Kitabı oxu: «Prächirurgische Diagnostik und chirurgische Epilepsietherapie»

Şrift:


Der Herausgeber


Prof. Dr. med. Christian G. Bien ist Facharzt für Neurologie und Direktor der Universitätsklinik für Epileptologie, Krankenhaus Mara, am Epilepsie-Zentrum Bethel in Bielefeld sowie W3-Professor für Epileptologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Bielefeld.

Er erfuhr seine neurologische und epileptologische Weiterbildung am Nervenzentrum des Universitätsklinikums Bonn, wo er sich auch habilitierte. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen bei den Autoimmun-Enzephalitiden, der prächirurgischen Epilepsiediagnostik und chirurgische Epilepsietherapie sowie der kognitiven Neurowissenschaft im Kontext der Epileptologie.

Christian G. Bien (Hrsg.)

Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und für die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Pharmakologische Daten, d. h. u. a. Angaben von Medikamenten, ihren Dosierungen und Applikationen, verändern sich fortlaufend durch klinische Erfahrung, pharmakologische Forschung und Änderung von Produktionsverfahren. Verlag und Autoren haben große Sorgfalt darauf gelegt, dass alle in diesem Buch gemachten Angaben dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Da jedoch die Medizin als Wissenschaft ständig im Fluss ist, da menschliche Irrtümer und Druckfehler nie völlig auszuschließen sind, können Verlag und Autoren hierfür jedoch keine Gewähr und Haftung übernehmen. Jeder Benutzer ist daher dringend angehalten, die gemachten Angaben, insbesondere in Hinsicht auf Arzneimittelnamen, enthaltene Wirkstoffe, spezifische Anwendungsbereiche und Dosierungen anhand des Medikamentenbeipackzettels und der entsprechenden Fachinformationen zu überprüfen und in eigener Verantwortung im Bereich der Patientenversorgung zu handeln. Aufgrund der Auswahl häufig angewendeter Arzneimittel besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Wiedergabe von Warenbezeichnungen, Handelsnamen und sonstigen Kennzeichen in diesem Buch berechtigt nicht zu der Annahme, dass diese von jedermann frei benutzt werden dürfen. Vielmehr kann es sich auch dann um eingetragene Warenzeichen oder sonstige geschützte Kennzeichen handeln, wenn sie nicht eigens als solche gekennzeichnet sind.

Es konnten nicht alle Rechtsinhaber von Abbildungen ermittelt werden. Sollte dem Verlag gegenüber der Nachweis der Rechtsinhaberschaft geführt werden, wird das branchenübliche Honorar nachträglich gezahlt.

Dieses Werk enthält Hinweise/Links zu externen Websites Dritter, auf deren Inhalt der Verlag keinen Einfluss hat und die der Haftung der jeweiligen Seitenanbieter oder -betreiber unterliegen. Zum Zeitpunkt der Verlinkung wurden die externen Websites auf mögliche Rechtsverstöße überprüft und dabei keine Rechtsverletzung festgestellt. Ohne konkrete Hinweise auf eine solche Rechtsverletzung ist eine permanente inhaltliche Kontrolle der verlinkten Seiten nicht zumutbar. Sollten jedoch Rechtsverletzungen bekannt werden, werden die betroffenen externen Links soweit möglich unverzüglich entfernt.

1. Auflage 2021

Alle Rechte vorbehalten

© W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Gesamtherstellung: W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart

Print:

ISBN 978-3-17-035078-6

E-Book-Formate:

pdf: ISBN 978-3-17-035079-3

epub: ISBN 978-3-17-035080-9

Autorenverzeichnis

Univ.-Prof. Dr. med. Christian G. Bien

Direktor

Universitätsklinik für Epileptologie (Krankenhaus Mara)

