Kitabı oxu: «Dekadenzia»

Şrift:

Thomas Häring

Dekadenzia

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorspiel

Anpfiff

Fortsetzung

Schlagabtausch

2.Halbzeit

Spannung

Endspurt

Die Entscheidung

Das große Zittern

Impressum neobooks

Vorspiel

Das ist das Ende. Oder der Anfang. Vielleicht auch nur das Ende vom Anfang. Oder doch der Anfang vom Ende? Wir schreiben den 23.Mai 2015 und ich schreibe wieder. Wieso, weshalb, warum? Weil es da noch etwas gibt, das ich loswerden will. Fußball ist unser Leben, aber wer begreift schon die Zusammenhänge? Der SC Freiburg und der SC Paderborn sind aus der 1.Fußballbundesliga abgestiegen, doch dabei handelt es sich um Randerscheinungen, wenn man das große Ganze betrachtet. Wann wollen wir beginnen?

Vielleicht am besten im Jahre 2006, der FC Bayern München hatte gerade zum zweiten Mal in Folge unter Trainer Felix Magath das Double gewonnen und Deutschland schickte sich an, die Fußball WM im eigenen Land auszutragen. Können Sie sich noch daran erinnern, wie das damals war? Weißt Du noch? Ein Sommermärchen, das erst im Halbfinale in der Verlängerung endete und was für ein Zufall! 2006 stand die italienische Fußballnationalmannschaft im WM-Finale in Berlin und neun Jahre später spielt Juventus Turin am 6.Juni 2015 im Champions League Finale in Berlin. Ja, Zufälle gibt es manchmal im Fußballerleben! Was aber hat das alles mit der Saison 2014/15 zu tun? Bringen wir ein bißchen Ordnung in meine wirren Gedankenwelten, damit meine ganzen Ideen nicht ständig wild durcheinander fliegen und so lediglich für Verwirrung sorgen. Die deutsche Fußballnationalmannschaft überraschte 2006 alle Experten und Fans, denn sie wurde immerhin Dritter und das, nachdem sie zwei Jahre zuvor bei der EM bereits nach der Vorrunde ausgeschieden gewesen war. Auferstanden aus Ruinen, es schien also wieder aufwärts zu gehen mit dem deutschen Fußball. Der Nachteil für den FC Bayern und seine Spieler bestand darin, daß sich die Mannschaft insbesondere nach WMs schwer tat, wenn sie wieder in den Bundesligaalltag zurückkehren mußte. Durchaus verständlich, denn so eine WM gibt es nur alle vier Jahre und im eigenen Land findet sie höchstens alle paar Jahrzehnte statt. Dementsprechend verwunderte es nicht wirklich, daß 2007 der VfB Stuttgart Deutscher Meister wurde; genau, der Verein, der sich heute in letzter Sekunde vor dem Abstieg aus der Bundesliga gerettet hat. 2008 holten die Bayern wieder den Titel, 2009 war der VfL Wolfsburg an der Reihe, 2010 wieder der FC B, danach zweimal der BVB aus Dortmund und in den letzten drei Jahren wieder die Bayern aus München. Titelhattrick sozusagen und die insgesamt 25.Deutsche Meisterschaft, Donnerwetter! Aber es kommt halt immer darauf an, von wo Du herkommst und da die Mannschaft 2013 das Triple geholt hatte, also Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League und 2014 immerhin noch das Double, so mutet das Single 2015 schon ein wenig ärmlich an. Alles eine Frage des Vergleichs. Die Münchner stehen also 2015 in keinem Finale und so etwas gab es auch schon ein paar Jahre lang nicht mehr. Zittern um den Klassenerhalt muß nach wie vor der Hamburger Sportverein. Vor einem Jahr hat sich der HSV in der Relegation gerade noch so gerettet, aber ob ihm das 2015 auch wieder gelingen wird, bleibt abzuwarten. Es war eine unglaublich spannende Saison und noch ist sie nicht vorbei, denn auch das DFB-Pokalfinale in Berlin steht noch auf dem Spielplan, wo Wolfsburg und Dortmund aufeinandertreffen werden. Nichtsdestotrotz werde ich in den nächsten Tagen und Wochen die Bundesligasaison 2014/2015 zusammenfassen und ganz genau unter die Lupe nehmen. Dabei helfen werden mir die gesammelten Spielberichte aus der SZ, denn ganz so gut ist mein Gedächtnis auch wieder nicht. Es gab große Überraschungen, wie zum Beispiel den 5.Platz des FC Augsburg, sensationelle Aufholjagden wie die Rückrunde des BVB, eine überragende Rückrunde der Borussia aus Mönchengladbach, eine ganz starke Saison des VfL Wolfsburg und eine enttäuschende Schalket Mannschaft, die es wenigstens noch in die Europa League schaffen kann. Es gibt viel zu analysieren, aber bevor ich ins Detail gehe, möchte ich erst einmal ein paar grundsätzliche Themen ansprechen und damit auch abhaken. Die Meisterschaft des FC Bayern München war souverän und fast die ganze Saison über ungefährdet. Zwar verloren die Bayern in der Rückrunde für ihre Verhältnisse relativ viele Spiele, aber dennoch waren sie nie in Gefahr, den Spitzenplatz ganz oben in der Tabelle zu verlieren. Wolfsburg wurde verdienter Zweiter vor Gladbach und Leverkusen, darauf folgen Augsburg, Schalke und Dortmund. Ja, alles ziemlich unspektakulär, aber wenn man bedenkt, daß Dortmund und Bremen lange Zeit in akuter Abstiegsgefahr schwebten und sich dann plötzlich auf den Weg Richtung Europa League machten, dann sieht man schon, was da noch alles so passiert ist. Genauso beeindruckend war das Comeback des VfB Stuttgart, der mit drei Siegen in den letzten drei Spielen tatsächlich noch den Klassenerhalt schaffte. Paderborn baute genauso wie Hannover 96 nach einer guten Vorrunde stark ab, auch Hertha BSC Berlin blieb gerade noch so über dem Strich und ansonsten schien es lange Zeit so, als wolle niemand wirklich in die Europa League, denn im Mittelfeld der Tabelle nahm man sich ständig gegenseitig die Punkte weg. Der Abstiegskampf blieb quasi bis zur letzten Sekunde hochspannend und den SC Freiburg hätte es eigentlich nicht erwischen müssen, aber die anderen Vereine spielten halt genau so, daß die Breisgaues letzten Endes doch dran glauben mußten. Aus der 2.Bundesliga kommt mit dem FC Ingolstadt ein bayerischer Verein ins Oberhaus und der Rest entscheidet sich dort erst morgen. Meine Damen und Herren, stellen Sie sich bitte darauf ein, daß ich Sie permanent mit Pseudofachwissen zumüllen werde und wenn Sie das nicht wollen, dann lesen Sie bitte lieber nicht weiter.

