Kitabı oxu: «Neustart»

Şrift:

Das Buch

Immer mehr Menschen wird bewusst, dass Europa und Deutschland eine neue, eine echte Zukunftsvision brauchen. Diese Vision wird umso wichtiger, je schwieriger die Zeiten werden, denn nichts gibt in solchen Zeiten mehr Kraft als eine echte Vision.

Diese Vision eines neuen Europa gibt es schon seit Jahrhunderten von alten europäischen Sehern und Prophezeiungen. Ihre Vision wird jedoch lächerlich gemacht, bekämpft und totgeschwiegen von jenen, die ihrerseits eine eigene politische Vision Europas verfolgen; ein Europa, das nie funktionieren kann, weil es gegen elementare geistige Gesetze verstößt.

Unterhalb des Horizontes des offiziell propagierten, aber zum Scheitern verurteilten „Europa“ dämmert jedoch bereits ein echtes neues Europa und ein echtes neues Deutschland.

Der Autor

Stephan Berndt forscht und publiziert seit 20 Jahren zum Thema Prophezeiungen zur Zukunft Europas. Er ist bekannt für seine umfangreichen Recherchen, seriösen und eingehenden Analysen. Seine Bücher Prophezeiungen zur Zukunft Europas und reale Ereignisse, Alois Irlmaier – ein Mann sagt, was er sieht und Refugium - sichere Gebiete nach Alois Irlmaier und anderen Sehern haben sich inzwischen als Standardwerke für europäische Prophezeiungen etabliert. Seine Bücher sind echte Bestseller.

Stephan Berndt

Neustart

Visionen und Prophezeiungen über Europa und Deutschland nach Crash, Krieg und Finsternis


Inhaltsverzeichnis

Umschlag

Das Buch / Der Autor

Titel

Inhaltsverzeichnis

Ein Deutscher

Tage wie diese …

Zum Geleit

„Sie werden euer Geld töten.“

Bürgerkriegsvoraussagen

Der „dritte Weltkrieg“

Der ausbleibende Atomkrieg

Die Dauer des Krieges

Der Monat des Kriegsausbruches

Vorzeichen des Krieges

Sichere Gebiete

Die Rolle Russlands

Die dreitägige Finsternis

Der geografische Polsprung

Die weltpolitischen Folgen des geografischen Polsprungs

Lektionen aus dem „dritten Weltkrieg“

Deutschland nach dem „dritten Weltkrieg“

Die Rückkehr der Monarchie

Das Scheitern der Demokratie als Schlüssel zur Monarchie

Monarchie als Störfaktor im One-World-Projekt

Die Abschaffung der Monarchie in Asien

Zauberwort Verschwörungstheorie

One World contra Demokratie

Bürgerkriege als Resultat einer Verschwörung?

Weltherrschaft als Menschheitsschicksal?

Der Abfall vom Glauben an die Demokratie

Konkrete Voraussagen über neue europäische Monarchen

Der europäische Kaiser

Ein Kaiser aus dem Hause Habsburg?

Ein bayerischer König in Lederhosen?

Französische Prophezeiungen über neue Könige

Die Rückkehr der Monarchie – ein Überblick

Die neue Religiosität

Prophezeiungen über die Zukunft Deutschlands

Hepidannus von St. Gallen (1081–1084)

Nostradamus (1558)

Johannes Wallich (1849)

Das Lied der Linde (1920)

Johann Kristl (1921)

Nicolaas van Rensburg (1864–1926)

Alois Irlmaier (1894–1959)

Prophezeiungen über die Zukunft Deutschlands – Resümee

Das deutsche Wesen

Seele und Wesen

Volk und Bevölkerung

Das deutsche Wesen im Wandel der Zeit

Das große Multikulti-Experiment

Auf der Suche nach dem deutschen Wesen

Komplexität des deutschen Wesens

Deutsche Gründlichkeit

Von der 1+ bis zur glatten 6

Die Nation im Spannungsfeld von Einheit und Vielfalt

Made in Germany

Made in Germany als Abbild des deutschen Wesens

Das Volk der Dichter und Denker

Der Deutsche lebt, um zu arbeiten …

Konkrete Personen über das deutsche Wesen Franklin Delano Roosevelt, US-Präsident (1932 bis 1945)

Haben die „Amis“ Deutschland inzwischen komplett gehackt?

Alexander I. Solschenizyn (1918–2008)

Tacitus (um 58 bis um 120 n. Chr.)

Osho (1931–1990)

Margaret Thatcher, britische Premierministerin von 1979–1990

Herbert Grönemeyer und sein Produzent Alex Silva

Sinn machen und haben

Zwischen Großartigkeit und Monstrosität

Das Deutschen-Bild vor 1871

William Shakespeare (1564–1616)

Immanuel Kant (1724–1804)

Johann Christoph Adelung (1732–1806

Friedrich Schiller (1759–1805)

Johann Gottlieb Fichte (1762–1814)

Madame de Staёl (1766–1817)

Gotthold Ephraim Lessing

Deutschlands wahre Freunde?

Weltrettung durch Überparteilichkeit?

Napoleon Bonaparte (1769–1821)

Friedrich Schlegel (1772–1829)

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831)

Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Heinrich Heine (1797–1856)

Ernst Moritz Arndt (1769–1860)

Friedrich Hebbel (1813–1863)

Richard Wagner (1813–1883)

Der Feind der Weltveredelung

Emanuel Geibel (1815–1884)

Friedrich Nietzsche (1844–1900)

Max Scheler (1874–1928)

Der verfluchte Acker

Wladimir Iljitsch Lenin (1870–1924)

Thomas Mann (1875–1955)

Theodor W. Adorno (1903–1969)

Das deutsche Wesen im Gesamtbild

Systemkern Innerlichkeit

Der Gartenzwerg als Symbol simulierter Innerlichkeit

Ein Gefühl vom Sinn des Ganzen

Anhang

Nostradamus’ Brief an Heinrich II. (Auszug)

Die Feldpostbriefe

Das Lied der Linde

Literatur-Codes

Bibliographie

Bildnachweise

Fußnoten

Quellenangaben

Impressum

Ein Deutscher

ist großer Dinge fähig,

aber es ist unwahrscheinlich, dass er sie tut:

denn er gehorcht, wo er kann,

wie dies einem an sich trägen Geiste wohl tut.

Wird er in die Not gebracht,

allein zu stehen und seine Trägheit abzuwerfen, […]

so entdeckt er seine Kräfte:

dann wird er gefährlich,

böse, tief, verwegen

und bringt den Schatz von schlafender Energie ans Licht,

den er in sich trägt

und an den sonst niemand

(und er selber nicht)

glaubte.

Friedrich Nietzsche

Morgenröte, Aph. 207, 1881

Tage wie diese …

Wer am Montag, dem 23. September 2013 morgens früh aufgestanden war und mit der Kaffeetasse vor dem Fernseher saß, konnte um Punkt 05:42 Uhr im ARD/ZDF-Morgenmagazin folgende Szene bewundern:

Auf der Wahlparty der CDU am Abend zuvor – die CDU/CSU hatte die 18. Wahlen zum Deutschen Bundestag mit 41,5 Prozent gewonnen –, hatten sich in Berlin im Konrad-Adenauer-Haus die Größen der CDU – u. a. Angela Merkel und Ursula von der Leyen – auf der Bühne eines nicht allzu großen Veranstaltungsraumes versammelt; vor ihnen dicht gedrängt das jubelnde Parteivolk, vielleicht 200 Parteimitglieder, hier und dort ein Deutschlandfähnchen schwenkend.1

Ab 05:42 Uhr sah man im Morgenmagazin – die Kamera war auf die etwa zehn Parteigrößen auf der Bühne gerichtet –, wie der damalige CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, rechts an der Seite von Kanzlerin Merkel stehend, von einem Parteikollegen eine etwa DIN-A3-große Deutschlandfahne gereicht bekam.

Freudestrahlend wie alle im Saal und nichts Böses ahnend wollte Hermann Gröhe mit dem Fähnchen zu schwenken beginnen – wohlgemerkt auf Bauchhöhe und ohne jemanden zu verdecken –, da rupfte die Kanzlerin ihrem Generalsekretär das Fähnchen aus der Hand und sah ihn genervt an; ganz so wie eine Mutter, die ihr Kind beim Nasepopeln erwischt. Angela Merkel nahm das Fähnchen, schritt mit ernster Miene einige Meter zur Seite und legte das Fähnchen außerhalb der Sichtweite der Kamera irgendwo ab.

Während die Kanzlerin energisch für Ordnung sorgt und beinahe aus dem Kameraausschnitt herausläuft, stehen zehn CDU-Politiker auf der Bühne, strahlen vor Freude, klatschen und schauen einander glücklich ins Gesicht. Man feiert. Man ist gut drauf.

Nach der Entfernung der Deutschlandfahne kommt die Kanzlerin zurück und baut sich wieder in der Mitte vor den feiernden Parteigenossen auf. Dann zoomt die Kamera auf den Kopf der Kanzlerin. Und jetzt sieht man, wie sie ihrem CDU-Generalsekretär durchaus im Gestus einer Mutti mimisch signalisiert: „Also diesen Unsinn, mein Kleiner, den lassen wir in Zukunft. Kein Deutschlandfähnchen mehr in Zukunft. Aus dem Alter bist du raus.“

Wohlgemerkt: Zeitgleich werden im Saal etwa 30 Deutschlandfähnchen derselben Größe geschwenkt. Man sieht die Fähnchen immer wieder im Bild. Nur eben nicht auf der Bühne. Die macht die Kanzlerin zur nationalsymbolfreien Zone.

Musikalisch unterlegt war obige Jubelszene im Saal mit dem Lied ›Tage wie diese‹ der bekannten und inzwischen etwas angegrauten deutschen Punk-Rock-Gruppe Die toten Hosen. Genau in dem Moment, als die Kanzlerin ihrem Generalsekretär das Deutschlandfähnchen aus der Hand rupft, erklingt der Refrain „An Tagen wie diesen …“ Die Toten Hosen – das muss in dem Zusammenhang auch erwähnt werden – distanzierten sich wenige Wochen zuvor öffentlich von der Verwendung ihres Liedes im Wahlkampf, sahen aber keine Möglichkeit, rechtlich dagegen vorzugehen.2

Um die Reihe befremdlicher Zeichen der Zeit zu ergänzen, noch folgende Notiz: Ein paar Monate nach der CDU-Siegesparty wurde Hermann Gröhe Schirmherr von ›Verrückt? Na und?‹, einem Präventionsprogramm von ›Irrsinnig Menschlich e. V.‹, ein Verein für Prävention im Bereich psychischer Gesundheit.

Man fragt sich: Was für eine seltsame Inszenierung war das eigentlich an diesem 22. September 2013, als gegen den Willen der Toten Hosen deren Lied erklang und der CDU-Generalsekretär nicht mit seinem Deutschlandfähnchen schwenken durfte?

Hat es etwas zu bedeuten, wenn die deutsche Bundeskanzlerin ihren Bundestagswahlsieg feiert, aber auf der Bühne keine Deutschlandfahnen duldet? Allerdings. Jeder spürt das. Selbstverständlich hat es etwas zu bedeuten. Nur was?

Halten wir für das Protokoll fest, dass die Entfernung von Fahnen stets einen Machtwechsel in einem Land anzeigt. Wenn Volk A über Volk B herfällt, um es langfristig zu beherrschen und zu kontrollieren, wird Volk A die nationalen Symbole von Volk B aus dem öffentlichen Raum entfernen. Das besiegte und unterworfene Volk B wird psychologisch geschwächt, indem man seine Identität schwächt. Dazu werden identitätsstiftende Symbole entfernt.

Merkels Fahnenentfernung symbolisiert ohne Frage eine Art von Machtwechsel. Nur fällt der Machtwechsel nicht so auf, weil Angela Merkel ihre eigene Fahne im Verborgenen hält. Und dieses „nicht die Fahne zeigen“ – das werden viele Leser richtig erspürt haben – ist nicht weit entfernt von „nicht mit offenen Karten spielen“.

Jeder Bürger eines demokratischen Staates weiß ab einem bestimmten Alter, dass Politik auch immer Schauspiel und Inszenierung ist. Das betrifft allem voran die Reden, Worte und Gestiken der Politiker, aber auch ihre Kleidung, das Timing und andere Dinge. Politiker sind immer auch Schauspieler. Das wissen wir. Wir wissen aber auch, dass Politiker, von Ausnahmen abgesehen, keine wirklich guten Schauspieler sind. Wären sie das, hätte sie ihr Talent und ihr Instinkt schon in jungen Jahren an eine Schauspielschule getrieben. Folglich liegt es in der Natur der Sache, dass Politiker hin und wieder eben nicht schauspielern und man sehen kann, was sie wirklich denken und fühlen. Und das, was da am Abend des 22. September 2013 auf der Bühne im Konrad-Adenauer-Haus geschah, könnte durchaus ein solcher ehrlicher Moment gewesen sein. Und selbst wenn nicht: Die symbolische Wirkung der Deutschlandfahnen-Entfernungs-Szene bleibt eindeutig. Deutschland ist nicht Angela Merkels Priorität.

Letzten Endes geht es hier aber nicht um Angela Merkel als Person; es geht um sie als Zeichen der Zeit; als Zeichen dafür, an welchem Punkt sich Deutschland Anfang des 21. Jahrhunderts politisch und massenpsychologisch befindet. Es geht um die Fragen: Was ist Deutschland? Wer sind wir? Wo stehen wir Deutschen jetzt, und wohin geht die Reise in den nächsten Jahren und Jahrzehnten? Was erwartet uns in Zukunft auf Grundlage dessen, was wir schon jetzt in W a h r h e i t sind?

Hier ein zweiter Angela-Merkel-Wahrheitsmoment zwei Jahre später:

Am 5. September 2015 hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Geste der Großzügigkeit und Humanität – vereinfacht gesagt – die Staatsgrenzen Deutschlands für die leidenden Massen aus Afrika und dem Nahen Osten weit geöffnet. Zuerst haben „alle“ gejubelt, dann kamen immer mehr von den Flüchtlingen und sehr schnell gab es im Lande kritische Stimmen, die auch die Kanzlerin nicht mehr ignorieren konnte. Also trat sie am 15. September 2015 bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Österreichs Kanzler Werner Faymann vor die Kameras und sagte in staatsmännisch-beleidigtem Tonfall wortwörtlich:

„Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“

Die Brisanz dieser „angedrohten Aufkündigung der Zusammenarbeit“ mit dem deutschen Volk ausgerechnet aus dem Munde einer amtierenden deutschen Bundeskanzlerin, noch dazu vor laufenden Kameras, ist den deutschen Medien in den Tagen danach durchaus aufgestoßen. Beispielsweise die Bild-Zeitung vom 16. September 2015 hat versucht, der Sache auf den Grund zu gehen. Unter der Überschrift ›Was hinter Merkels Gefühlsausbruch steckt‹ fand Bild heraus: Nicht wenige (z. B. die Berliner Zeitung) denken, Merkels Worte seien hauptsächlich an Horst Seehofer und die CSU gerichtet gewesen, weil sich die CSU gegen Merkels (faktische) Einwanderungspolitik sträubt. Die Bild-Zeitung schreibt:

In der „Berliner Morgenpost“ hieß es:

„Gestern hielt Deutschland kurz die Luft an. […] Das war gefühlshaltiger als die üblichen Floskeln mit Ausstiegsoption. So klar haben wir Angela Merkel selten erlebt […] [Sie] zeigte zum ersten Mal in ihrem politischen Leben, wie sie Patriotismus definiert, und zwar durchaus pragmatisch. 3 Merkel-Deutschland hilft Menschen, die in Panik über Autobahnen irren. Merkel-Deutschland versucht aber zugleich, jene zu stoppen, die ohne Asylgrund oder Einwanderungserlaubnis kommen.“

Bisher wurde Merkel von Beobachtern gern als kühl, als überaus rational, beherrscht und kontrolliert wahrgenommen. Und jetzt dieser deutliche Gefühlsausbruch? 4

Sieht man sich die Filmaufnahmen von Merkels angeblichem „Gefühlsausbruch“ auf YouTube5 genauer an, so ist kaum eine übermäßige Gefühlsregung zu erkennen, schon gar kein Gefühlsausbruch. Angela Merkel hebt weder ihre Stimme, sie kommt nicht aus dem Rhythmus noch gestikuliert sie umher. Bis unmittelbar vor der Aussage mit »nicht mein Land« folgt die Kanzlerin ruhig und wohl wissend, was sie sagen will, einer offenbar vorbereiteten Ansprache. Demnach ist ihr das »Nicht mein Land« keinesfalls einfach so herausgerutscht.

Doch nicht nur die Bild-Zeitung erkennt einen Gefühlsausbruch, wo vielleicht gar keiner war. Die Süddeutsche Zeitung vom 17. September 2015 schreibt:

Der seltene Gefühlsausbruch der Kanzlerin

„… dann ist das nicht mein Land.“ Aus dem Mund einer Regierungschefin ist das ein erschreckender Satz. Er zeigt eine Verletztheit, die kaum ein Politiker gern zu erkennen gibt, schon gar nicht Angela Merkel. […]

Der Schluss des Konditionalsatzes – „dann ist das nicht mein Land“ – ist sein bemerkenswertester Teil. Sofort spürbar ist eine Emotionalität, eine Verletztheit, die kaum ein Politiker, schon gar nicht Angela Merkel, gern zu erkennen gibt. […] Man sollte den Ton der Verletztheit, den Merkel anschlug, also nicht zu persönlich verstehen. Es ging wohl nicht nur um Horst Seehofer. […]

„Dann ist das nicht mein Land“: Das ist aus dem Mund einer Regierungschefin ein ziemlich erschreckender Satz. 6

Die Brisanz des Merkel’schen Nicht-mein-Land-Satzes ist den Medien also durchaus aufgefallen. Die Süddeutsche Zeitung nennt ihn »erschreckend«, die Berliner Morgenpost schreibt, Deutschland habe »kurz die Luft« angehalten. Erklärt wird der Satz mit Merkels Emotionalität. Ich persönlich kann jedoch nur empfehlen, sich das Video mit Merkels Aussage auf YouTube selbst anzusehen, um sich ein eigenes Urteil zu bilden.7

Letztendlich hat der Nicht-mein-Land-Satz in der Öffentlichkeit aber keine nachhaltige Debatte über die innere Grundhaltung Angela Merkels angestoßen; nicht in den Massenmedien und auch nicht im Lager politischer Gegner, wie der SPD, den Grünen usw. Eine wirklich qualifizierte Kritik an der inneren Haltung der Kanzlerin kommt in den Mainstream-Medien meines Wissens so weit nur von der Literaturwissenschaftlerin und Unternehmensberaterin Gertrud Höhler (geb. 1941), aus deren Feder das Buch ›Die Patin – Wie Angela Merkel Deutschland umbaut‹ (2012) stammt.

Landesmutti, Land und Kinder

Natürlich sticht einem der „gefühlte“ Kontrast von Merkels Image als „Mutti“ und ihrem Nicht-mein-Land-Satz ins Auge. So etwas darf ausgerechnet eine Landesmutti ja eigentlich gar nicht sagen.

Merkels Mutti-Image leitet sich natürlich zunächst von ihrer langen Regierungszeit (seit 22. November 2005) ab und einer damit verbundenen gewissen Vertrautheit. Weiter leitet sich das Mutti-Image ab von einer wenigstens inszenierten Volksnähe und Einfachheit, man denke nur an Angela Merkels Kleidungsstil, der – abgesehen vom Wechsel der Farben – an den monoton-uniformen Stil gewisser ostasiatischer Parteivorsitzender erinnert.

Ebenso findet sich das Grundthema Merkel’scher Einfachheit wieder im sprachlichen Niveau ihrer Reden. Kein Mensch käme auf die Idee, Angela Merkel eine gute Rednerin zu nennen. „Mutti“ ist also durchaus ein passendes Etikett für das öffentliche Auftreten Angela Merkels. Es signalisiert Vertrautheit, ja ein Grundvertrauen und eine gewisse emotionale Bindung. „Mutti“ signalisiert: „Mutti, du machst das schon!“

Nur was ist von einer Mutter zu halten – und damit kommen wir wieder in die gefühlte Nähe obiger Deutschlandfahnen-Entsorgung –, die in aller Öffentlichkeit durchaus bedacht und keinesfalls – wie einem die Presse weismachen will – im emotionalen Affekt die Bereitschaft erklärt, sich von Deutschland zu trennen?

Was ist von einer Mutter zu halten, die ihre eigenen Kinder wegen irgendwelcher Nichtigkeiten zu verstoßen bereit ist; Nichtigkeiten wie die fehlende Begeisterung beim Empfang 100.000er Flüchtlinge? Was bitte haben die deutschen Kinder im September 2015 schon verbrochen? Die Deutschen sind im September 2015 jedenfalls nicht „in Polen eingefallen“ oder haben mit erlogenen Kriegsgründen einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg vom Zaune gebrochen, so, wie beispielsweise zwölf Jahre zuvor US-Präsident George W. Bush.

Apropos George W. Bush: Hat sich die Kanzlerin von diesem nach dessen völkerrechtswidrigem Krieg gegen den Irak distanziert? War der nette Texaner aus gutem Hause dann immer noch „Muttis“ Liebling? Oder hat die Kanzlerin George W. Bush nach dessen Missetat im Zweistromland mit eisigem Blick auf Armlänge Abstand gehalten, so wie sie das immer mit dem ach so „bösen“ Wladimir Putin lehrbuchartig vorexerziert?

Oh nein! Im Gegenteil: Beim G8-Treffen im Jahre 2006 hat sich Angela Merkel am Konferenztisch sitzend von Scherzkeks George W. Bush vor laufender Kamera von hinten in die Schulter zwicken lassen und die Arme in einer Art rohrkrepierenden Ekstase hochgerissen wie ein fünfjähriges Mädchen im Nichtschwimmerbecken bei einer ach so lustigen Schwimmunterrichtstunde. Die ganze Welt konnte sehen: Der süße kleine George war immer noch „Muttis“ Präsident des Herzens; und das trotz 100.000er Toter im Irak, die der süße, kleine George zu verantworten hatte; und trotz einer live vor laufender Kamera in den Vereinten Nationen belogenen Weltöffentlichkeit.

Wir erinnern uns:

US-Außenminister Colin Powell präsentierte am 5. Februar 2003 im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen Pseudobeweise gegen den Irak, Stichwort: Massenvernichtungswaffen. Der zweite Irakkrieg begann dann am 20. März 2003. All das hat Angela Merkel nicht sonderlich gekratzt; auch nicht die sich infolge der Kriege im Irak, in Afghanistan und anderswo entwickelnden Flüchtlingsmassen, die dann irgendwann auch nach Europa gekommen sind.


Abb.1: Colin Powell am 5. Februar 2003 im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit einem Röhrchen, das angeblich biologischen Kampfstoff enthält

Merkels gelegentliche Dickfelligkeit in schwergewichtigen Menschenrechtsfragen, legt somit die Vermutung nahe, dass die Kanzlerin am 15. September 2015 nur Betroffenheit vorgegaukelt – und in Wahrheit auf der typisch deutschen Schuld-Partitur herumgeklimpert hat, Motto: „Nach Auschwitz sind die Deutschen verpflichtet, überall in der Welt zu helfen. Die Hilfsgesuche der Welt können nicht abgelehnt werden. Nicht von Deutschland! Und wenn sie doch abgelehnt werden, dann ist das nicht mein Land. Denn die Deutschen würden mit ihrer Hilfsunwilligkeit ja beweisen, dass sie nichts aus ihrer Geschichte gelernt haben.“

Was ist von einer solchen Landesmutter zu halten?

Angesichts von Angela Merkels moralischer Robustheit beim völkerrechtswidrigen 2003er US-Angriff auf den Irak mit alleine ca. 30.000 toten Soldaten und Schätzungen nach 115.000 bis 600.000 getöteten Zivilisten8 fällt es einem – vorsichtig formuliert – etwas schwer, ihr ihre „Betroffenheit“ am 15. September 2015 abzukaufen. Da hat die Mutti schon ganz andere Sachen weggesteckt.

Der Wahrheit kommt man womöglich näher, wenn man es so sieht, dass Angela Merkel am 15. September 2015 vorsätzlich und ganz bewusst und auf der Tätervolk-Partitur gespielt – und die Flüchtlingsfrage zum Zünglein an jener Waage stilisiert hat, die anzeigt, ob das deutsche Volk wirklich aus seiner Nazi-Vergangenheit gelernt hat – oder eben nicht.

Aus genau diesem Kontext; aus genau dieser Perspektive der Auschwitz-Schuldenstands-Waagen-Anzeige – aus der Perspektive des aktuellen Nazi-Schuld-Tilgungs-Kontostandes des deutschen Volkes – ergibt die von Angela Merkel angedrohte Verstoßung ihrer Kinder plötzlich „Sinn“: Sinnbildlich gesehen wird so jeder „gerettete Flüchtling“ ein entlastendes Gewicht auf der Waage der deutschen Schuld und moralischen Verpflichtung. Und die Kanzlerin ärgert sich, dass die Deutschen nicht genug auf die Waage packen wollen.

Angela Merkel verhält sich in ihrer Inszenierung vom 15. September 2015 so, als drohe die deutsche Schuldwaage in Richtung „Nichts aus der Nazi-Zeit gelernt“ zu kippen. Das ist der eigentliche demoralisierende Subtext, den Angela Merkel kommuniziert:

„In Wahrheit habt ihr Deutschen eben doch nichts aus der Nazi-Zeit gelernt! Wenigstens nicht bis jetzt.“ Die Kanzlerin scheint das Deutschlandbild eines Volkes auf Bewährung zu haben. Die Ablehnung der Flüchtlinge schein aus ihrer Sicht ein Verstoß gegen die Nazi-Schuld-Bewährungsauflagen zu sein. Das ist die emotionale Botschaft, die die Kanzlerin am 15. September 2015 ausgesendet hat: ein Volk auf Bewährung, das ihr – der Kanzlerin – eigentlich nicht würdig ist, weshalb sie – die Kanzlerin – öffentlich mit dem Gedanken spielt, sich von diesem Volk zu trennen.

