Kitabı oxu: «Der Wanderurlaubsführer Madeira. Ein Wander- und Reiseführer in einem»
Sara Lier
Der WanderUrlaubsführer
MADEIRA
Die 60 Top-Wanderungen und Ausflüge, 5 Rundreisen plus GPS-Tracks
Exklusiv für Sie als Leser:
MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD
unter: gps.bruckmann.de

Auf Madeira liegen viele Ortschaften zwischen den Bergen und dem Atlantik – so auch der »Garten des Meeres«, Jardim do Mar an Madeiras sonniger Südwestküste.
INHALT
= Ausflug
= Wanderung
Unterwegs auf Madeira
Madeiras beliebteste Wanderwege
Die schönsten Feste auf Madeira
Tipps und Infos für Unterwegs
Hilfreiche Adressen
Madeira in Zahlen
Funchal und Umgebung
Kultur, Geschichte und Natur an Madeiras Südkante
Entdeckertour
Von der quirligen Hauptstadt direkt in die Natur
1Funchal
Stadtrundgang durch die Fenchelbucht
2Funchal
Durch das São-Pedro-Viertel zur Fortaleza do Pico
3Jardins do Palheiro
Gartenbaukunst und Artenfülle im Blandy‘s Garden
4Botanischer Garten und Monte
Zwei Gärten, zwei Seilbahnen und eine Wallfahrtskapelle mit Kaisergrab
5Vom Hotelviertel nach Câmara de Lobos
Flanierweg über die Küstenpromenade
6Cabo Girão
Über die Levada do Norte von Estreito de Câmara de Lobos zum Cabo Girão
7Curral das Freiras
Vom Nonnental zum Aussichtsfelsen Eira do Serrado
8Pico Grande
Von der Boca da Corrida zum Kraxelberg hoch über dem Nonnental
9Fajã dos Padres
Mit der Seilbahn in eine andere Welt
10Cristo Rei
Von Caniço de Baixo zum Cristo Rei
11Von Camacha ins Paradiestal
Entlang der Levada da Serra do Faial
12Vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo
Felsiger Höhenweg zwischen den höchsten Gipfeln Madeiras
Südwesten und Paul da Serra
Sonnige Hänge und grüne Höhen
Entdeckertour
Hübsche Küstenorte und eine imposante Hochebene: Rundfahrt durch Madeiras Südwesten
13Calhau da Lapa
Abstieg zum kristallklaren Wasser
14Ribeira Brava
Handelsstadt mit hübscher Kirche
15Ponta do Sol
Im sonnenverwöhnten Bananental
16Levada do Moinho und Levada Nova
Aufregende Rundtour bei Lombada da Ponta do Sol
17Calheta
Zwei Sandstrände, ein ungewöhnliches Museum und viel Zuckerrohrschnaps
18Prazeres
Im Reich der Vogelscheuchen
19Küstenrundweg im Südwesten
Von Paul do Mar über Jardim do Mar nach Prazeres
20Levada Nova da Calheta
Über die »Neue Levada« nach Ponta do Pargo
21Ponta do Pargo
Am westlichsten Ende der Insel
22Nossa Senhora da Boa Morte
Ein aussichtsreiches Kapellchen im Ortsteil Cabo
23Levada das 25 Fontes und Levada do Risco
Durch den Reitertunnel in den Lorbeerwald von Rabaçal
24Levada do Alecrim
Über die Rosmarin-Levada zu spektakulären Wasserfällen
25Levada do Paul
An der Südkante der Hochebene
26Pico Ruivo do Paul
Aussichtsreiche Kurztour auf die höchste Erhebung Paul da Serras
27Bica da Cana und Pináculo
Rund um den »Zuckerhut« bis zum Vulkanschlot Pináculo
28Vom Encumeada-Pass ins Folhadal
Tiefgrüne Levada-Tour mit Tunnel und Wasserfall
29Chão dos Louros
Lorbeerwald-Spaziergang mit lauschigem Picknickplatz
Der Norden
Steile Spektakel auf Madeiras rauer Seite
Entdeckertour
Entlang der Nordküste von West nach Ost
30Fajã da Quebrada Nova
Abstieg zur Klippenküste von Achadas da Cruz
31Porto Moniz
Lavapools und Spuren der Walfänger
32Levada da Ribeira da Janela
Von Lamaceiros ins Tal des »Fensterflusses«
33Fanal
Uralte Lorbeerbäume und grandiose Aussichten
34Von Seixal nach Chão da Ribeira
Durch die Weinberge an der Küste entlang ins bäuerliche Hochtal
35Levada da Fajã do Rodrigues
Tunnel-Tour ins Tal der Ribeira do Inferno
36São Vicente
Ein hübscher Dorfkern und faszinierende Vulkanhöhlen im Tal des heiligen Vinzenz
37Von Ponta Delgada nach Arco de São Jorge
Über den Caminho Real entlang der Nordküste
38Von Lombo do Urzal zu den Anfängen der Levada dos Tornos
Levada-Tour tief im Tal von Boaventura
39Levada do Rei
Durch den Lorbeerwald von São Jorge zum Ribeiro Bonito
40Küstenrundweg bei São Jorge
Über historische Pflasterpfade zum alten Cais
41Santana
Im Reich der strohbedeckten Häuschen
42Levada do Caldeirão Verde
Durch den Lorbeerwald zum »Grünen Kessel« und in den »Höllenkessel«
43Pico Ruivo
Von der Achada do Teixeira auf leichten Wegen zum höchsten Gipfel Madeiras
44Rocha do Navio
Auf steilem Pfad ins Naturreservat
45Balcões
Spaziergang durch den Lorbeerwald zum Aussichtsbalkon von Ribeiro Frio
46Levada do Furado
Von Ribeiro Frio zum Portela-Pass
47Penha de Águia
Knackige Kurztour auf den Adlerfelsen
48Porto da Cruz
Wellen, Rum und eine tolle Landschaft
49Larano – Boca do Risco – Funduras
Ein grandioser Küstensteig und ein wundervoller Wald
Ostmadeira und Porto Santo
Wo alles begann: Madeiras Osten und Porto Santo
Entdeckertour
Ostmadeira – geschichtsträchtige Buchten und eine faszinierende Landzunge
50Ponta de São Lourenço
Durch die Felsküstenlandschaft im äußersten Ostzipfel
51Caniçal
Die Welt der Wale
52Levada do Caniçal
Levada-Spaziergang im Tal von Machico
53Pico do Facho
Von Caniçal über den Fackelberg nach Machico
54Machico
Geschichtsträchtige und feierfreudige Strandstadt
55Santa Cruz
Flanierstädtchen am Flughafen
56Santo António da Serra
Zum Sonntagsmarkt und zum Parkspaziergang auf die feuchten Höhen
Entdeckertour
Porto Santo – unterwegs auf der Insel des Heiligen Hafens
57Vila Baleira
Porto Santos Hauptstadt
58Vom Porto dos Frades zum Penedo do Sono
Küstenwanderung um die Südostspitze
59Pico Branco e Terra Chã
Grandiose Aussichten und ein wunderschöner Küstenbergpfad
60Pico do Castelo und Pico do Facho
Ein anstrengender Aufstieg und eine gemütliche Runde um den höchsten Gipfel
Kleiner Sprachführer Portugiesisch
Tourenübersicht
Register
Bildnachweis und Impressum

Tief im Tal von Lombada da Ponta do Sol (Tour 16)

Vogelscheuchenkunst in Prazeres (Tour 18)