Bevor wir auf aktuellere Dinge zu sprechen kommen, erst noch ein Blick auf und in die jüngere Vergangenheit. Der FC Bayern München hat es vorgemacht, wie man aus Niederlagen Siege machen kann und zwar 2013. Das Vize-Triple 2012 gehörte zu den schlimmsten Erlebnissen für die Spieler und Fans jenes erfolgsverwöhnten Vereins überhaupt, weshalb wir noch einmal einen kurzen Blick darauf werfen wollen. In der Meisterschaft war man zum zweiten Mal nacheinander hinter Borussia Dortmund gelandet und im DFB-Pokal hatte es eine demütigende 2:5 Finalniederlage gegen die Schwarz-Gelben gegeben. Doch damit nicht genug, denn es folgte die traumatischste Erfahrung überhaupt. Eine Niederlage im Champions League Finale, das zu allem Überfluß auch noch im eigenen Stadion stattgefunden hatte. Noch dazu war der Weg dorthin nicht nur kein leichter, sondern ein extrem holpriger, unangenehmer und schwerer gewesen. Man schrieb die Saison 2010/2011, Louis van Gaal hatte als Trainer gehen müssen und die Münchner lagen in der Bundesligatabelle hinter Hannover 96 auf Rang 4! Jener Platz hätte nicht mal für die Champions League Qualifikation gereicht, doch zum Glück verpflichtete die abstiegsbedrohte Borussia aus Mönchengladbach kurz vor Saisonende Lucien Favre. Der stabilisierte die Gladbacher, weshalb die in Hannover mit 1:0 gewannen und so dafür sorgten, daß die Bayern doch Dritter wurden und sich deswegen über die Quali noch in die Champions League ballern konnten, was ihnen letzten Endes auch gelang. 2010 hatten sie bereits ein Finale in der Königsklasse gegen Inter Mailand verloren gehabt, deshalb war das Spiel gegen Chelsea London von großer Bedeutung. Die Bayern spielten den Gegner an die Wand, aber sie brachten den Ball einfach nicht im Tor unter. Die Londoner verteidigten mit Mann und Maus, sie kämpften und warfen sich in die Schüsse der Münchner, aber kurz vor dem Ende gelang denen dann doch noch der scheinbar erlösende vermeintliche Siegtreffer. Aber noch kürzer vor dem Ende folgte nach einem Eckball der überraschende Ausgleich, so daß es in die Verlängerung ging. Dort bekamen die Bayern einen Foulelfmeter zugesprochen, den sie verschossen, weshalb es ins Elfmeterschießen ging. In jenem führten die Münchner bereits mit 3:1, um am Ende dann doch noch mit 3:4 zu verlieren. Es war unglaublich, aber wahr! Sie hatten das Spiel tatsächlich vergeigt und waren danach am Boden zerstört. Aber ein Jahr später kehrten sie hochmotiviert zurück und holten sich das Triple! Daran kann man erkennen, daß es in erster Linie darum geht, aus bitteren Niederlagen die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Wer das DFB-Pokalhalbfinale zwischen dem FC B und dem BVB verfolgte, der erinnerte sich womöglich an das Spiel gegen Chelsea. Wieder dominierten die Bayern, führten verdient mit 1:0, kassierten irgendwann den Ausgleich und vergaben Chancen en masse. Letzten Endes ging es wieder ins Elfmeterschießen, wo zwei Bayern-Spieler am Elfmeterpunkt wegrutschten und so endete jenes Elfmeterduell mit sage und schreibe 0:3, so etwas sah man auch nicht alle Tage. In der Champions League war ebenfalls im Halbfinale Endstation, der FC Barcelona erwies sich als eine Nummer zu groß. Nun wird es also darauf ankommen, welche Schlüsse die Verantwortlichen aus den bitteren Niederlagen ziehen werden.

