Kitabı oxu: «Haufenweise Lebensräume»
Sigrid Tinz
Haufenweise Lebensräume
Ein Lob der Unordnung im Garten
Naturschutzprojekte · Artenvielfalt · Gestaltung

Weniger Ordnung, mehr Natur
Nichtstun ist Artenschutz: Im Garten weniger aufzuräumen, »Abfall« nicht zu entsorgen, sondern als Baumaterial für schützende Haufen zu verwenden, und »Unkräuter« wie Brennnesseln und Disteln wachsen zu lassen, fördert Igel, Vögel, Insekten und Eidechsen. In der leer geräumten Kulturlandschaft finden heimische Wildtiere immer weniger Unterschlupf und Nahrung. Unser grünes Wohnzimmer kann für sie zum Rückzugsort werden.
Die Geoökologin Sigrid Tinz hält ein Plädoyer für mehr Unordnung im Garten und stellt leicht umsetzbare Naturschutzprojekte aus Totholz, Ästen, Laub und Steinen vor. Sie erklärt die Bauweisen und Bewohner verschiedener Haufenvarianten, berät bei der Material- und Standortwahl und gibt Tipps für die passende Bepflanzung, um für Wildbienen, Schmetterlinge, und Vögel ein reichhaltiges Nahrungsangebot zu schaffen. Tierporträts helfen, auf die Lebensweisen und Bedürfnisse der liebenswerten Wildtiere Rücksicht zu nehmen und ungebetene Gäste fernzuhalten.
Das Buch zeigt: Wenn Gartenabfälle wiederverwendet werden und daraus Nisthilfen und Futterstellen für unsere heimischen Tierarten im Garten entstehen, zieht reichlich neues Leben ein. Und weil ohne Ordnungswahn das Ökosystem gut funktioniert, ist der Garten pflegeleicht und bietet dennoch spannende Naturerlebnisse.

Sigrid Tinz empfiehlt Ast-, Stein- und Laubhaufen für die Artenvielfalt im Garten.
Inhalt
Cover
Titel
Leben ist im kleinsten Haufen
Planen, bauen und geduldig sein
Kleine Gebrauchsanleitung für Haufenbauer
Material: woher nehmen und nicht stehlen?
Haufenweise Leben im Holz
Hochgestapelt: Totholzhaufen
Da geht noch was: Variante Baumstumpf
Mit Zweitnutzen: Variante Brennholz
Schichten statt schreddern: Ast- und Reisighaufen
Mundgerecht zurechtgemacht: Mulchhaufen
Abfall-Recycling für neue Lebensräume im Garten
Der Haufen, der vom Himmel fällt: Laub
Einer für alles: herbstlicher Heckenhaufen
Mieter in der Miete: Komposthaufen
Haufen (fast) für die Ewigkeit
Ordentlich: Trockenmauer
Gesammelte Werke: Lesesteinhaufen
Statt Sandkasten: Sandhaufen
Zufallshaufen durchs Nichtstun
Ein Lob der Unordnung
To-do-Liste für unordentliche Gärtnerinnen und Gärtner
Im Winter
Im Frühling
Im Sommer
Im Herbst
Was Sie besser bleiben lassen
Ein Garten für Tiere
Mit Chitin, ohne Wirbel: Insekten, Kriechtiere und Co.
Weich und hungrig: Schnecken und Würmer
Am seidenen Faden: Spinnen
Zu Wasser und zu Lande: Amphibien
Brauchen Sonne und ein Versteck: Eidechsen
Auch sie lieben unordentliche Gärten: Vögel
Die Großen und Auffälligen: Säugetiere
Lieblingstier zum Schluss: Igel
Paradiesisch schön
Die Autorin
Anhang
Zum Weiterlesen
Informative Websites und Blogs
Bezugsquellen für Pflanzen und Saatgut
Weitere Bücher
Impressum


Leben ist im kleinsten Haufen
Tiere mag ich sehr, meinen Hund und meine Katze, klar. Aber auch wilde Tiere: Spinnen und Florfliegen eskortiere ich im Marmeladenglas aus der Wohnung, ich kann stundenlang im Garten sitzen und Hummeln oder Ameisen beobachten und wer mich belauscht, hört, dass ich mit den Amseln und dem Zaunkönig rede oder auch mal mit einem dicken, grünen Rosenkäfer.
Viel mehr, als meine Wildtiere einfach nur zu mögen, schien mir lange Zeit nicht möglich. Ich habe wenig Zeit für Gartenarbeit. Mein kleines grünes Außenzimmer mit allerlei Kugeln, Hotels und Häuschen aufzumöbeln, ist mir nie wirklich in den Sinn gekommen. Der einzige Nistkasten in meinem Garten war mal Covermodell auf einem meiner Bücher und hat nach den Fotoaufnahmen bei mir eine Bleibe gefunden. Trotz der fehlenden Nisthilfen mögen Tiere meinen Garten, was nicht daran liegen kann, dass ich mit ihnen rede. Aber sie mögen meine Unordnung und die wenige Zeit, die ich habe. Zum Beispiel stehen in meinem Garten immer irgendwo bepflanzte Blumentöpfe. Weil es schön aussieht, ich sie geschenkt bekommen habe oder weil ich so per Blumentopfmethode Samen im Garten verteilen möchte, ohne Arbeit zu haben. Oft vergesse ich diese Töpfe und wenn ich dann doch mal aufräume, finde ich dort einen kleinen Ameisenstaat, der darin seinen Haufen eingerichtet hat. Ohrwürmerfamilien blinzeln ins Licht, wenn ich den Erdballen wegziehe, und unter dem Topf rennen Asseln jeden Alters hektisch durcheinander, um wieder irgendwo Deckung zu finden. Unter den großen Blumentöpfen leben Tigerschnegel …
Platz ist im kleinsten Haufen, der sich aus Zufall irgendwo bildet, und wenn es eine Ansammlung kaputter Tontöpfe ist, die hinter dem Gewächshaus auf den nächsten Anfall von Aufräumeifer wartet und bis dahin längst bewohnt sein wird. Irgendwann kam mir der Gedanke, was wäre erst in meinem Garten los, wenn es größere Haufen gäbe? Tierwohnungen zu schaffen, ohne zu hämmern, zu sägen und zu bohren, ohne lange Listen, kompliziertes Werkzeug und Baumarktbesuche – das war eine sehr verlockende Vorstellung.
Tatsächlich gibt es eine Menge Möglichkeiten, die ich Ihnen in diesem Buch gerne vorstellen möchte. Je nach Gartengröße ist Platz für Einzimmerwohnungen oder große Mehrfamilienhäuser. Die Arbeit ist technisch wenig aufwendig und erfordert mal mehr, mal weniger Muskelkraft. Das Baumaterial liefert der eigene Garten, bei größeren Projekten lässt es sich leicht besorgen. Fällt viel natürliches Baumaterial an, ist Tierwohnungsbau in Haufenform auch ein Beitrag zur Abfallvermeidung und Schaffung natürlicher Stoffkreisläufe. Noch dazu ist es viel einfacher, als regelmäßig zum Entsorgungshof zu fahren und für eine Extrafuhre Grünabfall auch noch Geld zu bezahlen.
Meine Tierliebe und meine Unordentlichkeit ergänzen sich so wunderbar. Aber ich bin auch Naturwissenschaftlerin. Und ich fing an, das Ganze systematisch zu betrachten: Welches Material, welcher Standort, welche Kombinationen werden welchen Tiere besonders gut gefallen? »Würden« muss es korrekterweise heißen, denn erst mal blieb es beim Gedankenspiel. Aber eines Tages stürzte nach einem Gewittersturm meine Ramblerrose um. Sie war so groß wie die Efeuhecke und hätte längst gestutzt werden müssen. Der erste Gedanke war: liegen lassen, die Unordnung zulassen, wie die Natur sie geschaffen hat, auch weil ich mich scheute, das halbtote Riesenwesen und die armdicken Rosenstiele zu beschneiden. Aber sie lag mitten auf dem Staudenbeet.
Also doch an die Arbeit: Sägen und zerschneiden, die dicken Stücke als Pfosten und Streben verwenden, das Kleinzeug als Füllung und damit etwas bauen, was jetzt mit der Zeit zu dem wird, was ich auf Seite 64 als Herbsthaufen beschreibe. Die Vögel waren sofort hellauf begeistert, ein bisschen Futter lässt sich hier immer finden, und das Rotkehlchen genießt vom Pfosten aus den weiten Blick übers Revier. Und auch ich bin sehr zufrieden. Der Haufen sieht schön aus und bietet fast mehr Möglichkeiten als die Situation zuvor. Die Rose ist ja nicht ganz tot, sie wächst wieder. Und aus dem, was kaputt gegangen ist, habe ich das Beste und Schönste für mich, den Garten und die Natur gemacht. Mein Recht als Gärtnerin. Vielleicht ein bisschen auch meine Pflicht. Die Natur sich selbst zu überlassen, dazu sind Gärten meist zu klein. Mit System möglichst viele neue Lebensräume entstehen zu lassen, das aber ist überall möglich, auch auf kleinstem Raum.
Es ist nicht nur möglich, sondern auch ziemlich nötig: Denn unsere wilden Tiere haben in den leer geräumten Kulturlandschaften Wohnungsnot und sie finden auch immer weniger zu fressen. Die Landwirtschaft braucht große Felder, die gut mit Maschinen zu befahren sind – Hecken stören da nur, »Unkraut« und »Ungeziefer« sowieso. Morsche Bäume mit Löchern und loser Rinde werden gefällt, weil sie unwirtschaftlich und gefährlich sind. Laub wird überall generalstabsmäßig weggesaugt, Ruinen werden abgerissen, die kleinste Lücke in Mauern und Dächern aus Wärmeschutzgründen verschlossen. Holzpfähle werden in Weinbergen und auf Viehweiden durch langlebigere aus Beton ersetzt.
Wenn es um Wohnungen geht, ist es bei Tieren nicht anders als bei uns Menschen: Wichtig ist die Lage: Wo ist die nächste Futterquelle, wie ist die Sicherheitslage, können hier Kinder gut aufwachsen? Einfach nur Nistkästen aufhängen oder einen Asthaufen anlegen wird deshalb kaum ein Tier anlocken, wenn der Garten ansonsten trist und gefährlich ist. Kiesflächen, Rasen, Thuja und Kirschlorbeer: Da nützt das schönste Tierhotel nichts. Deshalb kommt auch das Drumherum in diesem Buch nicht zu kurz, und wenn Sie nur ein bisschen von dem machen, was ohne viel Aufwand möglich ist, dann werden Sie sicher von Ihren Tieren zum Vermieter des Jahres gewählt.
Genauso wichtig wie das System des Haufenbaus ist mir die Unordnung. Wer nichts macht, macht selten etwas falsch. Und wenn Sie etwas bauen und gestalten, dann machen Sie es bitte richtig. Finden Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel oder Igel bei Ihnen Nahrung und Unterschlupf, werden Sie für Ihre geplante Unordnung mit Naturerlebnissen belohnt.
Planen, bauen und geduldig sein
Haufen im Sinne dieses Buches sind alle Sammlungen von Naturmaterialien, die von Menschenhand angelegt wurden, damit darin und darauf Tiere und Pflanzen leben können – um es mal kompliziert auszudrücken. Man könnte sie auch anders nennen: aufgehäufte Gartenabfälle oder nützliche Gartenüberbleibsel zum Beispiel.
Der Zusatz »Garten« ist dabei wichtig. Denn wir sind in unserem grünen Wohnzimmer nicht in der freien, offenen Natur, in der Haufen entstehen, kommen und gehen, sondern in einem künstlich abgegrenzten Bereich, den sich die Natur mit den Gärtnernden und ihren Lieben teilt. Und selbst wenn man einen Garten sich selbst oder eben der Natur überlassen würde, ist er durchschnittlich meistens zu klein, um ein dynamisches Gleichgewicht zu finden. Das heißt: Sie müssen gestalten.
Mit der Haufenbauweise ist das Gestalten gar nicht so schwer. Es ist ein bisschen so, wie mit Ideen und gutem Willen auch in einer kleinen Wohnung alles Nötige unterzubringen. Haufen haben dabei einen großen Vorteil: Sie nehmen in der Grundfläche wenig Platz weg, man geht Etage für Etage nach oben und nutzt den Luftraum mit; und auch unter dem Haufen kann man den Platz durchaus nutzen. Durch die besondere Struktur hält der Haufen die Wärme und bildet Höhlen und Hohlräume. Ein Zimmer im Zimmer und in diesem Zimmer wieder welche …
Dabei sind die Leitgedanken, möglichst vielfältig zu sein und sich an der Natur zu orientieren. Und mit einer gewissen Unordnung auch den Zufall mit ins Spiel zu bringen. Laub ist aufgehäuft ein toller Lebensraum, und wenn am Laub beispielsweise noch Pflanzengallen hängen (das sind diese dicken Kugeln, die von Blättern gebildet werden, wenn Insekten darin ihren Nachwuchs ablegen, siehe Seite 57), nisten sich manchmal auch seltene Bienenarten ein. Wie will man so was selbst erfinden?
Rinde, Laub, Baumstücke, Äste und Zweige sind in der Kombination eines Haufen-Durcheinanders besonders wertvoll. Alles zusammen isoliert schön und bietet alle Möglichkeiten, von kleinen Schlupfwinkeln für Spinnen und Käfer über feuchte Ecken für Molche, Frösche und Kröten bis zu größeren Höhlen für Spitzmäuse, Igel und Co.
Und es kommen nicht nur die Tiere. Dieser Haufen ist auch ein Lebensraum für Pflanzen, Moose, Pilze, Farne und Flechten, die den Haufen bewachsen und wiederum Nahrung für noch mehr Tiere bieten.
Ein Haufen aus Naturmaterialien bietet so eine Vielfalt an Möglichkeiten für Lebensräume, die eine Igelburg, ein Florfliegenkasten, ein Vogelhäuschen alleine niemals haben werden – selbst wenn Sie mehrere davon in den Garten integrieren und beim Bauen oder Kaufen alles richtig gemacht haben. Ab Seite 127 erfahren Sie, was unsere heimischen Tiere wirklich brauchen. Mit diesem Wissen können Sie die Vorschläge ab Seite 21 genauer betrachten und noch kreativer ans Haufenbauen gehen. Bei all dem sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Tiere müssen das Bauwerk nur als Haus erkennen, sie müssen hinein- und wieder herauskommen und innen muss es wohnlich sein – aus Sicht des jeweiligen Tieres.