Die Bucht von Machico mit dem Pico do Facho (Touren 53 und 54)
Piktogramme erleichtern den Überblick:
| Leichte Tour |
| Mittelschwere Tour |
| Schwierige Tour |
| Wanderung |
| Ausflug |
| Gehzeit |
| Höhenunterschied |
| Weglänge |
| Einkehrmöglichkeit |
| Für Kinder geeignet |
| Sehenswürdigkeit |
| Wintergeeignet |
| Viel Sonne |
| Bademöglichkeit |
| Eher schattiger Weg |
| Anreise mit ÖPNV |
Zeichenerklärung zu den Tourenkarten
| Wandertour mit Laufrichtung |
| Tourenvariante |
| Ausgangs-/Endpunkt der Tour |
| Wegpunkt |
| Bahnlinie mit Bahnhof |
| S-Bahn |
| Tunnel |
| Seilbahn, Gondelbahn |
| Bushaltestelle |
| Parkmöglichkeit |
| Hafen |
| Autofähre |
| Personenfähre |
| Flugplatz |
| Kirche |
| Kloster |
| Burg/Schloss |
| Ruine |
| Wegkreuz |
| Denkmal |
| Turm |
| Leuchtturm |
| Windpark |
| Windmühle |
| Mühle |
| Hotel, Gasthof, Restaurant |
| Jausenstation |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter) |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer) |
| Unterstand |
| Grillplatz |
| Jugendherberge |
| Campingplatz |
| Information |
| Museum |
| Bademöglichkeit |
| Bootsverleih |
| Sehenswürdigkeit |
| Ausgrabung |
| Kinderspielplatz |
| schöne Aussicht |
| Aussichtsturm |
| Klettersteig/Steig mit Sicherung |
| Wasserfall |
| Randhinweispfeil |
| Maßstabsleiste |
UNTERWEGS AUF MADEIRA
Madeira, die »Perle des Atlantiks«, ist ein Phänomen. Es gibt kaum einen richtigen Strand (nur auf der Nachbarinsel Porto Santo) und keine Partymeilen mit Sangria-Eimern. Dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – verlieben sich unzählige, vor allem naturbegeisterte Besucher in die grüne und zerklüftete Insel, die zu rund zwei Dritteln aus Naturparks besteht. Viele Urlauber sind so fasziniert von der schier unerschöpflichen Fülle an Wanderwegen, dass sie immer wieder kommen, um Madeira wandernd zu erkunden.
Wandern auf Madeira
Madeira ist ein Wanderparadies. Die Vulkaninsel bietet so gut wie alles, was das Wanderherz begehrt: von leichten Spaziergängen auf Uferpromenaden über aussichtsreiche Küstenwanderungen auf alten Verbindungswegen bis hin zu sportlichen Hochgebirgstouren. Doch darüber hinaus gibt es noch eine Besonderheit: die Levadas. Über die eigentlich zur Bewässerung und Energiegewinnung angelegten Wasserkanäle freuen sich auch die Wanderer, kann man über sie doch mehr oder weniger eben in Täler gelangen, die sonst völlig unzugänglich wären. Oft geht es denselben Weg zurück, doch die Eindrücke sind immer anders. Für Streckenwanderungen muss man manchmal auf Busse oder Taxis zurückgreifen, in einigen Fällen sind aber auch Rundwege möglich.
Manche Wanderwege auf Madeira sind sehr beliebt – aus gutem Grund, sie führen einfach durch wunderschöne Landschaften (siehe Kasten »Madeiras beliebteste Wanderwege«). Dadurch werden einige Pfade jedoch zu regelrechten Wanderautobahnen, hier hilft es, entweder sehr früh, oder – sofern die Lichtverhältnisse es erlauben – später am Tag zu kommen. Wer das »A-Programm« absolviert hat, kann sich den unbekannteren Wegen zuwenden, Madeira bietet schließlich ein fantastisches Repertoire an tollen Wandermöglichkeiten.

Einer der chilligsten Orte: die Maktub-Bar in Paul do Mar (Tour 19)

Am Steilhang zwischen Arco de São Jorge und Boaventura (Tour 37)
Bei der Auswahl empfiehlt es sich, vorher auf der Seite des Tourismusverbands den aktuellen Zustand der markierten Wege zu prüfen, denn manchmal müssen diese aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Auf das Wetter sollte man ebenso achten wie auf die richtige Ausrüstung und die eigene Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Madeira ist eben sehr steil, nicht jeder Abhang ist gesichert. Im Zweifelsfall kehrt man lieber um, als dass man sich in Gefahr begibt.
Levadas ...
Bereits kurz nach der Entdeckung der Insel im 15. Jahrhundert stellten die ersten Siedler fest, dass das Klima im Südteil Madeiras milder, im Nordteil hingegen feuchter ist. Für die Landwirtschaft – vor allem für den boomenden Zuckerrohranbau – eignete sich der sonnige und gut zugängliche Süden am besten. Und deshalb begann man Wasserkanäle anzulegen, um die Felder des Südens mit dem Wasser aus höheren Gefilden und später auch von der Nordseite zu bewässern. Bis heute versorgen Levadas die Bauern und vor allem die vielen Bananenterrassen mit Wasser; im 20. Jahrhundert kam die Energiegewinnung in Wasserkraftwerken hinzu. Entlang der Kanäle führen schmale Pfade für die levadeiros, die für die Instandhaltung und Wasserzuteilung zuständigen Levada-Arbeiter. Man schätzt, dass es zwischen 2000 und 5000 Levada-Kilometer sind, je nachdem, ob man die Verzweigungen mitzählt oder nicht. Manche Levadas sind sehr schmal, ausgesetzt und ungesichert, einige sind sogar lebensgefährlich, viele führen abschnittsweise durch Tunnel. Andere jedoch kann man mit etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit prima erwandern.
… und Veredas
Bevor im 20. Jahrhundert die ersten, oftmals noch sehr abenteuerlich verlaufenden Fahrstraßen gebaut wurden, war man auf Madeira zu Fuß unterwegs. Der Warenverkehr konnte teilweise mit Schiffen abgewickelt werden, wobei vor allem die Nordküste war für den Schiffsverkehr viel zu steil und rau war. Es entstanden die sogenannten Veredas – Verbindungswege zwischen den Ortschaften und über die Bergpässe. Mitte des 19. Jahrhunderts gab die portugiesische Krone den Ausbau der wichtigsten Trampelpfade in Auftrag: Es wurden teilweise Pflastersteine verlegt, sodass die Pfade nun auch mit Ochsenkarren befahren werden konnten. Der längste der sechs caminhos reais ist 180 Kilometer lang und umrundet die Insel. Manche Abschnitte wurden später zu Fahrstraßen ausgebaut, andere verfielen. Jetzt kümmert sich ein Verein um die »Wiedergeburt« der Königswege als historische Wanderwege, schließlich bieten sie die beste Möglichkeit, Land und Leute zu Fuß kennenzulernen.
Reisezeit und Wetter
Madeira hat ganzjährig seinen Reiz, nicht ohne Grund wirbt die »Insel des ewigen Frühlings« mit dem Slogan »Madeira all year!«. Im Hochsommer, wenn der Atlantik zum Baden am angenehmsten ist, kann es zum Wandern etwas heiß sein, über 1000 Höhenmetern wird es aber oft schon merklich kühler. Mit regnerischen Tagen ist im Sommer weniger zu rechnen, im Winter muss es dann aber auch mal Niederschlag geben, damit die Insel schön grün bleibt. Im Winter liegt im Hochgebirge manchmal sogar Schnee, dann haben Wanderer dort nichts verloren. Generell ist es im Norden feuchter, grüner und saftiger als im Süden, häufig hängen sich die Wolken des Nordostpassats in die Berge. Zu jeder Zeit des Jahres kann man auch mal windige Tage erwischen, die sich dann vor allem auf den Flugverkehr auswirken. Grundsätzlich gilt jedoch: Selten ist das Wetter überall auf der Insel gleich, die Topografie sorgt für viele verschiedene Mikroklimas. Eine Wetter-App kann dann helfen, die jeweils beste Ecke für eine Wanderung auszuwählen.
Die »Blumeninsel«
Das milde Klima, der fruchtbare vulkanische Boden und die vielen verschiedenen Höhenstufen sorgen dafür, dass auf Madeira Pflanzen aus allen Teilen der Welt wachsen: Tropische Früchte auf den fruchtbaren Küstenebenen, Bananen und Wein, Kartoffeln, Bohnen und anderes Gemüse an den terrassierten Hängen, Getreide in den Hochtälern und auf den Plateaus. Es gibt Bäume aus aller Herren Länder, manchmal fühlt man sich wie in einem mitteleuropäischen Laubwald, und dann steht man plötzlich im duftenden Eukalyptuswald. Letzterer wird für die Zellulose- und Papierproduktion angebaut, ist jedoch aus ökologischen Gründen äußerst bedenklich. Die verheerenden Waldbrände der letzten Jahre loderten vor allem in den leicht entzündlichen Eukalyptushainen. Ursprünglich war Madeira von Lorbeerwäldern bedeckt, heute ist davon nur noch etwa ein Fünftel erhalten. Die endemische Lorbeerwaldvegetation, die man vor allem bei Wanderungen in Rabaçal und an der Nordseite der Insel bewundern kann, steht heute unter Naturschutz, auch die UNESCO hat die Laurissilva zum Welterbe erklärt. Insgesamt gibt es etwa 150 endemische Pflanzenarten auf Madeira, die omnipräsente Königin-Strelitzie gehört jedoch nicht dazu.