Campus Bielefeld-Bethel

Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld

Maraweg 21

33617 Bielefeld

christian.bien@mara.de

Prof. Dr. med. Ingmar Blümcke

Direktor

Neuropathologisches Institut

Schwabachanlage 6

91054 Erlangen

ingmar.bluemcke@uk-erlangen.de

Dr. med. Thomas Cloppenborg

Oberarzt

Universitätsklinik für Epileptologie (Krankenhaus Mara)

Campus Bielefeld-Bethel

Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld

Maraweg 21

33617 Bielefeld

thomas.cloppenborg@mara.de

Dr. med. Roland Coras

Oberarzt

Neuropathologisches Institut

Schwabachanlage 6

91054 Erlangen

roland.coras@uk-erlangen.de

PD Dr. med. Susanne Fauser

Oberärztin

Universitätsklinik für Epileptologie (Krankenhaus Mara)

Campus Bielefeld-Bethel

Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld

Maraweg 21

33617 Bielefeld

susanne.fauser@mara.de

Dr. rer. nat. Philip Grewe

Leitender Psychologe

Universitätsklinik für Epileptologie (Krankenhaus Mara)

Campus Bielefeld-Bethel

Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld

Maraweg 21

33617 Bielefeld

philip.grewe@mara.de

Dr. med. Matthias Hoppe

ehem. Leitender Abteilungsarzt

Stettiner Str. 30

33803 Steinhagen

matthiashoppegt@gmx.de

Dr. med. Thilo Kalbhenn

Leitender Arzt Epilepsiechirurgie

Klinik für Neurochirurgie

Evangelisches Klinikum Bethel

Kantensiek 11

33617 Bielefeld

thilo.kalbhenn@evkb.de

Dr. med. Steffi Koch-Stoecker

Stellvertretende Chefärztin

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Evangelisches Klinikum Bethel

Kantensiek 11

33617 Bielefeld

steffi.koch-stoecker@evkb.de

Dr. med. Tilman Polster

Leitender Arzt Kinder- und Jugendepileptologie

Universitätsklinik für Epileptologie (Krankenhaus Mara)

Campus Bielefeld-Bethel

Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld

Maraweg 21

33617 Bielefeld

tilman.polster@mara.de

Dr. med. Anna Rada

Oberärztin

Universitätsklinik für Epileptologie (Krankenhaus Mara)

Campus Bielefeld-Bethel

Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld

Maraweg 21

33617 Bielefeld

anna.rada@mara.de

Dr. med. Reinhard Schulz

ehem. Leitender Oberarzt

Bethelweg 56

33617 Bielefeld

rsh@netic.de

Dr. med. Ulrich Specht

Leitender Arzt

Universitätsklinik für Epileptologie (Krankenhaus Mara)

Campus Bielefeld-Bethel

Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld

Maraweg 21

33617 Bielefeld

ulrich.specht@mara.de

Dr. (H) Maria Tomka-Hoffmeister

Oberärztin

Universitätsklinik für Epileptologie (Krankenhaus Mara)

Campus Bielefeld-Bethel

Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld

Maraweg 21

33617 Bielefeld

maria.tomka-hoffmeister@mara.de

Dr. med. Friedrich G. Wörmann

Leitender Abteilungsarzt

Universitätsklinik für Epileptologie (Krankenhaus Mara)

Campus Bielefeld-Bethel

Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld

Maraweg 21

33617 Bielefeld

friedrich.woermann@mara.de

Inhalt

1  Autorenverzeichnis

2  Vorwort

3 Christian G. Bien

4  I Typische Konstellationen

5  1 Die klassische Indikation: Temporallappenepilepsie

6 Christian G. Bien

7  1.1 Wege bis zur prächirurgischen Diagnostik

8  1.2 Prinzipien der prächirurgischen Diagnostik und der resektiven Epilepsiechirurgie

9  1.3 Führende Rolle der MRT

10  1.4 Gedächtnis

11  1.5 Gesichtsfeldeinschränkung

12  1.6 Früh postoperative Anfälle

13  1.7 Neuropathologie

14  1.8 Outcome-Klassifikation

15  Literatur

16  2 Welche Patienten sollen zu einer prächirurgischen Diagnostik zugewiesen werden?

