Menschen
Einleitung
Was ist der Koran?
Der Koran ist die Sammlung der an den Propheten Mohammed (568/69-632) im Zeitraum von etwa 22 Jahren ergangenen Offenbarungen; nach islamischem Glauben handelt es sich um das direkte Wort Gottes. Die Urschrift des Korans befindet sich nach islamischer Überzeugung „auf verwahrter Tafel“ (Sure 85:22), auf dieser wurde das Wort Gottes noch vor der Schaffung der Welt aufgeschrieben. Die Sprache des Korans ist arabisch. Die arabische Sprache wird auch im Koran selbst erwähnt (z. B. Sure 12:2). Das Wort Koran (von arabisch al-qur'ān) bedeutet nach gängiger Meinung „Vorzutragendes“ oder „Lesung“. Das Vortragen ist in der Tat von zentraler Bedeutung für den Koran: Es ist die Pflicht eines Muslimen, den Koran immer wieder zu rezitieren, um das „heilswichtige Wissen“ zu erlangen. So heißt es in Sure 96:1-5: „Trag vor (rezitiere) im Namen deines Herrn, der erschuf, erschuf den Menschen aus geronnenem Blut. Trage vor (rezitiere,) denn dein Herr ist allgütig, der die Feder gelehrt, gelehrt den Menschen, was er nicht gewusst.“ Der Text des Korans ist in 114 Abschnitte (die Suren) von sehr unterschiedlicher Länge unterteilt. Die Suren sind wiederum in Verse (āyāt) untergliedert. Mit Ausnahme der ersten Sure sind alle Suren der Länge nach geordnet, die zweite Sure ist mit 286 Versen die längste, wohingegen die 114. Sure mit sechs Versen eine der kürzesten ist.
Alle Suren des Korans haben eine oder mehrere Überschriften, welche meist auf das Kernthema der Sure hindeuten. Zum besseren Verständnis des Textes wird zwischen den Suren auch chronologisch unterschieden, grob werden diese in mekkanische (frühere) und medinische (spätere) aufgeteilt. Die in Medina offenbarten Suren sind oft länger als die in Mekka offenbarten Suren und enthalten meist Anweisungen und gesetzliche Bestimmungen. Hingegen enthalten die in Mekka offenbarten Suren häufig Verse mit mystischer oder unklarer Bedeutung. Hierzu zählen beispielsweise die Buchstaben, die einige Suren einleiten. Nur Allah allein, so der Glaube, kennt die wahre Bedeutung aller Verse. Der Gläubige muss nicht jeden Vers der Offenbarung Allahs verstehen, von ihm wird hauptsächlich Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes verlangt.
Bemerkenswert ist auch, dass viele Verse des Korans auch viele Geschichten der jüdischen und christlichen Tradition erwähnen. So finden alttestamentarische Figuren wie Adam, Abraham und Moses ebenso Erwähnung im Koran, wie die neutestamentarischen Figuren Maria, Johannes der Täufer und Jesus. Im Koran ist Jesus ebenfalls ein Prophet (z. B. Sure 4:169f.), aber er ist nicht der Sohn Gottes, auch sei er nicht gekreuzigt worden (Sure 4: 157).
Die Entstehung des Korans als Buch
Von besonderer Bedeutung für das Verständnis des Korans ist die Entstehung des Korans als Buch, denn beim Tod des Propheten Mohammed im Jahr 632 gab es noch keine komplette schriftliche Sammlung seiner Offenbarungen. Einzelne Begleiter des Propheten kannten Teile oder gar den gesamten Koran auswendig, wenige Teile des Textes waren bereits schriftlich fixiert. In dieser Situation befahl Abu Bakr, der erste Kalif (d. h. der Nachfolger des Propheten in der Führung der islamischen Gemeinde) die erste schriftliche Fixierung des Korans.
Doch schon bald waren zahlreiche unterschiedliche Sammlungen des Korans unter den Muslimen in Umlauf. Zu diesen abweichenden Überlieferungen und Lesarten des Korans kam es unter anderem deshalb, weil sich mit den schnellen Eroberungen der frühen Moslems auch die Zentren des Islam immer weiter von den Ursprungsorten Mekka und Medina entfernten und nun beispielsweise schon in Basra oder Damaskus lagen.
Um dem Problem der abweichenden Überlieferungen des Korans zu begegnen, veranlasste der dritte Kalif Uthman die Edition eines einheitlichen Korans. Anschließend wurden Abschriften dieser Edition in alle wichtigen Städte des Reiches gesandt, verbunden mit der Aufforderung, die bis dato in Gebrauch befindlichen Exemplare zu vernichten. Diese Umstellung verlief nicht immer reibungslos: Es gibt Berichte über die Empörung, die diese Maßnahme auslöste: ebenso gab es immer wieder Versuche, abweichende Überlieferungen zu verkünden. Diese Versuche wurden jedoch meist streng bestraft. Insgesamt waren die Abweichungen in der Überlieferung jedoch nie dramatisch, meist handelte es sich um Kleinigkeiten, die den Sinn des Textes im Ganzen nicht veränderten.
Auch Ali, der vierte Kalif und Schwiegersohn des Propheten Mohammed soll eine eigene Koransammlung angelegt haben, doch scheint sich Ali später mit der von Uthman veranlassten Sammlung abgefunden zu haben, denn auch die Schiiten (die Anhänger Alis im auf Uthmans Tod folgenden Bürgerkrieg) verwendeten und verwenden die Koranedition Uthmans.
Doch auch dieser Urtext des Korans ließ noch mehrere, meist nur geringfügig abweichende, Lesarten zu, da er nur aus Konsonanten bestand und keine Vokalzeichen enthielt. Heutige arabische Koranausgaben sind jedoch meist vollständig mit Vokalzeichen versehen und lassen nur eine Lesart zu.
Abschließend ist festzuhalten, dass trotz der genannten Probleme in Überlieferung, Redaktion und Lesung des koranischen Textes, davon ausgegangen werden kann, „dass der Koran in der heute vorliegenden Form weitgehend das authentische Wort des Propheten – nach islamischem Glauben das ewige Wort Gottes – darstellt.“ (Nagel, 1991, S. 33)
Mohammed und seine Zeit
Mohammed wurde um 570 christlicher Zeitrechnung in eine Welt hineingeboren, die von Stammesfehden und Vielgötterei geprägt war. Im Alter von sechs Jahren verlor er seine Mutter Amina; der Vater, Abdallah, war vermutlich schon vor der Geburt des Sohnes gestorben. Mohammed wurde von seinem Großvater und nach dessen Tod, von seinem Onkel Abu Talib aufgezogen. Nicht viel mehr ist über die Kindheit und Jugend Mohammeds bekannt, da der Koran und später entstandene Texte sich über diese Zeit ausschweigen. Das ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass Mohammed sein Berufungserlebnis erfuhr, als er das 40. Lebensjahr bereits hinter sich gelassen hatte. Abu Talib sorgte gut für seinen Neffen: Handelsreisen in Begleitung des Onkels führten Mohammed vermutlich bis nach Syrien.
Selbst nicht wohlhabend, trat Mohammed nach dem 20. Lebensjahr in den Dienst der reichen Kaufmannswitwe Chadija. Ungefähr mit 25 Jahren heiratete er seine um 15 bis 20 Jahre ältere Dienstherrin. Chadija unterstützte ihren Mann nach Kräften; sie war die erste Frau, die zu der neuen Religion konvertierte und wurde seine engste Vertraute. Im Laufe ihrer Ehe schenkte sie Mohammed vier Töchter und drei Söhne. Während die Töchter, Zainab, Umm Kultum, Ruquaiya und Fatima verheiratet wurden, starben alle Söhne im Kindesalter.
Etwa um 610 n. Chr., im islamischen Monat Ramadan, empfing Mohammed in einer Höhle nahe Mekka die erste Offenbarung. Die islamische Überlieferung spricht davon, dass der Erzengel Gabriel Mohammed als Mensch erschienen sei und ihn den Koran gelehrt habe. Später wurden Mohammed weitere Verse des Korans im Traum offenbart oder in sein Herz eingegeben. Diese Offenbarung verunsicherte Mohammed zutiefst, seiner Frau vertraute er sich als erstes an.
Mohammed konnte zunächst einige seiner engsten Familienmitglieder von der neuen Religion überzeugen. Dazu gehörten neben seiner Frau auch sein Neffe Ali, der spätere vierte Kalif und sein Ziehsohn Zaid. Die große Mehrheit der Mekkaner blieben jedoch Polytheisten, viele waren sogar unerbittliche Gegner des entstehenden Islam. Zwar wurde Mohammed lange von seinem Onkel beschützt, doch nach dessen Tod wurde das Klima für Mohammed und seine Anhänger in Mekka zu gefährlich. Im Jahr 622 christlicher Zeitrechnung verließen sie daher Mekka und ließen sich in Medina nieder. Dieses Ereignis markierte den Beginn der islamischen Zeitrechnung.
In Medina empfing Mohammed weitere Offenbarungen und machte seine stetig wachsende Religionsgemeinschaft zu einem einflussreichen Teil der Gesellschaft Medinas. Zahlreiche Bewohner der Stadt traten zum Islam über. Die jüdische Bevölkerung weigerte sich jedoch, anders als Mohammed gehofft hatte, den Islam anzunehmen. In den folgenden Jahren kam es, wohl mehr aus machtpolitischen als aus religiösen Gründen, zu Kämpfen gegen die jüdischen Stämme. Nach dem Sieg über den jüdischen Stamm der Banu Quraiza töteten die Muslime die männlichen Stammesangehörigen und versklavten die Frauen und Kinder.
Zunehmend suchte Mohammed auch die Konfrontation mit Mekka. Er ließ die Karawanen der Mekkaner überfallen und trug in einigen Scharmützeln den Sieg davon. Doch 625 n. Chr. stand ein großes Heer der Mekkaner vor Medina und besiegte das Heer der Moslems. Doch die Muslime hatten Glück, das mekkanische Heer zog ab, ohne Medina einzunehmen. Im April 627 n. Chr. gelang es Mohammed, durch geschickte Verhandlungen mit den Beduinenstämmen, die Mekkaner und ihre Verbündeten im sogenannten „Grabenkrieg“ zu entzweien. Daraufhin waren die Mekkaner zu Verhandlungen bereit, ein zehnjähriger Waffenstillstand ermöglichte es Mohammed, das Heiligtum der Kaaba im Jahr 629 n. Chr. in Mekka zu besuchen. Dieser Besuch entfaltete eine geradezu 'propagandistische Wirkung' (Rudi Paret). Ende 629 n. Chr. brach Mohammed dann den Waffenstillstand und zog mit einer großen Streitmacht gen Mekka. Überrascht konnte der Prophet feststellen, dass sich inzwischen eine große Zahl von Mekkanern zum Islam bekannte; einige der einflussreichsten Führer der Stadt kamen ihm bei seinem Einzug sogar entgegen. 632 n. Chr. nahm der Prophet noch einmal an den alljährlichen Zeremonien der Kaaba teil, welche der Islam von den altarabischen Religionen übernommen hatte. Diese Wallfahrt gilt als die Abschiedswallfahrt Mohammeds, da der Prophet noch im selben Jahr starb.
Kurze Hinweise zur Lektüre des Korans in der vorliegenden Edition
Laut der islamischen Theologie ist eine echte Übersetzung des Korans nicht möglich, da jede Übersetzung auch bereits eine Interpretation ist. Doch erste Koranübersetzungen ins Lateinische gab es bereits im Mittelalter, auch wenn diese meist eher Paraphrasen des Korans waren. Die Übersetzung des Engländers Robert von Ketton von 1143 wurde 1543 mit einem Vorwort Philipp Melanchthons und Martin Luthers sogar gedruckt. Auf dieser Ausgabe basierte die erste deutsche Koranübersetzung von Salomon Schweigger aus dem Jahr 1616. Die vorliegende Koranübersetzung von Max Henning erschien erstmals 1901. Zwar ist diese Übersetzung teilweise stilistisch veraltet, gilt aber dennoch als präzise und wird auch heute noch wissenschaftlich benutzt.
In dieser Koranausgabe steht stets unter dem Titel der Sure, ob diese in Medina oder in Mekka offenbart wurde (Geoffenbart zu Medina oder Geoffenbart zu Mekka). Diese Angabe ist jedoch in vielen Fällen nicht hinreichend historisch gesichert. Sowohl in der westlichen Forschung als auch bei islamischen Korankommentatoren ist diese Aufteilung in vielen Fällen strittig.
Interview mit Prof. Dr. Harry Hamun Behr
(Interdisziplinäres Zentrum für islamische Religionslehre an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
Wie zeitgemäß ist der Koran?
Der Koran ist ein 1400 Jahre alter Text - wie modern ist ein solcher Text bzw. darf man ihn überhaupt an moderne Lebensumstände anpassen?
Der Begriff „Koran“ geht auf die arabische Vokabel qur'ān (
) bzw. al-qur'ān (
) zurück, wie sie etwa in den ersten drei Versen der Sure 12 vorkommt. Zum grundlegenden Verständnis dieser Vokabeln gehört, dass hier weniger das gebundene Buch gemeint ist, sondern soviel wie die (arabische) „Rede“ eines (arabischsprachigen) Redners, also das gesprochene und nicht das gelesene Wort. Dies bedarf der besonderen Erwähnung, da der Koran heute in der Regel als ein Stoß Papier zwischen zwei Buchdeckeln in Erscheinung tritt. Auf das Geschriebene verweist an genannter Textstelle eher ein Wort wie kitāb (
) oder das im Hocharabischen verwendete mushaf (
). Inzwischen aber wird der Koran weltweit wieder mehr gehört als gelesen, was mit der Verbreitung des auf Tonträgern eingelesenen Korans (murattal;
) etwa ab Mitte der 1950er Jahre bis in die heutige Zeit des Internets zu tun hat.
Der Koran ist ferner tansīl (
), also Herabsendung in die vorfindliche Schöpfung hinein, die insgesamt auf Offenbarung Gottes beruht. Dieser Aspekt von Offenbarung Gottes in der Gestalt des von ihm Erschaffenen bezeichnet der Islam als taqdīr (
), ausgehend von Textstellen wie 25:2. Die Offenbarung Gottes ist also weder beendet noch auf den frommen Text beschränkt, sondern findet permanent statt – die Welt ist im Vergleich zum textualen Koran der größere „Koran“. Deshalb ruft der Koran auf, sowohl in den Text zu schauen als auch die Welt zu „lesen“ und nicht blind zu sein gegenüber der Ansprache Gottes an den Menschen durch das Buch und durch die „Zeichen Gottes“ jenseits des Buchs (vgl. 25:73).
In mancher Hinsicht handelt es sich beim Koran in der Tat um einen Text, auf den die erwähnte Altersangabe zutrifft, mit allen damit verbundenen Erfordernissen eines kritischen Zugangs. In anderer Hinsicht aber ist er zugleich älter und jünger: älter insofern, als der Urheber dieses Textes die Diktion und die thematische Führung in den Kontext damals vorfindlicher „Texte“ (Erzählung; qasas;
) stellt, aus denen heraus sich mündlich oder schriftlich tradierte Religion generierte (vgl. im Koran 2:4); andererseits jünger insofern, als der Koran erst durch das Lesen zum Text wird und sich somit auch heute in den Geist des Lesenden stellt (vgl. im Koran 3:7), also gleichsam ewig jung. In der Wechselwirkung dieser beiden Aspekte liegt begründet, was für Goethe, Rückert oder Kant die Attraktivität des Korans ausmachte.
Für die theologische und religionspädagogische Interpretation stehen heute hermeneutische Fragen im Vordergrund, die nicht von der Entstehungsgeschichte und den soziokulturellen Kontexten des Textes zu trennen sind. Von daher ist die Bezugsetzung zu gegenwärtigen Lebensumständen überhaupt erst die Voraussetzung, den Koran zu verstehen und ihm als Text gerecht zu werden. Die Frage ist, wie dabei vorgegangen wird. Es ist kaum zu bestreiten, dass der Text reflektiert, was zu den Lebensumständen und zum Weltbild jener gehörte, in deren Mitte er entstand: Die Rede ist demnach vom 7. Jahrhundert nach christlicher Zeitrechnung und vom kulturgeografischen Raum des Hedschas, des südwestlichen Teils der arabischen Halbinsel sowie von den weiteren kulturellen Einflusssphären Syrien, Persien, Jemen und Ostafrika. In dieser Hinsicht erschließt sich der Koran zunächst als ein historisches und in gewisser Weise auch exotisches Diskursdokument.
Wer sich indes vom Koran ansprechen lässt, dem erschließt sich die Tiefe unter der Oberfläche des Textes. Gemeint ist mehr als nur das Lesen zwischen den Zeilen, mit dem der Koran selbst kokettiert; es geht vielmehr um die Genese von überzeitlichem Sinn als einer Leistung des lesenden Subjekts. Zum zeitgebundenen Gerüst des Textinhalts, dem Trägermilieu sozusagen, tritt der eigentliche Textgehalt in seiner zeitlosen und universalen Dimension hinzu. Die Kunst der Hermeneutik besteht nun darin, diese beiden Aspekte zueinander in Korrespondenz zu stellen und nicht gegeneinander auszuspielen. Mit dem lesenden Leser, durch den also der Koran überhaupt erst zum Koran im eigentlichen Sinne wird, treten zudem die rationalen und relationalen Merkmale seiner Person auf den Plan, die kulturräumlichen Spezifika, die eigene kognitive Karte, die relative Nähe oder Distanz zur arabischen Sprache sowie spirituelle und ästhetische Momente. All dies sind Ebenen, auf denen es zur „Passung“ zwischen Text, Lesendem und Welt kommt. Damit scheint der Koran über die Dimension seiner Historizität in der Dimension der Aktualität auf: Der Koran wird nicht nur erlesen, sondern erlebt.
Wie weit darf die Koranexegese gehen, wenn man bedenkt, dass der Koran das originalgetreu überlieferte Wort Gottes ist?
Die meisten Muslime, die dem Verfasser persönlich bekannt sind, und das sind viele, würden vermutlich dem Satz zustimmen, dass der Koran das von Gott wortwörtlich offenbarte Wort sei. Auch der Verfasser schließt sich dem aus Gründen an, die er, wenn danach gefragt, in seinem Kopf und in seinem Herzen suchen würde. Allerdings kommt es immer wieder zum Dissens zwischen dem Verfasser und seinen frommen Schwestern und Brüdern, wie ein solcher Satz zu verstehen sei und welche Konsequenzen das für die Hermeneutik habe, die sich immer im Spannungsfeld zwischen Literalität und dekonstruktivistischer Werkinterpretation bewegt – im theologischen Zugriff auf die Schrift zumal (vertiefend Derrida 2003).
Die muslimische Zurückhaltung gegenüber dem Koran als Text, was das betrifft, speist sich manchmal eher aus einem kulturell bedingten, aber auch durch das arabische Judentum und seinen Umgang mit der Schrift beeinflussten Habitus des Respekts. Daran, und zwar insbesondere an der kultischen Selbstbeschränkung gegenüber der Schrift, wäre nichts auszusetzen, wenn das nicht Hand in Hand gehen würde mit der unbotmäßigen Restriktion gegenüber der intellektuellen Auseinandersetzung mit ihren Inhalten – dies nun eher ein muslimisches und weniger eine jüdisches Phänomen. Über die Verhältnisbestimmung von Verstand und Glaube mit Blick auf den Koran kam es schon zwischen dem 8. Und 10. Jahrhundert n. Chr. zwischen verschiedenen theologischen Schulen in Basra zum Streit, vor allem über die Grundsatzfrage, wer für wen da sei: der Mensch für den Islam oder der Islam für den Menschen. Dieser tektonische Bruch zieht sich noch bis heute durch islamische Denkwelten.
Der Koran selbst legt den Zuhörern und Lesern interessanterweise keine Grenzen für die Auslegung auf, sondern er ruft im Gegenteil dazu auf, ihn zu „packen“ (19:12), ihn nach allen Regeln der Kunst (hikma;
) auseinanderzunehmen und sich an ihm abzuarbeiten (vgl. 4:81-82), um durch ihn Urteilskraft (hukm;
) zu erlangen. Nach allen Regeln der Kunst, wohlgemerkt, zu der nicht gehört, den Text mutwillig zu missbrauchen – vielleicht die einzige Grenze, die der Text vor allem mit Blick auf die Nutzer zieht, wenn er in 7:3 vor dem Missbrauch warnt. Das Problem mit der Exegese liegt also nicht beim Text, sondern bei den Menschen und ihren Motiven. Hier möchte sich der Verfasser mit einem Zitat seiner geschätzten Kollegin Ulrike Bechmann aus der katholischen Theologie anschließen; was sie für die Bibel auf den Punkt bringt, gilt uneingeschränkt auch für den Umgang mit dem Koran: „Die Frage bleibt: Kann man aus der Bibel alles herauslesen? Lässt sich Gewalttat mit Recht genau so „gut“ rechtfertigen wie eine befreiende Theologie? Woher kommen die „richtigen“ Prioritäten und Perspektiven und wer setzt sie durch? Wer sagt, dass Gnade vor Gesetz geht, Gerechtigkeit vor Vergeltung, Versöhnung vor Rache, Gewaltlosigkeit vor Gewalt? Alles hängt davon ab, in welchem Geist die Menschen die Bibel lesen. Und dies ist von dem Geist abhängig, den sie nach innen und außen leben. Auslegungen, die Gewalt und Unterdrückung fördern, haben eine böse Attraktivität. Damit sie nicht wirksam sind, müssen sich Gläubige zu Gunsten von mehr Menschlichkeit und Freiheit gegenseitig unterstützen und kritisieren. Letztlich müssen wir hoffen, dass Gott uns in den Arm fällt, wenn wir dabei sind, sein Wort zu pervertieren“ (Bechmann 2005).
Welche konkreten Lehren kann man heute aus dem Koran ziehen? Was ist die zentrale Botschaft dieses Buches?
Zur zentralen Botschaft des Korans gehört, was auch zur Mitte des Islams als Religion und Lebensweise geronnen ist. In einem Satz zusammengefasst etwa so: Die Menschen schlafen, und wenn sie sterben, erwachen sie. Dieser Satz wird in der Tradition cAli bin Abi Talib zugeschrieben, der als junger Mann bei Muhammad aufwuchs und später, nach dem Tode Muhammads an vierter Stelle der nachfolgenden Kalifen stand. Damit geraten einige Aspekte in den Fokus, die der Koran in wiederkehrenden Geschichten, Gleichnissen, thematischer Rede, Anrede und Gebeten thematisiert – allen voran: Der Mensch ist nicht allein, sondern von Gott befristet in die Welt und somit in die Freiheit entlassen, verbunden mit der Ankündigung der Rückkehr. In dieser Spannung zwischen Bindung und Freiheit gründet die bedingte Verantwortbarkeit und Rechenschaftspflicht des Menschen gegenüber Gott – und damit die Mühe, sich nach bestem Wissen und Gewissen zwischen Gut und Böse entscheiden zu müssen. Mithin gehört zu den Themen des Korans auch die Verhältnisbestimmung von Gnade und Gerechtigkeit.
Der Koran bietet an, als Moslem zu leben, was bedeutet, einen bestimmten Weg zu gehen, der sich von anderen unterscheidet (vgl. 6:161ff.; Behr 2010). In dieser Hinsicht versteht sich der Islam weniger als Ding an sich sondern eher als Mittel zum Zweck. Es geht um „Verbesserung“ (tazkiyya;
), „Veredelung“ (kamāl;
) oder „Verschönerung“ (islāh;
) des Lebens in seiner religiösen Dimension und als Korrektiv gegenüber den drei geerdeten Kategorien des Lebens: die materielle Versorgung, die Sicherheit und das Wachstum (vgl. Behr 2008). Mit Blick auf die globalen Prozesse der Zerstörung, die solcherlei Dreieinigkeit hervorruft, gewinnt die altprophetische Herrschaftskritik des Korans neue Aktualität. Hier erschließt sich dem Verfasser eine interessante interreligiöse: Muhammad ordnete an, ein Fünftel des Gewinns aus Bodenschätzen sozialen Zwecken zuzuführen. Wer sagt's den Bonzen?
Wie kann es zu der fatalen Koranexegese kommen, die islamische Fundamentalisten betreiben?
Rigidisierung und Fanatisierung sind keine Sonderprobleme des Islams, sondern in allen Religionen zeitweise und lokal begrenzt zu beobachten (vgl. Kippenberg 2008). Sie sind nicht einmal Kennzeichen von Religion an sich, sondern entstehen auch in anderen politischen und ideologischen Kontexten. Dennoch tragen die Prozessstrukturen der religiösen Ideologisierung maßgeblich zum Missbrauch des Islams bei – egal ob es sich dabei um fatale Ideologien oder berechtigte Reaktionen auf strukturelle Gewalt handelt, die diesen Prozessen vorausgegangen ist. Solches zu rechtfertigen aber wäre nichts anderes als dem Teufelskreis der Vergeltung anheimzufallen, wovor der Koran in seinem gleichnishaften Entwurf der Geschichte von Kain und Abel warnt (vgl. 5:27-32).
Und doch schließt sich mit 5:33 eine jener verstörenden Gewaltpassagen des Korans an, von denen sich Muslime wie Nicht-Muslime gleichermaßen herausgefordert sehen. Ähnliches wird für die Gewaltpassagen des Alten und des Neuen Testaments und den überraschend postmodernen Missbrauch dieser Texte in den christlichen Theologien kritisch diskutiert (Bechmann 2005, Berner 2005). Das gestattet folgendes Zwischenfazit: Die hellen und die dunklen Stellen des Korans wie auch der Bibel sind zu verstehen als Text und Gegentext. In manchen der dunklen Texten manifestiert sich in doppelter Hinsicht die gewaltvolle Gegenwart der Akteure, und zwar in historischer wie in aktueller: Noch heute gibt es Versklavung, Landnahme und Missbrauch. Die dunkeln Texte dürfen aber der oben erwähnten Oberflächenstruktur zugewiesen werden; sie erfahren in der Schrift selbst ihre Korrektur durch die hellen Texte, die ihr Licht aus der dahinter liegenden Tiefe schöpfen. Es führt kein Weg daran vorbei: Die Schrift zum Guten auszulegen wird damit zu einer Entscheidung des Subjekts; für diese und nicht für die Schrift selbst sieht es sich von Gott in die Verantwortung genommen (vertiefend Behr 2007 a und b). Ferner gilt: Die Auslegung der Schrift mit Blick ist eine Sache der Ausbildung. Beide also, Halbbildung und der Unwille zum Guten, bedingen die satanische Signatur misslungener Koranexegese. Was man dagegen tun kann? Wachsamkeit, Bildungsarbeit und Gebet.
Welche Rolle spielt die Koranexegese für das Leben der Moslems in Deutschland? Und: Giebt es eine besondere Tradition der Koranexegese in Deutschland? (Also: Sind deutsche Moslems besonders liberal etc.?)
Musliminnen und Muslime in Deutschland können gegenüber ihrer Religion vieles sein: konservativ und liberal, orthodox und reformiert, extrovertiert oder introvertiert, retrograd oder progressiv, interessiert und indifferent… Die Schablonen religionswissenschaftlicher Expertise früherer Epochen helfen hier aber nicht weiter, sondern eher die Instrumente sozial-empirischer Religionsforschung. Allerdings: Für die Musliminnen und Muslime in Deutschland spielt der verstehende Zugriff auf den Koran eine zunehmend wichtige Rolle, zumal wenn verstehendes mit erklärendem Wissen in Konkurrenz zueinander geraten. Den Koran weit gehend erklärend zu interpretieren gehört zum Mainstream islamischer Religionslehre, wie er durch die Prozesse der Migration nach Westeuropa gekommen ist. Aus diesem Blickwinkel heraus wird der Koran in jeder Hinsicht zur norma normans deduktiver Denkstrategien; Andersdenkende mit Lust am Explorativen, am Induktiven, an neuen Wegen sehen sich da schon aus prinzipiellen Vorbehalten schnell der Kritik ausgesetzt. Das Ringen um verstehendes Wissen zeichnet sich demgegenüber durch die größere Mobilität aus, muss aber, wie eingangs erwähnt, vorsichtig zwischen Beharren und Aufbruch lavieren. Der Lohn der Mühe ist die höhere Relevanz der Denkergebnisse und ihr besserer Austausch über die Grenzen hermetischer Denksysteme und kultureller Räume hinweg. Zum einen sehen sich Muslime wie Nicht-Muslime den selben drängenden Zukunftsfragen gegenüber, die nicht nach religiöser Konfession segregieren: Umweltgerechtigkeit, Wirtschaftsfragen, Fragen der sozialen Gerechtigkeit und des Friedens. Mit diesen Fragen wenden sich Muslime natürlich auch an den Koran – vielleicht sogar mehr Muslime an den Koran als vergleichsweise Christen an die Bibel. Zum anderen sind heranwachsende Muslime darauf angewiesen, sich von rigiden und religiös begründeten Einschränkungen zu befreien, wie sie in den sozialen Gruppen entstehen können, denen sie angehören. Mit dem islamischen Religionsunterricht als ordentliches Fach an der öffentlichen Schule beispielsweise werden auch hermeneutische Kompetenzen eingeübt, die dabei helfen sollen, sich selbstverantwortet zur Religion des Islams positionieren zu können. Hierüber kommt es immer wieder zum Disput zwischen grundsätzlichen Strömungen islamischer Theologie und Philosophie (vertiefend Behr 2009 a und b), bei dem es aber eigentlich nur darauf ankommt, miteinander im Gespräch zu bleiben und den Streit fruchtbar zu machen. Ja, Koranexegese als gehobene Streitkultur – das wäre ein interessanter „deutscher“ Weg.
Was können Christen und Muslime aus dem heiligen Buch der jeweils anderen Religion lernen?
Alles und nichts, je nachdem ob sie darauf einlassen, mit dem Herzen zu lesen (vgl. dazu im Koran 7:179, 22:46 und 33:4). Dann – Und nur dann! – können sie nämlich nicht nur lernen, den Anderen in seiner Eigenart anzunehmen und das Andere zu verstehen, sondern damit auch, sich selbst anzunehmen und zu verstehen – und zwar indem sie am Anderen auch das Eigene erschließen. Fremd- und Selbstverstehen gehen Hand in Hand. Wer den Koran dahingehend erliest, stellt fest, wie sehr dieser Aspekt bereits im Koran angelegt ist (vgl. 5:82ff.). Kein Wunder, denn der Islam tritt Christentum und Judentum als das jüngere Geschwisterkind gegenüber – auch wenn ihm bisweilen nicht wie einem Geschwisterkind, sondern wie einem ungeliebten Stiefkind geantwortet wird. Aber auch Muslime können hier viele Fehler machen – und sie machen sie ständig, beispielsweise indem sie meinen, als die besseren Christen auftreten zu müssen; ihnen scheint der Inklusivismus nicht auszutreiben zu sein. Auch hier muss weiter geübt werden – nicht an den Schriften vorbei, sondern mitten durch sie hindurch. Erst wer erfahren und verstanden hat, dass das Heilige Buch des Anderen auch ihm heilig ist, der überwindet das Gegeneinander und das Nebeneinander und erreicht das Miteinander und das Füreinander (vertiefend Behr 2009 c und d).
Literaturempfehlungen zur vertiefenden Lektüre
Bechmann, Ulrike: Bibel und Gewalt - Auf der Suche nach neuen Wegen im Umgang mit der Heiligen Schrift. In: Kügler, Joachim und Werner H. Ritter (Hg.): Auf Leben und Tod oder völlig egal. Kritisches und Nachdenkliches zur Bedeutung der Bibel. bayreuTer forum Transit 3. Lit: Münster 2005. Seiten 105-122.
Behr, Harry Harun: Was einen Moslem an der Bibel reizt. In: Kügler, Joachim und Werner H. Ritter (Hg.): Auf Leben und Tod oder völlig egal. Kritisches und Nachdenkliches zur Bedeutung der Bibel. bayreuTer forum Transit 3. Lit: Münster 2005. Seiten 149-164.
[Behr 2007 a] = Behr, Harry Harun: Grundriss islamisch Teologischen Denkens im Kontext der Bundesrepublik Deutschland. In: Zeitschrift für die Religionslehre des Islam (ZRLI), Heft 1 2007, Jg.1, Seiten 2 ff. Nürnberg 2007
[Behr 2007 b] = Behr, Harry Harun: Die Menschenwürde im islamischen Diskurs. In: Zeitschrift für die Religionslehre des Islam (ZRLI), Heft 2 2007, Jg.1. Nürnberg 2007. Seiten 2 ff.
Behr, Harry Harun: Die anderen fünf Säulen des Islams. Zu normativen Dimensionen des Islamischen Religionsunterrichts. Zeitschrift für die Religionslehre des Islam (ZRLI), Heft 4 2008, Jg. 2. Nürnberg 2008. Seiten 7 ff.
[Behr 2009 a] = Behr, Harry Harun: Ein Saphir mit Schliff. Zur Stellungnahme der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş e.V. (IGMG) gegen das Schulbuch Saphir. In: Zeitschrift für die Religionslehre des Islam (ZRLI), Heft 5 2009, Jg. 3. Nürnberg 2009. Seiten 2-25.
[Behr 2009 b] = Behr, Harry Harun: Ursprung und Wandel des Lehrerbildes im Islam mit besonderem Blick auf die deutsche Situation. In: Harry Harun Behr, Daniel Krochmalnik und Bernd Schröder (Hg.):Was ist ein guter Religionslehrer? Antworten von Juden, Christen und Moslemsn. Reihe Religionspädagogische Gespräche zwischen Juden, Christen und Moslemsn. Verlag Frank & Timme. Berlin 2009. Seiten 149-188.
[Behr 2009 c] = Behr, Harry Harun: „Nehmt mich ruhig ran!“. Bericht zu einem interreligiösen und fachdidaktischen Seminar an der Deutschen Evangelischen Oberschule in Giza/Kairo. In: Zeitschrift für die Religionslehre des Islam (ZRLI), Heft 6 2009, Jg. 3. Nürnberg 2009. Seiten 41-50.
