Kitabı oxu: «Meine Erinnerungen an dich: Erika Lust-Erotik»

Şrift:

Sarah Skov

Meine Erinnerungen an dich: Erika Lust-Erotik

Lust

Meine Erinnerungen an dich: Erika Lust-Erotik ÜbersetzungJulia FellerOriginal Mine minder om digThis short story is based on the erotic movie "Memory files of you" by Erika Lust. The movie can be found on xconfessions.comCopyright © 2018, 2019 Sarah Skov und LUSTAll rights reservedISBN: 9788726076103

1. Ebook-Auflage, 2019

Format: EPUB 2.0

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für andere als persönliche Nutzung ist nur nach

Absprache mit LUST gestattet.

Meine Erinnerungen an dich

Der Duft von Lavendel wird vom Wind zu mir herübergetragen — er erinnert mich an dich. Der laue Wind weht unter mein Hemd und lässt es hochwehen. Ich spüre das Gras unter meinen Füßen und als ich über den Pfad gehe, drückt es sich zwischen meinen Zehen hindurch. Ich folge dir langsam. Du gehst auf den Zehen, lässt deine Zehenspitzen nur kurz das Gras berühren, bevor du mit einer leichten Bewegung den nächsten Schritt machst. Du hältst jedes Mal am Lavendelbusch an — liebkost die lila Blüten und umfasst die verzweigten Stängel. Der Duft von Lavendel sitzt an deinen Händen, in deinem Haar und im Stoff des weißen Kimonos, den der Wind hochweht. Die Aussicht über das Tal ist schön und beeindruckend, aber ich beachte sie kaum. Wenn du dich auf dem Pfad umdrehst und mich ansiehst — und lächelst — verschwinden die Berge, der Gesang der Vögel und das Streben der Zypressen in Richtung Himmel. Wenn du dich umdrehst und lachst, verstärkt sich der süße, würzige Duft nach Lavendel. Alles andere verschwindet in einem weißen, verträumten Schimmer.

Ich blinzele einige Male, gewöhne langsam meine Augen an das Licht, das durch die leichte, weiße Gardine hereinströmt. Die morgendliche Frühlingssonne ist warm, doch die Luft ist kalt und knackig. Ich schwinge meine Beine über die Bettkante, wackele ein bisschen mit den Zehen um sie aufzuwecken. Es dauert ein paar Minuten, bis ich aufstehe. Ich drücke mein Gewicht in meine Hände und gegen die Bettkante und zwinge meinen Körper in die Höhe. Die ersten paar Stunden sind die schlimmsten, nein, die ersten Minuten sind die schlimmsten. Die Minuten, in denen ich mit den Augen blinzle um sie an das Licht zu gewöhnen, sie an die Welt zu gewöhnen —, sie sind die schlimmsten. In diesen wenigen Minuten wird mir jeden Morgen klar, dass du weg bist. Die Nacht hat einen weißen, rätselhaften Schleier über die Wahrheit gelegt. Wenn das Licht durch die leichten Gardinen hineinströmt und meine Augen dazu zwingt sich zu öffnen, wird es mir klar. Die Wirklichkeit trifft mich hart und ohne Vorwarnung, wie ein Blitz, der den Himmel einer warmen Sommernacht spaltet. Du bist weg.

Die ersten paar Stunden sind die zweitschlimmsten. Hier muss ich mich dafür entscheiden, wie ich den Tag verbringen will. Mein Körper arbeitet in einer Weise gegen mich, wie ich es als junger Mensch nicht für möglich gehalten hätte. Wenn ich zurückdenke, glaube ich nicht, dass ich daran einen Gedanken verschwendet habe. Ich dachte nicht daran, dass ich alt werden würde, dass mein Körper alt werden würde. Ich wusste, dass ich mit dir alt werden würde, aber ich habe mir nie ein Bild von uns im Alter gemacht. Ich habe mir nie vorgestellt, wie es sein würde, wie es werden könnte. Ich war damit beschäftigt das zu genießen, was war. Viele Jahre habe ich mich darüber geärgert. Ich habe mich darüber geärgert, dass ich nicht an uns als alte Leute gedacht hatte. Manchmal habe ich mir eingeredet, es sei meine Schuld, dass du gestorben bist, da ich nie daran gedacht habe, dass wir älter würden. Heute bin ich dankbar für das Jetzt, in dem wir gelebt haben. Das Jetzt hat mir Erinnerungen gegeben. In den Erinnerungen bist du deutlich. In den Träumen bist du wirklich, in der virtuellen Welt bist du mein. Deine Lippen finden wieder meine. Deine Zunge ist so spielerisch, wie ich sie in Erinnerung habe. Dein Naturell ist sinnlich und neugierig. Dein Lachen so befreiend. Deine Hände sind so forschend. Deine Küsse sind so drängend. Dein Körper ist so gierig, aber gleichzeitig nachgiebig. Ich kann die Wärme deines Körpers spüren, der meinen Schwanz umschließt. Ich kann deine feuchte, glatte Klitoris unter meinen Fingerspitzen fühlen und ich kann spüren, wie du dich anspannst und mich fest umschließt, kurz bevor du kommst.

Ich gehe runter, öffne das Fenster in der Küche und schlage die Fensterläden zurück. Es ist ein kühler Frühlingsmorgen. Der Tau sitzt durch den Schatten der Bäume im Gras fest und wird dort lange den Vormittag über bleiben – bis ihn die Sonne zu fassen kriegt. Im Schatten des Morgens sind die Zikaden still. Sie erwachen später am Tag, wenn die Sonne hoch am Himmel steht und die Wärme das Tal erfüllt. Ich genieße die Stille des Morgens mit seinen festen Routinen. Jeden Morgen esse ich ein Stück Obst, während ich spazieren gehe. Ich nehme einen Apfel aus der Schale auf dem Küchentisch und ein Gemüsemesser mit. Ich reibe den Apfel an meinem Ärmel, während ich langsam den Pfad hinuntergehe. Vor wenigen Minuten bist du im Traum den Pfad hinuntergelaufen und ich bin dir gefolgt. Nicht mit alten, von Gicht geplagten Beinen, sondern mit einem jungen, muskulösen Körper. Einem Körper, dessen Stärke und Schönheit ich für nicht vergänglich hielt. Ich schneide ein Stück vom Apfel ab und stecke es mir in den Mund. Seine Frische weckt meinen Geschmackssinn und ich werde plötzlich hungrig. Ich schneide schnell noch ein Stück ab. Der Saft des Apfels ist süß und leicht säuerlich, genauso wie ich es am liebsten habe.

Mein Körper stoppt vor dem Lavendelbusch. Es ist, als ob ein innerer Trieb ihn, noch bevor der Kopf Bescheid weiß, anhalten lässt. Ich bleibe stehen und sehe mir den Busch an. Er ist breiter und voller geworden, seit du ihn zuletzt berührt hast. Seit du das letzte Mal deine Hände leicht über seine lila Blüten hast tanzen lassen. Ich lasse eine Hand über die Stängel gleiten, während ich interessiert nach den kleinen Zeichen dafür suche, dass die lila Blüten kommen. Die Stängel des Lavendels sind feucht vom Tau und duften nach nichts.

Pulsuz fraqment bitdi.