Blumenpracht auf dem Mercado dos Lavradores in Funchal (Tour 1)
Wer die »Blumeninsel« in ihrer vollen Pracht erleben will, sollte im Frühjahr kommen, wenn sich in den Parks und Vorgärten die meisten Blüten öffnen. Zum Blumenfest im Mai werden in Funchal Blütenteppiche auf den Straßen ausgebreitet und ein farbenfroher Umzug mit Blumenkindern und geschmückten Wagen organisiert.
Essen und Trinken
Zu den Klassikern der madeirischen Küche, die in keinem typischen Lokal fehlt, gehören die saftigen Rindfleischspieße espetadas und der gerne mit einer Madeirabanane zubereitete Degenfisch espada com Banana. Die traditionelle madeirische Küche ist geprägt von einfachen, deftigen Fisch- und Fleischgerichten, die mit Pommes frites oder frittierter Polenta serviert werden. Gemüse wird vor allem zu Suppen verarbeitet, vegetarische Gerichte finden erst sehr langsam ihren Weg auf die Speisekarten. Allmählich wächst die Zahl der experimentierfreudigen, jungen Küchenchefs, die die traditionelle Inselküche neu interpretieren und ihre Gäste damit überraschen.

Maracuja, Anona, Baumtomate & Co. in der Markthalle von Funchal (Tour 1)
Die meisten Tafelweine stammen vom portugiesischen Festland, auf Madeira wird eben vor allem Madeirawein produziert. Sehr beliebt ist das inseleigene Bier »Coral« und die Maracuja-Limonade »Brisa«. Nach dem Essen – und auch zu jeder anderen Tageszeit – lieben die Portugiesen ihren Espresso, auf Madeira bica genannt. Madeiras süffiger Mini-Cocktail »Poncha« schmeckt vor allem in den urigen Berglokalen, erst recht nach einer nasskalten Wanderung, schließlich steckt die frisch angerührte Mischung aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitronen- bzw. Orangensaft voller Vitamine.
MADEIRAS BELIEB-TESTE* WANDERWEGE
Die Gipfeltour vom Pico do Arieiro zum Pico Ruivo (Tour 12)
Zu den 25 Quellen im Lorbeerwald von Rabaçal (Tour 23)
Vom Forsthaus von Queimadas zum Caldeirão Verde (Tour 42)
Zum Aussichtsbalkon Balcões bei Ribeiro Frio (Tour 45)
Auf die Landzunge Ponta de São Lourenço im tiefen Osten (Tour 50)
(*damit aber auch die am meisten begangenen Wege!)
Unterkünfte und Standorte
Auf Madeira gibt es eine riesige Auswahl an Hotels und Ferienwohnungen – vom Hostel bis zur Luxusherberge ist alles dabei. Sogar Zelten oder »Glamping« ist möglich. Es stellt sich vor allem die Frage, ob man zentral und städtisch im Großraum Funchal/Caniço nächtigen möchte (wobei Caniço vor allem von deutschen Touristen geprägt ist), oder ob man eher die Ruhe und die Nähe zur Natur sucht. Wer in einer hübsch renovierten Quinta in einer abgelegenen ländlichen Region Urlaub macht, ist in der Regel auf einen Mietwagen angewiesen, während man von Funchal aus auch Chancen hat, per Bus über die Insel zu reisen. Normalerweise reicht es, einen Standort zu wählen und von dort aus Tagesausflüge zu unternehmen, es gibt allerdings auch Ecken, von wo aus man etwas länger unterwegs ist. Am verkehrsgünstigsten für sternförmige Inselerkundungen ist definitiv die Südküste um Funchal und Caniço. Wer hauptsächlich zum Wandern kommt, wird hingegen die Nähe zur Natur in den Dörfern der Nordküste oder im Südwesten lieben. Die Übernachtungspreise schwanken zwischen der Hauptsaison (Sommer, aber auch Silvester, Ostern und Blumenfest) und der Nebensaison (z. B. November). Auf Porto Santo, wo es neben den großen All-Inclusive-Resorts auch ein paar kleinere und familiärere Hotels gibt, variieren die Preise enorm in der Zeit zwischen den Sommerferien (Juni bis September) und dem Rest des Jahres.

