Kitabı oxu: «Märchenhaftes überall»

Şrift:

Impressum

Copyright: Sonja Pistracher

Jahr: 2022

Auflage 2

ISBN: 978-9-4036-4399-1

Lektorat/ Korrektorat: Ralf Blaschke

Illustrationen: Katja Berndt

Verlagsportal: MEINBESTSELLER.DE

Gedruckt in Deutschland

Das Werk, einschließlich aller seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verfassers unzulässig.

Nachdruck und Vervielfältigung jeder Art, auch auf Bild-, Ton-, Daten- und anderen Trägern, insbesondere Fotokopien, sind (außer zum privaten Gebrauch unter Angabe der Autorin) kommerziell nur nach Absprache mit der Autorin erlaubt und möglich.


Vorwort

Seit ich zurückdenken kann, schwirren mir die abenteuerlichsten Geschichten durch den Kopf, und bereits als Kind im Alter zwischen 8 und 9 Jahren schrieb ich mein erstes Märchen. „Die Zauberhexe” hieß es. Ich durfte es am Muttertag vor vielen Müttern, Omas, Vätern und anderen Kindern vorlesen und hatte das Gefühl, wahrhaftig alle verzaubert zu haben. Dieses Gefühl ist mir bis heute geblieben. Denn immer dann, wenn ich vor Menschen lesen darf, erfüllt mich diese Freude der Erwartung, des Verständnisses und der Faszination in den Augen der Zuhörer.

Vielleicht ist es für euch Kinder, die ihr die Märchen in diesem Buch lesen werdet, ein Ansporn, Gedanken umzusetzen und ihr horcht einmal in euch hinein, ob da nicht auch ein geheimes Depot an Buchstaben ist, das geordnet, aufgeschrieben und erzählt gehört. Es wirkt oft befreiend und erlösend, ein vorhandenes Problem oder aber auch eine Freude über eine Erzählung ans Licht zu holen, um sich damit auseinanderzusetzen.

Als ein sehr fröhlicher, lebensbejahender und positiv eingestellter Mensch, der mit dem Herzen auf sein Gegenüber eingeht und dem die Sorgen und Nöte der Menschen sehr wichtig sind, möchte ich Wegbereiter vor allem für Kinder sein, die ein sehr wichtiger Teil in meinem Leben sind. Kindern und Enkelkindern soll Geborgenheit, Liebe und Vertrauen eine Sicherheit fürs Leben vermitteln. Das ist mein tägliches Ziel. Mit allen Sinnen möchte ich für euch da sein, um diese Welt zu einem Erlebnis zu machen. Sollte es auf diesem Weg Stolpersteine geben, Rückschläge, Negativerfahrungen oder Ängste, dann möchte ich da sein. In diesem Buch wird auf spielerische Art und Weise Hilfe angeboten. Selbst mancher Erwachsene wird sich in den dunklen und hellen Schatten so mancher Zeile wiederfinden, wobei das Ende jeder Geschichte der Anfang für ein befreites Leben in Zukunft sein soll. Das wünsche ich allen, denen ich meine Märchen von Herzen widme.

Inhalt:

Cover

Titel

Impressum

1. Vorwort

2. Die Eisbärfamilie

3. Die vergessenen Namen

4. Das Glück, verschieden zu sein…..

5. Utopie zwischen Himmel und Erde!

6. Marie und ihr Großvater

7. Das verträumte Mädchen

8. Mamuri, der Zwerg

9. Die Eselsbrücken

10. Märchenhaftes im Wald?

11. Das große Weihnachtsmärchen „Das Mädchen und Benjamin“ in 24 Teilen


Die Eisbärfamilie

Es war einmal eine Eisbärmama. Sie lebte ganz hoch im Norden, wo es noch riesige Eisgletscher gibt, wo das Wasser so kalt ist, dass kein Mensch darin baden kann, weil er sonst gleich erfrieren würde. Überall ist Eis und Schnee und die Sonne scheint darauf, ohne dass auch nur eine einzige Schneeflocke davon schmelzen könnte. Die Luft ist klar und der Himmel blau. Das Eis und der Schnee glitzern so sehr im Sonnenlicht, dass die Eisbärmama fast schon eine Sonnenbrille bräuchte.

Die Eisbärmama hat natürlich ein paar Eisbärkinder. Eisbären macht es ja nichts aus, wenn es kalt ist. Im Gegenteil – sie brauchen es sehr kalt. Die Eisbärkinder laufen und rutschen, quietschen und purzeln den ganzen Tag im Schnee herum. Dazwischen sieht man in das glitzernde Eismeer und die Eisbärmama passt ganz genau auf, dass ja keines der Eisbärkinder ins Wasser fällt. Zumindest solange sie noch nicht gut schwimmen können. Aber selbst wenn einmal eines hineinfällt, dann holt sie es mit ihren großen Tatzen sofort wieder heraus. Dann schüttelt sich der kleine Eisbär, dass die Tropfen in alle Windrichtungen davonfliegen und wie Kristalle auf der Schneedecke hängenbleiben.

Der Eisbärpapa ist meistens unterwegs. Er muss für die Familie Fische fangen oder er ist mit Eisbärfreunden schwimmen. Manchmal ist er ganz lange fort. Aber das macht nichts. Die Eisbärmama kann dann in Ruhe Futter suchen, schlafen, spielen und sich um die Kinder kümmern. Der kleinste Eisbär heißt Frostian. Frostian liebt den Schnee, die Kristalle, das Eis und auch das Eiswasser. Manchmal liegt er am Rücken und blinzelt in die Sonne. Dabei entdeckt er die Wolken am Himmel und springt in die Luft, weil er glaubt, sie fangen zu können. Dann überschlägt er sich und macht Purzelbäume. Wenn der Papa wieder einmal da ist, kraxelt er auf seine großen Tatzen und lässt sich herumtragen. Frostian hat aber auch eine Freundin. Er trifft sich jeden Tag mit Pinguna. So heißt die Freundin. Sie ist ein Pinguin. Mama kennt sie fast nicht, denn sie sagt immer “Ach diese Pinguine, so klein und zart, einfach nicht richtig zum Anfassen – und dieses Watscheln! Können einfach nicht gescheit laufen.

Weil sie so stolz sind und nur auf den Hinterbeinen herumwatscheln.” Papa würde Frostian schon verstehen. Vielleicht erzählt er ihm nächstes Mal von seiner Freundin Pinguna.

Manchmal versucht Frostian auch – wie Pinguna – auf den Hinterbeinen zu gehen, aber das ist sehr schwierig für einen Eisbären. Meistens liegt er dann gleich am Rücken, und Pinguna lacht dann so viel, dass sie selber vornüberkippt und auf dem Bauch landet. Darum verstehen sich die beiden so gut. Sie können über alles so herzlich lachen. Pinguna findet es so lustig, dass Frostian fast gleichzeitig traurig und fröhlich sein kann.


Pinguna hat eine sehr liebe Mama. Wenn sie nicht da ist, dann ist ihr Papa da. Pinguna ist nie alleine. Wenn es ganz besonders kalt ist, darf sie sich bei den Eltern vorne in die kleine Bauchtasche hineinkuscheln, und dann schaut von Pinguna nur noch der Schopf heraus. So schläft sie am besten.