Dass sie selbst Deutsche ist, scheint die Kanzlerin dabei völlig zu vergessen. Na gut. Dadurch kommt wenigstens eine humoristische Komponente in das Trauerspiel. „Nicht mehr mein Volk“ ist also auch absurd und unüberlegt. Angela Merkel kommt zudem schon von ihrem äußeren Erscheinungsbild optisch sehr deutsch rüber.

Was Angela Merkel vor den Augen der Weltöffentlichkeit getan hat, ist trotz manch ulkiger Nebenaspekte aber dennoch das Drohen mit der Kündigung. „Nicht mehr mein Volk“ riecht nach Verrat und nach dem unmittelbar bevorstehenden Ende der Beziehung. Man kann es zudem auch so sehen, dass die Kanzlerin das deutsche Volk vor der Weltöffentlichkeit lächerlich gemacht hat, denn Merkels Subtext war auch der, dass das deutsche Volk austauschbar ist. „Nicht mein Volk“ heißt auch: „Dann suche ich mir ein anderes Volk!“

Dass das deutsche Volk angesichts solcher Szenen nur kurz zusammenzuckt und gleich wieder zur Tagesordnung übergeht, lässt einen ungläubig staunen.

Überhaupt: Wer oder was ist dann eigentlich Angela Merkels wahres Volk? Wer oder was ist ihr „Volk des Herzens“? Auch diese Frage ist offensichtlich, so abwegig sie auch klingen mag. Wohin also würde die Dame aus der Uckermark ihre Schritte lenken, wären wir nicht mehr „ihr“ Volk? Hat die Dame ein Reserve-Volk? Oder lebt sie geistig schon in Sphären, in denen es sowieso keine Völker mehr gibt?

Wie gesagt: Es geht hier nicht um die Kanzlerin. Sie ist nur Zeichen der Zeit. Worum es hier geht, ist Deutschland. Und Deutschland befindet sich zurzeit psychologisch, politisch (im Rahmen der EU) und demografisch in einem Auflösungsprozess. Die im September 2015 losgetretene und noch heute medienpräsente Flüchtlingskrise veranschaulicht den Auflösungsprozess in drastischer Form; in einer Form, die kein Deutscher mehr ignorieren kann. Jeder Bürger spürt jetzt, dass sich Deutschland sehr bald grundlegend und irreversibel verändern wird, wenn die Zuwanderungszahlen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mehrere 100.000 pro Jahr betragen werden.

Laut Statista.com wurden in der Zeit von 2014 bis 2017 in Deutschland rund 1,6 Millionen Asylanträge gestellt, macht im Schnitt 400.000 pro Jahr.9 In den Jahren 2010 bis 2013 kamen im Schnitt auch 300.000 Flüchtlinge/Zuwanderer pro Jahr; macht im Schnitt von 2010 bis 2017 jedes Jahr rund 350.000; Illegale nicht mitgerechnet.

Zugegeben: Eine Auflösung Deutschlands muss ja grundsätzlich nichts Negatives sein, vorausgesetzt, Deutschland würde sich in einem besseren Großen auflösen. Sieht man sich jedoch die wirtschaftliche Lage in Gesamteuropa an, dürfte eine wirtschaftliche Auflösung Deutschlands seinen Untergang bedeuten. Dasselbe gilt für das geopolitische Umfeld Deutschlands. Wenn Deutschland sich auflöst, werden wir Deutsche uns nicht im Nirwana oder in einem himmlischen Paradies wiederfinden, sondern in irgendeiner ganz realen Welt; eine ganz reale Welt, die noch mehr geprägt sein wird von den Problemen der Welt. So ist das nun mal, wenn man seine Grenzen beseitigt: Das Fremde wird zur Normalität, die Welt rückt einem auf den Pelz.

Und irgendwann, wenn der Immigrantenanteil dann landesweit die 30 Prozent überschritten hat, wird die bei uns wohnende Welt kommen und zu uns sagen:

„Wie bitte? Ich soll mich integrieren, mich anpassen? Ich bin die Welt. Ich bin viel größer als ihr. Nein. Ich werde mich nicht integrieren! Schluss damit. Akzeptiert mein Fremdsein. Und überhaupt: Was ist schon deutsch? Heute sind wir 30 %. Und in wenigen Jahren stellen wir die Mehrheit.“

Spannend wird es nicht erst, wenn die Migrationshintergründigen die Mehrheit in Deutschland stellen, sondern schon dann, wenn sie glauben, eines Tages die Mehrheit zu sein.

In dieser ganz realen neuen Welt würden die Deutschen irgendwann nicht mehr über genug innere Kraft verfügen, um wichtige Dinge in ihrem Leben zu ändern. Irgendwann käme der Punkt, ab dem die Deutschen ohnmächtig den Veränderungen in ihrem eigenen Land zusehen müssen.

Wohin geht die Reise für Deutschland?

Die Frage lautet also: Wohin geht die Reise für Deutschland, und damit auch für Europa? Diese Frage stellt sich so drängend wie nie seit 1945.

Angesichts all der gegenwärtigen Unsicherheiten und globalen Trends (globale Schuldenkrise, Krise im Euro-Raum, Nahostkrise, Donald Trump und die Spaltung der USA, Klimaerwärmung, Nordkorea, die Spannungen mit Russland und mit der Türkei etc.) kann man sich eine Fülle von Katastrophenszenarien ausmalen.

Ich selbst habe mich in den zurückliegenden Jahren intensiv mit solchen Katastrophenszenarien beschäftigt, und zwar aus Sicht der traditionellen übersinnlich inspirierten europäischen Prophetie, oder einfacher formuliert: das, was Hellseher und Prophezeiungen in den letzten Jahrhunderten über die Zukunft Europas vorausgesagt haben. Die schlechte Nachricht dabei ist, dass wir uns – wenigstens bisher – allem Anschein nach mehr und mehr einem prophezeiten allumfassenden Katastrophenszenario nähern (Finanzcrash, Unruhen, Krieg – auch in Mitteleuropa – und Naturkatastrophen, siehe ab „Sie werden euer Geld töten.“ ). Die gute Nachricht ist, dass es nach den Katastrophen in Europa eine lange Zeit des Friedens und einer kulturellen und geistigen Blüte geben soll.

Hinweis zu dem Begriff traditionelle europäische Prophetie:

In diesem Buch verwende ich immer wieder den Begriff traditionelle europäische Prophetie. Damit bezeichne ich das, was von tatsächlichen oder vermeintlichen europäischen Hellsehern seit etwa dem Jahre 1000 bis etwa 1990 überliefert ist.

Der Begriff traditionelle europäische Prophetie ist im Wesentlichen eine Abgrenzung gegenüber der maßgeblich aus den USA bzw. dem angelsächsischen Raum inspirierten New-Age-Prophetie, deren Vertreter behaupten, die „alten Prophezeiungen“ – also die traditionelle europäische Prophetie – sei überholt, da inzwischen Dinge eingetreten sind, die die alten Seher nicht hätten voraussehen können.

Licht am Ende des Tunnels

Eben weil sich derzeit geopolitische Gefahren immer deutlicher abzuzeichnen scheinen, scheint es wichtiger zu werden, eine Vision vom Licht am Ende des Tunnels zu haben. Um eine solche Vision geht es in diesem Buch.

Mir als deutschsprachigem Autor geht es dabei vor allem um das Licht am Ende des Tunnels aus der Perspektive der Deutschen. Es geht mir um ein überzeugendes Bild einer deutschen (und österreichischen) Zukunft.

Die in diesem Buch umrissene Vision muss keiner glauben; es geht mir auch um keine Glaubensmission; es reicht mir, wenn die Vision in sich schlüssig ist.

Der eigentliche Schwerpunkt dieses Buches besteht zudem nicht darin, eine eigene Zukunftsvision zu entwerfen oder zu erfinden, sondern darin, eine bereits in der traditionellen europäischen Prophetie vorhandene Zukunftsvision freizulegen und (besser) sichtbar zu machen.

Natürlich kann ich keine Garantie darauf geben, dass die seit langer Zeit prophezeite bevorstehende „goldene Zukunft“ in Europa Wirklichkeit wird.

Ich beschäftige mich zwar seit rund 30 Jahren mit der traditionellen europäischen Prophetie, und dieses Buch ist inzwischen mein neuntes Buch zu dem Thema, doch ich bin mir durchaus bewusst, dass ein himmelweiter Unterschied besteht zwischen „die Prophezeiungen kennen“ und „die Zukunft kennen“.

Theoretisch könnte meine ganze jahrzehntelange Arbeit an dem Thema hellseherisch inspirierte prophezeite Zukunft Europas von einem Moment auf den anderen zu Staub zerfallen; nämlich dann, wenn ein folgenreiches Ereignis einträte, das sich nicht mehr vereinbaren ließe mit dem, was seit langer Zeit prophezeit wird.

Diese Gefahr einer mich ereilenden beruflichen Instant-Katastrophe ist mir sehr wohl bewusst, und das seit langer Zeit. Deshalb habe ich seit langer Zeit einen Blick auf den Lauf der Welt, den Lauf Europas und auf den Lauf Deutschlands. Und dieser Blick scheint mich mehr und mehr zu lehren: Wir befinden uns tatsächlich auf Kurs in die prophezeite ganz große Katastrophe – aber auch auf Kurs auf ein danach wieder aufblühendes Europa in echtem Frieden und in echter Freiheit.

Nahezu alle uns derzeit beschäftigenden großen Problemfelder in der Welt – die Spannungen mit Russland, die wirtschaftliche Schieflage Europas, die weltweite Überschuldung, das Rumoren und die Kriege im Nahen Osten – sind in der einen oder anderen Form von Hellsehern vorausgesehen worden (Zum Thema Vorzeichen des „dritten Weltkrieges“ siehe mein Buch ›Countdown Weltkrieg 3.0‹).

Die gute Botschaft ist wie gesagt: Je näher die große Katastrophe rückt, desto näher rückt auch die prophezeite europäische Friedensepoche. Und je klarer und stärker die Vision vom neuen Europa ist, desto leichter dürfte es fallen, die prophezeiten dunklen Tage zu durchstehen.

Nochmals: Ich weiß nicht, ob es so kommt, wie seit vielen Generationen prophezeit und wie im vorliegenden Buch skizziert. Fakt aber ist – und dies wird von Tag zu Tag deutlicher –, dass Deutschland und Europa eine echte Zukunftsvision brauchen. Heute mehr denn je: Deutschland und Europa brauchen eine echte und kraftvolle Vision, keine Tagträumerei, keine Augenwischerei, keinen süßlichen Selbstbetrug, kein Blabla hier, kein Blabla da. Nein.

Wir brauchen eine echte Vision.

Berchtesgaden, im April 2018

Stephan Berndt

Zum Geleit

In diesem Buch geht es um die Vision eines neuen Deutschlands (und Österreichs) und eines neuen Europas nach dem vorherigen totalen Zusammenbruch.

Grundlage dieser Vision sind zwei Typen von Quellen:

1.Tatsächlich oder angeblichI hellseherisch inspirierte Prophezeiungen über die Zukunft Europas, Deutschlands und teilweise auch Österreichs aus den letzten Jahrhunderten

2.Aussagen aus den letzten Jahrhunderten über das deutsche Wesen von Kennern der deutschen Kultur. Die entsprechende Abhandlung zum deutschen Wesen im zweiten Teil des Buches soll ein Gespür für das deutsche Wesen wecken. Kerngedanke und These sind hier, dass sich die Zukunft Deutschlands naturbedingt auch aus dem deutschen Wesen ergibt und die Zukunft Deutschlands gewissermaßen schon im Wesen der Deutschen angelegt ist.

In frühen Versionen dieses Manuskriptes hatte ich „deutsches Wesen“ immer in Anführungszeichen gesetzt, da sich das deutsche Wesen (bisher) einer präzisen wissenschaftlichen Definition entzieht und von daher durchaus behauptet werden kann, ein deutsches Wesen existiere gar nicht und es sei rein fiktiv.

Irgendwann habe ich aber auf die Anführungszeichen verzichtet, da sie mir zu sehr den Zweifel an der Existenz des deutschen Wesens betonen. Kurzum: Dieses Buch geht ganz klar davon aus, dass es ein deutsches Wesen gibt!

Insgesamt ergibt sich aus den obigen zwei Quellentypen das Bild einer zukünftigen Renaissance der deutschen und europäischen Kultur und ihres Wertesystems, allerdings erst nach großen Katastrophen. In dieser kulturellen Renaissance würde Europa zu sich selbst zurückfinden.

Der Untergang des „alten“ Europas würde sich gemäß der europäischen Prophetie in vier Schritten vollziehen:

1.zunächst käme ein globaler Finanzcrash,

2.dann käme es zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen in vielen Regionen Westeuropas,

3.dann käme ein großer Krieg in Mitteleuropa zwischen NATO und Russland, der aber nur wenige Monate dauern und nicht zum großen Atomkrieg ausufern soll.

4.Zum Ende dieses Krieges käme dann noch eine globale Naturkatastrophe, die bekannte dreitägige Finsternis.

Diese Ereignisabfolge habe ich mir nicht aus den Fingern gesogen, sondern sie ist das Ergebnis einer umfassenden Analyse der traditionellen europäischen Prophetie, die ich 1993 erstmals veröffentlich habe und die ich in weiteren Buchveröffentlichungen in den Jahren 1997, 2001, 2007, 2009, 2015, 2016 und 2017 weiter ausgearbeitet und verfeinert habe (siehe Bibliographie). Eine Reihe von Autoren vor und nach mir ist zudem in vielen Punkten zu sehr ähnlichen Ergebnissen gekommen.

Systemkritische Prophetie

Dem öffentlichen Sprachgebrauch zu Beginn des dritten Jahrtausends nach ist die traditionelle europäische Prophetie wegen ihrer fundamentalen, vernichtenden Kritik am post-nationalen, zentralistischen „Europa“-Europa in höchstem Maße „politisch inkorrekt“. Die traditionelle europäische Prophetie untergräbt den derzeit vorherrschenden Glauben der meisten Bürger an das bestehende politische System in Europa, als auch deren Glauben an das bestehende Wertesystem; ein Wertesystem, das neudeutsch gesprochen um den Markenkern Demokratie herum konstruiert ist.

Solange eine Gesellschaft in sich selbst ruht, kann sie negative Prophezeiungen über ihr zukünftiges Schicksal als alberne Unkenrufe abtun. Wehe aber, in der realen Welt mehren sich negative Trends und ungute Aussichten: Im Zuge tiefer Krisen können dann zuvor verlachte Prophezeiungen auf einmal ziemlich politisch werden. Das liegt auch daran, dass seit Jahrtausenden – ich wiederhole: seit Jahrtausenden – ein gewisser Teil der Bevölkerung stets an diesen „Quatsch“ glaubt, geglaubt hat und glauben wird.

Für diesen „unausrottbaren Irrglauben“ gibt es viele historische Beispiele, wobei manches Beispiel gar nicht so weit zurückliegt:

So ist quellenmäßig gut belegt, dass in der Frühphase des Nationalsozialismus der Okkultismus (zu dem die Hellseherei zählt) bei zentralen Figuren der NSDAP recht beliebt war. Das betraf unter anderem Adolf Hitler, SS-Chef Heinrich Himmler und Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß. In den 1920er und 1930er Jahren entstand um diese Personen herum ein vertrauliches Milieu, in dem das Interesse an gewissen Themen des Okkultismus auch nicht weiter geheim gehalten wurde. An entsprechende Begebenheiten erinnern sich recht viele Personen aus dem engeren Kreis um Adolf Hitler, z. B. NS-Geheimdienstchef Walter Schellenberg10, Hitlers Leibfotograf Heinrich Hoffmann11 und Henriette von Schirach, eine Freundin Eva Brauns und Ehefrau Baldur von Schirachs, dem sogenannten „Reichsjugendführer“12.

Nach bekannter Quellenlage ging es bei diesem Okkultismus immer wieder um Astrologie und Hellseherei. Man war gespannt, wohin die Reise mit dem neuen „Dritten Reich“ geht. Als die Wehrmacht im Frühsommer 1940 auch noch ganz Frankreich im Handstreich erobert hatte, war die Spitze der NSDAP völlig aus dem Häuschen, und in Berlin entschloss sich ein harter Kern von NS-Okkultisten zu einem größer angelegten Nostradamus-Forschungsprojekt. Dazu wurde im Herbst 1940 eine 1568er Originalausgabe der Nostradamus-Prophezeiungen aus der Berliner Staatsbibliothek13 fotokopiert, nachgedruckt und rund 300 Exemplare des Nostradamus-Nachdrucks auf der »obersten Parteiebene« verteilt.14

Die Information zum Nostradamus-Nachdruck verdanken wir u. a. Alfred Rosenberg, dem Chefideologen der NSDAP, Mitglied der obersten Parteiprominenz und ein eingefleischter Anti-Okkultist.15 Als Alfred Rosenberg Wind von dem Nostradamus-Nachdruck bekam, sammelte er Belastungsmaterial, um es Hitler vorzulegen. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Denn als Hitler sich zum Angriff auf die UdSSR entschlossen hatte – dieser begann am 22. Juni 1941 –, wurde am 9. Juni 1941 im Deutschen Reich eine Säuberungswelle gegen alles Okkultistische durchgeführt. Unter anderem wurden im gesamten Reichsgebiet Astrologen und Hellseher verhaftet, Buchläden von entsprechender Literatur gesäubert usw.

Der okkultistische Blick in die Zukunft wurde deshalb ins Visier genommen, weil er in besonderer Weise geeignet war, den Glauben an Hitler und den „Endsieg“ zu untergraben. Schließlich war jetzt allen klar: Der Angriff auf die UdSSR war extrem riskant, eine völlig neue Dimension des Krieges, und es war zu befürchten, dass das deutsche Volk am Sieg zu zweifeln beginnt. Tatsächlich gab es Astrologen und Hellseher, die das dicke Ende von Hitler-Deutschland schon längst vorausgesehen hatten, was vor 1933 auch stellenweise publiziert worden war. Zudem gab es auch ältere Prophezeiungen, aus denen man den Untergang des Nazi-Reiches herauslesen konnte (siehe Hepidannus von St. Gallen (1081–1084) und hier:16).

Die 1941er Säuberungsaktion der NS-Polizei gegen die okkultistische Subkultur steht exemplarisch für ein bedrohtes politisches System, das in einer Krise versucht, den Glauben der Bürger an den Sieg und Fortbestand des Systems aufrechtzuerhalten. Mit entsprechenden repressiven und manipulativen Maßnahmen wäre heutzutage genauso zu rechnen, sollte das „Projekt Europa“ in eine noch tiefere Glaubenskrise geraten als schon jetzt (April 2018).

***

Die traditionelle europäische Prophetie sagt dem aktuellen politisch-gesellschaftlichen System in Europa also einen krachenden Untergang voraus, der den Untergängen

 des Deutschen Kaiserreiches von 1918

 des Hitler-Reiches von 1945

 und des DDR-Systems von 1989

in vielerlei Hinsicht ähneln und in manchen Punkten sogar übertreffen soll.

Glaubt man den betreffenden Prophezeiungen, so soll unsere Demokratie in eine so tiefe Krise geraten, dass die braven Bürger vom Glauben an die Demokratie abfallen, und das nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft – mit dem Ergebnis, dass nach der großen Krise in Mitteleuropa wieder die Monarchie eingeführt werden soll. Ja: die Monarchie! Da biste’ platt.

Da mag man lachen oder weinen, hysterisch werden oder zornig. Die Wiedereinführung der Monarchie ist eine Quintessenz der traditionellen europäischen Prophetie, und jeder Forscher und Rechercheur, der sich mit diesen Prophezeiungen befasst, wird zum selben Ergebnis kommen.

Glaubt man den betreffenden Quellen, so begänne der System-Crash mit einem Finanzcrash. Zum selben Ergebnisse kommen zahlreiche „weltliche“ Analysten.

„Sie werden euer Geld töten.“

Um einen Finanzcrash voraussehen zu können, muss man wahrlich kein „Prophet“ sein. Vor einem Finanzcrash warnt seit geraumer Zeit ein ziemlich breites und kompetentes Spektrum bekannter Fachleute, wie der Fondmanager, Professor und Bestsellerautor Max Otte; der aus dem Börsen-Fernsehen und Talkshows bekannte Börsenprofi Dirk Müller, auch „Mr. Dax“ genannt; Heiner Flassbeck, von 1998 bis 1999 Staatssekretär im Bundesfinanzministerium; Hans Werner Sinn, der langjährige Chef des Münchener IFO-Instituts für Wirtschaftsforschung17; die Ökonomen und Bestsellerautoren Matthias Weik und Marc Friedrich (Buch ›Der Crash ist die Lösung‹); oder Florian Homm, der schillernde und einst äußerst erfolgreiche Fondmanager … um ein paar Namen zu nennen.

Die oben Genannten (und andere) sind die klassischen Warner in einer Zeit großer Gefahr und großer kollektiver Ignoranz; einer Zeit vorsätzlichen Wegsehens, mitunter dreisten Lügens bis hin zur Diffamierung der Warner.

Der große Crash ist also angesagt und die Ansager verdienen Gehör. Die breite Öffentlichkeit jedoch ignoriert die Warnung. Die westliche Gesellschaft insgesamt steht einem drohenden totalen Finanzcrash so ohnmächtig und schicksalsergeben gegenüber wie ein Sammler-und-Jäger-Volk einem Vulkanausbruch oder einer großen Dürre.

Was die hellseherisch inspirierten traditionellen europäischen Prophezeiungen betrifft, so finden sich dort ein paar Hellseher und Hellseherinnen, die einen großen Crash voraussagen.18

Eine Hellseherin mit Crash-Voraussage ist die im Jahre 1986 verstorbene bekannte rheinische Wahrsagerin Buchela, mit bürgerlichem Namen Margarethe Goussanthier. In ihren 1983 erschienenen Memoiren ›Ich aber sage euch‹ sagt Buchela wiederholt etwas über einem zukünftigen Crash der Wirtschaft in Deutschland.

Von 1953 bis zu ihrem Tode im Jahre 1986 genoss Buchela im Rheinland einen hervorragenden Ruf als Hellseherin. Sie selbst schreibt in ihren Memoiren, Bundeskanzler Konrad Adenauer habe zu ihren Kunden gezählt. Tatsache ist, dass Konrad Adenauer am Sonntag, den 6. September 1953 anlässlich seiner Stimmenabgabe im örtlichen Wahllokal in Rhöndorf Reportern gegenüber gesagt hat, er sei kürzlich bei einer Hellseherin gewesen, um sich nach dem Wahlergebnis der Bundestagswahl zu erkundigen.


Abb.2: Buchela

(1899–1986)

Die Sache mit dem Besuch bei der Hellseherin konnte man am 7. September 1953 auf Seite 1 der Zeitung Die Welt und auf Seite 1 der Bonner Rundschau – Ausgabe Kölnische Rundschau nachlesen.

Entgegen der veröffentlichten Wahlprognosen soll Buchela einen haushohen Sieg der CDU/CSU vorausgesagt haben. Tatsächlich kam die CDU/CSU statt auf prognostizierte 36,5 % auf reale 45,2 %.

Nach diesem Treffer avancierte Buchela zum Liebling der Bonner Politiker und wurde 1971 sogar zu einem Staatsbesuch von US-Senator Edward Kennedy in den Kanzlerbungalow eingeladen (siehe Foto rechts).


Abb.3: Buchela am 16. April 1971 mit dem damaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Helmut Kohl und US-Senator Edward Kennedy.19

Als Wahrsagerin muss Buchela also durchaus einiges „auf dem Kasten“ gehabt haben. Das übliche Betrüger-Klischee jedenfalls läuft in ihrem Fall voll ins Leere.

Zur Euro-Krise heißt es in ihren 1983er Memoiren:

In sechs bis acht Jahren [1989 bis 1991, also eine falsche Zeitangabe°] wird es mit dem Geld böse. Es wird zu einer Inflation kommen, die nicht so schlimm ist wie die in den zwanziger oder dreißiger Jahren, aber dennoch so, dass man für das Geld nicht mehr viel kaufen kann. [Mit „man“ dürften vor allem die „kleinen“ Leute gemeint sein, denen Buchela sich zugehörig fühlte.°]

Das bedeutet aber nicht, dass die Regierenden in Deutschland das Geld ruiniert haben. Vom Ausland her wird alles kaputtgemacht werden. […] Sie [die ausländischen Mächte°] werden euch in den Abgrund ihrer Unfähigkeit hinabziehen. 20

Hinweis: Mit ° innerhalb der eckigen Klammern kennzeichne ich Anmerkungen, die von mir, Stephan Berndt, stammen.

Natürlich ist die Zeitangabe (1989–1991) falsch. Wer sich aber eingehender mit Hellseherei und Prophetie befasst, wird recht schnell die Erfahrung machen, dass sich auch sehr gute Hellseher immer wieder mit genauen Zeitpunkten vertun. Das lässt sich recht einfach erklären: Im Fall optischer Visionen ist es zwar leicht zu sagen, was man sieht, jedoch schwer, einen genauen Zeitpunkt zu nennen, vor allem im Hinblick auf eine Jahreszahl.

An anderer Stelle heißt es in Buchelas Memoiren:

Die inneren Unruhen in Europa werden zunehmen. Ihr werdet es mit Leuten zu tun bekommen, die, ohne auf das Allgemeinwohl zu achten, ihren Willen durchsetzen. Dies sind zwar nur wenige, aber sie werden die großen Gruppen [wohl die politischen Parteien°] führen. Und die Großen [die regierenden Politiker°] werden aus Feigheit stillhalten. 21

oder:

Eine Macht, der ihr nicht auf die Finger schauen könnt, will euch um die Früchte eures Schweißes bringen. Denkt nicht, dass ihr für tausend Mark Rente in zwanzig Jahren [2003°] das Gleiche kaufen könnt wie am heutigen Tag. […]

Sie werden euer Geld töten und euren Glauben missbrauchen. Zeiten werden kommen, in denen die, die vertraut haben, nicht das tägliche Brot beißen können – weil es ihnen fehlt. Habt Acht auf die, die euch mit dem Gesetz verführen wollen, sie sind nicht ehrlich.22

»Geld töten« – das ist der Crash! Sollten brave CDU/CSU-Wähler und Wähler der SPD, FDP und Grünen nach einem Finanzcrash am eigenen Leibe Hunger erfahren, dürfte es innerhalb weniger Tage zu landesweiten Unruhen kommen.