Borussia Dortmund dagegen steht plötzlich super da und alles scheint bestens, auch wenn der langjährige Erfolgstrainer seinen Abschied verkündet hat. Von Platz 18 noch auf Platz 7 in die Europa League Quali hochgeschossen, das war schon eine sehr beachtliche Leistung, aber wer die verunsicherte Mannschaft in der Vorrunde spielen und dilettieren gesehen hat, dem überkam schon fast das Mitleid. Es kommt eben immer darauf an, wieder aufzustehen, wenn man hingefallen ist und nicht liegenzubleiben.

Borussia Mönchengladbach mag da als wunderbares Beispiel für jene These dienen. Vor ein paar Jahren schon mit mehr als einem Bein in der zweiten Liga, gerade noch die Reißleine gezogen, sich mit Ach und Krach in die Relegation gerettet, jene auch gerade so überstanden und plötzlich in der Champions League dabei, da sieht man doch mal wieder, was im Fußball eigentlich alles möglich ist und genau das ist ja das Schöne daran. Genauso der FC Augsburg. Vor wenigen Jahren nach der Vorrunde mit sage und schreibe neun Punkten am Tabellenende, dann eine starke Rückrunde mit dem damit verbundenen Klassenerhalt und nach einer starken Saison im Vorjahr nun noch besser, auch wenn man hinzufügen sollte, daß die Schwaben genauso viele Spiele gewonnen wie verloren haben, was mal wieder zeigt, wie ausgeglichen die Liga doch ist, wenn man mal von den vier Mannschaften an der Tabellenspitze absieht. Alles ist möglich, aber das halt auch in beide Richtungen, wie zum Beispiel der VfB Stuttgart und der Hamburger SV in den letzten Jahren immer wieder am eigenen Leib schmerzvoll erfahren müssen. Die TSG 1899 Hoffenheim zum Beispiel hat sich vor Kurzem auch erst gerade so gerettet und spielt seitdem wieder munter mit.