17 Reinhard Schulz

18  2.1 Wann sollten Patienten zugewiesen werden?

19  2.2 Wo soll das nicht-invasive Video-EEG-Monitoring erfolgen?

20  Literatur

21  3 Der schwierige Fall

22 Susanne Fauser

23  3.1 Was macht einen Patienten zu einem »schwierigen Fall«?

24  3.2 Wo sollten Diagnostik und Therapie bei schwierigen Fällen erfolgen?

25  3.3 Subdurale Elektroden oder Tiefenelektroden?

26  3.4 Planung der Implantation von Tiefenelektroden

27  Literatur

28  4 Epilepsiechirurgie im Kindesalter

29 Thomas Cloppenborg und Tilman Polster

30  4.1 Einleitung

31  4.2 Erweiterte Läsionektomie bei Patienten mit Tuberöse-Sklerose-Komplex

32  4.2.1 Initiale Diagnostik bei Epilepsien in den ersten Lebensjahren

33  4.2.3 Indikation zur prächirurgischen Diagnostik im Kindesalter

34  4.2.4 Erfassung und Bewertung von Anfallsursprung und Anfallsfreiheit

35  4.2.5 Invasive Diagnostik bei Kindern

36  4.2.6 Prognose der operativen Behandlung bei zahlreichen Tubera

37  4.2.7 Defizitrisiken nach Resektion im Bereich eloquenter Areale

38  4.2.8 Behandlung nach erfolgreicher Resektion

39  4.3 Hemisphärotomie im Kindesalter

40  Literatur

41  5 Indikationsstellung und Nachsorge bei Kallosotomien

42 Anna Rada und Christian G. Bien

43  5.1 Kandidaten für die Prüfung der Option einer Kallosotomie

44  5.2 Prächirugische Diagnostik

45  5.3 Operative Technik

46  5.4 Frühe postoperative Phase

47  5.5 Betreuung im Langzeitverlauf

48  Literatur

49  6 Propagation epileptischer Aktivität

50 Susanne Fauser

51  6.1 Das Zonen-Modell nach Lüders

52  6.2 Propagation bei medialen Temporallappenepilepsien

53  6.2.1 Semiologische Sequenzen als Ausdruck von Propagation der iktualen Aktivität

54  6.2.2 EEG-Befunde als Ausdruck von Propagation interiktualer und iktualer epilepsietypischer Aktivität

55  6.3 Propagation bei Frontallappenepilepsien

56  6.4 Propagation bei temporo-posterioren/occipitalen Epilepsien

57  6.4.1 Typische Propagationswege

58  6.4.2 Konsequenzen für die prächirurgische Abklärung und für Operationen

59  6.5 Propagation bei Parietallappenepilepsien

60  6.6 Zusammenfassung

61  Literatur

62  7 Gedächtnis und Epilepsiechirurgie

63 Philip Grewe

64  7.1 Gedächtnis und Epilepsie

65  7.2 Epilepsiechirurgie

66  7.2.1 Präoperative Befunde

67  7.2.2 Postoperative Veränderungen

68  7.2.3 Vorhersage postoperativer Leistung

69  Literatur

70  8 Postoperatives Management

71 Ulrich Specht und Christian G. Bien

72  8.1 Präoperative Beratung

73  8.2 Früh-postoperative Situation

74  8.3 Entlassung

75  8.4 Medizinische Rehabilitation nach Epilepsiechirurgie

76  Literatur

77  II Prä- und postchirurgische Untersuchungsmethoden

78  9 Semiologie

79 Susanne Fauser und Matthias Hoppe

80  9.1 Topologische Interpretation der Semiologie fokaler Anfälle

81  9.2 Formen fokaler Anfälle nach anatomischer Lokalisation der symptomatogenen Zone

