Kitabı oxu: «Kanada: 150 Reisetipps»

Liebe Kanada-Fans,
Happy Birthday, Kanada! Am 1. Juli feiert das Land 150 Jahre Unabhängigkeit, 150 Jahre kanadische Konföderation. Mit Themenparks, Events und Ausstellungen verteilt über das ganze Land, freiem Eintritt in die Nationalparks und natürlich ganz viel atemberaubender Landschaft.
Auch wir feiern mit. Gemeinsam mit unserem Partner, der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft (DKG), richten wir am 14. Mai in Bergheim bei Köln den 360° Kanada-Tag 2017 aus. Namhafte Aussteller (u. a. Air Canada, Destination Canada und viele mehr), drei hochwertige Multivisionsshows, über 20 Vorträge, zahlreiche Kanada-Reiseexperten (Beratung vor Ort) und ein attraktives Gewinnspiel (Flugreise nach Kanada als Hauptpreis) sorgen für ein abwechslungsreiches sowie informatives Event insbesondere für (potenzielle) Kanada-Urlauber. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Mehr zu der Veranstaltung lesen Sie ab S. 6 in diesem Heft.
Und das Beste: Als Abonnent und als Mitglied der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft nehmen Sie kostenfrei an unserem Event teil. Daher liegt der Aboauflage dieser Ausgabe auch ein entsprechender Gutschein für die Veranstaltung bei.
Zum 150. Geburtstag gehört Kanada natürlich auch zu den beliebtesten Reisezielen weltweit. 2016 kamen mehr als 18,6 Millionen Besucher, aus Deutschland waren es allein 369000 Gäste und für 2017 wird mit weiterem Wachstum gerechnet. Und passend zum Jubiläumsjahr hat der Lonely Planet, einer der anerkanntesten Verlage der Reisebranche, Kanada als das weltweit beste Reiseland für 2017 auserkoren: ursprüngliche Wildnis, die Chance auf Tierbegegnungen und die Kulinarik im Land des Ahornblattes gelten unter Experten als unschlagbar.
150 Jahre Kanada haben wir auch als Thema für diese Ausgabe aufgegriffen. Schwerpunkt des Heftes sind 150 Reisetipps aus allen Provinzen und Territorien, ausgewählt von Kanadakennern par excellence – unseren Autoren. Weiter geht es mit Streifzügen durch die Natur, einem Einblick in die Kultur der First Nations sowie Geschichte, Kultur und Gesellschaft des Landes. Und last but not least steht natürlich auch das DKG Journal ab S. 99 ganz unter dem Motto Kanada 150!
Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit dieser deutlich umfangreicheren Spezialausgabe zum 150. Geburtstag Kanadas, einen abwechslungsreichen Veranstaltungsbesuch in Bergheim beim 360° Kanada-Tag und vielleicht auch einen unvergesslichen Kanada-Urlaub im Jubiläumsjahr des zweitgrößten Landes der Erde.
Ihre Redaktion von 360° Kanada
Inhalt
Cover
Titel
Editorial
Veranstaltung Kanada zu Gast in Bergheim bei Köln
Vorschau Themen der nächsten Ausgabe
Impressum
Kanada
Kanada: Endlose Natur – 150 Gründe das Land der Superlative zu bereisen
Am 1. Juli 2017 ist es soweit – Kanada feiert seinen 150. Geburtstag! Team Canada in Deutschland hat aus diesem Anlass 150 Gründe zusammengestellt, das Land der Superlative zu bereisen.

Tierische Begegnung am Cabot Trail
Reisen
Eine Reise durch British Columbia: 25 Reisetipps
BC ist die wohl vielfältigste Provinz in Kanada: zwischen Pazifischem Ozean und Rocky Mountains locken so viele unterschiedliche Landschaften wie in nur wenigen Regionen in Nordamerika.
Eine Reise durch Alberta: 25 Reisetipps
Alberta ist die Heimat der wohl berühmtesten Nationalparks in ganz Kanada – Banff und Jasper – sowie der Cowboy- und Ranch-Kultur.
Saskatchewan: Soweit der Himmel reicht
Menschenleere Prärielandschaften, glasklare Seen und atemberaubende Natur: All das macht die Provinz zur Topdestination für alle, die Ruhe und Einsamkeit suchen.
Manitoba: Kanadas entspannte Mitte
Grasebenen, Hochländer, wüstenähnliche Dünengebiete, waldreiche Mittelgebirge und subarktische Permafrostregionen bestimmen die Struktur der Provinz. Hier trifft man noch auf ein ursprüngliches Kanada.
Canada 150: 15 Reisetipps für Ontario
Ontario bedeutet „Schöner See“. Und davon gibt es wirklich reichlich in Kanadas zweitgrößter und mit Abstand bevölkerungsreichster Provinz. Ontario ist attraktiv, hat boomende Städte wie Toronto, einmalige Naturschauspiele wie die Niagara Falls und dichte Wälder sowie spiegelglatte Seen.
Fünf Topreisetipps und zehn Insiderempfehlungen in der Provinz Québec
Québec ist mit 1,7 Mio. Quadratkilometern die mit Abstand größte Provinz Kanadas. Deutschland würde bequem 4,3 Mal hineinpassen! Viel Raum also für Spektakuläres.
Mehr als nur eine Durchfahrprovinz: Reisetipps für New Brunswick
Aufgrund der französischen Wurzeln der Provinz ist sie die einzige, die offiziell zweisprachig ist. Hügel und Flusstäler bestimmen das Landschaftsbild.
Tipps für Prince Edward Island Strände, Leuchttürme und Kartoffelfelder
PEI ist die kleinste Provinz Kanadas und seit 1997 über die Confederation Bridge mit dem Festland verbunden.
Rund um eine Schönheit: Reisetipps für Nova Scotia
Egal, an welchem Ort man sich innerhalb der Seeprovinz befindet, keiner ist weiter als 56 Kilometer vom Meer entfernt. Unzählige Buchten und sympathische kleine Fischerdörfer prägen die Szenerie.
Wikinger, Eisberge und Eisbären: Reisetipps für Newfoundland & Labrador
Die historisch und geografisch besondere Atlantik-Provinz setzt sich aus der Halbinsel Labrador und der Insel Newfoundland sowie kleinerer vorgelagerter Inseln zusammen. Ganz im Osten Newfoundlands befindet sich zudem der östlichste Punkt des nordamerikanischen Kontinents.
Yukon: Wo der Bär mit dem Lachs tanzt
Der Yukon ist knapp eineinhalbmal so groß wie Deutschland – bei nur etwa 34 000 Einwohnern. Für Touristen aus Europa ist vor allem die ursprüngliche Wildheit der fast unbesiedelten Natur faszinierend.
Die Northwest Territories: Ein grenzenloses Abenteuer
Wer das ultimative Outdoor-Abenteuer sucht, wird in den Northwest Territories fündig. Die kanadische Arktis beeindruckt mit Tausenden Seen, unendlichen Wäldern und steppenartiger Tundra, die von zahlreichen Wildtieren bevölkert ist.
Nunavut: Entdeckertour in das Land der Gletscher und Eisberge
In dem Territorium für Entdecker, Abenteurer und Voyageure laden abseits gelegene Siedlungen, die ihren ursprünglichen Charakter, ihre unberührte Wildnis und reiche Kultur bis heute lebendig halten, zum Entdecken ein.
Hip in Saskatchewan: Spaß beim Stand Up Paddling in der Prärie
„Kisiskatchewani Sipi – schnell fließender Fluss“, so nannten die Cree Indianer den Saskatchewan River und gaben der sonnigen Prärieprovinz damit ihren Namen. Sehr treffend, denn ein Achtel der Fläche Saskatchewans besteht aus Frischwasser!
Ein Churchill Kalendarium: Was gibt es wann zu sehen?
Manitobas einsamer Außenposten Churchill am Ufer der Hudson Bay ist ein wahrer Magnet für Naturliebhaber mit Hang zum Abenteuer. Dass man hier im Herbst Eisbären beobachten kann, ist bekannt. Aber Churchill hat weit mehr zu bieten – und das nicht nur im Herbst!
Wanderbare Northwest Territories
Eine große Zahl verheißungsvoller Trails – von asphaltierten, stadtnahen Wegen bis hin zu abenteuerlichen Pfaden durch die Wildnis – locken naturbegeisterte Spaziergänger und erfahrene Wanderer gleichermaßen.
Natur
Pelze, Klauen, Hörner, Flossen: Ein Streifzug durch Kanadas Tierwelt
Kanada besticht nicht nur durch Größe, Weite und grandiose Landschaften, sondern auch durch eine vielfältige, beeindruckende Fauna.
Gesellschaft
First Nations: Die „ersten“ Bewohner Kanadas
Die indigenen Völker haben das Land historisch und kulturell geprägt. Gründungsmythen der Menschheit wie der legendäre Earth-Diver-Mythos und kulturelle Zeremonien wie Powwows und Potlaches lassen uns über eine andere Welt staunen.
Wie Kanada zu seiner Flagge kam
Rot-Weiß-Rot, in der Mitte ein elfzackiges Ahornblatt. Millionen Rucksacktouristen bereisten mit der kanadischen Flagge die Welt, Sportler kämpften um olympische Ehren, UN-Blauhelme stifteten Frieden. Sie ist heute ein Stück kanadischer Identität.
150 oder 12 000 Jahre? Aus der Geschichte Kanadas
Seit 150 Jahren gibt es die kanadische Konföderation. Die Grundlage für das Staatengebilde Kanada, wie wir es heute kennen, erwuchs im 19. Jahrhundert aus Bemühungen der britischen Kolonien in Nordamerika, ein Ganzes zu werden.
Ahornblatt und Medicare: Bemerkung zu Politik & Gesellschaft in Kanada
Kanada ist ein tolerantes Land. Ob als Tourist, im Alltagsleben oder in der Politik – wohl jedem, der schon in Kanada war, wird ein Maß an Aufgeschlossenheit, Nachsicht, Vorurteilslosigkeit und entgegenkommender Höflichkeit aufgefallen sein.
Eine Farm am See
Kanada galt in der Vergangenheit als Synonym für eine ungefährdete Zukunft. Viele Deutsche konnten problemlos nach Kanada auswandern und erwarben für sich und ihre Familien Immobilien. Oder sie bleiben in Deutschland und kauften ohne viel Aufhebens größere Landtrakte.

Kultur
Kolumne Literatur
Literatur aus Kanada
Die in dieser Kolumne vorgestellten Bücher aus Kanada sind in einer der offiziellen Landessprachen verfasst. Manchmal haben sie auch schon den Atlantik überquert und sind in Europa veröffentlicht oder bereits in die deutsche Sprache übersetzt worden.
DKG Journal Magazin der Deutsch-Kanadischen Gesellschaft e. V.
Ein Tag im Juni 2014: Als DKG-Intern in Toronto
Mein Wecker klingelt und ich springe direkt aus dem Bett. Seit Beginn meines Praktikums bei BMW Canada vor zwei Monaten erwache ich fast immer so gut gelaunt. Anika Schmidt
Oh, wie toll sind die Kanadier!
Die DKG hatte die Idee zu einer spontanen Umfrage: „150 Dinge, die Kanada der Welt schenkte“. Wir streuten die Frage in den sozialen Medien und per E-Mail. Was würde euch als Erstes in den Sinn kommen? Bernadette Calonego
Ein halbes Jahr Kanada: Wie eine unvergessliche Zeit in meinem Leben begann.
Nach dem Abitur war ich zunächst sehr unentschlossen und suchte mir erst einmal eher halbherzig einen Studienplatz. Das Studium begann ich ohne wirklich großes Interesse. Philip Remete
150 Jahre Kanada: DKG-Jahrestreffen 2017 in Berlin vom 30. Juni bis 2. Juli
Wir feiern mit der Botschaft von Kanada den 150. Geburtstag des Landes!
Aus den Regionen
Rückschau | Termine
Hollywood des Nordens: Die Filmstadt Toronto
In der kanadischen Metropole Toronto werden so viele US-Filme wie nie zuvor gedreht – nicht jedem Bewohner der Stadt gefällt das. Ein Ortsbesuch. Lars von Törne
Neue Musik aus Kanada
Die CD-Besprechungen stellen eine Auswahl aus der reichhaltigen Musikproduktion Kanadas dar. Jennifer Dummer
Kanada ist erstes Partnerland der GreenTec Awards!
In ihrem zehnten Jahr sollen die GreenTec Awards internationaler werden. Eine wunderbare Gelegenheit für die kanadische Botschaft in Berlin und das Forum @ Kanada Haus, im Jubiläumsjahr neue Akzente zu setzen. Ulrike Rausch