Der Zeitpunkt des Crashs

Soweit mir bekannt, weiß niemand, wann der Finanzcrash kommt; weder das Jahr noch der Monat; weder Hellseher noch irgendwelche Wirtschaftsexperten.II

Aber der Crash ist an einer bestimmten Stelle in die prophezeite Ereignisabfolge eingefügt: Der Crash müsste (auch rein logisch gesehen) vor Ausbruch der Unruhen in Europa stattfinden, und die Unruhen wiederum würden laut Prophetie nur wenige Monate vor Kriegsausbruch beginnen, vielleicht nur wenige Wochen davor. Der traditionellen europäischen Prophetie nach würde der Krieg in Europa im Hochsommer eines Jahres X Ende Juli/Anfang August ausbrechen (siehe Vorzeichen des Krieges).

Die Wechselbeziehung Euro/Weltfinanzsystem

Neben dem instabilen Weltfinanzsystem (Überschuldung, Nullzinspolitik, Spekulationsblasen) haben wir auch weiterhin die Euro-Raum-Krise. Das Internet und der Buchmarkt quellen sozusagen seit Jahren über von kritischen Analysen entsprechender Ökonomen, Börsen- und Bankeninsider.

Was die traditionelle europäische Prophetie betrifft, so finden sich in den älteren Quellen – sagen wir vor 1940 – kaum Hinweise auf einen Finanz- oder Wirtschafts­crash, wohl aber bei jüngeren Quellen, beispielsweise beim bekannten bayerischen Hellseher Alois Irlmaier (gest. 1959), 1973 beim New Yorker Evangelisten David Wilkerson (1931–2011)23, noch deutlicher bei Buchela (gest. 1986) und bei Gabriele Hoffmann, der bekannten Berliner Wahrsagerin, die dort seit inzwischen 40 Jahren die Schönen, Reichen und Mächtigen berät.24

In älteren europäischen Prophezeiungen findet sich kaum etwas Verwertbares im Hinblick auf eine schwere Wirtschaftskrise. Was man jedoch öfter findet, sind Voraussagen zu Unruhen und Bürgerkriegen, die etwa zeitgleich in traditionell wirtschaftlich starken Staaten Europas ausbrechen sollen – insbesondere in Frankreich und Italien, aber auch in Deutschland. Das ist ein wichtiger Aspekt: die Gleichzeitigkeit der Unruhen in Europa. In den entsprechenden Prophezeiungen zeichnet sich indirekt eine gesamteuropäische Ursache für die Unruhen ab; eine gesamteuropäische Ursache, die Prophezeiungsforschern wie mir lange Zeit rätselhaft geblieben ist. Seit dem Ausbruch der Euro-Krise liegt die mögliche Ursache jedoch auf der Hand.

Dass ein Euro-Crash der Treibsatz für nachfolgende bürgerkriegsähnliche Zustände in Europa sein könnte, ist beileibe kein von der Prophetie inspiriertes Hirngespinst, sondern Common Sense und Grundwissen der hiesigen politischen Klasse, bis hinein in die Polizeiapparate und die Chefetagen der Massenmedien.

Dort weiß man: Ein Euro-Crash bedeutet Unruhen: Vor der Gefahr von Bürgerkriegen in Europa wurde schon im Jahre 2012 auf dem damaligen Höhepunkt der Euro-Krise in den deutschen Massenmedien gewarnt.

So warnte der beliebte, inzwischen verstorbene Altkanzler Helmut Schmidt im November 2012: „Wir stehen vielleicht vor einer Revolution in Europa.“25 Wenige Wochen danach, am 10. Januar 2013, warnte der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber in einer Maybrit-Illner-Sendung (ZDF), er sähe eine „ganz harte Bewährungsprobe für die Demokratie“ für folgende Staaten: „Griechenland, Spanien, Portugal, Irland, Italien und Slowenien.“ Ein paar Minuten später ergänzte der Wirtschaftsjournalist Frank Lehmann: „Wir stehen vor einer Revolution in diesen Ländern.“ Mit am Tisch bei Maybrit Illner saß der damalige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, der seinerseits keinerlei Anstalten machte, die Worte Frank Lehmanns zu relativieren, genauso wie der ebenfalls anwesende Dieter Hundt, Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Gabriels und Hundts schweigende Zustimmung zur „Revolutionswarnung“ zeigt, dass sie die Lage ähnlich wie Lehmann einschätzen.

Der Zusammenhang von Euro-Crash und „Revolution“ auch in Deutschland ist, wie man sieht, im Prinzip der gesamten (!) politischen Klasse bewusst.

All das bedeutet für den Leser zweierlei: Zum einen sollte der Leser die verbleibende Zeit nutzen, um seine finanziellen Verluste im Crash-Fall gering halten zu können. Der Leser sollte einen Teil seiner finanziellen Mittel in Hardware umtauschen: Gold, Silber, Lebensmittelvorräte usw. Auch zu diesem Thema gibt es seit Jahren eine Fülle von Literatur, im Internet leicht zu finden unter dem Stichwort Krisenvorsorge.

Der zweite Punkt ist, dass der Leser oder die Leserin die wirtschaftliche Entwicklung in Europa und der Welt genauer verfolgen sollte, wobei die etablierten Massenmedien für ein eingehenderes Studium so gut wie nutzlos sind, da sie über zu vieles gar nicht, zu spät, verharmlosend oder verzerrend berichten.

Bürgerkriegsvoraussagen

Das Wort Bürgerkriege ist in diesem Zusammenhang eigentlich unpassend, da den Prophezeiungen nach nicht von Volksmassen mit ganzen Armeen auszugehen ist, die innerhalb eines Landes gegeneinander kämpfen. Der Wortschatz der deutschen Sprache ist im Hinblick auf das, was die Prophezeiungen zum Bürgerkrieg voraussagen, etwas zu begrenzt. Unruhen wäre zu schwach, Chaos wäre auch zu schwach und Aufstände klingt zu sehr nach Fremdbeherrschung.

Womit der europäischen Prophetie nach zu rechnen wäre, ist ein zeitlich begrenzter totaler Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung; die zeitweise vollkommene Abwesenheit jeglicher Ordnungskräfte, und das zudem in einer Situation, in der die Lebensmittelversorgung komplett zusammengebrochen ist und es überall – insbesondere in Ballungsräumen – zu Plünderungen kommt: erst auf Geschäfte, dann bei vermögenden Privatpersonen, dann bei jedermann.

Glaubt man der europäischen Prophetie, so würden diese Unruhen – von Ausnahmen abgesehen – erst unmittelbar vor dem „dritten Weltkrieg“ ausbrechen, nur wenige Wochen zuvor, vielleicht nur Tage.

Glaubt man Alois Irlmaier (~1950) und einer gewissen Katharina aus dem Ötztal (1951), so dauert die gefährlichste Phase der Unruhen im Großraum München nur drei Wochen (Irlmaier26) und in Westtirol nicht viel länger; vielleicht 3 bis 4 Wochen (Katharina).27 Dabei handelt es sich wie gesagt um die ersten Wochen unmittelbar nach Kriegsausbruch.

Da die europäische Prophetie den Kriegsausbruch in Mitteleuropa mit hohem Übereinstimmungsgrad für die Getreideernte28 vorhersagt, konkret die Weizenernte (Ende Juli/Anfang August), wären die bürgerkriegsähnlichen Unruhen spätestens zum Sommer des Kriegsjahres zu erwarten. Bräche Ende Juli/Anfang August der Krieg aus, wäre der Staat nicht mehr in der Lage, die Unruhen einzudämmen. Zunächst hätte er mit der Bekämpfung der Roten Armee Wichtigeres zu tun.

Ein Teil der Unruhen stünde natürlich im Zusammenhang mit Lebensmittel-Beschaffungskriminalität, und damit zusammenhängender Verteilungskämpfe und Raubzüge; das alles natürlich mit Schwerpunkten in Ballungszentren.

Eine zweite, parallel auftretende Form von Bürgerkrieg wären den betreffenden Quellen nach in Deutschland (Österreich und anderswo) lebende Ausländer, die wirtschaftlich zu schlecht integriert und zu schlecht abgesichert sind und die innerhalb der versorgungsbedingten Unruhen ein Eigenleben entwickeln. Hinweise auf ab Kriegsbeginn aufreißende und nicht mehr überbrückbare Gräben zwischen deutscher Stammbevölkerung und den „Fremden“ finden sich in einer kleinen Gruppe älterer Prophezeiungen.29 Diese Quellen legen die Deutung nahe, dass es ab Kriegsausbruch zwischen der deutschen Stammbevölkerung und den „Fremden“ an verschiedenen Stellen im deutschsprachigen Raum zu besonderen Gewaltexzessen kommt (siehe auch hier, Lied der Linde „bunter Fremdling“).

Was mögliche geografische Schwerpunkte betrifft, wäre mit den härtesten Verteilungskämpfen in Großstädten zu rechnen. Und es scheint naheliegend, dass das, was in Großstädten geschieht, auf das Umland der Städte ausstrahlt. Mit plündernden Horden im Umland großer Städte wäre nach Kriegsausbruch innerhalb ganz weniger Tage zu rechnen. Und es ist klar, dass entsprechende Plünderertrupps als Erstes aus solchen Milieus heraus entstehen, die traditionell sowieso eine hohe Kriminalität aufweisen.

Neben der zwangsläufigen unvermeidlichen Lebensmittel-Beschaffungskriminalität der Stammbevölkerung und gewissen Kontrollverlust-Nebeneffekten bei jüngst Zugewanderten, bestünde den Prophezeiungen nach eine dritte Bürgerkriegsform in gezielten Rachefeldzügen aus der Stammbevölkerung heraus gegen Vertreter des bisherigen „Systems“ oder gegen jene, die man (auch fälschlicherweise) für solche hält.30 Die in den betreffenden Quellen (siehe unten) beschriebene Wut der „kleinen Leute“ deutet auf ein lange Zeit angestautes Gefühl des Betrogenwordenseins in der ganz normalen Bevölkerung.

Eine solche Wut breiter Bevölkerungsschichten wäre einfach zu erklären, sollte die Einheitswährung Euro noch vor Kriegsausbruch kollabieren und die Bürger im Zuge des Crashs sämtliche Ersparnisse (insbesondere ihre Altersvorsorge) verlieren.

Der politischen Klasse würde es dann nicht mehr gelingen, dem Volk vorzugaukeln, der Euro-Crash wäre unvorhersehbar gewesen, schließlich gab es weit über zehn Jahre lang massive Kritik an der Konstruktion der Euro-Einheitswährung, und viele dieser Kritiker hatten auf dem Höhepunkt der Eurokrise 2011/12 auch ausgiebig Gelegenheit, ihre Kritik in führenden Massenmedien, insbesondere im Fernsehen zur besten Sendezeit vorzubringen. Die im Normalfall bei Politikern so beliebte Notlüge „Das konnten wir nicht ahnen“ würde im Fall des Euro-Crashs definitiv nicht funktionieren. Dann würde sich rächen, dass man dem Bürger in der letzten Zeit vor dem Euro-Crash immer wieder gepredigt hat: „Vertraut uns, wir haben das Euro-Problem im Griff.“

Ein Euro-Crash würde der Glaubwürdigkeit der gesamten politischen Klasse in Euro-Europa einen extrem harten Schlag versetzen; wahrscheinlich mit der Folge, dass auch die etablierten Massenmedien die Kontrolle über die öffentliche Meinung verlieren. Im Falle des Euro-Crashs stünde also so einiges auf dem Spiel.

Eine weitere Quelle der Volkswut dürfte – wenn er denn je käme – der Krieg mit Russland sein, und zwar dann, wenn die deutschen Bürger irgendwann nach Kriegsausbruch zu glauben beginnen, die NATO sei schuld am Krieg, bzw. die russlandfeindliche Politik der NATO. Die Überzeugung „Berlin ist schuld am Krieg“ wäre unter bestimmten Umständen sicher mehrheitsfähig. So war ein Großteil der deutschen Bevölkerung absolut empört, als Politik und Massenmedien im Jahre 2014 infolge der Ukrainekrise in aller Öffentlichkeit und für jeden sichtbar mit großem Eifer ein neues Feindbild Russland aufbauten.

Beispiele für das Anti-Putin-Sperrfeuer westlicher Medien im Jahre 2014:



Abb.4: News-Magazin (Ö), 6. März 2014 »Der Feind der Welt« Abb.5: Time-Magazin, 17. März 2014 »Putin’s Gamble«(der Kopf war rot!) Abb.6: Der Spiegel (D), 28. Juli.2014 »Stoppt Putin jetzt«

Vier Jahre später scheint die permanente Putin-Kritik und die permanente Anti-Putin-Hetze über die gesamte Breite der etablierten Massenmedien dazu geführt zu haben, dass ein großer Teil der Bevölkerung Russland inzwischen doch als Bedrohung empfindet. So heißt es in einer Umfrage des ZDF-Politbarometers von März 2018, 53 % der Deutschen würden sich »große oder sehr große Sorgen« machen, würde Putin wiedergewählt.31 Trotzdem leben in Deutschland immer noch viele Millionen Menschen, die Russland gegenüber nicht so misstrauisch eingestellt sind (20 % wollten laut ZDF-Politbarometer Putins Wiederwahl), die weiter eine Freundschaft zu Russland wollen und die im Umkehrschluss gerade diejenigen deutschen Politiker und Massenmedien als Bedrohung empfinden, die fortgesetzt Feindschaft zwischen Russland und dem Westen schüren.

Praktisch sämtliche Vertreter der von den etablierten Massenmedien kaum wahrgenommenen Friedensbewegung im deutschsprachigen Raum kommen zu der geostrategischen Analyse, dass maßgebliche Kreise in der NATO sowohl in den USA als auch in Europa versuchen, einen ernsten Konflikt mit Russland zu provozieren; ein Konflikt, der dann irgendwann in einem dritten Weltkrieg endet.

Kurzer Hinweis zur Schreibweise „dritter Weltkrieg“

Wenn es um den prophezeiten dritten Weltkrieg geht, setze ich „dritter Weltkrieg“ immer in Anführungszeichen, um den hypothetischen Charakter dieses Szenarios zu betonen. Neben einem übersinnlich inspiriert prophezeiten „dritten Weltkrieg“ gibt es natürlich auch noch einen dritten Weltkrieg als militärisches Planungsszenario oder als theoretische Möglichkeit der Weltpolitik.

Die Gefahr eines provozierten dritten Weltkrieges wird von diesen Analysten und Warnern seit 2014 immer wieder ohne Umschweife angesprochen (siehe youtube.com): von Leuten wie dem bekannten Friedensforscher Dr. Daniele Ganser, der ehemaligen langjährigen Tagesschau-Sprecherin und Autorin Eva Herman, dem Journalisten und Gründer des bekannten Internet-Medienportals KenFM Ken Jebsen, dem bekannten Dramatiker Rolf Hochhuth, dem ehemaligen ARD-Auslandsjournalisten und Parteigründer Christoph Hörstel, der langjährigen Russland-Korrespondentin der ARD und Bestsellerautorin Gabriele Krone-Schmalz, dem Publizisten und SPD-Politiker Albrecht Müller, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Popp AG und heutigen Führungsfigur der Wissensmanufaktur Andreas Popp, dem Geopolitik-Analysten Prof. Dr. Reiner Rotfuß und Willy Wimmer, 33 Jahre Bundestagsmitglied für die CDU und ehemaliger parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium (und etliche andere mehr).

Käme es tatsächlich zum dritten Weltkrieg, ist anzunehmen, dass ein erheblicher Teil der Bürger Deutschlands ihre eigene Regierung als mitschuldig an diesem Krieg empfinden, denn ähnlich empfinden schon heute 100.000de, auch, wenn sie (bisher) in den Massenmedien nahezu totgeschwiegen werden. So oder so wird allen auffallen, dass es das politische Berlin seit Putins Machtantritt 1999 versäumt hat, stabile freundschaftliche Beziehungen zu Russland aufzubauen, und dass Berlin sich stattdessen ohne Not der antirussischen Politik Washingtons gebeugt und angeschlossen hat.

Die Wut der Deutschen auf ihre Regierung könnte sich im Kriegsfall noch weiter steigern, gäbe es keine funktionierenden Zivilschutzpläne – würde die Regierung also erneut katastrophal versagen. Bräche der Krieg aus und würde der Bürger ohne Hilfe des Staates dastehen, gäbe das sehr schnell sehr viel böses Blut.

Der plötzliche Kriegsausbruch

In den europäischen Prophezeiungen wird immer wieder vorausgesagt, dass der Krieg in Europa vollkommen überraschend ausbricht.32 Die Quellen sind zwar nicht 100-prozentig deckungsgleich, aber das Moment der Überraschung überwiegt eindeutig. In einer Quelle heißt es exemplarisch: „Wenn kein Kaiser, König, Kardinal und Bischof es erwarte.“33Gerade der immer wieder vorausgesagte (angeblich) völlig überraschende Ausbruch des Krieges spricht für eine fehlende Vorsorge und ein totales Versagen der deutschen Politik und staatlichen Stellen im Vorfeld des Krieges.

Die entsprechenden Voraussagen zu den Bürgerkriegen habe ich in meinem Buch ›Countdown Weltkrieg 3.0‹ eingehender behandelt.

Im vorliegenden Buch möchte ich nur eine Quelle zum Thema Bürgerkrieg behandeln. Diese Quelle sind die sogenannten Feldpostbriefe vom August 1914; zwei Briefe, die ein bayerischer Soldat kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges an seine Familie geschickt hat und deren Echtheit meines Wissens von keinem Kenner der europäischen Prophetie ernsthaft angezweifelt wird. Zur Untersuchung dieser Prophezeiung durch den Parapsychologen Prof. Hans Bender siehe hier im Anhang.34 1983 schreibt Professor Bender: »Umfangreiche Nachforschungen ließen an der Authentizität der Feldpostbriefe kaum einen Zweifel.«35

Die Feldpostbriefe zählen zu den bekanntesten deutschsprachigen Prophezeiungen und wurden im Jahre 1955/56 erstmals vom oberbayerischen Benediktinermönch Pater Frumentius veröffentlicht.36 Pater Frumentius war u. a. Beichtvater von Kardinal Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI. Die Tätigkeit als Ratzingers Beichtvater ist wohlgemerkt kein Gerücht; diese Information stammt aus einem Buch von Papst Benedikts „Leibliteraten“ Peter Seewald.37

Die Dokumentation der Feldpostbriefe ist verglichen mit anderen Fällen erfreulich gut, und der Leumund von Pater Frumentius spricht für die Echtheit dieser Quelle.

Allerdings gibt es bei den Feldpostbriefen ein Problem, das sich aus der Überlieferungshistorie ergibt: Die Aussagen selbst stammen (angeblich) ursprünglich von einem seherisch sehr begabten französischen Seher, der vom deutschen Militär aufgegriffen worden war. Der französische Seher hat seine Visionen dann einem deutschen Offizier mitgeteilt, der sie wiederum ein paar untergebenen Soldaten weitererzählt hat, wovon einer mit Namen Andreas Rill in zwei Briefen seinen Angehörigen in Bayern darüber geschrieben hat. Die Prophezeiung selbst umfasst den ganzen Zeitraum vom Beginn des Ersten Weltkrieges, über den Zweiten Weltkrieg bis in die Zeit nach dem „dritten Weltkrieg“.

An einigen Stellen der 1914er Feldpostbriefe erkennt man recht gut, dass im Laufe der Überlieferung einige Szenen oder Zeitabschnitte durcheinandergeraten sind; es taucht dann plötzlich im „dritten Weltkrieg“ eine Szene aus dem Zweiten Weltkrieg auf. Es gibt also Fehler in der Abfolge der Szenen.

Im ersten der beiden Briefe, geschrieben am 24. August 1914, rund vier Wochen nach Kriegsausbruch, notiert der Soldat Andreas Rill die Worte des Sehers so, wie sie aus dem Munde des Offiziers bei ihm angekommen sind:

Die Zeit beginnt zirka 32 und dauert neun Jahre. 38

Die Herrschaft Adolf Hitlers begann am 30. Januar 1933 mit der sogenannten Machtergreifung. Diese Datumsvoraussage ist bemerkenswert genau – eine Abweichung von 30 Tagen bezogen auf rund 18 Jahre ist erstaunlich gering. Zutreffende genaue, echte und einwandfrei dokumentierte Datumsvoraussagen sind meiner Erfahrung nach extrem selten. Und auch in den Feldpostbriefen kommt im Anschluss gleich ein Datumsfehler: Die „Zeit“ hat bis 1945 zwölf Jahre gedauert, nicht neun.

Im ersten Feldpostbrief geht es weiter:

… neun [zwölf!°] Jahre, alles geht auf eines Mannes Diktat – sagt er [der franz. Seher°] – dann kommt die Zeit 38, [?] werden überfallen und zum Krieg gearbeitet. 39

Bei [?] fehlt das Objekt, vermutlich sind Österreich und die Tschechoslowakei gemeint. Im Jahre 1938 kam es zum „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich, und im selben Jahr folgte die Besetzung des Sudetenlandes in der Tschechoslowakei. Mit »die Zeit 38« haben wir die zweite zutreffende Datumsangabe in den Feldpostbriefen.

Der Krieg selbst endet schlecht für den Mann und seinen Anhang.

Das Volk steht auf mit den Soldaten.

Denn es kommt die ganze Lumperei auf und es geht wild zu in den Städten. 40

Am Anfang des Zitates geht es noch um die Zeit des „dritten Reiches“ und Adolf Hitler (»auf eines Mannes Diktat«), auf den sich der Seher noch an einer anderen Stelle bezieht. So heißt es im zweiten Feldpostbrief vom 30. August 1914:

Der Mann und das Zeichen [Hakenkreuz°] verschwinden, und es weiß niemand wohin, aber der Fluch im Innern bleibt bestehen. 41

»Es weiß niemand wohin« bezieht sich letztlich auf Hitlers Leichnam. Tatsächlich ist der Verbleib von Hitlers sterblichen Überresten bis heute ungeklärt! Knochenreste (Schädel und Kiefer) aus einem russischen Archiv, die man Hitler lange Zeit zugeordnet hatte, haben sich zwischenzeitlich nach einer DNA-Untersuchung als von einer Frau stammend herausgestellt!

Im Zusammenhang mit den prophezeiten Unruhen sind zwei Sätze des obigen Zitats von besonderem Interesse: Unmittelbar nach dem (vermutlichen) Tode Hitlers (»Der Krieg […] endet schlecht für den Mann und seinen Anhang«) heißt es – wie wir eben schon lasen:

Das Volk steht auf mit den Soldaten.

Denn es kommt die ganze Lumperei auf und es geht wild zu in den Städten. 42

Bei »es kommt die ganze Lumperei auf [raus°]« denkt man als Deutscher im Zusammenhang mit der Hitler-Herrschaft unweigerlich an Konzentrationslager und Holocaust. Das Problem ist nur, dass das deutsche Volk nie wegen des Holocausts rebelliert hat. Tatenlos dem großen Verbrechen zusehen und seinen Lauf nehmen lassen ist ja gerade die Wurzel der deutschen Schuld: Das deutsche Volk ist nie gegen den Holocaust „aufgestanden“. Und schon gar nicht sind die deutschen Soldaten dagegen aufgestanden. Die deutschen Soldaten befanden sich unmittelbar nach Kriegsende erst einmal in Kriegsgefangenschaft. Die deutschen Soldaten haben gekämpft bis zum Schluss. Dann haben sie sich den Alliierten ergeben. Und von der Front ging es schnurstracks ins Kriegsgefangenenlager. Die deutschen Soldaten hatten schlicht und einfach keine Zeit für Aufstände. Gegen wen oder was auch immer.

Ohne Zweifel haben wir an dieser Stelle der Feldpostbriefe einen semantischen Bruch. So gesehen scheint es plausibler, die wilden Szenen in den Städten der Zeit nach dem „dritten Weltkrieg“ zuzuordnen und für den Bruch in der Chronologie eine Verwechslung in der Überlieferung (Seher-Offizier-Soldat) verantwortlich zu machen. Entweder die Szenen sind durcheinandergeraten oder die Feldpostbriefe sind als Quelle unbrauchbar.

Meine obige Annahme, es würde sich bei den wilden Szenen in den Städten nach Kriegsende um Szenen kurz nach dem „dritten Weltkrieg“ handeln, bestätigt sich jedoch weiter, wenn man in dem Feldpostbrief weiter liest, wie die wilden Zustände in den Städten nach dem Kriege im Detail ausgemalt werden:

Er [der Hellseher°] sagt, man soll in dieser Zeit kein Amt oder sonst dergleichen annehmen, alles kommt an den Galgen oder wird unter der Haustüre aufgehängt, wenn nicht am Fensterblöcke hingenagelt, denn die Wut unter den Leuten sei entsetzlich, denn da kommen Sachen auf [raus°], unmenschlich. […] 43

Solche Szenen gab es in Deutschland weder nach dem Ersten noch nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Beschreibung der Situation ist überdies auch viel zu plastisch, als dass man sie auf ein im Zuge der Überlieferung missverstandenes Wort oder einen vernuschelten Halbsatz zurückführen könnte.

Zu den ganzen Lumpereien, die nach dem Kriege bekanntwerden: Es fällt auf, dass der Briefeschreiber nicht weiter auf diese eingeht, obwohl entsprechende Informationen und Gerüchte ja ursächlich für die Gewaltexzesse wären. Hier wird bewusst auf eine Information verzichtet, die dem Briefschreiber sehr wohl bekannt gewesen sein muss, da man den französischen Seher mit Sicherheit nach den Ursachen der unglaublichen Gewaltexzesse gefragt haben wird.

Die Feldpostbriefe beschreiben also eine Situation, in der es ab Kriegsende keinerlei öffentliche Ordnungsmacht mehr gibt, weder eine deutsche noch eine französische oder amerikanische noch sonst eine. Das Fehlen jeglicher Ordnungsmacht wäre historisch gesehen absolut neu in Deutschland.