Blick über Funchal vom Pool des Hotels Monte Carlo
Kunsthandwerk, Madeirawein und andere Mitbringsel
Früher gehörte in jeden ordentlichen portugiesischen Haushalt eine auf Madeira bestickte Tischdecke. Madeira-Stickereien (bordados da Madeira) sind sehr filigran und kostbar, die Frauen sitzen monatelang an einem Exemplar. Sie werden mit einem Gütesiegel versehen, um den Markt vor ostasiatischen Kopien zu schützen.
Die einst so wichtige Branche wird dennoch immer kleiner: In den 1920er-Jahren stickten rund 70 000 Frauen die besonderen Muster, heute gibt es nur noch etwas mehr als 2000 bordadeiras. Ganz ähnlich geht es den Korbflechtern in Camacha: Madeira-Korbmöbel (und andere Korbflechtarbeiten) wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts kommerzialisiert, hatten im 20. Jahrhundert ihre Blütezeit und finden nun kaum noch Abnehmer.
Zu den berühmtesten Erzeugnissen Madeiras gehört nach wie vor der Madeirawein, früher wie heute die große Liebe der Engländer. Wer richtig gute Tropfen sucht, ist gut beraten, besser auf einen Qualitätswein zu setzen und etwas mehr Geld für seinen Malvasia, Boal, Verdelho oder Sercial auszugeben – aus der Allerweltstraube Tinta Negra hingegen werden eher die günstigeren Weine produziert. Diese können aber zum Beispiel prima für die Bratensoße genutzt werden.
Madeirawein ist ein gutes Mitbringsel, und je nach Alter der Flasche auch eine Geldanlage, denn hier heißt es: je älter, desto besser (und teurer!).
Die allseits beliebte Poncha da Madeira (eine »gesunde« Mischung aus Zuckerrohrschnaps, Honig und frisch gepressten Zitronen- bzw. Orangensaft) trinkt man besser frisch in einer Bar, die fertigen Flaschen stecken voller Konservierungsstoffe und haben geschmacklich nicht mehr viel mit dem Original gemein. Wer zu Hause Poncha mixen mag, kauft sich z. B. in Calheta oder Porto da Cruz einen madeirischen Aguardente (Zuckerrohrschnaps) zum Mitnehmen.
Gut für den Heimtransport geeignet ist auch der haltbare Honigkuchen bolo de mel oder Blumenzwiebeln vom Markt, mit denen man für das Madeiraflair im eigenen Garten sorgen kann.
DIE SCHÖNSTEN FESTE AUF MADEIRA
Februar/März: Carnaval (Funchal)
Mai: Festa da Flor – Blumenfest (Funchal)
Juni: Festival do Atlântico – Atlantikfestival (Funchal); Mercado Quinhentista – Mittelaltermarkt (Machico)
Juli: Semana do Mar – Meereswoche (Porto Moniz)
August: Nossa Senhora do Monte – Marienwallfahrt (Monte)
August/September: Festa do Vinho – Weinfest (Estreito de Câmara de Lobos/Funchal)
September: Festival Colombo – Kolumbusfest (Porto Santo); Festa da Nossa Senhora da Piedade – Bootsprozession und Fischerwallfahrt (Caniçal)
November: Festa da Castanha – Kastanienfest (Curral das Freiras)
Dezember: Natal e Fim do Ano – Weihnachtsdekoration, Silvesterfeuerwerk u. a. (Funchal)
TIPPS UND INFOS FÜR UNTERWEGS
Anreise
Wer nicht auf einem Kreuzfahrtschiff oder der eigenen Jacht unterwegs ist, erreicht Madeira in der Regel mit dem Flugzeug. Die Fähre zwischen den Kanaren, Madeira und der Algarve (ca. 24 Std. von Portimão nach Funchal, www.madeira-ferry.pt) verkehrt nur von Juli bis September. Wöchentliche Direktflüge aus Mitteleuropa (ca. 4 Std. Flugzeit) bieten – vor allem im Sommerhalbjahr – Lufthansa, Eurowings, Austrian Airlines und Ferienfluggesellschaften wie Condor, TUIfly, easyJet oder Edelweiss Air an. Tägliche Verbindungen mit Umstieg in Lissabon kann man bei der portugiesischen Fluglinie TAP buchen. Ab Lissabon beträgt die Flugzeit noch ca. 1,5 Stunden. Immer wieder kommt es vor, dass Flüge wegen ungünstiger Winde nach Porto Santo, auf die Kanaren oder gar zurück zum Festland umgeleitet werden müssen.

Die rot-gelben Wanderwegmarkierungen der »PR« weisen auf Madeira den richtigen Weg.
Wer Porto Santo zum Ziel hat, kann mit Binter (www.bintercanarias.com) von Madeira hinüberfliegen oder ab Funchal die Fähre Lobo Marinho (www.portosantoline.pt) nehmen.
Vom Cristiano-Ronaldo-Flughafen nach Funchal (ca. 20 km) verkehrt der Aerobus (5 € pro Strecke, Hin- und Rückfahrt 8 €); alternativ kommt man mit dem Taxi oder dem vorab gebuchten Privattransfer bzw. Shuttle (z. B. www.madeira-airport-transfers.com, ab 6 €) zum Ziel.
Mit dem Mietwagen unterwegs
Automieter müssen über 21 Jahre alt sein und seit mindestens einem Jahr den Führerschein besitzen, zudem braucht man für die Buchung eines Mietwagens die üblichen Ausweispapiere sowie eine gültige Kreditkarte. Fast alle internationalen und regionalen Mietwagenfirmen haben eine Vertretung im oder in der Nähe des Flughafens. Es empfiehlt sich, im Voraus zu buchen. Für Individualreisende und vor allem für Wanderer hat ein Mietwagen viele Vorteile, denn mit dem Bus kommt man nicht in alle Wandergebiete, manche Ortschaften werden nur selten und zeitaufwendig angefahren. Autofahrer müssen sich allerdings auf zahlreiche Tunnel, Anfahren am Berg und kurvenreiche, teils sehr steile und schmale Straßen einstellen (Vorsicht: Google Maps schickt einen gerne über die kürzesten und damit schwierigsten Wege!). Die Autovermietungen versuchen Urlaubern bei Ankunft oft ein Upgrade zu Autos mit stärkeren Motoren aufzudrängen, doch wenn sie nicht allzu schwer beladen sind, kommen auch Kleinwagen im ersten Gang die Hänge hinauf. Bei starkem Regen kann es zu Steinschlag oder Erdrutschen kommen, der Zivilschutz informiert über gesperrte Straßen (www.procivmadeira.pt).

Levada-Wandern mit Dusche (Tour 39)!
Es gilt die Promillegrenze von 0,5. Auf der Via Rápida sind die jeweiligen Höchstgeschwindigkeiten angegeben, bei trockenem Wetter darf man streckenweise 10 km/h schneller fahren. In den Ortschaften gilt in der Regel 50 km/h, außerhalb der Ortschaften – sofern die Kurven und das Gefälle es zulassen – theoretisch 90 km/h.
Feiertage
| 1. Januar | Neujahr |
| März/April | Karfreitag |
| 25. April | Tag der Nelkenrevolution 1974 |
| 1. Mai | Tag der Arbeit |
| 10. Juni | Nationalfeiertag |
| Juni | Fronleichnam |
| 1. Juli | Madeira-Tag |
| 15. August | Mariä Himmelfahrt |
| 21. August | Funchal-Tag |
| 5. Oktober | Tag der Republik |
| 1. November | Allerheiligen |
| 1. Dezember | Tag der Restauration von Spanien |
| 8. Dezember | Unbefleckte Empfängnis |
| 25. Dezember | Weihnachten |
Hinweise zum Wandern und zur Ausrüstung
Auf Madeira verlaufen viele Wanderwege an teilweise recht steilen Hängen entlang, oft sind die Pfade schmal und ausgesetzt. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist in vielen Fällen unabdingbar. Rund 30 Wege des Archipels sind als »PR« (Percursos Pedestres Recomendados) ausgezeichnet und rot-gelb markiert, hier informieren der Zivilschutz und die Touristeninformation über den aktuellen Zustand.
Hochalpin geht es auf Madeira nicht zu, doch ordentliches Schuhwerk ist in jedem Fall zu empfehlen. Eine gute Wahl sind knöchelhohe Wanderschuhe, viele Wanderer kommen besser mit leichten Trekkingschuhen oder sogar ultraleichten Trailrunning-Schuhen zurecht. Wichtig ist ein gutes Profil mit ausgeprägter Rutschfestigkeit.

Landeanflug mit einmaligem Berg- und Meerblick
Auf ebenen Levada-Wanderungen mögen Wanderstöcke vielleicht eher stören, doch bei Bergtouren können sie gerade bei steilen Abstiegen sehr hilfreich sein.