Eines nachts – Frostian schläft eng an seine Mama und die Geschwister gekuschelt – gibt es ein fürchterliches Donnergrollen. Als ob etwas Großes zerbrechen würde. Frostian merkt, dass sich unter ihm der Schnee bewegt und piepst angstvoll, während er sich noch enger an seine Mama drückt. Irgendetwas wackelt doch, bewegt sich.

Frostian traut sich nicht, die Augen aufzumachen. Alle anderen schlafen weiter und bemerken nichts. Erst als der Boden unter ihnen gefährlich zu schaukeln beginnt, wird die Eisbärmama munter. Sie setzt sich etwas auf, und ihre Eisbärohren drehen sich in alle Richtungen.

Es ist stockdunkel und man kann nichts erkennen. Es ist aber total ruhig. Langsam steht die Eisbärmama auf.

Als Mama ein paar Schritte macht, schwankt der Boden gefährlich. Ganz langsam begreift auch Frostian, was passiert ist. Er sieht rundherum nur noch Wasser; sie treiben auf einer einsamen Eisscholle und entfernen sich schnell vom vertrauten Land. Die Freundin von Frostian ruft von Weitem: “Frostian, Frostian!!“ Dieser fängt zu weinen an, denn er fürchtet sich vor dem Wasser.

Mama wollte ihm schon öfter das Schwimmen lehren, aber er wollte nie ins Wasser.

Die anderen Geschwister krabbeln nun auch herum und die Eisscholle schaukelt immer mehr. Die Eisbärmama bleibt ganz ruhig und brummt beruhigend vor sich hin. Plötzlich gleitet sie ins Wasser.


Das macht schon einen richtigen Plumpser und die Eisscholle schaukelt ganz wild hin und her. Die kleinen Eisbären können in der Finsternis fast nichts sehen.

Wo ist Mama? Da sehen sie eine Tatze. Mama deutet dem ältesten Kind, auf ihren Rücken zu kraxeln und sich am Fell festzuhalten.

Aufgeregt hüpfen die kleinen Bären herum. Die Eisscholle wackelt dabei bedenklich. Die Eisbärmama brummt etwas streng: „Sitzenbleiben, nicht bewegen; komm mein Großer, steig auf meinen Rücken!“

Kaum ist sie ein paar Meter entfernt, sehen sie die anderen Eisbärkinder nicht mehr.

Alle fangen laut zu schreien an. Das hört man sicherlich bis weit ins Land hinein.

Plötzlich ist Mama wieder da. Das nächste mutige Eisbärbaby klettert zitternd auf Mamas Rücken und schwimmt mit ihr davon. Nacheinander bringt sie alle Eisbärkinder an Land. Nur Frostian sitzt noch zitternd auf der Eisscholle und bewegt sich nicht. Als er dran ist, will er nicht auf Mamas Rücken kraxeln. Er nimmt zwar Anlauf, rutscht aus, kullert an den Rand und schreit fürchterlich. Seine Mama stupst ihn wieder in die Mitte der Eisscholle. Sie ist schon sehr müde. Sie kann unmöglich auf die Eisscholle zu Frostian kraxeln.

Frostian muss sich entscheiden. Das will er aber gar nicht. So sitzt er alleine in der Mitte der Eisscholle, das Gesicht mit den Pfoten bedeckt, zusammengerollt wie ein Wurm und zittert.

Fällt dir dazu jetzt etwas ein? Wie könnte man Frostian helfen?

Was soll er tun?

Was würdest du tun?

Nur wenn dir gar nichts einfällt, dann suche dir aus den drei folgenden Varianten eine aus, die dir am besten gefällt!


Variante 1

Mutter Eisbär taucht unter die Eisscholle, stupst diese ganz fest an, und als der kleine zitternde Frostian ins Wasser fällt, taucht sie unter ihm durch und genau dann auf, dass er auf ihrem Rücken zu liegen kommt. Mama Eisbär hat einen breiten Rücken. Frostian ist so überrascht, dass er sich in seiner Verzweiflung an den Eisbärhaaren von Mama festkrallt, und schon schwimmen sie in Richtung Ufer. Mama Eisbär lässt aber Frostian ein paar Meter vom Ufer entfernt ins Wasser fallen.

Er prustet, spuckt, schreit und schlägt um sich. Mama Eisbär stupst ihn immer wieder an und sagt ganz ruhig: „Benütz deine Pfoten, mach langsame Bewegungen – hör auf zu zappeln!“ Die Stimme von Mama beruhigt Frostian. Er versucht es einmal langsamer und wirklich: Wenn er die Pfoten gleichmäßiger bewegt, dann geht er ja gar nicht gleich unter! Obwohl er natürlich noch immer ziemlich tollpatschig ausschaut, wie er so mit den dicken kleinen Pfoten ins Wasser patscht, könnte man das trotzdem irgendwie „schwimmen“ nennen.

Am Ufer angekommen, schüttelt er sich, hüpft herum und schwärmt, dass er der beste Schwimmer der Welt sei. Mama Eisbär sieht gerade Papa Eisbär kommen und beide schmunzeln, weil sich Frostian überhaupt nicht mehr einkriegt.

Frostian läuft zu seiner Freundin Pinguna. Diese schaut noch immer ganz erschrocken, aber ist total stolz auf Frostian, weil er jetzt schwimmen kann. Und Pinguna sagt, dass Frostian stolz darauf sein kann, so eine starke Mama zu haben, denn ihre Eltern könnten sie nicht so weit im Wasser tragen.

Frostian erzählt nun Papa von seiner Freundin Pinguna, die nicht nur watscheln kann, sondern sich auch so herrlich um ihn Sorgen macht. Genauso, wie sie sich mitfreut, weil ihm nichts passiert ist.

Selbst Mama sieht Pinguna nun mit ganz anderen Augen.

Aus Lebensfreude über diesen wunderbaren Tag schlägt Frostian einen Purzelbaum, rollt sich im Schnee und lässt sich ganz plötzlich ins Wasser fallen, dass alle rundherum bis zu den Ohren hinauf nass sind. Die Wassertropfen bleiben wie kleine glitzernde Sterne an ihrem Fell hängen.



Variante 2

Während die Eisbärmama immer wieder auf Frostian einredet, gleiten vom Ufer Pinguna und alle ihre Verwandten und Freunde ins Wasser. Eine unüberschaubare Zahl von Pinguinen schwimmt auf die Eisscholle zu, auf der Frostian sitzt. Die Eisbärmama merkt es erst, als sie bereits von den durcheinanderschnatternden Pinguinen eingekreist sind.

Verwundert und um Frostian zu verteidigen, will sie alle verscheuchen und hat Angst, dass Frostian von der Eisscholle rutscht, wenn alle Pinguine auf diese hinaufkraxeln würden. Dabei schlägt sie wild um sich und dies schlägt so hohe Wellen, dass die Pinguine wegtauchen müssen, damit sie nicht von den großen Pranken der Eisbärmama erwischt werden. Erst schön langsam merkt diese, dass sich alle Pinguine auf der dem Ufer abgewandten Seite der Eisscholle formieren; die ersten lehnen sich mit dem Rücken an die Eisscholle, die zweite Reihe lehnt sich wiederum mit ihren Rücken an die Bäuche der ersten Reihe und so weiter. Eine richtige Flotte entsteht und die Eisbärmama kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Schön langsam merkt sie, dass diese vielen Pinguine die Eisscholle ans Ufer schieben wollen.