Auch der nachfolgende Satz des ersten Feldpostbriefes deutet eher auf eine Situation nach Ende des „dritten Weltkrieges“ (Sie finden beide Briefe im Anhang):

Vom Krieg selbst sagt er, dass keiner was bekommt vom anderen [offenbar Territorien°], und wenn sich die Schweiz an Deutschland anschließt, dann dauerts nicht mehr lang, und der Krieg ist aus. 44

Die Schweiz hat weder am Ersten noch am Zweiten Weltkrieg teilgenommen. Diese Stelle passt wenn, dann nur zum „dritten Weltkrieg“. Und so ist es auch mit dem anderen Punkt: Nach dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg musste das Deutsche Reich große Gebiete abtreten. Da haben die anderen Länder sehr wohl „was“ bekommen. Verliert Deutschland nach dem Kriege keine Gebiete, deutet auch das auf den „dritten Weltkrieg“.

Die Prophezeiung geht weiter.

Deutschland werde zerrissen , und ein neuer Mann tritt zutage, der das neue Deutschland leitet und aufrichtet. 45

Das dürfte ein weiterer Schnipsel aus der Chronologie sein, der im Laufe der Überlieferung verrutscht ist. Bei „Deutschland zerrissen“ geht es um die Zeit des Kalten Krieges und die Zweiteilung Deutschlands in BRD und DDR als Widerspiegelung der ideologischen Spaltung der Welt unter den Supermächten USA und UdSSR. Der neue Mann müsste folglich Kanzler Konrad Adenauer sein.

Der Feldpostbrief geht weiter:

Wer dann das fleißigste Volk besitzt, erhält die Weltherrschaft. England wird dann der ärmste Staat in Europa, denn Deutschland ist das fleißigste Volk der Welt. [sagt ein Franzose!°] 46

Auf den ersten Blick und bei sehr oberflächlicher Betrachtung könnte man aus diesen zwei Sätzen eine Bundesrepublik Deutschland herausdeuten, die „Exportweltmeister“ wird. Doch »Weltherrschaft« als Umschreibung für „Exportweltmeister“ wäre völlig überzogen, schließlich befinden sich auch heute (2018) noch US-amerikanische Truppen mit Atomwaffen auf deutschem Gebiet. Der US-Geheimdienst NSA kann ungestört die gesamte elektronische Kommunikation innerhalb Deutschlands abhören, die USA können Deutschland zu Wirtschaftssanktionen gegenüber Russland zwingen usw. Und da soll Deutschland angeblich die »Weltherrschaft« haben? Unfug!

Eine zukünftige globale (!) Vormacht Deutschlands in der Zeit nach einem „dritten Weltkrieg“ finden wir – man lese und staune – allerdings auch beim 1926 verstorbenen südafrikanischen Seher Nicolaas van Rensburg, auf den ich noch ausführlich zurückkommen werde. Die inhaltliche Parallele der Feldpostbriefe zu Nicolaas van Rensburg bedeutet natürlich nicht, dass die Feldpostbriefe mit »Wer dann das fleißigste Volk besitzt, erhält die Weltherrschaft« „recht“ haben. Aber es bedeutet, dass wir uns Nicolaas van Rensburgs Visionen genauer ansehen sollten (siehe Nicolaas van Rensburg (1864–1926)).

Was das »England wird dann der ärmste Staat in Europa« betrifft, folgende Anmerkung: Im Jahre 2016 betrug das nominale Bruttoinlandsprodukt in Großbritannien rund 2,6 Billionen US-Dollar. Zum Vergleich: das von Frankreich betrug im selben Jahr 2,5 Billionen US-Dollar. England, der »ärmste Staat in Europa« wäre aus der heutigen Perspektive hanebüchener Unfug.

Anders sähe es gemäß europäischer Prophetie in der Zeit nach dem „dritten Weltkrieg“ aus: Glaubt man den entsprechenden Quellen, so wäre praktisch der gesamte Südosten Englands einschließlich London im Meere versunken oder durch Überflutungen verwüstet.47 Die City of London (ca. 40 Meter über Normalnull), die bis etwa 2014 noch vor New York als das führende Weltfinanzzentrum galt und die die Hauptgeldmaschine des Vereinigten Königreiches ist, existierte nicht mehr, und auch ein Großteil der Ackerfläche im Südosten des Landes. Tatsächlich wird die Zukunft Englands in der europäischen Prophetie besonders düster ausgemalt. Der norwegische Seher Anton Johansson hatte eine Vision im Jahre 1907 und sah unter anderem:

… Alle Nordseestaaten waren fühlbar in Mitleidenschaft gezogen worden, doch kein Land schien so schwer betroffen zu sein wie Großbritannien und dort besonders die Ostküste … 48

Auch im Hinblick auf das Schicksal Großbritanniens liegen die Feldpostbriefe auf der Linie der europäischen Prophetie.

Der Brand von Paris und der Ausbruch der Unruhen

So weit die Feldpostbriefe, deren Voraussagen zu Unruhen in Deutschland und meine These, dass die Unruheszenen aus dieser Prophezeiung der Zeit des „dritten Weltkriegs“ zuzuordnen sind.

Was nun die Frage betrifft, wie lange vor dem russischen Angriff die Unruhen in Europa ausbrechen sollen, will ich kurz auf den von verschiedenen Quellen prophezeiten Brand von Paris eingehen. Der Brand von Paris ist ein wichtiger Angelpunkt in der Chronologie unmittelbar vor Kriegsausbruch: Paris soll von den eigenen Bürgern (!) angesteckt werden und genau dann brennen, wenn die Russen am Rhein stehen.49

Den Brand von Paris kann man sich rein praktisch in etwa so vorstellen: An irgendeinem Montag im Hochsommer eines Jahres X, viele Franzosen genießen ihren Sommerurlaub, eskalieren in Paris Unruhen mit zahllosen von Demonstranten gelegten Bränden, die die Pariser Feuerwehr irgendwann nicht mehr löschen kann; entweder weil es zu viele sind oder weil die Feuerwehr von den Aufständischen während der Löscharbeiten auch noch angegriffen wird.50

Am frühen Morgen des darauffolgenden Sonntags erfolgt dann der Angriff der russischen Armee. Der Vorstoß durch Deutschland wird von den betreffenden Prophezeiungen als sehr schnell vorausgesagt, und ein sehr schneller Vorstoß der Russen Richtung Rhein ist auch das, womit die NATO im Kalten Krieg gerechnet hat. Westliche Militärs glaubten seinerzeit, die Russen erst am Rhein stoppen zu können. Für den russischen Durchstoß von der DDR bis an den Rhein rechnete man damals in Planspielen durchaus auch mit drei Tagen. Heute würde es ein paar Stunden länger dauern, da die Rote Armee erst einmal durch Polen müsste – das wären rund 600 Kilometer. Und wer glaubt, diese 600 Kilometer zusätzlicher Puffer würden Deutschland vor dem Schlimmsten bewahren, der darf das gerne glauben.

Die Eskalation der Unruhen in Paris und Frankreich wären also erst ganz kurz vor dem Krieg zu erwarten, wobei man unter Unruhen natürlich vieles verstehen kann. Ich persönlich vermute, dass die Unruhen in Frankreich bis zum Brand von Paris noch mit den üblichen Polizeimethoden in Schach gehalten werden können.

Andererseits müssten sich die konkreten und akuten Ursachen für die Unruhen in Frankreich schon einige Zeit vorher abzeichnen. Die Lage in Frankreich sollte man also unbedingt im Auge behalten. Und man sollte sich nicht Sand in die Augen streuen lassen von irgendwelchen neuen französischen Möchtegernhoffnungsträgern.

Zusammenfassung

Halten wir fest, dass im Falle eines Euro-Crashs in ganz Europa mit Unruhen zu rechnen wäre und dass diese Folge eines möglichen Euro-Crashs seit Jahren der politischen Elite in Deutschland und anderswo nachweislich bekannt ist!

Genau ein solches Szenario mit Unruhen, die etwa zeitgleich in mehreren Staaten Europas ausbrechen, wird von der traditionellen europäischen Prophetie vorausgesagt, und zwar als eines der letzten Vorzeichen für einen unmittelbar darauf im Hochsommer eines Jahres X ausbrechenden Krieg in Mitteleuropa.

Der „dritte Weltkrieg“


Abb.7: Prophezeite Kriegsgebiete in Europa

Eine Zusammenstellung der prophezeiten geografischen Angaben zum „dritten Weltkrieg“ in Europa, jeweils von solchen Quellen, die definitiv oder mit hoher Wahrscheinlichkeit einen „dritten Weltkrieg“ voraussagen. Mehr Kartenmaterial findet sich in meinem Buch ›Refugium‹, weitere Quellen in ›Prophezeiungen, alte Nachricht ...‹.

Die wichtigsten Voraussagen der traditionellen europäischen Prophetie zum „dritten Weltkrieg“ lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1.Dieser Krieg – schwerpunktmäßig ein Krieg zwischen NATO und Russland – würde keinesfalls das Ende der Welt bedeuten, da es nicht zum viel befürchteten alles vernichtenden Atomkrieg kommen soll (siehe Der ausbleibende Atomkrieg).

2.In Mitteleuropa würde der Krieg nur rund drei Monate dauern (siehe Die Dauer des Krieges).

3.Wenn, dann würde der Krieg im Hochsommer eines Jahres X Ende Juli/Anfang August ausbrechen.51

4.Den betreffenden Quellen nach müsste es in den Monaten vor Kriegsausbruch zu einer Reihe spezifischer, unverwechselbarer Entwicklungen und Ereignissen kommen, so dass der informierte Bürger den heranrückenden Krieg frühzeitig genug erkennen dürfte und nicht überrascht werden sollte (siehe dazu mein Buch ›Countdown Weltkrieg 3.0‹). Der Kriegsausbruch selbst wird aber extrem oft als völlig überraschend beschrieben.52 Meiner Einschätzung nach beträfe das Überraschungsmoment aber nur solche Bürger, die sich von Politik und Massenmedien einlullen lassen und zu dumm oder zu träge sind, sich selbst zu informieren, was bisher über das Internet absolut kein Problem ist.

5.Im deutschsprachigen Raum sollen die meisten Kriegsgebiete nördlich der Donau und östlich des Rheines liegen.

Grundsätzlich gibt es genug Voraussagen von genug Quellen zum Verlauf des „dritten Weltkrieges“, dass sich der gesamte Ablauf dieses Krieges in Europa ziemlich genau skizzieren lässt.

6.Formal gesehen würde der Krieg zwar durch einen Überraschungsangriff Russlands ausgelöst. Tatsächlich müsste man den Krieg aber im Zusammenhang sehen mit einem langfristigen Plan, einen Weltstaat zu errichten. Russland wäre das entscheidende Hindernis auf dem Wege dorthin (siehe unten) und würde durch eine anhaltende Isolations- und Strangulierungspolitik der NATO mehr oder weniger zu einem Präventivschlag gegen die NATO gezwungen. Kurz: Der Westen will Krieg und Russland tappt in die Falle.

Lassen Sie mich nun etwas genauer auf die obigen fünf Punkte eingehen:

Der ausbleibende Atomkrieg

Nie im Leben hätte ich in den letzten 25 Jahren neun Bücher zum Thema traditionelle europäische Prophetie geschrieben, wenn in diesen Prophezeiungen ein großer Atomkrieg vorausgesagt würde oder sich dort überzeugende Anhaltspunkte dafür fänden, dass es zu diesem Atomkrieg kommt.

Schließlich würde ein Atomkrieg so aufwändige Vorsorgemaßnahmen erfordern – allem voran ein Atombunker –, dass dies für die meisten Menschen schon aus finanziellen Gründen nicht infrage käme. Es hätte aber keinen Sinn, auf eine Gefahr aufmerksam zu machen, gegen deren Folgen kaum einer etwas ausrichten kann.

Die Frage „Atomkrieg oder nicht?“ auf Basis der entsprechenden Prophezeiungen habe ich in meinem 2001er Buch ›Prophezeiungen – alte Nachricht in neuer Zeit‹ eingehend untersucht und bin über mehrere methodische Ansätze zu dem Ergebnis gekommen, dass gemäß europäischer Prophetie in Mitteleuropa definitiv kein Atomkrieg zu erwarten wäre.

Möglich wären in Europa lediglich vereinzelte Atomexplosionen, die zahlenmäßig aber unter einem halben Dutzend bleiben sollten. Die Vorhersagen zur dreitägigen Finsternis (siehe Die dreitägige Finsternis) ähneln auf den ersten Blick zwar zugegebenermaßen dem, was man vom Atomkrieg erwartet, sind auf den zweiten Blick aber eindeutig von einem Atomkrieg zu unterscheiden.

Die Dauer des Krieges

Da es relativ viele Quellen gibt, die sich zur Dauer des Krieges äußern, und diese Quellen einen erfreulich hohen Übereinstimmungsgrad aufweisen, lässt sich die Kriegsdauer in Mitteleuropa auf etwa drei bis dreieinhalb Monate eingrenzen.53

Der Monat des Kriegsausbruches

Ein noch größerer Übereinstimmungsgrad findet sich bei der Jahreszeit, zu welcher der Krieg ausbrechen soll: Ende Juli/Anfang August bzw. zur Weizenernte in Mitteleuropa.

Dieser Zeitpunkt und seine quellenmäßig gute Absicherung54 ist aus zweierlei Gründen besonders wichtig: Einerseits würde es bedeuten, dass der „dritte Weltkrieg“ nicht jederzeit ausbrechen kann, sondern nur innerhalb eines etwa dreiwöchigen Zeitfensters, andererseits lassen sich die letzten Vorzeichen bezogen auf den Zeitpunkt Hochsommer zeitlich besser einordnen. Ende Juli/Anfang August bilden sozusagen das Rückgrat der Chronologie des Kriegsjahres.

Vorzeichen des Krieges

Darüber hinaus sehe ich keine vertrauenswürdige Möglichkeit, das Jahr des „dritten Weltkrieges“ Jahre im Voraus zu ermitteln. Stattdessen sollte man sich bei Interesse mit den prophezeiten Vorzeichen vertraut machen und den Gang der Welt beobachten.

Vorzeichen des „dritten Weltkrieges“ wären u. a.:

 eine Flüchtlingskrise in Europa, konkret in Deutschland (siehe hier ) und Skandinavien (siehe hier)

 ein europaweiter bzw. weltweiter Finanz- und Wirtschaftscrash

 in mehreren Staaten Europas vor-/revolutionäre Zustände, insbesondere in Italien und Frankreich

 eine ernste militärische Krise im Nahen Osten, die zu eskalieren droht, mit Verwicklung Syriens und Israels

In meinem Buch ›Countdown Weltkrieg 3.0‹ gehe ich ausführlich auf die ganze Vorzeichenthematik ein.

Sichere Gebiete

Zum Thema „Prophezeiungen zu (angeblich) sicheren Gebieten“ ist von mir im Jahre 2016 das Buch ›Refugium – sichere Gebiete nach Alois Irlmaier und anderen Sehern‹ erschienen. Dieses Buch behandelt im Prinzip alles, was ich an Prophezeiungen zum „dritten Weltkrieg“ kenne und was irgendwelche geografischen Informationen enthält.

Die betreffenden geografischen Angaben habe ich in einer Vielzahl von Landkarten zusammengefasst, die bei den deutschsprachigen Gebieten südlich der Donau und westlich des Rheines auch recht detailliert sind.

Die Rolle Russlands

Bei oberflächlicher Lektüre der Prophezeiungen zum „dritten Weltkrieg“ ist Russland der Hauptschuldige, schließlich soll es uns angreifen. Die Liste der Quellen, die Russland als Aggressor voraussagen, ist tatsächlich erdrückend lang, reicht weit in die Vergangenheit zurück, und die Prophezeiungen zum russischen Angriff kommen aus vielen Ländern Europas: nicht nur aus Deutschland und Österreich, sondern auch aus Norwegen, Schweden, Frankreich, Italien und anderen Ländern.55

Unterzieht man die heutige Weltlage aber einer geostrategischen Analyse, so erkennt man, dass Russland nicht der treibende Faktor ist. Russland ist nur das letzte Hindernis auf dem Wege zum Weltstaat. Wäre Russland erst einmal niedergerungen, käme als nächstes China dran, das infolge seiner Rohstoffabhängigkeit (Erdöl) noch leichter zu besiegen wäre als Russland. Wenn China fällt und in das westliche System multinationaler Konzerne integriert ist, bedeutet das faktisch den Weltstaat.

In meinem 2015er Buch ›Was will Putin?‹ gehe ich auf diese Problematik ein und behandle auch ein paar Quellen, denen nach sich Teile der russischen Politikerelite dieser Problematik (Russland als letztes Bollwerk vor dem Weltstaat) sehr wohl bewusst sind. Und nicht nur das; es finden sich auch Indizien dafür, dass Teile der russischen Elite im Rahmen dieses Weltstaates eine geistig-spirituelle Vernichtung der Menschheit befürchten und deshalb „notfalls“ einen atomaren dritten Weltkrieg zu riskieren bereit wären.

Noch einmal zum Mitschreiben: Russland würde nicht warten, bis es vom Westen langsam stranguliert wird. Es würde zuschlagen, solange es noch genug Luft hat!

Zur langfristigen Rolle Russlands:

Was auch immer mit Deutschland in Zukunft geschehen mag, es müsste um der Zukunft Europas willen mittel- und langfristig Freundschaft zu Russland suchen. Sollte es sich dabei um eine echte Freundschaft handeln, müsste diese Freundschaft aus deutscher Sicht auch ein Element der Inspiration beinhalten. Dazu füge ich unten Zitate von zwei Sehern an. Zuvor möchte ich aber noch einmal betonen, dass die drei Weltkriege nur möglich gewesen wären, weil sich Russland und Deutschland von einer dritten Kraft aufeinander hetzen ließen. Die zwei realen Weltkriege und der eine prophezeite Weltkrieg wären ohne einen Kampf, ohne eine geistige Entfremdung zwischen Russen und Deutschen komplett unmöglich (gewesen). Insofern liegt ein Schlüssel zum Weltfrieden definitiv in einer Freundschaft zwischen Russland und Deutschland.

Von dem bekannten und allgemein von Kennern der Prophezeiungsthematik als sehr glaubwürdig eingestuften US-amerikanischen „schlafenden Propheten“ Edgar Cayce (gest. 1945) sind folgende Aussagen überliefert:

„Das [die Zukunft der Religion°] hängt von den Aktivitäten zu vie­ler einzelner ab, als dass sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt [ca. 1943°]pro­gnostiziert werden könnte, denn Veränderungen kommen, so­ viel ist sicher – eine Evolution oder Revolution in den Vorstellungen des religiösen Denkens. Die Grundlage dafür, und zwar für die ganze Welt, wird möglicherweise [siehe unten°] aus Russland kommen; nicht Kommunismus, nein! Eher das, was sein Grundgedanke ist, wie ihn Christus lehrte – seine Art von Kommunismus!“ 56

Rein sprachlich gesehen klingt das natürlich eher nach einer Spekulation Edgar Cayces und nicht nach einer „Schau“. Kurz vor seinem Tode wurde der „schlafende Prophet“ jedoch bestimmter und prophezeite:

„ Aus Russland kommt die Hoffnung der Welt, nicht als das, was manchmal als Kommunismus, als Bolschewismus, bezeichnet wird, nein. Aber die Freiheit, als eine Freiheit, in der jeder einzelne Mensch für seinen Mitmenschen leben wird! Das Prinzip ist geboren. Es wird Jahre dauern, bis es konkrete Form annimmt, aber aus die­sem Russland heraus kommt wieder die Hoffnung der Welt.“ 57

Eine ähnlich klingende Aussage ist von der bekannten bulgarischen Seherin Baba Wanga (gest. 1996) überliefert. Ihre Nichte schreibt in ihrem Buch:

Die Zukunft Russlands war auch Thema eines Gespräches mit dem russischen Schriftsteller Walentin Sidorow im Jahr 1979, bei dem Wanga sagte:

„Alles wird wie Eis schmelzen, nur das eine wird unberührt bleiben – der Ruhm Wladimirs (der Fürst, unter dem Russland einst das Christentum annahm. Anm. d. A.) – der Ruhm Russlands. Niemand kann Russland stoppen. Es wird nicht nur bestehen bleiben, sondern das ‚alte‘ Russland wird durch einen geistigen Aufschwung zum ,Herren‘ der Welt werden. Es wird ein Adler sein, der in die Lüfte steigt und mit seinen Flügeln die ganze Erde beschattet. Alle werden seine geistige Überlegenheit anerkennen, auch Amerika. Das wird aber nicht schnell geschehen, sondern in 60 Jahren [also 2039, doch Vorsicht mit Datumsprognosen, siehe dazu Gabriele Hoffmann gleich im Anschluss°]. Diesem Prozess wird die Annäherung dreier Staaten vorangehen: Chinas, Indiens und Russlands.“ 58

Zur Jahreszahl 2039 findet sich eine Entsprechung, die sich aus einer Vorhersage der bekannten Berliner Wahrsagerin Gabriele Hoffmann ergibt. Gabriele Hoffmann hat mir 2011 in einem Telefon-Interview gesagt, sie habe Russland um 2030als Einwanderungsland wie die USA im 19. Jahrhundert gesehen; ein Russland, in dem auch viele Deutsche ihr Glück suchen.59

Das ist zwar nicht exakt dasselbe Thema wie bei Baba Wanga, spiegelt aber einen Grad von Offenheit gegenüber Russland wider, wie man ihn sich heute in Deutschland kaum vorstellen kann.

Ich selbst vermute, dass die prophezeite Attraktivität Russlands auch mit dem geografischen Polsprung zusammenhängt (siehe Der geografische Polsprung) und – platt gesagt – damit, dass Sibirien auftaut und fruchtbar wird, so dass plötzlich gigantische, bisher menschenleere Gebiete besiedelt werden können.

Baba Wangas Formulierung »Herr der Welt« ist jedoch unglücklich, da dies an den »Fürsten der Welt« (Johannes 12;31/14;30/16;11) erinnert, mit dem die Bibel den Teufel meint, jene geistige Kraft, die die menschlichen Seelen dauerhaft an die Materie binden und am geistigen Wachstum hindern will. Das meint Wanga aber sicherlich nicht.

Auch die Formulierung »geistige Überlegenheit« ist unglücklich, denn niemandem ist geholfen, wenn er sich unterlegen fühlt, schon gar nicht, wenn es um geistige Unterlegenheit geht. Wesentlich geschickter wäre es, wenn man Russland als Inspiration und Bereicherung empfindet.

Möglicherweise muss man Wangas Formulierungen aber auch vor dem Hintergrund der Situation von 1979 sehen. Seinerzeit war offensichtlich geworden, dass die UdSSR den Wettkampf der Systeme verloren hat. Sechs Jahre später übernahm Michail Gorbatschow in Moskau das Ruder und gestand bald danach faktisch die Niederlage der UdSSR und des Kommunismus ein.

Die dreitägige Finsternis

Zum Ende des etwa dreimonatigen „dritten Weltkrieges“, noch vor Beginn des Winters, soll es zu einer drei Tage andauernden weltweiten Finsternis kommen.

Diese dreitägige Finsternis ist das mit Abstand am häufigsten vorausgesagte Einzelereignis der traditionellen europäischen Prophetie. Die Anzahl der Quellen, die dieses Ereignis voraussagen, ist außergewöhnlich groß. Bisher konnte ich 31 Quellen erfassen, die das Szenario definitiv voraussagen, plus weitere 27 Quellen, die sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch auf die dreitägige Finsternis beziehen, aber nicht explizit von drei Tagen sprechen (siehe hier).60Überdies verfügt ein erheblicher Teil der betreffenden Quellen über eine besonders hohe Glaubwürdigkeit, so dass sich die Voraussage der dreitägigen Finsternis eigentlich nur noch vom Tisch wischen lässt, wenn man die Möglichkeit echter übersinnlicher Zukunftsschau grundsätzlich bestreitet und man die vielen Quellen zur dreitägigen Finsternis mit banaler „Abschreiberei“ und Betrug erklärt.

Die dreitägige Finsternis wäre laut europäischer Prophetie ein Szenario:

 bei dem es drei Tage lang auf der ganzen Welt stockdunkel ist,

 bei dem die Außenluft über weite Teile der Nordhalbkugel (USA und Europa) mit so großen Staubmengen angefüllt ist, dass man nur in geschlossenen Räumen überleben kann. Dort soll man aber – sofern man ein paar Dinge beachtet – relativ sicher sein (siehe mein Buch ›3 Tage im Spätherbst‹).

 bei dem es zeitgleich weltweit zu starken Erdbeben und extremen Überflutungen der Meeresküsten kommt. Beides wären Folge eines geografischen Polsprungs, also der Verschiebung des gesamten Kontinentalschollen-Systems in Bezug auf den Erd­­­­rotations­winkel. Auf diese Weise soll Europa etwa 1500 Kilometer Richtung Äquator rutschen. Der Polsprung würde der Quellenlage nach wahrscheinlich ausgelöst durch einen Himmelskörper, der in Erdnähe auftaucht.61

Die unklare Ursache

So wie die Prophezeiungen das Szenario beschreiben, bleibt die eigentliche Ursache der Finsternis aber rätselhaft. Man könnte versuchen, die dreitägige Finsternis mit einem Asteroiden, Meteoriten oder Kometen zu erklären, der die Erde trifft – ein Impakt – und von dessen Einschlagspunkt aus sich eine Wolke ausbreitet, die schließlich den ganzen Planeten einhüllt. Tatsächlich finden sich in den Prophezeiungen einige Hinweise auf eine Art kosmischen Beschuss zur Zeit der dreitägigen Finsternis.

Bei genauerer Untersuchung der jeweiligen Voraussagen fällt jedoch auf, dass die prophezeite, auf genau drei Tage beschränkte Finsternis nicht zu dem passt, was die Wissenschaft über ein Impakt-Szenario sagt, denn: Wenn es nach einem Impakt drei Tage stockdunkel ist, müsste erst einmal eine längere mehrwöchige, wenn nicht mehrmonatige Dämmerungsphase folgen, in der sich Staubpartikel und Aerosole allmählich aus der Atmosphäre auswaschen und auf dem Erdboden absetzen. Nicht so in der europäischen Prophetie: Dort soll bereits am vierten Tag wieder die Sonne scheinen! Ja, es gibt in den Quellen noch nicht einmal eine nennenswerte Streuungsbreite im Hinblick auf vier oder fünf Tage Dunkelheit.