Kanada zu Gast in Bergheim bei Köln:
360° Kanada-Tag 2017 am 14. Mai in Bergheim (bei Köln)
Das Magazin 360° Kanada und die Deutsch-Kanadische Gesellschaft (DKG) feiern 150 Jahre Kanada und präsentieren am 14. Mai 2017 das Traumreiseland Kanada in all‘ seinen Facetten im Medio.Rhein.Erft in Bergheim bei Köln.
Drei Multivisionsshows der Kanada-Experten Elvira und Hans G. Pfaff über den Westen, den Osten und den Norden Kanadas, über 20 Vorträge insbesondere zu Reisethemen, eine abwechslungsreiche Ausstellung mit einer Vielzahl von Kanada-Anbietern sowie kulturelle und kulinarische Highlights aus Kanada werden die Besucher der Veranstaltung kurzweilig unterhalten. Musikalisch sorgt der kanadische Singer/Songwriter Morgan Finlay aus Vancouver während des gesamten Events für kanadisches Flair.
Der 360° Kanada-Tag 2017 präsentiert dabei das Land als einzigartiges Reiseziel, aber auch Themen wie Work & Travel, Schul- und Studienaufenthalte, Auswanderung sowie Kultur und Produkte aus Kanada finden ihren Platz auf dem Event. Somit bietet der 360° Kanada-Tag 2017 passend zum Konzept der 360°-Magazinreihe eine Rundum-Betrachtung der Destination Kanada.
Der Eintrittspreis für den 360° Kanada-Tag 2017 beträgt 10 Euro im Vorverkauf (bis 31. März), danach und am Veranstaltungstag 15 Euro. Mitglieder der DKG und Abonnenten des Magazins 360° Kanada nehmen selbstverständlich kostenfrei teil (Gutschein beiliegend in diesem Heft).
Während des 360° Kanada-Tags 2017 wird ein Kanada-Quiz mit Gewinnspiel veranstaltet. Als 1. Preis wird eine Flugreise für zwei Personen nach Kanada verlost (weitere Preise: Weinpaket aus Kanada, Jahresabos 360° Kanada, Kanada-Kalender, Buchpreise und kulinarische Preise).
Folgende Aussteller haben bereits zugesagt: Destination Canada (Canada Specialists beraten vor Ort), Air Canada, Boomerang Reisen, Canada Dream Tours, Carl Duisberg Centren, Deutsch-Kanadische Gesellschaft, DIAMIR Erlebnisreisen, Erlebe-Fernreisen, Handcrafted Spirits, jacob associates, Mein Kanada Shop, SK Touristik, Vladi Private Islands, wine in motion, 360° Kanada; weitere Aussteller werden folgen.
Das ausführliche Programm inklusive Ablaufplan wird Ende März u.a. auf www.360grad-kanada.de veröffentlicht. 

Mit dem Wohnmobil die Freiheit in Kanada genießen
KANADA: Endlose Natur und coole Städte!
150 Gründe, das Land der Superlative zu bereisen
Am 1. Juli 2017 ist es soweit – Kanada feiert seinen 150. Geburtstag! Team Canada in Deutschland hat aus diesem Anlass 150 Gründe zusammengestellt, das Land der Superlative zu bereisen. Auf geht‘s:
Allgemeine Gründe
1. Städte am Rande der Natur. Kanada bietet eine einmalige Kombination aus Stadt und Natur.
2. Vier Jahreszeiten. Im gesamten Land findet man vier ausgeprägte Jahreszeiten.
3. Gastfreundschaft. Authentische Erlebnisse durch die Offenheit und Herzlichkeit der Kanadier.
4. Unfassbare Weite. Zehn Millionen Quadratkilometer sind für Europäer kaum vorstellbar.
5. Nationalparks. In Kanada gibt es derzeit 47 Nationalparks sowie zahlreiche Provinzparks.
6. First Nations. Einmalige Begegnungen mit den Ureinwohnern.

Ein Inukshuk weist den Weg im Torngat Mountains National Park
7. Bären. Die tierischen Symbole für Kanada schlechthin!
8. Mounties. Die rot gekleidete berittene Polizei – vielleicht die beliebteste der Welt.
9. Wale. Die Giganten der Meere bewundern – auch im St.-Lorenz-Strom.
10. Cowboys. Legendäre Rodeos und Cowboy-Leben pur.
11. Elche. Diese majestätischen Tiere kann man in vielen Regionen sehen (mit etwas Glück).
12. Wasserflugzeuge. Vielleicht das kanadischste Transportmittel.
13. Wandern. Überall im Land gibt es ausgezeichnete Wandermöglichkeiten.
14. Indian Summer. Unglaubliche Farbenpracht im kanadischen Altweibersommer.
15. Kanu. Ganz klar – eine kanadische Erfindung!
16. Eisberge. Riesige Eismassen zum Greifen nah.
17. Wohnmobile. Das bei vielen Besuchern beliebteste Fortbewegungsmittel.
18. Nordlichter. Ein ganz besonderes Naturschauspiel im hohen Norden!
19. Kanadische Küche. Gaumenfreuden aus verschiedensten Kulturen.
20. Unberührte Natur. Wälder, Berge, Seen und wilde Tiere.
21. Multikulti. Viele Nationen leben in Kanada friedlich miteinander.
22. Abwechslungsreiche Landschaften. Durch die Größe Kanadas enorm vielfältig.
23. Eishockey. Als Nationalsport genießt die Sportart Kultstatus.
24. Ahornsirup. Aus Ahornbäumen gewonnen und einfach lecker.
25. Festivals. Viele Events von Weltrang!
26. Trans-Canada Highway. Mit mehr als 7800 Kilometern durch alle Provinzen die längste Straße.
27. Paddeltouren. Kanadas Natur vom Wasser aus erkunden.
28. Abgeschiedenheit. Mit 35,8 Millionen Einwohnern ist das Land spärlich besiedelt.
29. Küste. Mit über 202 000 Kilometern hat Kanada die längste Küstenlinie der Welt.
30. Sicherheit. Kanada gilt als eines der sichersten Länder.
31. Schneeschuhwandern. Eine sehr kanadische Fortbewegungsart im Winter – gut für die Figur!
32. Rocky Mountaineer. Der Luxus-Panoramazug im Westen.
33. Wälder. Soweit das Auge reicht!
34. Einzigartige Lodges. Rustikal kanadisch oder in edlem Design.
35. Flightseeing. Kanadas Naturwunder oder Städte hoch aus der Luft bewundern.
36. Pulverschnee. In Kanada findet man den berühmten Champagne Powder Snow – Ski heil!
37. Entertainment. Musicals, Konzerte, Theater-Festivals und noch viel mehr!
38. Flüsse und Seen. Zwei Millionen Seen und zahlreiche Flüsse.
39. Golf. Kanada hat einige der schönsten Plätze der Welt.
40. Shopping Malls. Sie sind auch in Kanada angesagt.
41. Rafting. Eiskalter Spaß auf dem Wasser.
42. Toleranz. Kanada ist eines der tolerantesten Länder der Welt.
43. Gut ausgebaute Infrastruktur. Super Straßen, Hotels, Restaurants und vieles mehr.
44. Kanadische Weine. Ausgezeichnete Weine kommen aus British Columbia, Ontario, Québec und Nova Scotia.
45. Sport-Events. Eishockey, Baseball und natürlich Formel 1.
46. Coffeeshops. Von Tim Hortons über Starbucks bis hin zu unabhängigen kleinen Cafés.
47. VIA Rail. Die kanadische Bahngesellschaft verfügt über ein landesweites Streckennetz.
48. Hundeschlittentouren. Unvergessliche Abenteuer mit Huskys im Schnee.
49. Inukshuks. Steinerne Landmarken und Wegweiser der Inuit.
50. Und was ist Dein ganz persönliches Kanada-Highlight?
British Columbia
51. Vancouver. Eine der lebenswertesten Städte der Welt!
52. Pacific Rim National Park. Uralte Regenwälder und Strandleben auf Vancouver Island.
53. Die Küste mit BC Ferries entdecken. Spektakuläre Fahrten mit der Fähre – z. B. die Inside Passage.
54. Wintersport. Das Heli-Skifahren beispielsweise wurde in BC erfunden.
55. Great Bear Rainforest. Heimat der seltenen Kermodebären.
56. Region Thompson Okanagan. Abwechslungsreich: Ski-Berge, Weintäler und Wüste.
57. Haida Gwaii. Die Kultur der First Nations auf dem Insel-Archipel kennenlernen.
58 Victoria. Kanadas Radhauptstadt lässt sich zu Fuß oder per Kajak erkunden.
Yukon
59. Kluane National Park. Der Mount Logan ist mit 5959 Metern der höchste Berg Kanadas.
60. Chilkoot Trail. Der Weg der Goldsucher in Richtung Goldfelder am Klondike.
61. Klondike National Historic Sites und Dawson City. Die Stadt, die sich in den letzten 120 Jahren kaum verändert hat.

Auf Entdeckungsreise in Dawson City
62. Alaska Highway. Die „Hauptschlagader des Nordens“ wird 2017 genau 75 Jahre alt, also halb so alt wie Kanada.
63. Carcross am South Klondike Highway. Eine der ältesten Siedlungen im Yukon.
64. Der Sourtoe Cocktail. Ein weltberühmtes Getränk, das es nur in Dawson City gibt.
65. Truck-Camper-Paradies. 4800 Kilometer Traumstraßen!
66. Yukon Quest. Das längste und härteste Hundeschlittenrennen der Welt!
Northwest Territories
67. Nahanni National Park Reserve. Einzigartige Wildnis und die mächtigen Virginia Falls.
68. Eisstraßen. Wie einer der legendären Ice Road Trucker über eine meterdicke Eisfläche fahren.

Auf der Suche nach den Kermodebären im Great Bear Rainforest
69. Dempster Highway. 740 Kilometer Abenteuer: einer der besten Roadtrips weltweit!
70. Wood Buffalo National Park. Der größte Nationalpark mit dem weltgrößten Biberdamm.
71. Wasserfallroute. Sieben einzigartige Wasserfälle gratis!
72. Great Slave Lake. Vom tiefsten See Nordamerikas aus Yellowknife erkunden.
73. Mackenzie Valley Highway. Der neue Highway verbindet Inuvik mit Tuktoyaktuk in der Arktis.
74. Canol Heritage Trail. Einer der abgelegensten Wege Kanadas.
Alberta
75. Calgary Stampede. Die größte Outdoor-Show der Welt mit Rodeo.

Unterwegs auf der Iceroad
76. West Edmonton Mall. Der flächenmäßig weltgrößte Einkaufs- und Unterhaltungskomplex.
77. Rocky Mountains. Alberta ist die Heimat der kanadischen Rockies.
78. Bisons. Die weltweit größte Herde frei lebender Bisons im Wood Buffalo National Park.
79. UNESCO-Weltkulturerbestätten in Alberta. Die Nationalparks Banff, Jasper, Waterton sowie der Head-Smashed-In Buffalo Jump und der Dinosaur Provincial Park.
80. Dark Sky Preserve. Das weltweit zweitgrößte Nachthimmelschutzgebiet im Jasper National Park.
81. Icefields Parkway. Schönste Panoramastraße der Welt!
82. Skigebiete von Weltrang. Skifahren vom Feinsten in Banff/Lake Louise, Jasper, Castle Mountain und Nakiska.

Kanu-Abenteuer auf dem Moraine Lake am Icefields Parkway
Nunavut
83. Baffin Island. Von Gletschern, Eisbergen und Tundra geprägte, spektakuläre Landschaft.
84. Iqaluit. Durch den Flughafen ist die Hauptstadt Ausgangspunkt für viele Nunavut-Reisen.
85. Schiffsexpeditionen. In den Fußstapfen arktischer Entdecker die legendäre Northwest Passage bereisen.
86. Pond Inlet. Beliebter Ort für Narwal- und Eisbärbeobachtung an der Treibeiskante.
Saskatchewan

Eisberge in der Northwest Passage entdecken
87. RCMP Heritage Centre in Regina. Die Kinderstube der Mounties mit RCMP Ausbildungszentrum und Heritage Centre.
88. Ranches. Echtes Cowboy-Feeling gibt es auf Saskatchewans Guest Ranches – YEAHAW!
89. Saskatoon. Romantisch schlängelt sich der South Saskatchewan River durch die Perle der Prärie.
90. Grasslands National Park. Kanadas einziger Nationalpark, der die ursprüngliche nordamerikanische Prärielandschaft schützt.
91. Cypress Hills Interprovincial Park. Höchste Landerhebung zwischen Rockies und Labrador mit spektakulären Ausblicken.
92. Prince Albert National Park. Das Tor zum wilden und waldigen Norden Saskatchewans.
93. Angelparadies Nord-Saskatchewan. Die 100000 Seen erfreuen jeden Angler.
94. Great Sandhills. Wüstenähnliche Dünenlandschaft inmitten der Prärie.