Nur Pinguna ist auf die Eisscholle gekraxelt und beruhigt Frostian. Dabei legt sie ihre kleinen Pinguinflügel auf seinen Kopf und stupst ihn liebevoll an. Frostian schaut vorsichtig zwischen ihren Flügeln hervor und kann es gar nicht fassen, was gerade passiert. Seine Mama hat fast Tränen in den Augen, was man zum Glück wegen des vielen Wassers rundherum nicht erkennen kann. Sie lässt sich ins Wasser plumpsen und verstärkt die Pinguinflotte von der Seite.

Was keiner für möglich gehalten hätte, die Eisscholle bewegt sich zuerst ein bisschen und dann immer noch ein bisschen mehr.

Frostian fühlt sich unglaublich beschützt. Plötzlich geht ein Ruck durch die Eisscholle und diese wird schneller und schneller. Wie ein richtiges Boot rast sie auf das Ufer zu. Die Pinguine geben auf. Und schon wird die Eisscholle über das Ufer hinausgeschoben und bleibt schief wackelnd dort liegen. Da taucht aus dem Wasser ein großer Eisbärkopf auf. Frostian ruft „Papa, Papa!“ Deshalb ging es auf einmal so schnell dahin. Weil der Papa von Frostian unter die Eisscholle geschwommen ist.

Die Eisbärmama sitzt nun ebenfalls erschöpft am Ufer und brummt dauernd „Danke, danke, danke“, während alle Pinguine wieder zu ihren Nist- und Schlafplätzen watscheln. „So was“ sagt die Eisbärmama, „diese Pinguine sind zwar einzeln ohne Kraft, aber miteinander – einfach nicht zu glauben, unglaublich, ich glaube es nicht!“

Erst nach einigen Minuten läuft sie zu Frostian und seinem Papa und drückte beide an ihr zotteliges Fell. Glücklich hört sie sich seine fröhlichen Erlebniserzählungen an, wie er über das Meer gesegelt ist. Pinguna darf ab diesem Tag immer mit Frostian spielen. Und die Eltern erlauben es sogar, dass sie Frostian das Schwimmen noch besser beibringen darf.

Welch schöne Tage im glitzernden schneebedeckten und so klirrend schönen kalten Norden.


Variante 3

Mama Eisbär verlassen die Kräfte, nachdem sie alle anderen Eisbärkinder schon an Land gebracht hatte. Um nicht unterzugehen, muss sie an Land schwimmen. Sie verspricht Frostian, am Morgen gleich wiederzukommen, er solle einfach nur ruhig liegen bleiben.


Frostian ist ganz traurig. Die Eisscholle wird von der Strömung immer weiter aufs offene Meer hinausgetrieben. Da es noch finster ist, merkt das Frostian nicht. Er schläft vor Angst und Erschöpfung ein. Die ersten Sonnenstrahlen wecken ihn wieder. Er sieht nirgends mehr Land. Laut heult er auf. So weit kann seine Mama ja gar nicht mehr schwimmen. Nun ist er ganz allein.

Plötzlich hört er ein Motorengeräusch – was ist das? Vorsichtig dreht er sich im Kreis und entdeckt ein kleines Boot, das genau auf ihn zusteuert. Er möchte sich verstecken, aber das kann er ja nicht. Frostian zittert. Er weiß von Mama, dass er Menschen immer aus dem Weg gehen muss. Aber wie soll er das denn jetzt machen? Er hört eine strenge laute Stimme, die ihn zusätzlich total verschreckt. Die zweite Stimme lacht auch laut und unfreundlich. Frostian rollt sich ein und deckt seinen Kopf mit den Pfoten zu. Aber es hilft nichts. Das Boot mit den zwei Männern kommt immer näher. Er merkt, dass die Eisscholle schaukelt, weil das Boot angestoßen ist. Nun rutscht er ausgerechnet und unweigerlich auf das Boot zu, in dem die zwei Männer sitzen; außerdem spürt er nun ein Seil an seinem Hals und kann sich gar nicht mehr wehren.

Als er aufschaut, sieht er, dass diese Männer Fellhauben auf dem Kopf haben – wahrscheinlich von Eisbären denkt er sich. Frostian jammert fürchterlich vor Angst. Der Motor des Bootes heult auf, ebenso wie Frostian und braust mit ihm davon.

Frostian ruft nach seiner Mama und nach Pinguna. Keiner ist da, der ihm helfen könnte. Als sie dann endlich an Land kommen und Frostian aus dem Boot gezogen, dann gestupst, dann getragen wird, ist er zwar froh, wieder an Land zu sein, aber er will umgehend nach Hause.

Ein kleiner Bub mit einem Wuschelkopf, roten Wangen und großen braunen Augen läuft auf Frostian zu, umarmt ihn, springt herum und möchte, dass Frostian mit ihm spielt. Aber Frostian stellt sich tot. Dabei piepst er allerdings. Der kleine Bub legt sich zu Frostian in den Schnee und umarmt ihn. Das tut schon sehr gut. Der Bub redet auf ihn ein, aber Frostian versteht ja kein Wort. Eigenartige Töne, denkt er sich und will davonlaufen. Aber der kleine Bub hat die Leine in der Hand und daran hängt Frostian fest. Ein paar Leute bringen ihm ein Essen, aber das will Frostian jetzt auch nicht. Er verweigert alles.


Frostian sehnt sich nach seiner Mama, ihrem Geruch, ihrem Fell, und er will nur mehr bei Mama Milch trinken, sonst nichts. Den ganzen Tag über bleibt Frostian liegen und rührt sich nicht.

Auch am nächsten Tag geht das so. Der kleine Bub lacht nicht mehr. Er ist schon ganz traurig. Als es wieder finster wird, kommt plötzlich der kleine Bub zu Frostian gelaufen, flüstert ihm etwas zu und zerrt an dem Seil. Frostian ist schon ganz geschwächt, aber er merkt, dass er jetzt all seine Kräfte zusammennehmen muss. Langsam schlurft er hinter dem Buben her und weiß gar nicht, wo es hingeht. Plötzlich hört er Geschnatter, das immer lauter wird, und auf einmal findet er sich mitten unter vielen Pinguinen wieder. Der kleine Bub strahlt und zieht Frostian weiter. Plötzlich wird Frostian aber ganz steif und still. Denn er hat unter all den Schnatterstimmen eine einzige Stimme herausgehört.


„PINGUNA!“ – „PINGUNA!“,

ruft er, und plötzlich fangen seine Tatzen zu laufen an, dass der kleine Bub nicht mehr mithalten kann. Er gibt Frostian noch schnell einen Kuss auf die Ohren und dann nimmt er dem aufgeregten Frostian das Seil ab.

Frostian überschlägt sich vor Freude, läuft und läuft, bis er mit Pinguna zusammenstößt und beide im Schnee landen. Die Freude ist riesengroß.