Den betreffenden Prophezeiungen nach kommt als Urasche für die dreitägige Finsternis eine Kombination aus zwei Faktoren infrage: Zum einen eine kosmische Staubwolke außerhalb der Erdatmosphäre, die die eigentliche Finsternis verursacht, indem sie die Sonne verdeckt. Diese Staubwolke würde im Wesentlichen aber nicht in die Erdatmosphäre eindringen, sondern wäre irgendwo im Kosmos zwischen Erde und Sonne. Der zweite Faktor wären kleinere Impakte auf der Nordhalbkugel und/oder der Vorbeizug eines Himmelskörpers, der große Mengen an Staub ausstößt, die über der Nordhalbkugel in die Erdatmosphäre eindringen.62

Insbesondere in Europa soll es zu einer tödlichen Verpestung der Außenluft durch Staub kommen. Diese Verpestung der Luft wird sehr oft vorausgesagt und erscheint insgesamt als sehr glaubwürdig. In geschlossenen Räumen soll man die Luftverpestung aber gut überstehen können, sofern man ein paar Regeln beachtet.

Glaubt man den betreffenden Quellen, so würde die Staubwolke weit mehr Opfer fordern als der Krieg. Die vorausgesagten Opferzahlen bewegen sich schwerpunktmäßig zwischen einem und zwei Dritteln aller Menschen.63 Alois Irlmaier wird zitiert: »Über Nacht sterben mehr Menschen als in zwei Weltkriegen.«64

Darüber hinaus soll es während der drei Tage zu einem geografischen Polsprung kommen, bei dem der gesamte Planet eine unnatürliche Drehbewegung vollzieht, mit dem Ergebnis, dass sich die Kontinente verschieben, und sich auch der Lauf der Sonne über den Himmel ändert. Landmassen sollen im Meer versinken und Landmassen aus dem Meer aufsteigen.

Leser, die diese Informationen über die dreitägige Finsternis das erste Mal lesen, werden womöglich erst einmal nach Luft schnappen. Diese Informationen sind jedoch in den letzten 70 Jahren (!) in Deutschland etliche Hunderttausend Mal in verschiedenen Büchern veröffentlicht worden. Hinzu kommen noch Artikel in Tageszeitungen und Magazinen. Entsprechende Videos im Internet sind über eine halbe Million Mal angeschaut worden usw.

Ansonsten haben Sie natürlich recht: Die dreitägige Finsternis ist ein Szenario am äußersten Rande dessen, was wir im Jahre 2018 für möglich halten. Seltsamerweise wird dieses extrem unwahrscheinlich anmutende Ereignis aber extrem oft ausgerechnet von den glaubwürdigsten Sehern und Prophezeiungen vorausgesagt. Zufall? Eine Verschwörung? Oder ist doch ’was dran?

Der geografische Polsprung

Die drastischsten Folgen des geografischen Polsprungs sollen ein Sonnenaufgang im Westen sein und weltweit von einem Tag auf den anderen verschobene Klimazonen.

Auch mit dieser Vorhersage geraten wir in einen Bereich, wo die meisten Menschen abwinken werden. Das kann sich keiner vorstellen. Das will sich keiner vorstellen. Das kann und will keiner glauben. … Für den interessierten Leser kann ich auch zum geografischen Polsprung mein Buch ›3 Tage im Spätherbst‹ wärmstens empfehlen.

Die Veränderungen in der Natur nach der dreitägigen Finsternis würden sich – abgesehen von veränderten Küstenverläufen – im Wesentlichen aus dem veränderten Klima erklären. Um 1950 herum hat der Hellseher Alois Irlmaier für Bayern Temperaturen wie in Süditalien oder Tunesien vorausgesagt. Irlmaier sprach von Südfrüchteanbau (konkret Orangen) im südostbayerischen Alpenvorland und der dortigen Möglichkeit von zwei Ernten pro Jahr.65

Ein so drastischer Klimawandel in Bayern wäre natürlich nicht auf diesen Teil Deutschlands und Europas beschränkt. Das heißt: Mehr oder weniger in ganz Mittel- und Nordeuropa wäre mit einem Klima zu rechnen, das keine echten Winter mehr kennt. Entsprechend tiefgreifend würde sich die Pflanzenwelt und Tierwelt ändern; der Kleidungsstil, der Baustil und viele andere Dinge.

Diesen tiefgehenden, fast surrealen Wandel sollen die Kolibris auf dem Cover dieses Buches symbolisieren. Voraussagen dazu, dass es in Mitteleuropa in Zukunft Kolibris geben wird, sind mir wohlgemerkt nicht bekannt.

Führt man die prophezeiten Klimaveränderungen auf ein „Verrutschen Europas“ in Richtung Äquator zurück – eine Vorstellung, die der etablierten Wissenschaft die Haare zu Berge stehen lässt –, so hätte dieses Verrutschen der gesamten Erdkruste Folgen auf den gesamten Planeten. Tatsächlich gibt es hellseherisch inspirierte Voraussagen zu Klimaveränderungen in Sibirien (wärmer) und Thailand (kälter).66 Und: Würde Europa geschätzte 1500 Kilometer Richtung Äquator rutschen, so würde der südliche Teil der Sahara in Richtung des äquatorialen Regengürtels wandern und ergrünen! Das rundet das Bild des globalen Wandels in einem positiven und hoffnungsvollen Sinn ab.

Die weltpolitischen Folgen des geografischen Polsprungs

Auch der politische und der geostrategische WandelIIIin der Welt nach dem „dritten Weltkrieg“ wäre maßgeblich bedingt durch den geografischen Polsprung.

Die Möglichkeit des geografischen Polsprungs wird – es wird niemanden überraschen – von der etablierten Wissenschaft natürlich empört in das Reich des Abstrusen und der Fantasterei verwiesen. Angesichts dieses vernichtenden Urteils der Wissenschaft bewegt sich die gesamte geopolitische Projektion, die sich aus der europäischen Prophetie ableiten lässt, „nüchtern“ wissenschaftlich betrachtet auf äußerst dünnem Eis – um es freundlich auszudrücken.

Nichtsdestotrotz finden sich sowohl in der europäischen Prophetie als auch in der nicht-europäischen Prophetie zahlreiche Voraussagen zu und etliche Hinweise auf einen geografischen Polsprung.

Am eindeutigsten sind Voraussagen und Visionen zum Polsprung, in denen die irreguläre Drehbewegung der Erde unmittelbar beschrieben wird, wie z. B. bei Bianca Beck-Rzikowski (1931): »Die Erde […] wälzt sich um«.67 Ebenso eindeutig sind Visionen, in denen in der Zeit nach dem Polsprung die Sonne auf einer veränderten Bahn über den Himmel wandert (Sonnenaufgang im Westen!), oder wenn sich das Klima innerhalb ganz weniger Tage dauerhaft verändert.

Würde der ganze Erdball einen plötzlichen Ruck machen, hätte das zur Folge, dass die Wassermassen der Meere zeitverzögert auf den Ruck reagieren und es an den Küsten zu gigantischen Überflutungen kommt. Eine weitere Folge des Rucks wären extreme Erdbeben, die – sofern sie den Ozeanboden betreffen – wiederum Tsunamis auslösen würden. Da in den Quellen mehrmals das Versinken ganzer Landmassen, aber auch das Auftauchen von Landmassen aus dem Meere vorausgesagt wird, hat man einen Anhaltspunkt dafür, welche Höhen diese Tsunamis erreichen könnten.

Was Europa betrifft, so wird in der traditionellen europäischen Prophetie interessanterweise nicht Holland als besonders von Überflutungen bedroht hervorgehoben, sondern Großbritannien, genauer gesagt England, und dort der Osten und der Süden.68 Die Hervorhebung Englands hätte aber nichts damit zu tun, dass Holland von Überflutungen verschont bliebe; vielmehr wird England deshalb hervorgehoben, weil dessen Untergang symbolisch steht für einen epochalen Zeitenwechsel in Europa und der Welt. Holland – das am Rande – soll, glaubt man den Prophezeiungen, so katastrophal überflutet werden wie Norddeutschland und (wohl) auch Dänemark.69

Infolge der polsprungbedingten Meeresfluten wäre damit zu rechnen, dass weltweit die Hafenanlagen und die dahinterliegende Infrastruktur zerstört werden. Die Zerstörung der maritimen Infrastruktur an Land würde es den USA, der mit Abstand größten Seemacht der Welt, für einige Jahre – unmöglich machen, politisch-militärischen Druck an fremden Küsten auszuüben. Sollte dann auch noch der Großteil der Kriegs- und Handelsschiffe auf den Weltmeeren von Polsprung-Monsterwellen versenkt werden, würden die Seemächte USA (und Großbritannien) faktisch aufhören zu existieren.

Der Untergang der Seemächte ist ein sehr simpler, sehr naheliegender Gedanke, der sich direkt aus den Prophezeiungen zur dreitägigen Finsternis und zum geografischen Polsprung ableitet. Und dieser Gedanke hat im ersten Moment auch nichts mit Politik zu tun, sondern ist rein geophysikalisch:

Aus dreitägiger Finsternis und geografischem Polsprung resultiert der schlagartige und dauerhafte Niedergang der USA als globaler Macht. Nach dem Polsprung würde der militärisch-politische Arm der USA nicht mehr nach Europa reichen. Das Gleiche gälte umgekehrt für die Geld- und Warenströme aus der ganzen Welt. Sie würden die USA nicht mehr erreichen. Und zwar nicht nur in der ersten Zeit nach den Katastrophen, sondern auch in der Folgezeit. Denn ohne globale militärische Dominanz der USA gäbe es auch keine Weltleitwährung US-Dollar mehr; ein Finanzkonstrukt, das den USA bisher faktisch zu kostenlosen Importen verhilft, da die Welt nur an US-Dollars herankommt, wenn es reale Waren aus heimischer Produktion gegen US-Dollars eintauscht.

In dem Zusammenhang eine kurze Anmerkung zu den Flugzeugträgern, die ja das Rückgrat für die globale Ausübung US-amerikanischer Militärmacht bilden: Bei den Flugzeugträgern der US-Marine befindet sich das Flugdeck etwa 30 Meter über der Wasseroberfläche.

Soweit bekannt gibt es zwar keine von der etablierten Wissenschaft abgesegneten Simulationen zur Höhe von Polsprung-Monsterwellen, aber es wurden schon „normale“ Monsterwellen dokumentiert, die 26 Meter hoch waren.70Wäre eine Polsprung-Monsterwelle deutlich höher, dürfte das für die meisten, wenn nicht für sämtliche Flugzeugträger das Ende bedeuten, schließlich ist kaum anzunehmen, dass US-Flugzeugträger extra so konstruiert worden sind, dass sie auch den extrem unwahrscheinlichen Belastungen eines geografischen Polsprungs standhalten. Und selbst wenn man bei der Konstruktion der Flugzeugträger Polsprung-Monsterwellen berücksichtigt hätte, so hätten auch alle US-Militärhäfen „polsprungsicher“ umgebaut werden müssen, also gegen – sagen wir – 50 Meter hohe oder noch höhere Flutwellen abgesichert werden müssen, was sich infolge der umfangreichen Umbaumaßnahmen nicht hätte geheim halten lassen.


Abb.8: Flugzeugträger USS-Enterprise

Kurzum: US-Flugzeugträger haben eine konstruktionsbedingte Belastungsgrenze, und diese Belastungsgrenze könnte im Rahmen des Polsprungs überschritten werden, eben weil die etablierte Wissenschaft auf dem Standpunkt steht: „Geografischer Polsprung? Wie bitte? Give me a brake!“

Kurze Anmerkung der Vollständigkeit halber: Der Wegfall der Angelsachsen (USA und Großbritannien) als globaler Machtfaktor könnte langfristig natürlich auch ein großer Nachteil für Europa werden, wenn China eines Tages zur Weltmacht Nummer eins aufstiege und Europa ohne die USA dastünde.

Aus den Voraussagen zur dreitägigen Finsternis und zum geografischen Polsprung jedenfalls lässt sich ableiten, dass der Einfluss der USA und Großbritanniens auf Kontinentaleuropa in der Zeit nach Krieg und Finsternis komplett verschwunden ist. Das beträfe sämtliche Ebenen: die politische, die militärische, wirtschaftliche und die kulturelle Ebene.

Tabelle zur dreitägigen Finsternis

Datenauswertung von 58 Quellen zur dreitägigen Finsternis / Erläuterung siehe nächste Seite.


Abb.9: Tabelle zur dreitägigen Finsternis

Erläuterung der Tabelle zur dreitägigen Finsternis

Gruppe 1 (1–31) bezieht sich definitiv auf die dreitägige Finsternis. Lediglich eine Quelle der Gruppe 1 – der Seher aus dem Waldviertel – weicht bei der Dauer von drei Tagen ab! Im Waldviertel dürfte es lokale Gründe dafür geben, dass die Dunkelheit und/oder Luftverpestung länger dauert.

Gruppe 2 (32–58) umfasst Quellen, bei denen Angaben zur Dauer der Finsternis fehlen, jedoch weisen diese Quellen Details auf, die ebenfalls auf die dreitägige Finsternis hindeuten. Vielleicht 15 % aus Gruppe 2 könnten sich bei einer genaueren Prüfung (zu der mir derzeit die Daten fehlen) als ohne Bezug zur dreitägigen Finsternis erweisen. Weshalb die Quellen der Gruppe 2 auf die dreitägige Finsternis hindeuten, siehe unten.

Wie aus der Tabelle hervorgeht, wird die dreitägige Finsternis umso häufiger im Zusammenhang mit einem Krieg erwähnt, je mehr Vorhersagen ich von der Quelle erfasst habe (breite Spalte „Krieg“ + Spalte „Datensätze“). Dies ist insofern von Bedeutung, als einige wenige Quellen mehrere dreitägige Finsternisse voraussagen (z. B. Wolfgang Zönnchen). Das zu diskutieren ergibt aufgrund der diesbezüglich dünnen Datenbasis jedoch wenig Sinn. Doch selbst wenn es zu mehreren dreitägigen Finsternissen kommen sollte, so wäre die entscheidende diejenige im Zusammenhang mit dem Krieg, den Russland beginnen soll.

Die einzelnen Buchstaben am Kopf der Spalten beziehen sich auf unterschiedliche Aspekte der dreitägigen Finsternis, die von der jeweiligen Quelle erwähnt werden.

3 = Dauer = 3 Tage (nur Gruppe 1)

F = Finsternis

W = Wolke

~ = Störung der Gravitation

P = (leuchtender) Himmelskörper

E = Erdbeben

N = neues Land taucht auf

Ü = Überflutungen

O = Orkane

D = (großer) Donner

V = Blitze

H = man soll im Haus bleiben

F = man soll nicht aus dem Fenster sehen

T = man soll nicht die Haustüre öffnen

Bitte beachten Sie die Spalten „H“, „F“ und „V“. Dort geben die Quellen Ratschläge, wie man sich zu dieser Zeit verhalten soll. In den mit „=“ gekennzeichneten Fällen deuten die Details deutlich auf die dreitägige Finsternis. So z. B. wenn von einer Störung der Gravitation im Zusammenhang mit einer Finsternis die Rede ist: Spalte „F“ („W“) + Spalte „~“. Oder aber, wenn das Auftauchen eines Sterns im Zusammenhang mit der Finsternis erwähnt wird: Spalte „F“ („W“) + Spalte „P“. Indirekt könnte der Polsprung auch durch merkwürdige Veränderungen am Sternenhimmel bzw. dem Planetenhimmel angezeigt werden. Diese merkwürdigen Veränderungen können z. B. in einem Aufrollen des Himmels, Fallen oder Zusammenstoßen von Sternen oder merkwürdigen Bewegungen der Planeten einschließlich von Sonne und Mond bestehen. In den meisten dieser Fälle kann man von erheblichen Störungen im Gravitationsgefüge unseres Sonnensystems ausgehen. Ebenso deutet ein Versinken oder Auftauchen von Landmassen im Zusammenhang mit einer Finsternis indirekt auf einen Polsprung: Spalten „E“, „N“, „Ü“. Was außer einem Polsprung (abgesehen von einem großen Meteoriteneinschlag) könnte die erforderlichen Energien freisetzen? Prinzipiell gilt dies für die plötzliche und drastische Häufung von Naturkatastrophen zur Zeit der Finsternis. Woher kommt plötzlich diese enorme Energie?

Ebenfalls auf die dreitägige Finsternis deutet (wie im Falle von Erna Stieglitz) eine Giftwolke während eines Krieges, an der in riesigen Gebieten etwa ein Drittel der Menschen sterben. Damit wäre keinesfalls der gelbe Strich gemeint, da dort das betroffene Gebiet sehr viel kleiner wäre, aber innerhalb des Gebietes die Todesrate bei 100 % läge. Im Falle der dreitägigen Finsternis belaufen sich in den Quellen die Opferzahlen im Wesentlichen zwischen 1/3 und 2/3.

Lektionen aus dem „dritten Weltkrieg“

Die politisch-geistige Richtung, in die sich Europa nach Krieg und Finsternis entwickeln würde, hinge in ganz entscheidendem Maße davon ab, welche Schlussfolgerungen die Europäer aus dem „dritten Weltkrieg“ zögen und wo sie die eigentlichen Ursachen und die wahren Hauptschuldigen für diesen Krieg sähen.

So wie schon nach dem Zweiten Weltkrieg würde es insbesondere in Deutschland zu einer intensiven Ursachenforschung kommen. Und am Ende dieser Ursachenforschung würden konkrete verantwortliche Einzelpersonen stehen: Vordenker, Initiatoren, Mitläufer – konkrete politische und sonstige Akteure im Vorfeld des Krieges; Akteure, die man zu Hauptschuldigen am schlimmsten Krieg aller Zeiten erklären würde; schuldig an einem Krieg, der die Grauen und die Menschenverachtung des Zweiten Weltkrieges noch bei Weitem in den Schatten stellen würde. Ich wiederhole: bei Weitem!

Es würde in Europa zu einer umfassenden moralisch-juristischen Inventur kommen, so wie nach dem Zweiten Weltkrieg, nur mit dem bedeutenden Unterschied, dass man nach diesem Weltkrieg auf der Suche nach den Hauptschuldigen nicht in Deutschland fündig werden würde. Nicht in Deutschland!

Die Legitimation der neuen Herrscher in Europa würde sich also maßgeblich ableiten von einem möglichst klaren Bild des gerade überwundenen „Bösen“; einem „Bösen“, das es jetzt unbedingt zu bannen gilt. Angesichts der Schrecken des „dritten Weltkrieges“ müssten die neuen Herrscher tunlichst jeglichen auch noch so leisen Verdacht vermeiden, irgendwie mit den Geistesvätern des „dritten Weltkrieges“, mit den eigentlichen Kriegsverursachern gemeinsame Sache gemacht zu haben.

Zudem wäre man sich nach dem „dritten Weltkrieg“ der Gefahr bewusst, dass schon bald nach Ende des Krieges erneut Initiativen und Strukturen entstehen könnten, die bereits am n ä c h s t e n W e l t k r i e g arbeiten, so wie es schon 1945 nach dem Sieg über Nazi-Deutschland geschehen ist, und so, wie es im Prinzip auch schon Ende 1918 war. Nach dem „dritten Weltkrieg“ würde man sich folglich nicht mit irgendwelchem „Nie wieder Krieg“-Geschwätz begnügen. So langsam würde man dieses Spiel dann doch durchschauen.

Ein Hauptziel der europäischen Nachkriegspolitik würde also ohne jeden Zweifel darin bestehen, eine Wiederholung der Schrecken eines „dritten Weltkrieges“ um jeden Preis und unter Aufbietung sämtlicher Mittel und Kräfte zu verhindern – und im Zuge dessen auch keine faulen Kompromisse einzugehen. Die zukünftigen europäischen Politiker würden nach dem „dritten Weltkrieg“ also sicherstellen, dass Europa politisch und militärisch stark und unabhängig genug ist, so dass es wirklich selbst über sein Schicksal entscheiden kann. Nicht zuletzt aus diesem Willen zur Wehrhaftigkeit Europas würde sich auch eine relativ zügige Re-Technisierung und Re-Industrialisierung ergeben.

So weit ein paar Überlegungen zur Lage in Europa nach dem Kriege, die sich logisch und aus der historischen Erfahrung ableiten lassen.

Deutschland nach dem „dritten Weltkrieg“

Deutschland ist im Jahre 2018 die führende Wirtschaftskraft und die führende politische Macht in Europa. Sieht man einmal von Kriegs- und Crash-Zeiten ab, war Deutschland seit Ende des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich eigentlich immer ähnlich erfolgreich wie heute. Wenn Deutschland nicht durch Kriege und globale Krisen ausgebremst wird, stellt es eigentlich immer etwas Brauchbares auf die Beine.

Statistisch gesehen scheint es also naheliegend und ziemlich wahrscheinlich, dass Deutschland auch nach dem „dritten Weltkrieg“ für wichtige Impulse in Europa sorgt; sowohl in wirtschaftlicher als auch in politischer Hinsicht; wenn Deutschland nicht sogar Motor und Taktgeber der Entwicklung im neuen Europa sein würde.

Im Gegensatz zu den letzten beiden Weltkriegen wäre Deutschland nach dem „dritten Weltkrieg“ aber weder territorial zerstückelt noch stünde Deutschland als Hauptschuldiger des Krieges da. Deutschland läge moralisch nicht am Boden wie 1918 und 1945.

Zudem wäre der militärische Sieg über die östlichen Armeen mitten in Deutschland ein psychologisch enorm stärkender Faktor. Das Selbstverständnis und Selbstbewusstsein der Deutschen und deren Sicht auf die Welt dürfte sich infolge des Sieges und ohne nachfolgende angelsächsische Bevormundung und Denkvorschrift in vielerlei Hinsicht radikal verändern, nicht zuletzt auch deshalb, weil es ein „deutscher Sieg“ wäre, der ganz Europa zugute käme.

Bedeutende militärische Siege sind seit Jahrtausenden überall auf der Welt enorm wichtig für die Identifizierung des Einzelnen mit seiner Gemeinschaft, seinem Volk, seiner Nation. Gewonnene Schlachten und Kriege erschaffen ihre Helden: Der Kampf um Troja machte Achilles unsterblich, die Briten haben ihrem Lord Nelson (gest. 1805) in London am Trafalgar Square eine Riesensäule errichtet, in Deutschland hat man 1875 das Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald errichtet, zum Gedenken an den Sieg der Germanen über die Römer unter der Führung von Arminius dem Cherusker (ein Germanenstamm) im Jahre 9 nach Christus.

Nach dem „dritten Weltkrieg“ könnte Deutschland als diejenige Kraft in Erscheinung treten, die – indem es die Hauptlast des Krieges zu tragen hatte – Europa vor dem „russischen Joch“ bewahrt hat.

Die USA sollen laut Alois Irlmaier (und anderen Quellen71) zwar mit einem Chemiewaffeneinsatz von der Luft aus zwischen Prag und der Ost- oder Nordsee72 die Nachschublinien der Roten Armee in Mitteleuropa komplett durchtrennen, jedoch sollen die Amerikaner in Europa nicht oder so gut wie gar nicht mit Bodentruppen eingreifen.

Die europäischen Prophezeiungen sagen voraus, dass die russische Armee am Nord- und Ostrand des Ruhrgebietes endgültig besiegt wird – also auf deutschem Gebiet mit deutschen Truppen und offenbar auch unter deutschem Oberkommando.

Mit dem militärischen Sieg böte sich Deutschland massenpsychologisch gesehen eine vollkommen neue und inzwischen vollkommen ungewohnte Ausgangslage; eine Ausgangslage, die den allgemeinen historischen Erfahrungen nach in ein erheblich gesteigertes Selbst- und Nationalbewusstsein der deutschen Bevölkerung münden würde. Das funktioniert dann quasi wie bei einer gewonnenen Fußballweltmeisterschaft hoch zehn.

Genau ein solches neues deutsches Selbstbewusstsein ist im spät-Merkel’schen Deutschland vielen Menschen ein absolut rotes Tuch. Man glaubt, in einem großen Selbstbewusstsein des Deutschen lauere die Saat des Bösen. Der brave Bürger fragt sich, was die Deutschen wieder alles verbrechen werden, wenn sie nach rund 100 Jahren wieder anfangen, wirklich eigenständige Entscheidungen zu treffen?

Doch egal ob man an Deutschland glaubt, den Deutschen vertraut oder den Deutschen misstraut: Über das gesamte Meinungsspektrum hinweg dürfte gemeinsamer Nenner die Auffassung sein, dass sich das wahre Gesicht, das wahre Wesen der Deutschen gerade dann zeigt, wenn die Deutschen vom Schicksal mit Macht und Möglichkeiten überhäuft werden. Egal ob Freund oder Feind Deutschlands – instinktiv wird jeder annehmen, dass sich das Wesen der Deutschen in einer solchen Situation offenbaren wird. Und genau diesen Ansatz verfolge ich im zweiten Teil des Buches ab Das deutsche Wesen: dass sich die Zukunft Deutschlands unabhängig von irgendwelcher Hellseherei auch aus dem deutschen Wesen ableiten lässt; dass die Zukunft Deutschlands gewissermaßen schon vor langer Zeit – sagen wir vor Jahrtausenden – in das deutsche Wesen hineingeboren worden ist.

Die Rückkehr der Monarchie

Ein Großteil der traditionellen europäischen Prophezeiungen sagt für die Zeit nach den großen Katastrophen eine Rückkehr der Monarchie in Europa voraus.