Parade der Mounties
Manitoba
95. Winnipeg. Festivals, Powwows und Musikveranstaltungen für urbane Entdecker.
96. Canadian Museum for Human Rights. Das Nationalmuseum für Menschenrechte ist ein architektonisches Meisterwerk.

Eisbären mit dem Tundra Buggy entdecken
97. Riding Mountain National Park. Auge in Auge mit Bison, Elch und Schwarzbär.
98. Lake Winnipeg. Strandurlaub, Wassersport und maritimes Ambiente mitten in der Prärie.
99. Manitoba. Paradies für Kanuten und Angler. Dutzende malerischer Kanurouten und gigantische Fische.
100. Churchill im Sommer. Tausende weißer Belugawale und Eisbären, die den Sommer am Ufer der Hudson Bay verbringen.
101. Churchill im Herbst. Jedes Jahr warten Hunderte von Eisbären in der Nähe von Churchill auf das Zufrieren der Hudson Bay.
102. Whiteshell Provincial Park. Blockhüttenromantik abseits der ausgetretenen Pfade.
Ontario
103. Toronto. Die Millionenmetropole steht für Shoppen, Entertainment, Kultur und Kulinarik.

Die Niagara Falls im Winter aus der Vogelperspektive entdecken
104. Ottawa. Die Kulturhauptstadt Kanadas vereint Moderne mit britisch-französischem Erbe.
105. Niagara Falls. Das donnernde Wasser sollte aus jeder Perspektive bestaunt werden.
106. Ontarios Provincial Parks. Grenzenlose Vielfalt der Flora und Fauna in den Naturparks.
107. Outdoor-Erlebnisse in Ontario. Ca. 400 000 Gewässer und kilometerlange Wander- und Radwege.
108. Manitoulin Island. Die größte Süßwasserinsel der Welt und Heimat der First Nations.
109. Eiswein. Nur eines der zahlreichen Geschmackserlebnisse Ontarios.
110. Der Norden Ontarios. Pures Abenteuer: Segeln, Angel-Lodges, Wasserflugzeuge, Siedlergeschichte.
Québec
111. Übernachten im Eishotel. Von Januar bis März in Nordamerikas einzigem Hotel dieser Art möglich: 2017 in Valcartier.

Gut eingepackt: eine Nach im Eishotel
112. Schwimmen mit Seehunden. Auf der Gaspésie-Halbinsel im Forillon National Park.
113. Flitterwochen im Tipi. Tourisme Manawan ermöglicht eine Trauung in der wahren Tradition der Atikamekw.
114. Heimat des Cirque du Soleil. In Montréal die Welt des Zirkus erleben – z. B. vom 6. bis 16. Juli 2017 beim Zirkusfestival.
115. Im Leuchtturm übernachten. Als Museen oder Unterkünfte wurde den einstigen Wächtern der Meere eine neue Rolle gegeben.
116. Winterkarneval in Québec City. Anfang des Jahres steht die Stadt ganz im Zeichen des größten Winterkarnevals der Welt.
117. Feinschmecker-Parcours. Die Route führt zu gastronomischen Künstlern, die Genuss mit kulinarischer Kompetenz verbinden.
118. Über die Baumwipfel fliegen. Der einzige Schwebebike-Parcours Kanadas begeistert Naturfreunde und Outdoor-Fans.
Newfoundland & Labrador
119. Über 35 Millionen Seevögel beobachten. Newfoundland & Labrador ist ein Paradies für Vogelbeobachter.
120. Schnorcheln mit Buckelwalen. Newfoundland hat die größte Buckelwal-Population.
121. Gros Morne National Park. Bootstour in einem Millionen Jahre alten Fjord.
122. Spektakuläre Eisberge. 10000 Jahre alte Giganten bewundern.
123. Fogo Island Inn. Spektakuläre Hotel-Architektur am Rande Nordamerikas.
124. Quirpon Island Lighthouse. Wale und Eisberge von einem historischen Leuchtturm aus beobachten.
125. Leuchtturm-Picknick. Abendessen unter freiem Himmel.
126. Torngat Mountains. Inuit-Legenden im hohen Norden.
New Brunswick
127. Hopewell Rocks. Die Gesteinsformationen bei Ebbe zu Fuß und sechs Stunden später vom Kajak aus erkunden.

Unendliche Weite im Western Brook Pond-Fjord, Gros Morne National Park
128. Fundy National Park. Das letzte Stück unberührte Natur im südlichen New Brunswick mit über 120 Kilometer Wanderwegen.
129. Fundy Trail. Der Wanderweg führt über enge Pfade zu unberührten Stränden, Wasserfällen oder Steilklippen.
130. Saint Andrews-by-the-Sea. Einer der beliebtesten Urlaubsorte an der Bay of Fundy mit historischem Stadtkern.
131. Harvest Jazz and Blues Festival in Fredericton. Jeden September verwandelt sich die Provinzhauptstadt in eine große, lebhafte Musikparty.

Wanderparadies im Fundy National Park
132. Shediac Bay Lobster Cruises. Auf einer Bootsfahrt alles über Hummer erfahren und ein delikates Dinner serviert bekommen.
133. Kouchibouguac National Park. Strände, Radwege, Sanddünen und die höchsten Wassertemperaturen Kanadas.
134. Cape Enrage. Einen der spektakulärsten Ausblicke auf die Bay of Fundy beispielsweise beim Ziplining genießen.
Prince Edward Island
135. Charlottetown. Die Geburtsstätte der kanadischen Konföderation.
136. Austern. Prince Edward Island ist weltberühmt für seine Spezialität.
137. Strände auf PEI. Typisch für die Insel sind die roten Sandsteinklippen und der warme Sand der Strände.

Traumhafte Küstenstraßen auf Prince Edward Island
138. Kiteboarding. Die flachen Buchten und der konstante Wind sorgen für ideale Bedingungen.
139. Prince Edward Island National Park. Auf Wander- und Fahrradwegen die ursprüngliche Natur im Norden der Insel entdecken.
140. Confederation Trail. Mit seiner atemberaubenden Szenerie bei Joggern und Wanderern beliebt.
141. Mountainbiking. Unterschiedliche Strecken für Anfänger, aber auch für Profis.
142. Küstenstraßen. PEI und seine Küsten auf unterschiedlichen Routen erkunden.
Nova Scotia
143. Halifax. Gemütliche Hafenstadt mit ganz viel Charme.

Tierische Begegnung am Cabot Trail
144. Peggy’s Cove. Der Ort mit dem wohl bekanntesten Leuchtturm Kanadas.
145. Kejimkujik National Park. Schwer auszusprechen, aber dafür leicht zu erkunden.
146. Cabot Cliffs. Derzeit bester Golfplatz Kanadas!
147. Bay of Fundy. Naturwunder mit bis zu 16 Metern Unterschied zwischen Ebbe und Flut.
148. Cabot Trail. Eine der Traumstraßen Kanadas!
149. Cape Breton Island. Highlands, Schottenröcke und Dudelsackspieler.
150. Hummer. Gibt es in Nova Scotia das ganze Jahr über fangfrisch.
Auf nach Kanada!
Na, sind das nicht genügend Gründe für eine Kanada-Reise? Und natürlich gibt es noch viel mehr. Nicht umsonst hat Kanada erst kürzlich zahlreiche Auszeichnungen als eines der besten Reiseziele der Welt erhalten.
Weitere Infos gibt es hier:
https://de-keepexploring.canada.travel
360° Autor: Karl-Heinz Limberg

Karl-Heinz Limberg ist Vollblut-Touristiker mit über 20-jähriger Erfahrung und solidem kaufmännischen Hintergrund. Begann seine Karriere als Reiseleiter für einen großen Veranstalter mit Einsätzen in Spanien, dem ehemaligen Jugoslawien, London/GB und Kenia. Es folgten acht Jahre als Product Manager/Chefeinkäufer für einen mittelständischen Veranstalter mit Verantwortung für 15 Zielgebiete. Anschließend folgten zehn Jahre als Tourismus-Manager beim Kanadischen Konsulat in Düsseldorf, danach leitete er als Managing Director Germany das Deutschland-Büro der Canadian Tourism Commission mit fünf Mitarbeitern. Anfang 2011 machte er sich mit der Agentur KHL Lifestyle and Tourism Consulting selbstständig, in enger Zusammenarbeit mit zwei hochprofessionellen Partnern: The Destination Office und Travel Marketing Romberg.

Eine Reise durch British Columbia: 25 Reisetipps
British Columbia ist die wohl vielfältigste Provinz in Kanada: Ob zerklüftete Küsten, üppige Regenwälder, grüne Palmenhaine, feine Sandstrände, warme Badeseen, wilde Prärien, liebliches Ackerland, trockenheiße Wüsten, schneebedeckte Bergketten oder auch vorzeitliche Gletscher – zwischen Pazifischem Ozean und Rocky Mountains locken so viele unterschiedliche Landschaften wie in nur wenigen Regionen in Nordamerika. Dazu kommt die Kultur der First Nations, das Erbe der ersten Pioniere und Fallensteller, das multikulturelle Flair von Einwanderern aus aller Welt. Nicht zu vergessen ist die weltumspannende Küche, der wunderbare Wein, die Kunst und Kultur. Kurzum, British Columbia hat eine tolle Lebensqualität – und tolle Urlaubsmöglichkeiten auch abseits der ausgetretenen Pfade!
Reisetipp 1: Vancouver, Radtour im Stanley Park
Die Bewohner von Vancouver sind wirklich zu beneiden! Sie leben in einer Stadt, die kaum einen Wunsch offen lässt. Sie haben eine atemberaubende Landschaft um sich, die sie stets nach draußen treibt: auf das Wasser, in die Berge, in den Schnee. Sie finden Museen, Galerien und Konzerthallen vor der Haustür, die es mit den besten der Welt aufnehmen können. Sie können zwischen Boutiquen, schicken Einkaufsmeilen und fabelhaften Restaurants wählen. Kein Wunder, dass Vancouver in Umfragen regelmäßig zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt wird.
Doch wo anfangen? Am besten mit einer Radtour zum Stanley Park, dem wohl populärsten Ziel der Stadt! „Vancouver ist eine der grünsten Metropolen der Welt, die man gut auf dem Rad erkunden kann“, meint Josh Bloomfield, der an zwei Locations in der Stadt den Fahrradverleih Cycle City betreibt.
Mindestens 300 Kilometer Radwege gibt es in der Stadt. Einer davon führt vom Canada Place am Hafen in rund 20 Minuten in das Herz des Stanley Park, der jedes Jahr Millionen Bewohner und Besucher aus aller Welt anzieht. Über 300 Vogelarten leben in der grünen Oase, darunter Weißkopfseeadler und Kanadagänse. Einst bauten die Küsten-Salish-Indianer in dem Park ihre Langhäuser, heute lädt die Seawall zum Joggen, Spazierengehen und Fahrradfahren ein. Die befestigte Uferpromenade führt rund um den Park herum, und von unterwegs hat man stets einen tollen Blick auf die glitzernde Skyline von Vancouver.
Die Tour führt vorbei an farbenprächtigen Totempfählen, an riesigen Hemlock-Tannen und Rotzedern. Ein besonders prächtiges Exemplar ist über 900 Jahre alt – und so breit wie ein Auto lang. Die Entdeckungstour endet am Beaver Lake, einem idyllischen See, an dessen Ufer zwei Biber ihre Burg aufgebaut haben. Fast meint man, mitten in der Wildnis zu sein, dabei ist die Downtown nur Minuten entfernt. „Selbst für mich fühlt es sich hier an wie im Urlaub“, meint Bloomfield, steigt auf sein Bike und radelt entspannt zurück.

Entspannt Vancouver erkunden – mit dem Fahrrad!
Reisetipp 2: Vancouver, Bauhaus Restaurant
Die deutsche Küche hat es international bekanntlich nicht leicht, umso erstaunlicher ist es, was Filmproduzent Uwe Boll mit seinem Restaurant Bauhaus in Vancouver geschaffen hat: ein schickes Trendlokal in der Cordova Street in Gastown. Dort gibt es internationale Gerichte, vor allem aber auch Klassiker wie Sauerbraten, Wiener Schnitzel oder Matjes – innovativ zubereitet. Sogar weißer Spargel – eine Rarität in Kanada – wird im Frühjahr angeboten.
Dafür sorgt Restaurantchef Stefan Hartmann, der in Berlin einst für das Restaurant Vau kochte und dabei auch Michelin-Sterne sammelte. Viele seiner Kreationen gingen auf deutsche Einflüsse zurück, sagt Hartmann, und das kommt an: Seine Gäste kommen aus allen Generationen und aus allen kulturellen Hintergründen und viele sind auch bereit, den einen oder anderen Dollar mehr auszugeben. Guten Appetit!