Alle anderen Pinguine begleiten nun den kleinen Buben zurück ins Lager seiner Eltern, drehen aber kurz vor deren Häuser wieder um.

Unter Lachen, Umarmen und Erzählen bringt Pinguna Frostian zu seiner Mama, die seit zwei Tagen nach Frostian suchte und mittlerweile auch nichts mehr isst und nur traurig ist.

So eine Wiedersehensfreude – Papa ist auch da und alle freuen sich so sehr darüber, dass Frostian noch lebt, dass Pinguna von Mama Eisbär, von Papa Eisbär und von allen anderen abgebusselt wird. Ein bisschen Angst hat sie dabei schon, denn die Zungen der Eisbären kratzen ganz schön.

Wenn sie nicht gestorben sind, dann leben alle Eisbären noch immer glücklich im nördlichen Eismeer.


Die vergessenen Namen

Es waren einmal drei Kinder. Das Älteste war ein Mädchen mit blondem, feinem, langem Haar, großen blauen Augen, einer kleinen Stupsnase und einem meist sehr ernsten Gesicht, das fragend in die Welt hinausblickte. Das etwas jüngere Kind war ein Bub, der mit seinen großen dunklen Augen und seinem Lachen die Aufmerksamkeit sogleich auf sich zog und durch sein schelmisches Auftreten alle Herzen im Sturm eroberte. Das jüngste Kind war wieder ein Mädchen, mit gutmütigen Augen, einem leicht frechen Zug um den Mund, aber mit einem ans Herz gehenden Leuchten von innen.

Du willst wissen, wie diese drei Kinder heißen? Genau das ist das Problem. Keiner weiß, wie diese drei Kinder heißen. Darum hat das älteste Kind meist ein ernstes Gesicht, darum blicken die großen dunklen Augen des Buben oft sehr traurig und darum überspielt das dritte Mädchen diesen Umstand mit einem frechen Lachen. Den Buben können die Schwestern ja leicht rufen mit „Hallo Bub!“, und er weiß sofort, dass er gemeint ist. Aber wenn das große Mädchen das kleine Mädchen rufen will, dann sagt es meistens „Du, hallo, du!“ und zupft die Schwester am Ärmel. Das mag aber das kleine Mädchen nicht. Sie ruft dann „Lass mich doch, ich will das nicht! Warum haben wir nur keine Namen wie all die anderen Kinder auf dieser Welt? Warum hat man darauf vergessen, uns beim Namen zu nennen? Ich könnte ja Ameli heißen oder Marina oder …..?“


Du willst auch wissen, wo denn die Mama und der Papa von den drei Kindern sind? Die sind eh zu Hause. Mama ruft immer „Butzilein!“, wenn sie das kleine Mädchen meint. Papa ruft „Mein Baby“! Wenn sie den Buben rufen, dann heißt es immer „Hallo kleine Nuss!“ oder „Lustiger, zeig uns, was du kannst!“ Ganz schlimm ist es aber bei der Großen. Du willst wissen, wie sie zu ihr sagen? „Große – das musst du verstehen“, „Große – du musst nachgeben“ und so weiter. Wo sind nur die Namen geblieben? Irgendwann haben auch Papa und Mama vergessen, welche Namen ihre Kinder wirklich haben. Dabei haben sie ihre Kinder so lieb. Sie machen sich nichts daraus, dass sie die Namen nicht mehr wissen. Es geht ja auch so. Und sie können sich jeden Tag neue Kosewörter ausdenken.


Das große Mädchen nimmt die beiden Kleinen – denen Tränen über die Wangen kullern – in den Arm und drückt sie ganz fest. Sie denkt intensiv nach, was sie nur tun könnte. Sie haben ja schon einen Brief an das Christkind geschrieben, aber das hat letztes Jahr leider auch nichts gebracht. Vielleicht wüsste Oma noch, wie sie heißen. Aber sie ist leider vor ein paar Jahren gestorben und im Himmel.

Über all das denkt das große Mädchen nach, und jetzt rinnen auch ihr ein paar Tränen über das ernste Gesicht. Ihre Tränen tropfen auf die Köpfe von den zwei kleinen Kindern, die inzwischen auf ihrem Schoß eingeschlafen sind.

Weißt du auch, dass der liebe Gott über alle Menschen wacht und über kleine Kinder ganz besonders? Bis jetzt hat er völlig übersehen, dass es diese drei traurigen Kinder auf der Erde gibt. Er hat ja so viel zu tun. Dauernd passiert auf der Erde etwas und er muss dann schnell retten, aufhalten, beruhigen, horchen, lieben, drücken, organisieren. Und wenn er einmal zu spät kommt, dann holt er sich diese Menschen in den Himmel und richtet ihnen ein schönes Zuhause ein. Jedes Zuhause hat ein Fenster auf die Erde hinunter und all diese Himmelsmenschen bekommen eine besondere Eigenschaft. Sie können auf ihre zurückgebliebene Familie und ihre Freunde aufpassen.

Die Oma der drei Kinder ist auch im Himmel. Sie schaut aber fast nie aus dem Fenster, weil sie für die Engel Decken und Tischtücher häkelt, die Flügel immer neu erstrahlen lässt und allen im Himmel hilft. Nur heute sitzt sie am Fenster und ist sehr nachdenklich. Sie spürt, dass sie einmal auf die Erde blicken sollte. Oma öffnet das Fenster ganz weit und schaut auf die Welt hinunter. Zu ihrer Freude entdeckt sie sofort ihre Enkelkinder, wie sie auf der Stiege vor dem Haus sitzen. Die beiden Kleinen dürften am Schoß der Großen schlafen. Die Oma lächelt. Im nächsten Moment fallen der Oma große salzige Tropfen auf den Kopf. Oma zieht sofort den Kopf zurück ins Zimmer, aber das Fenster lässt sich nicht mehr schließen. Auch im Zimmer hängen überall Tropfen. Von der Lampe, vom Bettrand, am Sessel, vom Tisch. Oma schaut sich die Tropfen ganz genau an, kostet und erkennt, dass es die Tränen ihrer Enkelkinder sind.

Entsetzt läuft sie wieder zum Fenster und beim genauen Hinsehen auf die Erde erkennt sie, dass alle drei Enkelkinder weinen. Oma fragt die Tränen „Was ist denn los – warum sind meine Enkelkinder so traurig?“ Sofort erfährt sie, dass auf der Erde die Namen der drei Kinder vergessen wurden, weil sie durch Kosenamen ersetzt wurden. Oma weiß natürlich die Namen noch, aber wie soll sie diese den Kindern denn sagen? Sie kann ja nicht auf die Erde zurück. Schnell schickt Oma einen Engel zum lieben Gott, damit er ihr hilft. Und schon steht der liebe Gott im Zimmer von Oma und fragt, was denn los sei.