Das sagen zwar nicht alle Prophezeiungen, aber die Mehrzahl der bedeutenden Quellen, wie Nostradamus (gest. 1566, Frankreich), das Lied der Linde (1920, Deutschland), Alois Irlmaier (1950, Deutschland), die Botschaft von La Salette (1846, Frankreich) und ein ganzer Batzen anderer Prophezeiungen. Die entsprechenden Voraussagen stammen aus vielen Gegenden Europas, sind mitunter jahrhundertealt und stammen oft von jenen Quellen, die als besonders glaubwürdig gelten. Etwas verallgemeinernd lässt sich sagen, dass in Europa „gefühlt“ jede zweite Prophezeiung eine Rückkehr der Monarchie voraussagt.

Hört nun der moderne, ach so aufgeklärte und nüchterne Europäer das erste Mal von den Prophezeiungen über die Rückkehr der Monarchie, reagiert er mitunter so, als würde seine Intelligenz beleidigt. Ja, der Vernunftmensch empfindet Prophezeiungen dieser Art geradezu als Beweis dafür, dass hellseherische Prophetie entweder Unfug oder Betrug ist. Echte Hellseherei als mögliche Erklärung wird kategorisch ausgeschlossen.

Nun gut. Immerhin haben Skeptiker recht, wenn sie behaupten, es sei eine uralte Hoffnung der Menschen, in einer Zeit größter Not komme von irgendwoher ein gottgesandter König, der die Dinge zum Besseren wendet. Dieses Motiv des Retter-Königs findet sich tatsächlich in verschiedenen alten europäischen Sagen, z. B. in der britischen König-Artus-Sage und in deutschen Sagen, denen nach in einer Höhle im Untersberg bei Salzburg Kaiser Karl der Große73 mit einer Heerschar Getreuer seit über 1000 Jahren schläft und darauf wartet, in der Endzeit aus dem Berge hervorzustürmen und den Sieg für die Guten zu erstreiten.


Abb.10: Kaiser Karl der Große reitet mit seinen Getreuen aus der Höhle im Untersberg.

Historischer Druck (Ausschnitt), Salzburg Museum

Eine andere bekannte deutsche Sage hat das gleiche Motiv eines Retter-Monarchen, allerdings mit dem Kaiser Barbarossa im Kyffhäuser, dem Mittelgebirge südöstlich des Harzes. Das Motiv eines quasi gottgesandten Königs oder Kaisers ist in Europa also tatsächlich vorhanden. Trotzdem wäre es voreilig und ignorant, sämtliche angeblich oder tatsächlich hellseherischen Prophezeiungen ohne Einzelfallprüfung als Betrug und bloße Neuauflagen alter europäischer Sagen abzuqualifizieren.

Das Scheitern der Demokratie als Schlüssel zur Monarchie

Die Prophezeiung von der Rückkehr der Monarchie kommt einem im Jahre 2018 natürlich auch deshalb so vollkommen absurd vor, weil man sich einfach nicht vorstellen kann und will, dass unser gegenwärtiges demokratisches Gesellschaftssystem irgendwann komplett an die Wand fährt. Genau das aber wäre die Grundvoraussetzung für die Rückkehr der Monarchie: das krachende Scheitern der Demokratie mitsamt der daran hängenden Eliten in Politik, Wirtschaft, Massenmedien und Kultur.

Das Scheitern des Gesellschaftssystems wäre aber gerade aus deutscher Perspektive Grundsätzlich natürlich nichts Neues: Im Laufe des 20. Jahrhunderts hatten es in Deutschland drei ganz unterschiedliche Herrschaftssysteme geschafft, das brave deutsche Volk davon zu überzeugen, ihr Herrschaftssystem werde ewig bestehen: die Monarchisten, die Nationalsozialisten und die DDR-Sozialisten. Noch kurz vor dem Ersten Weltkrieg sprach Kaiser Wilhelm II. von „herrlichen Zeiten“, die seine deutschen Untertanen erwartet. Adolf Hitler träumte von seiner Welthauptstadt „Germania“ und einem „Tausendjährigen Reich“. Und für Erich Honecker ging es immer nur „vorwärts“ und keine Macht der Welt konnte den „Sozialismus in seinem Lauf“ aufhalten.

Doch es kam anders. Für alle drei: für Kaiser, Führer und Staatsratsvorsitzenden. Der Erste versauerte in Holland im Exil und hackte Holz. Der Zweite jagte sich eine Kugel durch den Kopf während Putz von der Bunkerdecke rieselte. Der Dritte konnte mit Ach und Krach vor seiner Inhaftierung nach Chile ausbüxen. Dort musste er dann die letzten Lebensmonate künstlich ernährt werden. Ein ruhmvolles Ende sieht anders aus.

Wir demokratischen Bürger Deutschlands leben im Jahre 2018 ganz entspannt im Hier & Jetzt auf der stolzen Höhe unserer Zeit und in der mehr oder weniger festen Überzeugung, in einem Staat zu leben, der die Quintessenz der historischen Entwicklung ist. Unser Motto lautet: Besser geht’s nicht!

Wer sich etwas mehr für Politik interessiert, dem wird jedoch in den letzten Jahren aufgefallen sein, dass in Deutschland grundlegendste Entscheidungen eben nicht demokratisch gefällt wurden (und werden), der Bürger wurde eben nicht gefragt. Das gilt für

 die Abschaffung der D-Mark

 den Afghanistaneinsatz der Bundeswehr

 die gigantischen finanziellen Verpflichtungen, die Deutschland im Rahmen der Euro-Rettung eingegangen ist

 die Aufnahme von weit über einer Million Flüchtlinge und die ganze langfristige Zuwanderungspolitik

 die negative Haltung von Politik und Massenmedien gegenüber Russland, die streckenweise an eine regelrechte Kriegshetze erinnert

Entweder wird dem Volk eine echte Mitbestimmung verwehrt (wie im Falle einer Volksbefragung bei der Euro-Einführung), oder aber wichtige Themen werden unter den Teppich gekehrt und aus Wahlkampfdebatten herausgehalten (z. B. die Flüchtlingsproblematik im 2017er Bundestagswahlkampf), oder große Probleme tauchen innerhalb der Legislaturperiode angeblich völlig überraschend auf, es muss schnell entschieden werden und es bleibt leider keine Zeit, um das Volk zu fragen. Angesichts solcher Vorgänge muss man sich fragen: Leben wir Deutschen wirklich in einer Demokratie? Oder wird dieses Land in Wahrheit von einer Elite regiert, die ihre eigenen Interessen und Ziele verfolgt und die Demokratie nur noch inszeniert und vorgaukelt?

Letztendlich lebt unsere Demokratie natürlich vom Glauben an die demokratischen Politiker. Es ist nicht wirklich das System, es sind die Menschen. Erweisen sich nur vereinzelte Politiker als unfähig, wählt man einfach neue. Demokratie geht davon aus, dass sich irgendwo ein Besserer findet.

Gefährlich wird es für die Demokratie dann, wenn das Volk nicht mehr glaubt, dass sich die politische Klasse erneuern kann; wenn das Volk die Hoffnung auf neue und bessere Politiker aufgibt. Und noch bedeutend kritischer würde es, wenn das Volk nicht nur die Unfähigkeit der Politik beklagt, die Probleme zu lösen, sondern auch noch beginnt, die Politiker als Hauptursache der ganzen Misere anzusehen. Sollte ein Krisenszenario eintreten, in dem die Glaubwürdigkeit der gesamten politischen Klasse Deutschlands kollabiert: die Glaubwürdigkeit der gewählten Politiker nicht nur in Berlin, sondern auch in Kiel, Hamburg, Hannover, Hildesheim, Hameln – bis hinunter zum kleinen Dorfbürgermeister, zuzüglich des Außendienstpersonals in den Massenmedien –, dann ist in diesem Land die Demokratie am Ende.

Der Auslöser für ein solches Szenario könnte wie schon erwähnt ein Crash der Euro-Währung sein, an dessen Ende das deutsche Volk alles verlieren könnte, was es nicht mit Händen anfassen kann, an dessen Ende nur noch Hardware bleibt, kein Papiergeld, keine Verbriefungen, nichts außer Anfassbarem.

Macht man sich im Internet zur Euro-Crash-Thematik schlau, so merkt man mit der Zeit, dass praktisch sämtliche Wirtschaftsexperten, die nicht am finanziellen Tropf der Politik, der Massenmedien, des Bildungssystems und der Finanzindustrie hängen und etwas mutiger sind, einen Weltfinanzkollaps oder Euro-Kollaps (was auf dasselbe hinausliefe) voraussagen, der bestenfalls – Vorsicht, jetzt wird es zynisch, und das sagen auch nicht alle – von einem dritten Weltkrieg verhindert werden könnte.

Ein zweites für die Glaubwürdigkeit der aktuellen politischen Klasse Deutschlands absolut vernichtendes Szenario wäre ein Krieg mit Russland auf deutschem Boden infolge einer völlig verfehlten Russlandpolitik; einer Politik im Rahmen der NATO, die in Russland ein so großes Bedrohungsempfinden auslöst, dass im Kreml aggressive und risikobereite Militärs die Macht an sich reißen und präventiv zuschlagen. Motto: „Wladimir Putin geht Ihnen höllisch auf die Nerven? Ach ja? Na prima. Dann warten Sie mal auf dessen Nachfolger!“

Alles, was es zum Untergang unserer Demokratie bräuchte, wären eine oder zwei, von den demokratischen Politikern selbst fabrizierte Großkatastrophen (Crash, Unruhen, Krieg), an denen möglichst viele europäische Politiker möglichst lange mit herumgebastelt haben. Auf gut Deutsch gesagt müsste es eine Riesen-Mega-Sauerei geben. Und „alle“ müssten mit drinhängen. Alle. So jedenfalls der Eindruck im Volk.

Wer sich also über Prophezeiungen zukünftiger Monarchien in Europa amüsiert oder aufregt, sollte sich erst einmal die Demokratie vor seiner eigenen Haustüre im ganz realen Hier & Jetzt ansehen. Genau das aber wollen die meisten sogenannten demokratischen Bürger in Deutschland derzeit nicht.

Monarchie als Störfaktor im One-World-Projekt

Neben den so weit beschriebenen psychologischen Verständnisbarrieren – einerseits unserem gewohnheitsmäßig naiven Glauben an die Demokratie und andererseits unser Widerwille, uns genauer anzusehen, was da in Wahrheit in unserer Demokratie vor sich geht – gibt es noch eine dritte, diesmal weltanschaulich-ideologische Verständnisbarriere im Hinblick auf die Prophezeiung der kommenden Monarchie:

Viele Menschen glauben heute, das Heil der Welt könne nur noch von einer übernationalen Instanz kommen, beispielsweise den Vereinten Nationen, schließlich – so die Argumentation oder besser gesagt das neue Glaubensbekenntnis – sind die großen drängenden Probleme der Welt global: der Klimawandel74, die Überbevölkerung, Massenvernichtungswaffen, Terrorismus, Umweltverschmutzung, Artensterben usw.

Man kann es nennen, wie man will, am Ende kommt bei solchen Überlegungen immer irgendeine Art von Weltregierung heraus. Eine solche Weltregierung jedoch könnte es nicht akzeptieren, würden hier und dort noch unabhängige Staaten, insbesondere unabhängige Königreiche existieren, die noch ihren eigenen Willen haben; schließlich ist ein echter König in seinen Entscheidungen sehr viel freier als ein demokratisches System. Ein König ist nicht abhängig von einem Parteiapparat, nicht abhängig von Leuten, die den Wahlkampf finanzieren, oder von einer wohlwollenden Presse. Nein. Ein echter König macht sein Ding.

Bei der Monarchie geht es von der Grundidee her nicht um Schlösser, Kronen und Hermelinmäntel, sondern um die größtmögliche Unabhängigkeit und Freiheit des Herrschers bei gleichzeitig größtmöglicher Legitimation, nämlich der (angeblich) von Gott übertragenen Herrschaft; ein Konzept von Legitimation, das nicht nur für Europa typisch war, denn auch in Asien (oder Ägypten) gab und gibt es die Vorstellung, dass der Herrscher über eine göttliche Legitimation verfügt.

Die Wiedereinführung der Monarchie in Europa ist eine Idee, die dem aktuellen ideologisch-weltanschaulichen Trend Richtung Weltregierung, Neue Weltordnung, New World Order (NWO) und One World komplett und kategorisch widerspricht.

Bei diesem Konflikt zwischen Monarchie und One World geht es im Kern um einen Konflikt zwischen individueller Freiheit (verkörpert durch den freien Monarchen) und einem globalen gleichmacherischen Kollektivismus, der weltweit (!) allen Menschen vorschreibt, wie sie zu leben haben, und der sich in einer Weltregierung mit unumschränkter globaler Macht ausdrückt.

Während eine Vielzahl kleiner Staaten, egal ob Monarchien, Demokratien oder sonst etwas, eine Vielzahl individueller geistiger, politischer und kultureller Entwicklungen ermöglicht, ist die Vielfalt in der bisherigen Form in einem Weltstaat nicht mehr aufrechtzuerhalten. Denn der Weltstaat würde alles kontrollieren, unterdrücken und bekämpfen, was seine Einheit bedroht. Der Weltstaat könnte nur so viel Vielfalt erlauben, wie ihm nicht gefährlich werden kann. Nur wo läge da die Grenze? Und wer würde diese Grenze ziehen und überwachen?

Da der Weltstaat zudem nicht auf natürlichem Wege entstanden, sondern auf dem Rücken irgendeiner Heils- oder Weltrettungsideologie errichtet worden wäre, müsste nicht nur der organisatorische Rahmen des Weltstaates (Behörden, Polizei, Militär) geschützt werden, sondern auch die Ideologie, auf der er fußt, mit der Folge, dass es zu weitreichenden Eingriffen in das Geistesleben, die Gedanken- und Gefühlswelt der Menschen kommen muss (!); genau so, wie man es schon in zurückliegenden totalitären Staaten wie Nazi-Deutschland, der UdSSR usw. erlebt hat und wie es George Orwell in seinem Buch ›1984‹ beschreibt. Die Weltregierung könnte und würde keine Debatte und Abstimmung über Sinn und Fortbestand ihrer Existenz erlauben!

Zu einer entsprechenden Weltstaatsideologie und einem ausgefeilten Indoktrinierungssystem würde es unter anderem gehören – auch hier sei an Nationalsozialismus und Kommunismus erinnert –, dass man die Kinder möglichst frühzeitig der geistigen und emotionalen Obhut ihrer Eltern entreißt; eine Aufgabe, die heutzutage unter anderem in zunehmendem Maße von den elektronischen Medien übernommen werden könnte.

Kurzum: Der Weltstaat muss von seiner inneren Natur her ein totalitärer Staat sein! Wenn das große Versprechen der One World und New World Order das Neue ist, so muss sie alles Alte bekämpfen: alle tradierten Kulturen und traditionelle Identitäten. Weltweit!

Der Konflikt zwischen Monarchie und Weltstaat ist folglich kein auf Europa beschränktes Phänomen, sondern ein globales: Eine erstarkende global vernetzte Macht wendet sich gegen die althergebrachten eher lokalen Mächte. Und so überrascht es nicht, dass auch in älteren asiatischen Prophezeiungen eine Kraft vorausgesagt wird, die der Monarchie feindlich gesonnen ist.

Die Abschaffung der Monarchie in Asien

Sehen wir uns dazu eine buddhistische Prophezeiung an, die sogenannten ›16 Vorhersagen des Buddha‹, eine u. a. in Thailand ziemlich bekannte Prophezeiung, die dort auch im Umfeld buddhistischer Klöster kursiert:75

In ferner Zukunft werden die Leute mit der Monarchie nicht mehr zufrieden sein. Sie werden sich gegen die Monarchie wenden und für Demokratie76stimmen. […] Wenn irgendein König widersteht, werden sie in diesem Land die Monarchie ausradieren [Die übrig gebliebenen Monarchien sind dann nur noch pro forma Monarchien.°]. 77

So wie in Europa war auch in Asien die Monarchie jahrhunderte-, ja jahrtausendelang die vorherrschende Staatsform. Die Prophezeiung geht weiter:

In ferner Zukunft werden die Leute vorzugsweise frisch Ausgebildete zur Führung von Ländern, Unternehmen oder Gesellschaften einsetzen, welche über keine Erfahrung, keine Fähigkeiten, kein Allgemeinwissen und keine Umsicht verfügen, welche auch die sozialen Sitten und Gebräuche nicht verstehen. Sie werden ihnen erlauben, die Geschäfte des Landes zu führen, was eine schwierige Aufgabe ist. […] 78

Welchen Sinn könnte es haben, junge, unerfahrene oder schlichtweg unfähige Menschen mit verantwortungsvollen Posten zu betrauen? Das wäre doch völlig idiotisch. Es sei denn, dass jene Macht, die die Monarchie abschaffen will, die jungen, unerfahrenen Führungskräfte bevorzugt, weil sich diese wesentlich besser manipulieren und steuern lassen und beim politisch unreifen Wahlvolk jüngere und schönere Menschen besser ankommen als die übliche Riege alter Männer.

In ferner Zukunft werden Dummköpfe sich als Wissende und Vertrauenswürdige ausgeben. […] In ferner Zukunft werden unmoralische Menschen Titel erhalten, in hohen Stellungen arbeiten und sich auf die Macht des [faktisch entmachteten°] Königs abstützen. […] In ferner Zukunft werden die Menschen unendlich gierig sein, sie können nicht genug Besitz anhäufen [Stichwort: Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer.°]. Ehrliche Arbeit wird nicht gefragt sein. […] In ferner Zukunft werden in der Gesellschaft schlechte Menschen gelobt und bewundert werden. Sie werden Ansehen und Macht haben, sie werden populär und geehrt sein. 79

Der in Europa beklagte moralische und kulturelle Niedergang ist also ein globales Phänomen! Daraus lässt sich schlussfolgern, dass es eine globale Macht gibt, die sowohl in Europa als auch in Asien, und damit weltweit – offenbar einer verdeckten Strategie nach – die Monarchen abschaffen oder substanziell entmachten will.

Das klingt natürlich nach Verschwörungstheorie. Allerdings ist die Verfolgung politischer Ziele im Geheimen mit versteckten Methoden ein unglaublich alter Hut: Schon der berühmte und noch heute in Militärakademien gelehrte chinesische Stratege Sun Tsu, gestorben vor rund 2500 Jahren, schrieb:

Wahre Vortrefflichkeit ist es, insgeheim zu planen, sich heimlich zu bewegen, dem Feind einen Strich durch die Rechnung zu machen und seine Pläne zu vereiteln. 80

Das höchste Ziel bei allen taktischen Entschei­dungen [und natürlich auch bei allen strategischen Entscheidungen°] muss sein, sie geheim zu halten; halte dei­ne Entscheidungen geheim, und du bist sicher vor den Augen der geschicktesten Spione und vor den Ränken der klügsten Köpfe. 81

Weiter empfiehlt Sun Tsu, nur die Intelligentesten für den Spionagejob zu engagieren und die Spione großzügig zu bezahlen. Wie man sieht: Geheimhaltung hat für Sun Tsu oberste Priorität. Und sogleich stellt sich die Frage, wie weit man es mit Geheimhaltung und verdeckten Aktionen (u. a. Verschwörungen) treiben kann? Gibt es irgendwo eine Grenze, die auf natürliche Art den Umfang und das Ausmaß einer Verschwörung begrenzt? Oder kann man mit verdeckten Methoden diese Grenze bis ins Unendliche ausdehnen?

Zauberwort Verschwörungstheorie

Da „Verschwörungstheorie“ eines der großen Zauberwörter zu Beginn des dritten Jahrtausends ist, aber auch ein Schlüsselbegriff zum Verständnis dieses Buches, will ich kurz auf das Wirkungsprinzip des Wortes Verschwörungstheorie im wahrnehmungspsychologischen Kontext eingehen. Dazu folgende Erläuterung:

Wenn wir geboren werden, ist unsere Welt soziologisch betrachtet denkbar einfach und überschaubar: Da sind zunächst nur wir selbst und unsere Mutter. Dann kommen in der Regel noch ein Vater und Geschwister hinzu, nach und nach Verwandte und Spielkameraden. Mit sechs Jahren kommen wir dann in die Schule. Unser Horizont erweitert sich Schritt für Schritt.

Beginnen wir nach der Schule mit der Berufsausbildung, erfolgt ein grundlegender Einschnitt, denn jetzt müssen wir uns spezialisieren. Wir entdecken eine spezielle (Berufs-)Welt, wissen aber auch, dass es neben dieser noch andere (Berufs-)Welten gibt. Im Prinzip und grob vereinfacht gesehen machen wir im kindlich-jugendlichen Umfeld alle gemeinsame Erfahrungen, und unterschiedliche, aber noch ähnliche Erfahrungen in der Berufswelt.

Über das Private und Berufliche hinaus gibt es dann natürlich noch weitere Erfahrungswelten, von denen wir eigentlich nichts mehr wissen und nur noch etwas ahnen können. Diese Grenzzone zwischen einerseits Erfahrung und Wissen und andererseits Ahnung und Nichtwissen ist das bevorzugte Betätigungsfeld für Wissenschaft, Kunst, Abenteurertum und Spiritualität. Der menschliche Forscherdrang konzentriert sich auf genau diese Grenzzone. Und es liegt in der Natur der Sache, dass man in dieser Zone nicht alles weiß und dass man spekuliert und Theorien entwickelt über das, was sich hinter dem Vorhang des bisherigen Wissens verbirgt.

Der Begriff Verschwörungstheoretiker in der heute üblichen Verwendung im öffentlichen Raum entspringt nun einer Geisteshaltung, die genau diese urmenschliche Lust an der Grauzone zwischen Wissen und Nichtwissen vergiften und abwürgen will. Mit dem Schlagwort Verschwörungstheorie wird das Hinter-den-Vorhang-schauen-Wollen in Misskredit gebracht und gesellschaftlich geächtet! Der unbescholtene Bürger macht sich verdächtig, wenn er nicht gleich vom Vordergründigen, Offensichtlichen, Naheliegenden und Augenscheinlichen überzeugt und befriedigt ist. Um es auf den Punkt zu bringen: Der Verschwörungstheoretiker-Vorwurf ist die verbale Speerspitze eines Kampfes gegen die Wahrheitssuche. Diese Geisteshaltung des Nicht-mehr-dahinter-schauen-Wollens ist zutiefst kultur- und wissenschaftsfeindlich und gegen die menschliche Natur per se gerichtet!

Natürlich gibt es unter Verschwörungstheoretikern auch Spinner und Verwirrte. Aber strategisch betrachtet dienen diese Wirrköpfe nur als Vorwand zur Diskriminierung sämtlicher Verschwörungstheoretiker. Die Weltgeschichte jedenfalls ist voll von Verschwörungen. Das bekannteste unstrittige Beispiel ist die Ermordung Julius Caesars am 15. März 44 n. Chr. im römischen Senat.

Natürlich bestreiten diejenigen, die Verschwörungen organisieren und mit verdeckten Methoden arbeiten, dass sie Verschwörer sind; alles andere wäre ja auch ziemlich bescheuert, auch schon aus rein juristischen Erwägungen.

Blauäugigen Gut- und Besserbürgern wird dann gerne auch erklärt, Verschwörungen könnten niemals globale Ausmaße annehmen, da es ab einem bestimmten Punkt viel zu viele Mitwisser gibt. Tatsächlich nähme bei einer globalen Verschwörung die Anzahl der Mitwisser zu. Das leuchtet ein. Soweit so gut. Aber Mitwisser lassen sich auch leicht disziplinieren, indem man ein paar von ihnen zur Abschreckung ganz einfach abmurkst. Und wenn ein, zwei Morde nicht reichen, dann sind es eben ein paar Dutzend! Eine entsprechend umfangreiche Mordserie gab es z. B. in Belgien in den 1990er Jahren beim bekannten Kinderschänderskandal um den Haupttäter Marc Dutroux, wo laut der ZDF-Reportage ›Die Spur der Kinderschänder – Dutroux und die toten Zeugen‹ (2001) im Laufe der Ermittlungsarbeiten noch vor Prozessbeginn 27 Zeugen – in Worten siebenundzwanzig Zeugen – starben. Süffisant und wie als Vorauskommando einer allgemeinen Volksverdummung heißt es zu dieser himmelschreienden Mordserie auf Wikipedia (Stand Juli 2017):

Es ist nicht auszuschließen, dass die Zeugen umgebracht wurden, um sie zum Schweigen zu bringen.

So, so ... Frage am Rande: Wie viele Mitwisser kann man eigentlich einschüchtern, wenn man 27 Menschen umbringt und diese Morde allgemein bekannt werden, also abschreckend wirken? Ich würde auf ein paar Tausend tippen. Und Sie …?

Wir merken uns: Eine anständige Verschwörung braucht nur eine prall gefüllte Kriegskasse, mit der man die ganzen Killer anheuern kann. Natürlich muss man auch wissen, wie man an wirklich gute Killer herankommt; Killer eben, die keine Spuren hinterlassen oder falsche Spuren legen, auf die Polizei, Ermittler und Qualitätsmedien hereinfallen.

Die Mordserie im Fall Marc Dutroux ist kein Geheimnis und hinlänglich dokumentiert. Auch der Dümmste kann sich denken, dass man Zeugen durch Morddrohungen und Mord effizient einschüchtern kann. All das ist zudem aus der Geschichte der italienischen Mafia bekannt und sollte eigentlich jeder wissen. Nichtsdestotrotz findet sich immer wieder ein bemitleidenswerter Schlaumeier, der ganz begeistert ist von der Idee, eine Verschwörung könne eine bestimmte Dimension nie überschreiten und somit niemals global werden. Schlaf, Kindchen, schlaf ...

One World contra Demokratie

Welche Rolle spielen nun mögliche Verschwörungen im Zusammenhang mit der traditionellen europäischen Prophetie und der Zukunft, die sie für Europa und die Welt voraussagt? Nun, im Prinzip ist es so, dass der von der traditionellen europäischen Prophetie vorausgesagte Ereignisablauf eigentlich nur zu erklären ist, wenn man in die Gesamtrechnung maßgebliche Kräfte einbezieht, die in verdeckter Weise aus dem Hintergrund heraus Regie führen; siehe Sun Tsu.