Das Bauhaus Restaurant liegt nur wenige Minuten zu Fuß von der berühmten Steam Clock in Gastown entfernt
Reisetipp 3: Vancouver, Whale Watching und Flightseeing mit Orca Spirit
Acht Uhr morgens am Wasserflugzeugterminal am Canada Place: Die Twin-Otter-Maschine von Harbour Air hebt ab für einen kurzen Flug über die spektakuläre Inselwelt der Southern Gulf Islands. Gelandet in Victoria, 45 Minuten später, geht es flugs in einen hautengen Trockenanzug, dann auf ein Zodiac-Boot von Orca Spirit.
„Wir werden heute ein magisches Erlebnis haben“, verspricht Sean, der Whale-Watching-Guide, und schon braust das offene Boot mit aller Kraft in die Gewässer der Juan de Fuca Strait. Rund 80 Killerwale leben in das Jahr über in den Grenzgewässern zwischen Kanada und den USA. Schon nach wenigen Minuten taucht eine erste Rückenflosse im Wasser auf. Dann noch eine und noch eine. Bis auf wenige Meter nähern sich die Tiere dem Schlauchboot. Die Kameras surren, die Smartphones blitzen. Der Tag könnte perfekter nicht sein!

Zwei Orcas in der Juan de Fuca Strait
Reisetipp 4: Victoria, Fairmont Empress und Q Restaurant
Pünktlich zum 150. Geburtstag der Nation hat bei einem der ikonischsten Eisenbahnhotels des Landes eine neue Ära begonnen. Das legendäre Fairmont Empress am Inner Harbour von Victoria hat sein verstaubtes Image abgelegt und erstrahlt in neuem königlichen Glanz. Internationale Designer haben den 464 Gästezimmern und Suiten ein modernes Outfit verpasst, auch die Lobby und der Spa wurden neu gestaltet. In der Bar hängen poppige Portraits von Queen Victoria und das neue Luxus-Restaurant Q trägt seinen Namen mit Stolz – „for Queen and country“.
Für viele Besucher der Höhepunkt: der traditionelle Empress High Tea in der zeitgenössischen Lobby-Lounge. 21 der feinsten Sorten Tee gibt es dort zur Auswahl, dazu kultivierte Snacks mit britischem Flair. Unbezahlbar ist und bleibt der Blick durch die Hotelfenster auf den Sonnenuntergang über dem Hafen.

In der neuen Q Bar des Fairmont Empress hängen poppige Portraits von Queen Victoria
Reisetipp 5: Tofino, Storm Watching
Wenn George McDiarmid an den Strand geht, dann nimmt er sich keine Sonnenbrille mit, sondern einen Regenparka. In Tofino an der Westküste von Vancouver Island ist im Herbst und Winter Sturmsaison: Das Meer ist aufgewühlt und voller Schaumkronen. Meterhohe Brecher rollen auf das Ufer zu und zerbersten krachend an den Klippen. Die Wellen schleudern entwurzelte Bäume an Land. Das Naturschauspiel in dem einstigen Hippiedorf zieht Besucher und Surfer aus aller Welt an. Storm Watching nennen die Kanadier den Volkssport und McDiarmid hat ihn vor Jahren quasi erfunden. Der Hotelier führt das Wickaninnish Inn, ein Familienthotel hoch oben auf einer Klippe. Besucher bekommen bei der Anreise einen Parka, eine Regenhose und Gummistiefel. Außerdem ein Fernglas nebst dem Wetterbericht und den Gezeitenkarten.

Achtung, in Tofino gib es hohe Wellen
Reisetipp 6: Knight Inlet, Grizzly Bear Watching
Auf einmal tauchen drei dunkle Punkte im Blickfeld auf. Sie sehen aus wie Stecknadelköpfe im grünen Wasser und schwimmen mit gleichmäßiger Geschwindigkeit auf das Alu-Boot zu. Im Fernglas erkennt man aufrechte Ohren, langgezogene Schnauzen, dunkelbraune Pelze im Wasser.
Die drei Grizzlybären halten an einer Sandbank inne und tauchen kurz unter. Als sie wieder hoch kommen, halten sie zwischen ihren Tatzen ein paar zappelnde Fische und beißen herzhaft zu. Lachseier! Was für ein Frühstück!
Angerichtet ist das Büffet in Glendale Cove, einer verwunschenen Bucht an der zerklüfteten Westküste von British Columbia. Hier leben so viele Grizzlys auf einer so dichten Fläche wie an nur wenigen Orten in Nordamerika. 60 bis 70 Bären tummeln sich hier jeden Herbst. Wer sie finden will, wohnt am besten in der Knight Inlet Lodge, einem schwimmenden Fly-in-Hotel, das auf Pontons gebaut wurde, und das man von Campbell River aus per Charterflug erreichen kann.

Im Knight Inlet fischen sich Grizzlys frischen Lachs aus dem Wasser
Reisetipp 7: Alert Bay, U'Mista Cultural Centre
Häuptling Marcus hat heute seinen großen Tag. Der junge Mann sitzt in einem prächtigen Langhaus auf seinem Holzthron, trägt eine Weste aus rotem Filz und hat sich eine Kopfbedeckung aus Hermelinpelz aufgesetzt. „Wir heißen Euch alle willkommen“, ruft ein Zeremonienmeister, erst in Englisch, dann in der Sprache der Kwakwaka’wakw, einem Volk, das an der Nordwestküste von British Columbia lebt.
In einem Steinkreis auf dem sandigen Boden lodert ein mächtiges Feuer, Rauchschwaden ziehen durch den Raum. Männer setzen sich neben Marcus, greifen zu Schlagstöcken, hämmern damit auf einen Stamm aus Zedernholz und singen traditionelle Lieder. Als der Wirbel mächtiger und der Takt schneller wird, treten Frauen in prächtigen Kostümen auf die Tanzfläche. Stundenlang tanzen sie sich in Trance.
Marcus hat zu einem Potlatch geladen, einem traditionellen Stammesfest, bei dem er heute die Häuptlingswürde verliehen bekommt. Es ist der Höhepunkt des Jahres in Yalis, einer Gemeinde, die auch unter dem Namen Alert Bay bekannt ist. 1500 Menschen leben in dem Ort, der auf einer kleinen Insel zwischen Vancouver Island und dem Festland liegt – und für seine farbenprächtigen Zeremonien bekannt ist.
Potlatchs haben bei vielen Westküsten-Völkern eine lange Tradition, stärken sie doch ihre Kultur und Familienbande. Doch lange waren die Versammlungen verboten, weil die Regierung die Ureinwohner in der weißen Gesellschaft assimilieren wollte. Doch die Kwakwaka’wakw kämpften um ihre Kultur, viele Potlatchs fanden im Geheimen statt. Lange nach dem Ende des Verbots 1951 bauten sie unweit des Langhauses in Alert Bay das U'Mista Cultural Centre. Das Museum zeigt eine der wertvollsten Potlatch-Ausstellungen der Welt. Manche Reliquien und Zeremoniengegenstände sind über 150 Jahre alt. Ganz zu Beginn wird ein geschnitzter Zeremonienstab gezeigt, der Rednern die Autorität verleiht zu sprechen. Es folgen Masken der Häuptlinge, der Verstorbenen, der Festgäste. Die Reliquien sind kunstvoll geschnitzt und bemalt, mal mit übersinnlichen Kreaturen, mal mit irdischen Wesen wie Walen oder Ottern.

In Alert Bay hat sich das ganze Dorf zu einem Potlatch versammelt
360° Info

Reisetipp 8: Bella Coola, Tallheo Cannery
Bella Coola liegt am Ende eines 150 Kilometer langen Fjords und Gerrett Newkirk kennt den kleinen Fischerort wie seine Westentasche. Mit einem Boot oder dem Kajak bringt er seine Gäste zur Tallheo Cannery, einer Fischfabrik aus dem Jahr 1916. In ihrer Hochzeit verarbeiteten hier bis zu hundert Arbeiter Lachs.
Die Fahrt führt über gletschergrünes Wasser, vorbei an bewaldeten Steilhängen und schneebedeckten Bergen. Das Ensemble roter Holzhütten wirkt wie eine Filmkulisse aus Hollywood: Die Docks sind verfallen, die Häuser stehen schief, die Fassadenfarben blättern ab. Im einstigen Kramladen stehen noch alte Konserven im Regal.
In einer der ehemaligen Schlafbarracken der Fabrik hat Gerrett ein historisches Bed & Breakfast eingerichtet. Die zwölf Zimmer versprühen eine Atmosphäre aus dem letzten Jahrhundert: Die Fußböden knarren, die Gardinen haben weiße Spitzen, die Badewannen stehen auf Füßchen.

Auf dem Gelände der Tallheo Cannery rottet ein alter Fischkutter vor sich hin
Reisetipp 9: Port Hardy, Inside Passage
Die MV Northern Adventure hat den Hafen an der Nordspitze von Vancouver Island verlassen und pflügt sich mit zehn Knoten durch das Küstengewässer Kanadas in Richtung Norden. Es geht vorbei an felsigen Inseln, roten Leuchttürmen, mystischen Wäldern und wolkenumschlungenen Bergen. Inside Passage nennt sich die traumhafte Route, die Reisende in sechzehn Stunden von Port Hardy bis nach Prince Rupert bringt.
Mit etwas Glück kann man vom Aussichtsdeck des Fährschiffs Orcas, Buckelwale oder Delfine beobachten. Im Fernglas erkennt man Robben und Seelöwen, die sich auf den vielen kleinen Inselchen und Felsen aalen, die an der Strecke liegen. Auch Kreuzfahrtschiffe in Richtung Alaska befahren die populäre Route, die als eine der schönsten Schiffsreisen an der Pazifikküste gilt.

Mit den Fähren von BC Ferries geht es durch die Inside Passage
360° Info
•Cycle City Tours + Rentals Vancouver: http://cyclevancouver.com/about
•Bauhaus Restaurant: http://bauhaus-restaurant.com
•Orca Spirit Adventures: https://orcaspirit.com/whale-watching-tours/vancouver-whale-watching-tours
•Fairmont Empress Victoria: www.fairmont.com/empress-victoria
•The Wikaninnish Inn Winter Storm Watching: www.wickinn.com/winter-storm-watching
•Knight Inlet Lodge: http://knightinletlodge.ca
•U’Mista Cultural Centre: www.umista.ca
•Bella Coola’s Tallheo Cannery: www.bellacoolacannery.com
•Inside Passage: www.bcferries.com/schedules/inside
•Old Courthouse Inn: www.oldcourthouseinn.ca
•Great Bear Rainforest: www.spiritbear.com
•Haida Gwaii: www.gohaidagwaii.ca
•Alaska Highway: www.hellobc.com/alaskahighway
•Fort St. James: www.pc.gc.ca/eng/lhn-nhs/bc/stjames/index.aspx
•Sparkling Hill Resort: www.sparklinghill.com
•Okanagan Valley: www.okanagan.com
•Lussier Hot Springs: www.radiumhotsprings.com/listing/lussier-hot-springs
•St. Eugene Golf • Resort • Casino: http://steugene.ca/en/home-page/
•Canadian Mountain Holidays Heli-Hiking: www.canadianmountainholidays.com/summer/heli-hiking
•Kootenay National Park Backcountry: www.pc.gc.ca/eng/pn-np/bc/kootenay/activ/arrierepays-backcountry.aspx
•Lake O’Hara: www.pc.gc.ca/eng/pn-np/bc/yoho/natcul/ohara.aspx
•Assiniboine Lodge Naiset and Hind Huts: http://assiniboinelodge.com/naiset-and-hind-huts
•Robson Heligamic: http://robsonhelimagic.com
•Whistler Winter Pride: www.whistler.com/events/winterpride
•White Pass & Yukon Railroad: http://wpyr.com
Reisetipp 10: Powell River, Old Courthouse Inn
Einst waren im Gebäude des Old Courthouse Inn die Polizei, das Gericht und das Gefängnis von Powell River untergebracht. Heute beherbergt der historische Fachwerkbau eines der traditionsreichsten Hotels in British Columbia. Das im Tudorstil gehaltene Haus wurde 1939 gebaut und liegt in der denkmalgeschützten Altstadt, einer der ältesten Holzfällersiedlungen an der Pazifikküste.
Die acht Zimmer sind voller Antiquitäten und Sammlerstücke und tragen Namen wie Sherrif's Office, Police Station oder Judge‘s Chamber. Die Eigentümer Kelly und JP servieren jeden Morgen das Frühstück im hauseigenen Edie Rae's Café – ohne Aufpreis. Abends gibt es Tapas und Wein auf der Terrasse.
Nur ein paar Schritte weiter zeigt das Patricia Theatre, das älteste ohne Unterbrechung operierende Kino in Kanada, alte und neue Kassenschlager. Vom Gipfel des Valentine Mountain aus hat man einen wunderbaren Blick über die zerklüftete, pazifische Küstenlandschaft.