Schön lebendig und besonders wertvoll werden Totholz- und Asthaufen, wenn Moose und Flechten bereits über das Baumaterial mitgeliefert werden.
Dann heißt es neugierig, aber geduldig abzuwarten, wer denn nun einzieht. Oft bekommt man davon nicht viel mit, denn viele Tiere sind scheu, manche trifft man eher zufällig an ihrer neuen Behausung an. Verkneifen Sie es sich aber bitte trotzdem, ständig durch die Ritzen zu linsen, die Steine und das Holz hochzuheben oder ein bisschen im Sand zu wühlen. Je nach Tierart und Naturell des jeweiligen Individuums reicht eine einzige Störung, und die Mieter ziehen wieder aus. Und in der Zeit des Winterschlafs kann es tödlich für die Tiere sein, sie zu stören. Sie verlieren sehr viel Energie, wenn sie wach werden, und sie finden selten etwas Neues, um dort weiterzuschlafen, bis es Frühling ist.
Es gibt Nistkästen mit Beobachtungskamera und das Prinzip lässt sich mit ein bisschen Bastelfertigkeit auch auf andere Tierwohnungen übertragen. Kleine, einfache Webcams gibt es im Elektronikmarkt, hochauflösende, mit Funk und weiteren Finessen sind natürlich deutlich teurer. Weil es in so einem Haufen eher dunkel ist, empfiehlt sich eine Infrarot-Nachtsichtkamera – die im Dunkeln allerdings nur schwarzweiße Bilder macht, für Farbbilder braucht sie Tageslicht. Die Kamera wird in einer Ecke so angebracht, dass sie einen guten Überblick hat und von den Tieren nicht verschoben oder angeknabbert werden kann. Oder Sie hängen Wildbeobachtungskameras so auf, dass sie strategisch günstig beispielsweise den Eingang zum Haufen im Visier haben. Einsteigermodelle gibt es manchmal auch als Aktionsangebote – technisch und auch preislich ist auch hier viel Luft nach oben.
Kleine Gebrauchsanleitung für Haufenbauer
Die Tiere, die auf den folgenden Seiten zu den einzelnen Haufenvarianten vorgestellt werden, sind als Stellvertreter gedacht. Es kann sein, dass genau diese Arten bei Ihnen einziehen, es ist in vielen Fällen sogar sehr wahrscheinlich. Es werden auch noch viele andere Arten kommen und in Ansammlungen anderer Materialien, die bei einer anderen Haufenvariante dargestellt sind, können diese Tiere ebenfalls einziehen. Bis auf wenige Ausnahmen sind die meisten Tiere in Ast-, Holz- oder Steinhaufen glücklich. Sie haben ihre Vorlieben, kommen aber auch anderswo zurecht. So sind die Natur, die Unordnung und das Leben.
Um sich mit dem Thema im Detail und systematisch zu befassen, habe ich die Lebensräume jedoch in ihre Grundbestandteile wie Äste, Blätter, Sand und Steine zerlegt. Und Sie, in Ihrem Garten, mit Ihrem Material und Ihren Möglichkeiten, setzen es bitte wie in einem Baukasten wieder zusammen. Egal, ob Sie sich genau an eine der Bauanleitungen ab Seite 21 halten oder einzelne Teile aus verschiedenen Anleitungen miteinander kombinieren, wird der Haufen so werden, wie er zu Ihrem Garten passt. Mit viel mehr Tieren, Pflanzen und Möglichkeiten, als ich Platz hatte, in diesem Buch zu beschreiben.
Die Haufenvarianten reichen von kleinen, kinderleichten und ratzfatz fertigen bis zu aufwendigen Bauwerken, die statisch und körperlich durchaus Ansprüche stellen. Es werden keine fertigen »Kochrezepte« geliefert, aber das Wichtigste wird jeweils erklärt. Dem Grundrezept folgen Ideen für abgewandelte, künstlerische, kombinierte Haufen.
Meine Vorschläge können Sie nach Herzenslust miteinander mischen, Sie können sie ändern, die aufgehäuften Lebensräume bepflanzen, verzieren und dekorieren. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sie werden merken, wie einfach das geht. Je länger ich mich mit dem Thema befasse, desto mehr fällt mir ein, desto mehr achte ich darauf, welche Haufen in anderen Gärten liegen, was man noch alles machen könnte.
Vermutlich können Sie nicht alles in Ihrem Garten verwirklichen, dafür sind es vermutlich zu viele Möglichkeiten für zu wenig Platz.
Aber mit der Zeit entsteht im Garten genau das, was passt. Spezielles Werkzeug brauchen Sie in den wenigsten Fällen. Mit Schaufel, Spaten, Schubkarre, Eimer und Astschere ist man bereits gut ausgestattet, um loszulegen. Ein Rechen und manchmal auch ein Hammer wären gut.
Bevor Sie allerdings loslegen, sollten Sie sich erst einmal in Ihrem Garten umschauen und ein bisschen planen. Besonders wenn Sie große und schwere Materialien anhäufen wollen, sollte es gleich der richtige Standort sein. Klären Sie bitte vorab:
Was wollen wir, was können wir, was haben wir? An Platz, Material, Möglichkeiten? Welchen Boden, welche Pflanzen, welche Standortverhältnisse? Ein Blick vom Balkon oder aus dem Dachfenster zeigt zudem, wie das Grundstück eingebunden ist. Ihr Garten ist ja keine isolierte Insel, sondern in der Regel ein künstlich durch Zaun, Mauer oder Hecke abgetrennter Teil der restlichen Umgebung. Der angrenzende Wald, der Gartenteich des Nachbarn, Gemüsegärten, Betonwüste, Parkplätze, Wiesen, Felder …
Haben Sie kritische Nachbarn, Vermieter, Mitgärtnernde, überlegen Sie sich ausreichend gute Argumente. In diesem Buch finden Sie jede Menge Hintergrundinformationen, warum Haufen wichtig und die Unordnung perfekt ist. Aber manchmal helfen statt Argumenten auch ein paar Tricks. Basteln Sie doch ein paar Schilder: »Hier wohnt Kröte Käthe«, »Eidechsenburg«, »Eichhörnchenspielplatz«, »Privatlaubhaufen von Igor Igel«, und verteilen Sie diese später vor Ihren Haufen. Und schon hat die vermeintliche Unordnung offiziell Sinn und optisch System. Der Nachbar wird sich dann vielleicht weiter über Sie wundern, aber weniger mit Ihnen streiten.
Wie soll das Ergebnis aussehen? Einfach so, wie es kommt, oder soll alles einen Rahmen haben? Was passt gestalterisch zu Ihrem Garten und wie können Sie es gestalten, damit es passt? Denn natürlich wollen Sie Ihren kleinen Reihenhaus- oder großen Bauerngarten, Ihr Selbstversorgergrundstück oder den liebevoll eingerichteten Hinterhof in der Stadt nicht dem Chaos überlassen. Ein bisschen Ordnung muss sein, aber eben nur so viel, wie nötig, und so wenig wie möglich.
Material: woher nehmen und nicht stehlen?
Die Planung des angehäuften Lebensraums wird vermutlich ein paar Stunden oder Tage dauern, machen Sie sich Notizen von Ihren Gedanken, Skizzen von den Ideen, Fotos von guten Beispielen. Und dann entscheiden Sie sich, womit Sie starten, und machen eine Liste mit allem, was Sie brauchen, an Zeit, Werkzeug, Material. Und dann legen Sie los.
Wer ein großes Grundstück hat, kann auf der Suche nach dem Baumaterial aus der Fülle schöpfen. Es gibt immer etwas abzuschneiden, Stauden, Zweige, große Äste … Im Herbst fällt Laub, im Gemüsebeet bleiben Ernterückstände zurück. Rosen werden geschnitten, Hecken in Form gebracht, die Wiese wird gemäht und ein Weg gepflastert. Ein kleines Gärtchen in der Stadt bietet dagegen nicht immer so viel Material, wie für einen komfortablen Haufen nötig ist. Woher dann nehmen? Einige Möglichkeiten stelle ich Ihnen gerne vor.
Erste Regel dabei: Bitte nichts einfach irgendwo mitnehmen, auch wenn das Laub oder die Baumscheibe noch so verführerisch im Wald oder im Park liegen. Es hat dort seinen Platz und Zweck. Es gehört jemandem, und das Mitnehmen ist verboten. (Auch Tiere zu entnehmen, um sie anzusiedeln, Eidechsen, Nashornkäfer, Igelchen: verboten.)
Fragen Sie Waldbauern und Forstverwaltungen, Freunde mit großen Gärten oder Streuobstwiesen, bei Parkverwaltungen und Kleingartensiedlungen. Viele freuen sich, wenn Sie bei Schnittmaßnahmen, Aufräumarbeiten und beim Laubrechen helfen, und sie bezahlen Sie gerne in Naturalien. Erkundigen Sie sich bei Naturschutzverbänden, dort kennen die Leute oft auch noch jemanden, der jemanden kennt, der dann sogar mit Rat und Tat zur Seite steht.