Wie schon angesprochen: Wir leben inzwischen in einer Epoche, in der die zunehmende globale Vernetzung und die zunehmende Bedeutung globaler Probleme (angeblich) immer drängender für die Schaffung einer effektiven Weltregierung sprechen. Andererseits wäre eine Weltregierung nicht vereinbar mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker und der Demokratie, denn die heutigen meist demokratischen Staaten müssten substanzielle Rechte an die Weltregierung abtreten; und das nicht zu knapp, schließlich ginge es ja um die Rettung der Welt. Und da heißt es klotzen statt kleckern.

Außerdem ist Demokratie auf globaler Ebene, zurückhaltend formuliert, sowieso etwas problematisch: Dazu ein kleines Rechenbeispiel: 80 Millionen Deutsche auf eine 7,5 Milliarden Menschheit macht rund ein Prozent deutsches Stimmrecht im Weltparlament. Ein Prozent. Noch Fragen? Mit so viel Prozent kommt man in Deutschland noch nicht einmal in den Bundestag. Im Ernst: Wählen gehen kann man sich im Weltstaat schenken.

Das Selbstbestimmungsrecht der Völker und die Demokratie sind andererseits zwei große heilige Kühe der sogenannten Aufklärung und der sogenannten westlichen Werte. Diese heiligen Kühe kann man unmöglich so einfach schlachten. Das geht nicht. Der grundlegende Widerspruch zwischen One World und Demokratie wird bisher aber nirgends offen kommuniziert. Es gibt keine großen Titelstorys in einschlägigen Magazinen oder Talkshows zum Thema „Demokratie oder Weltherrschaft – wie geht es weiter?“

Das dröhnende Schweigen über den heraufdämmernden globalen Paradigmenwechsel weg von der Demokratie hin zur Weltdiktatur öffnet naturbedingt Verschwörungstheorien Tür und Tor – und zwar zu Recht. Wenn über solche alles umfassenden globalen Entwicklungen ausgerechnet in einer Gesellschaft, die sich der Meinungsfreiheit rühmt, nicht gesprochen wird, muss es eine Macht im Hintergrund geben, die dafür sorgt, dass in den Ländern der eigentlich freien Rede gerade dann geschwiegen wird, wenn es drauf ankommt. Wie wollte man das anders deuten? Wenn nicht über das Herandämmern des Weltstaates debattiert werden kann, ja was bitte soll dann das ganze Gerede von Demokratie, Meinungsfreiheit, Faktencheck, „Hier check ich alles“ und bla, bla, bla? Was bitte soll all dieses Gewäsch?

Der von vielen europäischen Prophezeiungen vorausgesagte „dritte Weltkrieg“ kennzeichnet gewissermaßen den Moment, wo der bisher unter der Oberfläche rumorende Kampf um die Weltherrschaft offen zutage tritt. Merke: Weltkrieg bedeutet immer Kampf um die Weltherrschaft.

Sobald der Bürger beginnt, in Kategorien eines Kampfes um die ganze Welt zu denken, erkennt er natürlich auch, dass hinter dem Vorhaben Weltherrschaft eine Macht stehen muss, die es wagen könnte, zu diesem Zweck widerborstige Länder wie Russland und China in die Knie zu zwingen; koste es, was es wolle.

Kurz: Wer einen Weltkrieg prophezeit, prophezeit einen Kampf um die Weltherrschaft und er prophezeit die Existenz von Kräften, die die Welt beherrschen wollen, und zwar die ganze Welt. Ein Weltkrieg ist auch immer eine Verschwörung gegen die ganze Menschheit.

Bürgerkriege als Resultat einer Verschwörung?

Neben dem Weltkrieg als Verschwörung gegen die ganze Menschheit findet sich in der traditionellen europäischen Prophetie noch ein zweites potenziell verschwörungstheoretisches Element, nämlich die für Europa prophezeiten Bürgerkriege: Eigentlich sollte man als unbedarfter demokratischer Bürger ja meinen dürfen, dass die politischen Klassen Europas die Gefahr von Unruhen früh genug erkennen und früh genug gegensteuern. Die Herren und Damen Politiker schauen dem Volk doch angeblich die ganze Zeit aufs Maul und wissen, was der Bürger so denkt. Wozu gibt es eine Parteibasis, Internet-Blogs, Kommentarspalten in den Online-Ausgaben großer Zeitungen usw. usf.?

Das ist ja gerade ein, wenn nicht das zentrale Argument für die Demokratie: Bevor die Fetzen fliegen und das Blut auf das Pflaster tropft, befragt man das Volk und ändert rechtzeitig die Verhältnisse. Das bedeutet: Die Prophezeiungen von Bürgerkriegen in Europa widersprechen grundsätzlich dem Bild, das wir Bürger von den europäischen Demokratien haben. Wir denken: In den europäischen Demokratien kann es überhaupt nicht zu Bürgerkriegen kommen, da unsere Politiker früh genug gegensteuern würden. Wie also könnte es sein, dass die europäischen Politiker die drohende Gefahr von Bürgerkriegen in Europa nicht rechtzeitig erkennen? Einen Aspekt hatte ich schon angesprochen: Der Euro-Crash könnte als höhere Gewalt über unsere Politiker hereinbrechen.

Zum weiteren Verständnis des Rätsels „Revolution trotz Demokratie“ muss man bedenken, dass „die Politiker“ kein geschlossener Block sind, sondern sich in verschiedene Ebenen und Hierarchien aufgliedern. Lokalpolitiker mögen noch überwiegend das Wohl ihrer Wähler vor Ort im Auge haben, wohingegen Politiker weiter oben in der jeweiligen nationalen Machtpyramide ganz andere Ziele verfolgen könnten; Ziele, die weder dem Wähler gegenüber, noch dem Lokalpolitiker vor Ort gegenüber offen kommuniziert werden. Das heißt: Ähnlich wie im Krieg beim Militär ist in der politischen Klasse eine Kommando- und Informationsfluss-Hierarchie zu unterstellen, bei der „im Bedarfsfall“ ganze Frontabschnitte aufgegeben und geopfert werden, sprich Lokalpolitiker von der nationalen Regierungsspitze vorsätzlich und planmäßig im Regen stehen gelassen werden.

Aus der Distanz zwischen Lokalpolitik und nationaler Regierung könnte sich die Situation erklären, dass die lokale Basis der Machtpyramide sehr wohl die Bürgerkriegsgefahr erkennt, die Gefahr von der Spitze der Machtpyramide jedoch ignoriert wird. Und warum? Möglicherweise – Vorsicht, jetzt kommt die nächste Verschwörungstheorie – weil man an der Spitze der Pyramide davon überzeugt ist, dass die Demokratie angesichts des heraufdämmernden Weltstaates sowieso ein Auslaufmodell ist, und es längst an der Zeit ist, sich selbst ganz persönlich mit den kommenden wahren Weltherrschern gut zu stellen.

Es ist also in Betracht zu ziehen, dass der intelligentere Teil der pseudo-demokratischen Elite längst begriffen hat, dass die Demokratie ein Auslaufmodell ist, und dass sie deshalb der Demokratie in ihrer Not nur äußerst halbherzig unter die Arme greift.

Es dürfte schwerfallen, für die prophezeiten mehr oder weniger gleichzeitig ausbrechenden Bürgerkriege in demokratischen Staaten Europas eine andere plausible Erklärung zu finden als die einer von gewisser Seite bewusst zugelassenen Katastrophe. Es kann schließlich nicht sein, dass man in der politischen Elite insgesamt die drohende Gefahr von bürgerkriegsähnlichen Unruhen nicht erkennt. Dank flächendeckender elektronischer Kommunikationsüberwachung weiß man heutzutage, was das Volk denkt, und zwar in Echtzeit. Der brodelnde Volkskessel ist mit hochsensiblen Frühwarnsensoren geradezu gespickt und zugepflastert: Die E-Mails werden gelesen, Facebook wird gescannt, die Volkswut wird permanent vermessen und gewogen. Diese Daten und dieses Wissen ist vorhanden. Und innerhalb der Machtpyramide wird ein bestimmter Personenkreis Zugang zu diesen Informationen haben.

Wie man diesen in gewisser Weise inszenierten Kontrollverlust der westeuropäischen Demokratien interpretiert, ist dann eine andere Frage. Klar wäre jedenfalls, dass in der Mehrzahl der westeuropäischen Staaten nicht mehr die Interessen des Volkes vertreten würden und dass neben kurzsichtigem Egoismus nationaler Politiker als Erklärung auch noch Fremdinteressen infrage kämen; Fremdinteressen außereuropäischer Mächte, die womöglich langfristig global denken nach dem Motto: Man lässt die Demokratie ganz bewusst an die Wand fahren und opfert ganz bewusst die unteren Verwaltungsebenen des demokratischen Systems.

Weltherrschaft als Menschheitsschicksal?

Die historische Abschaffung der Monarchie einerseits und die prophezeite Wiedereinführung der Monarchie andererseits (auch dazu gibt es Vorhersagen aus Asien82) ist also in einem größeren historischen Kontext zu sehen, einem Kontext, in dem es um die Schaffung eines Weltstaates geht und um das Scheitern dieses Vorhabens im Rahmen des prophezeiten „dritten Weltkriegs“ und der dreitägigen Finsternis.

Der politische Prozess Richtung Weltstaat wiederum macht ohne ein Netz von Verschwörern wenig Sinn, denn ein Großteil der Vorbereitungen muss im Verborgenen geschehen. Wer den Weltstaat will, kann lange Zeit nicht mit offenen Karten spielen, weil er sonst nicht nur eine offene Konfrontation mit den Nationalstaatsbefürwortern überall auf dem Planeten provozieren würde, sondern die Anhänger der Nationalstaaten auch frühzeitig zu einem weltweiten Gegenbündnis mobilisieren würde. Wer in dem Zusammenhang den Begriff Verschwörung nicht mag, vergegenwärtige sich einfach noch einmal, dass die totale Globalisierung und die Schaffung eines Weltstaates das Ende der Demokratie bedeuten muss und dass es derzeit nirgends in unseren Medien auch nur im Ansatz eine Debatte zum Thema „Globalisierung contra Demokratie“ gibt.

Je naheliegender und damit natürlicher und schicksalhafter einem der Trend zu Weltstaat und Weltregierung erscheint, umso widersinniger muss einem natürlich das Scheitern dieses Prozesses erscheinen – erst recht, wenn dieses Scheitern des Weltstaatprojektes von der traditionellen europäischen Prophetie mit einem „Eingriff Gottes“ in Form einer kosmischen Naturkatastrophe (dreitägige Finsternis) erklärt wird. Tatsache aber ist und bleibt, dass sich hellsehende Menschen in Europa und anderswo quer durch die Jahrhunderte auf die dreitägige Finsternis beziehen, wie ich in meinem Buch ›3 Tage im Spätherbst‹ detailliert aufzeige.

Trotz aller Tricks und Lügen der (vermeintlichen) Weltverschwörer muss man diesen aber auch fairerweise zugestehen, dass sie letztlich „nur“ der Natur des Menschen folgen: Der Wunsch nach Weltherrschaft liegt vielen Menschen im Blut; der Wunsch ist bekannt. In jedem zweiten James-Bond-Film gibt es einen Bösewicht, der die Weltherrschaft an sich reißen will. Auch gibt es einige Popsongs, die diesen Wunsch thematisieren, zum Beispiel ein 1985er Lied der britischen Gruppe Tears for Fears, Titel ›Everybody wants to Rule the World‹, oder nehmen wir Christina Aguilera, die 2010 in ihrem Lied ›Prima Donna‹ mehrfach »I can rule the world« ins Mikrofon schmettert.

Der Wunsch nach Weltherrschaft ist bekannt. Nahezu alle Völker und Mächte, die in der Weltgeschichte die Chance dazu hatten, haben es im Rahmen ihrer Möglichkeiten versucht: Alexander der Große (dem das Orakel von Siwa (Ägypten) im Jahre 331 vor Christus sogar ausdrücklich die Weltherrschaft vorausgesagt haben soll), die Römer, die Mongolen, Napoleon Bonaparte, Adolf Hitler, Joseph Stalin usw. Nur waren es bisher eben nie echte Weltreiche, die sich über den ganzen Globus bis in den letzten Winkel erstreckt haben. Dazu fehlten bisher die technologischen Voraussetzungen. Heutzutage – über 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges – sind die globalen Strukturen jedoch so eng, die Technologien so fortgeschritten, dass eine echte Weltherrschaft über tatsächlich jeden einzelnen Staat des Planeten wirklich in greifbare Nähe rückt.

Mensch sein bedeutet kreativ sein. Menschliche Kreativität führt zu Technologie, und wenn Technologie wächst und gedeiht, umspannt sie irgendwann den ganzen Planeten; das technologische Netz wird immer dichter und enger. Und irgendwann sind die globalen Strukturen so stark, dass es zu einer Machtverlagerung von den Nationalstaaten zu den globalen Strukturen kommt, deren Nervensystem wiederum das Finanzsystem ist. Das alles ist so weit ein ganz natürlicher, logischer Prozess. Vereinfacht gesagt: Lässt man der menschlichen Kreativität freien Lauf, endet es im Weltstaat. Nur fragt sich eben, wie dieser Weltstaat am Ende aussehen soll? Soll es ein diktatorischer Zentralstaat sein? Oder ein Staatenbund? Oder etwas dazwischen?

In jedem Fall ist es aus Sicht der Weltherrscher in spe besser, im Geheimen vorzugehen und die eigentliche Absicht zu verschleiern. Der Weltstaat hat schließlich ein gravierendes Marketing-Problem: Die Idee des Weltstaates widerspricht, wie schon betont, der Idee der Demokratie und dem ganzen daran gekoppelten westlichen Wertesystem. Demokratie funktioniert per Definition nur auf Volksebene. Mag sein, dass man eine Hand voll Völker noch demokratisch regieren kann, aber nicht mehr Hunderte oder Tausende Völker weltweit.

Das zweite entscheidende Problem, das die Weltherrscher in spe haben, ist jene Gruppe wirtschaftlich und militärisch ziemlich mächtiger Staaten, die den Vortrieb Richtung Weltstaat sehr wohl wahrnehmen, aber definitiv nicht wollen; als da wären Russland, China, Nordkorea, Iran und andere Staaten; Staaten, die die Weltstaats-Idee als Angriff auf ihre nationale Eigenständigkeit empfinden.

Auch im Fall der one-world-kritischen Nationalstaaten lässt sich das Endziel Weltstaat nicht offen kommunizieren. Zu vielen Menschen überall auf der Welt würde sonst bewusst, dass dieses große Ziel womöglich nur auf Kosten eines neuen Weltkrieges zu haben ist, der dann natürlich zwischen dem „Westen“ und Russland plus China ausgetragen würde.

Erkennt man den „unabwendbaren“ Trend Richtung Weltstaat, so erkennt man auch die zunehmende Gefahr eines dritten Weltkrieges und dessen (mögliche) konzeptionelle Notwendigkeit. Vereinfacht gesagt: Wenn die Leute erst einmal verstehen, welche Dimension das global-politische Spiel unserer Zeit angenommen hat – nämlich das Ringen um eine erstmals echte Weltherrschaft –, beginnen sie auch zu ahnen, welche Höhe die Spieleinsätze haben könnten und was in Wahrheit alles auf dem Spiel steht. Wer die Sache mit der Weltregierung verstanden hat, bei dem fällt auch bald der Groschen in Sachen Weltkriegsgefahr.

Käme das ganze Thema Weltregierung offen und ehrlich auf die Tagesordnung, würde die ganze sogenannte demokratische Welt Sturm laufen, da alle begreifen würden, dass eine Weltregierung keine besondere Rücksicht mehr auf den Willen einzelner Völker nehmen kann.

Der Abfall vom Glauben an die Demokratie

Damit ein Weltstaat nach seiner Installation wirklich gut funktioniert und nicht nach wenigen Jahren von der „Union der demokratischen Rebellen“ und anderen Ewiggestrigen wieder gestürzt wird, muss – das mag jetzt den einen oder anderen erschrecken – zuvor der Glauben der Völker an die Demokratie zerstört werden.

Diese Vernichtung des Glaubens an die Demokratie muss dabei mit ähnlicher Gründlichkeit erfolgen, wie es bei der Christianisierung unserer germanisch-heidnischen Vorfahren vor über 1000 Jahren gelungen ist, als christliche Missionare die Götzen der Germanen zerstört haben. Eine solche Zertrümmerung der Götzen erreicht man durch die Herbeiführung einer Situation, in der die Demokratie für jedermann und jederfrau sichtbar vor aller Augen scheitert. Es braucht ein Demokratie-Untergangs-Szenario, das sich gewaschen hat und das sich tief in das kollektive Gedächtnis einbrennt. Es braucht einen kollektiven Schock; einen Schock, der Wochen und Monate andauert.

Ein solches Szenario lässt sich relativ einfach herbeiführen, wenn man überall in den öffentlichen Ämtern »Dummköpfe« amtieren lässt, die »über keine Erfahrung, keine Fähigkeiten, kein Allgemeinwissen und keine Umsicht verfügen«, so wie in obiger buddhistischer Quelle vorausgesagt.Die fehlende Umsicht der Politiker hätte den „Vorteil“, dass diese Politiker nicht erkennen, welche Rolle ihnen selbst in dem ganzen Spiel zugedacht ist, nämlich die, die Demokratie zu zerstören und den Sündenbock für das vor Wut ausrastende Volk zu spielen.

Zur Erinnerung die besagte Stelle aus den 1914er Feldpostbriefen:

… man soll in dieser Zeit kein Amt […] annehmen, alles kommt an den Galgen oder wird unter der Haustüre aufgehängt […], denn die Wut unter den Leuten sei entsetzlich, denn da kommen Sachen auf, unmenschlich. 83

Tja, läuft da was nach Plan?

Oder aus dem Ruder?

Schwierige Frage.

Das offensichtliche Versagen der demokratischen Politiker auf ganzer Linie wäre allerdings nur ein Teil der Gesamtinszenierung, nur ein Teil der finalen Demokratie-Entwöhnungs-Kur. Wirklich komplett würde die Zerstörung des Glaubens an die Demokratie erst dadurch, dass sich a u c h d a s V o l k s e l b s t als unfähig für die Demokratie empfindet. Wären nur die jeweils im Amt befindlichen Politiker das Problem, könnte sich das Volk ja einfach neue Politiker wählen. Der Zusammenbruch der Demokratie im Rahmen einer One-World-Strategie hätte folglich in einer Form zu erfolgen, in der das Volk den Glauben an sich selbst bzw. seine eigene demokratische Eignung verliert.

Ich weiß, es kling bizarr, aber wenn der Glaube an die Demokratie über die Errichtung des Weltstaates hinaus Bestand hätte, müsste dieser Glauben von der One World fortlaufend bekämpft und unterdrückt werden. Besser, die Demokratie scheitert krachend vor aller Augen. Pädagogisch gesehen ist das wesentlich effizienter und nachhaltiger.

Dass die Demokraten den Glauben an die Demokratie verlieren – und damit an sich selbst, an ihre Fähigkeit zur Selbstverantwortung –, wäre das eigentliche psychologische Fundament der neuen Weltordnung. Das Volk selbst muss miterleben, wie die Demokratie scheitert. Das Volk selbst muss miterleben, dass sich die gescheiterten Politiker eben nicht durch neue, fähigere Politiker ersetzen lassen.

Wer einen langfristig stabilen Weltstaat jenseits der Demokratie will, muss folglich eine Situation herbeiführen, die der „normale“ Bürger als Beweis für das Scheitern der Demokratie empfindet.

Im Prinzip müsste, wie schon angesprochen, eine Situation herbeigeführt werden wie zur Zeit der Christianisierung der odin- oder wotangläubigen Germanen.

Seinerzeit hackten christliche Missionare die heiligen Bäume der Germanen einfach um. Und wenn beim Fällen beispielsweise einer Donar-Eiche der Donnergott Donar (Thor) kein Gewitter vorbeigeschickt hat, galt den leichtgläubigen Germanen das Nichteingreifen Donars als Beweis für die Überlegenheit des christlichen Gottes.

Zur endgültigen, auf Jahrhunderte, vielleicht sogar auf Jahrtausende hin wirksamen Abschaffung der Demokratie wäre eine massenpsychologische Situation mit vergleichbarer suggestiver Macht erforderlich. Die Eiche der Demokratie muss vor aller Augen umgehackt werden. Und das bedeutet in letzter Konsequenz: Das Volk muss den Glauben an sich selbst verlieren!


Abb.11: Bonifatius fällt die Donar-Eiche

Gemälde von Prof. Peter Janssen, 1882

(Donar ist der westgermanische Name für den germanischen Gott Thor, Beschützer von Midgard, der Welt der Menschen)

Das wäre der satanische Preis, der für den Weltstaat zu entrichten ist; jener Staat, der uns vor der Selbstzerstörung retten soll. Die Völker müssen den Glauben an sich selbst verlieren und sich vor dem fürchten, was sie tun könnten, wären sie frei.

Natürlich: Die planmäßige Zerstörung der Demokratie riecht schon wieder streng nach Verschwörungstheorie. Keine Frage. Die gedankliche Grundlage dieser Theorie ist aber äußerst simpel und leicht zu verstehen: Weltregierung und Demokratie sind absolut unvereinbar. Das passt nicht zusammen. Punkt.

Glücklicherweise und Gott sei Dank wird eine solche Weltherrschaft von der traditionellen Prophetie aber nicht vorausgesagt, wenigstens nicht für die ersten Jahrzehnte nach dem „dritten Weltkrieg“.

Jedoch: Die Ereignisentwicklung bis hin zum „dritten Weltkrieg“ entspräche sehr wohl einem theoretischen anti-demokratischen Weltherrschaftsplan, da in der realen Welt alles auf einen Punkt kollektiver, weltweiter Orientierungslosigkeit zusteuern würde, sowohl in wirtschaftlicher, politischer, kultureller als auch spiritueller Hinsicht. In ein Bild übertragen: Ja, die Welt befindet sich tatsächlich auf dem Highway to Hell und es kommt auch keine Abzweigung mehr. Normalerweise wäre das Spiel jetzt aus – käme nicht plötzlich ein Konstruktionsfehler im vor uns liegenden Straßenverlauf, der dazu führt, dass die Welt an einem bestimmten Punkt aus dieser Fahrt ins Unheil herausgeschleudert wird. Die Welt erleidet dadurch zwar einen schlimmen Unfall, aber dieser bewahrt sie wenigstens vor der geistigen Selbstzerstörung in einer Weltstaatsdiktatur. Scheitern würde der anti-demokratische Weltherrschaftsplan laut traditioneller europäischer Prophetie letztlich einzig und alleine infolge der dreitägigen Finsternis und eines kosmischen oder „göttlichen Eingriffes“, ausgelöst durch einen plötzlich auftauchenden Himmelskörper.

Ich persönlich glaube zwar an eine Art Eingriff Gottes, aber das, was die Prophezeiungen beschreiben, muss man nicht zwingend mit einem Gott erklären. Vielleicht gibt es auch einfach ein machtvolles Gesetz der Harmonie und Balance, das das Schlimmste verhindert. So oder so liefe die prophezeite Zukunft auf eine verborgene höhere Macht hinaus: eine Macht, die dem Menschen wohlgesonnen ist und für Ausgleich sorgt.

Im Rahmen der dreitägigen Finsternis jedenfalls würde ein Großteil der interkontinentalen Infrastruktur zerstört, so dass sich die Welt als Ganzes rein technisch gesehen gar nicht mehr global beherrschen ließe. Nach der dreitägigen Finsternis würde sich ein Zeitfenster von etlichen Jahren öffnen, in dem in den einzelnen Kontinenten und Ländern neue, eigenständige staatliche Strukturen entstehen; Staaten, die jetzt gelernt hätten, dass es Mächte gibt, die zur Herbeiführung einer Weltherrschaft versuchen, mit verdeckten Methoden ihr Ziel zu erreichen. Gegen die Gefahr einer schleichenden globalen Machtübernahme wäre die Welt jetzt immunisiert.

Die Prophezeiung von der Rückkehr der Monarchie ist also im Zusammenhang zu sehen mit dem zum Scheitern verurteilten Versuch derzeit aktiver politischer Mächte, einen Weltstaat zu errichten. Unser heutiges System von Nationalstaaten bliebe demnach noch für geschätzte zwei bis drei Generationen erhalten.

Glaubt man den betreffenden Quellen, wäre im Anschluss daran allerdings sehr wohl mit einer Art Weltstaat zu rechnen, der jedoch innerhalb ganz weniger Jahre scheitern soll. Dieser zweite Weltstaatsversuch soll von einem sowohl politischen als auch geistig-spirituellen Führer geleitet werden; eine Art Pharao – besser bekannt als Antichrist.

Und nach dem krachenden Zusammenbruch des Antichrist-Staates soll endlich das Tausendjährige Friedensreich beginnen. Das wäre dann der dritte Anlauf zum Weltstaat; diesmal jedoch im klassischen Sinne einer göttlichen Ordnung.

Konkrete Voraussagen über neue europäische Monarchen

Den mir bekannten Prophezeiungen nach würde es nach Crash, Bürgerkrieg, Krieg und dreitägiger Finsternis in folgenden europäischen Ländern wieder Monarchien geben: in Frankreich, Bayern, Österreich, Ungarn und vielleicht auch Preußen.84 Überdies wird wiederholt ein europäischer Kaiser vorausgesagt.

Natürlich ist bei jeder einzelnen Prophezeiung immer auch die jeweilige Glaubwürdigkeit zu berücksichtigen, doch in der Summe und der Substanz – so meine Einschätzung – beruht die Voraussage der neuen europäischen Monarchien auf echten hellseherischen Fähigkeiten.

Der europäische Kaiser

Die auffälligste Figur ist bei alledem natürlich der neue europäische Kaiser. Zu diesem findet sich eine Reihe genauerer Voraussagen, wobei die Schlüsselszene die prophezeite Krönung des Kaisers ist.

Zum historischen Hintergrund europäischer Kaiserwahlen kurz dies: Vom 14. bis 18. Jahrhundert erfolgte die Wahl des römisch-deutschen Kaisers (anfangs römisch-deutscher König) durch die sogenannten Kurfürsten, einer Auswahl hoher Kirchenfürsten und weltlicher Fürsten aus Deutschland, die dazu berechtigt waren, den Kaiser zu wählen. Der Kaiser wurde jeweils auf Lebenszeit gewählt.