In Old Courthouse Inn war einmal das Gericht von Powell River untergebracht
Reisetipp 11: Klemtu, Great Bear Rainforest
„Unser Schöpfer Tatau schuf einst einige wenige weiße Bären, um uns Menschen daran zu erinnern, dass unser Land einmal von Gletschern bedeckt war und dass wir dankbar sein sollen für die üppige Natur, in der wir leben“, erzählt Vernon Brown, ein Mann vom Volk der Kitasoo-Xai-'Xai.
Brown lebt in Klemtu, einem entlegenen Dorf im Herzen des Great Bear Rainforest, einer Region, die für ihre gemäßigten Regenwälder und ihre weiß befellten Geisterbären bekannt ist. Dort arbeitet er als Guide für die Spirit Bear Lodge, ein kleines, von Ureinwohnern geführtes Hotel, das sich ganz auf die Beobachtung der seltenen Tiere spezialisiert hat, die eigentlich zu der Gattung der Schwarzbären gehören, durch eine Genmutation aber ihre dunkle Farbe verloren haben. Nur rund 200 Geisterbären leben in ganz British Columbia. Sie zu entdecken ist ein spirituelles Erlebnis.

Ein seltener Anblick: ein weiß befellter Spirit Bear
Reisetipp 12: Haida Gwaii, SGangGwaay
Auf einer kleinen Insel im pazifischen Regenwald hat nach dem Glauben der Haida-Ureinwohner die Welt einmal begonnen. In einer einsamen Bucht, übersät mit glitschigen Kieseln, feuchtem Seetang und verwitterten Baumstämmen. Überragt von gigantischen Zeugen einer stolzen Kultur. Die Insel heißt in der Sprache der Haida SGangGwaay, frei übersetzt, „wo der Wind heult wie eine Frau“. Sie ist unbewohnt und gehört zum Gwaii Haanas National Park auf Haida Gwaii, einem sturmgepeitschten Archipel mit 150 Inseln und Inselchen, das man früher einmal Queen Charlotte Islands genannt hat.
Als die Besucher das Ufer erreichen, steigen ein paar Weißkopfseeadler von den Baumwipfeln auf und kreisen majestätisch über der Bucht. Ein schlaksiger Mann tritt aus dem Wald und nähert sich dem Strand: „Für uns Haida ist SGangGwaay der Ort der Schöpfung“, erklärt Jordan, der im Sommer auf der Insel als Wachmann arbeitet. Er beschützt dort die fragilen Totempfähle seiner Vorfahren, die zum Weltkulturerbe gehören und die meterhoch aus dem Regenwald ragen. Manche sind völlig verwittert und bis zu 400 Jahre alt.
Seit über 10 000 Jahren leben die Haida auf dem Archipel, auf SGangGwaay waren es einmal 300 Familien. Geblieben von ihrem Dorf sind nur Ruinen, es gibt weder Straßen noch Häuser. Nur eine kleine Wachhütte steht einsam im Wald mit zwei Zimmern, einem Plumpsklo und einem Generator. Ab und zu kommen Gäste per Wasserflugzeug, Segelboot oder Zociac vorbei. Straßen hierher gibt es nicht.
„Wir Haida haben harte Zeiten erlebt, aber wir haben gekämpft und überlebt“, erzählt Jordan. Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Weißen die Pocken auf Haida Gwaii eingeschleppt und von etwa 10 000 Haida blieben nur 500. Heute leben wieder 2500 Haida auf dem Archipel, dazu etwa genauso viele weiße Kanadier.
Bis zum Sonnenuntergang sind es jetzt nur noch ein paar Stunden. Bald wird sich Jordan in seine kleine Hütte im Wald zurückziehen, den Kamin anzünden und durch das große Fenster hinaus aufs Meer schauen. Stets auf der Hut, damit der Ort, an dem die Welt einmal angefangen hat, nicht untergeht.

Zeugen einer großen Kultur: die Totempfähle von SGangGwaay
Reisetipp 13: Dawson Creek, Alaska Highway
Es geht geradeaus, immer geradeaus. Stundenlang. Tagelang. Wochenlang. Vorbei an einsamen Seen, undurchdringlichen Wäldern, schneebedeckten Dreitausendern. Ab und zu huscht ein Bär über den Asphalt auf der Suche nach frischen Löwenzahnblättern. Hirsche, Wölfe und Elche streifen über die Lichtungen neben der Straße, manchmal sogar Rentiere. Am Autofenster schwirren die Moskitos.
Der Alaska Highway, eine der bekanntesten Traumstraßen der Welt, feiert in diesem Jahr Jubiläum. Vor 75 Jahren hatte der Bau der 2288 Kilometer langen Piste durch die Wildnis begonnen, die Dawson Creek in British Columbia und Delta Junction im US-Bundesstaat Alaska verbindet. Einst als Nachschubroute für das Militär gedacht, ist der geteerte Highway heute die Verkehrsader für Kanadas Norden und Touristenroute für Millionen Auto- und Wohnmobilurlauber aus aller Welt.

In Dawson Creek weist ein Straßenschild auf den Beginn des Alaska Highways hin
Reisetipp 14: Fort St. James, Hudson's Bay Company
Jeden Morgen um kurz vor 9:00 Uhr wird im Fort der Hudson's Bay Company die rote Fahne mit dem Union Jack und den Buchstaben H.B.C. gehisst. Es ist der Dienstbeginn in Fort St. James, einem Zentrum des Pelzhandels in Nordamerika: Mägde sortieren im Lagerhaus Felle, Trapper laden gepresste Pelzballen in ihre Kanus, Händler legen im Laden Waren aus. So geschehen im Jahre 1896.
Über 120 Jahre nach der Blütezeit des Forts können Besucher in dem zum Freilichtmuseum umgewandelten Ensemble die Epoche der Fallensteller authentisch nacherleben. Erhalten geblieben sind rund ein Dutzend Blockhäuser, in denen man sogar übernachten kann. Nachts ist es dann totenstill, nur manchmal hört man das Plätschern des nahen Sees oder das Zirpen der Grillen. Am frühen Morgen kräht der Hahn, später servieren die Mägde das Frühstück. Es gibt Kaffee, englischen Tee, frisch gebackene Brötchen und Würstchen auf feinem Porzellan.

In der Stadt Fort St. James steht ein Fort gleichen Namens, das heute von der Parkbehörde Kanadas betrieben wird
Reisetipp 15: Vernon, Sparkling Hill Resort
Davon hat Gernot Langes-Swarovski immer geträumt: ein glitzerndes Wellness-Hotel aus Millionen Kristallen. Unweit von Vernon hat sich der Patriarch des österreichischen Swarovski-Glas-Imperiums den Wunsch erfüllt. Wie ein riesiger Diamant thront sein Hotel auf einem Hügel der Monashee Mountains, sogar Flugzeugpassagiere können das Funkeln der Fassade aus der Höhe erkennen. Auch im Inneren glitzert es überall: Das Atrium besteht aus 15 riesigen Glasdreiecken, im Foyer hängen Kronleuchter aus Glas, in den 152 lichtdurchfluteten Zimmer funkeln Sterne. Im KurSpa, dem riesigen Wellnessbereich, leuchten Glaskugeln. Gäste haben eine Auswahl von sieben Saunen, vier Erlebnisduschen, drei Pools und einem Kneipp-Bad. In der einzigen Kältesauna in Nordamerika zittert man bei minus 110 Grad Celsius. Abends lädt das Hotel während der europäischen Stunde zum textilfreien Saunen. Auf der Weinkarte im Piekfein Restaurant steht, natürlich, auch Grüner Veltliner.

Wellness mit Blick auf die Monashee Mountains von British Columbia
Reisetipp 16: Okanagan Valley, Wineries
Manchmal haben die Winzer im Okanagan Valley ungebetene Gäste. Dann schlüpfen hungrige Bären durch den Elektrozaun und schlagen sich den Bauch mit Pinot-Noir-Trauben voll. Damit weisen sich die zotteligen Räuber als wahre Kenner aus. Denn Pinot Noir reift gut und reichlich in der größten Weinregion in British Columbia, in der es mittlerweile über 150 Weingüter gibt. Das lockt nicht nur Genießer aus den nahen Großstädten an, sondern auch immer mehr Besucher aus Europa. Sie sitzen zur Lese auf der sonnendurchfluteten Terrasse der Quails Gate Winery in Kelowna und kosten die edlen Tropfen oder lassen sich im Örtchen Oliver von Adolf Krüger, einem Auswanderer aus dem Rheinland, in die Kunst des Kelterns einweisen. Krügers Wild Goose-Kellerei war vor 25 Jahren eine der ersten, die ihre Pforten für Besucher öffnete.

Der Okanagan Lake sorgt für ein mildes Klima – und damit für prima Weintrauben
Reisetipp 17: Canal Flats, Lussier Hot Springs
Diese heißen Quellen in der Wildnis der Rocky Mountains sind ein echter Geheimtipp, der auf vielen Straßenkarten gar nicht erst verzeichnet ist.
Erreichbar sind die Quellen nur über eine knapp 18 Kilometer lange Schotterpiste, die südlich von Canal Flats vom B.C. Highway 93 abzweigt. Im Sommer helfen robuste Reifen, im Winter ist ein Allradfahrzeug mit Schneeketten unverzichtbar. Wie auf einem Waschbrett geht es schier endlos im Schritttempo über Stock und Stein, doch die Strapaze lohnt. Nach einer Biegung hat man das Ziel vor Augen.
Direkt am Ufer des Lussier River haben sich eine Handvoll natürlicher Pools gebildet, mit Quellwasser von bis zu 43 Grad Celsius. Hartgesottene wärmen sich erst in den Pools und springen danach zur Abkühlung in den eisigen Fluss aus Gletscherwasser. Mehr Kneipp geht nun wirklich nicht!

In den heißen Quellen lässt es sich aushalten
Reisetipp 18: Cranbrook, St. Eugene
Gordie Sebastien besuchte einst die St. Eugene Mission Residential School, einen mächtigen Backsteinbau im Hinterland der Rocky Mountains nahe Cranbrook. Dort haben die Lehrer ihm, wie so vielen Ureinwohnern, die Kultur und Sprache aus dem Leib geprügelt, um ihn in der Welt der Weißen zu assimilieren. Zwangsinternate wie das in St. Eugene waren über Jahrzehnte Alltag in Kanada – und eines der dunkelsten Kapitel des Landes.
Heute ist Sebastien, der ehemalige Schüler, über 60 Jahre alt und arbeitet als Nachtwächter und Gästeführer in dem ehemaligen Schulgebäude, das ein Glockentürmchen und ein Kreuz auf dem Dach hat.
Der Ort der Schande ist damit zum Ort der Versöhnung geworden, denn die Ureinwohner betreiben in der alten Missionsschule seit ein paar Jahren das St. Eugene Golf Resort und Casino, das einzige Hotel dieser Art in Nordamerika. Es liegt im St. Mary's Reservat und hat 125 Hotelzimmer, einen Golfplatz, ein kleines Museum und eine Spielhalle.

Die ehemalige Missionsschule von St. Eugene ist heute ein Hotel der First Nations
Reisetipp 19: Bugaboo Provincial Park, Heli-Wandern
Auf einmal geht es senkrecht bergab. In der Tiefe erkennt man ein Geröllfeld, einen Gletscher und reißende Bäche. Der Blick nach unten in die Tiefe macht einen schwindelig, und man fragt sich: Muss man da wirklich runter? Absteigen, so ganz ohne Klettergurt, Seil und Karabinerhaken?
Da taucht am Horizont ein roter Punkt auf. Er kommt immer näher, und schon erkennt man einen Hubschrauber. Der Pilot dreht noch eilig ein paar Runden über den schneebedeckten Gipfeln, dann landet er ein paar Meter entfernt auf einem Felsvorsprung und wirkt die Wanderer herbei.
„Auf geht's, ich bringe Euch jetzt da runter“, ruft der Pilot, und schon hebt die Maschine von Typ Bell 2-12 ab, fliegt den Abhang entlang und landet eine Minute später auf einer Wiese mit Wildblumen. Geschafft! Heli sei Dank!
Der Hubschrauber ist beim Heli-Hiken im Bugaboo Provincial Park ein Teil des Outdoor-Vergnügens: Er bringt Wanderer an Orte, die sie sonst nur in Tagen, manchmal in Wochen erreichen würden. In entlegene Gebiete ohne angelegte Wanderwege oder Campingplätze. Und er ist stets zur Stelle, wenn das Terrain einmal schwierig wird – und es einfach nicht allein weitergeht.
Die Bugaboos, eine spektakuläre Bergkette in den Columbia Mountains, sind eines der beliebtesten Wander- und Klettergebiete in ganz Amerika – und bevorzugte Destination für Heli-Hiking. Die Gipfel sind oft über 3000 Meter hoch und umgeben von Eisfeldern und alpinen Hochplateaus. Im Sommer blühen überall farbenprächtige Wildblumen. Manchmal begegnen einem Grizzlybären, Bergziegen oder Murmeltiere.
Übernachtet wird in speziellen Unterkünfte wie der Bugaboo Lodge von Canadian Mountain Holidays. Die Hotels sind die logistische Basis für den Wanderurlaub, Vollpension und Hubschrauber auf Stand-by inklusive. Alle Wanderungen werden von erfahrenen Bergführern organisiert, die ihre Gäste in unterschiedliche Gruppen einteilen, von Anfänger bis Experten – je nach Mut und Schwierigkeitsgrad.