Durchforsten Sie die Kleinanzeigen, online oder in der Zeitung, oder geben Sie eine Anzeige auf. Ziegel, Steine, Holz: Dort findet man oft alles, was man braucht, manchmal auch kostenlos für Selbstabholer. Gut sortierte Baumärkte sind eher teuer, nur für kleine Haufen aus Sand und Steinen tauglich. Bei großen Mengen wenden Sie sich an Baustoffhändler, Abbruchunternehmen, Sägewerke, Hackschnitzelhersteller.
Gehen Sie mit offenen Augen durch die Gegend, fragen Sie herum: Wo wird renoviert, ein Haus abgebrochen, ein Garten gerodet? Direkt nach Winterstürmen oder schweren Sommergewittern ist ein guter Zeitpunkt, sich nach Totholz umzusehen. Auch ausgediente Weihnachtsbäume können bei Ihnen eine neue Heimat finden.
Bei jeder Variante ab Seite 21 werden auch Bepflanzungen vorgeschlagen, damit der Haufen hübsch aussieht und die Bewohner Nahrung finden. Eine Palette Wildpflanzen kostet aber Geld und nicht jeder hat ausreichend Zeit, junge Pflänzchen aufzupäppeln. Auch hier können Sie herumfragen, sich Ableger besorgen, von Freunden oder Pflanzentauschbörsen. Oder Sie lassen einfach wachsen, was kommt. Von anderen Teilen Ihres Gartens wandern meist von alleine Pflanzen ein, wenn Sie bereits einen naturnah angelegten Garten haben. Das spart Zeit, Arbeit, Geld und hat außerdem den Vorteil, dass sich meist das ansiedelt, was hier gut wächst und gut zu den Haufenbewohnern passt.
Haben Sie das komplette Material zusammen, dann legen Sie am besten dann los, wenn Sie ein paar Stunden am Stück oder ein ganzes Wochenende Zeit haben. Ein halbfertiger Haufen wird schon von den ersten Tieren bezogen werden und wenn Sie dann alle paar Tage ein bisschen weiterwerkeln, fühlen sich die neuen Mieter sicherlich gestört. Der richtige Zeitpunkt ist dann, wenn es bei Ihnen passt. Haufen können Sie jederzeit errichten. Manchmal zeigt das Material aber auch, wann es so weit ist: Laub gibt es eben im Herbst, Schnittgut im Frühling, Herbst und Winter.
Ob und welche Erhaltungsarbeiten wann nötig sind, auch das wird bei den Beschreibungen der einzelnen Haufen ab Seite 21 aufgeführt. Sollten Sie den Haufen eines Tages wieder abbauen wollen oder müssen, dann bitte nicht im Winter. Denn dann haben die Tiere kaum eine Chance, umzuziehen. Der späte Frühling oder Spätsommer ist dafür meist der beste Zeitpunkt. Und bitte niemals das Material abbrennen oder in einem Schwung auf den Müll schmeißen! Sondern langsam und Stück für Stück abräumen, so haben alle Tiere die Möglichkeit, sich einen neuen Platz zu suchen. Vielleicht in einem anderen Haufen.
Haufenweise Leben im Holz
Stirbt ein Baum, lebt das Holz weiter, auch wenn es dann Totholz heißt. Denn nur der Baum ist tot, aber in sein Holz zieht sofort wieder neues Leben ein. Zuerst kommen die Spezialisten, wie Biologen so schön sagen: Pilze, Algen, Bakterien und andere Mikroorganismen: Fadenwürmer, Rädertierchen, Moosmilben. Tausende verschiedene Arten, die insofern spezialisiert sind, weil sie sich von dem doch schwer verdaulichen Holz ernähren und oft auch nur von genau einer bestimmten Sorte Holz. Das betrifft in erster Linie die Pilze, manche tragen ihr Lieblingsessen sogar im Namen: Birkenporling, Eichenschwamm, Erlenschillerporling. Andere dieser oft bunt und imposant aussehenden Baumpilze sind aber auch weniger wählerisch, der Echte Zunderschwamm etwa. Das ist der, mit dem – und viel Geschick – man Feuer machen kann.
Das, was so schön und bunt auffällig außen am Baum hängt und was wir landläufig als Pilz bezeichnen, ist aber nur ein kleiner Teil des Lebewesens und für die Holzzersetzung gar nicht so wichtig. Es ist nur der Fruchtkörper, der für die Sporenproduktion und Fortpflanzung zuständig ist. Ins Holz eindringen, Enzyme losschicken, Nährstoffe und Mineralien lösen und die speziellen Holzbestandteile zersetzen, das macht der Pilz mit langen, dünnen Pilzfäden, den Hyphen. Alle Hyphen zusammen bilden das sogenannte Myzel, ein weißes, flaumig fädiges Geflecht, das man auf totem Holz oder auch in der Erde und unter dem Laub sehen kann.
Bei der Zersetzung gehen nicht alle Pilze gleich vor. Es gibt die sogenannte Weißfäule: Dann zersetzt der Pilz den Holzbestandteil Lignin, das Holz wird weicher, heller, faserig und quillt auf. Zersetzen die Pilze in erster Linie Zellulose, wird das Holz braun, bricht in Stückchen und zerfällt dann zu braunem Staub: Das nennt man Braunfäule. Passiert das Ganze in nassem Holz, spricht man von Moderfäule.
Nach den Mikroorganismen und Pilzen kommen beim Holzabbau die Krabbeltiere, ganz viele, ganz kleine, die ich Ihnen jetzt nicht weiter namentlich vorstelle, weil es das Buch sprengen würde und weil wir Menschen nun einmal lieber auf Großes und Schönes schauen: Käfer zum Beispiel, da gibt es viele Arten, die sehr gerne Holz mit Braun-, Weiß- oder Moderfäule mögen. Sie haben dafür im Darm Bakterien, die ihnen helfen, die immer noch schwere holzige Kost zu verdauen. Andere Käferarten fressen am liebsten den holzigen Kot oder das fluffige Holzmehl, das ihre Vorarbeiter ihnen hinterlassen haben. Wildbienen finden die Fraßgänge einiger Käferarten oft gerade richtig, um darin Eier zu legen. Holzwespen sägen sich selbst eine Stelle für ihre Eier zurecht. Fliegenlarven fressen, wie Kühe auf der Weide, Bakterien und Pilzgeflechte vom toten Holz. Nach und nach kommen dann Asseln, Regenwürmer, Tausendfüßer, Milben und Springschwänze, sie zersetzen das Moderholz zu Humus. Der schließlich zu Kompost zersetzte Altbaum ist ein ideales Keimbett für seinen Nachwuchs, die hinterlassene Lücke lässt ihm genug Platz und Licht. Und irgendwann wächst dort ein neuer Baum.
Bis es so weit ist, tummelt sich hier eine Unmenge an Insekten, genüsslich und hingebungsvoll bohrend, kauend und verdauend, schreddernd und schrotend, das ist natürlich wie ein gefundenes Fressen für andere Tiere: Feuerwanzen jagen die Fliegenlarven, Spinnen bauen ihre Netze auf und Vögel brauchen nur noch zuzugreifen und ihre Lieblingsspeisen aufzupicken.
Vögeln bietet altes Holz außerdem Aussichtsplätze und Möglichkeiten, Nester zu bauen: Astlöcher, Spalten und Risse sind perfekt für Höhlenbewohner wie Kleiber, Stare, Sperlinge, Meisen und verschiedene Käuzchen. Auch viele Fledermäuse leben in altem und totem Holz, besonders die kleinen Arten wie die Zwergfledermaus brauchen nur wenige Zentimeter große Risse, um es gemütlich zu finden. Mäuse turnen gerne gut getarnt durchs tote Geäst und Wurzelwerk, ebenso Siebenschläfer und Haselmäuse; dementsprechend gerne jagen hier Marder und Wiesel im Totholzhaufen nach ihrem Futter. Und: Holz erwärmt sich sehr schnell – gerade bei bedecktem Himmel schneller als Stein: Deshalb sitzen auch Eidechsen und andere wechselwarme Tiere gerne auf Holz, um sich zu sonnen.
Totes Holz ist also für eine ganze Reihe von Tieren Wohnraum, Vorratskammer und Spielplatz in einem. Im Wald passiert es von alleine, dass Totholz entsteht, sofern der Mensch es zulässt. Immer fällt was um, zerfällt. Der Wald ist groß und hat Platz für solche Unordnung über lange Zeiträume. Im Garten geht das kaum: Bäume mit abgestorbenen Ästen, Pilzbefall, Rissen, Spalten, Höhlen, Blitzspuren und Stammfäule einfach mal stehen zu lassen, bis sie eben fallen, wie sie fallen. Und wenn sie dann fallen, fallen sie womöglich auf den Terrassentisch. Oder in den Gartenteich. In der Natur kein Problem, auch im Wasser ist Totholz wichtig, das sei an dieser Stelle noch erwähnt: Abgebrochene Äste, Wurzeln und Zweige verändern kleinräumig die Strömung, lassen Stillwasserzonen entstehen und so mehr und sehr vielseitige Lebensräume für Wassertiere. Feuersalamander beispielsweise brauchen solche Stillwasserzonen in Bächen und Tümpeln, um ihre Larven abzulegen.