Fußball ist mehr als nur ein Sport, eine Leidenschaft, ein Hobby. Fußball ist Psychologie, Taktik, Strategie. Der Mann mit dem Matchplan, Thomas Tuchel, wird als Trainer in die Bundesliga zurückkehren und zwar wird er beim BVB die Nachfolge von Jürgen Klopp antreten. Die Zeiten der Feuerwehrmänner schienen vorbei zu sein, aber abgestiegen sind ausgerechnet die beiden Vereine, die ihre Trainer nicht feuerten. Was ist davon zu halten? Drei Jahre lang dominierten die Bayern aus München die Bundesliga, aber wird das auch so bleiben? Pep Guardiola ist zweifellos ein phantastischer Trainer, aber auch andere Leute verstehen was vom Fußball und mit der Mannschaft, die der FC Bayern zur Verfügung und auf dem Rasen stehen hat, wären sicherlich auch viele andere Trainer Deutscher Meister geworden. Es geht also wie immer um mehr, aber nachdem die Deutschen 2014 Fußballweltmeister geworden sind, ist es natürlich nicht ganz einfach, sich neue Ziele zu setzen, wenngleich es da natürlich die Europameisterschaft gibt, die 1996 zuletzt gewonnen wurde. Mittlerweile scheinen die Bayern nicht mehr die Einzigen zu sein, die sich teure Spieler leisten können und das macht natürlich Hoffnung. In den letzten fünf Jahren wurden nur zwei verschiedene Mannschaften Deutscher Meister und so etwas sorgt natürlich schon für einen gewissen Spannungsabfall sowie gepflegte Langeweile. Aber man sollte es guten Mannschaften nicht vorwerfen, daß sie ihre Spiele gewinnen, denn die Anderen haben es schließlich selbst in der Hand, ebenfalls besser zu werden und mitzuhalten. Bei den beiden feststehenden Absteigern Freiburg und Paderborn handelt es sich um sehr sympathische Teams, die den Abstieg wohl am ehesten verkraften werden können, denn sie gehören zu den Top 30 des Landes und viel mehr können, wollen und werden sie wohl auch nicht erreichen. Der SC F war ja vor Kurzem sogar in der Europa League, was aber dazu geführt hatte, daß man deswegen in der Bundesliga in arge Abstiegsnöte geriet, von daher bleibt abzuwarten, wie sich das alles beim FC Augsburg entwickelt. Und sonst? Trainerwechsel ohne Ende, der VfB Stuttgart zum Beispiel begann die Saison mit dem ehemaligen Meistertrainer Veh, um sich dann am Ende doch wieder vom Retter Stevens in der Liga halten zu lassen. In Hannover hielt man am Trainer fast bis zum Untergang fest und in Hamburg durfte eigentlich fast jeder mal Trainer spielen, bis man sich kurz vor Schluß dann doch noch für einen Profi entschied. In Europa machten die deutschen Vereine keine gute Figur, sie schieden relativ frühzeitig aus, nur der FC Bayern München schaffte es bis ins Halbfinale der Königsklasse, ansonsten sah es da eher mau aus. Es wird sich zeigen, wie sich das Ganze weiterhin entwickelt. Auch die deutsche Nationalmannschaft hat nach der gewonnenen WM noch nicht richtig Tritt gefaßt, von daher dümpelt alles im Ungefähren so vor sich hin.