82  9.2.1 Frontallappenanfälle

83  9.2.2 Temporallappenanfälle

84  9.2.3 Parietallappenanfälle

85  9.2.4 Okzipitallappenanfälle

86  9.3 Lateralisationshinweise

87  Literatur

88  10 Magnetresonanztomografie

89 Friedrich G. Wörmann

90  10.1 Der MRT-Nachweis einer chirurgisch behandelbaren epileptogenen Läsion

91  10.2 Besonderheiten der MRT bei Kindern mit Epilepsie

92  10.3 Die Verwendung von Kontrastmittel in der MRT vor Epilepsiechirurgie

93  10.4 Die Abgrenzung einer epileptogenen Läsion von benachbartem eloquentem Kortex

94  10.5 Verwendung der 3D-Sequenzen zur OP-Planung, zur multimodalen Bildgebung und bei MRT-negativen Patienten

95  10.6 Bildgebung nach Epilepsiechirurgie

96  10.7 Zusammenfassung

97  Literatur

98  11 Iktuales Oberflächen-EEG

99 Matthias Hoppe

100  11.1 Einleitung

101  11.2 Anfallsmuster

102  11.3 Temporallappenepilepsien

103  11.4 Frontallappenepilepsien

104  11.5 Posteriore Epilepsien

105  Literatur

106  12 Neuropsychologie

107 Philip Grewe

108  12.1 Neuropsychologische Fragestellungen in der epilepsiechirurgischen Diagnostik

109  12.1.1 Erfassung eines prächirurgischen Ist-Zustands

110  12.1.2 Lokalisierende und lateralisierende Hinweise

111  12.1.3 Vorhersage möglicher postoperativer kognitiver Veränderungen

112  12.1.4 Postoperative neuropsychologische Verlaufsuntersuchung

113  12.2 Ursachen neuropsychologischer Beeinträchtigungen

114  12.2.1 Strukturell-morphologische Faktoren

115  12.2.2 Kognitive Nebenwirkungen durch Antikonvulsiva

116  12.2.3 Psychiatrische Komorbiditäten

117  12.2.4 Iktuale und interiktuale epileptische Entladungen

118  12.3 Hinweise für die klinische Praxis

119  Literatur

120  13 Sprache

121 Friedrich G. Wörmann und Christian G. Bien

122  13.1 Indikation von Sprachlateralisation und Sprachlokalisation vor epilepsiechirurgischen Eingriffen

123  13.2 Klinische Beobachtungen zur Sprache bei Patienten in der prächirurgischen Epilepsieiagnostik

124  13.3 Funktionelle Magnetresonanztomografie

125  13.3.1 Durchführung

126  13.3.2 Auswertung

127  13.3.3 Beurteilung

128  13.3.4 Validität

129  13.3.5 Limitationen des fMRT

130  13.4 Wada-Test

131  13.4.1 Durchführung

132  13.4.2 Auswertung

133  13.4.3 Beurteilung

134  13.4.4 Limitationen des Wada-Tests

135  13.5 Elektrostimulation (als extraoperative Hirnkartierung mit subduralen Platten oder als intraoperative Kortikografie im Rahmen einer Wachoperation)