[Behr 2009 d] = Behr, Harry Harun: Was Moslems und Nicht-Moslems über den Islam wissen sollten. Zur Reformulierung des Essenziellen am Beispiel des Temas ‚Gebet' im Islamischen Religionsunterricht. In: Zeitschrift Glaube und Lernen. Teologie interdisziplinär und praktisch. 24. Jahrgang, Heft 2/2009. Seiten 152-162.
Behr, Harry Harun; Moslem sein – eine Frage der Person. Gedanken zum Aspekt der Individualität im Islam In: Schneiders, Torsten Gerald (Hg.): Islamverherrlichung. Wenn die Kritik zum Tabu wird. VS Verlag: Wiesbaden 2010. Seiten 107-115.
Berner, Ulrich: Die Bibel in der mittelalterlichen Diskussion um Ketzer und Moslems. In: Kügler, Joachim und Werner H. Ritter (Hg.): Auf Leben und Tod oder völlig egal. Kritisches und Nachdenkliches zur Bedeutung der Bibel. bayreuTer forum Transit 3. Lit: Münster 2005. Seiten 11-24.
Derrida, Jacques: Die Schrift und die Differenz. Suhrkamp: Frankfurt a.M. 22003.
Kippenberg, Hans G.: Gewalt als Gottesdienst. Religionskriege im Zeitalter der Globalisierung. München 2008.
Der Koran
Übersetzung: Max Henning
Erste Sure. Die Öffnende.
Geoffenbart zu Mekka.
Im Namen Allahs,
des Erbarmers, des Barmherzigen.
Lob sei Allah, dem Weltenherrn,
dem Erbarmer, dem Barmherzigen,
dem König am Tag des Gerichts!
Dir dienen wir und zu dir rufen um Hilfe wir;
Leite uns den rechten Pfad,
den Pfad derer, denen du gnädig bist,
Nicht derer, denen du zürnst, und nicht der Irrenden.
Zweite Sure. Die Kuh.
Geoffenbart zu Medina.
Im Namen Allahs,
des Erbarmers, des Barmherzigen.
1. A. L. M. Dies Buch, daran ist kein Zweifel, ist eine Leitung für die Gottesfürchtigen,
2. Die da glauben an das Verborgene und das Gebet verrichten und von unsrer Gabe spenden:
3. Und die da glauben an das, was auf dich herabgesandt ward und herabgesandt ward vor dir, und fest aufs Jenseits vertrauen.
4. Diese folgen der Leitung ihres Herrn, und ihnen wird's wohlergehen.
5. Siehe, den Ungläubigen ist's gleich, ob du sie warnst oder nicht warnst, sie glauben nicht.
6. Versiegelt hat Allah ihre Herzen und Ohren, und über ihren Augen ist eine Hülle, und für sie ist schwere Strafe.
7. Etliche der Menschen sprechen wohl: „Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag“; doch sind sie keine Gläubigen.
8. Betrügen wollen sie Allah und die Gläubigen, und nur sich selber betrügen sie und wissen es nicht.
9. Ihre Herzen sind krank, und Allah mehrt ihre Krankheit, und für sie ist schwere Strafe für ihr Lügen.
10. Spricht man zu ihnen: „Stiftet nicht Verderben auf der Erde,“ so sprechen sie: „Wir sind ja die Rechtschaffenen.“
11. Ist's aber nicht, daß sie die Verderbenstifter sind? Doch wissen sie's nimmer.
12. Spricht man zu ihnen: „Glaubet, wie die Leute gläubig wurden,“ so sprechen sie: „Sollen wir glauben, wie die Thoren glaubten?“ Ist's aber nicht, daß sie die Thoren sind? Doch begreifen sie's nicht.
13. Wenn sie mit den Gläubigen zusammentreffen, so sprechen sie: „Wir glauben;“ sind sie jedoch allein mit ihren Satanen, so sprechen sie: „Siehe, wir stehen zu euch und treiben nur Spott.“
14. Allah wird sie verspotten und weiter in ihrer Rebellion verblendet irregehen lassen.
15. Sie sind's, die erkauft haben den Irrtum für die Leitung, doch brachte ihr Geschäft ihnen keinen Gewinn, und nimmer waren sie geleitet.
16. Sie gleichen dem, der ein Feuer anzündet; und so es alles ringsum erleuchtet, nimmt Allah ihr Licht von hinnen und läßt sie in Finsternissen, daß sie nicht sehen.
17. Taub, stumm und blind, so thun sie nicht Buße.
18. Oder gleich einer Wetterwolke vom Himmel, geschwängert von Finsternissen, Donner und Blitz … ihre Finger stecken sie in ihre Ohren vor den krachenden Schlägen in Todesgrausen, aber Allah umgiebt die Ungläubigen.
19. Der Blitz benimmt ihnen fast das Augenlicht; so oft er aufflammt, wandeln sie in ihm, erlischt er jedoch über ihnen, so stehen sie da; und so Allah wollte, raubte er ihnen Gehör und Gesicht, denn Allah hat Macht über alle Dinge. O ihr Menschen, dienet euerm Herrn, der euch und die Früheren erschaffen; vielleicht fürchtet ihr ihn.
20. Der euch die Erde zu einem Bett gemacht und den Himmel darüber erbaut, und vom Himmel Wasser herniedersandte und durch dieses Früchte hervorbrachte zu eurer Nahrung. Stellt ihm daher nicht Götter zur Seite, wo ihr's wisset.
21. Und so ihr in Zweifel seid über das, was wir auf unsern Diener herniedersandten, so bringt eine gleiche Sure hervor und rufet eure Götzen zu Zeugen, so ihr wahrhaft seid.
22. Wenn ihr's jedoch nicht thut – und ihr vermögt es nimmer, – so fürchtet das Feuer, dessen Speise Menschen und Steine sind, und das bereitet ward für die Ungläubigen.
23. Verheiße aber denen, die glauben und das Rechte thun, daß Gärten für sie bestimmt sind, durcheilt von Bächen; und so oft sie gespeist werden mit einer ihrer Früchte als Speise, sprechen sie: „Dies war unsre Speise zuvor;“ und ähnliche werden ihnen gegeben; und darinnen werden sie reine Gattinnen empfahen und sollen ewig darinnen verweilen.
24. Siehe, Allah schämt sich nicht ein Gleichnis mit einer Mücke zu machen oder mit etwas darüber; denn die Gläubigen wissen, daß es die Wahrheit von ihrem Herrn ist. Die Ungläubigen aber sprechen: „Was will Allah mit diesem Gleichnis?“ Viele führt er hierdurch irre, und viele leitet er recht; doch nur die Frevler führt er irre;
25. Die den Bund Allahs nach seiner Aufrichtung brechen und zerschneiden, was Allah geboten hat verbunden zu sein, und auf der Erde Verderben anstiften, sie werden die Verlorenen sein.
26. Wie glaubet ihr nicht an Allah, wo ihr tot waret und er euch lebendig machte? Alsdann wird er euch töten, alsdann wird er euch lebendig machen, alsdann kehrt ihr zu ihm zurück.
27. Er ist's, der für euch alles auf Erden erschuf; alsdann stieg er zum Himmel empor und bildete sie zu sieben Himmeln; und er hat Macht über alle Dinge.
28. Und als dein Herr zu den Engeln sprach: „Siehe ich will auf der Erde einen einsetzen an meiner statt,“ da sprachen sie: „Willst du auf ihr einen einsetzen, der auf ihr Verderben anstiftet und Blut vergießt? Und wir verkünden dein Lob und heiligen dich.“ Er sprach: „Siehe, ich weiß, was ihr nicht wisset.“
29. Und er lehrte Adam aller Dinge Namen; dann zeigte er sie den Engeln und sprach: „Verkündet mir die Namen dieser Dinge, so ihr wahrhaft seid.“
30. Sie sprachen: „Preis dir, wir haben nur Wissen von dem, was du uns lehrtest; siehe, du bist der Wissende, der Weise.“
31. Er sprach: „O Adam, verkünde ihnen ihre Namen.“ Und als er ihnen ihre Namen verkündet hatte, sprach er: „Sprach ich nicht zu euch: Ich weiß das Verborgene der Himmel und der Erde, und ich weiß, was ihr offenkund thut und was ihr verberget?“
32. Und als wir zu den Engeln sprachen: „Werfet euch nieder vor Adam,“ da warfen sie sich nieder bis auf Iblis, der sich in Hoffart weigerte und einer der Ungläubigen ward.
33. Und wir sprachen: „O Adam, bewohne du und dein Weib den Garten und esset von ihm in Hülle und Fülle, wo immer ihr wollt; aber nahet nicht jenem Baume, sonst seid ihr Ungerechte.“
34. Aber der Satan ließ sie aus ihm straucheln und vertrieb sie aus der Stätte, in der sie weilten. Und wir sprachen: „Hinfort mit euch! Der eine sei des andern Feind; und auf der Erde sei euch eine Wohnung und ein Nießbrauch für eine Zeit.“
35. Und es empfing Adam von seinem Herrn Worte, und er kehrte sich wieder zu ihm; denn siehe, er ist der Vergeber, der Barmherzige.
36. Wir sprachen: „Hinfort mit euch von dort allesamt! Und wenn zu euch von mir eine Leitung kommt, wer dann meiner Leitung folgt, über die soll keine Furcht kommen, und nicht sollen sie traurig sein.
37. Wer aber nicht glaubt und unsre Zeichen verleugnet, die sollen des Feuers Gefährten werden; in ihm sollen sie ewig verweilen!“
38. O ihr Kinder Israel, gedenket meiner Gnade, mit der ich euch begnadete, und haltet meinen Bund, so will auch ich den Bund mit euch halten; mich allein sollt ihr ehren, und glaubet an das, was ich herabsandte zur Bestätigung eurer Schrift, und seid nicht die ersten Ungläubigen und verkaufet nicht meine Zeichen für winzigen Preis; mich allein sollt ihr fürchten.
39. Und kleidet nicht die Wahrheit in die Lüge und verbergt nicht die Wahrheit wider euer Wissen.
40. Und verrichtet das Gebet und gebt Almosen und beugt euch mit den Beugenden.
41. Wollt ihr den Leuten Frömmigkeit gebieten und eurer Seelen vergessen, wo ihr doch die Schrift leset? Habt ihr denn keine Einsicht?
42. Und nehmt eure Zuflucht zur Geduld und zum Gebet; siehe, fürwahr, es ist ein schweres Ding, nur nicht für die Demütigen,
43. Die da glauben, daß sie ihrem Herrn begegnen werden, und daß sie zu ihm heimkehren.
44. O ihr Kinder Israel, gedenket meiner Gnade, mit der ich euch begnadete, und daß ich euch vor aller Welt bevorzugte.
45. Und fürchtet einen Tag, an dem eine Seele für eine andre nichts leisten kann, an dem von ihr keine Fürbitte angenommen und kein Lösegeld genommen wird, und ihnen nicht geholfen wird.
46. Und gedenket, als wir euch vom Volke Pharaos erretteten, das euch mit schlimmer Pein heimsuchte; sie erschlugen eure Knaben und ließen nur eure Mädchen am Leben; dies war eine große Prüfung von euerm Herrn.
47. Und als wir für euch das Meer teilten und euch erretteten und das Volk Pharaos vor euerm Angesicht ertränkten.
48. Und als wir mit Moses vierzig Nächte lang den Bund schlossen; alsdann, in seiner Abwesenheit, nahmt ihr euch das Kalb und sündigtet.
49. Alsdann vergaben wir euch nach diesem, auf daß ihr dankbar wäret.
50. Und als wir dem Moses die Schrift und die Unterscheidung gaben, auf daß ihr geleitet würdet.
51. Und als Moses zu seinem Volke sprach: „O mein Volk, ihr habt euch dadurch versündigt, daß ihr euch das Kalb nahmt. Kehret um zu euerm Schöpfer und schlagt (die Schuldigen unter) euch tot. Dies wird euch Gutes einbringen bei euerm Schöpfer.“ Und so kehrte er sich wieder zu euch, denn er ist der Vergeber, der Barmherzige.
52. Und als ihr spracht: „O Moses, nimmer glauben wir dir, bis wir nicht Allah deutlich schauen,“ da erfaßte euch das Wetter vor euern Augen.
53. Alsdann erweckten wir euch wieder nach euerm Tode, auf daß ihr dankbar wäret.
54. Und wir ließen die Wolken euch überschatten und sandten hernieder auf euch das Manna und die Wachteln: „Esset von dem Guten, das wir euch zur Speise gaben.“ Und nicht wider uns frevelten sie sondern wider sich selber.
55. Und als wir sprachen: „Betretet diese Stadt und esset von ihr in Hülle und Fülle wo immer ihr wollt, und tretet ein in das Tor unter Niederwerfung und sprechet: „Hittatun!“ wir wollen euch eure Sünden verzeihen und wollen das Heil der Frommen mehren:“
56. Da vertauschten die Ungerechten das Wort mit einem andern, das nicht zu ihnen gesprochen ward, und wir sandten auf die Ungerechten Zorn vom Himmel hernieder für ihren Frevel.
57. Und als Moses Wasser für sein Volk verlangte, sprachen wir: „Schlag mit deinem Stabe den Felsen.“ Und es entsprangen ihm zwölf Quellen, so daß alles Volk seine Tränke kannte. „Esset und trinket von Allahs Gabe und sündigt hinfort nicht auf Erden durch Verderbenstiften.“
58. Und als ihr spracht: „O Moses, nimmer halten wir's aus bei einerlei Speise. Bitte deinen Herrn für uns, daß er uns hervorbringe, was die Erde sprießen lässet an Gemüse und Gurken und Knoblauch und Linsen und Zwiebeln,“ sprach er: „Wollt ihr das Bessere mit dem Schlechteren eintauschen? Fort mit euch nach Ägypten, dort findet ihr das Verlangte!“ Und sie wurden mit Schimpf und Elend geschlagen und zogen sich Allahs Zorn zu, darum, daß sie Allahs Zeichen verleugneten und die Propheten ungerechterweise ermordeten; dies darum, daß sie rebellierten und Übertreter waren.
59. Siehe sie, die da glauben, und die Juden und die Nazarener und die Sabäer, – wer immer an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag und das Rechte thut, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und Furcht kommt nicht über sie, und nicht werden sie traurig sein.
60. Und als wir mit euch den Bund schlossen und über euch den Berg hoben, (da sprachen wir:) „Haltet, was wir euch gaben, mit Kräften und bedenket, was darinnen ist, auf daß ihr gottesfürchtig seid.“
61. Nach diesem aber kehrtet ihr euch ab, und ohne Allahs Huld und Barmherzigkeit gegen euch wäret ihr verloren gewesen. Ihr kennet doch diejenigen unter euch, die sich in betreff des Sabbats vergingen, zu denen wir sprachen: „Werdet ausgestoßene Affen!“
62. Und wir machten sie zu einem Exempel für Mit- und Nachwelt und zu einer Lehre für die Gottesfürchtigen.
63. Und als Moses zu seinem Volk sprach: „Siehe, Gott gebietet euch, eine Kuh zu opfern,“ sprachen sie: „Treibst du Spott mit uns?“ Er sprach: „Da sei Gott vor, daß ich einer der Thoren wäre.“ Sie sprachen: „Bitte deinen Herrn für uns, uns zu erklären, was es für eine Kuh sein soll.“ Er sprach: „Siehe, er spricht, es sei eine Kuh, weder alt noch ein Kalb; in mittlerem Alter zwischen beidem; und nun thut, was euch geboten ist.“
64. Sie sprachen: „Bitte deinen Herrn für uns, uns zu erklären, von welcher Farbe sie sein soll.“ Er sprach: „Siehe, er spricht, es sei eine gelbe Kuh von hochgelber Farbe, eine Lust den Beschauern.“
65. Sie sprachen: „Bitte deinen Herrn für uns, uns zu erklären, wie beschaffen sie sein soll; denn siehe, alle Kühe scheinen uns ähnlich, und siehe, so Allah will, sind wir geleitet.“
66. Er sprach: „Siehe, er spricht, es sei eine Kuh nicht gefügsam durch Pflügen der Erde und Bewässern des Ackers; sie sei gesund, und es sei kein Makel an ihr.“ Sie sprachen: „Nun kommst du mit der Wahrheit.“ Hierauf opferten sie die Kuh, doch fast hätten sie's nimmer gethan.
67. Und wenn ihr jemand ermordet und über den Mörder strittet, und Allah herausbringen wollte, was ihr verheimlichtet,
68. Dann sprachen wir: „Schlagt ihn mit einem Stück von ihr.“ So macht Allah die Toten lebendig und zeigt euch seine Zeichen, auf daß ihr verständig würdet.
69. Nach diesem aber verhärteten sich eure Herzen und wurden zu Stein und noch härter; und siehe, es giebt Steine, aus denen Bäche entströmen; andre spalten sich und es entströmt ihnen Wasser; andre wiederum fürwahr, welche aus Furcht vor Allah niederstürzten; und Allah ist nicht achtlos eures Thuns.
70. Wünscht ihr, daß sie euch Glauben schenken? Aber ein Teil von ihnen hat Allahs Wort vernommen und verstanden und hernach wissentlich verkehrt.
71. Wenn sie den Gläubigen begegnen, so sprechen sie: „Wir glauben;“ wenn sie jedoch allein untereinander sind, so sprechen sie: „Wollt ihr ihnen erzählen, was Allah euch offenbarte, auf daß sie mit euch darüber vor euerm Herrn streiten?“ Seht ihr das denn nicht ein?
72. Wissen sie nicht, daß Allah weiß, was sie verhehlen und was sie offenkund thun?
73. Unter ihnen giebt's auch Ungelehrte, welche die Schrift nicht kennen, sondern nur Phantasien, und nur Vermutungen haben. Aber wehe jenen, welche die Schrift mit ihren Händen schreiben und dann sprechen: „Dies ist von Allah,“ um sich dafür winzigen Preis zu erkaufen. Wehe ihnen um die Schrift ihrer Hände, und wehe ihnen um ihren Gewinn!
74. Und sie sprechen: „Das Feuer wird uns nur gezählte Tage berühren.“ Sprich: „Habt ihr mit Allah einen Bund (daraufhin) gemacht? Dann wird Allah nimmer seinen Bund brechen. Oder sprecht ihr von Allah, was ihr nicht wisset?
75. Nein, wer Übles erworben hat und wen seine Sünde umgiebt, jene werden des Feuers Gefährten sein und werden ewig darin verweilen.
76. Wer aber glaubt und das Rechte thut, die werden des Paradieses Gefährten sein und werden ewig darinnen verweilen.
77. Und als wir mit den Kindern Israel einen Bund schlossen, (sprachen wir:) „Dienet keinem denn Allah, Tut Gutes euern Eltern und Verwandten und Waisen und Armen und sprecht von den Leuten nur Gutes und verrichtet das Gebet und entrichtet das Almosen.“ Hernach kehrtet ihr euch bis auf wenige ab und wurdet abtrünnig.
78. Und als wir einen Bund mit euch schlossen, daß ihr nicht euer Blut vergösset und euch nicht aus euern Wohnungen vertriebet, da gelobtet ihr es, und ihr waret selber Zeugen.
79. Dann aber waret ihr diejenigen, die ihr euch erschluget, und ihr vertriebt einen Teil von euch aus seinen Wohnungen, indem ihr in Sünde und Feindschaft einander wider sie beistandet. Kommen sie aber als Gefangene zu euch, so löset ihr sie aus, wo es euch doch verwehrt war sie zu vertreiben. Glaubt ihr denn nur einen Teil der Schrift und verleugnet einen andern? Wer aber solches unter euch thut, den trifft kein andrer Lohn als Schande in diesem Leben, und am Tag der Auferstehung werden sie der schwersten Strafe überantwortet werden; denn Allah ist nicht achtlos eures Thuns.
80. Sie sind die, welche das irdische Leben für das Jenseits erkaufen; deshalb soll ihre Strafe ihnen nicht erleichtert werden, und sie sollen keine Hilfe finden.
81. Und dem Moses gaben wir die Schrift und ließen ihm Gesandte nachfolgen; und wir gaben Jesus, dem Sohn der Maria, die deutlichen Zeichen und stärkten ihn mit dem Heiligen Geist. So oft euch aber ein Gesandter brachte, was euch nicht gefiel, wurdet ihr da nicht hoffärtig und ziehet einen Teil der Lüge und erschlugt andere?
82. Und sie sprachen: „Unsre Herzen sind unbeschnitten.“ Nein; verflucht hat sie Allah wegen ihres Unglaubens, und so glaubten nur wenige.
83. Und als zu ihnen ein Buch von Allah kam ihre frühere Offenbarung zu bestätigen, – und zuvor hatten sie um Sieg über die Ungläubigen gefleht, – und als nun zu ihnen kam, was sie kannten, da verleugneten sie es. Drum Allahs Fluch auf die Ungläubigen!
84. Für einen schlechten Preis verkauften sie ihre Seelen, daß sie nicht glaubten an das, was Allah niedergesandt, aus Neid, daß Allah in seiner Huld, wem von seinen Dienern er will, offenbart. Zorn über Zorn haben sie sich zugezogen. Und die Ungläubigen trifft schändende Strafe.
85. Und als man zu ihnen sprach: „Glaubet an das, was Allah auf euch niedersandte,“ sprachen sie: „Wir glauben an das, was auf uns niedergesandt ward.“ Sie glauben aber nicht an das Spätere, wiewohl es die Wahrheit ist, bestätigend, was sie besitzen. Sprich: „Und weshalb erschlugt ihr Allahs Propheten zuvor, so ihr Gläubige seid?“
86. Und es kam auch Moses mit den deutlichen Zeichen zu euch. Dann aber nahmt ihr euch das Kalb in seiner Abwesenheit und sündigtet.
87. Und als wir den Bund mit euch schlossen und den Berg über euch hoben, (sprachen wir:) „Nehmet an, was wie euch brachten, mit Kräften und höret.“ Sie sprachen: „Wir hören und rebellieren.“ Und sie mußten um ihres Unglaubens willen das Kalb in ihre Herzen trinken. Sprich: „Schlimmes befahl euch euer Glaube, so ihr Gläubige seid.“
88. Sprich: „Wenn eure künftige Wohnung bei Allah für euch besonders ist und nicht für die andern Menschen, so wünschet euch den Tod, wenn ihr wahrhaft seid.“
89. Nimmer aber vermögen sie's zu wünschen wegen dessen, was ihre Hände vorausgesandt. Und Allah kennt die Frevler.
90. Und fürwahr du findest, daß sie noch gieriger am Leben hängen als die Götzendiener. Der eine von ihnen wünscht tausend Jahre zu leben; aber nicht brächte er sich fern von der Strafe, auch wenn er am Leben bliebe. Und Allah schaut ihr Thun.
91. Sprich: „Wer Gabriels Feind ist,“ denn er ist's, der deinem Herzen mit Allahs Erlaubnis (den Koran) offenbarte, als eine Bestätigung des Früheren und eine Leitung und eine Heilsbotschaft für die Gläubigen:
92. Wer ein Feind ist Allahs und seiner Engel und seiner Gesandten und Gabriels und Michaels, - (den trifft Allahs Zorn) denn siehe, Allah ist ein Feind der Ungläubigen.
93. Und auch zu dir sandten wir deutliche Zeichen hernieder, und nur die Frevler glauben sie nicht.
94. So oft sie einen Bund (mit dir) eingehen, will ihn ein Teil von ihnen verwerfen? Ja, die meisten von ihnen glauben nicht.
95. Und als zu ihnen ein Gesandter von Allah kam, ihre Offenbarung bestätigend, da warf ein Teil jener, denen die Schrift gegeben war, Allahs Buch hinter ihren Rücken, als ob sie es nicht kenneten.
96. Und sie folgten dem, was die Satane wider Salomos Reich lehrten; nicht daß Salomo ungläubig war, vielmehr waren die Satane ungläubig, indem sie die Leute Zauberei lehrten und was den beiden Engeln in Babel, dem Harut und Marut, offenbart war. Doch lehrten sie keinen, bevor sie nicht sprachen: „Wir sind nur eine Verführung; sei daher kein Ungläubiger.“ Von ihnen lernte man, womit man Zwietracht zwischen Mann und Weib stiftet; doch konnten sie niemand ohne Allahs Erlaubnis damit Schaden thun. Und sie lernten, was ihnen schadete und nichts nützte; und sie wußten wohl, daß, wer solches erkaufte, keinen Teil hätte am Jenseits. Und fürwahr, um Schlimmes verkauften sie ihre Seelen. O daß sie es wüßten!
97. Hätten sie aber geglaubt und wären gottesfürchtig gewesen, so hätten sie bessern Lohn von Allah erhalten. Hätten sie das doch gewußt!
98. O ihr, die ihr glaubt, sprechet nicht: „Raina“, sondern sprechet: „Unsurna“, und gehorchet; denn den Ungläubigen wird schmerzliche Strafe zu teil.
99. Die Ungläubigen unter dem Volk der Schrift und den Götzendienern wünschen nicht, daß irgend etwas Gutes von euerm Herrn auf euch herabgesandt wird. Allah aber erwählt für seine Barmherzigkeit wen er will, denn Allah ist voll großer Huld.
100. Was wir auch an Versen aufheben oder in Vergessenheit bringen, wir bringen bessere oder gleiche dafür. Weißt du nicht, daß Allah über alle Dinge Macht hat?
101. Weißt du nicht, daß Allahs ist die Herrschaft der Himmel und der Erde, und daß ihr außer Allah keinen Schützer noch Helfer habt?
102. Oder wollt ihr euern Gesandten fragen wie Moses zuvor gefragt ward? Wer aber den Glauben mit dem Unglauben vertauscht hat, der ist schon abgeirrt vom ebenen Weg.
103. Viele vom Volke der Schrift möchten euch, nachdem ihr gläubig geworden, wieder ungläubig machen, aus dem Neid ihrer Seelen, nachdem ihnen die Wahrheit deutlich kund gethan ward. Vergebt ihnen und meidet sie, bis Allah mit seinem Befehl kommt. Siehe, Allah hat Macht über alle Dinge.
104. Und verrichtet das Gebet und zahlt die Armenspende; und was ihr Gutes für eure Seelen voraussendet, das werdet ihr finden bei Allah. Siehe, Allah schaut euer Thun.
105. Und sie sprechen: „Nimmer geht ein ins Paradies ein andrer denn Juden oder Nazarener.“ Solches sind ihre Wünsche. Sprich: „Bringt her euern Beweis, so ihr wahrhaft seid.“
106. Nein; wer sein Angesicht Allah hingiebt und Gutes thut, der hat seinen Lohn bei seinem Herrn, und keine Furcht kommt über sie, und nicht werden sie traurig sein.
107. Und es sprechen die Juden: „Die Nazarener (fußen) auf nichts;“ und es sprechen die Nazarener: „Die Juden (fußen) auf nichts.“ Und doch lesen sie die Schrift. Ebenso sprechen gleich ihren Worten die, so da keine Kenntnis haben. Allah aber wird richten unter ihnen am Tag der Auferstehung über das, worin sie uneins sind.
108. Und wer ist sündiger als wer verhindert, daß in Allahs Moscheen sein Name genannt wird, und sich beeifert sie zu zerstören? Jene können sie nicht anders als in Furcht betreten. Hinieden trifft sie Schande und im Jenseits schmerzliche Strafe.
109. Und Allahs ist der Westen und der Osten, und wohin ihr euch daher wendet, dort ist Allahs Angesicht. Siehe Allah ist weit (und breit) und wissend.
110. Und sie sprechen: „Allah hat einen Sohn erzeugt.“ Preis Ihm! Nein; was in den Himmeln und auf Erden, alles gehorcht ihm.
111. Der Schöpfer der Himmel und der Erde, und so er ein Ding beschließt, spricht er nur zu ihm „Sei!“ und es ist.
112. Und es sprechen die, welche kein Wissen haben: „Wenn doch Allah zu uns spräche oder du uns ein Zeichen brächtest!“ So sprachen auch gleich ihren Worten die Früheren; ihre Herzen sind einander ähnlich; schon zeigten wir deutlich die Zeichen für Leute von Glauben.
113. Siehe, wir entsandten dich mit der Wahrheit als einen Freudenboten und einen Warner; und nicht wirst du nach den Bewohnern des Höllenpfuhls befragt werden.
114. Nicht werden die Juden und die Nazarener mit dir zufrieden sein, es sei denn, du folgtest ihrer Religion. Sprich: „Siehe, Allahs Leitung, das ist die Leitung. Und fürwahr, folgtest du nach dem, was dir von der Kenntnis zuteil ward, ihren Gelüsten, so würdest du bei Allah keinen Schützer noch Helfer finden.
115. Die, denen wir die Schrift gaben und die sie richtig lesen, die glauben an sie; wer aber nicht an sie glaubt, das sind die Verlorenen.
116. O ihr Kinder Israel, gedenket meiner Gnade, mit der ich euch begnadete, und daß ich euch vorzog vor aller Welt.
117. Und fürchtet einen Tag, an dem eine Seele für die andre nichts leisten kann, an dem kein Lösegeld von ihr angenommen wird, an dem ihr keine Fürbitte frommt, und an dem sie keine Hilfe finden. –
118. Und als Abraham von seinem Herrn durch Gebote, die er erfüllte, geprüft ward, sprach er: „Siehe, ich mache dich zu einem Imam für die Menschen.“ Er sprach: „Und von meiner Nachkommenschaft?“ Er sprach: „Meinen Bund erlangen nicht die Ungerechten.“
119. Und als wir das Haus zu einem Versammlungsort für die Menschen und einem Asyl machten und (sprachen:) „Nehmt Abrahams Stätte als Bethaus an,“ und wir Abraham und Ismael verpflichteten: „Reinigt mein Haus für die es Umwandelnden und darin Verweilenden und die sich Beugenden und Niederwerfenden!“
120. Und als Abraham sprach: „Mein Herr, mache dieses Land sicher und versorge sein Volk mit Früchten, wer da glaubet von ihnen an Allah und an den Jüngsten Tag,“ sprach Er: „Und wer nicht glaubt, dem will ich wenig geben; alsdann will ich ihn stoßen in die Feuerspein; und schlimm ist die Fahrt (dorthin).“
121. Und als Abraham und Ismael die Fundamente des Hauses legten, (sprachen sie:) „O unser Herr, nimm es an von uns; siehe, du bist der Hörende, der Wissende.
122. O unser Herr, und mache uns dir zu Moslems und von unsrer Nachkommenschaft eine Gemeinde von Moslems. Und zeige uns unsre Riten und kehre dich zu uns, denn siehe, du bist der Vergebende, der Barmherzige.
123. O unser Herr, und erwecke unter ihnen einen Gesandten, der ihnen deine Zeichen verkündet und sie lehret die Schrift und die Weisheit und sie reiniget; siehe, du bist der Mächtige, der Weise.“
124. Und wer, außer dem, dessen Seele thöricht ist, verschmähte die Religion Abrahams? Fürwahr, wir erwählten ihn hinieden, und siehe, wahrlich im Jenseits gehört er zu den Rechtschaffenen.
125. Als sein Herr zu ihm sprach: „Werde Moslem,“ sprach er: „Ich ergebe mich völlig dem Herrn der Welten.“
126. Und Abraham legte es seinen Kindern ans Herz, und Jakob (sprach:) „O meine Kinder, siehe, Allah hat euch den Glauben erwählt; so sterbet nicht, ohne Moslems geworden zu sein.“
127. Oder waret ihr Augenzeugen, als der Tod Jakob nahte? Da er sprach zu seinen Söhnen: „Was werdet ihr nach mir anbeten?“ Sie sprachen: „Anbeten werden wir deinen Gott und den Gott deiner Väter Abraham und Ismael und Isaak, einen einigen Gott, und ihm sind wir völlig ergeben.“
128. Jenes Volk ist nun dahingefahren; ihm ward nach seinem Verdienst, und euch wird nach euerm Verdienst. Und nicht werdet ihr nach ihrem Thun befragt werden.
129. Und sie sprechen: „Werdet Juden oder Nazarener, auf daß ihr geleitet seid.“ Sprich: „Nein; die Religion Abrahams, der den rechten Glauben bekannte und kein Götzendiener war, (ist unsre Religion.“)
130. Sprecht: „Wir glauben an Allah und was er zu uns niedersandte, und was er niedersandte zu Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und den Stämmen, und was gegeben ward Moses und Jesus, und was gegeben ward den Propheten von ihrem Herrn. Keinen Unterschied machen wir zwischen einem von ihnen; und wahrlich wir sind Moslems.“
131. Glauben sie demnach, was ihr glaubt, so sind sie geleitet; wenden sie sich jedoch ab, dann sind sie Abtrünnige, und Allah wird dir wider sie genügen, denn er ist der Hörende, der Wissende.
132. Die Taufe Allahs (haben wir), und was ist besser als Allahs Taufe? Und wahrlich ihm dienen wir.
133. Sprich: „Wollt ihr mit uns rechten über Allah, wo er unser Herr und euer Herr ist? Wir haben unsre Werke, und ihr habt eure Werke, und wir sind aufrichtig zu ihm.
134. Oder wollt ihr sprechen: „Siehe, Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und die Stämme waren Juden oder Nazarener?“ Sprich: „Wißt ihr es besser oder Allah? Und wer ist sündiger als wer ein Zeugnis verbirgt, das er von Allah hat? Aber Allah ist nicht achtlos eures Thuns.“
135. Jenes Volk ist nun von hinnen gefahren. Ihm ward nach Verdienst, und euch wird nach Verdienst; und nicht werdet ihr befragt werden nach ihrem Thun.
136. Sprechen werden die Toren unter dem Volk: „Was wendet er sie ab von ihrer Kibla, die sie früher hatten?“ Sprich: „Allahs ist der Westen und der Osten; er leitet, wen er will, auf den rechten Pfad.“
137. Und so machten wir euch zu einem Volk in der Mitte, auf daß ihr Zeugen seid in betreff der Menschen; und der Gesandte wird in betreff eurer Zeuge sein.
138. Und wir setzten die Kibla ein, die du früher hattest, allein um zu wissen, wer dem Gesandten folgte, und wer sich auf seiner Ferse umkehrt. Wahrlich ein schweres Ding ist's, doch nicht für die, welche Allah geleitet hat. Und nicht läßt Allah euern Glauben verlorengehen. Siehe, Allah ist wahrlich gütig und barmherzig gegen die Menschen.