Oma zeigt aus dem Fenster und erzählt ihm die Sorgen ihrer Enkelkinder. Der liebe Gott sagt: „Da müssen wir ja sofort etwas unternehmen und ich weiß auch schon, was!“


Am Weihnachtsabend sind die drei Kinder aufgeregt. Die Große hofft noch immer auf ein Wunder. Als endlich die Glocke läutet, die Türe aufgeht und der Christbaum erleuchtet vor ihnen steht, schauen alle drei Kinder wie gebannt auf einen eingerollten Zettel, der an der Spitze des Christbaums flattert. Die Eltern schauen sich fragend und verwundert an, und der Papa nimmt den Zettel in seine Hände und liest:


ALINA fängt zu lachen an und drückt ihre Geschwister ganz fest. Klaus ruft immer wieder „Ich heiße KLAUS und habe zwei Schwestern, die LARA und ALINA heißen!“ ALINA hüpft herum und singt „Alina, Lara, Klaus – wohnen in diesem Haus!“

Mama und Papa fallen einander überglücklich in die Arme und freuen sich ebenso. „So ein Wunder, so ein Wunder“. Als keiner bemerkt, dass die Haustüre offen steht, läuft Lara hinaus, blickt zum Himmel und kann sofort zwischen den Wolken ein Leuchten wie aus einem Fenster erkennen. Aus diesem Wolkenfenster blickt ihr direkt Oma mit einem verschmitzten Lächeln entgegen. Hinter Oma steht ein Mann mit einem langen weißen Bart und dreht sich langsam zu Lara um. Lara reibt sich die Augen und als sie wieder zum Himmel blickt, kann sie nur noch einen leuchtenden Stern erkennen, der – das kann doch nicht wahr sein – soeben gezwinkert hat.


Das Glück, verschieden zu sein ...

Es waren einmal zwei Kinder. Und so, wie es bei Kindern eben ist, waren sie sich zwar vom Äußeren ähnlich, aber im Inneren waren sie total verschieden. Zumindest schien das so.

Das ältere Kind war ruhig, außergewöhnlich begabt, fleißig und vor allem sehr sehr ordentlich. Das jüngere Kind war aufgeweckt, lustig, frech, immer zu Späßen aufgelegt, und die Augen blinzelten immer irgendwie verräterisch und warteten auf neue Abenteuer. Natürlich war diesem Kind nicht wichtig, ob das Gewand auf einem Stoß lag oder ob die Brösel beim Essen auf den Boden fielen. Oder ob vielleicht gar ein paar Brösel sich ins Schulheft verirrten. Nebensächlichkeiten wie zusammenräumen, Ordnung halten oder pünktlich sein, waren dem jüngeren Kind einfach fremd. Das Leben bot doch so viel Abwechslung für viel wichtigere Dinge! Dabei genoss es jede Minute, konnte herzlich lachen, auch ohne Grund. Ihm fielen immer die verrücktesten Dinge ein, die es alle hintereinander in die Tat umsetzen wollte.

Wie zum Beispiel eines Tages die ganze Wohnung mit „Laserstrahlen“ zu versehen. Dazu wurden Mutters Wollreste abgewickelt und der ganze Gang von Türschnalle zum Wandhaken, vom Schrankschloss zum Beleuchtungskörper, über den Zeitungsständer zur Zimmervase miteinander verbunden. Dann musste man geschickt und ohne die Schnüre zu berühren, von der Küche ins Wohnzimmer gelangen, wo allerdings die nächsten Hindernisse aufgebaut waren. Das ältere Mädchen sah mit Schreck, wie die Vase zu wackeln anfing und die Türschnalle die Tür in Bewegung setzte, sodass durch die geöffneten Türen ein Windstoß alle Papiere im Büro vom Schreibtisch fegte, die Katze aus dem Körbchen aufscheuchte und sie mit einem Satz auf den Schrank springen ließ. Dort wiederum verwickelte sie sich in ein Wollknäuel, welches von der Decke hing, und schon breitete sich ein Chaos aus, sodass das große Mädchen sich das Gesicht mit beiden Händen bedeckte, um nicht mehr sehen zu müssen, was noch alles passierte.


Das jüngere Mädchen sah das alles nicht; sprang und schlüpfte, robbte und überschlug sich zwischen den Schnüren und war über jedes mehr oder weniger gelungene Erreichen des anderen Endes des Korridors so beglückt, dass sie tanzte und lachte. Selbst als sie sich mit einem gewaltigen Sprung vor der letzten Laserbestrahlung ins Büro retten musste und auf dem auf dem Boden liegenden Papier keinen Halt fand, die Schreibtischlampe auf den Boden mitriss, an der sie sich gerade noch anhalten hatte wollen, entwich ihr nur ein vergnügliches „Hoppala“ und schon war sie wieder auf den Beinen.


Erst das Klopfen an der Türe ließ sie innehalten. Nun entdeckte sie ihre Schwester, die – den Tränen nahe – in einer Ecke kauerte. Ganz schnell, ohne es wirklich wahrzunehmen, erkannte sie aber in den Augen ihrer großen Schwester ein kleines Feuer, das diesem Treiben ein ganz klein wenig abgewinnen wollte. Darin lag eine Sehnsucht, die im nächsten Moment nicht mehr zu sehen war.

Das Klopfen an der Tür wurde lauter, und die Mutter und der Vater riefen laut: „Was ist denn los, lasst uns doch hinein, der Schlüssel steckt von innen, wir können nicht hinein!“


Beide Kinder erkannten unmittelbar die Gefahr, die davon ausging, wenn man die Türe tatsächlich öffnen sollte. Der Schlüssel, der im Schloss steckte, war der Ausgangspunkt für diese Lasershow. Ganz abgesehen davon, dass durch die straff gespannte Wolle die Tür wahrscheinlich gar nicht aufging. Das ältere Mädchen fing an zu stottern: „Mama, Papa, ich weiß nicht, ich kann den Schlüssel nicht abziehen, er steckt irgendwie fest.“ Dabei bemühte es sich schon eifrig, alle Schnüre einzusammeln, holte eine Schere und arbeitete wie besessen, um das große Chaos zumindest in ein kleines Chaos zu verwandeln.


Die jüngere Schwester schaute sie nun dankbar an und begann ebenfalls – ganz gegen ihre Gewohnheit – mit Eifer und ungewöhnlichem Einsatz zu rennen, zusammenzuklauben, aufzurichten, wegzuwerfen und den schnell und leise gesprochenen Anweisungen der älteren Schwester auf den Punkt genau zu folgen. Die ältere Schwester war nun absolut in ihrem Element – präzise, genau, flink, ohne nachdenken zu müssen und unter Einsatz aller Kräfte, die ein Notfall nun einmal freisetzt, kam ihr Perfektionismus zum Tragen. Genauso wie vorher die kleine Schwester lustvoll im Chaos regiert hatte, kam jetzt die ältere Schwester auf ihre Kosten. Der Druck der wartenden Eltern war natürlich schon sehr beflügelnd. Sie fand aber zwischen den einzelnen Reparatur-Turnübungen, während sie vom Mistkübel zum Büro, von der Leiter zur Vorzimmervitrine balancierte, noch tröstende Worte für die Eltern, gab mit Handbewegungen und ihrer Körpersprache jede Anweisung an die jüngere Schwester weiter, die mit Achselzucken und Bewunderung dankbar die Hilfe annahm. Diese fand Gefallen daran, in dieser Gemeinsamkeit den Vorwürfen zu entgehen, die zweifellos ein Übermaß an Frust ausgelöst hätten, würden die Eltern ihr Zuhause noch vor 8 Minuten gesehen haben.