136  13.5.1 Durchführung

137  13.5.2 Auswertung

138  13.5.3 Wertigkeit der Befunde

139  13.5.4 Nachteile

140  13.6 Zusammenfassung

141  Literatur

142  14 Psychiatrische Anamnese und Prognose

143 Steffi Koch-Stoecker

144  14.1 Die präoperative psychiatrische Anamnese

145  14.2 Die peri- und postoperativen Behandlungsphase

146  14.3 Weiterführende Behandlungsplanung

147  14.4 Prognose

148  14.5 Zusammenfassung

149  Literatur

150  15 Die neuropathologische Untersuchung

151 Ingmar Blümcke und Roland Coras

152  15.1 Einführung

153  15.2 Die histopathologische Untersuchung mit dem Mikroskop

154  15.3 Der histopathologische Befund

155  15.3.1 Hippokampussklerose

156  15.3.2 Gangliogliom

157  15.3.3 Fokale kortikale Dysplasie

158  15.4 Intraoperative Schnellschnittuntersuchung

159  Literatur

160  III Operationen

161  16 Operationsarten

162 Thilo Kalbhenn

163  16.1 Einführung

164  16.2 Diagnostische Operationen

165  16.2.1 Vorbemerkung

166  16.2.2 Implantation subduraler Platten-/Streifenelektroden

167  16.2.3 Robotergestütze stereotaktische Implantation intrazerebraler Tiefenelektroden

168  16.3 Therapeutische resektive Eingriffe

169  16.3.1 Konzept der erweiterten Läsionektomie

170  16.3.2 Resektionen in eloquenten Arealen

171  16.3.3 Wachoperation

172  16.3.4 Temporallappenoperationen

173  16.3.5 Anteriore Temporallappenteilresektion

174  16.3.6 Mono- und multilobuläre Resektionen

175  16.3.7 Frontallappenresektion

176  16.4 Diskonnektive Operationen

177  16.4.1 Posteriore Diskonnektion

178  16.4.2 Hemisphärotomie

179  16.5 Palliative Operationen

180  16.5.1 Kallosotomie

181  16.5.2 Vagusnervstimulator-Implantation

182  Literatur

183  17 Subkutane Vagusnervstimulation

184 Maria Tomka-Hoffmeister

185  17.1 Behandlungsprinzip

186  17.2 Unsere Erfahrungen mit VNS

187  17.3 Zusammenfassung

188  Literatur

189  IV Erfahrungen und Trends

190  18 Epilepsiechirurgie in Bethel – Entwicklungen und Erfahrungen

191 Thomas Cloppenborg

192  18.1 Einleitung

193  18.2 Ablauf der prächirurgischen Epilepsiediagnostik in Bethel

194  18.3 Erfahrungen und Trends

195  18.3.1 Die Patienten werden komplizierter

196  18.3.2 Operative Behandlungsoptionen werden häufiger abgelehnt.

197  18.4 Unterschiede Kinder und Erwachsene

198  Literatur

199  Stichwortverzeichnis

Vorwort
Christian G. Bien

Dieses Praxisbuch zur prächirurgischen Epilepsiediagnostik und chirurgischen Epilepsietherapie ist das Werk von Autorinnen und Autoren aus dem Krankenhaus Mara in Bethel. »Bethel« ist der geläufige Name für die von Bodelschwinghschen Stiftungen, die seit über 150 Jahre als diakonisches Unternehmen in Bielefeld und inzwischen an zahlreichen anderen Standorten tätig sind. Als die Epilepsiechirurgie Ende der 1980er Jahre in Deutschland, aus Nordamerika kommend, wieder eingeführt wurde, stand man in Bethel vor der Frage, ob man dies auch hier tun wolle. Sollte Bethel sich eine eingreifende Therapieform, deren Folgen man sich damals noch nicht recht vorzustellen wusste, mit dem Ziel der Anfallsfreiheit zu eigen machen? Oder sollte es allein seinem bisherigen Weg treu bleiben: Epilepsiepatienten konservativ behandeln und vor allen Dingen begleiten, unterstützen, rehabilitieren? Die Betheler Entscheidungsträger – von ärztlicher Seite Prof. Peter Wolf und Prof. Falk Oppel, von Vorstandsseite die Theologen Johannes Busch und Hans-Joachim Schwager – votierten entschlossen für die Epilepsiechirurgie. Diese sollte nicht als Alternative zu den bestehenden Angeboten verstanden werden oder diese gar ablösen. Vielmehr hieß es: »Als zusätzliche Therapieform soll die Epilepsie-Chirurgie in Bethel die medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung des Epilepsie-Zentrums Bethel ergänzen, die hier bereits sehr weit entwickelt ist. Darüber hinaus sollen die Patienten an umfassenden Rehabilitationsprogrammen teilnehmen und weitreichende psychsoziale Hilfestellungen erhalten, die einen wesentlichen Bestandteil der in Bethel angebotenen Programme bildet.«1 Ärzte aus Bethel wurden in Cleveland unter Leitung von Prof. Hans O. Lüders epileptologisch und epilepsiechirurgisch ausgebildet (aus dieser Zeit stammt die Tradition, die Oberflächen-EEG-Elektroden nach der amerikanischen, nicht der internationalen Nomenklatur zu benennen). Die prächirurgische Station 1A des Krankenhauses Mara wurde am 1. Januar 1991 eröffnet. Wenige Jahre später entstand in Bethel auch eine Epilepsie-Rehabilitationsklinik, die u. a. wirksame Anschlussheilbehandlungen nach epilepsiechirurgischen Operationen anbietet. Das epilepsiechirurgische Programm in Bethel gilt inzwischen als das mit den meisten Eingriffen in Deutschland. Der Wert erfolgreicher Operationen ist unübersehbar, und die Zweifel an der Epilepsiechirurgie sind längst verstummt. Zugleich sind drei Dinge klar geworden:

1. Die operative Epilepsiebehandlung ist ein Verfahren für einen kleinen Teil der Epilepsiekranken; den durchschnittlich 100 operierten Patienten stehen im Krankenhaus Mara jährlich 3.000 andere Patienten gegenüber, die nicht chirurgisch behandelt werden (können).

2. Prächirurgische Diagnostik erfordert Kenntnis und Erfahrung, die man nicht rasch erwerben kann.

3. Neben die großen Zentren sind Kliniken getreten, die in kleinerem Umfang präoperativ und epilepsiechirurgisch tätig sind.

Mit diesem Band wollen wir nach dem Bethel-Praxisbuch »Allgemeine Epileptologie« (Bien 2021), das dem Punkt 1 Rechnung trägt, unsere Erfahrungen denen zur Verfügung stellen, die sich neu an die prächirurgische und epilepsiechirurgische Arbeit machen; ebenso wendet es sich an diejenigen, die kundig sind und ihre Erfahrungen mit denen eines anderen Zentrums vergleichen wollen; schließlich an jene, die Patienten betreuen, für die diese Therapieoption in Betracht kommt. Es ist ein Buch, in dem wir uns als Praktiker an Praktiker wenden und unser Vorgehen, aber auch unsere Hintergrund-Überlegungen mitteilen. Wir knüpfen damit wie schon mit der »Allgemeinen Epileptologie« an das Betheler »Praxisbuch Epilepsien« meines Vorgängers Prof. Wolf und seiner Mitarbeiter von 2003 an, das ebenfalls von Kohlhammer verlegt wurde (Wolf et al. 2003). Im vorliegenden Band stellen wir Fälle aus dem eigenen Krankengut zur Veranschaulichung vor. Gerade in diesem Feld der Neurologie und Neurochirurgie ist vieles Erfahrungswissen, das nur zum Teil durch Studien abgesichert werden kann. Unser Buch ersetzt nicht die großen englischsprachigen Textbücher der präoperativen Diagnostik und der Epilepsiechirurgie. Ebensowenig konkurriert es mit nationalen oder internationalen Leitlinien. Unser Anliegen steht zwischen diesen Polen: Wir wollen praktische Kenntnisse, unterlegt mit wissenschaftlichen Daten, anschaulich weitergeben. Unsere Hoffnung ist, dass dies unserem interdisziplinären Autorenteam gelungen ist.

Janr və etiketlər

Yaş həddi:
0+
Litresdə buraxılış tarixi:
25 iyul 2025
Həcm:
348 səh. 64 illustrasiyalar
ISBN:
9783170350809
Müəllif hüququ sahibi:
Bookwire
Yükləmə formatı:

Oxşar kitablar