139. Wir sahen dich dein Antlitz in den Himmel kehren, aber wir wollen dich zu einer Kibla wenden, die dir gefallen soll. Wende dein Angesicht nach der Richtung der heiligen Moschee, und wo immer ihr seid, wendet eure Angesichter nach der Richtung zu ihr; und siehe jene, denen das Buch gegeben ward, wissen wahrlich daß dies die Wahrheit von ihrem Herrn ist. Und Allah ist nicht achtlos ihres Thuns.
140. Brächtest du denen, welchen die Schrift gegeben ward, jegliches Zeichen, so würden sie doch deiner Kibla nicht folgen; und auch du sollst ihrer Kibla nicht folgen; die einen von ihnen folgen nicht der Kibla der andern. Und wahrlich folgtest du ihren Gelüsten nach dem, was dir von der Kenntnis zuteil ward, siehe, wahrlich dann wärest du einer der Ungerechten.
141. Sie, denen wir die Schrift gaben, kennen ihn, wie sie ihre Kinder kennen; und siehe wahrlich ein Teil von ihnen verbirgt die Wahrheit, wiewohl sie sie kennen.
142. Die Wahrheit ist von deinem Herrn, sei daher keiner der Zweifler.
143. Und jeder hat eine Richtung, nach der er sich kehrt; wetteifert daher nach dem Guten; wo immer ihr seid, Allah wird euch zusammenbringen; siehe, Allah hat Macht über alle Dinge.
144. Von wannen du immer herauskommst, kehre dein Angesicht in der Richtung der heiligen Moschee; denn siehe, wahrlich es ist die Wahrheit von deinem Herrn, und Allah ist nicht achtlos eures Thuns.
145. Von wannen du immer herauskommst, kehre dein Antlitz in der Richtung der heiligen Moschee, und wo ihr immer seid, kehret euer Angesicht in der Richtung zu ihr, damit die Leute keinen Streitgrund wider euch haben, außer wider die Ungerechten unter ihnen. Fürchtet sie nicht sondern fürchtet mich; und ich will meine Gnade gegen euch vollenden, und vielleicht werdet ihr geleitet.
146. Demgemäß entsandten wir zu euch einen Gesandten aus euch, euch unsre Zeichen zu verlesen und euch zu reinigen und euch das Buch und die Weisheit zu lehren, und euch zu lehren, was ihr nicht wußtet.
147. Drum gedenket mein, daß ich eurer gedenke, und danket mir und seid nicht undankbar gegen mich.
148. O ihr, die ihr glaubt, suchet Hilfe in Standhaftigkeit und Gebet; siehe Allah ist mit den Standhaften.
149. Und sprechet nicht von denen, die erschlagen wurden in Allahs Pfad: „Sie sind tot.“ Nein, (sprechet:) „Sie sind lebendig.“ Doch ihr versteht es nicht.
150. Und wahrlich prüfen werden wir euch mit Furcht und Hunger und Verlust an Gut und Seelen und Früchten; aber Heil verkünde den Standhaften:
151. Ihnen, die da, so ein Unheil sie trifft, sprechen: „Siehe wir sind Allahs, und siehe zu ihm kehren wir heim.“
152. Sie, – Segnungen über sie von ihrem Herrn und Barmherzigkeit! Und sie, sie sind die Geleiteten.
153. Siehe, Safa und Merwah sind auch Heiligtümer Allahs; drum, wer immer nach dem Hause (Allahs) pilgert oder in ihm einkehrt, der begeht keine Sünde, wenn er beide umwandelt. Wer aber aus freien Stücken Gutes thut, siehe so ist Allah dankbar und wissend.
154. Siehe sie, die etwas verbergen von dem, was wir herabsandten an deutlichen Zeichen und Leitung, nach dem, was wir deutlich kund thaten den Menschen in der Schrift, verfluchen wird sie Allah, und verfluchen werden sie die Fluchenden:
155. Außer denen, die da umkehren und sich bessern und deutlich (die Zeichen) kundtun; zu ihnen kehre ich mich um, denn ich bin der Vergebende, der Barmherzige.
156. Siehe, wer ungläubig ist und als Ungläubiger stirbt, sie, über sie der Fluch Allahs und der Engel und der Menschen insgesamt!
157. Ewig verweilen sie in ihm; nicht wird ihnen erleichtert die Strafe und nicht werden sie angeschaut.
158. Und euer Gott ist ein einiger Gott; es giebt keinen Gott außer ihm, dem Erbarmer, dem Barmherzigen.
159. Siehe, in der Schöpfung der Himmel und der Erde, und in dem Wechsel der Nacht und des Tages, und in den Schiffen, welche das Meer durcheilen mit dem, was den Menschen nützt, und was Allah vom Himmel niedersendet an Wasser, womit er die Erde belebt nach ihrem Tode, und was er auf ihr ausbreitete an allerlei Getier, und in dem Wechsel der Winde und der Wolken, die fronen müssen dem Himmel und der Erde, wahrlich darinnen sind Zeichen für ein Volk von Verstand!
160. Und doch giebt es Leute, die neben Allah Götzen setzen und sie lieben wie man Allah lieben soll. Aber die Gläubigen sind stärker in der Liebe zu Allah; obgleich die Frevler sehen werden, wenn sie die Strafe sehen, daß die Stärke Allahs ist allzumal, und daß Allah streng im Strafen ist:
161. Wenn sich einst die Anführer von den Verführten lossagen, nachdem sie die Strafe sahen, und die Stricke zwischen ihnen zerschnitten sind:
162. Und die Verführten sprechen: „O wäre uns doch eine Rückkehr, dann würden wir uns von ihnen lossagen, wie sie sich von uns lossagten!“ Also wird Allah ihnen ihre Werke zeigen. Seufzen wird über sie kommen, und nicht entrinnen sie dem Feuer.
163. O ihr Menschen, esset von dem, was auf Erden erlaubt und gut ist, und folget nicht den Fußstapfen des Satans; siehe, er ist euch ein offenkundiger Feind.
164. Er heißt euch nur Übles und Schändliches, und daß ihr gegen Allah sprechet, was ihr nicht wisset.
165. Und wenn man zu ihnen spricht: „Befolget, was Allah herabgesandt hat,“ sprechen sie: „Nein, wir befolgen, was wir an unsren Vätern erschauten.“ Wie? Obgleich ihre Väter nichts wußten und nicht geleitet waren?
166. Die Ungläubigen gleichen dem, der da anruft, was nichts hört als einen Ruf oder eine Stimme. Taub, stumm, blind, so haben sie keinen Verstand.
167. O ihr, die ihr glaubt, esset von den guten Dingen, mit denen wir euch versorgten, und danket Allah, so ihr ihm dienet.
168. Verwehrt hat er euch nur Krepiertes und Blut und Schweinefleisch und das, über dem ein andrer als Allah angerufen ward. Wer aber dazu gezwungen wird, ohne Verlangen danach und ohne sich zu vergehen, auf dem sei keine Sünde; siehe Allah ist verzeihend und barmherzig.
169. Siehe die, welche die Schrift verbergen, die Allah herabgesandt hat, und sie für einen winzigen Preis verkaufen, die werden nichts anders in ihre Bäuche fressen als das Feuer, und Allah wird nicht sprechen zu ihnen am Tag der Auferstehung und wird sie nicht für rein erklären; und für sie ist schmerzliche Strafe.
170. Sie sind's, welche die Leitung für den Irrtum verkauften und die Verzeihung für die Strafe. Drum, wie werden sie leiden im Feuer!
171. Dies, dieweil Allah herniedersandte das Buch mit der Wahrheit; und siehe, wer uneins ist über das Buch, wahrlich die sind in großer Abtrünnigkeit.
172. Nicht besteht die Frömmigkeit darin, daß ihr eure Angesichter gen Westen oder Osten kehret; vielmehr ist fromm, wer da glaubt an Allah und den Jüngsten Tag und die Engel und die Schrift und die Propheten, und wer sein Geld aus Liebe zu Ihm ausgiebt für seine Angehörigen, und die Waisen und die Armen und den Sohn des Weges und die Bettler und die Gefangenen; und wer das Gebet verrichtet und die Armensteuer zahlt; und die, welche ihre Verpflichtungen halten, wenn sie sich verpflichtet haben, und standhaft sind in Unglück, Not und Drangsalszeit; sie sind's, die da lauter sind, und sie, sie sind die Gottesfürchtigen.
173. O ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch die Wiedervergeltung im Mord: Der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven, und das Weib für das Weib! Der aber, dem von seinem Bruder etwas verziehen wird, bei dem lasse man Güte walten; doch Entschädigung sei ihm reichlich.
174. Dies ist eine Erleichterung von euerm Herrn und eine Barmherzigkeit. Und wer sich nach diesem vergeht, den treffe schmerzliche Strafe.
175. Und in der Wiedervergeltung liegt Leben für euch, o ihr Leute von Verstand; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.
176. Vorgeschrieben ist euch, wenn einem von euch der Tod naht und er Gut hinterläßt, für die Eltern und die Verwandten in Billigkeit zu verfügen; eine Pflicht für die Gottesfürchtigen!
177. Und wer die Verfügung ändert, nachdem er sie hörte, dann trifft die Schuld die, welche sie ändern. Siehe, Allah ist hörend und wissend.
178. Wer aber vom Erblasser eine Unbill oder Sünde befürchtet und zwischen ihnen Frieden stiftet, der begeht keine Sünde; siehe Allah ist verzeihend und barmherzig.
179. O ihr, die ihr glaubt, vorgeschrieben ist euch das Fasten, wie es den Früheren vorgeschrieben ward; vielleicht werdet ihr gottesfürchtig.
180. Gezählte Tage! Wenn aber einer unter euch krank ist oder auf Reisen, (der faste die gleiche) Anzahl von andern Tagen; und sie, die es vermöchten (und nicht fasten), sollen zur Sühne einen Armen speisen. Und wer aus freien Stücken Gutes thut, dem soll Gutes werden; und daß ihr fastet, ist euch gut, wenn ihr es begreift.
181. Der Monat Ramadan, in welchem der Koran herabgesandt wurde als eine Leitung für die Menschen und als Zeugnis der Leitung und Unterscheidung, – wer von euch den Mond sieht, der beginne das Fasten in ihm. Wer jedoch krank ist oder auf einer Reise, der (faste) eine (gleiche) Anzahl andrer Tage. Allah wünscht es euch leicht und nicht schwer zu machen, und daß ihr die Zahl (der Tage) erfüllt und Allah dafür, daß er euch leitet, preist; und vielleicht seid ihr dankbar.
182. Und wenn dich meine Diener nach mir fragen, siehe so bin ich nahe; ich will antworten dem Ruf des Rufenden, so er mich ruft; doch sollen sie auch auf mich hören und sollen an mich glauben; vielleicht wandeln sie recht.
183. Erlaubt ist euch zur Nacht des Fastens eure Weiber heimzusuchen. Sie sind euch ein Kleid, und ihr seid ihnen ein Kleid. Allah weiß, daß ihr euch selbst betrogt; doch kehrt er sich zu euch und vergiebt euch. Und jetzt ruhet bei ihnen und trachtet nach dem, was Allah euch vorschrieb. Und esset und trinket, bis ihr einen weißen Faden von einem schwarzen Faden in der Morgenröte unterscheidet. Alsdann haltet streng das Fasten bis zur Nacht und ruhet nicht bei ihnen, sondern verweilet in den Moscheen. Dies sind die Schranken Allahs; kommt ihnen nicht zu nahe. Also deutet Allah seine Zeichen den Menschen; vielleicht werden sie gottesfürchtig.
184. Und fresset nicht euer Gut unter euch unnütz und bestechet nicht damit die Richter, auf daß ihr einen Teil des Gutes der Leute sündhaft fresset, wiewohl ihr es wisset.
185. Sie werden dich nach den Neumonden befragen. Sprich: „Sie sind Zeitbestimmungen für die Menschen und die Pilgerfahrt. Und Frömmigkeit ist's nicht, daß ihr von hinten in eure Häuser geht, sondern Frömmigkeit besteht in Gottesfurcht. Drum betretet eure Häuser durch die Türen und fürchtet Allah; vielleicht ergeht es euch wohl.
186. Und bekämpft in Allahs Pfad, wer euch bekämpft; doch übertretet nicht; siehe Allah liebt nicht die Übertreter.
187. Und erschlagt sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wannen sie euch vertrieben; denn Verführung ist schlimmer als Totschlag. Bekämpft sie jedoch nicht bei der heiligen Moschee, es sei denn sie bekämpften euch in ihr. Greifen sie euch jedoch an, dann schlagt sie tot. Also ist der Lohn der Ungläubigen.
188. So sie jedoch ablassen, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig.
189. Und bekämpfet sie, bis die Verführung aufgehört hat, und der Glauben an Allah da ist. Und so sie ablassen, so sei keine Feindschaft, außer wider die Ungerechten.
190. Der heilige Monat – für den heiligen Monat und (für) die heiligen Stätten Vergeltung! Wenn sich einer wider euch erhebt, erhebet euch wider ihn, so wie er sich wider euch erhob, und fürchtet Allah und wisset, daß Allah mit den Gottesfürchtigen ist.
191. Und spendet in Allahs Weg und stürzt euch nicht mit eigner Hand ins Verderben; und thut Gutes, denn siehe, Allah liebt die Gutes Thuenden.
192. Und vollziehet die Pilgerfahrt und den Besuch um Allahs willen; und so ihr behindert seid, dann bringt ein kleines Opfer dar. Und schert eure Häupter nicht eher, als bis das Opfer seine Opferstätte erreicht hat. Und wer von euch krank ist oder einen Schaden am Haupt hat, der leiste Ersatz dafür mit Fasten, einem Almosen oder einem Opfer. Und so ihr in Sicherheit seid – wer dann Vergnügen findet am Besuch (erst) an der Pilgerfahrt, bringe ein kleines Opfer dar. Wer aber nichts findet, der faste drei Tage während der Pilgerfahrt und sieben, wenn ihr zurückkehrt; das sind zehn im ganzen. Solches thue auch der, dessen Familie nicht die heilige Moschee aufsuchte. Und fürchtet Allah und wisset, daß Allah streng straft.
193. Die (Zeit der) Pilgerfahrt (sind) die bekannten Monate. Wer sich in ihnen der Pilgerfahrt unterzieht, der enthalte sich des Beischlafs und des Unrechts und des Streites auf der Pilgerfahrt. Und was ihr Gutes thut, Allah weiß es. Und versorgt euch mit Zehrung; aber die beste Zehrung ist die Gottesfurcht. Und fürchtet mich, ihr Verständigen.
194. Es ist keine Sünde, daß ihr Gewinn von euerm Herrn begehrt. Und wenn ihr herabeilt vom Arafat, so gedenket Allahs an dem heiligen Ort, und gedenket sein, wie er euch geleitet hat, wiewohl ihr zuvor Verirrte waret.
195. Alsdann hastet weiter, von wannen die Leute hasten, und bittet Allah um Nachsicht; siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.
196. Und wenn ihr eure Riten beendet habt, dann gedenket Allahs wie ihr eurer Väter gedenket oder mit noch innigerem Gedenken. Unter den Leuten sprechen wohl einige: „Unser Herr, gieb uns hienieden!“ Aber solcher soll am Jenseits keinen Teil haben.
197. Andre unter ihnen sprechen: „Unser Herr, gieb uns hienieden Gutes und im Jenseits Gutes und hüte uns vor der Strafe des Feuers.“
198. Jene sollen ihren Teil haben nach Verdienst, und Allah ist schnell im Rechnen.
199. Und gedenket Allahs in (den) bestimmten Tagen. Und wer sich (damit) in zwei Tagen beeilt, der begeht keine Sünde, und wer länger verweilt, auch der begeht keine Sünde, wenn er gottesfürchtig ist. Und fürchtet Allah und wisset, daß ihr zu ihm versammelt werdet.
200. Unter den Leuten ist einer, dessen Rede über das irdische Leben dich wundernimmt, und er nimmt Allah zum Zeugen für das, was in seinem Herzen ist, wiewohl er der streitsüchtigste im Disput ist.
201. Und wenn er den Rücken kehrt dann beeifert er sich, im Lande Unheil zu stiften und Acker und Saat zu verwüsten; Allah aber liebt nicht das Verderben.
202. Spricht man zu ihm: „Fürchte Allah,“ so ergreift ihn sündiger Stolz. Drum ist sein Lohn Dschehannam, und wahrlich schlimm ist der Pfühl!
203. Und unter den Leuten ist auch einer, der seine Seele verkauft im Trachten nach Allahs Wohlgefallen; und Allah ist gütig gegen seine Diener.
204. O ihr, die ihr glaubt, tretet ein in das Heil insgesamt und folget nicht den Fußstapfen des Satans; siehe, er ist euch ein offenkundiger Feind.
205. Und so ihr strauchelt, nachdem die deutlichen Zeichen zu euch gekommen sind, so wisset, daß Allah mächtig und weise ist.
206. Erwarten sie (etwas andres,) als daß Allah zu ihnen kommt in den Schatten der Wolken und Engel? Und der Befehl ist vollzogen, und zu Allah kehren die Dinge zurück.
207. Frage die Kinder Israel, wie viele deutliche Zeichen wir ihnen gaben. Wer aber die Gnade Allahs vertauscht, nachdem sie zu ihm gekommen – dann, siehe, ist Allah streng im Strafen.
208. Ausgeputzt ist den Ungläubigen das irdische Leben, und sie verspotten die Gläubigen; aber die Gottesfürchtigen werden über ihnen sein am Tag der Auferstehung; und Allah wird versorgen, wen er will, ohne Maß.
209. Die Menschen waren eine Gemeinde; und dann entsandte Allah Propheten als Freudenboten und Mahner und sandte mit ihnen die Schrift mit der Wahrheit hinab, damit sie unter den Menschen richtete in dem, worin sie uneins waren. Uneins aber waren nur jene, denen sie gegeben ward, nachdem ihnen die deutlichen Beweise geworden, aus Neid aufeinander. Und so leitete Allah die Gläubigen zu der Wahrheit, über die sie mit seiner Erlaubnis uneins gewesen waren; denn Allah leitet, wen er will, auf einen rechten Pfad.
210. Oder wähnt ihr einzutreten in das Paradies, ohne daß zu euch das gleiche kam wie zu den Früheren? Es traf sie Unglück und Drangsal, und sie wurden so hin und her geschüttelt, daß der Gesandte und seine Gläubigen sprachen: „Wann kommt Allahs Hilfe?“ Ist aber nicht Allahs Hilfe nahe?
211. Sie werden dich befragen, was sie ausgeben sollen (als Almosen). Sprich: „Was ihr ausgebt an Gutem, das sei für die Eltern und die Verwandten und die Waisen und Armen und den Sohn des Weges; und was ihr thut an Gutem, siehe, Allah weiß es.“
212. Vorgeschrieben ist euch der Kampf, doch ist er euch ein Abscheu.
213. Aber vielleicht verabscheut ihr ein Ding, das gut für euch ist, und vielleicht liebt ihr ein Ding, das schlecht für euch ist; und Allah weiß, ihr aber wisset nicht.
214. Sie werden dich befragen nach dem Kampf im heiligen Monat. Sprich: „Kämpfen in ihm ist schlimm; aber Abwendigmachen von Allahs Weg, und Ihn und die heilige Moschee verleugnen und sein Volk daraus vertreiben, ist schlimmer bei Allah; und Verführung ist schlimmer als Totschlag. Und sie werden nicht eher aufhören, euch zu bekämpfen, als bis sie euch von euerm Glauben abtrünnig machten, so sie dies vermögen. Wer sich aber von euch von seinem Glauben abtrünnig machen läßt und als Ungläubiger stirbt, deren Werke sind vergeblich hienieden und im Jenseits, und des Feuers Gefährten sind sie und verweilen ewig darinnen.
215. Siehe sie, die da glauben und auswandern und streiten in Allahs Weg, sie mögen hoffen auf Allahs Barmherzigkeit, denn Allah ist verzeihend und barmherzig.
216. Sie werden dich befragen nach dem Wein und dem Spiel. Sprich: „In beiden liegt große Sünde und Nutzen für die Menschen. Die Sünde in ihnen ist jedoch größer als ihr Nutzen.“ Und sie werden dich befragen, was sie ausgeben sollen (als Almosen).
217. Sprich: „Den Überfluß.“ So macht euch Allah die Zeichen klar. Vielleicht denkt ihr nach
218. Über die irdische Welt und das Jenseits. Und sie werden dich nach den Waisen befragen. Sprich: „Ihnen förderlich sein ist gut.“
219. Und macht ihr euch mit ihnen zu schaffen, so sind sie eure Brüder; und Allah unterscheidet den Missethäter vom Gerechten; und, wenn Allah wollte, wahrlich er stürzte euch in Bedrängnis! Siehe, Allah ist mächtig und weise.
220. Und heiratet nicht eher Heidinnen, als sie gläubig geworden sind; wahrlich eine gläubige Sklavin ist besser als eine Heidin, auch wenn sie euch gefällt. Und verheiratet (eure Töchter) nicht eher an Heiden als sie gläubig wurden; und wahrlich ein gläubiger Sklave ist besser als ein Heide, auch wenn er euch gefällt.
221. Sie laden ein zum Feuer, Allah aber ladet ein zum Paradies und zur Verzeihung, wenn er will, und macht seine Zeichen den Menschen klar; vielleicht nehmen sie's zu Herzen.
222. Und sie werden dich über die Reinigung befragen. Sprich: „Sie ist ein Schaden. Enthaltet euch daher eurer Weiber während der Reinigung und nahet ihnen nicht eher als bis sie rein sind. Sind sie jedoch rein, so suchet sie heim, wie Allah es euch geboten hat. Siehe Allah liebt die sich Bekehrenden und liebt die sich Reinigenden.
223. Eure Weiber sind euch ein Acker. Gehet zu euerm Acker, von wannen ihr wollt; aber schicket (etwas) zuvor für eure Seelen und fürchtet Allah und wisset, daß ihr ihm begegnen werdet. Und verkünde Freude den Gläubigen.
224. Und machet Allah nicht zum Ziel für eure Schwüre, daß ihr fromm und gottesfürchtig sein wollt und Frieden stiftend unter den Menschen. Allah ist hörend und wissend.
225. Allah wird euch nicht strafen für ein Unbedachtes in euern Schwüren; jedoch wird er euch bestrafen für eurer Herzen Absicht. Allah ist verzeihend und milde.
226. Für die, welche schwören, sich von ihren Weiber zu trennen, seien vier Monate Wartezeit festgesetzt. Geben sie dann ihr Vorhaben auf, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig.
227. Und so sie zur Scheidung entschlossen sind, siehe, so ist Allah hörend und wissend.
228. Und die geschiedenen Weiber sollen warten, bis sie dreimal die Reinigung gehabt haben, und es ist ihnen nicht erlaubt, zu verheimlichen, was Allah in ihren Schößen erschaffen hat, so sie an Allah glauben und an den Jüngsten Tag. Und geziemender ist es für ihre Eheherren, sie in diesem Zustande zurückzunehmen, so sie sich aussöhnen wollen. Und sie sollen (gegen ihre Gatten) verfahren, wie (jene) gegen sie in Güte; doch haben die Männer den Vorrang vor ihnen; und Allah ist mächtig und weise.
229. Die Scheidung ist zweimal (erlaubt); dann aber müßt ihr sie in Güte behalten oder mit Gut entlassen. Und es ist euch nicht erlaubt etwas von dem, was ihr ihnen gabt, zu nehmen, außer es fürchteten beide, nicht Allahs Gebote halten zu können. Und so ihr fürchtet, daß beide Allahs Gebote nicht halten können, so begehen beide keine Sünde, wenn sie sich mit etwas loskauft. Dies sind Allahs Gebote; übertretet sie daher nicht; denn wer Allahs Gebote übertritt, das sind Ungerechte.
230. Und so er sie (ein drittes Mal) entläßt, so ist sie ihm nicht mehr erlaubt, ehe sie nicht einen andern Gatten geheiratet hat. Wenn dieser sie entläßt, so begehen beide keine Sünde, wenn sie wieder zueinander zurückkehren, im Glauben, Allahs Gebote erfüllen zu können. Und dies sind die Gebote Allahs, die er verständigen Leuten klarmacht.
231. Und so ihr euch von euern Weibern scheidet und sie ihre Frist erreicht haben, so haltet sie fest in Güte oder entlasset sie in Güte; und haltet sie nicht fest mit Gewalt, so daß ihr euch vergeht. Wer dieses thut, der sündigt wider sich. Und treibt nicht Spott mit Allahs Zeichen und gedenket der Gnade Allahs gegen euch und des Buches und der Weisheit, die er zu euch hinabsandte, euch damit zu ermahnen. Und fürchtet Allah, und wisset, daß Allah jedes Ding weiß.
232. Wenn ihr euch von euern Weibern scheidet und sie ihre Frist erreicht haben, so hindert sie nicht, ihre Gatten zu heiraten, so sie sich in Billigkeit geeinigt haben. Dies ist eine Mahnung für denjenigen unter euch, der an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag. Dies ist das Lauterste und Reinste für euch. Und Allah weiß, doch ihr wisset nicht.
233. Und die (geschiedenen) Mütter sollen ihre Kinder zwei volle Jahre säugen, so jemand will, daß die Säugung vollständig sei; und dem Vater soll ihre Versorgung und Kleidung nach Billigkeit obliegen. Niemand soll über Vermögen bemüht werden. Eine Mutter soll nicht wegen ihres Kindes bedrängt werden, und ebenso auch der Vater nicht wegen seines Kindes; und dasselbe gilt für den Erben. Wenn sie jedoch beide nach gegenseitigem Einvernehmen und Beratung das Kind entwöhnen wollen, so begehen sie keine Sünde. Und so ihr euer Kind säugen lassen wollt, so begeht ihr keine Sünde, wofern ihr den ausbedungenen Lohn nach Billigkeit gebt. Und fürchtet Allah und wisset, daß Allah euer Thun schaut.
234. Und diejenigen von euch, welche verscheiden und Gattinnen hinterlassen, – so müssen diese vier Monate und zehn Tage warten. Haben sie aber ihre Frist erreicht, so trifft euch keine Sünde für das, was sie mit sich selber nach Billigkeit tun; und Allah weiß euer Thun.
235. Und ihr begeht keine Sünde, wenn ihr den Weibern den Vorschlag zur Verlobung macht oder euch (diese Absicht) vornehmt. Gott weiß, daß ihr ihrer gedenken werdet. Jedoch versprechet euch nicht heimlich mit ihnen, es sei denn, ihr sprächet geziemende Worte.
236. Und beschließet den Ehebund nicht eher als nach Ablauf der bestimmten Frist; und wisset, daß Allah weiß, was in euern Herzen ist; hütet euch deshalb vor ihm und wisset, daß Allah verzeihend und mild ist.
237. Ihr begeht keine Sünde, wenn ihr euch von euern Weibern scheidet, bevor ihr sie berührt oder ihnen eine Mitgift festgesetzt habt. Und sorget für sie, – der Bemittelte nach Vermögen und der Unbemittelte nach Vermögen, – in Billigkeit; dies ist Pflicht für die Rechtschaffenen.
238. Scheidet ihr euch jedoch von ihnen, bevor ihr sie berührt habt, und habt ihnen bereits eine Mitgift festgesetzt, so sei es die Hälfte von dem, was ihr festsetztet, es sei denn, sie ließen ab oder er, in dessen Hand das Eheband ist, ließe ab. Und Ablassen steht der Frömmigkeit näher. Und vergesset nicht der Güte gegeneinander; siehe, Allah schaut euer Thun.
239. Beobachtet das Gebet und (besonders) das mittlere Gebet und steht vor Gott in Ehrfurcht.
240. Und so ihr in Furcht seid, (betet) zu Fuß oder Pferd; und so ihr sicher seid, so gedenket Allahs, wie er euch lehrte, was ihr nicht wußtet.
241. Und diejenigen von euch, welche verscheiden und Gattinnen hinterlassen, sollen ihren Gattinnen Versorgung für ein Jahr testieren, ohne sie aus (dem Hause) zu weisen. Gehen sie aber hinaus, so trifft euch keine Schuld für das, was sie mit sich selber nach Billigkeit tun. Und Allah ist mächtig und weise.
242. Und den Geschiedenen sei eine Versorgung nach Billigkeit festgesetzt; dies ist eine Pflicht für die Gottesfürchtigen.
243. So macht euch Allah seine Zeichen klar, auf daß ihr verstehet.
244. Sahest du nicht auf die, welche ihre Wohnungen verließen, ihrer Tausende, aus Todesfurcht? Und es sprach Allah zu ihnen: „Sterbet!“ Alsdann machte er sie lebendig. Siehe, Allah ist wahrlich voll Güte gegen die Menschen; jedoch danken ihm die meisten Menschen nicht.
245. Und kämpfet in Allahs Weg und wisset, daß Allah hörend und wissend ist.
246. Wer ist's, der Allah ein schönes Darlehen leiht? Er wird's ihm verdoppeln um viele Male. Und Allah schließt und öffnet (die Hand), und zu ihm müßt ihr zurück.
247. Schautest du nicht auf die Versammlung der Kinder Israel nach Moses (Tod), als sie zu ihrem Propheten sprachen: „Erwecke uns einen König; wir wollen kämpfen in Allahs Weg.“ Er sprach: „Ist's nicht vielleicht, wenn euch vorgeschrieben wird zu kämpfen, kämpfet ihr nicht?“ Sie sprachen: „Und warum sollten wir nicht kämpfen in Allahs Weg, wo wir aus unsern Wohnungen vertrieben sind und von unsern Kindern?“ Und als ihnen nun der Kampf vorgeschrieben ward, kehrten sie den Rücken mit Ausnahme weniger von ihnen. Und Allah kennt die Ungerechten.
248. Und es sprach zu ihnen ihr Prophet: „Siehe, Allah hat euch den Saul zum König erweckt.“ Sie sprachen: „Woher soll ihm sein das Königreich über uns, wo wir würdiger sind des Königreiches denn er, und ihm nicht Fülle des Gutes gegeben ward?“ Er sprach: „Siehe, Allah hat ihn erwählt über euch und hat ihn gemehrt an Größe des Wissens und Leibes. Und Allah giebt sein Königreich, wem er will, und Allah ist weit (und breit) und wissend.“
249. Und es sprach zu ihnen ihr Prophet: „Siehe, das Zeichen seines Königstums ist, daß die Lade zu euch kommen wird, in der eine Gegenwart ist von euerm Herrn und ein Rest des Nachlasses des Hauses Moses und des Hauses Aaron; die Engel werden sie tragen. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für euch, so ihr Gläubige seid.“
250. Und als nun Saul mit seinen Scharen abzog, sprach er: „Siehe, Allah wird euch mit einem Bach prüfen. Drum, wer von ihm trinkt, gehört nicht zu mir, und wer nicht von ihm schmeckt, der gehört zu mir, es sei denn, wer mit seiner Hand eine Handvoll schöpft.“ Und sie tranken von ihm mit Ausnahme weniger. Und als er an ihm vorübergegangen war, er und die Gläubigen bei ihm, sprachen sie: „Wir haben heute keine Kraft wider Goliat und seine Scharen.“ Da sprachen die, welche glaubten Allah zu begegnen: „Wie oft hat ein kleiner Haufen einen großen Haufen mit Allahs Willen besiegt! Und Allah ist mit den Standhaften.“
251. Und als sie wider Goliat und seine Scharen auf den Plan traten, sprachen sie: „Unser Herr, gieße Standhaftigkeit über uns aus und festige unsre Füße und hilf uns wider das Volk der Ungläubigen.“
252. Und so schlugen sie sie mit Allahs Willen, und es erschlug David den Goliat; und Allah gab ihm das Königtum und die Weisheit und lehrte ihn was er wollte. Und so nicht Allah in Schranken hielte die Menschen, die einen durch die andern, wahrlich die Erde wäre verdorben. Aber Allah ist voll Güte gegen alle Welt.
253. Solches sind Allahs Zeichen; wir verkünden sie dir in Wahrheit, denn siehe, wahrlich du bist einer der Entsendeten.
254. Jene Gesandten – die einen von ihnen bevorzugten wir vor den andern; zu einigen von ihnen sprach Allah und erhöhte andere um Stufen. Und wir gaben Jesus dem Sohn der Maria die deutlichen Zeichen und stärkten ihn mit dem Heiligen Geist, und so Allah wollte, so hätten die Spätern nicht gestritten, nachdem zu ihnen die deutlichen Zeichen kamen; aber sie waren uneins, und die einen von ihnen glaubten und die andern waren ungläubig. Und so Allah wollte, hätten sie nicht gestritten, jedoch thut Allah was er will.
255. O ihr, die ihr glaubt, spendet von dem, womit wir euch versorgten, bevor ein Tag kommt, an dem kein Verkaufen ist und keine Freundschaft und keine Fürbitte. Und die Ungläubigen sind Ungerechte.
256. Allah! es giebt keinen Gott außer ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen! Nicht ergreift ihn Schlummer und nicht Schlaf. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden. Wer ist's, der da Fürsprache einlegt bei ihm ohne seine Erlaubnis? Er weiß, was zwischen ihren Händen ist und was hinter ihnen, und nicht begreifen sie etwas von seinem Wissen, außer was er will. Weit reicht sein Tron über die Himmel und die Erde, und nicht beschwert ihn beider Hut. Denn er ist der Hohe, der Erhabene.
257. Es sei kein Zwang im Glauben. Klar ist nunmehr unterschieden das Rechte vom Irrtum; und wer den Taghut verleugnet und an Allah glaubt, der hält sich an der stärksten Handhabe, in der kein Spalt ist; und Allah ist hörend und wissend.
258. Allah ist der Schützer der Gläubigen; er führt sie aus den Finsternissen zum Licht.
259. Die Ungläubigen aber, – ihre Schützer sind der Taghut; sie führen sie aus dem Licht in die Finsternisse; jene sind des Feuers Gefährten und verweilen ewig in ihm.