Beim Heli-Wandern in den Bugaboo Mountains steht der Hubschrauber stets bereit
Reisetipp 20: Kootenay National Park, Rockwall Trail
Diese Mehrtagestour ist nun wirklich nichts für schwache Nerven! Der Rockwall Trail im Kootenay National Park ist 55 Kilometer lang, super anstrengend und ein Muss für passionierte Wildniswanderer und Abenteurer. Der Track führt durch eine spektakuläre Kette von kambrischen Kalksteinfelsen in den Rocky Mountains, immer auf und ab, über mehrere Bergpässe, vorbei an glitzernden Bergseen, tiefen Schluchten und Schneefeldern.
Drei bis vier Tage dauert die volle Tour, die den Beinmuskeln nun wirklich alles abverlangt. Übernachtet wird auf sechs dafür vorgesehen Wildnis-Campingplätzen im eigenen Zelt. Bei Einheimischen ist die Tour so beliebt, dass man die Plätze schon Monate vorher bei der Nationalparkbehörde reservieren muss. Auch eine Rückenmassage danach in Radium Hot Springs, dem Hauptort am Südende des Parks, kann nicht schaden!

Ein Blick vom alpinen Hochland auf die Rockwall im Kootenay National Park
Reisetipp 21: Yoho National Park, Lake O'Hara
Kurz nach der Passhöhe ist das Schneegestöber da, und die Berge verschwimmen im Nebel. Irgendwo hier unten muss er sein, jener magische Ort, der sich tief in die kanadische Seele eingebrannt hat und der schon für die Cree ein ganz besonderer war. Yoho tauften die Ureinwohner die Landschaft einst, frei übersetzt: der Ort der Ehrfurcht und des Erstaunens. So heißt der kleine Nationalpark in den Rocky Mountains auch heute noch. Mit Tourenski geht es weiter durch den Wintersturm, auf der Suche nach der kanadischen Seele, immer tiefer in den Wald hinein. Dann, nach zwölf schweißtreibenden Kilometern, öffnet sich endlich die Sicht: Man erkennt eine Lichtung, schroffe Kalksteinriesen im Pulverschnee, vereiste Wasserfälle, einen zugefrorenen See, einsame Blockhütten am Ufer. Die Schornsteine rauchen, hinter den Fenstern brennt Licht. Drinnen duftet es nach frisch gebackenem Brot und Kuchen. Auf einem Tresen dampft ein Kessel mit Suppe.
Lake O'Hara heißt der Ort, der tief im Hinterland des Yoho National Park liegt. Im Winter gibt es keine Straße hierher, nur einen Track für Skifahrer und Schneeschuhwanderer. Dazu die Lake O'Hara Lodge, ein Refugium in der Wildnis, ein Stückchen Zivilisation und Luxus in den unendlichen Weiten der Natur.
In Europa ist der kleine Park im Schatten von Banff und Jasper oftmals weniger bekannt – in Kanada dagegen ist er ein Klassiker. Die Berge, Gletscher und Seen der Gegend zierten viele Jahre lang den kanadischen Zehn-Dollar-Schein, auch in vielen Schulbüchern und Museen ist der Yoho National Park bis heute allgegenwärtig. Maler der kanadischen Künstlergruppe Group of Seven kamen lange hierher und trugen die romantischen Berglandschaften mit ihren Bildern schon zu einer Zeit in die Großstädte, als noch wenige Reisende den Weg in die Wildnis fanden. Auch heute ist der Lake O'Hara alles andere als leicht erreichbar. Im Winter hat die Lodge nur Platz für 16 Gäste. Im Sommer bringt die Parkbehörde gerade einmal zwei Busse am Tag mit Wanderern und Campern über eine raue Schotterpiste an das Ufer. Mit dem eigenen Auto gibt es keinen Weg hierher. Rechtzeitig reservieren ist also angesagt!
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Ein magischer Ort: Lake O‘Hara im Winter
Reisetipp 22: Mount Assiniboine Provincial Park, Naiset und Hind Huts
Die Kanadier nennen ihn das „Matterhorn der Rockies“ und das hat seinen Grund. Der Mount Assiniboine im gleichnamigen Park in den Rocky Mountains gleicht seinem Schweizer Pendant nicht nur optisch. Auch sonst haben Schweizer wie Sepp Renner hier Spuren hinterlassen. Renner hat Kletterer schon 49 Mal auf den äußerst anspruchsvollen Gipfel geführt. Am Fuße des Bergs betreute er mit seinen Kindern lange die Mount Assiniboine Lodge, eine entlegene Berghütte, die weder mit Seilbahn noch Auto erreichbar ist. Dafür bleiben nur der Helikopter, das Pferd oder die Wanderschuhe mit Ausgangspunkt im Sunshine Ski Resort in Banff. In der Lodge locken ein leckeres Bergbuffet und gemütliche Betten mit Daunendecken. Wer es rustikaler mag, der schläft in einer Naiset oder Hind Hut, einer von fünf alten Outfitter-Hütten mit Stockbetten und Kaminofen.

Blockhütten im Mount Assiniboine Provinical Park
Reisetipp 23: Mount Robson Provincial Park, Berg Lake
Die meisten Besucher sehen den höchsten Berg der kanadischen Rocky Mountains von der Straße aus: Mit 3954 Metern thront er wie ein Monolith in Sichtweite des Yellowhead Highway, der von Prince George nach Jasper führt. Doch die wahre Schönheit des Bergs erschließt sich einem erst auf der Rückseite: am Berg Glacier.
Wer den Gletscher und den dazugehörigen Berg Lake entdecken will, der macht sich entweder auf zu Fuß zu einer mehrtägigen Wildniswanderung oder, bequemer, er fliegt mit den Piloten von Robson Helimagic von Valemount dorthin. Magisch ist die Tour besonders auch im Winter. Dann geht es mit Schneeschuhen auf dem zugefrorenen Berg Lake direkt zur Gletscherzunge, die bis in den See hineinragt. Und keine Menschenseele weit und breit …

Der Berg Lake und Berg Glacier auf der Rückseite des Mount Robson
Reisetipp 24: Whistler, Whistler Winter Pride
Es ist ein Christopher Street Day der besonderen Art – Skifahrer in pinken Kostümen und Snowboarder mit bunten Federboas inklusive. Jeden Januar findet im Olympiaort Whistler nördlich von Vancouver Kanadas größte Gay Ski Week statt – für Schwule, Lesben, Heteros und alle dazwischen.
Dieses Jahr feiert das bunte Festival seinen 25. Geburtstag mit jungen und junggebliebenen Wintersportfans aus mehr als 25 Ländern, auch aus Europa. Die Pisten und Party-Locations im Ort sind geschmückt mit Regenbogenfahnen, auf den Bühnen spielt die DJs Songs der Village People, beim Après-Ski stolzieren Dragqueens schon Mal mit Skistiefeln über den Laufsteg. Für viele ist das Festival der Höhepunkt der Wintersaison in Whistler, dem größten Skigebiet in Kanada mit über 250 Pistenkilometern, dem berühmten Champagne-Powder und Restaurants und Diskotheken vom Besten. Happy Pride!

In Whistler findet die Christopher-Street-Day-Parade auf der Skipiste statt
Reisetipp 25: Fraser, White Pass & Yukon Railroad
„All Aboard“, ruft Schaffner John und schon ziehen die drei mächtigen Diesellokomotiven die grünen Waggons aus dem Bahnhof. Mit der historischen White Pass & Yukon Railroad geht es auf den Spuren der ersten Goldsucher vom Örtchen Fraser im Norden von British Columbia in Richtung Alaska.
Es ist eine der wohl spektakulärsten Bahnfahrten in Nordamerika: Die Strecke führt durch meterhohe Gassen von Schnee, über schmale Brücken, durch stockfinstere Tunnel, an schwindelerregenden Abhängen entlang. Nur nicht nach unten gucken! Bis auf 900 Meter Höhe klettert die Schmalspurbahn, bevor sie sich in Richtung Pazifik herabschlängelt. Gebaut im Jahr 1898 während des Klondike Gold Rush, fährt der Zug heute ausschließlich für Touristen und Eisenbahnfreaks aus aller Welt. Reisepass für den Grenzübertritt nicht vergessen! 

Über der Baumgrenze: die White Pass & Yukon Railroad
360° Autor: Jörg Michel

Jörg Michel wohnt auf Vancouver Island und betreibt dort seine Firma „Stories & Discoveries in Canada“. Als Kanada-Korrespondent bedient er dabei mehr als ein Dutzend deutschsprachige Tageszeitungen, darunter die Frankfurter Rundschau, die Stuttgarter Nachrichten und die Neue Züricher Zeitung. Regelmäßig schreibt er auch Reisereportagen, unter anderem für DIE ZEIT, die Welt am Sonntag und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Wenn er mal nicht recherchiert oder schreibt, dann geht er gerne Wandern, Langlaufskifahren oder Mountainbiking.

Eine Reise durch Alberta: 25 Reisetipps
Alberta ist die Heimat der ersten und bis heute wohl berühmtesten Nationalparks in ganz Kanada. Einst brachten abenteuerlustige Outfitter, Schweizer Bergführer und nicht zuletzt die transkontinentale Eisenbahn die ersten Touristen nach Banff und später nach Jasper, mitten ins Herz der Rocky Mountains. Heute reisen jedes Jahr Millionen Besucher aus aller Welt in die spektakuläre Bergregion mit ihren atemberaubenden Dreitausendern und glitzernden Gletscherseen. Ganz besonders gilt das auch für dieses Jahr, denn wegen der 150-Jahres-Feiern Kanadas ist der Eintritt in alle Nationalparks umsonst. Aber auch außerhalb der Rocky Mountains hat Alberta viel zu bieten: Hier ist der Wilde Westen noch lebendig und die Cowboy- und Ranch-Kultur in vollem Schwung! Hier ein paar Tipps, auch abseits der ausgetretenen Pfade.
Reisetipp 1: Calgary, Heritage Park
Die Kanadier nennen Calgary gerne Cowtown, übersetzt: die Stadt der Rindviecher. Tatsächlich hat die größte Metropole Albertas manchmal das etwas verstaubte Image als Hochburg der Cowboys, Farmer und Megasteaks. Als eine etwas hinterwäldlerische Stadt voller Rednecks, wo die Menschen der großen bunten Welt da draußen nicht immer aufgeschlossen gegenüberstehen.
Doch das Image ist veraltet. Denn Calgary ist heute sehr viel mehr als nur Stadt der Rinderzüchter: Calgary ist Multikulti-Metropole, Trendsetter in Sachen Kultur und Unterhaltung und wirtschaftliches Zentrum der kanadischen Ölindustrie. Bei einem Spaziergang durch die Downtown kommt man an den glitzernden Bürotürmen der Ölbarone und am Olympic Plaza vorbei, auf dem während der Winterolympiade 1988 die Medaillen vergeben wurden. In Trendvierteln wie Kensington auf der anderen Seite des Bow River oder im Künstlerviertel Inglewood pulsiert das pralle Leben mit Shops, Restaurants, Kaffeehäusern, Buchläden, Kinos und einem dichten Netz an Radwegen. Nicht zuletzt regiert mit Naheed Nenshi heute erstmals ein muslimischer Bürgermeister Calgary – er war der erste in einer nordamerikanischen Großstadt.
Das hätte der Lasso-Künstler Guy Waedick wohl nicht geahnt, als er 1912 mit der Calgary Stampede den Ruhm Calgarys begründete. Calgary war damals ein unbedeutendes Prärienest mit 45 000 Bewohnern, eine wilde Frontstadt der Pioniere. Im Freilichtmuseum Heritage Park im Glenbow Reservoir lässt sich die Seele Calgarys und Albertas in über 180 historischen Gebäuden und Ausstellungen authentisch erleben – von der Zeit der ersten Siedler bis zum Ölboom des vergangenen Jahrhunderts. Besucher können mit einer Schmalspurbahn über das Gelände des Parks fahren und dabei den Westen Kanadas en miniature erleben: Zu sehen sind Farmhäuser, eine Ranch, ein Pelzhandelsposten, mehrere Saloons, eine alte Missionskirche, ein Telegrafenbüro, ein Bahnhof der Canadian Pacific Railway, Ölfördertürme, Windmühlen, historische Tankstellen aus den Gründerjahren des Automobils und noch viel mehr. Dazu Frauen und Männer in historischen Kostümen. Es ist der perfekte Einstieg für einen Urlaub in Alberta!