Deswegen an dieser Stelle vor dem morgigen Tag der Entscheidungen ein kurzer Abstecher in die zweite Bundesliga. Dort kämpfen Darmstadt, Karlsruhe und Kaiserslautern um den Aufstieg, wohingegen Sandhausen, Greuther Fürth, St. Pauli, 1860 München, der FSV Frankfurt und Aue den Abstieg in die 3.Liga verhindern wollen. Der FSV Frankfurt hat deswegen sogar einen Spieltag vor dem Ende noch seinen Trainer gefeuert, was sich lohnen könnte und würde, falls man tatsächlich die Klasse hält oder in die Relegation geht. Aalen ist schon abgestiegen, während Ingolstadt als erster Aufsteiger bereits feststeht. In der 2.Bundesliga tummeln sich viele Vereine, die es nur für ein Jahr in die 1.Liga geschafft hatten, wie zum Beispiel Düsseldorf, Braunschweig und Fürth, aber auch Teams wie Karlsruhe und Kaiserslautern, die fast jedes Jahr vorne mitspielen, ebenso Emporkömmlinge wie Leipzig und der Sensationsaufsteiger aus Darmstadt, der den Durchmarsch schaffen kann. Auch mit der Saison in der 2.Liga werde ich mich demnächst noch näher auseinandersetzen, aber erst einmal bleibt abzuwarten, wie das Ganze endet.

Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, daß Regensburg und Unterhaching aus der 3.Liga absteigen, genauso wie wahrscheinlich Dortmund II, außer eine Mannschaft bekommt die Lizenz nicht. In die 2.Liga aufsteigen werden Bielefeld und Duisburg, Kiel kann es noch über die Relegation schaffen. Ja, für die bayerischen Mannschaften geht eine turbulente Saison zu Ende. München und Ingolstadt jeweils Meister, Augsburg phantastischer Fünfter, Nürnberg als Absteiger aus der 1.Liga im Niemandsland und Fürth sowie 1860 München kurz vor der 3.Liga. Besonders bemerkenswert ist das Ganze natürlich bei der Spielvereinigung Greuther Fürth, denn die wäre 2014 in der Relegation gegen den HSV ein Jahr nach dem eigenen Abstieg beinahe wieder aufgestiegen, aber die Franken nutzten die Gunst der Stunde nicht und so wurden sie am Ende in der 2.Liga förmlich durchgereicht. Es kann eben alles ganz schnell gehen im Leben und im Fußball sowieso. Eben noch der große Held und schon ganz plötzlich unten durch.

Früher bekamen die Trainer Vierjahresverträge unterschriftsreif vorgelegt, heutzutage stellt man sie mal eben für fünf Spiele ein, so ändern sich die Zeiten. Retter Stevens hat keine Lust mehr auf den VfB Stuttgart und verabschiedet sich deshalb nach erfüllter Mission, Retter Frontzeck dagegen scheint Blut geleckt zu haben und wird wohl bei Hannover 96 weitermachen. Aber schauen wir uns das Ganze mal vollkommen objektiv an: In dieser Saison hätte man als Team ungeschlagen sein und trotzdem absteigen können und zwar dann, wenn man 34mal unentschieden gespielt hätte und so auf exakt 34 Punkte gekommen wäre. Schon irgendwie verrückt, oder? Nicht ohne Grund wurde angefügt, daß sich die geretteten Vereine mehr über den Nichtabstieg gefreut haben, als die Bayern aus München über ihre 25.Deutsche Meisterschaft. Alles irgendwie absurd. Da spielt man eine grottenschlechte Saison und läßt sich dann dafür feiern, daß man gerade noch so die Klasse gehalten hat. Andererseits hat so ein Abstieg ja durchaus seine Vorteile, vor allem für den Fan. In der Liga eins drunter gewinnt der eigene Verein nämlich höchstwahrscheinlich wieder öfter, von daher bringt das auch Erfolgserlebnisse mit sich. Auf Dauer kann es schließlich durchaus ermüdend sein, Jahr für Jahr gegen den Abstieg zu kämpfen und ungefähr jedes dritte Spiel zu gewinnen. Freiburg und Paderborn zum Beispiel haben von 34 Spielen gerade mal jeweils sieben gewinnen können, was auch schon einiges aussagt, wie ich finde. Von daher bleibt mal wieder alles relativ, andererseits können die Vereine in den unteren Ligen halt ebenfalls Fußball spielen, von daher kann es auch nach einem Abstieg noch ein weiteres böses Erwachen geben. Beim HSV strotzt man auf einmal nur so vor Selbstbewußtsein, dabei hatte man als Gegner im letzten Spiel Schalke 04 gehabt, eine Mannschaft, die 2015 auswärts noch keinen einzigen Baum ausgerissen hat, von daher war der Sieg gegen die laschen Gelsenkirchener nicht wirklich eine Sensation. Klar, in der Tabelle landete Schalke letztendlich auf dem sechsten Platz, aber gefühlt spielten die "Knappen" wie der Ligafünfzehnte. Egal, alles aus und vorbei, aber nicht vergessen. Nun wird bald wieder das Transferkarussell Fahrt aufnehmen und man darf gespannt sein, welche Spieler es demnächst wohin verschlagen wird.