Nach viel Regen muss man schon mal die Wanderschuhe ausziehen (Tour 24).
Was die Kleidung angeht, so bietet sich das Zwiebelprinzip an: Wanderhosen (idealerweise mit Zip-System), Funktionskleidung mit zusätzlichem Schutz gegen Wind, Kälte und Regen. Im Winterhalbjahr wünscht man sich in höheren Lagen oft auch leichte Handschuhe und eine Mütze, ganzjährig muss an guten Sonnenschutz (Kopfbedeckung und Sonnencreme) gedacht werden.
Ideal ist ein Tagesrucksack, für die Wanderungen sollte zudem immer ausreichend Wasser und etwas Proviant mitgenommen werden. Wegen der vielen Tunnel sollte man eine Stirnlampe im Rucksack haben.
Medikamente und Trinkwasser
Viele Medikamente, die in Deutschland rezeptpflichtig sind, werden – mit Ausnahme von Antibiotika – in den Apotheken (farmácias) frei verkauft. Dennoch empfiehlt es sich, wichtige Medikamente mitzubringen. Das Leitungswasser ist trinkbar, allerdings vor allem in Funchal recht chlorhaltig. Abgefülltes Wasser wird in den Supermärkten auch in Fünf-Liter-Kanistern verkauft, so vermeidet man etwas Plastik (in Portugal gibt es kein Pfandsystem).
Wer Wasser mit Kohlensäure möchte, kauft água com gás, das an den grünen Flaschen zu erkennen ist.
HILFREICHE ADRESSEN
Auskunft
www.visitmadeira.pt (offizielle Webseite des Tourismusverbands mit umfangreichen Informationen zu Anreise, Unterkünften, Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten und Events)
Posto de Informação Turística (Touristeninformationsbüro)
Avenida Arriaga 16, Funchal, Tel. +351 2 91 21 19 02
Mo–Fr 9–20, Sa–So 9–15.30 Uhr
Weitere Postos de Informação Turística gibt es an der Estrada Monumental 175 (Mo–Fr 9–20.30, Sa–So 9–15.30 Uhr), im Flughafen (tgl. 9–21.30 Uhr), am Kreuzfahrtterminal (bei Ankünften 8.30–11 Uhr), in Porto Moniz (Mo–Fr 10–17, Sa 10–12.30 Uhr), in Ribeira Brava (Mo–Fr 10–16, Sa 10–12.30 Uhr), in Santana (Mo 14–16.30, Di–Fr 9.30–16, Sa 9–13 Uhr) und auf Porto Santo (Mo–Fr 9–12.30, 14–17.30, Sa 10–12.30 Uhr).
Notfälle
Notruf: 112
Polizei: PSP, Rua da Infância 28, Tel. +351 2 91 20 82 00
Feuerwehr: Bombeiros Municipais do Funchal, Tel. +351 2 91 20 09 30
Zivilschutz (informiert auch über gesperrte Straßen oder Wanderwege):
Proteção Civil, Tel. +351 2 91 70 01 12, www.procivmadeira.pt
Meeresrettung: Tel. +351 2 91 23 01 12, www.sanasmadeira.pt
Pannenhilfe auf der Via Rápida: 8 00 29 02 90

Weihnachtssterne wachsen auf Madeira zu riesigen Sträuchern.
Gesundheit
EU-Bürger können sich mit der Europäischen Versichertenkarte (EHIC) in den staatlichen Gesundheitszentren und Krankenhäusern kostenlos oder kostenreduziert behandeln lassen. Dennoch ist eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung empfehlenswert, denn in den privaten Gesundheitseinrichtungen sind die Wartezeiten kürzer und die Leistungen in der Regel besser. Hier tritt man zunächst in Vorleistung, die Kosten werden aber von der Versicherung übernommen, wenn man die Rechnung und einen ausführlichen Bericht über Befund und Behandlung einreicht.
Staatliche Krankenhäuser:
Hospital Dr. Nélio Mendonça: Av. Luís de Camões 57, Funchal, Tel. +351 2 91 70 56 00
Hospital dos Marmeleiros: Estrada dos Marmeleiros, Monte, Tel. +351 2 91 70 57 30
Privatkliniken (Auswahl):
Hospital da Luz: Rua 5 de Outubro 115, Funchal, Tel. +351 2 91 70 00 00 Madeira Medical Centre: Rua do Hospital Velho 23a, Funchal, Tel. +351 2 91 00 33 00
Busgesellschaften
Auf Madeira gibt es vier Busgesellschaften, die verschiedene Gebiete abdecken und irreführenderweise teilweise dieselbe Busliniennummer verwenden. Die meisten Busse starten bzw. enden in Funchal, sie halten entweder entlang der Avenida do Mar oder am Busbahnhof neben der Seilbahn nach Monte. Es gibt unbesiedelte Ecken auf Madeira, die nicht von Bussen angefahren werden, dazu gehören z. B. der Pico do Arieiro oder auch die Hochebene Paul da Serra mit dem Wandergebiet von Rabaçal.

Der prächtige Natternkopf
Horários do Funchal (www.horariosdofunchal.pt): Stadtverkehr in alle Stadtteile Funchals, aber auch Verbindungen nach Curral das Freiras, Camacha, Santo da Serra, Porto da Cruz, Santana, São Jorge und Arco de São Jorge
EACL (www.eacl.pt): Verbindungen zum Beispiel nach Caniço und Caniço de Baixo
Rodoeste (www.rodoeste.com.pt): Verbindungen in den Westen – Câmara de Lobos, Cabo Girão, Ribeira Brava, Ponta do Sol, Calheta, Ponta do Pargo, Porto Moniz, São Vicente, Ponta Delgada (u. a.)
SAM (www.sam.pt): Verbindungen in den Osten – Caniço, Santa Cruz, Santo da Serra, Machico, Caniçal, Ponta de São Lourenço, Portela, Porto da Cruz und Faial
Madeira in Zahlen

Ca. 255 000 Menschen leben auf dem Madeira-Archipel, davon ca. 5160 auf Porto Santo.
1419 wurde der Madeira-Archipel von portugiesischen Seefahrern entdeckt.
Ca. 800 km2 Fläche hat der Madeira-Archipel (inklusive Porto Santo, Ilhas Desertas und Ilhas Selvagens).
Durchschnittlich 18°C beträgt die Wassertemperatur des Atlantiks im Januar.
105 000 Menschen leben in Funchal, der größten Stadt des Archipels.
ca. 2/3 der Insel bestehen aus Naturparks und Schutzgebieten.
17–22 % beträgt der Alkoholgehalt des Madeiraweins.
Ca. 2500 km ist das begehbare Levada-Netz lang.
Ca. 850 km ist das portugiesische Festland entfernt.
57 km Ausdehnung in West-Ost-Richtung
22 km Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung
1862 m misst der höchste Gipfel (Pico Ruivo).
Durchschnittlich 26°C betragen die Höchsttemperaturen im August.
Ca. 150 km ist die Küste Madeiras lang.
Der Tourismus ist der stärkste Wirtschaftsfaktor auf Madeira: Die Region registrierte im Jahr 2017 ca. 8,4 Millionen Übernachtungen. Die Hotellerie zählt ca. 39 000 Betten für die Region Madeira, davon befinden sich 62,3 % in Funchal. 3,2 Millionen Passagiere fertigte der Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo ab. Etwa 537 500 Personen besuchten Madeira im Rahmen einer Kreuzfahrt (alle Zahlen von 2017).
FUNCHAL UND UMGEBUNG