Aber kehren wir zurück in unseren Garten. Eigentlich will man den alten Apfelbaum ja gar nicht jahrelang liegen haben, wo er hingefallen ist, sondern vielleicht genau an dieser Stelle einen neuen Apfelbaum pflanzen. Oder man hat gar keinen Apfelbaum, der umfallen und zu Totholz werden könnte. Totholz geht auch anders, kleiner, geordneter, kontrollierter: Haben Sie Äste und Zweige im Garten, holen Sie sie sicher zur Erde und stapeln und häufen Sie es dort auf, wo es passt und nicht stört. Und falls in Ihrem Garten selbst außer ein bisschen Stauden- und Strauchrückschnitt gar kein Totholz anfällt, dann fragen Sie bei Freunden, Bekannten oder Gärtnern nach (siehe Seite 18).
Welches Holz Sie nehmen, ist fast egal – auch wenn sich je nach Art andere Bewohner ansiedeln werden. Hartes Holz von Buche, Eiche und Obstbäumen zersetzt sich langsam, Birke und Nadelhölzer eher schnell. Und wie viel Holz Sie nehmen, ist auch (fast) egal. Der kleinste Haufen Stöcke ist besser als nichts und wird in null Komma nichts besiedelt. In meinem Garten gab es immer eine Lage Weiden- und Haselruten, für Stockbrot und zum Spielen. Bis die Kinder zu alt wurden für Stockkämpfe und Stockbrot und die Ruten liegen blieben, wo sie waren, auf einem Stapel hinterm Sandkasten. Jetzt ist das Häufchen von Schafgarbe malerisch durchwachsen, in den Zwischenräumen leben Spinnen, am Boden Ohrenkneifer, Asseln und Ameisen. Solch ein kleiner Haufen ist sicherlich zu klein, um größeren Tieren wie Kröten und Igeln Schutz zu bieten, aber gelebt und zersetzt wird darin auf jeden Fall.
Bei den folgenden Haufenvarianten habe ich versucht, ein bisschen Ordnung ins Thema Holz zu bringen. Deshalb gehe ich die einzelnen Bestandteile von Stamm bis Stumpf, vom Reisig bis zu den gehäckselten Resten systematisch durch.
Sie können die Haufen genau so nachbilden oder das Wissens und die Ideen nutzen und alles zu etwas Neuem zusammensetzen: zu unordentlichen oder ordentlichen, stylischen oder malerisch bewachsenen, großen oder kleinen, gemischten oder sortierten Haufen, die zu Ihnen, Ihrem Garten und Ihren Möglichkeiten passen.
Wohnhaus mit Keller
Soll Ihr Totholzhaufen den Bewohnern auch im Winter ausreichend Schutz und dann vor allem Wärme bieten, dann empfiehlt es sich, ihn zu unterkellern. Dafür heben Sie vor dem Stapeln eine Grube aus. 50 bis 100 cm tief sollte sie sein, damit sie sicher frostsicher wird. Bei sehr lehmigem Boden geben Sie zuerst eine Schicht Kies oder Schotter als Dränage in die Grube. Dann kommen dicke Holzstücke hinein, aus eher hartem Holz am besten, damit sie möglichst langsam verrotten und den oberirdischen Teil des Stapels möglichst lange tragen. Oder Sie nehmen Steine, dann ist der Keller (fast) für die Ewigkeit. Setzen Sie dann erst die Rundhölzer und stapeln Sie den eigentlichen Haufen, wie auf Seite 28 beschrieben. Achten Sie dabei darauf, dass die Tiere einen Zugang zur Grube haben. Und Sie am besten auch. Dann können Sie dort vor jedem Herbst Laub und anderes organisches, leicht zersetzbares Material einfüllen. Das isoliert zusätzlich und der Verrottungsprozess erzeugt wie eine Heizung zusätzliche Wärme, die Tiere haben es dann warm und gemütlich.
Hochgestapelt: Totholzhaufen
Steckbrief
Material: dicke Holzstücke, Äste, Scheite, 5 – 40 cm im Durchmesser, größere Stücke sind schwer zu tragen und zu stapeln. Die Länge ist nicht so wichtig, perfekt sind etwa 50 cm: groß genug und noch gut handhabbar. Mindestens 2 m3Holz sind ideal, weniger ist besser als nichts. Außerdem brauchen Sie: vier Rundhölzer oder vier lange, gerade Äste als Seitenstützen, etwa 1,50 m lang. Bei größeren Haufen weitere Rundhölzer als Zwischenstützen.
Wohnlage: windgeschützt, sonnig, trocken für Spinnen und Wildbienen, feucht, schattig für Würmer, Käfer, Pilze, Moose und Amphibien.
Bewohner: In große Stapel mit rissigem Holz und vielen Hohlräumen ziehen auch größere Tiere ein: Vögel und Fledermäuse, Kleinsäuger wie die Haselmaus und der Siebenschläfer oder auch Eidechsen.
Der Baum ist tot, gefallen oder gefällt, Sie zersägen und zerhacken ihn und werfen das Holz auf einen Haufen. Fertig. Das wäre die hohe Schule der Unordnung. Aber so sehr ich Unordnung mag, im Garten sollten wir gezielter vorgehen. Ohnehin werden sich die meisten von uns totes Holz besorgen, weil der eigene Garten selten oder nicht in ausreichender Menge Material liefert. Dann können Sie genauso gut gleich planen, wie der Haufen schön aussieht und wo er gut funktioniert. Welches Holz Sie nehmen, ist Geschmackssache: Hartes Holz ist langlebiger, weiches Holz verrottet schneller. Eine Mischung macht den Haufen vielseitiger. Pilze und Käfer sind oft auf bestimmte Hölzer fixiert, je mehr Holz, desto mehr Arten. Ist das Holz sehr regelmäßig, mischen Sie es auf: Dicke Äste ganz und auch nur halb spalten, sodass Risse und Lücken entstehen. Die Rinde kann mal ab, mal bleibt sie dran. Wunderbar übrigens, wenn die Stücke unterschiedlich lang sind: Beim Stapeln bilden sich so Vorsprünge wie kleine sonnige Balkone und Rücksprünge wie eine Loggia oder ein Wintergarten. Soll die Fassade ordentlicher sein, wird zur sichtbaren Frontseite bündig gestapelt. Der schief und krumm gestapelte Hinterhof ist ein vielseitiger Lebensraum für Ihre Haufenbewohner.


Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
Die kleinste unserer Fledermäuse passt zusammengefaltet in eine Streichholzschachel – und in jede Totholzritze.

Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea)
Diese Wildbiene ist blauschwarz wie ein dicker Käfer, groß wie eine Hummel und eine seltene Schönheit.
Hornisse (Vespa crabro)
Sie ist auch nur eine Wespe, aber deutlich imposanter und gegenüber uns Menschen und unserem Essen sehr friedlich.
Siebenschläfer (Blis blis)
Der Kleinsäuger gehört zu den Bilchen. Er hält Winterschlaf vom goldenen Oktober bis zum sonnigen Mai, am liebsten in Erd- oder Baumhöhlen.
Buntspecht (Dendrocopos major)
Etwas totes Holz im Garten, und er ist da.
Das Trommeln ist sein Gesang, nicht nur am Baumstamm, sondern auch an Dachrinnen und Regenrohren.
Haselmaus (Muscardinus avellanarius)
Keine Maus, sondern auch ein Bilch. Sie lebt als Dauerkletterer im dichten Gebüsch und ist in der Dunkelheit aktiv.
So gehen Sie Schritt für Schritt vor
Erst einmal haben Sie ja nur das Holz, als Nächstes brauchen Sie einen Standort. Wenn das Totholz in seinem vorigen Leben wirklich ein Baum auf Ihrem Grundstück war, ist ein Platz dort in der Nähe sehr praktisch. Dann müssen Sie nicht viel schleppen. Vielleicht können Sie auch den unteren Teil des Baumes stehen lassen und als Stütze für den Stapel verwenden. Hat der Stamm Höhlen für Bewohner wie Fledermäuse und Vögel, können diese ihre Wohnung sogar behalten oder sie zumindest Nachmietern zur Verfügung stellen: Haselmäusen, Siebenschläfern, Hummeln. Außerdem ist so ein Baumstumpf ein eigener Lebensraum.
Haben Sie keine besonderen Gründe, einer Stelle den Vorzug zu geben, dann haben Sie die Qual der Wahl und müssen entscheiden, ob Sie den Tieren ein warmes Sonnenplätzchen anbieten, feuchten Schatten oder den wohltemperierten Halbschatten. Haben Sie viel Platz und Holz, können Sie mehrere Haufen anlegen oder einen langen großen Haufen, der sich vom Schatten bis zur vollen Sonne erstreckt.
Suchen Sie sich eine ebene Fläche ohne Mulden aus und glätten Sie die Erde. Ist dort Gras oder anderer dichter Bewuchs, tragen Sie die Grasnarbe ab. Dann hat das Holz besseren Kontakt zum Boden und zu seinen Bewohnern und diese können schneller bohren, raspeln, fressen. Noch schneller geht das, wenn Sie den Boden einige Zentimeter ausschachten und so die erste Schicht Holz zum Teil in der Erde versenken. Haben Sie sehr lehmigen Boden, können Sie zuerst als Dränage eine Schicht Kies einfüllen, damit sich keine Staunässe bildet und etwaige Bewohner nicht mitten im Winterschlaf von einer Überschwemmung heimgesucht werden, und sorgen Sie dabei für ein leichtes Gefälle, damit das Wasser vom Haufen weggeleitet wird. Oder: Stellen Sie Ihren Haufen auf eine dicke Lage Rindenmulch oder Hackschnitzel. Diese bilden eine warmfeuchte, leicht zersetzbare Schicht, Pilze und Co. finden so noch schneller nach oben zu den dicken Holzstücken. Und gleichzeitig ist diese Schicht ein zusätzlicher Lebensraum (siehe Seite 50).
Schlagen Sie jetzt je zwei Rundhölzer an gegenüberliegenden Stellen in die Erde, das andere Paar Rundhölzer kommt dann am anderen Ende des potentiellen Haufens in die Erde. Wie beim Brennholzstapeln schichten Sie die Holzstücke mit der Stirnseite nach vorne aufeinander. Deswegen sollte der Abstand zwischen den beiden Rundhölzern etwa halb so groß sein, wie die Holzstücke lang sind. Ist der Abstand weiter, kann eines herausrutschen, ist der Abstand enger, wird es kippelig.
Wie groß der Abstand zwischen den beiden Seitenstützenpaaren ist, hängt davon ab, wie lang der Stapel werden soll. Und das wiederum hängt natürlich von der Menge Holz ab, die Sie haben, und vom Platz. Bei großen Stapeln ist es aus Stabilitätsgründen zu empfehlen, auch noch Rundhölzer als Zwischenstützen einzuplanen. Haben Sie nur sehr wenig Holz, brauchen Sie die Seitenstützen nicht unbedingt. Aber so ein Rahmen sieht auch optisch gut aus: ein bisschen Ordnung im Holzstück-Durcheinander. Den Tieren ist es einerlei, es freut aber das Auge des Gärtnernden.
Jetzt schichten und stapeln Sie die Holzstämme und Äste mit der Stirnseite nach vorne aufeinander: Wie es kommt, gleichmäßig oder abwechselnd, mit Versprüngen oder mit einer Art Muster, das entscheiden Sie. Bis zu einer Höhe von 1 m bis 1,50 m – das reicht. Sonst wird es statisch kompliziert und Sie müssten einen Fachmenschen zu Rate ziehen.
Dann können Sie den Haufen noch bepflanzen. Sie sollten es sogar. Zu dicht sollte der Bewuchs aber nicht werden, damit nicht alles überwuchert und zu sehr beschattet wird. Halten Sie die Bepflanzung also ein bisschen im Auge und im Zaum. Die Wege ins Haufen-Innere müssen frei bleiben, viele der Insektenlarven mögen es außerdem hell und sonnig. Aber ein bisschen Grün bietet Schutz vor Regen und zu großer Hitze, und viele potentielle Haufenbewohner brauchen Pollen für ihren Nachwuchs und Blätter, andere fressen lieber die Insekten, die dort dann Nektar oder ein saftiges Blattläuschen verspeisen.
Sie können wachsen lassen, was kommt. Oder säen und pflanzen, was Ihnen gefällt: Mit einem Saum aus Schneeglöckchen, Klee, Disteln und Brennnesseln, Glockenblumen, Stockrosen, Fingerhut, Fetter Henne und Schafgarbe rund um den Stapel, bieten Sie nicht nur Ihren Mietern Futter, sondern auch Ihren Augen Blüten rund ums Jahr.
Allerdings: Ein paar Meterlängen Holzstapel zu bepflanzen, braucht einige Paletten an Pflanzen und viele Tüten Saatgut. Das kann schnell teuer werden. Sie können auch aus Ihrem Garten Ableger umpflanzen oder Sie lassen einfach wachsen, was von alleine kommt, wenn Ihr Garten oder die Umgebung bereits das Passende enthält. Das dauert vielleicht ein bisschen länger, ist aber erheblich preiswerter und hat den Vorteil, dass sich nur ansiedelt, was selbstständig und alleine gut klarkommt und nicht groß von Ihnen gepäppelt, gegossen und gepflegt werden will.
So geht’s weiter
Steht der Stapel, ist auch noch das Grün an den Start gebracht, dann sind Sie mehr oder weniger raus. Den Rest übernimmt die Natur. Im Laufe der Zeit sinkt der Stapel mehr und mehr in sich zusammen, wird zersetzt und zerfressen, vermodert und verrottet. Je nach Standort und Holz geht das recht schnell. Wollen Sie, dass es möglichst langsam vonstattengeht, weil Sie Ihren Haufen als dauerhaftes Gestaltungselement erhalten möchten – als Zaun oder um dahinter Kompost oder Regentonnen zu verstecken –, dann stellen Sie ihn beim Anlegen auf möglichst trockene Füße, eher auf Kies als auf die feuchte, lebendige Erde. Und: Nehmen Sie möglichst hartes, langlebiges Holz. Dann legen Sie jedes Jahr Totholz nach und verhindern so, dass der Haufen zu einem moosbewachsenen Etwas wird. Was allerdings malerischer aussehen würde … Wenn Sie Platz haben, legen Sie einfach regelmäßig einen neuen Haufen an und lassen den jeweils alten den Weg gehen, den die Natur, Pilze, Käfer und Co. für ihn vorgesehen haben.
So geht’s auch noch
Für Bienen und Co.: integriertes Insektenhotel
Bevor Sie Ihr Holz stapeln, bohren Sie in einzelne Stücke verschieden große und ausreichend tiefe Löcher in das Holz. So leisten Sie Vorarbeit. Wildbienen und Co. können bereits einziehen und müssen nicht warten, bis andere Arten Löcher und Gänge ins Holz gefressen haben und dann übernommen werden können. Wichtig: Verwenden Sie dafür Hartholz, wie Eiche, Esche, Buche, Robinie, Apfelbaum und andere Obsthölzer, und achten Sie darauf, dass alle Löcher glatt gebohrt sind und der Einstieg glatt geschmirgelt ist. Erle, Pappel, Linde oder Weide sind zu weich, ihr Holz fasert, splittert und quillt auf, wenn es feucht ist, das versperrt für Bienen, die eine Wohnung suchen, den Eingang. Und wenn sie es doch versuchen, reißen sie sich die Flügel an den Splittern auf. Auch Nadelholz ist weniger geeignet. Es ist oft noch harzig und dann kleben die Bienen womöglich in der Röhre fest. Noch wichtig: Bohren Sie die Löcher quer zum Stamm in die Seite und durch die Rinde. Nicht von vorn ins Stirnholz.
Diese präparierten Stücke stapeln Sie dann eher am Rand, oben und unten oder auch mal quer – sodass die Tiere einigermaßen leichten Zugang haben. Je nachdem, wie dick und stabil die stützenden Rundhölzer sind, können Sie auch diese anbohren. Allerdings ist es durchaus auch sinnvoll, das, was den Haufen stützt, möglichst lange zu erhalten und die Zersetzung nicht explizit zu fördern.
Wie für Dornröschen: rosenumrankter Rückzugsort
Je vielfältiger und größer ein Haufen ist, desto mehr und auch größere Tiere werden sich einfinden. Viele Insekten ziehen viele Insektenfresser an: Vögel, Eidechsen und Mäuse; diese wiederum kleine Beutegreifer. Fressen und gefressen werden, ja, so ist die Natur. So ein Totholzhaufen kann wie ein großes Buffet wirken, an dem das jeweils in der Nahrungskette höher stehende Tier nur zuzugreifen braucht.
Natürlich bietet so ein Totholzhaufen aber auch Schutz. Wenn er schön groß und lückig ist, kann sich hier die Meise vor dem Sperber verstecken, die Maus vor dem Mauswiesel, die Eidechse vor Nachbars Katze. Noch besser, wenn der Haufen mit dornigen Ranken geschützt ist, dann hat es auch der Specht nicht mehr ganz so leicht, um die Insektenlarven aus dem Haufen zu futtern wie Popcorn aus der Tüte. Weißdornzweige und Brombeerranken eignen sich gut: Legen Sie sie darauf und drum herum, kreuz und quer davor und darüber, wie ein Dornröschenschloss. Oder Sie pflanzen Dorniges neben den Haufen. Für große Gärten und Haufen sind Ramblerrosen perfekt, sie bilden rasch lange Ranken, im Sommer haufenweise duftende, nektar- und pollenreiche Blüten und im Herbst dann jede Menge Hagebutten. Wer kleiner baut, nimmt vielleicht zahme Strauchrosen oder auch Brombeersorten, die nicht wuchern. Auch Himbeeren erfüllen durchaus ihren Zweck. Und wenn Sie schon eine Wildrosen-Dornenbusch-Hecke haben, setzen Sie Ihren Totholzhaufen nah dran und halb hinein.