260. „Sahest du nicht auf den, der mit Abraham wegen seines Herrn stritt, daß Allah ihm das Königreich gegeben?“ Da sprach Abraham: „Mein Herr ist der, welcher lebendig macht und tötet.“ Er sprach: „Ich bin's, der lebendig macht und tötet.“ Sprach Abraham: „Siehe, Allah bringt die Sonne vom Osten, so bring du sie vom Westen.“ Da ward der Ungläubige verwirrt, denn Allah leitet nicht die Ungerechten.
261. Oder wie der, welcher an einer Stadt vorüberging, die wüst in Trümmern lag. Er sprach: „Wie wird Allah diese nach ihrem Tode wieder lebendig machen?“ Da ließ ihn Allah hundert Jahre gestorben sein; alsdann erweckte er ihn und sprach: „Wie lange bist du verweilt?“ Er sprach: „Ich verweilte einen Tag oder den Teil eines Tages.“ Er sprach: „Nein; du verweiltest hundert Jahre; schau nach deiner Speise und deinem Trank; sie sind nicht verdorben. Und schau nach deinem Esel, denn wir wollen dich machen zu einem Zeichen für die Menschen; und schau zu den Gebeinen (des Esels), wie wir sie zusammenlegen und alsdann mit Fleisch bekleiden.“ Und als ihm dies gezeigt war, sprach er: „Ich weiß, daß Allah über alle Dinge mächtig ist.“
262. Und als Abraham sprach: „Mein Herr, zeig mir, wie du die Toten lebendig machst,“ sprach er: „Glaubst du etwa noch nicht?“ Er sprach: „Ja; doch möchte mein Herz sicher sein.“ Er sprach: „So nimm vier Vögel und ziehe sie zu dir. Alsdann lege auf jeden Berg ein Stück von ihnen; dann rufe sie, und sie werden eilends zu dir kommen. Und wisse, daß Allah mächtig und weise ist.“
263. Die da ihr Gut ausgeben in Allahs Weg, gleichen einem Korn, das in sieben Ähren schießt, in deren jeder Ähre hundert Körner sind. Und Allah giebt doppelt wem er will, und Allah ist umfassend und wissend.
264. Die da ausgeben ihr Gut in Allahs Weg und dann ihren Gaben nicht folgen lassen Vorhalten der Gabe und Unrecht, die finden ihren Lohn bei ihrem Herrn; keine Furcht wird über sie kommen und nicht werden sie trauern.
265. Gütige Rede und Verzeihung ist besser als ein Almosen, dem Unrecht folgt; und Allah ist reich und milde.
266. O ihr, die ihr glaubt, vereitelt nicht eure Almosen durch Vorhalten und Unrecht, gleich dem, der sein Gut ausgiebt, um von den Leuten gesehen zu werden, und nicht an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag. Das Gleichnis jenes ist das Gleichnis eines Felsens mit Erdreich darüber; und es trifft ihn ein Platzregen und läßt ihn hart. Sie richten nichts aus mit ihrem Verdienst; denn Allah leitet nicht das ungläubige Volk.
267. Das Gleichnis jener aber, welche ihr Gut ausgeben im Trachten nach Allahs Wohlgefallen und aus Seelenstärke, ist das Gleichnis eines Gartens auf einem Hügel; es trifft ihn ein Platzregen, und da bringt er seine Speise zwiefältig. Und so ihn kein Platzregen trifft, so doch Tau. Und Allah schaut euer Thun.
268. Wünscht einer von euch, daß ihm ein Garten sei von Palmen und Reben, durcheilt von Bächen, in dem er allerlei Früchte hat, und daß ihn das Alter trifft, während er schwache Sprößlinge hat, und da trifft ihn ein feuriger Wirbelsturm und er verbrennt? So erklärt euch Allah die Zeichen; vielleicht beherzigt ihr sie.
269. O ihr, die ihr glaubt, spendet von dem Guten, das ihr erwarbt, und von dem, was wir für euch der Erde entsteigen lassen, und suchet nicht das Schlechte darunter aus zum Spenden,
270. Das ihr selber nicht nähmet oder ihr drücktet dabei ein Auge zu; und wisset, Allah ist reich und gepriesen.
271. Der Satan droht euch Armut an und befiehlt euch Schändliches, Allah aber verheißt euch seine Vergebung und Huld. Und Allah ist umfassend und wissend.
272. Er giebt die Weisheit, wem er will, und wem da Weisheit gegeben ward, dem ward hohes Gut gegeben; aber keiner beherzigt es außer den Verständigen.
273. Und was ihr spendet als Spende oder gelobet als Gelübde, siehe, Allah weiß es, und die Ungerechten finden keine Retter. Wenn ihr die Almosen öffentlich gebt, so ist's schön, und so ihr sie verbergt und sie den Armen gebt, so ist's besser für euch und sühnt eure Missethaten. Und Allah kennt euer Thun.
274. Nicht liegt dir ihre Leitung ob, doch Allah leitet, wen er will. Und was ihr an Gut spendet, das ist für eure Seelen. Und nicht spendet, es sei denn im Trachten nach Allahs Angesicht; und was ihr spendet an Gut, soll euch wiedergegeben werden und nicht soll euch Unrecht geschehen - für die Armen, die behindert sind durch Allahs Weg und nicht vermögen das Land zu durchwandern. Der Thor hält sie für reich wegen ihrer Bescheidenheit; du erkennst sie an (diesen) ihren Zeichen: Sie bitten die Leute nicht in lästiger Weise. Und was ihr spendet an Gutem, siehe, Allah weiß es.
275. Die, welche ihr Gut spenden bei Nacht und Tag und im Verborgenen und öffentlich, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn; nicht soll Furcht über sie kommen, und nicht sollen sie traurig sein.
276. Die, welche Wucher fressen, sollen nicht anders auferstehen als wie einer aufersteht, den der Satan durch Berührung geschlagen hat. Solches darum, daß sie sprechen: „Verkauf ist nur das gleiche wie Wucher.“ Und Allah hat das Verkaufen erlaubt aber den Wucher verwehrt; und wer Ermahnung von seinem Herrn bekommt und sich enthält, dem wird (Vergebung) für das Vergangene, und seine Sache ist bei Allah; wer es aber von neuem thut, die sind des Feuers Gefährten und werden ewig darinnen verweilen.
277. Auswischen wird Allah den Wucher, und vermehren wird er die Almosen, und Allah liebt keinen Ungläubigen und Sünder. Siehe, wer da glaubt und das Rechte thut und das Gebet verrichtet und die Armenspende zahlt, deren Lohn ist bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll über sie kommen und nicht sollen sie traurig sein.
278. O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und lasset den Rest des Wuchers fahren, so ihr Gläubige seid.
279. Thut ihr's jedoch nicht, so vernehmt Krieg von Allah und seinem Gesandten. So ihr aber umkehrt, sollt ihr euer Kapital haben. Thuet nicht Unrecht, auf daß ihr nicht Unrecht erleidet.
280. Wenn jemand in (Zahlungs-)Schwierigkeit ist, so übt Nachsicht bis es ihm leichtfällt; schenkt ihr's jedoch als Almosen, so ist's besser für euch, so ihr es wisset.
281. Und fürchtet einen Tag, an dem ihr zu Allah zurückkehren müsset. Alsdann erhält jede Seele ihren Lohn nach Verdienst, und es soll ihnen nicht Unrecht geschehen.
282. O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr euch mit einer Schuld auf einen benannten Termin verschuldet, so schreibet ihn auf, und es schreibe zwischen euch ein Schreiber wie es Rechtens ist. Und nicht weigere sich ein Schreiber zu schreiben, wie Allah es ihn gelehrt hat. Er schreibe, und der Schuldner diktiere, und er fürchte Allah, seinen Herrn, und schreibe nicht zuwenig auf. Ist aber der Schuldner einfältig und krank oder vermag er nicht zu diktieren, so diktiere sein Sachwalter für ihn wie es Rechtens ist, und nehmet von euern Leuten zwei zu Zeugen. Sind nicht zwei Mannspersonen da, so sei es ein Mann und zwei Weiber, die euch zu Zeugen passend erscheinen, daß, wenn die eine von beiden irrt, die andere sie erinnern kann. Und nicht sollen sich die Zeugen weigern, wenn sie gerufen werden. Und verschmähet es nicht, sie niederzuschreiben, ob klein oder groß, mit ihrem Termin. Dies ist für euch gerechter vor Allah und bestätigt das Zeugnis besser und hütet euch sicherer vor Zweifel. Ist aber die Ware da und gebt ihr sie einer dem andern, so begeht ihr keine Sünde, wenn ihr nichts schriftlich macht. Und nehmt Zeugen bei euern Geschäften, und nicht geschehe dem Schreiber oder Zeugen Eintrag. Thut ihr's, so ist's eine Sünde von euch. Und fürchtet Allah, denn Allah lehrt euch, und Allah weiß alle Dinge.
283. Und wenn ihr auf einer Reise seid und keinen Schreiber findet, so seien Pfänder angenommen. Und so einer von euch dem andern anvertraut, so gebe der, dem das Unterpfand anvertraut ist, es wieder zurück und fürchte Allah seinen Herrn. Und verhehlt nicht das Zeugnis; wer es verhehlt, siehe, dessen Herz ist böse; und Allah weiß euer Thun.
284. Allahs ist was in den Himmeln und was auf Erden; und ob ihr offenbart, was in euern Seelen ist, oder es verbergt, Allah wird euch dafür zur Rechenschaft ziehen; und er verzeiht, wem er will, und straft, wen er will; und Allah ist mächtig über alle Dinge.
285. Es glaubt der Gesandte an das, was zu ihm herabgesandt ward von seinem Herrn, und die Gläubigen alle glauben an Allah und seine Engel und seine Schriften und seine Gesandten. Wir machen keinen Unterschied zwischen einem seiner Gesandten. Und sie sprechen: „Wir hören und wir gehorchen; deine Vergebung, unser Herr! Und zu dir ist die Heimkehr!“
286. Nicht belastet Allah eine Seele über Vermögen. Ihr wird, was sie verdient, und auf sie kommt nach Verdienst. Unser Herr, strafe uns nicht für Vergeßlichkeit oder Sünde! Unser Herr, lege uns nicht auf eine Last, wie du sie den Früheren auflegtest! Unser Herr, und laß uns nicht tragen, wozu unsre Kraft nicht ausreicht; und vergieb uns und verzeihe uns und erbarme dich unser! Du bist unser Beschützer. Und hilf uns wider das ungläubige Volk!
Dritte Sure.Das Haus Imran.
Geoffenbart zu Medina.
Im Namen Allahs,
des Erbarmers, des Barmherzigen.
1. A. L. M. Allah, – es giebt keinen Gott außer ihm, dem Lebendigen, dem Ewigen.
2. Herabgesandt hat er auf dich das Buch in Wahrheit, bestätigend, was ihm vorausging. Und herab sandte er die Tora und das Evangelium zuvor als eine Leitung für die Menschen, und er sandte (nun) die Unterscheidung.
3. Siehe die, welche Allahs Zeichen verleugnen, für sie ist strenge Strafe. Und Allah ist mächtig, ein Rächer.
4. Siehe Allah, – nicht ist ihm verborgen ein Ding auf Erden und im Himmel. Er ist's, der euch bildet in den Mutterschößen, wie er will. Es giebt keinen Gott außer ihm, dem Mächtigen, dem Weisen!
5. Er ist's, der auf dich herabsandte das Buch. In ihm sind evidente Verse, sie, die Mutter des Buches, und andre dunkle. Diejenigen nun, in deren Herzen Neigung zum Irren ist, die folgen dem dunkeln in ihm, im Trachten nach Spaltung und im Trachten nach seiner Deutung. Seine Deutung weiß jedoch niemand als Allah. Und die Festen im Wissen sprechen: „Wir glauben es; alles ist von unserm Herrn.“ Aber nur die Verständigen beherzigen es.
6. Unser Herr, laß unsere Herzen nicht mehr irregehen, nachdem du uns leitetest, und gieb uns von dir her Barmherzigkeit! Siehe, du bist der Geber.
7. Unser Herr, siehe du versammelst die Menschen an einem Tage, an dem kein Zweifel ist; siehe, Allah bricht nicht das Versprechen.
8. Siehe die Ungläubigen – nimmer hilft ihnen ihr Gut noch ihre Kinder etwas wider Allah; und sie sind die Speise des Feuers.
9. Nach dem Brauch des Volkes Pharaos und derer, die vor ihnen waren, ziehen sie unsere Zeichen Lügen. Und Allah ergriff sie in ihren Sünden, denn Allah ist streng im Strafen.
10. Sprich zu den Ungläubigen: „Ihr sollt übermocht und zu Dschehannam versammelt werden; und schlimm ist der Pfühl!
11. Es ward euch ein Zeichen in zwei Haufen, die aufeinanderstießen. Ein Haufen kämpfte in Allahs Weg, und der andre war ungläubig. Sie sahen sie als zweimal soviel als sie selber mit sehendem Auge. Und Allah stärkt mit seiner Hilfe wen er will. Siehe, hierin ist wahrlich eine Lehre für die Verständigen.
12. Verlockend ist den Menschen gemacht die Liebe für die Freuden an Weiber und Kindern und aufgespeicherten Talenten von Gold und Silber und Rassepferden und Herden und Ackerland. Solches ist der Nießbrauch des Lebens hienieden; aber Allah – bei ihm ist die schönste Heimstatt.
13. Sprich: „Soll ich euch besseres als dies verkünden?“ Die Gottesfürchtigen finden bei ihrem Herrn Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darinnen zu verweilen, und reine Gattinnen und Allahs Wohlgefallen. Und Allah schaut seine Diener,
14. Welche sprechen: „Unser Herr, siehe wir glauben; drum vergieb uns unsre Sünden und hüte uns vor der Feuerspein,“
15. Die Standhaften und die Wahrhaften und die Andachtsvollen und die Spendenden und die im Morgengrauen um Verzeihung Flehenden.
16. Bezeugt hat Allah, daß es keinen Gott giebt außer ihm; und die Engel und die Wissenden, stehend in Gerechtigkeit (verkünden:) „Es giebt keinen Gott außer ihm, dem Mächtigen, dem Weisen.“
17. Siehe, die Religion bei Allah ist der Islam. Und die, denen die Schrift gegeben ward, waren nicht eher uneins, als nachdem das Wissen zu ihnen gekommen war – aus Neid aufeinander. Und wer die Zeichen Allahs verleugnet – siehe, Allah ist schnell im Rechnen.
18. Und so sie mit dir streiten, so sprich: „Ich habe mein Angesicht ergeben in Allah, und so, wer mir nachfolgt.
19. Und sprich zu jenen, denen die Schrift gegeben ward, und zu den Unbelehrten: „Werdet ihr Moslems?“ Und, so sie Moslems werden, sind sie geleitet; kehren sie sich jedoch ab, so liegt dir nur die Predigt ob. Und Allah schaut seine Diener.
20. Siehe jene, die nicht an Allahs Zeichen glauben und die Propheten ohne Grund morden und von den Menschen morden, wer ihnen Rechtschaffenheit befiehlt ihnen verkünde schmerzliche Strafe.
21. Sie sind's, deren Werke nichtig sind hienieden und im Jenseits; und nicht finden sie Helfer.
22. Sahest du nicht auf jene, denen ein Teil von der Schrift gegeben ward, als sie aufgefordert wurden zum Buch Allahs, daß es richte zwischen ihnen? Alsdann kehrte ein Teil von ihnen den Rücken und wendete sich ab.
23. Solches, dieweil sie sprachen: „Nimmer wird uns das Feuer berühren, es sei denn gezählte Tage.“ Und es betrog sie in ihrem Glauben, was sie selber erdachten.
24. Aber wie, wenn wir sie versammeln für einen Tag, an dem kein Zweifel ist, und jeder Seele nach Verdienst vergolten wird, und sie nicht Unrecht erleiden sollen?
25. Sprich: „O Allah, König des Königtums, du giebst das Königtum, wem du willst, und nimmst das Königtum, wem du willst; und du ehrest, wen du willst, und demütigst, wen du willst. In deiner Hand ist das Gute; siehe, du hast Macht über alle Dinge.
26. Du lässest die Nacht übergehen in den Tag und lässest den Tag übergehen in die Nacht; und du lässest erstehen das Lebendige aus dem Toten und lässest das Tote aus dem Lebendigen erstehen, und versorgst, wen du willst, ohne Maß.“
27. Nicht sollen sich die Gläubigen die Ungläubigen zu Beschützern nehmen, unter Verschmähung der Gläubigen. Wer solches thut, der findet von Gott in nichts Hilfe - außer ihr fürchtet euch vor ihnen. Beschützen aber wird euch Allah selber, und zu Allah geht die Heimkehr. Sprich: „Ob ihr verbergt, was in euern Brüsten ist, oder ob ihr es kund thut, Allah weiß es; er weiß, was in den Himmeln und was auf Erden; und Allah hat Macht über alle Dinge.“
28. An einem Tage wird jede Seele bereit finden, was sie an Gutem gethan; und was sie an Bösem gethan – wünschen wird sie, daß zwischen ihr und ihm ein weiter Raum sei. Und behüten wird euch Allah selber; und Allah ist gütig gegen seine Diener.
29. Sprich: „So ihr Allah liebet, so folget mir. Lieben wird euch Allah und wird euch eure Sünden verzeihen, denn Allah ist verzeihend und barmherzig.“ Sprich: „Gehorchet Allah und dem Gesandten; denn wenn ihr den Rücken kehrt – siehe, Allah liebt nicht die Ungläubigen.“
30. Siehe, Allah erwählte Adam und Noah und das Haus Abraham und das Haus Imran vor allen Menschen; eins des andern Samen, und Allah ist hörend und wissend.
31. (Gedenke,) da das Weib Imrans betete: „Mein Herr, siehe, ich gelobe dir, was in meinem Schoße ist, zu eigen; so nimm es von mir an; siehe, du bist der Hörende, der Wissende.“ Und als sie es geboren hatte, sprach sie: „Mein Herr, siehe, ich habe es als Mägdlein geboren.“ Und Allah wußte wohl, was sie geboren hatte, denn ein Knabe ist kein Mägdlein. „Und ich habe es Maria genannt, und siehe, ich befehle sie und ihren Samen in deine Hut vor dem Satan, dem Gesteinigten.“
32. Und so nahm sie Allah von ihr huldreich an und ließ sie wachsen in holdem Wachstum, und es pflegte sie Zacharias. So oft Zacharias zu ihr in die Zelle trat, fand er Speise bei ihr. Da sprach er: „O Maria, woher ist dir dies?“ Sie sprach: „Es ist von Allah; siehe Allah versorgt, wen er will, ohne zu rechnen.“
33. Dort rief Zacharias zu seinem Herrn und sprach: „Mein Herr, gieb mir von dir her guten Samen; siehe du bist der Gebetserhörer.“ Und da riefen ihm die Engel, während er zum Gebete in der Zelle stand, zu:
34. „Allah verheißt dir Johannes, den Bestätiger eines Wortes von Allah, einen Herrn, einen Asketen und Propheten von den Rechtschaffenen.“
35. Er sprach: „Mein Herr, woher soll mir ein Knabe werden, wo mich das Alter überkommen hat und mein Weib unfruchtbar ist?“ Er sprach: „Also thut Allah, was er will.“
36. Er sprach: „Mein Herr, gieb mir ein Zeichen.“ Er sprach: „Dein Zeichen ist, daß du drei Tage lang zu den Leuten nicht sprechen wirst außer durch Winken. Und gedenke deines Herrn häufig und preise ihn am Abend und am Morgen.“
37. Und (gedenke,) da die Engel sprachen: „O Maria, siehe Allah hat dich auserwählt und hat dich gereinigt und hat dich erwählt vor den Weibern aller Welt.
38. O Maria, sei andachtsvoll zu deinem Herrn und wirf dich nieder und beuge dich mit den sich Beugenden.“
39. Dies ist eine der Verkündigungen des Verborgenen, die wir dir offenbaren. Denn nicht warst du bei ihnen als sie ihre Rohre warfen, wer von ihnen Maria pflegen sollte. Und nicht warst du bei ihnen, als sie miteinander stritten.
40. (Gedenke,) da die Engel sprachen: „O Maria, siehe, Allah verkündet dir ein Wort von ihm; sein Name ist der Messias Jesus der Sohn der Maria, angesehen hienieden und im Jenseits und einer der (Allah) Nahen.
41. Und reden wird er mit den Menschen in der Wiege und in der Vollkraft, und er wird einer der Rechtschaffenen sein.“
42. Sie sprach: „Mein Herr, woher soll mir ein Sohn werden, wo mich kein Mann berührte?“ Er sprach: „Also schafft Allah, was er will; wenn er ein Ding beschlossen hat, spricht er nur zu ihm: „Sei!“, und es ist.“
43. Und er wird ihn lehren das Buch und die Weisheit und die Tora und das Evangelium und wird ihn entsenden zu den Kindern Israel. (Sprechen wird er:) „Siehe ich komme zu euch mit einem Zeichen von euerm Herrn. Siehe, ich will euch erschaffen aus Thon die Gestalt eines Vogels und will in sie hauchen, und sie soll werden ein Vogel mit Allahs Erlaubnis; und ich will heilen den Mutterblinden und Aussätzigen und will die Toten lebendig machen mit Allahs Erlaubnis, und ich will euch verkünden, was ihr essen und was ihr aufspeichern sollt in euern Häusern. Siehe, hierin ist wahrlich ein Zeichen für euch, so ihr gläubig seid.
44. Und als ein Bestätiger (komme ich) von der Tora, die vor mir war, und um euch zu erlauben einen Teil von dem, was euch verwehrt war; und ich komme zu euch mit einem Zeichen von euerm Herrn. So fürchtet Allah und gehorchet mir; siehe, Allah ist mein Herr und euer Herr, drum dienet ihm. Dies ist ein rechter Weg.“
45. Und als Jesus ihren Unglauben wahrnahm, sprach er: „Welches sind meine Helfer zu Allah hin?“ Es sprachen die Jünger: „Wir sind Allahs Helfer; wir glauben an Allah, und bezeug', daß wir Moslems sind.
46. Unser Herr, wir glauben an das, was du hinabgesandt hast, und folgen dem Gesandten. Drum schreib uns unter die Bezeugenden.“
47. Und sie schmiedeten Listen, und Allah schmiedete Listen; und Allah ist der beste Listenschmieder.
48. (Gedenke,) da Allah sprach: „O Jesus siehe, ich will dich verscheiden lassen und will dich erhöhen zu mir und will dich von den Ungläubigen säubern und will deine Nachfolger über die Ungläubigen setzen bis zum Tag der Auferstehung. Alsdann ist zu mir eure Wiederkehr, und ich will richten zwischen euch über das, worin ihr uneins seid.
49. Was aber die Ungläubigen anlangt, so werde ich sie peinigen mit schwerer Pein hienieden und im Jenseits; und nicht werden sie Helfer finden.“
50. Was aber die Gläubigen und die das Rechte Thuenden anlangt, so wird er ihnen ihren Lohn heimzahlen. Und Allah liebt nicht die Ungerechten.
51. Solches verlesen wir dir von den Zeichen und der weisen Ermahnung.
52. Siehe, Jesus ist vor Allah gleich Adam; er erschuf ihn aus Erde, alsdann sprach er zu ihm: „Sei!“ und er ward.
53. Die Wahrheit von deinem Herrn! Drum sei keiner der Zweifler.
54. Und wer sich über sie mit dir streitet, nachdem das Wissen zu dir kam, so sprich: „Kommt herzu, laßt uns rufen unsre Söhne und eure Söhne, unsre Weiber und eure Weiber und unsre Seelen und eure Seelen. Alsdann wollen wir zu Allah flehen und mit Allahs Fluch die Lügner belegen.“
55. Siehe, dies ist eine wahre Geschichte, und es giebt keinen Gott außer Allah, und siehe Allah, wahrlich er ist der Mächtige, der Weise.
56. Und so ihr den Rücken kehrt, siehe, so kennt Allah die Missethäter.
57. Sprich: „O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort zwischen uns, daß wir nämlich Allah allein dienen und nichts neben ihn stellen und daß nicht die einen von uns die andern zu Herren annehmen neben Allah.“ Und so sie den Rücken kehren, so sprechet: „Bezeuget, daß wir Moslems sind.“
58. O Volk der Schrift, warum streitet ihr über Abraham, wo die Tora und das Evangelium erst nach ihm herabgesandt ward? Habt ihr denn nicht Verstand?
59. Streitet doch über das, wovon ihr Wissen habt; weshalb aber streitet ihr über das, wovon ihr kein Wissen habt? Allah weiß, ihr aber wisset nicht.
60. Abraham war weder Jude noch Christ; vielmehr war er lauteren Glaubens, ein Moslem, und keiner derer, die Gott Gefährten geben.
61. Siehe diejenigen Menschen, die Abraham am nächsten stehen, sind wahrlich jene, die ihm folgen, und das sind der Prophet und die Gläubigen. Und Allah ist der Gläubigen Hort.
62. Ein Teil vom Volk der Schrift möchte euch verführen, doch verführen sie nur sich selber und wissen es nicht.
63. O Volk der Schrift, weshalb verleugnet ihr die Zeichen Allahs, wo ihr sie doch bezeugt?
64. O Volk der Schrift, weshalb kleidet ihr die Wahrheit in Lüge und verbergt die Wahrheit wider euer Wissen?
65. Und es sprach ein Teil vom Volk der Schrift: „Glaubet an das, was hinabgesandt ward zu den Gläubigen, bei Tagesanbruch, und leugnet es ab bei seinem Ende; vielleicht kehren sie um;
66. Und glaubet nur denen, die eure Religion befolgen.“ Sprich: „Siehe, die (wahre) Leitung ist Allahs Leitung, daß (auch) einem (andern) gegeben würde, was euch gegeben ward.“ Oder so sie mit euch vor euerm Herrn streiten, so sprich: „Siehe, die Huld ist in Allahs Hand, er gewährt sie, wem er will. Und Allah ist umfassend und wissend.
67. Er erkürt für seine Barmherzigkeit, wen er will, denn Allah ist voll großer Huld.“
68. Und unter dem Volk der Schrift giebt's solche – vertraust du ihnen ein Talent an, geben sie's dir wieder, und auch solche – vertraust du ihnen einen Dinar an, geben sie ihn dir nicht wieder, so du nicht stets hinter ihm her bist.
69. Solches, darum daß sie sprechen: „Uns liegt gegen die Unbelehrbaren keine Pflicht ob.“ Und sie sprechen eine Lüge wider Allah und wissen es.
70. Wer jedoch seiner Verpflichtung nachkommt und gottesfürchtig ist – siehe, Allah liebt die Gottesfürchtigen.
71. Siehe, diejenigen, welche ihren Bund mit Allah und ihre Eidschwüre um geringen Preis verkaufen, die haben keinen Anteil am Jenseits, und nicht spricht Allah mit ihnen, und nicht schaut er zu ihnen am Tag der Auferstehung, und nicht reinigt er sie, und ihnen wird schmerzliche Strafe.
72. Und siehe, wahrlich ein Teil ist unter ihnen, der mit seinen Zungen die Schrift verkehrt, damit ihr es für einen Teil der Schrift haltet, während es nicht zur Schrift gehört. Und sie sprechen: „Es ist von Allah;“ jedoch ist es nicht von Allah, und sie sprechen eine Lüge wider Allah, obwohl sie es wissen.
73. Nicht geziemt es einem Menschen, daß Allah ihm giebt die Schrift und die Weisheit und das Prophetentum, und daß er alsdann zu den Leuten spräche: „Seid meine Diener neben Allah.“ Vielmehr: „Seid Gottesgelahrte, darum daß ihr die Schrift lerntet und studiertet.“
74. Und nicht gebietet er euch, daß ihr euch die Engel oder die Propheten zu Herren annehmt. Sollte er euch den Unglauben gebieten, nachdem ihr Moslems geworden?
75. Und da Allah mit den Propheten den Bund schloß, (sprach er:) „Wahrlich dies ist das Buch und die Weisheit, die ich euch gäbe; alsdann wird zu euch kommen ein Gesandter bestätigend, was ihr habt. Wahrlich ihr sollt ihm glauben und sollt ihm helfen.“ Er sprach: „Seid ihr einverstanden und nehmt ihr unter dieser Bedingung das Bündnis mit mir an?“ Sie sprachen: „Wir sind einverstanden.“ Er sprach: „So bezeuget es, und ich will mit euch ein Zeuge sein.“
76. Wer darum nach diesem den Rücken kehrt, jenes sind die Frevler.
77. Verlangen sie etwa eine andre als Allahs Religion? Ihm ergiebt sich, was in den Himmeln und auf Erden, gehorsam oder wider Willen, und zu ihm müssen sie zurück.
78. Sprich: „Wir glauben an Allah und was auf uns herabgesandt ward, und was herabgesandt ward auf Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und die Stämme, und was gegeben ward Moses und Jesus und den Propheten von ihrem Herrn; wir machen keinen Unterschied zwischen einem von ihnen und ihm sind wir ergeben.“
79. Und wer eine andre Religion als den Islam begehrt, nimmer soll sie von ihm angenommen werden, und im Jenseits wird er verloren sein.
80. Wie soll Allah ein Volk leiten, das ungläubig ward nach seinem Glauben und bezeugte, daß der Gesandte wahrhaft sei, und nachdem die deutlichen Zeichen zu ihnen kamen? Aber Allah leitet nicht das ungerechte Volk.
81. Sie – ihr Lohn ist, daß über sie der Fluch Allahs und der Engel und der Menschen insgesamt kommt.
82. Ewig bleiben sie in ihm; nicht wird ihnen erleichtert die Strafe und nicht werden sie angeschaut:
83. Außer denen, die nach diesem umkehren und sich bessern. Denn siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.
84. Siehe wer ungläubig wird nach seinem Glauben und dann zunimmt an Unglauben – nimmer wird ihre Umkehr angenommen, und sie, sie sind die Irrenden.
85. Siehe, wer da ungläubig ist und im Unglauben stirbt – nimmer wird von einem angenommen der Erde Fülle an Gold, auch wenn er sich damit loskaufen wollte. Sie – ihnen wird schmerzliche Strafe, und nicht finden sie Helfer.
86. Nimmer erlangt ihr die Gerechtigkeit, ehe ihr nicht spendet von dem, was ihr liebt; und was immer ihr spendet, siehe Allah weiß es.
87. Alle Speise war erlaubt den Kindern Israel, außer was Israel sich selber verwehrte, bevor die Tora herabgesandt ward. Sprich: „So bringt die Tora und leset sie, so ihr wahrhaft seid.“
88. Und wer nach diesem eine Lüge wider Allah erdichtet, das sind die Ungerechten.
89. Sprich: „Wahrhaft ist Allah. So folget der Religion Abrahams, des Lautern im Glauben, der neben Allah keine Götter setzte.
90. Siehe, das erste Haus, gegründet für die Menschen, wahrlich das war das in Bekka – ein gesegnetes und eine Leitung für alle Welt.
91. In ihm sind deutliche Zeichen – die Stätte Abrahams. Und wer es betritt, ist sicher. Und der Menschen Pflicht gegen Allah ist die Pilgerfahrt zum Hause, wer da den Weg zu ihm machen kann.
92. Wer aber ungläubig ist – siehe, Allah ist reich ohne alle Welt.“
93. Sprich: „O Volk der Schrift, weshalb verleugnet ihr die Zeichen Allahs, wo Allah Zeuge eures Thuns ist?“
94. Sprich: „O Volk der Schrift, warum wendet ihr ab von Allahs Weg die Gläubigen? Ihr trachtet ihn krumm zu machen, wo ihr ihn doch bezeugt. Doch Allah ist nicht achtlos eures Thuns.“
95. O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr einem Teile jener, denen die Schrift gegeben ward, gehorcht, so werden sie euch wieder nach euerm Glauben ungläubig machen.
96. Wie aber werdet ihr ungläubig werden, wo euch die Zeichen Allahs verlesen werden und unter euch sein Gesandter ist? Und wer an Allah festhält, der ist geleitet auf den rechten Pfad.
97. O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah in geziemender Furcht und sterbet nicht anders denn als Moslems.
98. Und haltet fest an Allahs Seil insgesamt und zerfallet nicht und gedenket der Gnaden Allahs gegen euch, da ihr Feinde waret und er eure Herzen so zusammenschloß, daß ihr durch seine Gnade Brüder wurdet:
99. Und da ihr am Rand einer Feuersgrube waret und er euch ihr entriß. Also macht auch Allah seine Zeichen klar, auf daß ihr euch leiten lasset,
100. Und daß aus euch eine Gemeinde werde, einladend zum Guten und gebietend, was Rechtens ist, und verbietend das Unrecht; und jene – ihnen wird's wohl ergehen.
101. Und seid nicht wie jene, die gespalten und uneins sind, nachdem die deutlichen Zeichen zu ihnen kamen; jene – ihnen wird schmerzliche Strafe,
102. An einem Tag, da weiß werden Gesichter und schwarz werden Gesichter. Und was jene anlangt, deren Gesichter schwarz wurden, (sprechen wird Allah zu ihnen:) „Wurdet ihr ungläubig nach euerm Glauben? So schmecket die Strafe, darum daß ihr ungläubig wurdet.“
103. Und was jene anlangt, deren Angesichter weiß wurden, die sollen sein in Allahs Barmherzigkeit, und ewig sollen sie drinnen verweilen.
104. Dies sind die Zeichen Allahs; wir verkünden sie dir in Wahrheit. Und Allah will nicht Ungerechtigkeit gegen die Welt.
105. Und Allahs ist, was in den Himmeln und was auf Erden, und zu Allah kehren die Dinge zurück.
106. Ihr seid die beste Gemeinde, die für die Menschen erstand. Ihr heißet, was Rechtens ist, und ihr verbietet das Unrechte und glaubet an Allah. Und wenn das Volk der Schrift geglaubt hätte, wahrlich es wäre gut für sie gewesen! Unter ihnen sind Gläubige, aber die Mehrzahl von ihnen sind Frevler.
107. Nimmer werden sie euch ein Leid zufügen, es sei denn ein (geringer) Schaden, und so sie wider euch kämpfen, werden sie euch den Rücken kehren; alsdann werden sie nicht errettet werden.