Eine Stadt zwischen den Bergen und dem Atlantik: Funchal gehört zu den schönsten Städten Portugals.
FUNCHAL UND UMGEBUNG
Kultur, Geschichte und Natur an Madeiras Südkante
Lieblich schmiegt sich Funchal an die Hänge der oft mit einem Theater verglichenen Fenchelbucht, von allen Seiten gibt es freie Sicht auf den Atlantik. Ein Meer aus Häusern zieht sich die steilen Hügel hinauf – doch Betonwüsten braucht man selbst an der dicht besiedelten Südkante nicht zu befürchten.
Auf den ersten Blick mag die Region um Funchal zugebaut und konfus erscheinen, vor allem wenn man aus ruhigeren Teilen der Insel in die Stadt hineinfährt. Nicht immer schöne Hotelkästen bieten Platz für Urlauber, die es schätzen, nah am Geschehen und zentral untergebracht zu sein. Aus riesigen Kreuzfahrtschiffen strömen Tagestouristen an Land, es wuselt an den Avenidas, in den Souvenirläden und an den Sehenswürdigkeiten – an einigen Highlights stehen manchmal bis zu zehn Reisebusse gleichzeitig. Auch die Madeirer stecken zur Rushhour im Stau – Funchal ist eben nicht nur das Hauptziel der meisten Madeira-Besucher, sondern vor allem die Heimat für die Hälfte aller Inselbewohner.
Eine ganz normale Stadt, aber mit Atlantikblick
Sie arbeiten in den Ministerien der Regionalregierung, Krankenhäusern, Schulen und Einkaufszentren. Es gibt eine Uni, Ausgehviertel, Gewerbegebiete, Firmensitze, Wohnhäuser und Busbahnhöfe. Die Menschen, die hier leben, erfreuen sich ebenso an den prächtigen Parkanlagen und den liebevoll gepflegten Vorgärten wie die urlaubenden Blumenfreunde, sie genießen das abwechslungsreiche Kulturprogramm genauso wie die Silvester- oder Blumenfestbesucher, und sie machen Ausflüge in die Natur wie die Wanderurlauber. In der Innenstadt laden viele wundervolle Plätze und Gassen zum Verweilen ein, unter lilafarbenen Jacarandabäumen lässt sich im Frühsommer prima flanieren, und hinter so manchen Mauern verbergen sich grüne Oasen oder wahre Kulturschätze aus sechs Jahrhunderten Inselgeschichte.

Mittagspause nahe der Fortaleza do Pico (Tour 2)

Auf dem Höhenweg zwischen Pico do Arieiro und Pico Ruivo (Tour 12)
Bewegte Geschichte
Knapp 100 Jahre nach der Entdeckung des Archipels durch die portugiesischen Seefahrer Zarco und Teixeira verlieh König Manuel I. bereits das Stadtrecht – Funchal spielte 1508 eine wichtige strategische Rolle für die Entdeckungsfahrten. Der Zuckerrohrhandel sorgte für Reichtum, Piratenangriffe für Ärger: Man baute Befestigungsanlagen und sicherte die Stadt. Seit dem 18. Jahrhundert macht der Madeirawein Furore, seit dem 19. Jahrhundert der Tourismus. Zunächst kamen europäische Adlige wie »Sisi«, später residierten Staatsmänner wie Winston Churchill oder Stars wie George Clooney im altehrwürdigen Reid‘s Palace Hotel. Heute gilt Madeira längst nicht mehr nur als Blumen- oder Rentnerinsel, vor allem dank der fantastischen Wandermöglichkeiten besuchen immer mehr Naturfreunde jeden Alters die »Perle des Atlantiks«.
ENTDECKERTOUR
Von der quirligen Hauptstadt direkt in die Natur
Unsere Tour beginnt in Funchal, dem kulturellen, touristischen und wirtschaftlichen Zentrum der Insel. Ohne lange fahren zu müssen erreichen wir spektakuläre Landschaften in der näheren Umgebung der Hauptstadt.
Wer es grün und bunt mag, muss selbst in der Inselmetropole nicht lange suchen: Üppige Parkanlagen erfreuen Blumenfreunde in der Innenstadt, und in den höher gelegenen Ortsteilen, emsig gepflegte Vorgärten und Veranden sorgen für Flower-Power. Funchal schmückt sich nicht nur zum Blumenfest mit farbenfrohen Blüten – in den Parks und Gärten gibt es zu jeder Jahreszeit irgendetwas, das blüht. Auch so manche Hotelanlage kann ohne Weiteres als botanischer Garten bezeichnet werden, bestes Beispiel dafür ist der Park des majestätischen Reid‘s Palace Hotel.

An Bord des Ausflugsschiffs Santa Maria de Colombo
Pittoreske Hafenszenerie in Câmara de Lobos
Richtung Westen geht es raus aus der Stadt, die Estrada Monumental verbindet Funchal parallel zur Küste mit Câmara de Lobos. Der Nachbarort ist berühmt für seine Hafenidylle: Bunte Boote liegen fotogen in der schmalen Bucht – schon Winston Churchill verliebte sich bei seinem Madeira-Urlaub Anfang 1950 in diese Szenerie und verewigte sie in seinen Bildern. Heute ist nicht mehr alles pittoresk, viele Fischer sind arbeitslos und verbringen ihre Tage in den Kneipen statt auf den Booten, um Degenfisch zu fangen. Dennoch lohnt sich ein Abstecher in die »Kammer der Mönchsrobbe«, wie die ersten Siedler die von Lavazungen geformte Bucht einst nannten. Hübsch ist die kleine Fischerkapelle Nossa Senhora da Conceição, deren Grundmauern aus den Anfangszeiten der Besiedlung im 15. Jahrhundert stammen. Die Pfarrkirche São Sebastião erhielt im 18. Jahrhundert ihr barockes Antlitz. Wer gerne ausgeht, findet in der Altstadt noch authentischere Kneipen als in der Zona Velha von Funchal, und wer sich für die Geschichte der Druckkunst interessiert, stattet dem Museu da Imprensa einen Besuch ab.
Atemberaubende Aussichten
Am gläsernen Skywalk des Cabo Girão, mit 580 Metern Höhe eine der höchsten Steilklippen Europas, kann das Herz schon mal etwas schneller schlagen – die Aussicht ist wirklich grandios. Wer die steilen Hänge vom Wasser aus bewundern möchte, kann von Funchal aus einen Schiffsausflug buchen; vor allem mit der »Santa Maria de Colombo«, einem Nachbau des Kolumbusschiffes von 1492, macht es großen Spaß, an der Küste entlangzuschippern. Die portugiesischen Seefahrer fanden das riesige Kap damals eher unheimlich und kehrten lieber wieder um – daher die Namensbezeichnung Cabo Girão (»Kap der Umkehr«).
Ebenso spektakulär ist das Bergpanorama am Eira do Serrado, einem 1095 Meter hohen Felsen, 500 Meter oberhalb von Curral das Freiras. Der Blick schweift über die Bergspitzen des Hochgebirges und hinunter ins Tal. Ist das Wetter schön, wird die Fahrt hinüber zum Pico do Arieiro zur Show. Nach jeder Kurve eröffnen sich neue Aussichten über die Berghänge und hinunter zum Meer. Am Pico do Arieiro, mit 1818 Metern der dritthöchste Gipfel Madeiras, liegt uns die Insel zu Füßen.