Kunstwerk oder im Regal: Totholz im Kleinen
Das ist Ihnen alles noch zu viel, zu groß, zu … unordentlich? Dann machen Sie es ordentlicher: Stapeln Sie zum Beispiel Weinkisten auf dem Boden übereinander, längs, quer, getreppt, wie es Ihnen gefällt und wie Sie Platz haben. Verschrauben Sie die Kisten an den Rückseiten mit Winkeln, damit sie sich gegenseitig Halt und Stabilität verleihen, und füllen Sie das Holz hinein wie in ein Regal. Gleichmäßig, mal längs, mal quer, in Mustern oder nach Holzarten sortiert. Alles, was einen Rahmen hat, mag das menschliche Auge und das kleine Ordnungsmännlein auf der Gärtnerschulter. Ein solcher »Haufen« wird nur zögerlich und langsam von den spezialisierten Erstzersetzern erobert und abgebaut. Er bleibt lange stabil und Spinnen, Käfer, Wildbienen und auch Amphibien oder Reptilien werden ihn sicher gerne nutzen.
Es gibt noch viele Ideen mehr: Bäckerkisten und Gabionen verwenden, Totholzstücke als Beet-Einfassungen hinlegen oder senkrecht in den Boden stecken. Wer noch kreativer ist, stellt ein großes Stück von einem Stamm senkrecht auf und schnitzt, meißelt, raspelt oder sägt Figuren heraus. Allerdings müssen Sie es aushalten können, wenn der Zahn der Zeit – oder die »Zähne« der Käferlarven und Pilze – irgendwann Kleinholz aus der Kunst machen.
Ein langes Stück Stamm kann auch eine rustikale Bank, ein breites, flaches Stück ein kleines Tischchen für die Kaffeetassen werden oder der Untersatz für eine Schmetterlingstankstelle, für eine Vogeltränke, ein Sandbad oder … Mit ein bisschen Fantasie findet sich für jedes Stück Holz eine Verwendung, wo es nach und nach zum Lebensraum wird.
Auch alte Zaunpfähle zum Beispiel sollten Sie unbedingt erhalten, wenn sie zu morsch sind, um den eigentlichen Zaun zu tragen, und Sie den Zaun neu anlegen müssen. Stellen Sie die neuen Pfähle einfach neben die alten; macht auch weniger Arbeit, als sie mühsam auszubuddeln. Wenn es nicht anders geht oder Ihnen nicht gefällt: Stellen oder legen sie die ausgemusterten Pfähle und auch die Latten woanders hin. Irgendwann werden sie zu Käferhotels und sonstigen Lebensräumen; und bunt bewachsen lässt die Natur sie auch. Oder Sie machen einen ganz normalen Altholz-Stapel daraus. Das geht auch mit Paletten, Weinkisten, den Brettern vom Sandkasten, sonstigen Leisten, Regalbrettern, Stangen und Stäben … alles in Stücke brechen oder schneiden und aufschichten. Wenn Sie alles an einem Ende glatt sägen und dann zur Frontseite glatt und bündig stapeln, kann das sogar sehr apart aussehen.
Und: Selbst mit behandeltem Holz würde die Natur irgendwann fertig werden, wenn wir es in unserem Garten wirklich haben wollen. Das dauert natürlich lange, sehr lange, genau darum wurde das Holz ja auch getränkt, lackiert und geölt. Aber irgendwann wird auch aus so einer einbalsamierten Chemie-Holz-Mumie Mulm und Humus und neues Leben.
Da geht noch was: Variante Baumstumpf
Steckbrief
Material: Baumstumpf oder Wurzelstubben, was übrig ist, wenn ein Baum gefällt wird oder umgefallen ist.
Wohnlage: Der Baumstumpf bleibt am besten an Ort und Stelle, so müssen Sie die Wurzel nicht ausgraben. Alternativ suchen Sie einen halbschattigen Zweitwohnsitz, das kommt dem natürlichen Standort am nächsten.
Bewohner: Pilze, wie der Hallimasch, Käfer und ihre Larven, dann Holzwespen und Erdhummeln. Auf dem modernden Holz fühlen sich auch Flechten wohl, bei passender Umgebung vielleicht die hübsche Rotfrüchtige Säulenflechte. Schmetterlinge nutzen den Stumpf als Landeplatz, Vögel als Aussicht über ihr ganzes Revier.
Manchmal muss ein Baum fallen. Weil er krank ist oder vom Sturm zerknickt, weil er zu groß geworden ist und gefährlich werden kann oder den Nachbarn stört. Sie können dann den Stumpf samt Wurzeln aus der Erde graben, wühlen, ruckeln und zerren (lassen), das ist Schwerstarbeit. Wenn es geht, lassen Sie ihn einfach stehen – oder liegen, denn manchmal hebt sich ja der Wurzelteller halb aus der Erde, wenn der Baum fällt.
Vielleicht wollen Sie dort aber wieder einen neuen Baum pflanzen, wo der alte gefallen ist. Dann muss der Stumpf natürlich weg und findet einen neuen Verwendungszweck.

Goldglänzender Rosenkäfer (Cetonia aurata)
Die Larven sind als weiße Wonneproppen in totem Pflanzenmaterial zu Hause, als Käfer dann auf Rosen- und anderen großen Blüten.

Gemeine Holzwespe (Sirex juvencus)
Legt ihre Eier unter die Rinde von krankem Holz, die Larven fressen Gänge hinein, die dann anderen Tieren als Brutröhren dienen.
Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
Lebt ganzjährig bei uns. Es hat kaum Ansprüche an den Nistplatz, Hauptsache gut versteckt, unordentlich und nah am Boden.

Gefleckter Schmalbock (Rutpela maculata)
Seine Larven brauchen morsches Holz, um sich zu entwickeln. Der schwarzgelbe Käfer ist auf Doldenblüten, Wildrosen und Disteln zu finden.