108. Mit Schmach werden sie geschlagen, wo immer sie getroffen werden, außer sie seien in der Fessel Allahs und in der Fessel der Menschen. Und sie ziehen sich Zorn von Allah zu und werden mit Armut geschlagen. Solches darum, daß sie Allahs Zeichen verleugneten und die Propheten ungerechterweise ermordeten. Solches darum, daß sie rebellierten und Übertreter waren.
109. Nicht sind sie (alle) gleich. Unter dem Volk der Schrift ist eine (fest-)stehende Gemeinde, welche die Zeichen Allahs zur Zeit der Nacht liest und sich niederwirft.
110. Diese glauben an Allah und an den Jüngsten Tag und heißen was Rechtens ist, und verbieten das Unrechte und wetteifern in den guten Werken; und sie gehören zu den Rechtschaffenen.
111. Und was sie Gutes thun, nimmer wird es ihnen bestritten; und Allah kennt die Gottesfürchtigen.
112. Siehe die Ungläubigen, nimmer sollen ihnen Gut und Kinder etwas vor Allah helfen; und jene sind des Feuers Gefährten, und ewig sollen sie darinnen verweilen.
113. Das Gleichnis dessen, was sie spenden in diesem irdischen Leben, ist das Gleichnis des Windes, in dem Eiseshauch ist, welcher den Acker von Leuten trifft, die wider sich selber sündigten. Und so vernichtet er ihn, und nicht war Allah wider sie ungerecht, sondern wider sich selber waren sie ungerecht.
114. O ihr, die ihr glaubt, schließet keine Freundschaft außer mit euch. Sie werden nicht zaudern euch zu verderben, und wünschen euern Untergang. Schon ward offenkund Haß aus ihrem Mund, aber was ihre Brust verbirgt, ist schlimmer. Schon machten wir euch die Zeichen klar, so ihr Verstand besitzet.
115. Sieh da! ihr seid's, die ihr sie liebt, doch lieben sie nicht euch; und ihr glaubet an das ganze Buch. Und so sie euch begegnen, sprechen sie: „Wir glauben;“ sind sie jedoch allein, so beißen sie wider euch aus Grimm die Fingerspitzen. Sprich: „Sterbt an euerm Grimm.“ Siehe, Allah kennt das Innerste der Brüste.
116. Wenn euch ein Gutes trifft, empfinden sie's übel, und so euch ein Übel trifft, so freuen sie sich dessen. Aber so ihr standhaft und gottesfürchtig seid, wird ihre List euch kein Leid antun. Siehe, Allah ist rings um ihr Thun.
117. Und (gedenke,) als du deine Familie in der Morgenfrühe verließest, um den Gläubigen ein Lager zu bereiten zum Kampf; und Allah hörte und wußte es:
118. Als zwei Haufen von euch besorgten den Mut zu verlieren und Allah beider Hort war. Und auf Allah drum wahrlich sollen die Gläubigen bauen.
119. Und auch bei Bedr half euch Allah, als ihr verächtlich erschienet; drum fürchtet Allah; vielleicht seid ihr dankbar.
120. Als du zu den Gläubigen sprachst: „Genügt es euch denn nicht, daß euer Herr euch mit dreitausend herniedergesendeten Engeln hilft?“
121. „Ja, wenn ihr standhaft und gottesfürchtig seid und sie über euch kommen in wilder Hast, wird euer Herr euch helfen mit fünftausend gezeichneten Engeln.“
122. Und dies machte Allah allein als Freudenbotschaft für euch, und auf daß eure Herzen in Ruhe wären – denn nur von Allah, dem Mächtigen, dem Weisen, kommt der Sieg - und damit er abschnitte ein Glied von den Ungläubigen oder sie niederwürfe, daß sie zuschanden gemacht umkehrten.
123. Dich geht es gar nichts an, ob er sich wieder zu ihnen kehrt oder ob er sie straft, denn sie sind Ungerechte.
124. Und Allahs ist, was in den Himmeln und was auf Erden; er verzeiht, wem er will, und straft wen er will, und Allah ist verzeihend und barmherzig.
125. O ihr, die ihr glaubt, fresset nicht den Wucher in doppelter Verdoppelung, sondern fürchtet Allah; vielleicht ergeht es euch wohl.
126. Und fürchtet das Feuer, das für die Ungläubigen bereitet ward, und gehorchet Allah und dem Gesandten; vielleicht findet ihr Barmherzigkeit;
127. Und wetteilet nach der Verzeihung eures Herrn und einem Garten, dessen Land (weit ist wie) die Himmel und die Erde, bereitet für die Gottesfürchtigen,
128. Die da spenden in Freud und in Leid und den Zorn verhalten und den Menschen vergeben. Und Allah liebt die Gutes Thuenden.
129. Und diejenigen, die, wenn sie etwas Schändliches gethan oder wider sich gesündigt haben, Allahs gedenken und für ihre Sünden um Verzeihung flehen – und wer vergiebt die Sünden, wenn nicht Allah? – und nicht beharren in dem, was sie wissentlich thaten;
130. Sie – ihr Lohn ist Verzeihung von ihrem Herrn und Gärten durcheilt von Bächen, ewig darinnen zu verweilen; und herrlich ist der Lohn der Wirkenden.
131. Schon vor euch sind Verordnungen (zur Strafe) ergangen. So durchwandert die Erde und schauet, wie der Ausgang derer war, welche (die Wahrheit) der Lüge ziehen.
132. Dies (der Koran) ist eine Klarlegung für die Menschen und eine Leitung und eine Ermahnung für die Gottesfürchtigen.
133. Und seid nicht verzagt und traurig; ihr werdet obsiegen, so ihr gläubig seid.
134. Wenn euch eine Wunde betroffen hat, so hat eine Wunde gleich ihr schon (andre) Leute betroffen. Und diese Tage (des Siegs und der Niederlage) lassen wir wechseln unter den Menschen, damit Allah die Gläubigen erkennt und sich aus ihnen Märtyrer erwählt. – Und Allah liebt nicht die Ungerechten –
135. Und damit Allah die Gläubigen heimsucht und die Ungläubigen vertilgt.
136. Oder wähnt ihr einzugehen in das Paradies, ohne daß Allah die Glaubensstreiter unter euch und die Standhaften erkannte?
137. Und ihr wünschtet doch auch den Tod, bevor ihr ihm begegnet. Nun sahet ihr ihn, und ihr werdet ihn schauen.
138. Und Mohammed ist nur ein Gesandter; schon vor ihm gingen die Gesandten dahin. Und so, ob er stirbt oder fällt, werdet ihr umkehren auf euern Fersen? Und wer umkehrt auf seinen Fersen, nimmer schadet er Allah etwas; aber Allah wird wahrlich die Dankbaren belohnen.
139. Und niemand stirbt ohne Allahs Erlaubnis gemäß dem Termine setzenden Buch. Und wer den Lohn der Welt begehrt, dem geben wir von ihr, und wer den Lohn des Jenseits begehrt, dem geben wir von ihm; wahrlich wir belohnen die Dankbaren.
140. Und wie viele Propheten kämpften wider (einen Feind,) bei dem viele Myriaden waren! Aber nicht verzagten sie bei dem, was sie in Allahs Weg betraf, und nicht wurden sie schwach und nicht demütigten sie sich. Und Allah liebt die Standhaften.
141. Und nicht war ihr Wort ein andres als daß sie sprachen: „Unser Herr, verzeihe uns unsre Sünden und unsre Vergehen in unserer Sache; und festige unsre Füße und hilf uns wider das ungläubige Volk.“ Und Allah gab ihnen den Lohn der Welt und den schönsten Lohn des Jenseits. Und Allah liebt die Gutes Thuenden.
142. O ihr, die ihr glaubt, so ihr den Ungläubigen gehorcht, kehren sie euch um auf euern Fersen, und ihr kehret um als Verlorene.
143. Nein, Allah ist euer Herr, und er ist der beste der Helfer.
144. Wahrlich wir werden in die Herzen der Ungläubigen Schrecken werfen, darum daß sie neben Allah Götter setzten, wozu er keine Ermächtnis niedersandte; und ihre Wohnstätte wird sein das Feuer, und schlimm ist die Herberge der Ungerechten.
145. Und wahrlich schon hatte Allah euch sein Versprechen gehalten, als ihr sie mit seiner Erlaubnis vernichtetet, bis daß ihr verzagtet und über den Befehl strittet und rebelliertet, nachdem er euch hatte sehen lassen, was ihr wünschtet.
146. Einige von euch verlangten nach dieser Welt und andere verlangten nach dem Jenseits. Alsdann kehrte er euch von ihnen ab (zur Flucht), um euch zu prüfen; und wahrlich jetzt hat er euch vergeben, denn Allah ist voll Huld wider die Gläubigen.
147. Als ihr hinaufstieget und auf niemand sahet, während der Prophet hinter euch her rief, da belohnte er euch mit Kummer über Kummer, damit ihr, nicht über das euch Verlorengegangene bekümmert und über das, was euch befiel. Und Allah kennt euer Thun.
148. Alsdann sandte er auf euch nach dem Kummer Sicherheit nieder. Müdigkeit überkam einen Teil von euch; ein andrer Teil aber – ihre Seelen regten sie auf ungerecht von Allah zu denken in heidnischem Denken. Sie sprachen: „Haben wir irgend etwas von der Sache?“ Sprich: „Siehe, die ganze Sache ist Allahs.“ Sie verbargen in ihren Seelen, was sie dir nicht kundTaten, indem sie sprachen: „Hätten wir etwas von der Sache gehabt, wären wir hier nicht erschlagen!“ Sprich: „Wäret ihr auch in euern Häusern gewesen, wahrlich hinaus wären jene gezogen, denen der Tod verzeichnet war, zu ihren Ruhestätten – und damit Allah prüfte, was in euern Brüsten ist, und, was in euerm Herzen, erforschte. Und Allah kennt das Innerste der Brüste.
149. Siehe, diejenigen von euch, welche am Tage des Zusammenstoßes der beiden Scharen den Rücken kehrten, der Satan nur machte sie straucheln für etwas von ihrem Thun. Aber wahrlich nunmehr hat Allah ihnen vergeben; siehe, Allah ist verzeihend und milde.
150. O ihr, die ihr glaubt, seid nicht gleich den Ungläubigen, die da sprechen von ihren Brüdern, da sie das Land durchwanderten oder Streiter waren: „Wären sie bei uns geblieben, sie wären nicht gestorben und nicht erschlagen.“ Allah bestimmte dies als Kummer für ihre Herzen. Und Allah macht lebendig und tot, und Allah schaut euer Thun.
151. Und wahrlich so ihr im Wege Allahs erschlagen werdet oder sterbet, wahrlich Verzeihung von Allah und Barmherzigkeit ist besser als was ihr zusammenscharrt.
152. Und wahrlich wenn ihr sterbet oder erschlagen werdet, werdet ihr zu Allah versammelt.
153. Und um der Barmherzigkeit Allahs willen warst du lind zu ihnen; wärest du aber rauh und harten Herzens gewesen, so hätten sie sich von rings um dich zerstreut. Drum vergieb ihnen und bete für sie um Verzeihung und ziehe sie zu Rate in der Sache; und so du entschlossen bist, dann vertrau auf Allah; siehe, Allah liebt die auf ihn Trauenden.
154. Wenn euch Allah hilft, so giebt's keinen, der euch übermag; wenn er euch aber im Stich läßt, wer könnte euch da helfen ohne ihn? Drum wahrlich auf Allah mögen die Gläubigen vertrauen.
155. Und nicht ist's des Propheten Sache zu unterschlagen. Und wer unterschlägt, soll, was er unterschlagen, am Tag der Auferstehung bringen. Alsdann wird jeder Seele nach Verdienst vergolten, und es soll ihnen nicht Unrecht geschehen.
156. Und ist's denn, daß der, welcher dem Wohlgefallen Allahs nachging, sei wie der, welcher sich Zorn von Allah zuzog und dessen Asyl Dschehannam ist? Und schlimm ist die Fahrt (dorthin).
157. Sie sind in verschiedenem Rang bei Allah, und Allah schaut ihr Thun.
158. Wahrlich huldreich war Allah gegen die Gläubigen, da er unter ihnen einen Gesandten von ihnen erweckte, ihnen seine Zeichen zu verlesen und sie zu reinigen und das Buch und die Weisheit zu lehren, denn siehe, sie waren zuvor in offenkundigem Irrtum.
159. Und da euch ein Unglück betraf, nachdem ihr das Doppelte erlangtet, sprecht ihr da etwa: „Woher dies?“ Sprich: „Es kommt von euch selber.“ Siehe Allah hat Macht über alle Dinge.
160. Und was euch betraf am Tage des Zusammenstoßes der beiden Haufen, das geschah mit Allahs Erlaubnis, und damit er die Gläubigen erkennete und auch erkennete die Heuchler. Und gesprochen ward zu ihnen: „Heran! Kämpfet in Allahs Weg!“ oder: „Wehrt ab!“ Sie aber sprachen: „Wenn wir wüßten zu kämpfen, wahrlich wir wären euch gefolgt!“ Einige von ihnen waren an jenem Tage dem Unglauben näher als dem Glauben.
161. Sie sprachen mit ihrem Munde, was nicht in ihren Herzen war; und Allah weiß sehr wohl, was sie verbergen:
162. Sie, die da von ihren Brüdern sprachen, während sie daheim geblieben: „Hätten sie uns gehorcht, wären sie nicht erschlagen.“ Sprich: „So wehret von euch den Tod ab, so ihr wahrhaft seid.“
163. Und wähnet nicht die in Allahs Weg Gefallenen für tot; nein, lebend bei ihrem Herrn, werden sie versorgt:
164. Freudig über das, was Allah von seiner Huld ihnen gab, und von Freude erfüllt über die hinter ihnen, die sie noch nicht eingeholt, daß keine Furcht über sie kommen wird und sie nicht trauern werden:
165. Von Freude erfüllt über die Gnaden von Allah und Huld, und daß Allah den Lohn der Gläubigen nicht verlorengehen läßt.
166. Die da Allah und dem Gesandten nach der Wunde, die sie erlitten, entsprachen, für die von ihnen, welche Gutes thaten und gottesfürchtig waren, ist großer Lohn (bestimmt):
167. Die da, als die Leute zu ihnen sprachen: „Siehe, die Leute haben sich bereits wider euch geschart; fürchtet sie drum!“ – nur stärker wurden im Glauben und sprachen: „Unser Genüge ist Allah, und trefflich ist der Beschützer!“
168. Sie kehrten daher mit Gnade von Allah und Huld zurück, ohne daß sie ein Übel getroffen hätte, und sie gingen dem Wohlgefallen Allahs nach; und Allah ist voll großer Huld.
169. Jener Satan will nur seine Helfer gefürchtet machen; fürchtet sie aber nicht, sondern fürchtet mich, so ihr Gläubige seid.
170. Und laß dich nicht von jenen betrüben, die um die Wette dem Unglauben nacheilen; siehe, nimmer können sie Allah etwas zuleide tun. Allah wird ihnen keinen Anteil am Jenseits geben, und für sie ist große Strafe.
171. Siehe, wer den Glauben für den Unglauben verkauft, nimmer vermögen sie Allah etwas zuleide zu tun, und für sie ist schmerzliche Strafe.
172 Und nicht sollen die Ungläubigen wähnen, daß, was wir ihnen an Frist gewähren, für ihre Seelen gut ist; wir schenken ihnen nur langes Leben, daß sie wachsen in Sünde. Und für sie ist schändende Strafe.
173. Und Allah gedenkt die Gläubigen nur so lange in der Lage zu belassen, in welcher ihr seid, bis daß er die Schlechten von den Guten gesondert hat.
174. Und Allah gedenkt nicht euch das Verborgene zu offenbaren, sondern Allah erkiest von seinen Gesandten, wen er will; so glaubet an Allah und seine Gesandten; und so ihr glaubet und gottesfürchtig seid, so wird euch großer Lohn sein.
175. Und nicht sollen diejenigen, die da filzig sind mit dem, was Allah ihnen gab in seiner Huld, wähnen, es diene ihnen zum Guten; nein, zum Bösen soll es ihnen dienen.
176. Als Halskette sollen sie tragen, womit sie filzig waren, am Tag der Auferstehung! Und Allahs ist das Erbe der Himmel und der Erde, und Allah kennt euer Thun.
177. Wahrlich gehört hat Allah das Wort jener, die da sprachen: „Siehe, Allah ist arm und wir sind reich.“ Niederschreiben wollen wir ihre Worte und ihr ungerechtes Ermorden der Propheten und wollen sprechen: „Schmecket des Brennens Strafe!
178. Dies für das, was eure Hände vorausschickten, und dieweil Allah nicht ungerecht gegen seine Diener ist.“
179. Die da sprechen: „Siehe, Allah hat uns verpflichtet, keinem Gesandten zu glauben, bevor er uns ein Opfer bringt, welches das Feuer (vom Himmel) fresset:“
180. (Zu jenen) sprich: „Schon kamen zu euch Gesandte vor mir mit den deutlichen Zeichen und mit dem, wovon ihr sprecht. Weshalb denn ermordetet ihr sie, so ihr wahrhaft seid?“
181. Und so sie dich der Lüge zeihen, so sind schon vor dir Gesandte der Lüge geziehen, wiewohl sie mit den deutlichen Zeichen, den Schriften und dem erleuchtenden Buch kamen.
182. Jede Seele soll den Tod schmecken, und ihr sollt nur euern Lohn empfangen am Tag der Auferstehung; und wer da dem Feuer entnommen und ins Paradies geführt wird, der soll glückselig sein. Und das irdische Leben ist nur ein trügerischer Nießbrauch.
183. Wahrlich geprüft sollt ihr werden in euerm Gut und an euch selber, und wahrlich hören sollt ihr viel Leid von denen, welchen die Schrift vor euch gegeben ward, und von denen, die Allah Gefährten geben. So ihr jedoch standhaft seid und gottesfürchtig – siehe, dieses ist der Dinge Ratschluß.
184. Und als Allah den Bund schloß mit denen, welchen die Schrift gegeben ward, (und sprach:) „Wahrlich thut sie den Menschen kund und verberget sie nicht“ – da warfen sie dieselbe hinter ihre Rücken und verkauften sie für winzigen Preis. Und schlimm ist, was sie erkauften!
185. Wähne nicht, daß die, welche sich ihrer That freuen und gerühmt zu werden wünschen für das, was sie nicht thaten, wähne nicht, sie seien entronnen der Strafe. Ihnen wird schmerzliche Strafe.
186. Und Allahs ist das Reich der Himmel und der Erde, und Allah ist mächtig über alle Dinge.
187. Siehe, in der Schöpfung der Himmel und der Erde und in dem Wechsel der Nacht und des Tages sind wahrlich Zeichen für die Verständigen:
188. Die da Allahs gedenken im Stehen und Sitzen und (Liegen) auf ihren Seiten und nachdenken über die Schöpfung der Himmel und der Erde (und sprechen:) „Unser Herr, nicht umsonst hast du dieses erschaffen. Preis dir! Hüte uns vor der Feuerspein!
189. Unser Herr, siehe, wen du ins Feuer führst, den stürzest du in Schande, und die Ungerechten haben keine Helfer.
190 Unser Herr, siehe, wir hörten einen Rufer, der zum Glauben rief (und sprach:) „Glaubet an euern Herrn!“, und so glaubten wir.
191. Unser Herr, und vergieb uns drum unsre Sünden und bedecke unsre Missethaten und laß uns abscheiden mit den Frommen.
192. Unser Herr, und gieb uns, was du uns verheißen durch deine Gesandten und stürze uns nicht in Schande am Tag der Auferstehung. Siehe, du brichst nicht dein Versprechen.“
193. Und es antwortet ihnen ihr Herr: „Siehe, ich lasse nicht verlorengehen das Werk des Wirkenden unter euch, sei es Mann oder Weib; die einen von euch sind von den andern.
194. Und diejenigen, die da auswanderten und aus ihren Häusern vertrieben wurden und in meinem Wege litten und kämpften und fielen – wahrlich bedecken will ich ihre Missethaten, und wahrlich führen will ich sie in Gärten, durcheilt von Bächen:
195. Als Lohn von Allah; und Allah – bei ihm ist der schönste Lohn.
196. Laß dich nicht trügen durch den Wandel der Ungläubigen im Lande. Ein winziger Nießbrauch - dann ist ihr Heim Dschehannam, und schlimm ist der Pfühl!
197. Wer jedoch seinen Herrn fürchtet, denen werden Gärten sein, durcheilt von Wasserbächen, ewig darinnen zu verweilen; eine Aufnahme von Allah - und was bei Allah ist, ist gut für die Frommen.
198. Und siehe, unter dem Volk der Schrift, wahrlich da giebt es solche, die an Allah glauben und an das, was zu euch hinabgesandt ward, und was hinabgesandt ward zu ihnen, sich zu Allah demütigend und nicht um winzigen Preis die Zeichen Allahs verkaufend.
199. Jene – ihr Lohn ist bei ihrem Herrn; siehe, Allah ist schnell im Rechnen.
200. O ihr, die ihr glaubt, duldet und wetteifert in Geduld und haltet aus und fürchtet Allah; vielleicht ergeht es euch wohl.“
Vierte Sure. Die Weiber.
Geoffenbart zu Medina.
Im Namen Allahs,
des Erbarmers, des Barmherzigen!
1. O ihr Menschen, fürchtet euern Herrn, der euch erschaffen aus einem Wesen und aus ihm erschuf seine Gattin und aus ihnen viele Männer und Weiber entstehen ließ. Und fürchtet Allah, in dessen Namen ihr einander bittet, und eurer Mutter Schoß. Siehe, Allah wacht über euch.
2. Und gebet den Waisen ihr Gut und tauschet nicht (euer) Schlechtes mit (ihrem) Gutem ein und fresset nicht ihr Gut zu dem eurigen hinzu; siehe, das ist ein großes Verbrechen.
3. Und so ihr fürchtet, nicht Gerechtigkeit gegen die Waisen zu üben, so nehmt euch zu Weiber, die euch gutdünken, (nur) zwei oder drei oder vier; und so ihr (auch dann) fürchtet nicht billig zu sein, heiratet nur eine oder was eure Rechte (an Sklavinnen) besitzt. Solches schützt euch eher vor Ungerechtigkeit. Und gebet den Weibern ihre Morgengabe freiwillig. Und so sie euch gern etwas davon erlassen, so genießet es bekömmlich und zum Wohlsein.
4. Und gebet nicht den Idioten euer Gut, das Allah euch gegeben hat zum Unterhalt. Versorget sie mit ihm und kleidet sie und sprechet zu ihnen mit freundlichen Worten.
5. Und prüfet die Waisen, bis sie die Ehereife erreicht haben; und so ihr in ihnen Vernünftigkeit wahrnehmet, so händigt ihnen ihr Gut ein. Und fresset es nicht verschwenderisch und in Eile,
6. Falls sie großjährig werden. Der reiche (Vormund) enthalte sich sein, und der arme zehre von ihm nach Billigkeit.
7. Und so ihr ihnen ihr Gut einhändigt, nehmt Zeugen wider sie. Allah nimmt ebenfalls genügende Rechenschaft.
8. Die Männer sollen einen Teil von der Hinterlassenschaft ihrer Eltern und Verwandten empfangen und ebenfalls sollen die Weiber einen Teil von der Hinterlassenschaft ihrer Eltern und Verwandten empfangen. Sei es wenig oder viel, sie sollen einen bestimmten Teil haben.
9. Und so die Verwandten und die Waisen und Armen bei der Teilung zugegen sind, so schenket ihnen etwas davon und sprechet freundliche Worte zu ihnen.
10. Und fürchten sollen sich die, (den Minderjährigen Unrecht anzutun,) welche, so sie schwache Nachkommen hinterließen, für sie bangen würden; Allah sollen sie fürchten und sollen geziemende Worte sprechen.
11. Siehe, wer der Waisen Gut ungerecht aufißt, der frißt sich Feuer in seinen Bauch und wird in der Flamme brennen.
12. Allah schreibt euch vor hinsichtlich eurer Kinder, dem Knaben zweier Mädchen Anteil zu geben. Sind es aber (nur) Mädchen, mehr als zwei, sollen sie zwei Dritteile der Hinterlassenschaft erhalten. Ist's nur ein Mädchen, soll sie die Hälfte haben. Und die Eltern sollen ein jeder von ihnen den sechsten Teil der Hinterlassenschaft haben, so er ein Kind hat; hat er jedoch kein Kind, und seine Eltern beerben ihn, soll seine Mutter den dritten Teil haben. Und so er Brüder hat, soll seine Mutter den sechsten Teil nach Bezahlung eines etwa gemachten Legats oder einer Schuld haben. Eure Eltern und eure Kinder, ihr wisset nicht, wer von beiden euch an Nutzen nähersteht. (Dies ist) ein Gebot von Allah; siehe, Allah ist wissend und weise.
13. Und euch sei die Hälfte dessen, was eure Gattinnen hinterlassen, so sie kein Kind haben; haben sie jedoch ein Kind, so sollt ihr den vierten Teil haben von ihrer Hinterlassenschaft, nach Abzug eines etwa gemachten Legats oder einer Schuld.
14. Und sie sollen den vierten Teil eurer Hinterlassenschaft haben, so ihr kein Kind habt; habt ihr jedoch ein Kind, so sollen sie den achten Teil eurer Hinterlassenschaft haben nach Abzug eines von ihnen etwa gemachten Vermächtnisses oder einer Schuld.
15. Und so ein Mann oder eine Weib entfernte Verwandten zu Erben einsetzen, und er hat einen Bruder oder eine Schwester, so soll ein jeder von ihnen den sechsten Teil empfangen. Sind aber mehrere vorhanden, so sollen sie sich in den dritten Teil teilen nach Abzug eines von ihm etwa gemachten Vermächtnisses oder einer Schuld,
16. Ohne Benachteiligung. (Dies ist) eine Verordnung Allahs, und Allah ist wissend und weise.
17. Dies sind Allahs Verordnungen; und wer Allah und seinem Gesandten gehorcht, den führt er ein in Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darinnen zu verweilen; und dies ist die große Glückseligkeit.
18. Wer aber wider Allah und seinen Gesandten rebelliert und seine Gebote übertritt, den führt er ein in ein Feuer, ewig darinnen zu verweilen, und es trifft ihn schändende Strafe.
19. Und wer von euern Weibern eine Hurerei begeht, so nehmet vier von euch zu Zeugen wider sie. Und so sie es bezeugen, so schließet sie ein in die Häuser, bis der Tod ihnen naht oder Allah ihnen einen Weg giebt.
20. Und diejenigen, die es von euch begehen, strafet beide. Und so sie bereuen und sich bessern, so lasset ab von ihnen. Siehe, Allah ist vergebend und barmherzig.
21. Vergebung ist nur bei Allah für diejenigen, welche in Unwissenheit Übles thaten und in Bälde bereuten; diesen vergiebt Allah; und Allah ist wissend und weise.
22. Aber keine Vergebung ist für jene, welche das Üble Taten, bis daß, wenn der Tod einem von ihnen naht, sie sprechen: „Siehe, ich bekehre mich jetzt;“ und auch nicht für jene, die als Ungläubige sterben. Für jene bereiteten wir schmerzliche Strafe.
23. O ihr, die ihr glaubt, nicht ist euch erlaubt, Weiber wider ihren Willen zu beerben. Und hindert sie nicht an der Verheiratung mit einem andern, um einen Teil von dem, was ihr ihnen gabt, ihnen zu nehmen, es sei denn, sie hätten offenkundig Hurerei begangen. Verkehrt in Billigkeit mit ihnen; und so ihr Abscheu wider sie empfindet, empfindet ihr vielleicht Abscheu wider etwas, in das Allah reiches Gut gelegt hat.
24. Und so ihr eine Gattin gegen eine andere eintauschen wollt und ihr habt der einen ein Talent gegeben, so nehmt nichts von ihm fort. Wolltet ihr es etwa fortnehmen in Verleumdung und offenbarer Sünde?
25. Und wie könntet ihr es fortnehmen, wo ihr einander bereits beiwohntet, und sie von euch einen festen Bund empfingen?
26. Und heiratet nicht Weiber, die eure Väter geheiratet hatten, es sei denn bereits zuvor geschehen. Siehe, es ist eine Schande und ein Abscheu und ein übler Weg.
27. Verwehrt sind euch eure Mütter, eure Töchter, eure Schwestern, eure Vatersschwestern und Mutterschwestern, eure Bruderstöchter und Schwestertöchter, eure Nährmütter und Milchschwestern und die Mütter eurer Weiber und eure Stieftöchter, die in eurem Schutze sind, von euern Weibern, die ihr heimsuchtet. Habt ihr sie jedoch noch nicht heimgesucht, so ist's keine Sünde. Ferner die Ehefrauen eurer Söhne aus euern Lenden; und nicht sollt ihr zwei Schwestern zusammen haben, es sei denn bereits geschehen. Siehe Allah ist verzeihend und barmherzig.
28. Und (verwehrt sind euch) verheiratete Frauen außer denen, die eure Rechte besitzt. Dies ist Allahs Vorschrift für euch. Und erlaubt ist euch außer diesem, daß ihr mit euerm Geld Frauen begehrt, zur Ehe und nicht in Hurerei. Und gebet denen, die ihr genossen habt, ihre Morgengabe. Dies ist eine Vorschrift; doch soll es keine Sünde sein, wenn ihr über die Vorschrift hinaus miteinander Übereinkunft trefft. Siehe, Allah ist wissend und weise.
29. Und wer von euch nicht vermögend genug ist, gläubige Frauen zu heiraten, der heirate von den gläubigen Sklavinnen, die seine Rechte besitzt; und Allah kennt sehr wohl euern Glauben. Ihr seid einer vom andern. Drum heiratet sie mit Erlaubnis ihrer Herren und gebet ihnen ihre Morgengabe nach Billigkeit. Sie seien jedoch keusch und sollen nicht Hurerei treiben und sich keine Geliebten halten.
30. Sind sie aber verheiratet und begehen Ehebruch, so treffe sie die Hälfte der Strafe der verheirateten (freien) Frauen. (Diese Verordnung ist) für den von euch, der die Sünde fürchtet; doch besser ist's für euch, davon abzustehen. Und Allah ist verzeihend und barmherzig.
31. Allah will euch dies kund thun und will euch nach der Weise derer, die vor euch lebten, leiten und sich zu euch kehren. Und Allah ist wissend und weise.
32. Und Allah will sich zu euch kehren; jene aber, die den Lüsten folgen, wünschen daß ihr abweichet in großem Abweichen. Allah will es euch leicht machen, und der Mensch ward schwach erschaffen.
33. O ihr, die ihr glaubt, fresset nicht euer Gut unter euch in Nichtigkeiten, es sei denn im Handel nach gegenseitiger Übereinkunft; und begeht nicht Selbstmord; siehe Allah ist barmherzig gegen euch.
34. Und wer dieses thut in Feindschaft und Frevel, wahrlich den werden wir brennen lassen im Feuer; denn dies ist Allah ein leichtes.
35. So ihr die großen Sünden meidet, die euch verboten sind, so bedecken wir eure Vergehen und führen euch ein in Ehren.
36. Und begehret nicht das, womit Allah den einen von euch vor dem andern auszeichnete. Den Männern soll sein ein Anteil nach Verdienst, und den Weibern ein Anteil nach Verdienst; und bittet Allah um seine Huld; siehe, Allah weiß alle Dinge.
37. Einem jeden haben wir Verwandte gegeben, was die Eltern oder Angehörigen oder diejenigen, mit denen ihr eure Rechte verbunden, hinterlassen, zu erben. So gebet ihnen ihren Anteil; siehe, Allah ist von allen Dingen Zeuge.
38. Die Männer sind den Weibern überlegen wegen dessen, was Allah den einen vor den andern gegeben hat, und weil sie von ihrem Geld (für die Weiber) auslegen. Die rechtschaffenen Weiber sind gehorsam und sorgsam in der Abwesenheit (ihrer Gatten), wie Allah für sie sorgte. Diejenigen aber, für deren Widerspenstigkeit ihr fürchtet – warnet sie, verbannet sie in die Schlafgemächer und schlagt sie. Und so sie euch gehorchen, so suchet keinen Weg wider sie; siehe, Allah ist hoch und groß.
39. Und so ihr einen Bruch zwischen beiden befürchtet, dann sendet einen Schiedsrichter von ihrer Familie und einen Schiedsrichter von seiner Familie. Wollen sie sich aussöhnen, so wird Allah Frieden zwischen ihnen stiften. Siehe, Allah ist wissend und weise.
40. Und dienet Allah und setzet ihm nichts an die Seite; und seid gut gegen die Eltern, die Verwandten, die Waisen, die Armen, den Nachbar, sei er verwandt oder aus der Fremde, gegen den vertrauten Freund, den Sohn des Weges und den Besitz eurer Rechten. Siehe, Allah liebt nicht den Hochmütigen, den Prahler,
41. Die da geizig sind und den Leuten gebieten, geizig zu sein, und verbergen, was Allah ihnen in seiner Huld gab; und den Ungläubigen haben wir schändende Strafe bereitet:
42. Und jenen, die da ihr Gut spenden vor den Augen der Leute und nicht glauben an Allah und an den Jüngsten Tag; und wer den Satan zum Nächsten hat – ein schlimmer Nächster!
43. Was aber käme über sie, so sie an Allah glaubten und an den Jüngsten Tag und spendeten von dem, was Allah ihnen bescherte? Und Allah kennt sie.
44. Siehe, Allah, nicht thut er unrecht im Gewicht eines Stäubchens, und so da ist eine gute That, wird er sie verdoppeln und wird geben von sich her großen Lohn.
45. Und wie (wird es mit den Ungläubigen stehen,) wenn wir von jedem Volk einen Zeugen bringen, und wenn wir dich wider sie zum Zeugen bringen? An jenem Tage werden die Ungläubigen, die wider den Gesandten rebellierten, wünschen, daß sie dem Boden gleichgemacht würden, und werden nichts vor Allah verbergen.