So aber öffnete die ältere Schwester die Tür. Die überraschten, sorgenden Eltern untersuchten zuerst die Kinder, ob es ihnen gut ginge. Der Vater inspizierte das Türschloss, das jeden Test anstandslos bestand, und ein Gefühl der Erleichterung und Verbundenheit legte sich über die Gemüter der beiden Kinder. Als der Vater die letzten Wollreste aus dem Türschloss zog und die Mutter den verschreckten Kater vom Kasten holte, spürte man fast körperlich die Fragen, die sie nicht stellten.

Vorsichtig wurden alle Räume beäugt und gegenseitige Blicke getauscht; die beiden Geschwister standen im Vorzimmer und in ihren Augen konnte man dieses einzigartig glückliche Leuchten sehen, welches Vertrauen, Verbundenheit, Sieg und Stolz vereinigte und sie zu zwei gar nicht mehr unterschiedlichen Kindern machte.



Utopie zwischen Himmel und Erde!

Stell dir ein Land vor, in dem die Menschen bereits viel weiter entwickelt sind als jetzt. Jeder Mensch in diesem Land kann allein durch Tragen von Sensoren fliegen, indem er sich einfach vom Erdboden abstößt. Durch Gleichgewichtsmodule, die in die Sensoren eingebaut sind, übernimmt das Gehirn die Steuerung durch Konzentration. Durch das Denken allein ist es einem möglich, zu fliegen. Es ist allerdings sehr schwierig, seine Gedanken nicht abgleiten zu lassen auf banale Fragen wie „Habe ich Hunger?“ oder „Was mache ich heute Nachmittag?“ oder „Wo habe ich mein Handy hingelegt?“ Die Gedanken müssen andauernd beim Fliegen sein, beim Gedanken, wie steige ich hoch, wie bringe ich mich in die Waagrechte, wie schnell will ich fliegen, also reine Konzentration nur auf das Thema Fliegen. Dabei gibt es natürlich viele Probleme, wie du dir vorstellen kannst. Zum Ersten sind wir Menschen ja immer gleich verkühlt, wenn uns ein Wind anbläst. Nun steigen wir aber von der gewohnten Erdwärme relativ rasch in kühlere Luftschichten auf; der Wind kann uns viel mehr durchschütteln und bläst uns die Tränen in die Augen. Jeder hätte sofort eine Verkühlung, wenn da nicht die jederzeit griffbereite Thermoschutzhülle wäre.

Kurz: TS-Hülle. Für jeden Menschen wird diese TS-Hülle speziell auf seine Bedürfnisse abgestimmt und die Hülle hat man im Kleinformat zusammengelegt immer bei sich – wie sein Handy. Steigt man also hoch, nimmt man die TS-Hülle zur Hand, faltet sie auf, zieht sie über den Kopf wie einen dünnen Gummianzug, und schon machen einem Temperaturunterschiede nichts mehr aus. Selbstverständlich ist die TS-Hülle sofort wirksam, sobald sie übergestreift worden ist und bedeckt auch das Gesicht und die Hände, ohne zu behindern, einfach wie eine zweite Haut.

Natürlich kann nicht jeder gleich fliegen – einfach so. Man muss es lernen und da sich nicht jeder Mensch wirklich gut konzentrieren kann, dürfen manche Menschen gar nicht fliegen – vor allem Kinder dürfen erst ab 10 Jahren die ersten Übungen machen. Und erst ab 12 Jahren darf man alleine fliegen. Manche Menschen dürfen immer nur unter Aufsicht und andere wieder dürfen immer fliegen, so oft sie wollen, weil sie schon alle Prüfungen abgelegt haben.

In dieser Zeit lebt in einer großen Wohnung direkt unter dem Dach eines Wolkenkratzers die Familie Belanio. Diese Familie ist schon etwas Besonderes.

Vater Belanio ist ein sehr großer ernster Mann, der ein sehr markantes, aber herzliches Gesicht hat und immer bemüht ist, alles korrekt und ordentlich zu erledigen. Er arbeitet in der Firma, welche die TS-Hüllen herstellt.

Mutter Belanio ist eine sehr fröhliche Frau, die gerne lacht und sich der Sorgen der Menschen annimmt. Ihr Gesicht ist mit Lachfalten übersät und ihre Augen strahlen bei allem, was sie tut.

In der Familie Belanio gibt es 4 Kinder, wobei immer ein Kind genau einen Kopf größer ist als das vorherige. Keiner weiß, wie das zustande gekommen ist, aber es ist einfach so. Wenn sie sich unter die Bodenstiege stellen, passen sie haarscharf der Größe nach darunter, und jeder berührt die Stiege mit dem Kopf. In der Schule vermeiden sie es, in dieser Reihenfolge nebeneinander zu stehen, denn sie werden sofort gehänselt: „Die Riege mit der Stiege“! Das wollen sie überhaupt nicht. Sie ärgern sich darüber und laufen jedes Mal sofort auseinander.

Der Kleinste ist gerade 5 Jahre und heißt Flavo, der Zweitjüngste ist 8 Jahre und heißt Walli, das zweitälteste Kind ist ein Mädchen mit dem Namen Ottava und ist 11 Jahre alt. Dann gibt es noch das älteste Kind, Priva, ebenfalls ein Mädchen, welches bereits 14 Jahre alt ist.

Der Vater der Familie Belanio ist ein hervorragender Flieger. Wenn er sein ernstes Gesicht aufsetzt, seine Gedanken ordnet und sich auf das Fliegen konzentriert, dann kann das sofort jeder erkennen und man weicht automatisch zur Seite; denn er hebt so schnell ab, dass er Staub aufwirbelt, während er bereits emporschießt und immer schneller werdend bald nicht mehr zu sehen ist.


Der viele Verkehr in der Luft ist ein Problem. Zu Stoßzeiten fast schon unerträglich. Man muss dann aufpassen, dass man mit anderen Menschen nicht zusammenstößt, herumgewirbelt wird, weil einer nicht aufgepasst hat und man muss sich sehr konzentrieren und sofort nur ans Fliegen denken. Wenn man sich noch ärgert und überlegt, was man dem anderen alles antun möchte, dann sackt man sofort gefährlich ab. Viele sind deshalb schon unsanft am Boden gelandet.

In der Thermoschutzhüllen-Firma ist gerade um die Weihnachtszeit sehr viel zu tun. Jeder will eine neue TS-Hülle verschenken oder sich kaufen. Vater Belanio kommt jeden Tag später nach Hause, weil sie nie fertig werden. Es müssen nun die TS-Hüllen gemeinsam mit den Sensoren verpackt werden. Als Geschenkpakete für das Christkind.

Berge von Sensoren werden jeden Tag in die Firma von Papa Belanio geliefert. Diese müssen überprüft, staubfrei zu den TS-Hüllen gegeben und mit Geschenkpapier eingepackt werden. Da aber die TS-Hüllen erst hergestellt werden müssen, wird die Arbeit jeden Tag mehr. Mutter Belanio jammert beim Keksebacken so vor sich hin, dass diese Weihnachtsfeiertage ohne ihren Mann schrecklich seien. Das hört Herr Belanio eines Tages und will sich bemühen, wieder früher nach Hause zu kommen. Dafür will er sich aber Arbeit von der Firma nach Hause mitnehmen. Mutter Belanio freut sich sehr und verspricht, ihrem Mann beim Verpacken zu helfen.