Kleines Glühwürmchen (Lamprohiza splendidula)
Im Juni schwärmen die Männchen zur Brautschau aus, die Weibchen leuchten um die Wette. Ihr Larven-Nachwuchs mag es feucht schattig und isst gerne Schneckeneier.
Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)
Sie ist groß und kommt überall vor, weil sie alle Blüten mag und alle Landschaften, ob Garten, Wiesen, Felder oder Wälder.
So gehen Sie Schritt für Schritt vor
Verfrachten Sie den Baumstumpf an einen anderen halbschattigen Ort und graben ihn idealerweise auch dort wieder ein paar Handbreit in die gelockerte Erde ein. Genauso, wenn Sie einen Baumstumpf von jemand anderen bekommen. Das war’s dann schon. Was bei großen Stümpfen aber durchaus ein Stück Arbeit ist.
Ob Sie die Schnittfläche oder Bruchstelle rau und splitterig lassen oder glatt raspeln und polieren, entscheiden Ihr Ordnungssinn und Ihr Arbeitseifer. Die Rinde sollte in jedem Fall dranbleiben, Sie können sie an manchen Stellen aber auch lockern, umso leichter finden Interessenten Nahrung und Unterschlupf. Wer Pilzen, Käfern und Wildbienen das Willkommen noch leichter machen will, bohrt tiefe, glatte Löcher direkt in die Längsseite durch die Rinde und sägt oder hackt den Stamm rundherum ein. Herausgeschnittene Keile kommen auf den Totholzhaufen.
So zurechtgemacht, sieht der Stammrest natürlich ein bisschen zerstört aus. Ihn schön zu bepflanzen, stellt die optische Ordnung wieder her und bietet außerdem Schatten, Schutz und Futter für seine Bewohner. Je nach Standort und Umgebung wird mit der Zeit kommen, was passt: Klee und Efeu, Storchschnabel und Veilchen, Walderdbeeren, Brennnessel, Gräser. Pilze, Moose, Farne und Flechten sowieso. Warten Sie das ruhig ab, wenn aus Ihrem Umfeld genügend zu erwarten ist. Wenn nicht: Pflanzen und säen Sie, was Ihnen gefällt.
Oft bildet sich in der Mitte der Stammfläche ein Loch, weil dort das Holz zuerst zerfällt – oder der Baum war schon hohl, als er fiel oder gefällt wurde. Diese Vertiefung können Sie wie eine Art natürlichen Blumenkübel nutzen und ebenfalls bepflanzen.
So geht’s weiter
Stämme von Laub- und Obstbäumen treiben oft noch Wurzelschösslinge. Wenn es Sie optisch nicht stört, lassen Sie den Stumpf gewähren. Geköpfte Nadelbäume bleiben in der Regel geköpft und tot. Je nach Baum dauert es länger oder kürzer, bis der Stumpf zersetzt ist. Birke, Weide oder Nadelholz sind schneller weg als Obstbäume oder Buchen.
Ist die Oberfläche der Schnittfläche noch glatt und fest, können Sie aus dem Baumstumpf eine Sonnenuhr basteln. Dafür brauchen Sie nur einen dünnen, geraden Ast als Zeiger und eine Bohrmaschine. Bohren Sie ein Loch passend für den Stab und stecken Sie den hinein. Dann nur noch mit kleinen Klötzchen verkeilen oder mit einem Klecks Holzleim befestigen, damit er immer in der exakt gleichen Position ist. Warten Sie einen sonnigen Tag ab und zeichnen Sie dann Stunde um Stunde den Stand des Schattenwurfs ein. Fertig ist der Baumstumpf mit Zeitansage.
So geht’s auch noch
Die unordentliche Variante: ein Wurzelhaufen
Nicht immer hat man einen großen Baumstumpf, sondern vielleicht nur die kleinen und spillerigen Wurzeln von Sträuchern und Büschen und kleinen Bäumchen. Eine einzelne Wurzel im Garten platziert, ist zwar auch Lebensraum, aus Menschensicht aber doch eher eine Stolperfalle und im Totholzhaufen besser aufgehoben. Aber manchmal hat man durchaus viele davon, vielleicht weil Sie eine Hecke roden mussten.
Diese Wurzeln können Sie einfach so auf einen Haufen geben und ein interessantes, vielseitiges, skurriles Etwas entstehen lassen. Beschneiden Sie die Stumpen vorher etwas: Ganz kleine Feinwurzeln abschneiden, die dicken kappen, kürzen, ausdünnen, dann sieht das Gebilde schon weniger zerzaust aus.
Setzen Sie den Wurzelhaufen auf ein Bett aus Kies und legen Sie Steine in verschiedenen Größen drum herum. Dann finden Tiere noch mehr neue Lebensräume und Sie schaffen gleichzeitig einen schönen Rahmen. Oder stapeln Sie die Wurzeln ordentlich neben dem Gartenteich – so entsteht dann gleich ein Häuschen für Ihre Amphibien, für heiße Sommer und kalte Winter. Oder machen Sie aus jedem kleinen Stumpf ein Objekt, schnitzen, bis Wichtel oder Tiere oder abstrakte Figuren entstehen. Natürliche Gartenzwerge sozusagen, Lebensraum und Dekoration in einem. Und bevor Sie sich satt gesehen haben, hat die Natur ihr Werk getan und das Kunstwerk zu Mulm und Humus werden lassen.
Mit Zweitnutzen: Variante Brennholz
Steckbrief
Material: Brennholz, eine gute Menge mehr, als pro Jahr verbraucht wird. Als Lebensraum sollte es mindestens einen Winter, besser einige Jahre ungestört gestapelt stehen bleiben. Frisch geschlagenes Holz muss ohnehin mindestens drei Jahre trocknen; dann muss kein zusätzliches Kontingent für die Wohnnutzung eingeplant werden. Sie haben immer genug in Reserve.
Wohnlage: luftig, sonnig und trocken, an der Hauswand, unter dem Dach oder in einer frei stehenden Holzmiete.
Bewohner: Einige Pilze, Käfer und Wildbienen werden mit der Holzlieferung mitgebracht, andere ziehen nach und nach ein. In den trockenen Stapeln fühlen sich Spinnen und Eidechsen ebenfalls wohl, vielleicht auch Mäuse und Haselmäuse. Schmetterlinge, Florfliegen und Marienkäfer überwintern gerne dort. Wenn der Brennholzstapel ein passendes Dach hat und Lehm zu finden ist, bauen vielleicht Mehlschwalben ihre Nester an den Überstand.
Brennholz stapelt sich am besten, wenn die Scheite ungefähr dieselbe Größe haben und schön gleichmäßig sind. Tierische Mieter freuen sich jedoch über ungleichmäßige Holzscheite und lieben es, wenn mal ein Stück herausragt oder kürzer ist und sich so Sonnenterrassen und Höhlen zum Verstecken bilden oder wenn manches Holzstück schon zerlöchert ist. Vielleicht finden Sie hier einen Kompromiss.
Suchen Sie für den Brennholzstapel einen Platz, wo der Wind durchfegen kann, Holz braucht eine ausreichende Luftzirkulation, damit es gut trocknet. Die Schuppenwand oder unter einem Dachüberstand sind als Standorte ideal, dann ist es gut gegen Regen von oben geschützt. Ein Abstand von etwa 10 cm zur Haus- oder Schuppenwand ist wichtig, damit sich kein Schimmel bildet.
Am besten stellen Sie den Stapel auf Paletten oder Bretter, die auf Bohlen oder Steinen liegen. So kann die Luft zirkulieren und das Holz ist vor aufsteigender Feuchtigkeit geschützt. Ist bei Totholz der Verrottungsprozess ausdrücklich erwünscht, wollen Sie es beim Brennholz tunlichst vermeiden. Hier hat der Nutzen Vorrang vor dem Lebensraum.

Mehlschwalbe (Delichon urbicum)
Sie baut ihr Nest bevorzugt an Außenwände von Gebäuden und Dachüberstände. Freier Anflug ist dazu genauso wichtig wie Lehm zum Bauen.

Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata)
Eine der vielen Marienkäferarten, nur diese gilt seit ewigen Zeiten als Glückssymbol. Larven wie Käfer vertilgen Blattläuse in großer Zahl.

Große Zitterspinne (Pholcus phalangioides)
Kommt überall vor, wo es nicht zu kalt ist, in warmen Ecken im Garten und auch mal im Haus. Frisst Fliegen, Mücken und Kellerasseln.

Weberknecht (Phalangium opilio)
Weberknechte sind Spinnentiere, aber ohne Netz und haarige Beine. Diesen hier trifft man häufig im Garten an.