Im Jachthafen von Funchal
Der Ökologische Park von Funchal
Jahrelang soll das Feuer gewütet haben, das der Inselentdecker Zarco legte, um die dicht bewaldete Südseite für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Wo sich heute Funchal (»Fenchelhain«) erstreckt, wucherte einst wilder Fenchel, an den Hängen über der Stadt wuchs dichter Lorbeerwald. Die ökologischen Folgen dieser Rodung sind bis heute zu spüren. Fällt in kurzer Zeit extrem viel Regen, verwandeln sich die unbewaldeten oder mit eingeführten Arten wie Eukalyptus bepflanzten Hänge in gefährliche Schlammlawinen: 1803 und 2010 zerstörten so schwere Überschwemmungen die Stadt. Heute versucht man mühevoll, zumindest die Höhenregion zwischen Funchal und Pico do Arieiro wieder aufzuforsten, mehrmals wurden die »Amigos do Parque Ecológico do Funchal« jedoch durch Waldbrände in ihrere Arbeit zurückgeworfen. Wer sich für den Naturpark interessiert oder durch das zehn Quadratkilometer große Areal wandern möchte, findet im Besucherzentrum (an der ER 103, Ribeira das Cales) alle wichtigen Infos.
Von Körben und Bällen
Camacha ist die höchstgelegene Gemeinde Madeiras, oft ist es auf rund 900 Metern Höhe um einiges kühler und feuchter als unten an der Küste. Ideale Bedingungen für die Korbflechter, denn die Weiden lassen sich in dem klammen Klima am besten verarbeiten. Das Kunsthandwerkszentrum Café Relógio am Hauptplatz von Camacha vermarktet die Korbwaren, die meistens in Heimarbeit, aber auch in der Schauwerkstatt im Untergeschoss des Zentrums geflochten werden. Ebenso stolz wie auf die Korbflechtarbeiten ist man auf die geschichtliche Bedeutung des Dorfplatzes: Hier wurde im Jahr 1875 zum ersten Mal auf portugiesischem Boden Fußball gespielt, ein Spross der britischen Weinhändlerfamilie Hinton brachte den Ball und die Regelkenntnisse aus England mit. Damals hat wohl noch niemand damit gerechnet, dass Madeira eines Tages mit Cristiano Ronaldo einen der berühmtesten Fußballer der Welt hervorbringen würde.

Fleißige Korbflechterin im Kunsthandwerkszentrum von Camacha
Blick vom Eira do Serrado auf Curral das Freiras und das Nonnental (Tour 7)
Besuch beim Christ König
Wieder an der Küste lohnt sich ein Abstecher zum Cristo Rei in Garajau. Die Aussichten in Richtung Funchal sind phänomenal, blickt man in die andere Richtung, sieht man die Hotelanlagen an der Felsküste von Caniço de Baixo, einem beliebten Urlaubsdomizil. Unterhalb der Christusstatue erstreckt sich das Meeresschutzgebiet von Garajau, ein Paradies für Fische und Sporttaucher. Eine Seilbahn führt hinunter zum Kiesstrand und Tauchzentrum von Garajau. Der 14 Meter hohe Cristo Rei wacht seit 1927 über dem markanten Fels, damit ist er vier Jahre älter als sein großer Bruder in Rio de Janeiro.

1 FUNCHAL
Stadtrundgang durch die Fenchelbucht
Museen, Kirchen, Restaurants – in der 105 000-Einwohner-Stadt kann man locker einen Tag verbringen und sich in aller Ruhe umschauen. Funchal ist bestens zum Flanieren und Verweilen geeignet, und wenn es mal regnet, bieten die Museen ein gutes Schlechtwetterprogramm.

Lage Inselhauptstadt, an der Südkante Madeiras
Einkehr Z. B. in der lauschigen Mercearia Dona Mécia (Rua dos Aranhas 26, Tel. +351 2 91 22 15 59); im typisch madeirischen Restaurant O Regional (Rua D. Carlos I 54, Tel. +351 2 91 23 29 56, restauranteoregionalfunchal.com); im angesagten Gourmetlokal Cris’s Downtown (Rua de Santa Maria 141, Tel. +351 2 91 22 17 07, crissrestaurants.com) oder im urig-luxuriösen Armazém do Sal (Rua da Alfândega 135, Tel. +351 9 19 13 44 11)

Abendstimmung in den Gassen der Zona Velha
Entlang der Avenida do Infante
Wer vom Hotelviertel aus in die Stadt spaziert, passiert in der Estrada Monumental das altehrwürdige Reid’s Palace Hotel. Die für ihren legendären Afternoon-Tea bekannte Luxusherberge thront seit 1891 am Rand der Bucht von Funchal. Vor dem Casino, das in den 1970er-Jahren vom brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer geschaffen wurde, erinnert eine bronzene Sisi-Statue an den Aufenthalt der Kaiserin Elisabeth im Winter 1860/61. In der rosafarbenen Quinta Vigia, eingebettet in einen wunderschönen Garten, residiert heute der Präsident der Regionalregierung. Direkt nebenan erstreckt sich der nächste Park: Im 3,6 Hektar großen Parque de Santa Catarina finden manchmal Festivals oder andere Veranstaltungen statt. Vom Südhang aus lässt sich der Hafen überblicken, Treppen führen hinunter zur Hafenfront, wo sich im Pestana CR7-Hotel auch das Ronaldo-Museum »Museu CR7« inklusive der gerne fotografierten Statue des berühmten Fußballers befindet.

Buntes Markttreiben im Mercado dos Lavradores von Funchal
In der Innenstadt
Östlich des Parks beginnt die Avenida Arriaga, die schönste Flaniermeile der Stadt. Im Frühsommer wandelt man hier unter lila blühenden Jacarandabäumen. Gegenüber dem klassizistischen Stadttheater Teatro Municipal Baltazar Dias aus dem späten 19. Jahrhundert versprüht der Jardim Municipal subtropisches Flair. Einst gehörte der lauschige Garten zum Franziskanerkloster, seit 1840 nutzt die Weinhändlerfamilie Blandy das alte Gemäuer. Am östlichen Ende der Avenida Arriaga erhebt sich die Sé Catedral aus dem frühen 16. Jahrhundert. Die von außen eher schlichte spätgotische Kirche überrascht in ihrem Inneren mit einer einzigartigen Zedernholzdecke im Mudéjar-Stil. Die Rua da Sé trifft auf die Praça Colombo, ein hübscher Platz mit gelb getünchten Häusern und einladenden Cafés. Das Museu A Cidade do Açucar widmet sich der Geschichte des Zuckerrohranbaus und des Zuckerhandels auf Madeira; hier am Kolumbusplatz befanden sich einst die wichtigsten Handelskontore. Im Museu de Arte Sacra, das im ehemaligen Bischofspalast in der Rua do Bispo untergebracht ist, sind neben Kirchenkunst wertvolle flämische Gemälde des 15. und 16. Jahrhunderts ausgestellt, mit denen einst die Zuckerlieferungen bezahlt wurden. Gegenüber steht die 1647 geweihte Igreja do Colégio, sie ist wie viele portugiesische Jesuitenkirchen üppig verziert. Inzwischen ist im Hauptgebäude des einstigen Jesuitenkollegs die Universität von Madeira eingezogen, Studenten führen in sogenannten Quick Tours gegen eine Spende durch das geschichtsträchtige Gemäuer. Ebenfalls an der Praça do Município befindet sich in einem ehemaligen Stadtpalast aus dem 18. Jahrhundert das Rathaus von Funchal mit seinem hübschen Leda-und-der-Schwan-Brunnen im Azulejo-verzierten Innenhof.