In Alberta ist man stolz auf seine Tradition als Erdölland, im Heritage Park in Calgary gibt es historische Benzinpumpen zu sehen
Reisetipp 2: Calgary Stampede
Tyler Thomson trägt einen dunklen Helm mit Augengitter und eine trittsichere Weste. Sein Blick ist konzentriert, sein Körper voller Anspannung. Der Cowboy blickt dem Bullen erst in die Augen, dann klettert er über das Geländer und setzt sich auf das Tier. Slash stürmt in die Arena und schlägt um sich. Der Stier besteht aus 800 Kilogramm Knochen, Fleisch und Muskeln. Vier Sekunden geht es gut. Dann verliert Tyler die Balance und fliegt in den Staub.
Tyler kämpft auf der Calgary Stampede, einem der wichtigsten Rodeos der Welt. 20 000 Zuschauer schauen im Grandstand Stadium zu. Insgesamt über eine Millionen Besucher verfolgen jeden Juli über zehn Tage die Outdoor-Show, die sich selbst als die größte der Welt bezeichnet. Die Stampede zelebriert mit Dutzenden Events und Wettbewerben die Geschichte von der Eroberung des kanadischen Westens und verkörpert wie keine andere den ungehobelten Lebensstil in der Prärie.
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Bei der Calgary Stampede dürfen auch Anfänger in den Sattel
Reisetipp 3: Lundbreck, Sierra West Ranch
Auf dem Cowboy-Trail geht es aus Calgary hinaus, immer in Richtung Süden. Der 580 Kilometer lange Highway 22 führt an den malerischen Osthängen der Rockies entlang. Irgendwann weicht die Prärie zunehmend grün bewachsenen Hügeln und geschwungenen Hochtälern. Dazwischen gibt es kleine Wäldchen, Ranches und Farmen. Auf den Feldern und Grasebenen wippen Ölpumpen vor sich hin. Kleine Windmühlen drehen sich im Wind.
Auf der Höhe von Lundbreck zweigt ein Feldweg ab zur Sierra West Guestranch. Hier leben Ginny und Randy Donahue. Ginny ist auf einer Rinderfarm aufgewachsen, Randy war Rodeoreiter. Heute züchten die beiden Tiere und beherbergen Gäste. Bei den beiden lebt man wie ein echter Cowboy oder ein echtes Cowgirl. Man reitet aus, macht beim Viehtrieb mit oder hilft beim Markieren der Rinder. Die schneebedeckten Dreitrausender immer im Blick.

Ein Ausritt in die Prärie gehört zum Höhepunkt auf der Sierra West Ranch
Reisetipp 4: Fort Macleod, Head-Smashed-In Buffalo Jump
Es war eine verwegene und gefährliche Jagdmethode: Einst trieben nahe Fort Macleod verkleidete Jäger der Blackfoot Büffel auf eine steile Klippe zu und umzingelten die erschrockenen Tiere kurz vor dem Abgrund, die dann in Panik ins Nichts fielen. Büffel, die noch in letzter Sekunde versuchten an der Kante zu stoppen, wurden von den nachfolgenden Tieren schlicht überrannt und stürzten ebenfalls in Massen in den Tod.
Die historische Jagdanlage der Blackfoot liegt zwei Autostunden südlich von Calgary mitten in der Prärie. Head-Smashed-In Buffalo Jump heißt die Klippe nebst kleinem Museum, die heute zum Weltkulturerbe gehört. Der martialische Name geht übrigens nicht auf die Büffel zurück, sondern auf einen Indianer, der bei einem Jagdversuch selbst von einer Herde in den Tod gedrängt wurde und sich dabei seinen Schädel zerschmetterte.

An dieser Klippe trieben die Blackfoot einst Büffel in den Abgrund
Reisetipp 5: Waterton Lakes National Park, Bootstour
Der kleinste der fünf Nationalparks in den kanadischen Rocky Mountains steht oft im Schatten seiner großen Brüder Banff und Jasper – doch das völlig zu Unrecht: Im Waterton Lakes National Park lockt ein einmaliges Wildniserlebnis abseits der großen Touristenströme.
Auf einem Hügel über dem Upper Waterton Lake thront das altehrwürdige Prince of Wales Hotel, das 1927 für Touristen von jenseits der US-Grenze gebaut wurde, die hier am 49. Breitengrad mitten durch den See verläuft. Auf dem vierstündigen Lakeshore Trail kann man nach vorheriger Anmeldung beim Zoll zu Fuß in die USA laufen. Ausflugsboote fahren im Sommer die US-Rangerstation Goat Haunt im Bundesstaat Montana an. In einem Gehege am Parkausgang streunen Büffel. Auch Wölfe und Bären sind keine Seltenheit.

Das altehrwürdige Prince of Wales Hotel ist ein Schmuckstück im Waterton National Park
Reisetipp 6: Dinosaur Provincial Park, buddeln nach Dinosaurierknochen
Über der Prärie ist gerade die Sonne aufgegangen, die Luft ist frisch und klar, man riecht den Duft von würzigen Kräutern. Im Knochenbett Nummer 30 des Dinosaur Provincial Park befindet sich einer der wohl ergiebigsten Dinosaurierfriedhöfe der Welt mit Überresten von Tyrannosaurus rex, Gryposaurus oder Centrosaurus, dazu Versteinerungen von Reptilien wie Schildkröten, Krokodilen oder Echsen.

Im Dinosaur Provincial Park sind die versteinerten Dinosaurierknochen nicht zu übersehen
David Lloyd arbeitet als Paläontologe und Gästeführer in dem 80 Quadratkilometer großen Park, der zum Weltkulturerbe gehört. Vor 75 Millionen Jahren zogen die Riesenreptilien hier in großen Herden durch eine Art „Jurrasic Park“, als die Prärien im Südosten von Alberta noch riesige tropische Urwälder waren, mit gigantischen Bäumen, verwunschenen Mooren, wilden Küsten und reißenden Flüssen. Heute ist das Gebiet eine Wüste, auch Badlands genannt, und Besucher können mit David auf geführten Touren durch die Erdgeschichte die Ausgrabungsfelder besichtigen und selbst nach echten Dinosaurierknochen buddeln. „Mit ein wenig Ausdauer ist es fast unmöglich, beim Graben keine neuen Fossilien zu finden“, verspricht er.
Doch das ist gar nicht so einfach. Bis zu 40 Grad heiß kann es im Sommer in den Schluchten des Red Deer River werden, Schatten gibt es keinen, auch kein Trinkwasser. Dazu kommen Klapperschlangen, Kojoten und Kakteen. Oft pfeift ein böiger Wind durch den Canyon und wirbelt einem Millionen feine Staubpartikel ins Gesicht.
Mit Schutzpolstern über den Knien geht es los. Die Werkzeuge der Hobby-Buddler: eine kleine Schaufel, ein Hammer, ein Meißel zum Spalten des Felsgesteins. Dazu eine Art Zahnstocher aus Metall und Bürsten, mit denen die Knochen aus dem Sediment herausgelöst und dann von der Tonerde befreit werden. Klopf, klopf, klopf …
Nach ein paar Stunden taucht ein runde Struktur im Gestein auf! Es ist der Wadenknochen eines Centrosaurus apertus, einem sechs Meter langem Pflanzenfresser mit mächtigem Nasenhorn und Nackenschild. Wow. So also sieht ein echter Dinosaurierknochen aus!
360° Info

Reisetipp 7: Drumheller, Royal Tyrrell Museum
„Welcome to Drumheller“ heißt es auf dem Ortschild, kurz danach reckt sich ein riesiger begehbarer Tyrannosaurus rex aus Beton in den Himmel, angeblich das größte Modell der Welt. Das ist kein Zufall, denn der 8000-Einwohner-Ort nordöstlich von Calgary gilt als weiterer Hotspot im Dinosaurierland Kanada. Das liegt vor allem am Royal Tyrrell Museum mit seinen spektakulären Ausstellungen, die über 120 000 Fossilien und 40 Skelette beinhalten.
Mit dabei ist auch der Altbertosaurier, nicht ganz zufällig nach den Namen der Provinz benannt. Denn der erste seiner Gattung wurde 1884 unweit des Horseshoe Canyon vor den Toren der Stadt gefunden. „Vor gut 70 Millionen Jahren wimmelte es hier vor Dinosauriern. Nirgendwo auf der Welt wurden in den letzten hundert Jahren so viele Überreste gefunden wie hier“, berichtet Don Brinkman, der Chefwissenschaftler des Museums.

Ein Dinosauriermodell grüßt am Eingang des Royal Tyrrell Museum
Reisetipp 8: Writing-on-Stone Provincial Park
Juanita Tallman arbeitet als indigene Tour-Guide im Aisinai'pi-Park, einer der wichtigsten Stätten der Blackfoot in Alberta. In ihrer Sprache heißt der Ort frei übersetzt: der Platz mit den Bildern. Die Weißen haben den Park, der jedes Jahr rund 60 000 Besucher anzieht, Writing-on-Stone getauft. Hoch über dem Ufer des Milk River befinden sich hier in Stein geritzte und gemalte indigene Bilder, die auf geführten Touren entdeckt werden können.
„An diesen Felswänden hat sich einst auch mein Urgroßvater verewigt. Hier hat er die wichtigsten Ereignisse seines Lebens dokumentiert“, erzählt Tallman. Seit knapp 5000 Jahren haben die Blackfoot in dem Caynon unweit der Grenze zum US-Bundesstaat Montana Jagd- und Familienmotive hinterlassen, es ist die größte Sammlung indigener Felskunst in Nordamerika.

Eine Felszeichnung in Writing-on-Stone Provincial Park mit einem modernen Motiv
Reisetipp 9: Vulcan, Star Trek
Achtung, Trekkies aufgepasst! Auf der Suche nach fernen Galaxien und unbekannten Lebensformen muss das Raumschiff Enterprise irgendwann einmal auf halber Strecke zwischen Calgary und Lethbridge Halt gemacht haben. In einem Kaff von knapp 2000 Einwohnern inmitten unendlicher Weiten – mit Weizenfeldern, Raps und Gerste.
Jedenfalls könnte man das glatt glauben, angesichts der vielen Star-Trek-Fans, die jedes Jahr über den Ort mit dem Namen des Planeten Vulkan herfallen. Sie kommen im Juli zur Star-Trek-Convention Vul-Con oder zum sogenannten Spock Days Rodeo, benannt nach Mr. Spock, dem bekanntesten Vulkanier. Das kleine Besucherzentrum im Zentrum des Orts sieht jedenfalls schon mal so aus wie eine echte Raumstation, auch ein großes Enterprise-Modell im Stadtpark darf natürlich nicht fehlen. Beam me up, Scotty!

Das Raumschiff Enterprise ist mitten im Ortszentrum von Vulcan gelandet
Reisetipp 10: Bragg Creek, Powwow
In der Tanzarena von Bragg Creek geht es lebhaft zu. Männer sitzen auf dem Boden, hämmern mit Schlagstöcken auf eine riesige Trommel und singen Stammeslieder. Als der Trommelwirbel lauter wird, betreten die Tänzer den Saal. Sie beugen sich nach vorn, spreizen ihre Arme und hüpfen auf und ab wie Vögel. Die langen Lederbänder an ihren Ärmeln und Hosenbeinen flattern wie Präriegräser im Wind.
Bei dem Tanz handelt es sich um einen Chicken Dance, wie er bei den Blackfoot- und Cree-Indianern gebräuchlich ist. Ein paar Minuten lang drehen und wenden sich die Tänzer wie in Trance. Später werden Wertungsrichter aus dem Publikum die Auftritte der Männer und Frauen bewerten.
In Bragg Creek wird an diesem Tag ein Powwow abgehalten. Das bunte Tanzfest im Reservat der T'suu Tina First Nation nahe Calgary findet jeden Sommer statt und ist eines der größten seiner Art in Nordamerika. Mehr als 700 Tänzer und knapp 10 000 Ureinwohner von 600 verschiedenen Stämmen aus Kanada, den USA und aus Südamerika sind angereist. Dazu Besucher aus nah und fern.
Treffpunkt ist ein Mischwald am Rande der Rocky Mountains. Auf einer Lichtung haben die Veranstalter in einem großen Kreis etwa 50 bunte Tipis aufgebaut. In der Luft hängen dichte Rauchschwaden von den Lagerfeuern, die auch tagsüber lodern. Zwischen den Zelten stehen Hunderte Geländewagen, Würstchenbuden, Souvenirstände. Drei Tage dauert das Fest. Dabei geht es einerseits um Preisgelder, andererseits aber auch um das eigene Selbstverständnis. Denn für die Ureinwohner sind die Powwows mehr als nur Folklore. Hier knüpfen sie Kontakte, pflegen ihre Traditionen und stellen ihre Identität zur Schau. „Powwows haben bei uns eine lange Tradition und sind wichtig für das Wohl unserer Familien“, erklärt Hal Eagletail, der seit über 20 Jahren an dem Powwow teilnimmt. Für die Besucher ist es ein authentisches wie einmaliges Eintauchen in eine Kultur, die in den letzten Jahrzehnten wieder an Selbstbewusstsein gewonnen hat.