Zauneidechse (Lacerta agilis)
Die grün schillernden Männchen und braunen Weibchen mögen lockeren Bewuchs als Jagdrevier und Holzstapel als warmen Aussichtsplatz und Versteck.
Rostrote Mauerbiene (Osmia bicornis)
Bei ihrer Nahrung und den Brutplätzen sehr flexibel, bezieht Totholz, hohle Stängel oder Löcher im Mauerwerk. Schlüpft zeitig im Frühjahr.
So gehen Sie Schritt für Schritt vor
Beginnen Sie mit der untersten Reihe und legen Sie längs ein Holzscheit neben das andere. Das machen Sie über die gesamte Breite des Lagerplatzes. Am Ende liegen so mehrere Reihen nebeneinander mit ein wenig Abstand zueinander, damit die Luft zirkulieren kann.
Für die nächste Reihe stapeln Sie die Scheite quer zur ersten Schicht, von hinten nach vorne. Je nach Größe kommen so zwei bis drei Scheite nebeneinander auf einem Holzscheit der ersten Reihe zu liegen.
Die folgenden Reihen weiter abwechselnd in Längs- und Querrichtung stapeln. Alle paar Reihen treten Sie ein paar Schritte zurück und kontrollieren, ob und wie schief Sie da bauen. Weil das Holz beim Lagern und Trocknen schrumpft, wird es mit der Zeit ohnehin noch etwas krummer werden. Wäre schade, wenn am Ende das ganze Bauwerk zusammenstürzt. Achten Sie bitte auch darauf, dass sich der Stapel nach hinten neigt. Wer unsicher ist oder nur sehr unregelmäßiges Holz zur Verfügung hat, bringt alle halben Meter eine glatte Zwischenschicht aus Brettern ein. Das macht den Stapel stabil und gibt ihm Halt.
Es gibt spezielle Stapelhilfen zu kaufen, die in der Höhe und Breite verstellt werden können. Anfänger sind damit gut beraten. Außerdem sehen viele auch noch gut aus, sind aus schickem Cortenstahl oder im rustikalen Landhausstil, schlicht oder bunt. So geben Sie dem Stapel einen ordentlichen Rahmen.
Steht Ihr Brennholz nicht an der Hauswand oder am Schuppen und hat keinen anderweitigen Dachüberstand, müssen Sie ihm zum Schluss eine Abdeckung geben: Dazu stapeln Sie in der letzten Reihe möglichst flache Holzscheite dachziegelartig übereinander und mit der Rinde nach außen. Am Außenrand sollte es überstehen. Dann kann Regen gut ablaufen, ohne die darunter gestapelten Scheite wieder nass zu machen. Ein breites Brett tut es genauso oder eine Lage Dachpappe, ganz zur Not auch eine Plane. Und ganz ideal ist eine Reihe Strangfalzziegel, die sind ja zum Dachdecken gemacht. Und sie haben viele parallele Hohlräume, das finden verschiedene Wildbienenarten wunderbar zum Nisten.
So geht’s weiter
Wie es mit dem Brennholz weitergeht, ist klar. Es wird verbrannt, wenn seine Zeit gekommen ist. Holen Sie bitte nicht einfach ein Scheit nach dem anderen aus dem Stapel und stecken es in den Ofen. Für alle potentiellen Zwischenmieter fühlt es sich dann so an, als würde jeden Tag der Abrissbagger in ihr Heim kommen und ein Stück Wohnraum entreißen. Wer nicht flüchten kann, weil er vielleicht noch als kleine Larve in seiner Brutröhre sitzt, würde verbrannt werden. Nehmen Sie deshalb jeweils einen kleinen Vorrat am Stück vom Stapel, klopfen es aus und lagern Sie es an der Seite zwischen. Durch das Umschichten sind die Bewohner vorgewarnt, dass die Räumung droht, und sie haben Zeit, ein paar Scheite weiterzuziehen und zu überleben.
Allerdings: Beim Thema Brennholz und Insekten denken wir nicht nur daran, ob eventuelle Brennholzbewohner Schaden nehmen könnten, sondern auch, ob wir uns mit dem Brennholz Ungemach ins Haus holen: Damit meine ich jetzt keine Spinnen oder andere Tiere, die ihr Holzscheit nicht verlassen haben, trotz Räumungsankündigung. Sondern Käfer, Würmer, Holzdestruenten, die natürlich in den Scheiten stecken, und dann vielleicht in unseren Möbeln oder gar im Dachgebälk ein neues Zuhause finden könnten. Aber da besteht kein Grund zur Sorge: Holzdestruenten im Brennholz mögen das Holz von Möbeln und Dachstühlen nicht.
Brennholz ist meist Laubholz – Bauholz oft Nadelholz. Viele Tiere im Holzstapel mögen besonders die Rinde – verbautes Holz hat keine Rinde mehr. Und vor allem: Insekten im Brennholz brauchen Frischholz, das knochentrockene Holz von Schränken, Böden und Balken schmeckt ihnen nicht. Der Hausbock mag das, ja, aber der mag eben wieder kein Frischholz und kommt deswegen nicht mit dem Brennholz ins Gebälk.
Selbst wenn im Korb vorm Kamin noch Borken- und Bockkäfer schlüpfen sollten: Sie finden im Haus nichts, wo sie sich niederlassen möchten. Brennholz ist nicht voller zerstörerischer Insekten, aber Verbrennen zerstört viele Insekten. Deshalb sollten Sie darauf achten und sie so wenig wie möglich ins Haus bringen.
Wohin mit der Rinde? Auf einen Haufen natürlich
Auch die Rinde kann weiterverwendet werden. Das geht sogar im kleinsten Garten oder auf dem kleinsten Fleckchen, das in einem großen Garten noch frei ist. Haben Sie kein Brennholz, hätten aber gerne ein bisschen Rinde, fragen Sie herum bei Bekannten und Nachbarn, die mit Holz heizen. Oder fragen Sie bei Brennholzhändlern oder der Forstverwaltung nach. Einfach irgendwo Rinde abschälen oder -schneiden, an einem lebenden Baum gar, das geht natürlich gar nicht!
Legen Sie die Rindenstücke dann auf dem Boden so übereinander, dass die Wölbung nach oben zeigt und das Regenwasser gut ablaufen kann. Andersherum würden sich in den Rindenstücken kleine Pfützen bilden. Nehmen Sie große und kleine Stücke, so wie es kommt, dann bilden sich ganz unterschiedlich große Hohlräume und verschiedenartige Lebensräume.
Den Rindenhaufen wird eine ähnliche Tier-WG bewohnen, wie sie in jedes Totholz zieht: Spinnen, Käfer, vielleicht bauen Ameisen ihren Staat darunter. Ein sonniges Plätzchen wäre ideal für diesen kleinen Haufen, gut getarnt im Gras oder Laub, dann nutzen sogar Blindschleichen die Rindenstücke und verbringen dort versteckt, aber mitten im Garten, den Tag. Ebenso Erdkröten oder auch Frösche. Reptilien und Amphibien mögen ihr neues Heim, wenn es nahe an einer Blumenwiese oder einem Staudenbeet und neben der Hecke liegt. Hier sind reichlich Insekten zu erbeuten und das Blumen- und Blätterdach gibt Schutz, wenn die Tiere ihr Rindenhäuschen verlassen, um sich ihr Essen zu holen.
So geht’s auch noch
Fürs große Grundstück und große Mengen: Rundstapel
Ein Rundstapel ist wunderbar geeignet, um große Mengen Holz zu stapeln. Und es sieht toll aus, besonders auf einem großen Grundstück. Prinzipiell gilt das Gleiche wie beim normalen Stapeln: Sie brauchen gleichmäßig groß geschnittenes Holz, einen Unterbau aus Paletten oder Brettern und ein Dach. Die erste Reihe wird dann quer zur Mitte kreisförmig gestapelt, wie die Speichen beim Fahrrad, nur ohne Lücken, sondern dicht an dicht. Wer seinem Augenmaß und Pi mal Daumen nicht traut, kann sich vorher Markierungen mit Sand oder Sägemehl aufstreuen. Darauf aufbauend, arbeiten Sie sich nach oben vor, die Miete sollte sich leicht nach innen neigen, so geben sich die Holzreihen gegenseitigen Halt. Stapeln Sie so, dass in der Mitte ein Hohlraum bleibt. Dort können Sie dann auch noch Holz einfüllen, unordentlich und einfach wie es kommt; ein guter Platz, um schiefe, krumme und kurze Stücke unterzubringen. Sie geben dem Haufen noch zusätzliche Stabilität. Am Schluss kommt das Dach: aus Brettern, Dachpappe, wenn es einfach und schnell sein soll. Bilden Sie das Dach aus Holzscheiten, müssen diese sehr dicht geschichtet werden, damit kein Regenwasser durchkommt: Die erste Schicht vom Dach schichten Sie so, dass sie über den bisherigen Stapel herausragt, wie ein Dachüberstand. Darauf kommt dann die nächste, ein Stück nach hinten versetzt und idealerweise ebenfalls versetzt zu den Scheiten der Schicht darunter: So werden die Lücken jeweils abgedeckt. Die nächste Reihe wird wieder ein Stück weiter hinten angefangen, ebenfalls auf Lücke zu der Reihe darunter. So haben Sie am Ende ein richtiges kleines Dach.
Statt zu stapeln: einfach schütten
Wer sich nicht ans Schichten wagt oder die Arbeit scheut, kann auch große, runde Drahtmieten kaufen. Oder aus Baustahlmatten, Estrichmatten oder stabilem Maschendraht selber formen und mit Draht, Kabelbindern oder speziellen Verschlussschrauben verbinden. Die Mieten müssen auch nicht unbedingt rund sein. In diese großen Körbe kann das Holz einfach hineingeschüttet und nach Bedarf durch eine Lücke am Boden entnommen werden, wie aus einem Spender. Die Lücke schneiden oder zwicken Sie mit der Zange oder dem Bolzenschneider hinein. So groß, dass Sie das Holz herausholen können, aber nicht so groß, dass es von alleine herauspoltert. Eine zusätzliche Idee wäre, das Holz in diesem Drahtkorb dauerhaft als Totholz liegen zu lassen. Und drumherum, mit dem Draht als Halt gebende Rückwand, ordentlich und sauber Brennholz aufzustapeln.
Schichten statt schreddern: Ast- und Reisighaufen
Steckbrief
Material: Strauchschnitt, Reisig, dünne Äste, so viel, wie der Haufen groß werden soll; oder so viel, wie Sie haben. Dicke, innen hohle Stammabschnitte sowie dornige und stachelige Zweige zum Abdecken des Haufens sind ebenfalls wertvolles Baumaterial. Damit er auch im Winter Schutz vor Wind, Wetter und Kälte bietet, sollte er mindestens 2 bis 4 m2Grundfläche haben und eine Höhe von mindestens 1 m.
Wohnlage: Sonnig – oder halbschattig, wenn es für Amphibien sein soll – und windgeschützt. Am besten in der Nähe einer Hecke.
Bewohner: Käfer und Spinnen, Fliegen und Falter, Kleinsäuger wie Spitzmäuse, Amphibien und Reptilien, ein Igel vielleicht und Vögel wie der Zaunkönig. Eichhörnchen finden Reisig für ihre Kobel und suchen vielleicht Unterschlupf bei Gefahr.
Suchen Sie sich zunächst einen passenden Standort aus. Wenn er in der Nähe einer Hecke liegt, ist es für die Tierwelt besonders wertvoll. Kürzen und stutzen Sie Äste und Reisig zunächst einmal auf eine praktikable Länge und auf ein handliches Format.
Bereiten Sie dann den Boden vor: Tragen Sie die Grasnarbe ab, lockern Sie die oberste Erdschicht, schütten Sie am besten noch eine Schicht Hackschnitzel oder Mulch auf. Auch die beim Stutzen angefallenen kleinen Ästchen und Zweiglein können Sie gut als erste Schicht auf den Boden geben. Der klein gehackte Weihnachtsbaum oder die abgeschmückten Zweige vom Osterstrauß finden hier ebenfalls noch ihre Verwendung. Das lockere, leichte Totholz hilft den Erstzersetzern aus dem Boden, den Weg zu den dickeren Stücken zu finden. Auf die Tragschicht häufen Sie dann das Reisig.

Schwalbenschwanz (Papilio machaon)
Die Raupen dieses großen taumelig flatternden Segelfliegers sind grün mit schwarzen, rot gepunkteten Querstreifen. Den Winter verbringen die Tiere als graugrüne Puppe gut versteckt im Laub.
Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)
Hält Winterschlaf, in Holzspalten, unter Blättern, im Gestrüpp oder dichten Gras, deswegen sieht man ihn schon früh im Jahr durch den Garten flattern.
Distelfalter (Vanessa cardui)
Die Zug-Schmetterlinge starten frühlings im sonnigen Süden und legen bei uns die Eier ab. Die Raupen bevorzugen Brennnessel als Nahrungspflanze.

Gemeine Florfliege (Chrysoperla carnea)
Die Elfe unter den Insekten, mit goldenen Augen und eleganten Netzflügeln. Ihre Larven sind kleine Räuber und werden Blattlauslöwen genannt.
Zaunkönig (Troglodytes troglodytes)
Männchen bauen gleich mehrere Nester in unordentlichen Gärten, das Weibchen wählt eins davon und schmückt es aus. Sie leben das ganze Jahr über bei uns.
Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)
Possierlich wie Äffchen turnen sie durchs Geäst, aber so niedlich sind sie nicht. Sie fressen Nüsse und Früchte, aber auch gerne Vogeleier und Küken.
Pulsuz fraqment bitdi.