Unmittelbar nach dem „dritten Weltkrieg“ müssten sich also – sofern man sich am alten System orientiert – die „Kurfürsten“ zunächst einmal irgendwo treffen, um dort den neuen Kaiser zu wählen, wobei es schon im Vorfeld Absprachen und Verhandlungen geben müsste.

Eine solche Kaiserkrönung würde natürlich publikumswirksam inszeniert und bräuchte einen besonders würdevollen, möglichst symbolträchtigen Ort. Dass es sich bei diesem Ort um eine symbolträchtige, nach Möglichkeit besonders große Kirche handeln müsste, liegt auf der Hand, schließlich bräuchte der neue Kaiser den göttlichen Segen. Dass im Falle eines deutschen Kaisers der Kölner Dom ganz oben auf der Liste der möglichen Orte stünde, wäre auch klar.

Im Falle Kölns käme hinzu, dass laut deutscher Prophetie im „dritten Weltkrieg“ vor den Toren Kölns ein entscheidender Sieg über die russischen Truppen errungen werden soll, so dass Köln ein Nimbus ähnlich wie Stalingrad im Zweiten Weltkrieg zuwachsen könnte: ein Ort, an dem sich das Schicksal eines vom Untergang bedrohten Landes unter größten Opfern zum Guten wendet. Eine solche Schlacht vor den Toren Kölns wird von gut einem Dutzend Quellen vorausgesagt, was außerordentlich viel ist.85 Mir selbst ist kein Ort in ganz Europa bekannt, zu dem sich so viele Vorhersagen zu Schlachten finden wie für Köln. Das heißt, der Vergleich mit Stalingrad ist keinesfalls an den Haaren herbeigezogen.

Würde der Kölner Dom so wie schon im Zweiten Weltkrieg weitestgehend von Zerstörungen bewahrt, wäre seine symbolische Strahlkraft kaum zu überbieten; ein in Mitteleuropa absolut einzigartiger magischer Ort.

Frage also: Wird eine Krönung im Kölner Dom vorausgesagt? Antwort: Allerdings! Eine zukünftige Kaiserkrönung im Kölner Dom, oder eine Kaiserkrönung in einem nicht weiter bezeichneten Dom oder die Krönung eines oder mehrerer Monarchen in einer großen Kirche wird vorhergesagt von folgenden Quellen:


Quelle Zeit (A) Zeit (B) Art des Monarchen Krönungsort
1. Lied der Linde ? 1920 Kaiser 86 Dom
2. Franz Kugelbeer 1922 1951 Kaiser 87 Kölner Dom
3. Pfarrer aus Baden 1923 1951 Kaiser 88 Köln
4. Böhmischer Seher 1940 1988 Kaiser 89 Kölner Dom
5. Alois Irlmaier 1949 1949 König90 u. Kaiser91 hohe Kirche

Zeit (A) = Quelle (angeblich) erfasst; Zeit (B) = Datum der Veröffentlichung

Drei Quellen sprechen explizit von einer Kaiserkrönung in Köln, zwei Quellen klingen sehr danach. Alois Irlmaier und das Lied der Linde sind (nicht nur) meiner Einschätzung nach sehr gute Quellen. Insgesamt ergibt sich so eine recht gute Quellenbasis.

Alois Irlmaier spricht zwar nicht ausdrücklich von Köln, wohl aber heißt es bei ihm zur Krönung des bayerischen Königs:

„I siech [ich sehe°] den Heiligen Vater in einer Stadt am Strom, mit einer hohen Kirche, unseren König krönen.“ 92

»Stadt am Strom« und »hohe Kirche« deutet auf Köln. Die Krönung der Könige ist Voraussetzung für die Wahl und die Krönung des Kaisers. Rein praktisch gesehen wäre es naheliegend, dass man die Krönungen der Könige und des Kaisers in rascher Abfolge erledigt, wenn der Papst schon einmal vor Ort ist. An anderer Stelle heißt es bei Alois Irlmaier:

„Nach dem Sieg wird ein Kaiser vom fliehenden Papst gekrönt und dann kommt der Friede.“ 93


Abb.12: Karte: Voraussagen zur Flucht des Papstes von Rom nach Köln

Über den fliehenden Papst sagen andere Quellen, dass er aus Rom flüchtet und dann nach Köln kommt – Helene Wallraff (gest. 1801), Feldpostbriefe (1914) Franz Kugelbeer (1922).

Was die Glaubwürdigkeit der obigen fünf Quellen betrifft, so ist die Glaubwürdigkeit beim Lied der Linde (1920) und bei Alois Irlmaier (1959) nicht nur meiner Einschätzung nach besonders hoch. Ausreichend glaubwürdig erscheinen auch Franz Kugelbeer (1922) und der böhmische Seher (~1944). Beim Pfarrer aus Baden (1923) ist die Datengrundlage zur Beurteilung allerdings sehr mager.

Insgesamt ergibt sich bezogen auf das vorliegende Material eine recht solide Quellenbasis für das Detail einer Kaiserkrönung in Köln; ein Ereignis, das einerseits wohl in wenigen Stunden vorüber wäre und sich auf einen recht kleinen Ort (Kölner Innenstadt) konzentrieren würde, andererseits natürlich von großer Symbolkraft wäre.

Dass es überhaupt so bald nach dem Sieg über die östlichen Armeen zu einer Kaiserwahl kommt, würde bedeuten, dass es unter den deutschen Königen schon frühzeitig zu entsprechenden Absprachen gekommen ist.

Die Figur des neuen Kaisers insgesamt versinnbildlicht ein Europa, das keinesfalls für längere Zeit im Chaos versinkt und im technologischen Nichts verschwindet.Im Gegenteil: Sehr bald nach dem Sieg über Russland soll Europa als Ordnungsmacht am Rande Europas (Russland und Nahost) auftreten. Der Sieg über Russland böte die Möglichkeit, Russland im Sinne Westeuropas neu zu ordnen. Diese Aufgabe wäre so wichtig und dringend, dass man sie nach dem militärischen Sieg nicht durch innereuropäische Streitigkeiten verpassen dürfte.

Die Figur des Kaisers per se steht für eine langfristig erfolgreiche europäische Friedenssicherung, die sich gerade auch auf Russland und den Nahen Osten erstrecken muss.Der neue europäische Kaiser wäre zum einen Ausdruck einer neuen europäischen Spiritualität, Religiosität und Gottgläubigkeit, zum anderen das Produkt eines neuen starken europäischen Willens zum Frieden und eines Willens zu effektiver politisch-militärischer Macht, die diesen Frieden sichert.

In dem Zusammenhang sei kurz Hildegard von Bingen (gest. 1179) zitiert, die bekannteste deutsche Mystikerin des Mittelalters und eine der einflussreichsten Frauen ihrer Zeit.In ihrem Buch ›Liber divinorum operum‹ (›Buch vom Wirken Gottes‹) beschreibt die hellsichtige Äbtissin die Situation in Europa, nachdem die östlichen Eindringlinge besiegt worden sind:

… die [europäisch-christlichen°] Sieger […] werden Gott loben und sagen: Lasst uns unseren Gott loben, denn Er hat sich wahrhaft in uns verherrlicht, da wir in Seinem Namen Sieger sind. […] Denn durch Ihn haben wir Seine und unsere Feinde überwunden, indem wir treu an Ihn glaubten. […]

Deshalb wollen wir die benachbarten Städte und zerstörten Höfe wieder aufbauen, und wir wollen sie stärker und wehrhafter machen, als sie früher waren, damit wir nicht noch einmal durch solche Übel zermalmt werden […]. Und das werden sie mit all ihren Kräften und all ihren Mitteln tapfer und großzügig ausführen. 94

Über den neuen Kaiser selbst heißt es im 1920 veröffentlichten Lied der Linde:

Ja von Osten IV kommt der starke Held,

Ordnung bringend der verwirrten Welt,

– Weiße Blumen um das Herz des Herrn –

Seinem Rufe folgt der Wackre gern.

Alle Störer er zum Barren treibt, [~zur Ordnung zwingt?°]

Deutschem Reiche deutsche Rechte schreibt.

Bunter Fremdling, unwillkomm’ner Gast [siehe unten°],

Flieh die Flur, die nicht gepflügt du hast!

Gottesheld, ein unzertrennlich Band

Schmiedest du um alles deutsche Land!

Den Verbannten [Papst°] führest du nach Rom,

Große Kaiserweihe schaut ein Dom. 95

Das Lied der Linde ist eine der wichtigsten deutschen Prophezeiungen und enthält eine Reihe von Indizien für eine echte hellseherische Inspiration. (Ab Das Lied der Linde (1920) wird diese Prophezeiung eingehender untersucht.) Erstmals im Jahre 1920 veröffentlicht, vermuteten manche Autoren, das Lied der Linde stamme noch aus dem 19. Jahrhundert.96 Mir ist ein angenommenes Entstehungsdatum Ende des 19. Jahrhunderts allerdings etwas zu spekulativ. Doch selbst, wenn man nur von 1920 ausgeht, ist das Lied der Linde die älteste der obigen Quellen, die sich auf eine Kaiserkrönung in einem Dom beziehen.

Mit dem »Verbannten« ist der zuvor aus Rom geflüchtete Papst gemeint, den der Kaiser wenige Monate danach zurück nach Rom führt. Die Flucht des Papstes und seine Rückkehr wird von einer ganzen Reihe von Prophezeiungen vorausgesagt, und das in relativ übereinstimmender Form.

Insgesamt deutet das Lied der Linde auf eine charismatische Führerpersönlichkeit; einen Mann der Tat, der die Massen begeistert, jemand, der Ordnung schafft, der sich besonders um Deutschland kümmert, und dem dieses Land sehr am Herzen liegt.

So wie der große Monarch im Lied der Linde beschrieben wird, kann es sich eigentlich nur um einen Deutschen handeln. Nostradamus hingegen scheint das anders zu sehen. Dort ist die Rede von französischem Blut und »uraltem, bourbonischem Adel« (siehe hier).

Der »Bunte Fremdling«, der die »Flur fliehen« – also wohl das Land verlassen soll, scheint mit der aktuellen Flüchtlingsthematik zusammenzuhängen. Ich komme noch darauf zurück. »Deutschem Reiche deutsche Rechte schreibt« lässt sich so deuten, dass es nach dem „dritten Weltkrieg“ im deutschen Rechtssystem zu einer Ent-Europäisierung kommt. »Alle Störer er zum Barren treibt« lässt sich so verstehen, dass der neue Kaiser potenzielle Störer mit drakonischen Strafen zur Ordnung zwingt. Auch auf »Gottesheld, ein unzertrennlich Band – Schmiedest du um alles deutsche Land!« komme ich noch zurück.

Sehen wir uns jetzt erst einmal bei einer anderen Quelle an, wie diese den neuen „großen Monarchen“ beschreibt. Bei dieser Quelle handelt es sich um die umfangreichere Vision einer gewissen Frau Landinger, die 1957 vom Autor und Arzt Adalbert Schönhammer veröffentlicht worden ist und die den Verlauf des „dritten Weltkrieges“ in zahlreichen Details so beschreibt wie andere Quellen auch.

Frau Landinger verwendet dabei eine etwas eigentümliche symbolische Bildersprache, die aufgrund ihres individuellen Stils für eine authentische, eigenständige Herkunft spricht. Das folgende Zitat beginnt im „dritten Weltkrieg“ mit einer Szene mitten in Deutschland:

Da zeigte [die Jungfrau°] Maria nach Westen nach einem jungen Mann, der einen schmalen Kronreifen um die Stirne und einen Speer und eine Kreuzfahne in den Händen trug. Er rief: „Wer streitet mit mir gegen das Tier [ein symbolisches Tier, das für Russland steht und das an anderer Stelle in der Vision so beschrieben wird: »ein Tier […], nicht Wolf, nicht Bär.«°]?“ Es bildeten sich Trupps. Der junge Mann stieß seinen Speer in die linke Seite des Tieres, dass es aufheulte und schäumte und spie. 97

Der »junge Mann« – der spätere große Monarch – verdient sich als Heerführer die Sporen. Mit »Westen« dürfte Westdeutschland gemeint sein, konkret der Nord- und Nordostrand des Ruhrgebietes98, wo nach der Schlacht vor den Toren Kölns die eigentliche „Endschlacht“ im „dritten Weltkrieg“ stattfinden soll.

Die dann folgenden Zeilen Frau Landingers beschreiben die Eskalation des „dritten Weltkrieges“, wie sie auch in anderen Prophezeiungen zu finden ist: Es kommt zur Endschlacht am Rande des Ruhrgebietes. Und gerade als erkennbar wird, dass der Westen endgültig siegt, als das Tier schon schäumt und speit, kommt es zur dreitägigen Finsternis und zum Polsprung:

Es bebte die Erde, und die Berge bewegten sich. Von den kämpfenden Trupps ständig verwundet und verfolgt, kroch das Tier rückwärts unter die Wolke [östlich des Rheins°]. Ich hörte eine Stimme: „Die Tür ist aufgelassen, ich habe die Waage der Gerechtigkeit den Siegern in die Hand gegeben, aber diese haben sie zu ihrem Vorteil missbraucht. Ich will die Waage in meine Hand zurücknehmen und ihre Werke wiegen.“

Da fiel Feuer vom Himmel, und ein furchtbarer Donner erschütterte die Erde [das könnte ein kleinerer Impakt sein.°]. Gebäude stürzten ein, Schiffe wurden in die Höhe geworfen [also aus dem Wasser heraus!°] und versanken im Meer. Ich sah, wie die Kirchtürme sich neigten und eine Weile in dieser Stellung verblieben. Dann hörte ich, wie Glocken ganz von selbst zu läuten anfingen.

Als es hell wurde, stand der junge Mann mit dem Kronreif, noch immer die Fahne tragend, als Priester auf einer Anhöhe und rief: „Wir werden die Toten begraben!“ 99

Im ersten Moment denkt man vielleicht, der letzte Absatz sei von der Bibel „inspiriert“, also abgeschrieben; somit schlicht Betrug eben. Wer sich mit den zahlreichen Prophezeiungen zur dreitägigen Finsternis auskennt, dürfte zu einem anderen Ergebnis kommen.

Das Motiv eines sehr jungen Herrschers (»der junge Mann«) taucht auch in anderen Quellen auf und korrespondiert mit der andernorts vorausgesagten späteren sehr langen Herrschaft des Kaisers.

Bemerkenswert ist, dass Frau Landinger nicht einseitig Partei für das aus dem Osten angegriffene Westeuropa (Deutschland) ergreift, sondern, dass sie dem westlichen Militär vorwirft, einen großen militärischen Sieg über die östlichen Truppen zu missbrauchen! Tatsächlich wird der Missbrauch dieses Sieges indirekt auch von Alois Irlmaier bestätigt, der sagt, dass von den russischen Soldaten keiner mehr nach Hause zurückkommt, dass also keine Gefangenen gemacht werden.V

Die Quelle geht weiter:

Es waren aber nur sehr wenige Männer zu finden. Es lagen überall auf der Erde die Toten. Auf dem Berge sah ich die Kirche von Rom. Im Kirchenschiff standen auf einer Seite die Katholiken, auf der anderen Seite die Protestanten. Sie reichten sich die Hände und sangen in einmütiger Begeisterung: „Großer Gott, wir loben Dich.“ 100

Dass Katholiken und Protestanten nach den Katastrophen gleichberechtigt zusammenfinden (»Sie reichten sich die Hände …«) sollen, ist insofern interessant, als dass streng katholisch gefärbte Quellen mitunter den Eindruck erwecken, die Protestanten würden nach dem ganzen Desaster reumütig zum katholischen Glauben übertreten.

Grundsätzlich besteht in den Quellen zwar Einigkeit über die Vereinigung der evangelischen und katholischen Kirche bzw. überwiegt ein dahingehender Eindruck; wenn es aber darum geht, wie der Einigungsprozess konkret abläuft, finden sich Unterschiede, die sich mit der persönlichen Perspektive der jeweiligen Quelle erklären lassen. Zudem bleibt in der mir bekannten Quellenbasis offen, ob auch die orthodoxe Kirche an der Vereinigung teilnimmt.

Das »Auf dem Berge sah ich die Kirche von Rom« ist wieder symbolisch zu verstehen, denn im Vatikan gibt es nur einen kleinen Hügel von knapp 80 Metern Höhe, der sich nur etwa 60 Meter über den Petersplatz erbebt, der wiederum bei 20 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Auf diesem Hügel von nicht einmal einem Kilometer Länge befinden sich die Vatikanischen Gärten.

Ein Kaiser aus dem Hause Habsburg?

Beginnen die Gedanken um einen zukünftigen deutschen Kaiser zu kreisen, stellt sich bald auch die Frage nach dem konkreten Adelsgeschlecht, dem er entstammen könnte. So landet man schnell bei den „üblichen Verdächtigen“, nämlich den Hohenzollern (Preußen), die die deutschen Kaiser von 1871 bis 1918 stellten, und den Habsburgern (Österreich), die vom 13. Jahrhundert bis 1806 immer wieder die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gestellt haben.

Historisch gesehen könnte man von einem deutlich höheren Anspruch der Österreicher auf die Kaiserkrone ausgehen.

Verknüpft man also die drei Elemente: erstens die neuen Monarchien in Europa, zweitens eine gewisse zukünftige politische Dominanz Deutschlands infolge des Abtritts der Angelsachsen und drittens eine gewisse zentrale Organisation Europas zur Bündelung der Kräfte nach außen hin (Russland und Nahost), so landet man eigentlich zwangsläufig bei den Namen Hohenzollern und Habsburg.

Tatsächlich gibt es zwei Quellen, denen nach der neue Kaiser aus dem Hause Habsburg kommen soll (und meines Wissens keine Quellen zum Hause Hohenzollern).

Sehen wir uns die betreffenden Quellen an: Bei einem böhmischen Seher von etwa 1940 (Erstveröffentlichung 1988) heißt es:

Deutschland wird sich am ehesten aus den Kriegswirren erheben und einen neuen Kaiser aus dem Geschlecht der Habsburger im Kölner Dom krönen. Dann wird die glücklichste Zeit kommen, die je auf Erden gewesen ist. 101

Leider wird hier nicht weiter beschrieben, wie der Seher zu dem Schluss kommt, es handle sich um einen Habsburger. Hat der Seher das Habsburger Wappen gesehen? Und wenn nicht, was dann? Und könnte man die Aussage trotzdem glauben?


Abb.13: österreichisches Wappen von 1815–1915

Meiner Erfahrung nach ist bei solchen Details gewisse Skepsis angebracht. Am besten, ein Seher sagt, was er konkret gesehen hat, und nicht, wie er es deutet.

»Glücklichste Zeit […], die je auf Erden gewesen ist« klingt zugegebenermaßen nach dem Goldenen Zeitalter. Doch wenn man sich beispielsweise ein Deutschland nach dem „dritten Weltkrieg“ vorstellt, das:

 frei ist von einer tatsächlichen oder angeblichen russischen Bedrohung, da Russland militärisch besiegt und die kriegstreiberischen Eliten in Moskau entmachtet sind,

 frei ist von der ewigen Nahostkrise, die inzwischen auch mit einer Flüchtlingskrise massiv bis nach Mitteleuropa hinein ausstrahlt,

 frei ist von einem großen Bruder USA, der uns in sein Schicksal zwingt

... und all das bei herrlichem Wetter, reichen Ernten, einer effizienten Medizin usw., dann könnte – insbesondere aus einer Perspektive von ~1940 – durchaus der Eindruck entstehen, es handle sich um das Goldene Zeitalter oder das biblische Tausendjährige Friedensreich (Offenbarung 20;1-7). Meiner Quellenkenntnis nach dürfte dieses Friedensreich aber nur zwei bis drei Generationen andauern.

Bei »glücklichste Zeit … je auf Erden« wäre ich generell vorsichtig. Denn wer kann – wenn er ehrlich ist – von sich behaupten, er kenne den Glücksquotienten aller Zeiten und Länder der Erde. Hier ist also wieder in Betracht zu ziehen, dass der (vermeintliche) Seher den Menschen Hoffnung machen will – was andererseits ja auch legitim wäre.

Veröffentlicht wurde die Voraussage mit dem Habsburger Kaiser 1988 von Wolfgang Johannes Bekh, der angibt, eine alte, einst aus Böhmen (Tschechien) geflüchtete Frau habe im dies geschrieben, und sie selbst hätte die Voraussagen von ihrem Vater. Der betreffende Gesamttext umfasst ca. eine DIN-A4-Seite und deckt sich inhaltlich in so vielen Punkten mit dem, was man von Alois Irlmaier kennt, dass es entweder eine Irlmaier-Kopie (Fälschung) ist oder authentisch. In ein paar Punkten weicht der Text aber auch von Alois Irlmaier ab, was gegen eine Fälschung spricht.

Kommen wir zur zweiten Quelle, die einen Habsburger Kaiser voraussagt, einem gewissen Franz Kugelbeer aus dem Vorarlberg/Österreich, dessen Visionen 1922 vom Benediktinermönch Winfried Ellerhorst im Gespräch mit dem Seher erfasst worden sein sollen, aber erst 1951 aus dem Nachlass Ellerhorsts veröffentlicht worden sind. Stammt der Text tatsächlich von W. Ellerhorst und aus dem Jahre 1922, wäre das praktisch ein Echtheitsbeweis. So wie der böhmische Seher sah Franz Kugelbeer viel von dem voraus, was auch andere Seher voraussagen.

Wie Sie gleich sehen werden, sind in den Kugelbeer-Text leider auch Überlegungen von W. Ellerhorst eingeflossen, was die Sache zwar etwas verkompliziert, dem Text insgesamt aber nicht ernsthaft schadet. Hier die Sequenz zum neuen Kaiser (Was aus anderen Quellen bekannt ist, habe ich unterstrichen).

Mord in Rom. 3–4 m hohe Berge von Leichen von Geistlichen und Bürgern. Der Papst Pius XII. [Papst von 1939 bis 1959, nachträgliche Deutung von W. Ellerhorst°] – als solchen erkennt der Seher ihn an seinen Gesichtszügen — flieht mit 2 Kirchenfürsten auf Nebenwegen zu einer alten Kutsche und in ihr über Genua in die Schweiz. Später kommt er nach Köln, wo er im Dom den neuen Kaiser salbt.

In den Dom wird ein junger Herr in Zivil geführt, er kleidet sich in der Sakristei in eine Offiziersuniform ähnlich der ungarischen um. Im Chore stehen zwei Throne. Dem neuen Monarchen werden Haupt und Hände gesalbt. Er erhält den Ritterschlag mit einem breiten Schwert, die alte Kaiserkrone, den Krönungsmantel aus Weiß mit goldenen Lilien [?°], das Zepter und den Reichsapfel. Das Zepter wird ihm gegen ein Kreuz umgetauscht. Er schwört den Treueid und den Schutz gegenüber der Kirche. Te DeumVI unter dem Jubel des Volkes.

Der große Monarch schwingt sein Schwert nach allen Himmelsrichtungen als Zeichen, dass er die Kirche beschützen will. Abdankung eines alten Herrn auf seine Rechte, des Hohenzollern. Den großen Monarchen begleitet ein Heer von Engeln unter Anführung des hl. Michael, der vom Seher in prächtiger Waffenrüstung und hoher Gestalt geschaut wird.

Der Monarch besiegt alle seine Feinde. Den übrig gebliebenen wird mit einem heißen Eisen das Hakenkreuz auf die Stirne eingebrannt, wobei sie vor Schmerz aufschreien [sicher ein symbolisches Bild°]. Der neue Kaiser ist Otto von Habsburg [1912 geboren, 2011 im Alter von 98 Jahren gestorben, offenbar wieder eine Deutung von W. Ellerhorst°]. Auf dem Rückzug [… richtiger Rückweg°] nach Italien kommen Papst und Kaiser nach L., wo der Seher ihnen die Hand drückt [wohl wieder symbolisch°]. 102

Das mit Otto von Habsburg ist natürlich klassisch peinlich. Ein Toter kann nicht Kaiser werden. Da Otto von Habsburg 1912 geboren wurde, fragt sich weiter, wie der Seher diesen zehnjährigen Jungen im Mannesalter erkannt haben will? Auch das dürfte also eine nachträgliche, viel spätere Deutung von Winfried Ellerhorst sein.

Was die Glaubwürdigkeit Franz Kugelbeers betrifft, so komme ich trotz einiger eingemischter Deutungen Ellerhorsts insgesamt dennoch zu dem Ergebnis, dass seine Visionen im Wesentlichen echt sind.

Ein starkes Indiz für die Echtheit ist aus meiner Sicht ein Element aus seiner Prophezeiung, dessen eigentlichen Zusammenhang man erst erkennt, wenn man sich in andere Prophezeiungen für dieselbe vom Seher erwähnte Region am Bodensee eingearbeitet hat: Anhand der Analyse103 vier verschiedener Prophezeiungen lässt sich ein großer Flüchtlingsstrom deutscher Bürger erkennen, die unmittelbar nach Kriegsausbruch aus Baden-Württemberg Richtung Bodensee/Alpen flüchten; ein Flüchtlingsstrom, der unmittelbar vor der Schweizer Grenze am Ostufer des Bodensees kurz ins Stocken gerät. Franz Kugelbeer beschreibt dabei nur den Flüchtlingsstau auf dem Berge Pfänder (1062 Meter) am Ostufer des Bodensees, ohne etwas darüber zu sagen, woher die Flüchtlinge kommen und ob und wohin sie weiterziehen.

Fassen wir die wichtigsten so weit vorausgesagten Aspekte zum großen Monarchen zusammen:

 Der neue Kaiser soll schon in jungen Jahren als höherer Offizier am Krieg teilnehmen

 und noch vor Kriegsende in Köln gekrönt werden.

 Der neue Kaiser soll den aus dem Vatikan geflüchteten Papst nach Rom zurückführen und maßgeblich an der Renaissance des Christentums beteiligt sein. (Zum großen Monarchen als Erneuerer des Christentums siehe auch das Kapitel über Nostradamus (1558).)

 Der Kaiser soll in einer langen, glücklichen Friedenszeit herrschen.

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23 dekabr 2023
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9783946959441
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