46. O ihr, die ihr glaubt, nähert euch nicht trunken dem Gebet (sondern wartet,) bis ihr wisset, was ihr sprechet, und auch nicht von Samen befleckt, es sei denn ihr zöget des Weges, bis ihr euch gewaschen habt. Seid ihr krank oder auf einer Reise, oder es kommt einer von euch von der Senke, oder ihr habt die Weiber berührt und findet kein Wasser, so nehmt dafür guten Sand und reibet euer Gesicht und eure Hände ab; siehe, Allah ist nachsichtig und verzeihend.
47. Schautest du nicht auf jene, denen ein Teil von der Schrift gegeben ward? Sie verkaufen den Irrtum und wünschen, daß ihr vom Weg abirrt. Aber Allah kennt sehr wohl eure Feinde, und Allah genügt als Beschützer, und Allah genügt als Helfer.
48. Unter den Juden giebt's welche, die die Stellung der Wörter verkehren und sagen: „Wir haben vernommen und rebellieren;“ und höre du ohne zu vernehmen, und sieh uns an. Es ist ein Umbiegen mit ihren Zungen und ein Stechen in den Glauben.
49. Und wenn sie sprächen: „Wir hören und gehorchen, und höre du und schau uns an,“ so wäre es besser für sie und richtiger. Jedoch hat sie Allah für ihren Unglauben verflucht; und nur wenige von ihnen glauben.
50. O ihr, denen die Schrift gegeben ward, glaubet an das, was wir hinabsandten, bestätigend was ihr habt, bevor wir (eure) Gesichter auswischen und sie ihren Hinterteilen gleich machen oder euch verfluchen. Und Allahs Befehl ward vollzogen.
51. Siehe, Allah vergiebt nicht, daß man ihm Götter beigesellt; doch verzeiht er, was außer diesem ist, wem er will. Und wer Allah Götter beigesellt, der hat eine gewaltige Sünde ersonnen.
52. Sahest du nicht auf die, welche sich selber für rein erachten? Allah aber erklärt für rein, wen er will; und es soll euch nicht um ein Fädchen am Dattelkern unrecht geschehen.
53. Schau, wie sie Lüge wider Allah ersinnen; und dies genügt als offenkundige Sünde.
54. Sahest du nicht auf die, denen ein Teil von der Schrift gegeben ward? Sie glauben an den Dschibt und den Taghut und sprechen von den Ungläubigen: „Sie sind des Weges besser geleitet als die Gläubigen.“
55. Diese sind es, welche Allah verflucht hat; und wen Allah verflucht hat, wahrlich nimmer findet er einen Helfer.
56. Sollen sie etwa einen Anteil am Königreich empfangen, wo sie selbst dann den Menschen nicht einmal ein Keimgrübchen im Dattelkern geben würden?
57. Beneiden sie etwa die Leute um das, was Allah ihnen in seiner Huld schenkte? Wir gaben dem Hause Abraham die Schrift und die Weisheit und gaben ihnen ein gewaltiges Königreich.
58. Und einige von ihnen glauben an ihn, andre aber kehrten sich von ihm ab; und Dschehannam genügt (ihnen) als Flamme.
59. Siehe, wer da unsre Zeichen verleugnet, den werden wir im Feuer brennen lassen. So oft ihre Haut gar ist, geben wir ihnen eine andre Haut, damit sie die Strafe schmecken. Siehe Allah ist mächtig und weise.
60. Diejenigen aber, die da glauben und das Rechte thun, die werden wir einführen in Gärten, durcheilt von Bächen, darinnen zu verweilen ewig und immerdar; und reine Gattinnen sollen ihnen darinnen sein, und führen werden wir sie in überschattenden Schatten.
61. Siehe, Allah gebietet euch wiederzugeben die Unterpfänder ihren Besitzern, und so ihr unter den Leuten richtet, in Billigkeit zu richten. Siehe, Allah – wie herrlich ist das, wozu er euch mahnt! Siehe, Allah hört und sieht.
62. O ihr, die ihr glaubt, gehorchet Allah und gehorchet dem Gesandten und denen, die Befehl unter euch haben. Und so ihr in etwas uneins seid, so bringet es vor Allah und den Gesandten, so ihr an Allah glaubt und an den Jüngsten Tag. Dies ist die beste und die schönste Auslegung.
63. Sahest du nicht auf die, welche behaupten, sie glaubten an das, was auf dich hinabgesandt ward und hinabgesandt ward vor dir? Sie wollen sich richten lassen vor dem Taghut, wiewohl ihnen befohlen ward, nicht an ihn zu glauben. Und es will sie der Satan in tiefer Abirrung irreführen.
64. Und so zu ihnen gesprochen wird: „Heran zu dem, was Allah offenbarte, und zum Gesandten!“ Dann siehst du die Heuchler sich schroff von dir abwenden.
65. Wie aber, wenn sie ein Unheil betrifft für das, was ihre Hände zuvor thaten? Dann kommen sie zu dir, schwörend bei Allah: „Siehe, wir wünschen nur Gutes und Versöhnung.“
66. Allah weiß, was in ihren Herzen ist. Drum wende dich ab von ihnen und ermahne sie und sprich zu ihnen in ihre Seelen dringende Worte.
67. Und wir entsandten Gesandte nur, daß ihnen gehorcht würde mit Allahs Erlaubnis. Und wenn sie, nachdem sie wider sich gesündigt, zu dir kämen und Allah um Verzeihung bäten, und der Gesandte für sie um Verzeihung bäte, wahrlich sie würden Allah vergebend und barmherzig erfinden.
68. Aber nein, bei deinem Herrn, nicht eher werden sie glauben, bis sie dich zum Richter über ihre Streitsachen einsetzen. Alsdann werden sie in ihren Herzen keine Schwierigkeit finden in deinem Entscheid und sich in Ergebung ergeben.
69. Und so wir ihnen vorgeschrieben hätten: „Tötet euch selber oder verlasset eure Wohnungen,“ so hätten es nur wenige von ihnen gethan. Hätten aber sie gethan, wozu sie aufgefordert wurden, es wäre besser für sie gewesen und bekräftigender (für ihren Glauben).
70. Und alsdann hätten wir ihnen wahrlich von uns her gewaltigen Lohn gegeben, und wahrlich wir hätten sie auf den rechten Weg geleitet.
71. Und wer Allah gehorcht und dem Gesandten, die sollen sein bei denen von den Propheten und den Gerechten und den Märtyrern und den Frommen, denen Allah gnädig gewesen; das ist eine schöne Kameradschaft!
72. Solches ist die Huld von Allah; und Allahs Wissen genügt.
73. O ihr, die ihr glaubt, seid auf eurer Hut, und rücket in Trupps aus oder rücket aus in Masse.
74. Und wahrlich unter euch giebt's welche, die zurückbleiben; und so euch ein Unglück trifft, sprechen sie: „Uns ist Allah gnädig gewesen, daß wir nicht bei ihnen waren.“
75. So euch aber eine Huld von Allah zuteil wird, wahrlich dann sprechen sie – wiewohl zwischen euch und ihnen keine Freundschaft war –: „Ach wäre ich doch bei ihnen gewesen, dann hätte ich großes Glück davongetragen!“
76. Und so soll kämpfen in Allahs Weg, wer das irdische Leben verkauft für das Jenseits. Und wer da kämpft in Allahs Weg, falle er oder siege er, wahrlich dem geben wir gewaltigen Lohn.
77. Und was ist euch, daß ihr nicht kämpfet in Allahs Weg und für die schwachen unter den Männern und die Weiber und Kinder, die da sprechen: „Unser Herr, führe uns hinaus aus dieser Stadt voll tyrannischer Bewohner, und gieb uns von dir her einen Beschützer, und gieb uns von dir her einen Helfer?“
78. Wer da glaubt, kämpft in Allahs Weg, und wer da nicht glaubt, kämpft im Weg des Taghut. So bekämpfet des Satans Freunde. Siehe, des Satans List ist schwach.
79. Sahst du nicht auf die, zu denen gesprochen ward: „Hemmet eure Hände (vom Kampf) und verrichtet das Gebet und zahlet die Armenspende?“ Doch wenn ihnen der Kampf vorgeschrieben wird, dann fürchtet ein Teil von ihnen die Menschen wie sie Allah fürchten, ja noch mehr, und sprechen: „Unser Herr, warum schriebst du uns den Kampf vor und verziehst nicht mit uns bis zum nahen Termin?“ Sprich: „Der Nießbrauch der Welt ist winzig, und das Jenseits ist besser für den Gottesfürchtigen; und nicht sollt ihr um eines Dattelkerns Fädchen Unrecht erleiden.“
80. Wo immer ihr seid, einholen wird euch der Tod, auch wenn ihr wäret in ragenden Türmen. Und so ihnen ein Gutes widerfährt, sprechen sie: „Dieses ist von Allah.“ Und so ihnen ein Übles widerfährt, sprechen sie: „Dieses ist von dir.“ Sprich: „Alles ist von Allah.“ Was aber ist diesem Volk, daß sie kaum ein Wort verstehen?
81. Was immer Gutes dir widerfährt, ist von Allah, und was immer Böses dir widerfährt, ist von dir selber. Und wir entsandten dich zu den Menschen als einen Gesandten, und Allah genügt als Zeuge.
82. Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah, und wer den Rücken kehrt, … so haben wir dich nicht entsandt zum Hüter über sie.
83. Und sie sprechen: „Gehorsam!“ Sobald sie jedoch von dir heraustreten, brütet ein Teil von ihnen des Nachts über etwas andres als deine Worte nach. Allah aber schreibt auf, worüber sie brüten. Drum wende dich ab von ihnen und vertrau auf Allah, und Allah genügt als Beschützer.
84. Ist's nicht, daß sie den Koran studieren? Und so er von einem andern als Allah wäre, wahrlich sie fänden in ihm viele Widersprüche.
85. Und wenn zu ihnen eine Sache kommt, die Sicherheit oder Furcht einflößt, verbreiten sie dieselbe. Wenn sie dieselbe aber dem Gesandten oder denen, die Befehl unter ihnen haben, hinterbrächten, so würden es diejenigen erfahren, die es von ihnen herausbringen wollen. Und ohne Allahs Huld gegen euch und seine Barmherzigkeit wäret ihr sicher bis auf wenige dem Satan gefolgt.
86. So kämpf in Allahs Weg; nur du sollst (dazu) gezwungen werden; und sporne die Gläubigen an. Vielleicht hemmt Allah die Kühnheit der Ungläubigen, denn Allah ist gewaltiger an Kühnheit und gewaltiger an Züchtigen.
87. Wer Fürsprache einlegt für eine gute Sache, der soll seinen Anteil an ihr haben; und wer Fürsprache einlegt für eine schlechte Sache, der soll ein Gleiches von ihr haben. Und Allah wacht über alle Dinge.
88. Und so ihr gegrüßt werdet mit einem Gruß, so grüßet mit schönerem wieder oder gebet ihn zurück. Siehe, Allah nimmt Rechenschaft von allen Dingen.
89. Allah, es giebt keinen Gott außer ihm; wahrlich er wird euch versammeln zum Tag der Auferstehung; kein Zweifel ist daran; und wessen Wort ist zuverlässiger als Allahs?
90. Und weshalb seid ihr hinsichtlich der Heuchler zwei Parteien, wo Allah sie für ihr Thun umgekehrt hat? Wollt ihr recht leiten, wen Allah irregeführt hat? Und wen Allah irreführt, nimmer findest du für ihn einen Weg.
91. Sie wünschen, daß ihr ungläubig werdet wie sie ungläubig sind, und daß ihr (ihnen) gleich seid. Nehmet aber keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswanderten in Allahs Weg. Und so sie den Rücken kehren, so ergreifet sie und schlagt sie tot, wo immer ihr sie findet; und nehmet keinen von ihnen zum Freund oder Helfer:
92. Außer denen, die zu einem Volke kommen, mit dem ihr ein Bündnis habt, oder zu euch kommen, dieweil ihre Brüste beklommen sind wider euch zu kämpfen oder ihr eigenes Volk zu bekämpfen. So Allah es wollte, wahrlich er hätte ihnen Macht über euch gegeben, und sicherlich hätten sie wider euch gekämpft. Wenn sie jedoch von euch scheiden, ohne euch zu bekämpfen, und euch Frieden anbieten, so giebt euch Allah keinen Weg wider sie.
93. Andre werdet ihr finden, welche mit euch und mit ihrem Volke in Frieden leben wollen. So oft diese in Empörung zurückfallen, sollen sie in ihr umgekehrt werden. Und so sie sich nicht von euch trennen noch euch Frieden anbieten und ihre Hände hemmen, so nehmet sie und schlagt sie tot, wo immer ihr auf sie stoßet. Und über sie haben wir euch offenkundige Macht gegeben.
94. Ein Gläubiger darf keinen Gläubigen töten, es sei denn aus Versehen; und wer einen Gläubigen aus Versehen tötet, der soll einen gläubigen Nacken befreien, und das Sühngeld soll seiner Familie gezahlt werden, es sei denn sie schenken es als Almosen. Und so er ein Gläubiger ist aus einem euch feindlichen Volk, so befreie er einen gläubigen Nacken; ist er aber aus einem mit euch verbündeten Volk, so zahle er das Sühngeld an seine Familie und befreie einen gläubigen Nacken. Und wer nicht (die Mittel) findet, der faste zwei Monate hintereinander. Dies ist eine Buße von Allah, und Allah ist wissend und weise.
95. Und wer einen Gläubigen mit Vorsatz tötet, dessen Lohn ist Dschehannam; ewig soll er darin verweilen, und Allah zürnt ihm und verflucht ihn und bereitet für ihn gewaltige Strafe.
96. O ihr, die ihr glaubt, so ihr auszieht in Allahs Weg, so machet einen Unterschied und sprechet nicht zu jedem, der euch Frieden anbietet: „Du bist kein Gläubiger,“ in euerm Trachten nach dem Gewinn des irdischen Lebens. Bei Allah ist reiche Beute. Also waret ihr zuvor, doch Allah war gnädig gegen euch. Drum machet einen Unterschied; siehe, Allah kennt euer Thun.
97. Und nicht sind diejenigen Gläubigen, welche (daheim) ohne Bedrängnis sitzen, gleich denen, die in Allahs Weg streiten mit Gut und Blut. Allah hat die, welche mit Gut und Blut streiten, im Rang über die, welche (daheim) sitzen, erhöht. Allen hat Allah das Gute versprochen; aber den Eifernden hat er vor den (daheim)sitzenden hohen Lohn verheißen,
98. Rangstufen von ihm und Vergebung und Barmherzigkeit; denn Allah ist nachsichtig und barmherzig.
99. Siehe, diejenigen, welche wider sich gesündigt hatten, nahmen die Engel fort und sprachen zu ihnen: „Wozu gehört ihr?“ Sie sprachen: „Wir sind die Schwachen im Land.“ Sie sprechen: „Ist nicht Allahs Land weit genug, daß ihr hättet auswandern können in dasselbe?“ Und jene … ihre Behausung ist Dschehannam, und schlimm ist die Fahrt (dorthin):
100. Außer den Schwachen unter den Männern und Weiber und Kindern, die sich nicht zu helfen vermögen und nicht des Weges geleitet sind. Ihnen verzeiht Allah vielleicht, denn Allah ist nachsichtig und verzeihend.
101. Und wer auswandert in Allahs Weg, wird auf der Erde manche Zuflucht und Hilfsmittel finden. Und wer sein Haus verläßt und zu Allah und seinem Gesandten auswandert, und der Tod ereilt ihn dann, dessen Lohn fällt Allah zu; und Allah ist verzeihend und barmherzig.
102. Und so ihr das Land durchzieht, so begeht ihr keine Sünde, wenn ihr das Gebet abkürzt aus Furcht, die Ungläubigen könnten euch überfallen. Siehe, die Ungläubigen sind euch ein offenkundiger Feind.
103. Und wenn du unter ihnen bist und mit ihnen das Gebet verrichtest, so soll ein Teil mit dir stehen, doch sollen sie ihre Waffen ergreifen. Und wenn sie sich niedergeworfen haben, so sollen sie hinter euch treten, und es soll eine andre Abteilung kommen, die noch nicht gebetet hat, und soll mit dir beten; doch sollen sie auf der Hut sein und ihre Waffen ergreifen. Die Ungläubigen hätten es gern, daß ihr eure Waffen und eure Sachen außer acht ließet, um euch dann auf einmal zu überfallen. Und ihr begehet keine Sünde, wenn euch der Regen Schaden zufügt oder wenn ihr krank seid, eure Waffen fortzulegen. Seid jedoch auf eurer Hut. Siehe, Allah hat für die Ungläubigen schändende Strafe bereitet.
104. Und wenn ihr das Gebet beendet habt, dann gedenket Allahs, sei es stehend, sitzend oder auf euern Seiten (liegend). Und wenn ihr in Sicherheit seid, so verrichtet das Gebet; siehe, das Gebet ist für die Gläubigen eine Vorschrift, die für bestimmte Zeiten festgesetzt ist.
105. Und erlahmet nicht in der Verfolgung des Volks; leidet ihr, siehe, so leiden sie wie ihr leidet. Ihr aber erhoffet von Allah, was sie nicht erhoffen; und Allah ist wissend und weise.
106. Siehe wir haben zu dir das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, damit du zwischen den Menschen richtest, wie dir Allah Einsicht gegeben. Aber mit den Verrätern disputiere nicht. Und bitte Allah um Verzeihung (für sie); siehe, Allah ist verzeihend und barmherzig.
107. Und verwende dich nicht für die, welche einander betrügen; siehe, Allah liebt nicht einen Betrüger und Sünder.
108. Sie verbergen sich vor den Menschen, doch können sie sich nicht vor Allah verbergen; und er ist bei ihnen, wenn sie des Nachts besprechen, was ihm nicht gefällt. Allah überschaut all ihr Thun.
109. Ihr verteidiget sie wohl in diesem Leben; wer aber wird sie vor Gott am Tag der Auferstehung verteidigen oder wer wird ihr Schützer sein?
110. Und wer eine Missethat thut oder wider sich sündigt und dann Allah um Verzeihung bittet, wird Allah verzeihend und barmherzig finden.
111. Und wer eine Sünde begeht, begeht sie nur gegen sich selber; und Allah ist wissend und weise.
112. Und wer ein Vergehen oder eine Sünde begeht und sie auf einen Unschuldigen legt, der beladet sich mit Verleumdung und offenbarer Sünde.
113. Und ohne Allahs Huld und Barmherzigkeit gegen dich, hätte wahrlich ein Teil von ihnen versucht dich irrezuführen; aber nur sich selber führen sie irre, ohne dir das geringste zu schaden. Und hinabgesandt hat Allah die Schrift und die Weisheit und hat dich gelehrt, was du nicht wußtest; und Allahs Huld war groß gegen dich.
114. Nichts Gutes ist in einem großen Teil ihrer geheimen Reden, es sei denn, wenn einer Almosen oder was Rechtens ist oder Frieden unter den Menschen gebietet. Und wer solches thut im Trachten nach Allahs Huld, wahrlich dem werden wir gewaltigen Lohn geben.
115. Wer sich aber von dem Gesandten trennt, nachdem ihm die Leitung offenkund gethan und einen andern Weg als den der Gläubigen befolgt, dem wollen wir den Rücken kehren, wie er den Rücken gekehrt hat, und wollen ihn in Dschehannam brennen lassen; und schlimm ist die Fahrt dorthin.
116. Siehe, Allah vergiebt es nicht, daß ihm Götter zur Seite gesetzt werden, doch vergiebt er alles außer diesem, wem er will. Wer Allah Götter zur Seite setzt, der ist weit abgeirrt.
117. Siehe, sie rufen außer ihm Weiber an, ja sie rufen einen rebellischen Satan an!
118. Verflucht hat ihn Allah, und er sprach: „Wahrlich nehmen will ich einen bestimmten Teil deiner Diener und will sie in die Irre führen und sie lüstern machen und ihnen befehlen, daß sie den Tieren die Ohren abschneiden, und ihnen befehlen, die Schöpfung Allahs zu verändern.“ Und wer sich den Satan zum Beschützer nimmt und Allah verwirft, der ist offenbar verloren.
119. Er macht ihnen Versprechungen und weckt ihre Lüste; aber der Satan macht ihnen nur Versprechungen in Trug.
120. Sie – ihre Behausung ist Dschehannam, und nicht finden sie ein Entkommen aus ihr.
121. Wer aber glaubt und das Rechte thut, wahrlich jene führen wir ein in Gärten, durcheilt von Bächen, darinnen zu verweilen ewig und immerdar. Das ist eine wahre Verheißung von Allah; und wessen Wort ist wahrhafter als Allahs?
122. Nicht nach euern Wünschen und den Wünschen des Volkes der Schrift. Wer Böses gethan, dem wird es vergolten, und nicht findet er außer Allah einen Schützer oder Helfer.
123. Wer aber Rechtes thut, sei es Mann oder Weib, und er ist gläubig – jene sollen eingehen ins Paradies und sollen nicht um ein Keimgrübchen im Dattelkern Unrecht erleiden.
124. Und wer hätte einen schönern Glauben als wer sein Angesicht Allah ergiebt und das Gute thut und die Religion Abrahams, des Lautern im Glauben, befolgt; und Allah nahm sich Abraham zum Freund.
125. Und Allahs ist, was in den Himmeln und was auf Erden, und Allah ist rings um alle Dinge.
126. Und sie werden dich über die Weiber befragen. Sprich: „Allah hat euch über sie belehrt und hat euch in der Schrift verkündet in betreff verwaister Mädchen, denen ihr nicht gebt, was euch vorgeschrieben, und die ihr nicht heiraten wollt; ebenso betreffs schwacher Kinder, und daß ihr gegen die Waisen Gerechtigkeit üben sollt. Und was ihr Gutes thut, siehe, Allah weiß es.
127. Und so eine Weib von ihrem Ehemann rohe Behandlung oder Abneigung befürchtet, so begehen sie keine Sünde, wenn sie sich versöhnen, denn Versöhnung ist das beste. Die Seelen sind dem Geiz zugänglich; doch so ihr Gutes thut und gottesfürchtig seid, siehe, so kennt Allah euer Thun.
128. Nimmer ist es euch möglich, in (gleicher) Billigkeit gegen eure Weiber zu verfahren, auch wenn ihr danach trachtetet. Doch wendet euch nicht gänzlich (von der einen oder andern) ab, so daß ihr sie wie in der Schwebe lasset. Söhnet ihr euch aus und fürchtet ihr Allah, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig.
129. Wenn sie sich jedoch trennen, so kann Allah beide aus seinem Reichtum entschädigen, denn Allah ist umfassend und weise.
130. Und Allahs ist was in den Himmeln und was auf Erden. Wir haben bereits denen, welchen vor euch die Schrift gegeben ward, und euch eingeschärft, Allah zu fürchten. Und so ihr ungläubig seid – siehe, Allahs ist was in den Himmeln und auf Erden, und Allah ist reich und rühmenswert.
131. Und Allahs ist, was in den Himmeln und was auf Erden, und Allah genügt als Beschützer.
132. So er es will, nimmt er euch fort, ihr Menschen, und setzt andre hin; Allah ist hierzu mächtig.
133. Wer den Lohn der Welt will, so ist bei Allah der Lohn hienieden und im Jenseits; und Allah ist hörend und schauend.
134. O ihr, die ihr glaubt, bleibt fest in der Gerechtigkeit, so ihr Zeugnis ablegt zu Gott, und sei es auch wider euch selber oder eure Eltern und Verwandten, handle es sich um arm oder reich, denn Allah steht näher als beide. Und folget nicht der Leidenschaft, daß ihr abweichet (vom Recht). Ob ihr euch auch hin- und herwendet und abkehret, siehe, Allah weiß, was ihr thut.
135. O ihr, die ihr glaubt, glaubet an Allah und seinen Gesandten und an das Buch, das er auf seinen Gesandten herabgesandt hat, und die Schrift, die er zuvor herabkommen ließ. Wer nicht glaubt an Allah und seine Engel und die Schriften und seine Gesandten und an den Jüngsten Tag, der ist weit abgeirrt.
136. Siehe, diejenigen, welche glauben und hernach ungläubig werden, dann wieder glauben und dann noch zunehmen an Unglauben, denen verzeiht Allah nicht und nicht leitet er sie des Weges.
137. Verkündige den Heuchlern, daß ihnen schmerzliche Strafe bestimmt ist.
138. Wer sich die Ungläubigen zu Freunden nimmt vor den Gläubigen, suchen sie etwa Ehre bei ihnen? Siehe, die Ehre ist Allahs allein.
139. Und bereits sandte er auf euch in dem Buch (das Wort) hernieder: „So ihr die Zeichen Allahs hört, wird man sie nicht glauben, sondern verspotten.“ Sitzet drum nicht mit ihnen, ehe sie nicht zu einem andern Gespräch übergehen. Siehe, ihr würdet dann ihnen gleich werden. Siehe, Allah versammelt die Heuchler und Ungläubigen allzumal in Dschehannam:
140. Die euch belauern und, so euch ein Sieg von Allah ward, sprechen: „Waren wir nicht mit euch?“ Hatten aber die Ungläubigen Erfolg, sprechen sie: „Trugen wir nicht den Sieg über euch davon und schützten euch vor den Gläubigen?“ Drum wird Allah richten zwischen euch am Tag der Auferstehung, und nimmer wird Allah den Ungläubigen gegen die Gläubigen einen Weg geben.
141. Siehe, die Heuchler wollen Allah betrügen, doch betrügt er sie; und so sie zum Gebet dastehen, stehen sie nachlässig da, um von den Leuten gesehen zu werden, und gedenken Allahs nur wenig:
142. Hin und her schwankend zwischen diesem, weder zu diesen noch jenen gehörend: und wen Allah irreführt, nimmer findest du einen Weg für ihn.
143. O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht die Ungläubigen zu Freunden vor den Gläubigen. Wollt ihr etwa Allah offenkundige Gewalt über euch geben?
144. Siehe die Heuchler sollen sein in der untersten Feuerstiefe; und nimmer findest du einen Helfer für sie:
145. Außer für die, welche umkehren und sich bessern und ihre Zuflucht zu Allah nehmen und lautern Glaubens zu Allah sind; diese sollen sein mit den Gläubigen, und wahrlich geben wird Allah den Gläubigen gewaltigen Lohn.
146. Warum sollte Allah euch strafen, wenn ihr dankbar seid und glaubt? Denn Allah ist dankbar und wissend.
147. Nicht liebt Allah öffentliche Rede vom Bösen, es sei denn jemandem Unrecht geschehen; und Allah ist hörend und wissend.
148. Ob ihr Gutes kund thut oder verbergt oder Böses vergebt, siehe, Allah ist nachsichtig und mächtig.
149. Siehe die, welche nicht an Allah glauben und an seine Gesandten und einen Unterschied machen wollen zwischen Allah und seinen Gesandten und sprechen: „Wir glauben an einige und glauben an andre nicht,“ und einen Weg dazwischen einschlagen wollen,
150. Jenes sind die wahren Ungläubigen, und den Ungläubigen haben wir schändende Strafe bereitet.
151. Die aber an Allah glauben und an seine Gesandten und zwischen keinem von ihnen einen Unterschied machen, wahrlich jenen werden wir ihren Lohn zahlen; und Allah ist verzeihend und barmherzig.
152. Verlangen wird das Volk der Schrift von dir, ihnen ein Buch vom Himmel hinabzusenden. Aber etwas Größeres als dies verlangten sie schon von Moses. Und sie sprachen: „Zeig uns Allah deutlich!“ Da erfaßte sie das Wetter für ihre Sünde. Alsdann nahmen sie sich das Kalb, nachdem die deutlichen Zeichen zu ihnen gekommen waren; aber wir vergaben ihnen dies und gaben Moses offenkundige Gewalt.
153. Und wir hoben den Berg über sie, als wir den Bund mit ihnen schlossen, und sprachen zu ihnen: „Tretet ein durch das Tor, euch niederwerfend;“ und wir sprachen zu ihnen: „Übertretet nicht den Sabbat.“ Und wir schlossen ein festes Bündnis mit ihnen.
154. Und darum daß sie das Bündnis zerrissen und Allahs Zeichen verleugneten und die Propheten ungerechterweise ermordeten und sprachen: „Unsere Herzen sind unbeschnitten“ – aber Allah hat sie wegen ihres Unglaubens versiegelt, so daß nur wenige glauben –
155. Und weil sie ungläubig waren und wider Maria eine große Verleumdung aussprachen,
156. Und weil sie sprachen: „Siehe, wir haben den Messias Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, ermordet“ – doch ermordeten sie ihn nicht und kreuzigten ihn nicht, sondern einen ihm ähnlichen - … (darum verfluchten wir sie). Und siehe, diejenigen, die über ihn uneins sind, sind wahrlich im Zweifel in betreff seiner. Sie wissen nichts von ihm, sondern folgen nur Meinungen; und nicht töteten sie ihn in Wirklichkeit, sondern es erhöhte ihn Allah zu sich; und Allah ist mächtig und weise.
157. Und wahrlich vom Volke der Schrift wird jeder an ihn glauben vor seinem Tode; und am Tag der Auferstehung wird er wider sie Zeuge sein.
158. Und wegen der Sünde der Juden haben wir ihnen gute Dinge verwehrt, die ihnen erlaubt waren, wie auch wegen ihres Abwendens vieler von Allahs Weg,
159. Und weil sie Wucher nahmen, wiewohl er ihnen verboten war, und das Gut der Leute in unnützer Weise fraßen. Und für die Ungläubigen unter ihnen haben wir schmerzliche Strafe bereitet.
160. Aber denen unter ihnen, welche fest stehen im Wissen, und den Gläubigen, die da glauben an das, was zu dir hinabgesandt ward und hinabgesandt ward vor dir, und das Gebet verrichten und die Armenspende zahlen und an Allah glauben und an den Jüngsten Tag, wahrlich jenen werden wir gewaltigen Lohn geben.
161. Siehe, wir haben dir Offenbarung gegeben, wie wir Noah Offenbarung gaben und den Propheten nach ihm, und Offenbarung gaben Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und den Stämmen und Jesus und Hiob und Jonas und Aaron und Salomo; und wir gaben David den Psalter.
162. Und von (einigen) Gesandten haben wir dir zuvor erzählt und von (andern) Gesandten haben wir dir nicht erzählt – und es redete Allah mit Moses in Rede –
163. Und von Gesandten, Freudenverkündern und Warnern, damit die Menschen nach den Gesandten vor Allah keine Entschuldigung hätten. Und Allah ist mächtig und weise.
164. Aber Allah bezeugt, was er zu dir hinabgesandt hat; nach seinem Wissen hat er es hinabgesandt, und die Engel bezeugen es; und Allah genügt als Zeuge.
165. Siehe diejenigen, welche ungläubig sind und abwendig machen von Allahs Weg, sind abgeirrt in weitem Irrtum.
166. Siehe diejenigen, welche nicht glauben und Unrecht tun, nicht wird Allah ihnen verzeihen und nicht leitet er sie des Weges,
167. Es sei denn des Weges nach Dschehannam, darinnen zu verweilen ewig und immerdar. Dieses ist Allah leicht.
168. O ihr Menschen, gekommen ist zu euch der Gesandte mit der Wahrheit von eurem Herrn, drum glaubet; gut ist's für euch. So ihr aber ungläubig seid, siehe, so ist Allahs, was in den Himmeln und auf Erden, und Allah ist wissend und weise.
169. O Volk der Schrift, überschreitet nicht euern Glauben und sprechet von Allah nur die Wahrheit. Der Messias Jesus, der Sohn der Maria, ist der Gesandte Allahs und sein Wort, das er in Maria legte, und Geist von ihm. So glaubet an Allah und an seinen Gesandten und sprechet nicht: „Drei.“ Stehet ab davon, gut ist's euch. Allah ist nur ein einiger Gott; Preis Ihm, daß ihm sein sollte ein Sohn! Sein ist was in den Himmeln und was auf Erden, und Allah genügt als Beschützer.
170. Nimmer ist der Messias zu stolz ein Diener Allahs zu sein, und nicht auch die nahestehenden Engel.
171. Und wer zu stolz ist, ihm zu dienen und voll Hoffart ist, versammeln wird er sie zu sich insgesamt.
172. Was aber diejenigen anlangt, die da glauben und das Rechte thun, zahlen wird er ihnen ihren Lohn und mehren aus seiner Huld. Was aber die Stolzen und Hoffärtigen anlangt, strafen wird er sie mit schmerzlicher Strafe.
173. Und nicht werden sie finden für sich außer Allah einen Schützer oder Helfer.
174. O ihr Menschen, gekommen ist nunmehr zu euch ein Beweis von euerm Herrn, und hinabgesandt haben wir zu euch ein deutliches Licht. Was nun anlangt die, welche glauben und an Allah sich halten, wahrlich führen wird er sie in seine Barmherzigkeit und Huld und wird sie leiten zu sich eines rechten Weges.
175. Sie werden dich um Auskunft fragen. Sprich: Allah unterweist euch in betreff entfernter Verwandtschaft. So ein Mann kinderlos stirbt aber eine Schwester hat, so soll sie die Hälfte von dem haben, was er hinterläßt; und er soll sie beerben, wenn sie kein Kind hat. Sind aber zwei Schwestern da, sollen sie zwei Dritteile von seiner Hinterlassenschaft haben. Sind aber Brüder und Schwestern da, so soll der Mann den Anteil von zwei Weiber haben. Allah macht es euch klar, daß ihr nicht irrt; und Allah weiß alle Dinge.
Fünfte Sure. Der Tisch.
Geoffenbart zu Medina.
Im Namen Allahs,
des Erbarmers, des Barmherzigen!
1. O ihr, die ihr glaubt, haltet eure Verträge. Erlaubt ist euch (als Speise) das unvernünftige Vieh, außer dem, was euch verlesen wird, und außer der Jagd, während ihr auf der Pilgerfahrt seid. Siehe, Allah verordnet was er will.
2. O ihr, die ihr glaubt, verletzet nicht die Wallfahrtsgebräuche Allahs noch den heiligen Monat, noch das Opfertier und seinen Halsschmuck, noch auch diejenigen, welche nach dem heiligen Hause ziehen im Verlangen nach der Huld und dem Wohlgefallen ihres Herrn.