Gesagt – getan. Nachdem alle Bewilligungen dafür eingeholt worden sind, kommt Vater Belanio am nächsten Wochenende mit dem Auto – voll angefüllt mit TS-Hüllen und Sensoren, vielen Bögen Geschenkpapier und Bändern – nach Hause. Gemeinsam tragen alle die großen bis zum Rand bepackten Schachteln ins Haus. Die Kinder helfen alle mit. Klein Flavo und Walli dürfen die Schachteln mit den Sensoren tragen, weil diese nicht schwer sind. Sehnsüchtig schauen beide auf diese Wunderdinger. Sie selbst dürfen ja noch nicht fliegen, aber sie freuen sich schon sehr darauf.

Wenn so viele Leute hinein- und hinausgehen, dann kann es schon passieren, dass man zusammenstößt. Und genauso passiert es. Mutter Belanio und Walli stolpern über die Schachteln. Schon liegen die Sensoren vermischt mit den TS-Hüllen verstreut über alle Stufen. Mutter Belanio bemüht sich sofort, alle Teile wieder einzuräumen. Doch Flavo, der hinter ihnen hergegangen war, entdeckt einen kleinen Sensor, der ins Gebüsch geflogen ist. Er überlegt. Als alle im Haus sind, stellt er seine Schachtel ab, die er gerade in den Händen hält, und läuft zum Strauch. Im gleichen Moment kommt Vater Belanio aus dem Haus. Flavo rüttelt ganz schnell am Strauch, sodass der Sensor nicht mehr zu sehen ist. Vater Belanio meint noch „Na Flavo, du willst wohl schon wieder lieber spielen als zu helfen. Ich nehme deine Schachtel gleich mit – es war eh die letzte.“ Und schon verschwindet er im Haus.

Walli kommt gerade heraus, und weil nichts mehr zum Hineintragen da ist, läuft er zu Flavo. „Was ist los Flavo? Warum kommst du nicht hinein. Ist doch spannend?“ Flavo weiß nicht, was er machen soll und stottert ein wenig herum, rührt sich aber nicht vom Fleck. Walli will ihn an der Hand nehmen und wegziehen, aber Flavo bleibt wie angewurzelt stehen.


Das kommt selbst Walli etwas seltsam vor. Inzwischen flüstert Flavo ganz leise „Ich habe einen S……“. „Was hast du“ flüstert Walli zurück. „Warum flüstern wir und was redest du denn?“ Flavo drückt vorsichtig die Zweige des Busches zur Seite, und Walli sieht zu seinem Erstaunen einen Sensor zwischen dem Geäst herausblitzen. „WAAAS, du hast einen S…..gest…..?“ „Nein“ flüstert Flavo, „der ist zufällig vorhin bei eurem Zusammenstoß da hineingefallen!“

Beide schauen den Sensor an wie ein Geheimnis des Jahrhunderts, und dann schauen sie sich wieder gegenseitig an. Es sieht fast so aus, als ob sie das Gleiche denken. Beide schauen aufgeregt zur Eingangstür, aber da tut sich nichts. Flavo fasst sich Mut, und mit einer schnellen Bewegung hat er den Sensor aus den Zweigen hervorgezogen. Seine Faust umschließt diesen Schatz so fest, dass die Knöchel ganz weiß werden. Walli ergreift sofort mit beiden Händen die Faust von Flavo und drückt fest zu. Flavo schreit auf, sodass Walli wieder loslässt.


Mit bedeutungsvollen Gesichtern und immer nach allen Richtungen spähend gehen sie nun hinter das Haus. Die letzten Meter zu ihrem Baumhaus laufen sie, so schnell sie können. Sofort wird über die Stiegen nach oben gekraxelt und schon sind sie in Sicherheit. Der Sensor wird nun in die Mitte auf den Tisch gelegt und fürs Erste von allen Seiten betrachtet. Sie haben ihn ja schon bei Papa am Ohr gesehen, aber noch niemals hatten sie einen in der Hand. Kein Kind unter 10 Jahren darf das. Glückstrahlend, siegessicher, aufgeregt, aber doch verunsichert schauen sich die beiden an. Walli fasst sich als Erster wieder und fragt erschrocken: „Aber wenn wir keine TS-Hülle haben?“ Flavo fragt entsetzt: „Willst du vielleicht wirklich fliegen?“ „Na, wozu hast du ihn denn dann versteckt, klar will ich fliegen.“ „Das dürfen wir aber nicht – was da alles passieren kann!“ „Ach was – ich hab schon so oft zugeschaut, und außerdem ist es sicher ganz leicht.

Fragend, mutig und mit Herzklopfen sitzen sie nun eine Weile schweigend nebeneinander. Walli meint schließlich, dass er jetzt ins Haus gehen und versuchen wird, an eine TS-Hülle zu kommen. Flavo soll inzwischen auf den Sensor aufpassen, aber ihn ja nicht aufs Ohr stecken!!!!

So bleibt Flavo alleine mit dieser Versuchung im Baumhaus zurück.

Als Walli schon eine kleine Weile weg ist, nimmt Flavo den Sensor in die Hand, schaut sich die Halterung an, steckt den Sender zuerst auf seinen Hemdkragen. Die Halterung schnappt jedes Mal laut ein, sodass er sich schreckt. Dann denkt er sich, er könne den Sensor ja nur ein Mal ganz kurz aufs Ohr stecken, nur ganz kurz und dabei darf er halt einfach nicht ans Fliegen denken! Denn nein, fliegen will er wirklich nicht. Nur das Gefühl spüren, wenn der Sensor mit dem Gehirn Verbindung aufnimmt. Das müsste schon toll sein.

Mit leicht zitternden Händen öffnet er die Halterung und stülpt sie über den oberen Ohrrand. Nun muss er sie nur noch zudrücken. Das Herz von Flavo klopft ganz laut, und er denkt immer nur: „Nicht ans Fliegen denken, nur nicht ans Fliegen denken.“ Und schon drückt er zusammen. Dabei denkt er gar nicht ans Fliegen, nein, nicht ans Fliegen, ans Fliegen ……..Oh nein, schon heben seine kleinen Füße vom Boden ab. Er kann gerade noch den Kopf beim Baumfenster hinaushalten, als es ihn schon in die Höhe drückt und ganz schnell sausen ihm die Gedanken durch den Kopf „Ich muss lenken!“ Er fliegt nun schon über dem Baumwipfel des Baumhauses und sieht gerade noch Walli aus dem Haus heraus laufen. Kaum denkt er aber an Walli, stürzt er gleich ein Stück hinunter. Er dreht sich um die eigene Achse. Als er sofort wieder ans „Fliegen“ denkt, zieht es ihn nach oben. Er merkt nun, wenn er die linke Hand nach links ausstreckt, dann fliegt er nach links. Das versucht er gleich auch mit rechts. Funktioniert auch. Bei Papa hat er manchmal gesehen, dass er die Füße ausstreckt und wieder anzieht. Das wird sofort ausprobiert. Oh nein, sofort verdoppelt sich die Geschwindigkeit, und oberhalb von ihm sieht er nun schon die anderen erwachsenen Fliegermenschen.