Aber erst einmal gibt es eben noch mal Hochspannung. Für neun Mannschaften in der 2.Liga geht es noch um was, von daher wird es auch dort ein vorerst letztes Mal voll abgehen. Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein holt man sich meist nur mit Siegen und anderen Erfolgserlebnissen, aber wenn dann der Dritte der 2.Bundesliga auf den 16. der 1.Liga trifft, dann ist trotzdem der Erstligist der leichte Favorit und setzt sich in den meisten Fällen auch durch. Wahrscheinlich ist es dann eben doch ein Qualitätssprung, der da zurückgelegt wird.

Eine Anmerkung noch zur Torjägerkanone: Torschützenkönig wurde Alex Meier mit 19 Treffern, wobei hinzugefügt werden sollte, daß der gute Mann insgesamt vielleicht 23 Spiele oder so bestritten hat, ansonsten fehlte er verletzungsbedingt, von daher eine durchaus beachtliche Quote.

Bayern München, der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach werden Deutschland in der nächsten Saison in der Champions League vertreten, Bayer Leverkusen 04 kommt vielleicht auch noch dazu. Der FC Augsburg spielt definitiv in der Europa League, weshalb man sich jetzt eine Rasenheizung für den Trainingsplatz leisten kann. Schalke oder Dortmund müssen sich noch für die Europa League qualifizieren; gewinnt der BVB den DFB-Pokal, dann ist man auch gleich voll mit dabei. Gut, das erst einmal dazu, weiter geht es dann später.

So, Freunde der Nacht oder der Macht, der Wahnsinn geht weiter. Die Relegationspartien heißen HSV gegen KSC, also Hamburger Sportverein gegen den Karlsruher Sportclub und Holstein Kiel gegen den TSV 1860 München. Genug objektiv gedampfplaudert, jetzt wird es subjektiv und emotional. Fußballfans werden mich bestimmt verstehen, alle anderen Leute sollten und werden das hier wohl eh nicht lesen. Ich oute mich jetzt mal ganz schnell, damit Du eine Vorstellung davon bekommst, wie stark ich diese Saison gelitten habe. Beginnen wir mit der 1.Fußballbundesliga: Dort bin ich kein richtiger Fan von einer Mannschaft, sympathisiere aber mit Augsburg, Freiburg, Stuttgart, Mainz sowie Frankfurt und zwar in genau der Reihenfolge. Von daher war es für mich eine Spielzeit mit Licht und Schatten. Freude über den FC A, Erleichterung wegen des VfB und Enttäuschung sowie Trauer aufgrund des SC F. Andererseits gehöre ich zu den Zeitgenossen, die gerne und oft mit dem Schlimmsten rechnen, um nicht brutal enttäuscht zu werden, von daher hatte ich das, was den Freiburgern widerfahren ist, schon befürchtet gehabt, weshalb sich das Entsetzen dann in Grenzen hielt.