3. Habt ihr jedoch (den Pilgermantel) abgelegt, dann jaget. Und nicht verführe euch der Haß gegen Leute, die euch von der heiligen Moschee abhalten wollen, zur Übertretung; helfet einander zur Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und helfet einander nicht zur Sünde und Feindschaft. Und fürchtet Allah; siehe Allah ist streng im Strafen.
4. Verwehrt ist euch Krepiertes, Blut, Schweinefleisch und das, über dem ein andrer Name als Allahs (beim Schlachten) angerufen ward; das Erwürgte, das Erschlagene, das durch Sturz oder Hörnerstoß Umgekommene, das von reißenden Tieren Gefressene, außer dem, was ihr reinigt, und das auf (Götzen-)Steinen Geschlachtete. Und durch Pfeillose zu verteilen ist Frevel. Verzweifeln wird an diesem Tage, wer euren Glauben verleugnet. Drum fürchtet sie nicht, sondern fürchtet mich.
5. Heute habe ich euch vollendet euern Glauben und habe erfüllt an euch meine Gnade und es ist mein Wille, daß der Islam euer Glauben ist. Und wenn einer ohne Hinneigung zur Sünde durch Hunger bedrängt wird, siehe, so ist Allah verzeihend und barmherzig.
6. Sie werden dich fragen, was ihnen denn erlaubt ist. Sprich: „Erlaubt sind euch die guten Dinge und (die Beute) wilder, wie Hunde abgerichteter Tiere, indem ihr sie lehrt, wie Allah euch belehrt hat. Esset von dem, was sie für euch fangen, und nennet Allahs Namen darüber und fürchtet Allah. Siehe, Allah ist schnell im Rechnen.
7. Heute sind euch die guten Dinge erlaubt, und die Speise derer, denen die Schrift gegeben ward, ist euch erlaubt, wie eure Speise ihnen erlaubt ist. Und (erlaubt sind euch zu heiraten) züchtige Weiber, die gläubig sind, und züchtige Weiber von denen, welchen die Schrift vor euch gegeben ward, so ihr ihnen ihre Morgengabe gegeben habt und züchtig mit ihnen lebt ohne Hurerei und keine Konkubinen nehmt. Wer den Glauben verleugnet, dessen Werk ist fruchtlos und im Jenseits ist er einer der Verlorenen.
8. O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr hintretet zum Gebet, so waschet euer Gesicht und eure Hände bis zu den Ellbogen und wischet eure Häupter und eure Füße bis zu den Knöcheln ab.
9. Und so ihr durch Samen befleckt seid, so reinigt euch. Und so ihr krank oder auf einer Reise seid oder einer von euch kommt vom Abtritt oder ihr habt die Weiber berührt und findet nicht Wasser, so nehmet guten Sand und wischet euch das Gesicht und die Hände damit ab. Allah will euch keine Last auflegen, jedoch will er euch reinigen und seine Gnade an euch vollenden; vielleicht seid ihr dankbar.
10. Und gedenket der Gnade Allahs gegen euch und seines Bundes, den er mit euch schloß, als ihr spracht: „Wir hören und gehorchen;“ und fürchtet Allah; siehe, Allah kennt das Innerste der Brüste.
11. O ihr, die ihr glaubt, steht fest in Gerechtigkeit, wenn ihr vor Allah Zeugen seid, und nicht verführe euch Haß gegen Leute zur Ungerechtigkeit. Seid gerecht, das ist näher der Gottesfurcht. Und fürchtet Allah; siehe Allah kennt euer Thun.
12. Verheißen hat Allah denen, die glauben und das Rechte thun, Verzeihung und gewaltigen Lohn.
13. Wer aber nicht glaubt und unsre Zeichen der Lüge zeiht, die sind Gefährten des Höllenpfuhls.
14. O ihr, die ihr glaubt, gedenket der Gnade Allahs gegen euch, als ein Volk trachtete seine Hände nach euch auszustrecken; er aber hemmte ihre Hände. Und fürchtet Allah, und auf Allah sollen die Gläubigen trauen.
15. Und wahrlich, es schloß Allah einen Bund mit den Kindern Israel, und aus ihnen erweckten wir zwölf Führer, und es sprach Allah: „Siehe, ich bin mit euch. Fürwahr, wenn ihr das Gebet verrichtet und die Armenspende zahlt und an meine Gesandten glaubt und ihnen helft und Allah eine schöne Anleihe leiht, wahrlich dann bedecken wir eure Missethaten und wahrlich dann führen wir euch ein in Gärten, durcheilt von Bächen. Drum wer nach diesem von euch nicht glaubt, der ist abgeirrt von dem ebenen Weg.“
16. Und dieweil sie den Bund brachen, haben wir sie verflucht und haben ihre Herzen verhärtet. Sie vertauschten die Wörter an ihren Stellen und vergaßen einen Teil von dem, was ihnen gesagt ward. Und nicht sollst du ablassen die Verräter unter ihnen zu entdecken, bis auf wenige. Und vergieb ihnen und verzeih; siehe, Allah liebt die Gutes Thuenden.
17. Und mit denen, welche sprechen: „Siehe wir sind Nazarener,“ schlossen wir einen Bund. Sie aber vergaßen einen Teil von dem, was ihnen gesagt ward; darum erregten wir Feindschaft und Haß unter ihnen bis zum Tag der Auferstehung. Und sicherlich wird Allah ihnen ansagen, was sie gethan.
18. O Volk der Schrift, nunmehr ist unser Gesandter zu euch gekommen, euch vieles von der Schrift kundzutun, was ihr verbargt, und um vieles zu übergehen. Gekommen ist nunmehr zu euch von Allah ein Licht und ein klares Buch, mit dem Allah leitet, wer seinem Wohlgefallen nachgeht, zu Wegen des Heils, und sie herausführt aus den Finsternissen zum Licht mit seiner Erlaubnis, und sie leitet auf einen rechten Pfad.
19. Wahrlich ungläubig sind, die da sprechen: „Siehe, Allah, das ist der Messias, der Sohn der Maria.“ Sprich: „Und wer hätte über Allah Macht, so er den Messias, den Sohn der Maria, und seine Mutter und, wer auf der Erde allzumal, vernichten wollte?“
20. Und Allahs ist das Reich der Himmel und der Erde und was dazwischen. Er erschafft, was er will, und Allah hat Macht über alle Dinge.
21. Und es sprechen die Juden und die Nazarener: „Wir sind Allahs Kinder und seine Geliebten.“ Sprich: „Und weshalb straft er euch für eure Sünden?“ Nein, ihr seid Menschen von denen, die er erschaffen. Er verzeiht, wem er will, und Allahs ist das Reich der Himmel und der Erde und was dazwischen, und zu ihm ist die Heimkehr.
22. O Volk der Schrift, gekommen ist nunmehr zu euch unser Gesandter euch aufzuklären über das Ausbleiben der Gesandten, damit ihr nicht sagt: „Zu uns kommt weder ein Freudenbote noch ein Warner.“ Und gekommen ist nun zu euch ein Freudenbote und ein Warner, und Allah hat Macht über alle Dinge.
23. Und (gedenke,) als Moses zu seinem Volk sprach: „O Leute, gedenket der Gnade Allahs gegen euch, da er unter euch Propheten erweckte und euch Könige einsetzte und euch gab, was er keinem von aller Welt gegeben.
24. O Volk, betritt das heilige Land, das Allah euch bestimmte; und kehret nicht den Rücken, auf daß ihr nicht als Verlorene umkehrt.“
25. Sie sprachen: „O Moses, siehe, darinnen ist ein Volk von Recken, und siehe, nimmer betreten wir es, ehe sie es nicht verlassen haben. So sie es verlassen, dann wollen wir es betreten.“
26. Sprachen zwei Männer, welche (ihren Herrn) fürchteten, denen Allah gnädig gewesen war: „Gehet ein zu ihnen durch das Tor; und wenn ihr durch dasselbe eingetreten seid, siehe, dann werdet ihr obsiegen. Und auf Allah vertrauet, so ihr Gläubige seid.“
27. Sie sprachen: „O Moses, siehe, nimmer werden wir es betreten, solange sie darinnen sind. Gehe du und dein Herr und kämpfet; siehe, wir bleiben hier sitzen.“
28. Er sprach: „Mein Herr, siehe, ich habe nur Macht über mich selber und meinen Bruder, mache drum eine Scheidung zwischen uns und diesem frevelhaften Volk.“
29. Er sprach: „Siehe, verwehrt soll es ihnen sein vierzig Jahre lang; umherirren sollen sie auf der Erde. Bekümmere dich nicht um das frevelhafte Volk.“
30. Und verkünde ihnen die Geschichte der beiden Söhne Adams der Wahrheit gemäß, als sie ein Opfer opferten. Angenommen ward es von dem einen von ihnen, und nicht angenommen von dem andern. Er sprach: „Wahrlich ich schlage dich tot!“ (Der andre) sprach: „Siehe, Allah nimmt nur von den Gottesfürchtigen an.
31. Wahrlich streckst du auch deine Hand zu mir aus, um mich totzuschlagen, so strecke ich doch nicht meine Hand zu dir aus, um dich zu erschlagen; siehe, ich fürchte Allah, den Herrn der Welten.
32. Siehe, ich will, daß du meine und deine Sünde trägst und ein Gefährte des Feuers wirst; und dies ist der Lohn der Ungerechten.“
33. Da trieb ihn seine Seele an, seinen Bruder zu erschlagen, und so erschlug er ihn und ward einer der Verlorenen.
34. Und es entsandte Allah einen Raben, daß er auf dem Boden scharrte, um ihm zu zeigen, wie er die Missethat an seinem Bruder verbergen könnte. Er sprach: „O weh mir, bin ich zu kraftlos zu sein wie dieser Rabe und die MisseTat an meinem Bruder zu verbergen?“ Und so ward er reuig.
35. Aus diesem Grunde haben wir den Kindern Israel verordnet, daß wer eine Seele ermordet, ohne daß er einen Mord oder eine Gewaltthat im Lande begangen hat, soll sein wie einer, der die ganze Menschheit ermordet hat. Und wer einen am Leben erhält, soll sein, als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten. 36. Und es kamen zu ihnen unsre Gesandten mit den deutlichen Zeichen; dann aber waren viele von ihnen ausschweifend auf Erden.
37. Siehe, der Lohn derer, welche Allah und seinen Gesandten befehden und Verderben auf der Erde betreiben, ist nur der, daß sie getötet oder gekreuzigt oder an Händen und Füßen wechselseitig verstümmelt oder aus dem Lande vertrieben werden. Das ist ihr Lohn hienieden, und im Jenseits wird ihnen schmerzliche Strafe:
38. Außer jenen, welche bereuen, bevor ihr sie in eurer Gewalt habt. Und wisset, daß Allah verzeihend und barmherzig ist.
39. O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und trachtet nach Vereinigung mit ihm und streitet in Allahs Weg; vielleicht ergeht es euch wohl.
40. Siehe, die Ungläubigen – hätten sie auch alles was auf der ganzen Erde ist, und das gleiche dazu, um sich damit von der Strafe des Auferstehungstages loszukaufen, nicht würde es von ihnen angenommen. Und ihnen wird schmerzliche Strafe.
41. Sie möchten wohl dem Feuer entrinnen, doch entrinnen sie nicht aus ihm; und ihnen wird dauernde Strafe.
42. Und der Dieb und die Diebin, schneidet ihnen ihre Hände ab als Lohn für ihre Thaten. (Dies ist) ein Exempel von Allah, und Allah ist mächtig und weise.
43. Wer aber nach seiner Sünde umkehrt und sich bessert, siehe, zu dem kehrt sich auch Allah; siehe Allah ist verzeihend und barmherzig.
44. Weißt du nicht, daß Allahs das Reich der Himmel und der Erde ist? Er straft wen er will, und verzeiht, wem er will, und Allah hat Macht über alle Dinge.
45. O du Gesandter, laß dich nicht durch die, welche miteinander im Unglauben wetteifern, betrüben von jenen, die da mit ihrem Munde sprechen: „Wir glauben,“ doch glauben ihre Herzen nicht; und von den Juden, – Horchern auf Lüge und Horchern auf andre – nicht kommen sie zu dir. Sie vertauschen die Wörter an ihren Stellen und sprechen: „Wenn dies zu euch gebracht wird, so nehmet es an, und wenn es euch nicht gebracht wird, so hütet euch davor.“ Wen Allah verführen will, für den vermagst du wider Allah nichts. Sie, deren Herzen Allah nicht reinigen will, empfangen hienieden Schande und im Jenseits gewaltige Strafe:
46. Horcher auf Lüge, Verzehrer von Unerlaubtem – so sie zu dir kommen, richte zwischen ihnen oder wende dich von ihnen ab. Und so du dich von ihnen abwendest, nimmer werden sie dir etwas zuleide thun. Und so du richtest, richte zwischen ihnen in Gerechtigkeit. Siehe, Allah liebt die Gerechtigkeit Übenden.
47. Wie aber werden sie dich zu ihrem Richter machen, wo sie die Tora besitzen, in welcher Allahs Verordnung enthalten ist? Nach diesem werden sie dir den Rücken kehren; und solches sind keine Gläubigen.
48. Siehe, hinabgesandt haben wir die Tora, in der sich eine Leitung und ein Licht befinden, mit der die Propheten, welche Moslems waren, die Juden richteten; und die Rabbinen und Lehrer (richteten) nach dem vom Buche Allahs, was ihrer Hut anvertraut ward und das sie bezeugten. Drum fürchtet nicht die Menschen, sondern fürchtet mich und verkaufet nicht meine Zeichen um geringen Preis. Und wer nicht richtet nach dem, was Allah hinabgesandt hat – das sind Ungläubige.
49. Und wir schrieben ihnen darin vor: Leben um Leben, Auge um Auge, Nase für Nase, Ohr für Ohr, Zahn für Zahn und Wiedervergeltung von Wunden.“ Und wer es vergiebt als ein Almosen, so ist's ihm eine Sühne. Wer aber nicht richtet nach dem was Allah herniedergesandt hat, das sind die Ungerechten.
50. Und in ihren Spuren ließen wir folgen Jesus den Sohn der Maria, zu bestätigen die Tora, die vor ihm war, und wir gaben ihm das Evangelium, darinnen eine Leitung und ein Licht, bestätigend die Tora, die vor ihm war, eine Leitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen;
51. Und damit das Volk des Evangeliums richte nach dem, was Allah in ihm herabgesandt hat; und wer nicht richtet nach dem, was Allah hinabgesandt hat – das sind die Frevler.
52. Und wir sandten hinab zu dir das Buch in Wahrheit, bestätigend, was ihm an Schriften vorausging, und Amen darüber sprechend. Drum richte zwischen ihnen nach dem was Allah hinabsandte, und folge nicht ihren Gelüsten, (abweichend) von der Wahrheit, die zu dir gekommen. Jedem von euch gaben wir eine Norm und eine Heerstraße.
53. Und so Allah es wollte, wahrlich er machte euch zu einer einzigen Gemeinde; doch will er euch prüfen in dem, was er euch gegeben. Wetteifert darum im Guten. Zu Allah ist eure Heimkehr allzumal, und er wird euch aufklären, worüber ihr uneins seid.
54. Und so richte du unter ihnen nach dem, was Allah hinabgesandt, und folge nicht ihren Lüsten und hüte dich vor ihnen daß sie dich verführen, (abzuweichen) von etwas von dem was Allah zu dir hinabgesandt. Und wenn sie den Rücken kehren, so wisse, daß Allah sie für einen Teil ihrer Sünden treffen will. Und siehe, wahrlich viele der Menschen sind Frevler.
55. Wünschen sie etwa die Rechtsprechung der (Zeit der) Unwissenheit? Wer aber richtet besser als Allah für verständige Leute?
56. O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und Christen zu Freunden; einander nehmen sie zu Freunden, und wer von euch sie zu Freunden nimmt, siehe, der ist von ihnen. Siehe, Allah leitet nicht ungerechte Leute.
57. Und so schaust du die, deren Herz krank ist, zu ihnen um die Wette laufen und sprechen: „Wir fürchten, es möchte uns ein Glückswechsel befallen.“ Aber vielleicht, daß Allah den Sieg bringt oder eine Sache von sich, so daß sie bereuen, was sie in ihren Herzen geheimhielten.
58. Und die Gläubigen werden sprechen: „Sind dies etwa die, welche bei Allah ihren heiligsten Eid schwuren, daß sie zu euch stehen?“ Eitel sind ihre Werke, und sie werden verloren sein.
59. O ihr, die ihr glaubt, wenn sich einer von euch von seinem Glauben abkehrt, wahrlich dann erhebt Allah ein Volk, das er liebt und das ihn liebt, demütig vor den Gläubigen, stolz wider die Ungläubigen, streitend in Allahs Weg und nicht fürchtend den Tadel des Tadelnden. Das ist Allahs Huld; er giebt sie wem er will, und Allah ist weitumfassend und wissend.
60. Siehe, euer Beschützer ist Allah und sein Gesandter, und die Gläubigen, die das Gebet verrichten und die Armenspende zahlen und sich vor ihm beugen.
61. Und wer Allah und seinen Gesandten und die Gläubigen zu Freunden annimmt, siehe, das ist Gottes Schar; sie sind die Obsiegenden.
62. O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht von denen, welchen die Schrift vor euch gegeben ward, diejenigen, die über euern Glauben spotten und scherzen, und auch nicht die Ungläubigen zu Freunden, und fürchtet Allah, so ihr Gläubige seid.
63. (Und die,) so ihr zum Gebet ruft, ihren Spott und Scherz damit treiben; dies, dieweil sie unverständige Leute sind.
64. Sprich: „O Volk der Schrift, verwerfet ihr uns etwa nur deshalb, weil wir an Allah glauben und an das, was er zu uns hinabsandte und zuvor hinabsandte, und weil die Mehrzahl von euch Frevler sind?“
65. Sprich: „Kann ich euch etwas Schlimmeres verkünden als das, was euer Lohn bei Allah ist? Wen Allah verflucht hat und wem er zürnt – und verwandelt hat er einige von ihnen zu Affen und Schweinen – und wer dem Tagut dient, die befinden sich in schlimmem Zustand und sind weit abgeirrt vom ebenen Pfad.
66. Und als sie zu euch kamen, sprachen sie: „Wir glauben;“ doch kamen sie im Unglauben und gingen fort in ihm. Allah aber weiß sehr wohl was sie verbergen.
67. Und du schaust viele von ihnen Wettlaufen zur Sünde und Bosheit und zum Essen des Verbotenen. Wahrlich schlimm ist ihr Thun.
68. Wenn ihnen die Rabbinen und Lehrer ihre sündige Rede und ihr Fressen des Verbotenen nicht untersagt hätten, wahrlich, schlimm wäre ihr Thun.
69. Und es sprechen die Juden: „Die Hand Allahs ist gefesselt.“ Gefesselt werden ihre Hände und verflucht werden sie für ihre Worte. Nein, ausgestreckt sind seine beiden Hände. Er spendet, wie er will, und wahrlich viele von ihnen wird das, was auf dich herabgesandt ward von deinem Herrn, zunehmen lassen in Widerspenstigkeit und Unglauben, und werfen werden wir zwischen sie Feindschaft und Haß bis zum Tag der Auferstehung. Sooft sie anzünden ein Feuer zum Krieg, wird es Allah verlöschen. Und sie betreiben auf Erden Verderben, Allah aber liebt nicht die Verderben Stiftenden.
70. Und wenn das Volk der Schrift glaubte und gottesfürchtig wäre, wahrlich wir bedeckten ihre Missethaten, und wahrlich wir führten sie in die Gärten der Wonne. Und so sie erfülleten die Tora und das Evangelium und was zu ihnen von ihrem Herrn hinabgesandt ward, wahrlich sie speisten von (dem, was) über ihnen und unter ihren Füßen. Unter ihnen ist eine Gemeinde, welche die rechte Mitte innehält; doch viele von ihnen – schlimm ist, was sie tun.
71. O du Gesandter, verkünde alles, was hinabgesandt ward auf dich von deinem Herrn. Und so du es nicht thust, so hast du nicht verkündet seine Sendung. Und Allah wird dich schützen vor den Menschen; siehe Allah leitet nicht die Ungläubigen.
72. Sprich: „O Volk der Schrift, ihr fußet auf nichts, ehe ihr nicht erfüllet die Tora und das Evangelium und was hinabgesandt ward zu euch von euerm Herrn. Und wahrlich vermehren wird vielen von ihnen, was hinabgesandt ward zu dir von deinem Herrn, die Widerspenstigkeit und den Unglauben; und betrübe dich nicht über die Ungläubigen.
73. Siehe die Gläubigen und die Juden und die Sabäer und die Nazarener – wer da glaubt an Allah und an den Jüngsten Tag und das Rechte thut – keine Furcht soll über sie kommen, und nicht sollen sie traurig sein.
74. Wahrlich, wir schlossen mit den Kindern Israel einen Bund und schickten zu ihnen Gesandte. Sooft als zu ihnen ein Gesandter kam mit dem, was ihre Seelen nicht begehrten, ziehen sie die einen der Lüge und die andern ermordeten sie.
75. Und sie gedachten, daß keine Strafe kommen würde, und so wurden sie blind und taub. Alsdann kehrte sich Allah zu ihnen; alsdann wurden (wieder) viele von ihnen blind und taub; aber Allah schaut ihr Thun.
76. Wahrlich ungläubig sind, welche sprechen: „Siehe, Allah, das ist der Messias, der Sohn der Maria.“ Und es sprach doch der Messias: „O ihr Kinder Israel, dienet Allah meinem Herrn und euerm Herrn.“ Siehe, wer Allah Götter an die Seite stellt, dem hat Allah das Paradies verwehrt, und seine Behausung ist das Feuer; und die Ungerechten finden keine Helfer.
77. Wahrlich ungläubig sind, die da sprechen: „Siehe, Allah ist ein dritter von drei.“ Aber es giebt keinen Gott denn einen einigen Gott. Und so sie nicht ablassen von ihren Worten, wahrlich so wird den Ungläubigen unter ihnen schmerzliche Strafe.
78. Wollen sie denn nicht umkehren zu Allah und ihn um Verzeihung bitten? Und Allah ist verzeihend und barmherzig.
79. Nicht ist der Messias, der Sohn der Maria, etwas andres als ein Gesandter; vorausgingen ihm Gesandte, und seine Mutter war aufrichtig. Beide aßen Speise. Schau, wie wir ihnen die Zeichen deutlich erklären! Alsdann schau, wie sie sich abwenden.
80. Sprich: „Wollt ihr anbeten neben Allah, was euch weder schaden noch nützen kann?“ Und Allah, er ist der Hörende, der Wissende.
81. Sprich: „O Volk der Schrift, übertretet nicht in euerm Glauben die Wahrheit und folget nicht den Gelüsten von Leuten, die bereits zuvor abgeirrt sind und viele irregeführt haben und abirrten von dem ebenen Weg.“
82. Verflucht sind die Ungläubigen unter den Kindern Israel durch die Zunge Davids und Jesus des Sohnes der Maria; solches, dieweil sie rebellisch waren und sich vergingen; sie verboten einander nicht das Verwerfliche, das sie begingen. Wahrlich schlimm ist ihr Thun!
83. Du wirst viele von ihnen sich mit den Ungläubigen befreunden sehen. Wahrlich schlimm ist, was ihre Seelen ihnen vorausschickten! Allah zürnt ihnen drob, und in der Strafe werden sie ewig verweilen.
84. Und so sie an Allah geglaubt hätten und den Propheten und was hinabgesandt ward zu ihm, so hätten sie sich dieselben nicht zu Freunden genommen; jedoch sind viele von ihnen Frevler.
85. Wahrlich, du wirst finden, daß unter allen Menschen die Juden und die welche Allah Götter zur Seite stellen, den Gläubigen am meisten feind sind, und wirst finden, daß den Gläubigen diejenigen, welche sprechen: „Wir sind Nazarener,“ am freundlichsten gegenüberstehen. Solches, dieweil unter ihnen Priester und Mönche sind, und weil sie nicht hoffärtig sind.
86. Und wenn sie hören, was hinabgesandt ward zum Gesandten, siehst du ihre Augen von Tränen überfließen infolge der Wahrheit, die sie darin erkennen, indem sie sprechen: „Unser Herr, wir glauben; so schreib uns ein unter jene, die es bezeugen.
87. Und weshalb sollten wir nicht glauben an Allah und an die Wahrheit, die zu uns gekommen ist, und begehren, daß unser Herr uns einführt mit den Rechtschaffenen?“
88. Und belohnt hat sie deshalb Allah für ihre Worte mit Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darinnen zu verweilen; und solches ist der Lohn der Gutes Thuenden. Wer aber nicht glaubt und unsre Zeichen der Lüge zeiht, das sind die Gefährten des Höllenpfuhls.
89. O ihr, die ihr glaubt, verwehret nicht die guten Dinge, die Allah euch erlaubt hat, und übertretet nicht; siehe, Allah liebt nicht die Übertreter.
90. Und speiset von dem, was Allah euch bescherte als erlaubt und gut, und fürchtet Allah, an den ihr glaubt.
91. Nicht wird Allah euch strafen für ein unbedachtes Wort in euern Eiden; jedoch wird er euch strafen für das, was ihr mit Bedacht beschworen habt. Die Sühne dafür soll sein die Speisung von zehn Armen mit der Speise, die ihr gewöhnlich euern Familien gebt, oder ihre Bekleidung oder die Befreiung eines Nackens. Wer aber nicht (die Mittel dazu) findet, der faste drei Tage. Dies ist die Sühne eurer Eide, so ihr geschworen habt, und hütet eure Eide. Also macht euch Allah seine Zeichen klar; vielleicht seid ihr dankbar.
92. O ihr, die ihr glaubt, siehe, der Wein, das Spiel, die Bilder und die Pfeile sind ein Greuel von Satans Werk. Meidet sie; vielleicht ergeht es euch wohl.
93. Der Satan will nur zwischen euch Feindschaft und Haß werfen durch Wein und Spiel und euch abwenden von dem Gedanken an Allah und dem Gebet. Wollt ihr deshalb nicht davon ablassen? Und gehorchet Allah und gehorchet dem Gesandten und seid auf eurer Hut. Und so ihr den Rücken kehrt, so wisset, daß unserm Gesandten nur eine offenkundige Predigt obliegt.
94. Diejenigen, welche gläubig sind und das Gute thun, haben keine Sünde in dem, was sie aßen, begangen, wenn sie nur gottesfürchtig sind und glauben und das Gute thun und weiter gottesfürchtig sind und glauben und weiter gottesfürchtig sind und Gutes tun. Und Allah liebt die Gutes Thuenden.
95. O ihr, die ihr glaubt, wahrlich Allah will euch versuchen mit dem Wild, das eure Hände oder eure Lanzen erlangen, damit Allah erkennt, wer ihn im Verborgenen fürchtet. Und wer sich nach diesem vergeht, dem soll schmerzliche Strafe sein.
96. O ihr, die ihr glaubt, tötet nicht das Wild, während ihr auf der Pilgerfahrt seid. Und wer es von euch vorsätzlich tötet, der soll es ersetzen durch ein Gleiches an Vieh nach dem Spruch von zwei redlichen Männern unter euch, und es soll als Opfer nach der Kaaba gebracht werden. Oder die Sühne sei die Speisung von zwei Armen, oder als Ersatz dafür faste er, damit er das Unheil seiner That schmecke. Es vergiebt Allah, was vergangen; wer es aber wieder thut, an dem nimmt Allah Rache dafür. Und Allah ist mächtig und ein Rächer.
97. Erlaubt ist euch der Fisch im Meer und seine Speise als eine Versorgung für euch und für die Reisenden. Und verwehrt ist euch das Wild des Landes während der Pilgerfahrt: und fürchtet Allah, zu dem ihr versammelt werdet.
98. Gemacht hat Allah die Kaaba, das heilige Haus, zu einem Asyl für die Menschen und den heiligen Monat und das Opfer und die Zieraten (des Opfers), auf daß ihr wisset, daß Allah weiß, was in den Himmeln und was auf Erden ist, und daß Allah alle Dinge weiß. Wisset, daß Allah streng straft und daß Allah verzeihend und barmherzig ist.
99. Dem Gesandten liegt nur die Predigt ob, und Allah weiß, was ihr offenkund macht und was ihr verheimlicht.
100. Sprich: Nicht ist gleich das Schlechte und das Gute, ob dir auch die Menge des Schlechten gefällt. Drum fürchtet Allah, ihr Verständigen; vielleicht ergeht es euch wohl.
101. O ihr, die ihr glaubt, fragt nicht nach Dingen, die, so sie euch kund würden, euch würden wehe thun. Und so ihr nach ihnen fragt, wenn der (ganze) Koran hinabgesandt ist, werden sie euch kund gethan werden. Allah vergiebt dies, denn Allah ist verzeihend und milde. Nach ihnen fragten schon Leute vor euch, alsdann aber glaubten sie nicht hieran.
102. Allah hat nichts festgesetzt hinsichtlich Bahirah oder Saiba oder Wasila oder Hami, vielmehr ersinnen die Ungläubigen Lügen wider Allah, und die meisten von ihnen haben keinen Verstand.
103. Und als zu ihnen gesprochen ward: „Kommt her zu dem, was Allah hinabgesandt hat, und zum Gesandten,“ sprachen sie: „Uns genügt das, worin wir unsre Väter erfanden.“ Aber ist's nicht, daß ihre Väter nichts wußten und nicht geleitet wurden?
104. O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch in acht. Wer irrt soll euch nicht schaden, so ihr geleitet seid. Zu Allah geht eure Heimkehr allzumal, und dann wird er euch verkünden, was ihr gethan.
105. O ihr, die ihr glaubt: Zeugnis sei unter euch, wenn einem von euch der Tod naht zur Zeit des Testierens. Zwei redliche Leute seien es von euch oder zwei andre, die nicht von euch sind, so ihr das Land durchzieht und euch das Unglück des Todes betrifft. Schließet sie nach dem Gebet ein, und, so ihr Zweifel hegt, sollen sie schwören bei Allah: „Wir verkaufen es nicht um einen Preis, und wäre es auch ein Glied unsrer Sippe; und nicht verbergen wir Allahs Zeugnis; siehe, dann wären wir wahrlich Sünder.“
106. Wenn es aber bekannt wird, daß beide sich versündigt haben, so sollen zwei andre von jenen, die sie für schuldig halten, die nächsten Anverwandten, an ihre Stelle treten und bei Allah schwören: „Wahrlich unser Zeugnis ist wahrer als ihr Zeugnis, und nicht vergehen wir uns; siehe, dann wären wir Ungerechte.“
107. Auf solche Weise ist es leichter, daß sie das Zeugnis wahrheitsgemäß ablegen oder fürchten, daß nach ihrem Eid ein andrer Eid geschworen werde. Und fürchtet Allah und höret, und Allah leitet nicht die Frevler.
108. Eines Tages wird Allah versammeln die Gesandten und wird sprechen: „Was ward euch geantwortet?“ Sie werden sprechen: „Uns ist kein Wissen (davon); siehe, du bist der Wisser der Geheimnisse.“
109. Dann wird Allah sprechen: „O Jesus, Sohn der Maria, gedenke meiner Gnade gegen dich und deine Mutter, als ich dich mit dem Heiligen Geist stärkte, auf daß du reden solltest zu den Menschen in der Wiege und als Erwachsener,
110. Und als ich dich lehrte die Schrift und die Weisheit und die Tora und das Evangelium, und als du aus Thon mit meiner Erlaubnis die Gestalt eines Vogels erschufst und in sie hineinhauchtest und sie ein Vogel ward mit meiner Erlaubnis; und als du die Blinden und Aussätzigen mit meiner Erlaubnis heiltest und die Toten herauskommen ließest mit meiner Erlaubnis; und als ich die Kinder Israel von dir zurückhielt, als du ihnen die deutlichen Zeichen brachtest. Und da sprachen die Ungläubigen unter ihnen: „Dies ist nichts als offenkundige Zauberei. „
111. Und als ich den Jüngern inspirierte: „Glaubet an mich und an meinen Gesandten.“ Sie sprachen: „Wir glauben, und sei du Zeuge, daß wir Moslems sind;“
112. Und als die Jünger sprachen: „O Jesus, Sohn der Maria, ist dein Herr imstande, zu uns einen Tisch vom Himmel herabzusenden?“ Er sprach: „Fürchtet Allah, so ihr gläubig seid.“
113. Sie sprachen: „Wir wollen von ihm essen, und unsre Herzen sollen in Frieden sein, und wissen wollen wir, daß du uns Tatsächlich die Wahrheit gesagt hast, und wollen ihre Zeugen sein.“
114. Da sprach Jesus, der Sohn der Maria: „O Allah, unser Herr, sende zu uns einen Tisch vom Himmel herab, daß es ein Festtag für uns werde, für den ersten und letzten von uns, und ein Zeichen von dir; und versorge uns, denn du bist der beste Versorger.“
115. Da sprach Allah: „Siehe, ich sende ihn zu euch hinab, und wer hernach von euch ungläubig ist, siehe, den werde ich strafen mit einer Strafe, wie ich keinen von aller Welt strafen werde.“
116. Und wenn Allah sprechen wird: „O Jesus Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesprochen: „Nehmet mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah an?““ Dann wird er sprechen: „Preis sei dir! Es steht mir nicht zu, etwas zu sprechen, was nicht wahr ist. Hätte ich es gesprochen, dann wüßtest du es. Du weißt, was in meiner Seele ist, ich aber weiß nicht, was in deiner Seele ist. Siehe, du bist der Wisser der Geheimnisse.
117. Nichts andres sprach ich zu ihnen als was du mich hießest, nämlich: „Dienet Allah, meinem Herrn und euerm Herrn.“ Und ich war Zeuge wider sie, solange ich unter ihnen weilte. Seitdem du mich aber zu dir nahmst, bist du ihr Wächter, und du bist aller Dinge Zeuge.
118. Wenn du sie strafst, siehe, so sind sie deine Diener, und wenn du ihnen verzeihst, siehe, so bist du der Mächtige, der Weise.“
119. Sprechen wird Allah: „An diesem Tage wird die Wahrhaftigkeit den Wahrhaftigen frommen; ihnen werden sein Gärten, durcheilt von Bächen, darinnen sie verweilen ewig und immerdar.“ Wohlgefallen hat Allah an ihnen, und sie sollen Wohlgefallen finden an ihm; dies ist die große Glückseligkeit.