Die Fortaleza de São Tiago im Abendlicht
Die Zona Velha
Zwischen dem Largo do Phelps und der Ribeira de João Gomes verläuft die Geschäftsstraße Rua Dr. Fernão de Ornelas. Sie führt geradewegs auf die berühmte Markthalle von Funchal zu: Im Mercado dos Lavradores lassen sich bunte Stände voller einheimischer und exotischer Obst- und Gemüsesorten bewundern. Manche Händler laden zur fruchtigen Probe ein, sorgen dann jedoch mit völlig überzogenen Preisen für Ärger. Imposant sind die Degenfische in der angeschlossenen Fischhalle. Hinter der Markthalle beginnt die Zona Velha. Die heute bei ausgehfreudigen Inselbesuchern beliebte Altstadt war einst ein armes Fischerviertel, manche Spuren des Verfalls sind noch immer zu sehen. In der Rua de Santa Maria, der ältesten Straße Funchals, erfreuen bunt bemalte Haustüren die Besucher. Mindestens genauso fotogen sind die gelben Türmchen der Fortaleza de São Tiago aus dem 17. Jahrhundert.
Die Uferpromenade
Zurück in Richtung Innenstadt, bietet die Uferpromenade eine schöne Flaniermeile, man passiert die neu gestaltete Praça do Povo, das Parlamentsgebäude der Inselregierung und den Palácio de São Lourenço. Die Grundmauern der zunächst zur Piratenabwehr errichteten Festung stammen aus dem 16. Jahrhundert, das heutige Erscheinungsbild entstand im 18. Jahrhundert.
MADEIRAWEIN
Je älter, desto besser – und teurer! Wie aus den vier traditionellen Rebsorten Malvasia, Bual, Verdelho und Sercial hochwertige süße, halbsüße, halbtrockene oder trockene Likörweine entstehen und welche Weine aus der vielseitigen Tinta Negra-Traube produziert werden, erfährt man bei einer Führung durch Blandy‘s Wine Lodge. Unter dem Dach der altehrwürdigen Gemäuer stehen schwere Eichenfässer, es duftet süßlich. Die Führung offenbart die Geschichte der Familie und des Madeiraweines – und natürlich lässt sich der gute Tropfen hier auch probieren und erwerben. Deutschsprachige Führungen: Mo–Fr 10.45,14.45, 15.45, Sa 10.45 Uhr, www.blandyswinelodge.com


2 FUNCHAL
Durch das São-Pedro-Viertel zur Fortaleza do Pico
Entlang der steilen Calçada de Santa Clara ist die Museumsdichte besonders groß: Vom Naturhistorischen Museum über Fliesen- oder Krawattensammlungen bis zu einem kunsthistorisch umwerfenden Kloster und der wundervollen Quinta das Cruzes – hier gibt es alle paar Meter Neues zu entdecken.

Lage Start des Stadtspaziergangs: Igreja de São Pedro, Rua de São Pedro 1, Funchal; GPS 32.64979-16.91202
Öffnungszeiten und Eintritt Museu de Historia Natural: Rua da Mouraria 31, Di–So 10–18 Uhr, 2,60 €; Casa Museu Frederico de Freitas: Calçada de Santa Clara 7, Di–Sa 10–17.30 Uhr, 3 €; Convento de Santa Clara: Calçada de Santa Clara 15, Mo–Sa 10–12 und 15–17 Uhr (an der Pforte klingeln), Führung 2 €; Universo de Memórias: Calçada do Pico 2–4, Mo–Fr 10–17 Uhr, Führung 3,50 €; Museu Quinta das Cruzes: Calçada do Pico 1, www.mqc.madeira.gov.pt, Di–Sa 10–12.30 und 14–17.30 Uhr, 3 €; Fortaleza do Pico: Rua do Castelo, tgl. 10–18 Uhr, Eintritt frei
Einkehr Z. B. in dem lauschigen Gartencafé des Universo de Memórias (Calçada do Pico 2–4, Tel. +351 2 91 22 51 22) oder im kinderfreundlichen Café Fortaleza hinter der Fortaleza do Pico (Rua dos Frias, Tel. +351 9 19 08 03 78)

Eine tolle Aussicht auf den Westen von Funchal haben Sie hinter der Fortaleza do Pico.
Der Wegverlauf
Wenn das Wetter mal nicht so schön ist, oder wenn man sich einen Tag mit Kunstgeschichte, Kultur und wertvollen Sammlungen beschäftigen möchte, dann ist ein Spaziergang durch das São-Pedro-Viertel ideal. Benannt ist es nach der manieristischen Igreja de São Pedro, die in dieser Form 1743 fertiggestellt wurde. In ihrem Inneren sind jedoch noch immer Azulejos, Holzschnitzarbeiten und Gemälde aus dem 17. Jahrhundert zu bewundern. Gegenüber erhebt sich das Stadtmuseum Museu de História Natural, es ist in dem ehemaligen Palácio de São Pedro aus dem 18. Jahrhundert untergebracht. Die naturhistorischen Ausstellungen sind teilweise etwas angestaubt, doch die Aquarien und vor allem der hübsche Schmetterlingsgarten lohnen durchaus einen Besuch.
Nun geht es die Calçada de Santa Clara hinauf, an der sich mehrere sehenswerte Museen und Monumente aufreihen: In der Casa-Museu Frederico de Freitas gibt es zum Beispiel herrliche Azulejos zu bewundern. Im Convento de Santa Clara, dessen Grundstein bereits im 15. Jahrhundert gelegt wurde, verbergen sich so manche Kunstschätze, die man bei einer Führung von einer der Ordensschwestern gezeigt bekommt. Einst begründeten Klarissinnen dieses Kloster, heute betreiben die Franziskanerinnen hier einen Kindergarten.
Das Universo de Memórias beherbergt die in aller Welt gesammelten Exponate des ehemaligen Journalisten und Politikers João Carlos Abreu, besonders skurril ist die riesige Krawattensammlung. Im Museu Quinta das Cruzes sind wertvolle Keramiken, Gemälde und Möbel ausgestellt. Die Quinta das Cruzes ist ein altes Herrenhaus, das in dieser Form aus dem 18. Jahrhundert stammt. Doch man vermutet, dass der Inselentdecker Zarco bereits an dieser Stelle residiert hat. Umgeben ist die Quinta von einem großen Garten, in dem neben exotischen Pflanzen auch archäologische Ausstellungsstücke zu sehen sind.
Wer die Calçada do Pico noch weiter hinaufsteigt, wird mit tollen Ausblicken über Funchal belohnt: Die lange militärisch genutzte und dann geschlossene Fortaleza do Pico, die im 17. Jahrhundert zum Schutz gegen Piraten gebaut wurde, ist seit Kurzem wieder zugänglich. Die wuchtige Festung liegt auf dem 111 Meter hohen Pico dos Frias und beherbergt nun neben einem sympathischen Café eine kostenlose Ausstellung mit Bildern über die Geschichte des Kastells.
ABSTECHER ZUM ENGLISCHEN FRIEDHOF
Unterhalb der Fortaleza do Pico verbirgt sich zu Beginn der Rua da Carreira der Cemitério Inglês. Der Friedhof wurde 1770 eröffnet und ist noch immer in Gebrauch. Vorher wurden verstorbene Engländer in Garajau von der Klippe geworfen, nun fanden sie eine würdevolle letzte Ruhestätte. Zu den berühmten Gräbern gehören das des Hoteliers William Reid, die Gruft der Blandys oder auch das Grab des deutschen Pathologen und Insulin-Forschers Paul Langerhans.
Pulsuz fraqment bitdi.