Das aber war erst das Vorspiel, denn richtiger Fan bin ich in der 2.Liga und zwar vom TSV 1860 München und da war es diese Saison schon brutal. Angefangen mit dem verrückten Spiel in Kaiserslautern und ein Ende ist immer noch nicht in Sicht. Daß 60 in Karlsruhe verliert, war mir vorher schon klar und daß Düsseldorf gegen den FSV Frankfurt das Spiel abschenkt, hatte ich ebenfalls befürchtet gehabt. Aber daß Erzgebirge Aue nach einem 0:2 und drei Aluminiumtreffern für den Gegner Heidenheim dank eines geschenkten Elfmeters und eines Torwarttreffers noch auf 2:2 kommt und meine Sechziger fast noch direkt in die 3.Liga katapultiert hätte, das hätte der ganzen scheiß Saison noch die Krone aufgesetzt. Zugegeben, vor jeder Saison gehe ich als Ultrapessimist immer davon aus, daß 60 jedes Spiel verliert und der FC Bayern jede Partie gewinnt, denn so hält sich meine Enttäuschung bei Niederlagen und Siegen der jeweiligen Teams in Grenzen. Aber daß ich mit meiner schwarzmalerischen Annahme so oft richtig liegen würde, hätte ich auch nicht gedacht. Klar, man kann einwerfen, daß 1860 selber schuld wäre, denn alle anderen Vereine haben ihr Spiel gegen Düsseldorf gewonnen, bis auf die "Löwen", aber die Fortuna hätte sich schon ein bißchen mehr reinhängen und anstrengen können. Egal, auf alle Fälle geht es jetzt gegen Holstein Kiel, noch einmal mindestens drei Stunden Nervenkrieg und Psychoterror, die das Schlimmste befürchten lassen. Fan von 60 bin ich in den Neunzigern geworden, als sie von der dritten in die erste Liga durchmarschierten, aber seitdem ging es irgendwie fast nur noch bergab. Am Anfang der Saison war von der Meisterschaft in der 2.Liga die Rede, was man schon damals nicht wirklich ernst nehmen wollte und konnte. Jetzt wären die Münchner froh darüber, in der 2.Liga bleiben zu können.

Egal, genug ausgekotzt, kommen wir nun zu den erfreulicheren Tatsachen: Darmstadt 98 hat den Durchmarsch und damit den Aufstieg in die 1.Bundesliga geschafft. Herzlichen Glückwunsch! Karlsruhe kann es ebenfalls noch schaffen, auch wenn es gegen den HSV bestimmt nicht einfach werden wird. Mein Mitleid mit dem Viertplatzierten, dem 1.FC Kaiserslautern, hält sich dagegen in Grenzen und zwar aus folgenden Gründen: Ich mag die "Roten Teufel" grundsätzlich schon, aber die haben sich mal wieder dermaßen dämlich angestellt, daß sie den Aufstieg einfach nicht verdient haben. Ich könnte dafür unzählige Beispiele anbringen, aber wenn ich an die ganzen sinnlosen Unentschieden denke, bei denen der FC K leichtfertig den Sieg verspielte, dann wissen alle was ich meine. Vom völlig unnötigen 0:2 gegen den FC St. Pauli daheim auf dem Betzenberg ganz zu schweigen. Gut, was noch? Der FSV Frankfurt, Greuther Fürth und St. Pauli haben sich gerade noch so gerettet, diese Vereine können also tief durchatmen und darauf hoffen, daß es in der nächsten Saison wieder besser läuft. Düsseldorf, Braunschweig, Nürnberg und Leipzig werden ebenfalls alles daran setzen, im folgenden Jahr eine bessere Rolle zu spielen. Von oben kommen Freiburg und Paderborn, von unten Bielefeld und Duisburg, von daher wird alles ganz interessant werden. Aber für mich geht der ganze Spaß ja noch weiter. Auch für den KSC hege ich gewisse Sympathien, von daher werden die beiden, beziehungsweise insgesamt vier Relegationsspiele für mich noch einmal Schwerstarbeit. Selbstverständlich rechne ich wie immer mit dem Schlimmsten und das wäre in diesem Fall natürlich der Abstieg der Löwen, denn gegen Holstein Kiel haben sie in dieser Saison schon im DFB-Pokal gespielt und dort gewannen sie zwar mit 2:1, aber mehr als glücklich, sie wurden zeitweise förmlich an die Wand gespielt. Na ja, bleibt nur zu hoffen, daß es einfach einen qualitativen Unterschied zwischen dem Dritten der 2.Liga und dem Dritten der 3.Liga gibt, ansonsten können die Sechziger das Ganze von vornherein vergessen. Wenn man daran denkt, wie Bielefeld nach einem 3:1 Auswärtssieg in Darmstadt dann das Rückspiel noch vergeigte und eben jene Darmstädter spielen ab nächster Saison in der 1.Liga, dann weiß man jedenfalls Bescheid. Liebe Leute, diese 90 oder 95 Minuten heute waren für mich wahrlich kein Spaß. Karlsruhe ging gegen 1860 München früh in Führung, passenderweise durch ein Eigentor der "Löwen", im Abstiegskampf liegen halt die Nerven einfach blank. Keine Ahnung, ob ich das alles nervlich überstehe, diese Saison ging mir schon mehr als genug an die Substanz. Andererseits ist es natürlich aus meiner schriftstellerischen Sicht ein wunderbarer Zufall, daß in den Relegationsspielen Mannschaften antreten, die mir etwas bedeuten, denn da kann ich dann emotional alles voll rauslassen, was mich ankotzt, oder mich einfach mal freuen, auch wenn dabei die Objektivität sowie die Neutralität verständlicherweise auf der Strecke bleiben müssen.