120. Allahs ist das Reich der Himmel und der Erde und alles, was in ihnen ist; und er hat Macht über alle Dinge.
Sechste Sure. Das Vieh.
Geoffenbart zu Mekka.
Im Namen Allahs,
des Erbarmers, des Barmherzigen!
1. Das Lob sei Allah, der erschaffen die Himmel und die Erde und gemacht die Finsternisse und das Licht; und doch setzen die Ungläubigen ihrem Herrn (andre) gleich.
2. Er ist's, der euch erschuf aus Thon; alsdann bestimmte er einen Termin, und ein bestimmter Termin ist bei ihm. Ihr aber zweifelt daran.
3. Und er ist Allah in den Himmeln und auf Erden. Er kennt euer Geheimnis und Öffentliches und weiß, was ihr verdient.
4. Und nicht kam zu ihnen ein Zeichen von den Zeichen ihres Herrn, von dem sie sich nicht abwendeten.
5. Und nun ziehen sie die Wahrheit der Lüge, als sie zu ihnen kam; aber bald wird zu ihnen kommen die Kunde von dem, was sie verspotteten.
6. Sehen sie denn nicht, wie viele Geschlechter wir vor ihnen vernichteten, denen wir auf der Erde Wohnung gegeben hatten wie ihnen nimmer? Und wir sandten den Himmel im Regenguß auf sie nieder und ließen die Flüsse unter ihnen eilen. Und so vertilgten wir sie in ihren Sünden und ließen nach ihnen andre Geschlechter entstehen.
7. Und hätten wir auf dich herabgesandt eine Schrift auf Pergament, und hätten sie sie mit ihren Händen berührt, wahrlich gesprochen hätten die Ungläubigen: „Dies ist nichts als offenkundige Zauberei.“
8. Und sie sprechen: „Warum ist denn kein Engel zu ihm herabgesandt?“ Aber wenn wir einen Engel hinabgesandt hätten, so wäre die Sache entschieden gewesen, und dann wäre er nicht mit ihnen verzogen.
9. Und wenn wir ihn zu einem Engel gemacht hätten, wahrlich wir hätten ihn zu einem Manne gemacht und wahrlich wir hätten ihnen verdunkelt, was sie verdunkeln.
10. Und wahrlich verspottet wurden schon Gesandte vor dir, und es umgab die Lacher unter ihnen, was sie verspotteten.
11. Sprich: „Wandert durch das Land und schauet, wie der Ausgang derer war, welche der Lüge ziehen.“
12. Sprich: „Wes ist, was in den Himmeln und auf Erden?“ Sprich: „Allahs.“ Vorgeschrieben hat er sich die Barmherzigkeit. Wahrlich versammeln wird er euch am Tag der Auferstehung, kein Zweifel ist daran. Diejenigen aber, welche sich selber verderben, die glauben nicht.
13. Sein ist, was da wohnt in der Nacht und im Tage, und er ist der Hörende, der Wissende.
14. Sprich: „Sollte ich einen andern als Allah zum Beschützer nehmen, den Bildner der Himmel und der Erde, der da Speise giebt und nicht Speise empfängt?“ Sprich: „Siehe, mir ward geboten der erste zu sein, der sich ergiebt und (dem befohlen ward:) „Nicht sei einer derer, die (Allah) Gefährten geben.“
15. Sprich: „Siehe, ich fürchte, wenn ich wider meinen Herrn rebelliere, die Strafe eines gewaltigen Tages,“
16. Von wem sie abgewendet wird an jenem Tage, dem wird Barmherzigkeit zuteil; und das ist die offenkundige Glückseligkeit.
17. Und so dich Allah mit einem Leid trifft, so kann er es allein fortnehmen; und so er dir Gutes giebt, so hat er Macht über alle Dinge.
18. Und er ist der Zwingherr über seine Diener, und er ist der Weise, der Kundige.
19. Sprich: „Was ist das größte Zeugnis?“ Sprich: „Allah ist Zeuge zwischen mir und zwischen euch, und offenbart ward mir dieser Koran euch damit zu warnen und jeden, zu dem er gelangt. Siehe, wollt ihr wirklich bezeugen, daß es neben Allah andre Götter giebt?“ Sprich: „Ich bezeuge es nicht.“ Sprich: „Siehe, er ist ein einiger Gott, und siehe, ich bin unschuldig an eurer Vielgötterei.“
20. Sie, denen wir die Schrift gaben, kennen ihn wie sie ihre Kinder kennen; diejenigen, welche sich selber ins Verderben stürzen, die glauben nicht.
21. Und wer ist sündiger als wer wider Allah eine Lüge ersinnt oder seine Zeichen der Lüge zeiht? Siehe, den Sündern ergeht es nicht wohl.
22. Und eines Tages versammeln wir sie allzumal; alsdann werden wir zu denen, die Allah Gefährten geben sprechen: „Wo sind eure „Gefährten,“ die ihr (als vorhanden) behauptetet?“
23. Alsdann werden sie keine andre Ausrede haben, als daß sie sprechen: „Bei Allah, unserm Herrn, wir gaben ihm keine Gefährten.“
24. Schau, wie sie wider sich selber lügen und wie das, was sie ersannen, von ihnen schweift.
25. Und einige unter ihnen hören auf dich, doch haben wir auf ihre Herzen Hüllen gelegt, daß sie ihn nicht verstehen, und in ihre Ohren eine Schwere; und obwohl sie jedes Zeichen sehen, so glauben sie nicht daran, so daß, wenn sie zu dir kommen, um mit dir zu streiten, die Ungläubigen sprechen: „Siehe, das sind weiter nichts als Fabeln der Früheren.“
26. Und sie verbieten es und entfernen sich davon. Sie aber vertilgen nur sich selber und wissen es nicht.
27. Und sähest du nur, wie sie über das Feuer gestellt werden und dann sprechen: „Ach, daß wir doch zurückgebracht würden, wir würden dann nicht die Zeichen unsers Herrn der Lüge zeihen und würden gläubig sein!“
28. Ja, dann ist ihnen klargeworden, was sie zuvor verheimlichten. Aber wenn sie auch zurückgebracht würden, sie würden doch wieder zu dem ihnen Verbotenen zurückkehren; denn siehe, sie sind wahrlich Lügner.
29. Und sie sprechen: „Es giebt kein andres als unser irdisches Leben, und nicht werden wir auferweckt.“
30. Aber sähest du sie nur, wenn sie vor ihren Herrn gestellt werden! Er wird sprechen: „Ist dies nicht wirklich?“ Sie werden sprechen: „Jawohl, bei unserm Herrn!“ Er wird sprechen: „So schmecket die Strafe darum, daß ihr nicht glaubtet!“
31. Verloren sind jene, welche die Begegnung mit Allah leugnen; bis plötzlich die „Stunde“ über sie kommt und sie sprechen: „Weh uns über das, was wir vernachlässigten!“ Und sie werden ihre Lasten auf ihrem Rücken tragen. Ist's nicht schlimm, was sie tragen werden?
32. Und das irdische Leben ist nur ein Spiel und ein Scherz; und wahrlich das jenseitige Haus ist besser für die Gottesfürchtigen. Seht ihr das nicht ein?
33. Wir wissen nunmehr, daß dich ihre Worte in der That betrüben; aber siehe, nicht dich zeihen sie der Lüge, sondern die Ungerechten verleugnen Allahs Zeichen.
34. Und schon vor dir wurden Gesandte der Lüge geziehen, und sie ertrugen die Beschuldigung der Lüge, und das Leid, das man ihnen zufügte, bis unsre Hilfe zu ihnen kam. Und Allahs Worte ändert niemand ab, und wahrlich schon kam zu dir die Kunde von den Gesandten.
35. Und wenn dir ihre Abkehr schwerfällt und wenn du imstande bist, einen Schacht in der Erde zu finden oder eine Leiter in den Himmel, auf daß du ihnen ein Zeichen brächtest, … und so Allah wollte, so versammelte er sie unter der Leitung; drum sei keiner der Unwissenden.
36. Er erhört nur jene, die auf ihn hören; und die Toten, erwecken wird sie Allah; alsdann kehren sie zu ihm zurück.
37. Und sie sprechen: „Wenn nur ein Zeichen auf ihn herabgesandt würde von seinem Herrn!“ Sprich: „Siehe, Allah ist mächtig ein Zeichen hinabzusenden, jedoch würde die Mehrzahl von ihnen es nicht wissen.“
38. Kein Getier giebt's auf der Erde und keinen Vogel, der mit seinen Schwingen fliegt, die nicht wären Völker gleich euch. Nichts haben wir in der Schrift übergangen, alsdann werden sie zu ihrem Herrn versammelt.
39. Und jene, welche unsre Zeichen der Lüge zeihen, sind taub und stumm in Finsternissen. Wen Allah will, leitet er irre, und wen er will, den führt er auf einen rechten Pfad.
40. Sprich: „Was glaubt ihr? Wenn zu euch kommt die Strafe von Allah oder es kommt zu euch „die Stunde,“ werdet ihr zu einem andern rufen als Allah, so ihr wahrhaftig seid?
41. Nein, zu ihm werdet ihr rufen, und befreien wird er euch von dem, um dessentwillen ihr zu ihm ruft, so er will, und vergessen werdet ihr, was ihr ihm beigeselltet.“
42. Und wahrlich schon sandten wir zu Völkern vor dir und erfaßten sie mit Drangsal und Not, daß sie vielleicht sich demütigten.
43. Aber hätten sie sich nur, als unsre Not zu ihnen kam, gedemütigt! Jedoch, verhärtet waren ihre Herzen und ausgeputzt hatte ihnen der Satan ihr Thun.
44. Und da sie die Ermahnungen vergessen hatten, öffneten wir ihnen die Pforten aller Dinge, bis daß, als sie sich des ihnen Gegebenen erfreuten, wir sie plötzlich erfaßten, und da verzweifelten sie.
45. Und abgeschnitten ward die Wurzel des ungerechten Volkes; und das Lob sei Allah, dem Weltenherrn!
46. Sprich: „Was glaubt ihr? Nähme euch Allah euer Gehör und Gesicht und versiegelte eure Herzen, welcher Gott außer Allah würde es euch wiedergeben?“ Schau, wie wir die Zeichen klarmachen, sie aber wenden sich ab!
47. Sprich: „Was glaubt ihr? Wenn Allahs Strafe unversehens über euch kommt oder offenkund, werden andre vertilgt werden als die Ungerechten?“
48. Und wir entsandten nur die Gesandten als Freudenverkünder und Warner, und wer da glaubt und sich bessert, keine Furcht kommt über sie und nicht sollen sie trauern.
49. Jene aber, die unsre Zeichen der Lüge zeihen, treffen wird sie die Strafe für ihre Frevelthaten.
50. Sprich: „Nicht spreche ich zu euch: Bei mir sind Allahs Schätze,“ und nicht: „Ich weiß das Verborgene.“ Auch spreche ich nicht zu euch: „Ich bin ein Engel;“ ich folge nur dem, was mir geoffenbart ward. Sprich: „Ist etwa gleich der Blinde dem Sehenden?“ Wollt ihr denn nicht in euch gehen?
51. Und warne damit jene, welche fürchten versammelt zu werden zu ihrem Herrn, außer dem sie keinen Beschützer und Fürsprecher haben; vielleicht werden sie gottesfürchtig.
52. Und verstoß nicht jene, welche ihren Herrn anrufen in der Frühe und am Abend, sein Angesicht verlangend. Nicht liegt dir's ob sie in etwas zu beurteilen, und nicht liegt ihnen ob dich irgendwie zu beurteilen. Und so du sie verstößest, bist du einer der Ungerechten.
53. Und also haben wir die einen durch die andern geprüft, auf daß sie sprechen: „Sind's diese, denen Allah unter uns gnädig war?“ Kennt denn nicht Allah am besten die Dankbaren?
54. Und wenn jene, die da glauben an unsre Zeichen, zu dir kommen, so sprich: „Frieden sei auf euch! Vorgeschrieben hat sich selber euer Herr die Barmherzigkeit, so daß, wenn einer von euch in Unwissenheit etwas Böses thut und alsdann hernach umkehrt und sich bessert, so ist er nachsichtig und barmherzig.“
55. Und also machen wir die Zeichen klar, auf daß der Weg der Übelthäter erkannt werde.
56. Sprich: „Verboten ward mir zu dienen denen, die ihr neben Allah anruft.“ Sprich: „Nicht folge ich euern Gelüsten, irren würde ich alsdann und nicht rechtgeleitet sein.“
57. Sprich: „Siehe, ich folge einer deutlichen Lehre von meinem Herrn; ihr aber zeihet sie der Lüge. Nicht vermag ich, was ihr zu beschleunigen wünschet; das Urteil ist allein Allahs. Verkünden wird er die Wahrheit; und er ist der beste Schlichter.“
58. Sprich: „Stünde in meiner Macht, was ihr zu beschleunigen wünschet, wahrlich entschieden wäre die Sache zwischen mir und zwischen euch. Allah aber kennt sehr wohl die Ungerechten.“
59. Und bei ihm sind die Schlüssel des Verborgenen; er kennt sie allein; er weiß was zu Land und Meer ist, und kein Blatt fällt nieder, ohne daß er es weiß; und kein Korn ist in den Finsternissen der Erde und nichts Grünes und nichts Dürres, das nicht stünde in einem deutlichen Buch.
60. Er ist's, der euch zu sich nimmt zur Nacht, und er weiß, was ihr schaffet am Tag. Alsdann erweckt er euch an ihm, auf daß ein bestimmter Termin erfüllet würde. Alsdann ist zu ihm eure Heimkehr, alsdann verkündet er euch eure Werke.
61. Und er ist der Zwingherr über seine Diener, und er sendet über euch Wächter, so daß, wenn zu einem von euch der Tod kommt, unsre Gesandten ihn zu sich nehmen; und sie sind nicht lässig.
62. Alsdann werden sie zurückgebracht zu Allah, ihrem wahren Gebieter. Ist nicht sein das Urteil? Und er ist der schnellste Rechner.
63. Sprich: „Wer errettet euch aus den Finsternissen zu Land und Meer, so ihr zu ihm rufet in Demut und insgeheim: Wahrlich wenn du uns hieraus errettest, wahrlich dann sind wir dankbar?“
64. Sprich: „Allah errettet euch daraus und aus aller Trübsal; alsdann stellt ihr ihm Gefährten zur Seite.“
65. Sprich: „Er hat Macht dazu auf euch eine Strafe zu senden von über euch oder von unter euern Füßen und euch in Sekten zu verwirren und dem einen des andern Gewalt zu schmecken zu geben.“ Schau, wie wir die Zeichen klarmachen! Vielleicht werden sie verständig.
66. Und es zieh ihn dein Volk der Lüge, und er ist die Wahrheit. Sprich: „Ich bin nicht euer Beschützer. Jede Prophezeiung hat ihre bestimmte Zeit, und gewißlich werdet ihr's merken.“
67. Und wenn du jene siehst, welche über unsre Zeichen reden, so kehre dich ab von ihnen, bis sie ein andres Gespräch beginnen. Und so dich der Satan dies vergessen läßt, so sitze nicht nach der Verwarnung mit dem Volk der Sünder.
68. Und nicht haben die Gottesfürchtigen in etwas Rechenschaft über sie abzulegen; jedoch sei eine Warnung; vielleicht bleiben sie gottesfürchtig.
69. Und verlaß jene, welche mit ihrem Glauben Scherz und Spott treiben und welche das irdische Leben betrogen hat, und ermahne sie damit, daß jede Seele nach Verdienst dem Verderben preisgegeben wird; außer Allah hat sie weder einen Beschützer noch Fürsprecher, und so sie auch jeglichen Entgelt darwägen wollte, nicht würde es von ihr angenommen werden. Jene, die nach Verdienst dem Verderben preisgegeben werden, ihnen soll sein ein Trunk aus siedendem Wasser und schmerzliche Strafe für ihren Unglauben.
70. Sprich: „Sollen wir anrufen außer Allah was uns weder nützt noch schadet? Sollen wir auf unsern Fersen umkehren, nachdem uns Allah geleitet, gleich jenem, den die Satane verführten, daß er ratlos ward im Lande, wiewohl seine Gefährten ihn zur rechten Leitung rufen: Komm zu uns!?“ Sprich: „Siehe, Allahs Leitung, das ist die Leitung, und geboten ward uns, uns zu ergeben dem Herrn der Welten:
71. Und daß ihr das Gebet verrichtet und ihn fürchtet, denn er ist's, zu dem ihr versammelt werdet.“
72. Und er ist's, der da schuf die Himmel und die Erde in Wahrheit, und am Tag, da er spricht: „Sei!“ so ist's.
73. Sein Wort ist die Wahrheit, und sein ist das Reich an dem Tag, da in die Posaune gestoßen wird. Er kennt das Verborgene und Offenkundige, und er ist der Weise, der Kundige.
74. Und (gedenke,) als Abraham sprach zu seinem Vater Azar: „Nimmst du Bilder zu Göttern an? Siehe, ich sehe dich und dein Volk in offenkundigem Irrtum.“
75. Und ebenso zeigten wir Abraham das Königreich der Himmel und der Erde, damit er zu den Festen im Glauben gehöre.
76. Und da die Nacht ihn überschattete, sah er einen Stern. Er sprach: „Das ist mein Herr.“ Als er aber unterging, sprach er: „Nicht liebe ich, was untergeht.“
77. Und als er den Mond aufgehen sah, sprach er: „Das ist mein Herr.“ Und als er unterging, sprach er: „Wahrlich wenn mich nicht mein Herr leitet, so bin ich einer der Irrenden.“
78. Und als er die Sonne aufgehen sah, sprach er: „Das ist mein Herr; das ist das Größte.“ Als sie jedoch unterging, sprach er: „O mein Volk, ich habe nichts mit euern Göttern zu schaffen.
79. Siehe, ich wende mein Angesicht lautern Glaubens zu dem, der die Himmel und die Erde erschaffen, und nicht gehöre ich zu denen, die (Gott) Gefährten geben.“
80. Und es stritt sein Volk mit ihm. Er sprach: „Wollt ihr mit mir über Allah streiten, wo er mich schon geleitet hat? Ich fürchte nicht die Gefährten, die ihr ihm gabt, (die mir nicht schaden,) es sei denn, daß mein Herr etwas will. Es umfaßt mein Herr alle Dinge mit seinem Wissen. Wollt ihr euch denn nicht ermahnen lassen?
81. Und wie sollte ich fürchten, was ihr ihm beigesellt, wo ihr nicht fürchtet, daß ihr Allah beigesellt habt, wozu er euch keine Vollmacht hinabsandte? Und welche der beiden Parteien ist der Sicherheit würdiger, so ihr begreift?“
82. Diejenigen, welche glauben und ihren Glauben nicht durch Ungerechtigkeit verdunkeln, denen ist die Sicherheit, und sie sind geleitet.
83. Und dies ist unser Beweis, den wir Abraham wider sein Volk gaben. Wir erhöhen zu (den) Stufen (der Weisheit,) wen wir wollen; siehe, dein Herr ist weise und wissend.
84. Und wir schenkten ihm Isaak und Jakob und leiteten beide; und Noah leiteten wir zuvor; und aus seinen Nachkommen den David und Salomo und Hiob und Joseph und Moses und Aaron; und also lohnen wir denen, die Gutes thun.
85. Und den Zacharias und Johannes und Jesus und Elias; alle waren Rechtschaffene;
86. Und Ismael und Elisa und Jonas und Lot, alle begnadeten wir vor den Geschöpfen;
87. Und einige ihrer Väter und ihrer Brüder, und wir erlasen sie und leiteten sie auf einen rechten Weg.
88. Das ist Allahs Leitung: er leitet mit ihr, wen er will von seinen Dienern; hätten sie ihm aber Gefährten gegeben, wahrlich umsonst wäre ihr Thun gewesen.
89. Diese sind's, denen wir gaben die Schrift, den Befehl und das Prophetentum. Wenn aber diese (ihre Nachkommen) nicht daran glauben, so haben wir diese (Gaben) einem Volke anvertraut, das diese nicht verleugnet.
90. Das sind jene, welche Allah geleitet hat; drum strebe ihrer Leitung nach. Sprich: „Nicht verlange ich von euch einen Lohn hierfür; es ist nichts andres als eine Ermahnung für alle Welt.“
91. Und nicht bewerten sie Allah mit richtigem Wert, wenn sie sprechen: „Nicht hat Allah auf einen Menschen etwas herabgesandt.“ Sprich: „Wer hat hinabgesandt das Buch, das Moses brachte als ein Licht und eine Leitung für die Menschen, das ihr auf Pergamente schriebt, es offenkund machend, doch viel verbergend, wiewohl euch gelehrt ward, was ihr nicht wußtet noch eure Väter?“ Sprich: „Allah.“ Alsdann laß sie an ihrem Geschwätz sich weiter vergnügen.
92. Und dieses Buch, das wir hinabsandten, ist gesegnet; es bestätigt das Frühere, und verwarnen sollst du (mit ihm) die Mutter der Städte und wer rings um sie (wohnt). Wer da glaubt an das Jenseits, glaubt daran und giebt wohl acht auf seine Gebete.
93. Wer ist aber sündiger als wer wider Allah eine Lüge ersinnt oder spricht: „Mir ist offenbart,“ wo ihm nichts offenbart ward, und wer da spricht: „Hinabsenden werde ich sicherlich was Allah hinabgesendet hat?“ Aber schautest du nur die Ungerechten in des Todes Schlünden, während die Engel ihre Hände ausstrecken (und sprechen:) „Gebt eure Seelen heraus! Heute sollt ihr mit der Strafe der Schande belohnt werden, darum daß ihr wider Allah die Unwahrheit spracht und seine Zeichen voll Hoffart verschmähtet!
94. Und nun seid ihr zu uns gekommen, allein, so wie wir euch erschufen das erste Mal, und ihr ließet hinter euch, was wir euch bescherten, und nicht schauen wir bei euch eure Fürsprecher, von denen ihr wähntet, sie seien unter euch Gefährten (Allahs.) Wahrlich nun ist ein Schnitt zwischen euch gemacht, und von euch schweiften eure Wahngebilde.“
95. Siehe, Allah läßt keimen das Korn und den Dattelkern hervor bringt er das Lebendige aus dem Toten und hervor das Tote aus dem Lebendigen. Das ist Allah, und wie seid ihr abgewendet?
96. Anbrechen läßt er den Morgen, und bestimmt hat er die Nacht zur Ruhe und Sonne und Mond zur Berechnung (der Zeit). Das ist die Anordnung des Mächtigen, des Wissenden.
97. Und er ist's, der für euch die Sterne gemacht hat, daß ihr von ihnen geleitet werdet in den Finsternissen zu Land und Meer! Deutlich haben wir die Zeichen nunmehr erklärt für verständige Leute.
98. Und er ist's, der euch entstehen ließ aus einem Menschen und (er gab euch) eine Stätte und einen Lagerraum. Deutlich haben wir die Zeichen nunmehr erklärt für einsichtige Leute.
99. Und er ist's, der da hinabsendet vom Himmel Wasser, und wir bringen heraus durch dasselbe die Keime aller Dinge; und aus ihnen bringen wir Grünes hervor, aus dem wir dichtgeschichtetes Korn hervorbringen; und aus den Palmen, aus ihrer Blütenscheide niederhängende Fruchtbüschel; und Gärten von Reben und Oliven und Granatäpfeln, einander ähnlich und unähnlich. Schaut nach ihrer Frucht, wenn sie sich bildet und reift. Siehe, hierin sind wahrlich Zeichen für gläubige Leute.
100. Und doch gaben sie Allah zu Gefährten die Dschinn, die er erschaffen, und logen ihm in Unwissenheit Söhne und Töchter an. Preis Ihm! Und erhaben ist er über das, was sie ihm zuschreiben.
101. Der Schöpfer der Himmel und der Erde, woher sollte er ein Kind haben, wo er keine Gefährtin hat? Und erschaffen hat er jedes Ding und er kennt jedes Ding.
102. Das ist Allah, euer Herr; es giebt keinen Gott außer ihm, dem Schöpfer aller Dinge; drum dienet ihm, und er ist aller Dinge Hüter.
103. Nicht erreichen ihn die Blicke, er aber erreicht die Blicke; und er ist der Scharfsinnige, der Kundige.
104. Gekommen sind nunmehr zu euch Beweise von euerm Herrn; wer da schaut, so ist's für ihn selber, und wer blind ist, so ist's wider ihn selber, und nicht bin ich über euch ein Wächter.
105. Und also machen wir die Zeichen klar, und damit sie sagen: „Du hast studiert,“ und damit wir ihn für Leute von Verstand deutlich machen.
106. Folge dem, was dir offenbart ward von deinem Herrn; es giebt keinen Gott außer ihm; und wende dich ab von denen, die ihm Gefährten geben.
107. Und so Allah es wollte, gäben sie ihm keine Gefährten; und nicht machten wir dich zum Wächter über sie, und nicht bist du ein Hüter über sie.
108. Und schmähet nicht diejenigen, die sie außer Allah anrufen, daß sie Allah in Feindschaft aus Unwissenheit schmähen. So haben wir jedem Volke sein Thun herausgeputzt; alsdann aber ist ihre Heimkehr zu Allah, und verkünden wird er ihnen, was sie gethan.
109. Und geschworen haben sie bei Allah den heiligsten Eid, daß, wenn ein Zeichen zu ihnen käme, wahrlich dann würden sie daran glauben. Sprich: „Allein bei Allah sind die Zeichen; doch was thut euch kund, daß wenn sie kommen, sie nicht daran glauben?“
110. Und umkehren wollen wir ihre Herzen und Blicke, sowie sie das erste Mal nicht daran glaubten; und wir wollen sie in ihrer Widerspenstigkeit irregehen lassen.
111. Und hätten wir auch die Engel zu ihnen herniedergesandt und hätten die Toten zu ihnen gesprochen, und hätten wir alle Dinge vor ihnen in Scharen versammelt, sie hätten nicht geglaubt, es sei denn, daß Allah es gewollt; jedoch ist die Mehrzahl von ihnen unwissend.
112. Und also haben wir jedem Propheten einen Feind gegeben, die Satane der Menschen und der Dschinn; einer giebt dem andern prunkende Rede ein zum Trug. Und so dein Herr es gewollt, hätten sie es nicht gethan; darum verlaß sie und was sie ersinnen.
113. Und laß sich ihr zuneigen die Herzen derer, die nicht an das Jenseits glauben, und laß sie ihr Wohlgefallen daran finden und laß sie gewinnen, was sie gewinnen.
114. Sollte ich einen andern Richter als Allah suchen, wo er es ist, der zu euch das Buch als ein deutliches hinabgesandt hat? Und diejenigen, denen wir die Schrift gaben, wissen, daß es in Wahrheit von deinem Herrn hinabgesandt ward. So sei keiner der Zweifler.
115. Und vollkommen ist das Wort deines Herrn in Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. Niemand vermag seine Worte zu ändern; und er ist der Hörende, der Wissende.
116. Und wenn du der Mehrzahl derer auf Erden folgtest, sie würden dich abirren lassen von Allahs Weg; sie folgen nur einem Wahn, und siehe, sie lügen.
117. Siehe, dein Herr, er weiß sehr wohl, wer von seinem Wege abirrt, und kennt sehr wohl die Geleiteten.
118. So esset das, worüber Allahs Name gesprochen ward, so ihr an seine Zeichen glaubt.
119. Und was ist euch, daß ihr nicht esset von dem, worüber Allahs Name gesprochen ward, wo er euch schon erklärte, was er euch verwehrt hat, außer wozu ihr gezwungen werdet? Aber siehe, wahrlich viele führen euch irre mit ihren Gelüsten in Unwissenheit. Siehe, dein Herr kennt sehr wohl die Übertreter.
120. Und meidet das Äußere und Innere der Sünde. Siehe, diejenigen, welche Sünde begehen, werden sicherlich nach Verdienst belohnt werden.
121. Und esset nicht von dem, worüber Allahs Name nicht gesprochen ward; denn siehe wahrlich es ist Sünde. Und siehe wahrlich, die Satane werden ihren Freunden eingeben, mit euch zu streiten; doch, so ihr ihnen gehorchet, siehe wahrlich dann seid ihr Götzendiener.
122. Und soll etwa der, welcher tot war und den wir lebendig machten und dem wir ein Licht gaben, damit zu wandeln unter den Menschen, gleich sein jenem, der in den Finsternissen ist und nicht aus ihnen herausgehen kann? Also haben wir den Ungläubigen ihr Thun ausgeputzt.
123. Und also haben wir in jede Stadt ihre größten Sünder gesetzt, damit sie in ihnen ihre Listen treiben, doch belisten sie sich nur selber und wissen es nicht.
124. Und so ein Zeichen zu ihnen kommt, sprechen sie: „Nimmer glauben wir, ehe nicht zu uns kommt, was zu den Gesandten Allahs kam.“ Allah weiß sehr wohl, wem er seine Sendung giebt. Wahrlich treffen wird die Sünder Entehrung bei Allah und strenge Strafe für ihre Ränke.
125. Und wen Allah leiten will, dem weitet er seine Brust für den Islam, und wen er irreführen will, dem macht er die Brust knapp und eng, als wollte er den Himmel erklimmen. Also straft Allah die Ungläubigen.
126. Und dies der rechte Weg deines Herrn. Nunmehr haben wir unsre Zeichen Leuten, die beherzigen, ausgelegt.
127. Ihnen ist eine Wohnung des Friedens bei ihrem Herrn, und er ist ihr Schützer für ihr Thun.
128. Und am Tag, da er sie allzumal versammelt, (spricht er:) „O Schar der Dschinn, ihr habt euch viel mit den Menschen zu schaffen gemacht!“ Und es sprechen dann ihre Freunde unter den Menschen: „Unser Herr, wir hatten Nutzen voneinander, doch erreichten wir unsern Termin, den du uns setztest.“ Er wird sprechen: „Das Feuer ist euere Herberge; ewig verweilet darinnen, es sei denn, was Allah will.“ Siehe, dein Herr ist der Weise, der Wissende.
129. Und also setzen wir die einen der Sünder über die andern um ihrer Werke willen.
130. „O Schar der Dschinn und Menschen, kamen nicht zu euch Gesandte von euch, euch meine Zeichen zu verkünden und euch das Eintreffen dieses eures Tages zu verkünden?“ Sie werden sprechen: „Wir zeugen wider uns selber.“ Betrogen hat sie das irdische Leben, und sie legen wider sich Zeugnis ab, daß sie Ungläubige waren.
131. Solches, dieweil dein Herr die Städte nicht in ihrer Sünde vertilgt, während ihre Bewohner in Sorglosigkeit sind.
132. Und für alle sind Grade je nach ihrem Thun; und dein Herr ist nicht achtlos eures Thuns.
133. Und dein Herr ist der Reiche, der Barmherzige. So er will, kann er euch hinfortnehmen und kann euch nachfolgen lassen wen er will, wie er euch entstehen ließ aus der Nachkommenschaft anderer.
134. Siehe, was euch angedroht wird, wahrlich es kommt, und ihr könnt es nicht vereiteln.
135. Sprich: „O mein Volk, handelt nach euerm Vermögen, siehe ich handele (nach meinem Befehl); und gewißlich werdet ihr wissen,
136. Wem der Ausgang der Wohnung sein wird. Siehe, nicht ergeht es den Ungerechten wohl.
137. Und sie haben für Allah von dem, was er an Feldfrüchten und Vieh wachsen ließ, einen Anteil bestimmt und sprechen: „Dies ist für Allah,“ – in ihrer Meinung, – „und dies ist für unsre „Gefährten“.“ Was aber für ihre Gefährten ist, das kommt nicht zu Allah, und was Allahs ist, das kommt zu ihren Gefährten. Übel ist ihr Urteil!
138. Und ebenso haben ihre „Gefährten“ die Mehrzahl ihrer Anbeter verlockt, ihre Kinder zu morden, um sie zu verderben und ihren Glauben zu verdunkeln. Und so Allah es gewollt hätte, hätten sie es nicht gethan; drum verlaß sie und was sie ersinnen.
139. Und sie sprechen: „Dieses Vieh und diese Früchte sind verboten, wenn wir es nicht erlauben,“ – in ihrer Meinung; – und: „Es giebt Vieh, dessen Rücken verboten ist.“ Und es giebt Vieh, über das sie nicht Allahs Namen sprechen, es wider ihn erdichtend. Wahrlich er wird ihnen lohnen für ihre Erdichtungen.
140. Und sie sprechen: „Was im Schoß dieses Viehs ist, ist unsern Männern erlaubt und unsern Gattinnen verwehrt.“ Ist's aber tot (geboren,) so haben beide Anteil daran. Wahrlich lohnen wird er ihnen ihre Behauptungen; siehe, er ist weise und wissend.
141. Verloren sind diejenigen, welche ihre Kinder thöricht in ihrer Unwissenheit mordeten, und welche verwehrten, was Allah ihnen beschert, indem sie wider ihn (eine Lüge) erdichteten. Sie irrten und waren nicht geleitet.
142. Und er ist's, welcher wachsen läßt Gärten mit Rebspalieren und ohne Rebspaliere und die Palmen und das Korn, dessen Speise verschieden ist, und die Oliven und die Granatäpfel, einander gleich und ungleich. Esset von ihrer Frucht, so sie Frucht tragen, und gebet die Gebühr davon am Tag der Ernte; und seid nicht verschwenderisch; siehe, er liebt nicht die Verschwender.
143. Und unter den Kamelen giebt es Lasttiere und Schlachttiere; esset von dem, was euch Allah beschert, und folget nicht den Fußstapfen des Satans; siehe, er ist euch ein offenkundiger Feind.
144. (Ihr habt) acht zu Paaren: Von den Schafen zwei und von den Ziegen zwei. Sprich: „Hat er die beiden Männchen verwehrt oder die beiden Weibchen, oder was der Mutterschoß der beiden Weibchen in sich schließt? Verkündet es mir mit Wissen, so ihr wahrhaft seid.“
Pulsuz fraqment bitdi.