Flavo bemerkt, dass ihm unendlich kalt wird – die Nase ist schon eiskalt und die Ohrenspitzen auch. Die Hände möchte er am liebsten einstecken, aber als er das versucht, wird er noch schneller. Ja, was ist denn das? Flavo weiß viel zu wenig über das Fliegen. Er schaut hinunter auf die Erde und schon wird ihm ganz schlecht. Ihm ist schwindlig und er weiß nicht, wie er je heil wieder hinunterkommt, ohne wie ein Stein abzustürzen.

Hochzusteigen ist kein Problem, aber wie kommt man wieder hinunter? Oje – zwei fliegende Mädchen kommen direkt auf ihn zu. Er kann gar nicht schnell genug die Hände aus den Hosentaschen nehmen. Schon kracht es fürchterlich.


Flavo purzelt ganz benommen wie bei Purzelbäumen immer um die eigene Achse drehend nach unten. Er weiß nicht mehr, wo oben oder unten ist. Aus Angst vergisst er dabei, ans Fliegen zu denken. „Nicht abstürzen – bitte – was mache ich nur – mein Kopf“. Er rudert mit den Händen, aber nichts funktioniert mehr. Schon streift er einen Rauchfang und bleibt mit dem Fuß fast hängen. „Au!“ ruft er verzweifelt. Dabei kann er schon gar nichts mehr sehen, weil ihm der Fahrtwind die Tränen in die Augen treibt. Und ich bin mir gar nicht mehr sicher, ob es tatsächlich nur Fahrtwindtränen sind. Dazwischen denkt er verzweifelt „Ich fliege hinunter!“ und schon steigt er wieder. Kaum denkt er aber an Walli und die Eltern, sackt er wieder ab und kriegt die Panik. Es ist so schwer, immer nur einen Gedanken im Kopf zu haben. Vor allem, wenn einem dauernd etwas zustößt. Und schon kann er mit letzter Kraft einem Strommasten ausweichen, weil er wieder viel zu tief fliegt. Dabei hat er die Füße nach vorne gerissen und mit dem Hosenboden noch knapp die Stromleitung gestreift.


Aber nun merkt er, wenn er die Füße nach vorne schwingt, dass er viel langsamer wird und richtig gemütlich segeln kann. Ach ja, das wird es sein. „Ich muss die Hände nach unten geben, dann steige ich und wenn ich die Füße nach vor schwinge, dann sinke ich. Wenn ich die Füße aber in die Hocke anziehe und wieder ausstrecke, dann schieße ich in die Höhe.“ Flavo konzentriert sich so sehr auf diese Flugübungen, dass er natürlich auf die anderen Fliegermenschen nicht mehr achtet. Kaum glaubt er, etwas zu können, streift er einen anderen Flieger, purzelt, überschlägt sich und hat zu tun, dass er wieder in eine angenehme Stellung kommt, ohne ernsthaft abzustürzen.

Außerdem ist ihm jetzt schon so kalt, dass er kaum noch die Arme und Füße bewegen kann. Die Ohren spürt er gar nicht mehr, und irgendwie hat er das Gefühl, als ob er gar kein Gewand anhätte. Der Wind bläst ihn richtig durch, und er will nur noch eines: nach Hause. Wie er so den Gedanken nachhängt, geht es steil bergab. Der Sensor bekommt einfach keine Befehle, und so übersieht er ein Hochhaus und prallt mit voller Wucht gegen die Mauer des obersten Stockwerkes. Gleich unterhalb ist ein Fenster – er rutscht, kann sich kurz an einer SAT-Schüssel anhalten, diese biegt sich, er rutscht weiter ab und zu allem Wahnsinn kommt noch, dass der Sensor Flavo vom Ohr gerissen wird. Er fällt mit einem Klirren auf das Fensterbrett, an dem er sich mit den Fingerspitzen gerade noch festhalten kann, bevor er abstürzt. Aber wie lange kann er das? Er spürt seine Finger ja gar nicht mehr.

Verzweifelt ruft er laut um Hilfe. Gerade als seine Finger ganz langsam über den Rand des Fensterbretts rutschen, hört er eine vertraute Stimme unter sich. Er kann aber nicht hinunterschauen, denn jeden Moment kann er in die Tiefe stürzen. Er ruft nach Walli, nach Papa und Mama und ist völlig verzweifelt. Und dann ist es so weit, dass ihn die letzte Kraft verlässt und er stürzt in die Tiefe.


So schnell wie es jetzt bergab geht, ist er noch nie geflogen. Er hat die Augen fest geschlossen und sein Schreien übertönt alles um ihn her. Er wartet auf den Aufprall, der jetzt unweigerlich gleich kommen muss. Doch warum hat er plötzlich das Gefühl, nicht hinunter, sondern seitlich zu stürzen? Hat er sich gedreht? Er kann die Augen aber nicht aufmachen. Seine Füße spürt er nicht mehr. Und genau deshalb bemerkt und sieht er nicht, dass er gar nicht mehr abstürzt, nein, er fliegt, getragen von Papa Belanio. Dieser macht ein noch ernsteres Gesicht als sonst. Begleitet wird er von Mama Belanio. Was er noch nicht weiß, dass die Schwestern und Walli bereits nach dem Sensor suchen, der ihm vom Ohr gerissen wurde.

Erst als Flavo spürt, dass ihm wärmer wird, dass alles auf einmal so leicht ist, dass er nicht mehr purzelt, auch wenn er nicht an „fliegen“ denkt, wagt er es, ein Auge zu öffnen und dann das andere. Er hat eine TS-Hülle an. Deshalb ist ihm so warm, und vor ihm steht Walli und jubelt „Komm, jetzt können wir endlich fliegen. Probier du den Sensor als Erster aus!“ Flavo schaut sich um – warum sitzt er denn im Baumhaus? Er reisst sich die TS-Hülle und den Sensor herunter, den Walli ihm gerade am Ohr befestigen will. Er schmeißt ihn im hohen Bogen aus dem Baumhaus hinaus, direkt beim gekippten Klofenster hinein ins Haus. „Nein, nein, nein – ich will nicht mehr fliegen – nie mehr, nie mehr“ ruft er. Unter den erstaunten Blicken von Walli kraxelt er vom Baumhaus hinunter und läuft ins Haus.

Was war das denn? Walli schaut ihm verdutzt nach. Er war doch nur ein paar Minuten weg. Entmutigt packt er die TS-Hülle unter seine Jacke, trägt sie ins Haus und legt sie in eine Schachtel zurück, als gerade keiner hinschaut.

Als am Abend Vater Belanio bemerkt, dass ein Sensor fehlt, suchen Mama und Papa alles ab. Verwundert findet Mama den Sensor am Boden im WC. „Wie kommt der denn hierher? – Wird sich vielleicht in meiner Schürze verfangen haben“ denkt sie sich.

Wie gut ist es doch, dass kleine Kinder – vor allem wenn sie aufgeregt sind – manchmal so schnell einschlafen können und dann Träume haben, die von der Wirklichkeit nicht zu unterscheiden sind.


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