Kitabı oxu: «Das Versprechen - 4»

Şrift:

Steffen Jacobsen

Das Versprechen - 4

Übersetzt

Maike Dörries

Aus dem Dänischen

von Maike Dörries

Saga

Das Versprechen - 4 ÜbersetztMaike Dörries

Original

Løftet - del 4

Coverbild / Illustration: Shutterstock

Copyright © 2019, 2020 Steffen Jacobsen und SAGA Egmont

All rights reserved

ISBN: 9788726456011

1. Ebook-Auflage, 2020

Format: EPUB 2.0

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IV

Nina träumte, dass sie von einem großen, merkwürdigen Tier angefallen wurde. Von einem Tiger mit Bärenkopf. Er hatte seine Kiefer um ihren einen Arm geschlossen und wollte ihn gerade abreißen.

„Weg“, murmelte sie. „Lass los!“

„Nina!“

Sie schlug die Augen auf. Die Erleichterung, nicht von einem Fabeltier zerfetzt zu werden, wurde blitzschnell von der Wut auf das helle Deckenlicht und auf Klara abgelöst, die ihren Arm schüttelte.

Sie setzte sich auf und befreite ihren Arm.

„Was zum Teufel ist hier los?“

Klara war blass, ihre Pupillen geweitet. Alexanders Gesicht tauchte in der Tür auf.

„Es geht um Victoria. Ich mache mir schreckliche Sorgen, Nina.“

Nina warf Alexander einen Blick zu, der ernst nickte.

„Wie spät ist es?“

„Halb vier. Sie hätte vor zwei Stunden von einer Schulparty zu Hause sein sollen. Normalerweise hält sie sich an solche Absprachen.“

Nina seufzte.

„Jugendliche, eben. Vielleicht hatte sie Spaß und hat deswegen ausnahmsweise mal die Zeit vergessen. Wir sind früher nie vor Morgengrauen von Partys nach Hause gekommen, Klara!“

Alexander musterte seine Mutter neugierig.

Klaras Hände lagen auf ihren Oberschenkeln, sie hatte Tränen in den Augen.

„Das waren andere Zeiten damals“, sagte sie unglücklich.

Dann sprang sie auf.

„Ich werde jetzt losfahren und sie suchen.“

„Wo?“

„Das weiß ich nicht. Ich habe eine Adresse, und ich habe versucht, ihre Freundinnen zu erreichen, aber da antwortet niemand.“

Sie sah Nina flehend an, die stöhnend aus dem Bett stieg, ihre schwarze Trainingshose anzog, ein paar Laufschuhe und eine dunkle Windjacke. Alexander lächelte sie dankbar an.

„Wo sind die Autoschlüssel, und wie lautet die Adresse?“

„Soll ich nicht mitkommen?“, fragte Klara.

„Ich bin eine Eule und kann im Dunklen sehen. Und so etwas ist nichts für dich. Besser, du bleibst hier und rufst mich an, falls sie von allein nach Hause kommen sollte, nach Sure Fisk-Wodka, Kotze und Pisang Ambon stinkend.“

„Was ist Pisang Ambon?“, fragte Alexander.

Die Häuser wurden größer, die Bäume älter, die Grundstücksmauern höher und die Überwachungskameras dichter gesetzt, als sie sich durch das Villenviertel dem Øresund näherte. Da entdeckte sie am Straßenrand vier hübsche, langbeinige blonde Gymnasiastinnen aus der Gegend in kurzen Sommerpants und sturzbesoffen. Sie hatten sich hysterisch kichernd um den einzigen soliden Fixpunkt in der Gegend versammelt: einem Laternenpfahl. Hinter dem Bürgersteig waren Büsche und dahinter ein kleiner Park mit Teich. Eine von ihnen kotzte gerade in die Büsche. Einer anderen hing der rote G-String um die Stilettos. Sie saß in der Hocke und pinkelte ins Blumenbeet. Nina hielt neben ihnen und ließ das Fenster hinunter. Ihre Augen funkelten schwarz und rot im Lichtstrahl der kräftigen Maglite, aber sie schienen weder Nina noch Klaras BMW wahrzunehmen.

„Hallo, Mädels!“

Sie grölten Despacito, den Latin-Sommer-Monsterhit. Got the only key, know how to turn it on

„Victoria Simonsen? Kennt ihr die? Wisst ihr, wo sie steckt?“

Abgestumpft, verschleierter Blick, rote Lippen und weiße, gebleichte Zähne. Teure Handtaschen und Schuhe. Verwöhnte Oberklasse-Rotzgören ohne jede Ahnung vom Leben.

Nina stieg aus dem Wagen, fasste eins der Mädchen hart an ihrem langen blonden Zopf und zog ihr Gesicht zurück in den Lichtkegel der Laterne. Der Überraschungsangriff sorgte für Ruhe.

Sie starrte die Mädchen an wie eine Dompteurin bei ihrer ersten Begegnung mit einem Haufen Junglöwen.