Beim Powwow in Bragg Creek geht es bunt und entspannt zu
Reisetipp 11: Canmore, Eisklettern
Da hinauf? Wirklich? Die Eiswand ragt mindestens zwanzig oder dreißig Meter senkrecht nach oben. Doch Fred hat keine Angst. Er bindet sich das Geschirr um die Taille, zurrt die Lederriemen fest und setzt sich einen Sturzhelm auf. Dann hakt er sich mit einem Pickel und seinen Steigeisen ein und schon hängt er in der Steilwand.
Fred ist Bergführer bei Yamnuska Mountain Adventures in Canmore, einem Wintersportort in den Rocky Mountains, in dem 1988 bei den Olympischen Winterspielen die nordischen Skiwettbewerbe ausgetragen wurden.
Sein Kletterrevier liegt ein wenig außerhalb des Ortes. Die gefrorenen Wasserfälle tragen den Namen Junkyards und sind ein beliebtes Ziel für Eiskletterer aus aller Welt, von Anfängern bis Experten. Wer den Thrill einmal selbst ausprobieren will, ist bei Yamnuska gut aufgehoben. Die Kurse inklusive Ausrüstung sind superpopulär.

Bloß nicht abrutschen, lautet das Motto an den Junkyards von Canmore
Reisetipp 12: Kananaskis, Mount Engadine Lodge
Wer einmal in aller Ruhe Elche beobachten will, der sollte die Mount Engadine Lodge besuchen. Die liegt etwa 40 Kilometer südlich von Canmore auf 2000 Metern Höhe im Kananaskis Country und kann über die Schotterstraße Smith Dorrian Trail erreicht werden. Hier gibt es Abgeschiedenheit pur. Es gibt keine Telefone, keine Fernseher und keinen Handyempfang. Dafür einen sensationellen Blick von der Terrasse auf ein Feuchtgebiet, das morgens und abends regelmäßig von Elchen frequentiert wird. „Die Elche sind unsere Stammgäste“, erzählt Manager Simon Harvie, während er seinen Gästen Ferngläser anbietet. Dabei bräuchte man die Gläser nicht unbedingt. Mit etwas Glück kommen die Tiere so nah, dass man sie auch ohne bestaunen kann – als Hotelgast oder beim Restaurantbesuch im intimen Gemeinschaftsraum mit knisterndem Steinkamin.

Elchkühe wie diese grasen gern rund um die Mount Engadine Lodge
Reisetipp 13: Banff National Park, Reitabenteuer zur Sundance Lodge
Es ist ein Ritt wie in eine andere Welt: Vor ein paar Jahren hatte Julie Canning genug von Konferenzen, Meetings und Excel Spreadsheets. Also hängte die Managerin ihren Bürojob an den Nagel, übernahm den Outfitter Banff Trail Riders und widmete sich ihrer Leidenschaft: dem Pferd Chism. Mit dem bringt sie seitdem regelmäßig Gruppen von Reitern vom Ort Banff im gleichnamigen Nationalpark zu ihrer Berghütte am Brewster Creek in den Rocky Mountains. Keine Straße führt dorthin, nur ein schmaler Pfad. Vier bis fünf Stunden dauert der Ritt.
Am Anfang geht es noch entspannt entlang einer Hauptstraße durch den Ort hindurch. Es geht vorbei an den berühmten heißen Quellen, deretwegen Banff im Jahr 1885 als Kanadas erster Nationalpark einst gegründet wurde. Doch schon bald bleibt der Ort zurück – und man ist mitten in der Wildnis. Chism kämpft sich über Stock und Stein, durch Schluchten, über steile Anstiege, entlang ausgeschwemmter Flussbetten. Zur Mittagspause stoppen die Pferde an einer Flussbiegung des Bow River. Julie und ihr Team bruzzeln ein Hamburgersteak über dem offenen Feuer. Dazu gibt es frischen Kaffee aus der Alu-Kanne.
Dann geht es weiter, immer tiefer in den Wald hinein. Kurz vor dem Ziel bezwingt Chism drei Furten, kniehoch geht es dabei durch das eisige Wasser. Schließlich taucht auf einer Lichtung ein mächtiges Blockhaus auf: Die Sundance Lodge ist eine kleine Oase in der Wildnis mit zehn Zimmern, weichen Matratzen, Bettzeug aus Daunenfedern und einer Dusche mit warmem Wasser. Auf dem gusseisernen Ofen kocht frischer Tee, im Rohr gart ein Kuchen. Im Holzofen im großen Aufenthaltsraum nebenan knistert ein Feuer, an dem sich die Reiter ihre Füße wärmen. Nach dem Abendessen am großen Gemeinschaftstisch streifen sich die Gäste ihre Fleecejacken über und versammeln sich auf einer Lichtung an einem Lagerfeuer. Das Feuer knistert, die Flammen lodern und die Zivilisation scheint Lichtjahre entfernt. Und tatsächlich: Hier draußen fühlt es sich an wie in einer anderen Welt.

Während eines Ausritts im Banff National Park
Reisetipp 14: Banff National Park, Helen Lake
Die beste Tageswanderung im weltberühmten Banff National Park? Für viele Einheimische ist das keine Frage. Helen Lake heißt das Ziel der knapp vierstündigen Rundwanderung, die von vielen Besuchern aus Europa glatt übersehen wird. Dabei gehört die Zwölf-Kilometer-Tour zu jenen wenigen, die einen in nicht mal einer Stunde vom Parkplatz ohne größere Anstrengung ins spektakuläre alpine Hochland der Rocky Mountains führt.
Los geht es auf 1950 Metern am Icefields Parkway, 33 Kilometer mit dem Auto nördlich von Lake Louise. Der Pfad führt durch den Wald, dann steigt er graduell direkt zur Baumgrenze an. Auf 2405 Metern schimmert der Helen Lake tiefblau in der Sonne. Auf den Weiden rundherum blühen Wildblumen soweit der Blick reicht, man hört das Heulen der Murmeltiere, auch Dickhornschafe sind nicht selten. Spektakulärer geht es kaum.

Der Wanderweg zum Helen Lake führt über raues, alpines Terrain
Reisetipp 15: Lake Louise, Kanutour
Diesen Arbeitsplatz möchte man haben: einen See, dessen Farben noch jeden sprachlos gemacht haben. Dazu ein tiefblauer Himmel, schroffe Dreitausender und leuchtend weiße Gletscher. Jeff Douglas hat das Glück. Er arbeitet als Kanuführer am Lake Louise, der Perle aller Gletscherseen. So auch an diesem Frühjahrsmorgen: Das Wasser ist spiegelglatt, und es weht kaum ein Wind. Die ersten Sonnenstrahlen werfen ein rötliches Licht auf den Victoria Glacier, der hoch über dem See thront, wie eine mächtige Wand aus Eis und Schnee.
Wie einst die ersten Pioniere vor über 200 Jahren gleiten Jeff und ein paar Besucher zu früher Stunde im Kanu über den See, lange bevor die Besuchermassen ihn in Beschlag nehmen. Fast geräuschlos tauchen die Paddel in das türkisfarbene Wasser. Mit stetigen Zügen geht es voran. Vorbei an bewaldeten Abhängen, bizarren Felsen und Lawinen aus Geröll zum gegenüberliegenden Ufer, etwa zwei Kilometer von Bootshaus entfernt. Irgendwann hört man das Singen des Eistauchers. Kanadischer geht es nun wirklich nicht!

So romantisch, Kanufahrt mit Blick auf den Victoria Glacier von Lake Louise
Reisetipp 16: Lake Louise, Post Hotel
Hans Sauter ist der Küchenchef im Post Hotel in Lake Louise, dort arbeitet er in einem der wohl besten Restaurants in den kanadischen Rocky Mountains. Der gebürtige Schweizer hatte schon in Vancouver, Montréal, Chicago, Sapporo, Budapest, San Francisco und Washington gekocht, bevor er, vor über 30 Jahren für immer nach Kanada kam. Jetzt kreiert er, nur ein paar Autominuten vom weltberühmten Gletschersee entfernt, vor spektakulärer Bergkulisse Gourmetmenüs mit regionalen Spezialitäten wie Karibu- oder Büffelfleisch, dazu internationale Gerichte. Ob Fisch aus Hawaii, Wasabi-Blätter aus Japan, Pfeffer aus Indonesien oder Früchte aus Südafrika, seine Zutaten besorgt sich Sauter aus aller Welt. Mit seinen kreativen Gerichten hat er sich schon viele Preise erkocht.
Legendär ist auch Sauters Weinkeller, der größte in der ganzen Region. Gäste können aus über 25 000 Flaschen auswählen, auch seltene Tropfen aus Sauters Schweizer Heimat hat er auf Lager.

Das Post Hotel von Lake Louise liegt idyllisch am Fluss
Reisetipp 17: Icefields Parkway
Fenster runter, Sonnenbrille auf, runter vom Gaspedal. Diese 232 Kilometer gehören zu den spektakulärsten der Welt! Der Icefields Parkway führt vom Lake Louise im Banff National Park bis in den Ort Jasper mitten durch die Wildnis der Rocky Mountains. Es geht vorbei an Eisfeldern, Gletschern, Bergseen, schneebedeckten Wipfeln, mäandernden Flusstälern, tosenden Wasserfällen, alpinen Hochebenen, über schwindelerregende Bergpässe. Kein Urlaub in Alberta wäre komplett ohne diese Fahrt.
Unterwegs gibt es zehn Campgrounds, eine Tankstelle und zwei Motels. Nicht selten begegnen einem Wapiti-Hirsche, Wölfe, Grizzlybären, Schwarzbären und Bergziegen. So belebt die Straße im Sommer oftmals ist, so einsam ist sie im Winter. Wer den Trip im Winter wagt, erlebt ein Wunderland wie aus einer anderen Zeit.

Geradeaus geht es direkt auf die Icefields zu, dem Höhepunkt am gleichnamigen Parkway
Reisetipp 18: Jasper National Park, Rafting
Festhalten! Da vorn kommen die Stromschnellen! Immer schneller bewegt sich das rote Schlauchboot auf die Flussbiegung zu. Das Wasser beginnt sich zu kräuseln, kleine Strudel wirbeln wie wild umher, die Wellen spritzen einem ins Gesicht. Dann auf einmal schießt das Boot steil nach oben und prallt danach mit voller Wucht auf die Wasseroberfläche. Die Insassen sind pitschnass, doch das gehört zum Rafting-Spaß dazu!
Dazu passt der Name des Flusses: „Sunwapta“ heißt in der Sprache der Stoney First Nation stürmisches Wasser und das ist es in der Tat. Bei dem Klasse-Drei-Trip im Süden des Jasper National Park, der etwa 45 Minuten dauert, folgt eine Stromschnelle auf die nächste, wie bei einer Achterbahn. Besonders von Mitte Juni bis Mitte Juli, wenn das Tauwasser aus den Bergen den Fluss anschwellen lässt. Doch keine Angst: Die Guides von Maligne Rafting Adventures haben alles im Griff!

Beim Rafting auf dem Sunwapta River heißt es ordentlich Paddeln
Reisetipp 19: Jasper National Park, Tonquin Valley
Es ist ein kühler Herbsttag am Ufer des Amethyst Lake im Jasper National Park, dem größten Park der kanadischen Rocky Mountains. Ein paar Wanderer campieren mit ihren Zelten in dem einsamen Hochtal in der Wildnis, das Tonquin Vally heißt. Sie sitzen auf rustikalen Holzbänken, bruzzeln sich auf einem Kocher ihr Abendessen und erholen sich von den Strapazen des Tages.
Da, auf einmal raschelt es im Gebüsch. „Schaut hierher, schnell“, ruft ein Wanderer. Die Gruppe springt auf und schnappt sich ihre Kameras und Smartphones. Dann der Blick zum Horizont. Tatsächlich! In der Ferne, auf einer Lichtung, bewegen sich drei Huftiere mit grau-braunem Fell im Gras. Sie haben eine plumpe Figur, ein mit Fell überzogenes Geweih und ungewöhnlich große Läufe.
Pulsuz fraqment bitdi.