„Victoria Simonsen! Habt ihr sie gesehen, verdammt nochmal?“

Die Dringlichkeit in ihrer Stimme schien zu einer hübschen Brünetten durchzudringen, die am wenigsten abgeschossenen wirkte. Sie legte eine Hand auf Ninas Arm, damit sie den Zopf der Freundin losließ.

„Ich singe mit Victoria im Chor. Sie war auch bei der Party und hat sich irgendwann tierisch mit Frederik gefetzt. Die beiden sind zusammen … oder waren es … Die haben voll laut geschrien, aber ich glaube, am Ende haben sie sich wieder vertragen.“

Das Mädchen schwankte und würgte.

„Vertragen?“

„Mhm.“

Sie drehte sich schwankend um und zeigte in den dunklen Park.

„Ich hab sie vorhin mit Frederik und ein paar seiner Kumpels da reingehen sehen.“

Nina richtete sich auf.

Die anderen Mädchen nickten mit hängenden Ohren.

Da hallte ein leiser Schrei durch die Dunkelheit.

„Ihr trollt euch jetzt verdammt nochmal nach Hause!“, kommandierte Nina. „Ihr habt Familien, die scheißnervös auf euch warten. Auf geht’s. Jetzt.“

Sie steckte ihr Haar unter die schwarze Kapuze und lief lautlos über das taunasse Gras in den Park.

Ein neuer Schrei.

Silhouetten um eine Parkbank. Weiß schimmernde Haut. Die aufgeregte Stimme eines Jungen.

„Nein heißt Ja, und Ja heißt anal. Fick sie in den Arsch, Frederik.“

„Dann haltet sie doch endlich fest, verdammt!“

Nina erkannte die Stimme aus dem Banana-Club und dem Hotelzimmer wieder.

Sie hatten Victoria über die Rücklehne der Bank gelegt. Ihre Knie standen fest auf dem Sitz, während ein Junge hinter der Bank ihr langes Haar gepackt hatte und ihren Kopf und Oberkörper über der harten Lehnenkante festhielt.

Frederiks weiße Jeans hing auf seinen Fußgelenken. Er war dabei, ihren dünnen Slip zu zerreißen. Der dritte Junge schob ihre Beine auseinander.

Frederik wollte gerade seinen Schwanz in ihren Anus stoßen, als sich eine Hand zwischen seine Schenkel schob, den Schwanz umklammerte und nach hinten bog, bis die Schwellkörper brachen. Frederik kippte mit einem spitzen Schrei nach hinten. Frederiks einer Lakai ließ Victorias Beine los und wurde von einem harten, geraden Schlag auf den Solarplexus getroffen. Er ging neben seinem Idol zu Boden. Ihre Schreie durchschnitten die Stille im Park. Vögel flatterten aus den Baumkronen auf. Der dritte im Bunde ließ Victorias Haare los und versuchte, zu fliehen, aber Nina stürzte sich auf ihn wie ein Labrador, der einem Frisbee nachjagt. Sie trat ihm gegen die Innenseite des Knies, was ihn wie einen Baum fällte, gefolgt von einem mittelharten Tritt gegen die Schläfe.

Danach machte sie sich an Victorias Befreiung, deren Hände mit den Schnürsenkeln ihrer Sneaker gefesselt waren.

„Komm mit“, knurrte sie.

Victoria folgte ihr stolpernd und schluchzend. Sie drehte sich noch einmal zu den Jungs um, deren Stöhnen und Wimmern die Nacht füllte.

Victoria schluchzte verzweifelt.

„Sie waren überhaupt nicht eingeladen, sind einfach aufgetaucht. Frederik hat mich überredet, mit ihnen zu gehen, wollte mir zeigen, dass alle meine Fotos gelöscht wären … Er hat gesagt, es täte ihm leid … Das klang wirklich, als ob es ihm leidtut!“

„Jetzt komm endlich, du Vollidiotin!“

Sie waren ein paar hundert Meter gefahren, als Nina in die Eisen trat und der BMW mit quietschenden Reifen abrupt zum Stehen kam. Victoria wurde in den Gurt geschleudert und stieß einen Schrei aus. Nina machte den Motor aus und versuchte, sich eine Zigarette anzuzünden. Ihre Finger zitterten, und sie fummelte immer hektischer mit dem Einwegfeuerzeug herum, bis es endlich funktionierte.

Victoria glotzte sie mit großen Augen und offenem Mund an. Nina starrte geradeaus durch die Windschutzscheibe. Dann brüllte sie plötzlich los und schlug mit den Händen auf den Lenker, ehe sie sich hitzig auf ihrem Sitz zur Seite drehte und Victoria anstarrte.

Sie zeigte mit zitterndem Zeigefinger auf das Gesicht des Mädchens.

„Du!“

„Ja? Es tut mir leid. Sorry, sorry, sorry …“

„Es ist komplett daneben, sich so katastrophal und hirnverbrannt idiotisch aufzuführen, Victoria. Du weißt sehr wohl, dass ich auf Bewährung aus dem Knast bin, oder?“

Pulsuz fraqment bitdi.

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9788726456011
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