Sicher abgestiegen sind also der VfR Aalen und Erzgebirge Aue, die beiden Mannschaften, die in der alphabetischen Reihenfolge der Zweitligisten ganz am Anfang stehen, beziehungsweise standen. Ich für meinen Teil brauche jetzt erst einmal eine Pause und dann melde ich mich zurück mit einem Überblick über die gesamte abgelaufene Saison, fast jeder Spieltag wird gnadenlos zerpflückt und zwischendrin gibt es dann natürlich die Spielberichte von den Relegationsspielen sowie vom DFB-Pokalfinale. Bis dahin!

Anpfiff

Also gut, dann beginne ich nun mit einem Rückblick auf die Spielzeit 2014 und 2015, genauer geschrieben auf die Saison, die Anfang August 2014 losging, zumindest in der 2.Fußballbundesliga. Dabei kam es im vermeintlichen Spitzenspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Bundesliga-Absteiger Eintracht Braunschweig zu einem leistungsgerechten 2:2, mit dem letzten Endes beide Teams zufrieden waren. Wenigstens nicht verloren, lautete da scheinbar die Devise. Der VfL Bochum und die SpVgg Greuther Fürth trennten sich 1:1, genauso wie der FC St. Pauli und der FC Ingolstadt. Das Schöne an solchen Ergebnissen ist ja, daß am Anfang einer Saison niemand so recht weiß, was sie bedeuten. So käme zum Beispiel wohl kaum jemand auf die Idee zu behaupten, der Punkt für die Kiez-Kicker wäre ein wichtiger Punktgewinn im Kampf gegen den Abstieg gewesen, wohingegen das Unentschieden für den FC I der erste Punkt auf dem Weg zur Zweitligameisterschaft sein würde. RB Leipzig trennte sich vom VfR Aalen 0:0, wobei die Sachsen in jenem Spiel jede Menge Chancen hatten, aber nicht nutzten. Darmstadt 98 bezwang den SV Sandhausen mit 1:0 und konnte damit bereits zehn Mannschaften hinter sich lassen, die unentschieden gespielt hatten. Der Karlsruher SC und der 1.FC Union Berlin trennten sich 0:0, es gab also wenig Tore an jenem 1.Spieltag in der 2.Liga. Der zweite Absteiger aus der 1.Liga, der 1.FC Nürnberg schaffte immerhin ein 1:0 gegen Erzgebirge Aue und der 1.FC Heidenheim, ein Aufsteiger aus der 3.Liga, bezwang den FSV Frankfurt mit 2:1.

Ja, das waren die Ergebnisse des 1.Spieltags, aber der kundige Beobachter merkt natürlich sofort, daß ich ein Spiel vergessen oder ausgelassen habe. Am Montagabend, also am 04.08.2014, trafen auf dem Betzenberg der 1.FC Kaiserslautern und der TSV 1860 München aufeinander. Bei den "Löwen" gab es einen holländischen Trainer, jede Menge spanische Spieler aus der 2.Liga Spaniens und eine Taktik, die 4-3-3 mit Dominanz und viel Ballbesitz lauten sollte. Na ja, die ersten 45 Minuten liefen für die Sechziger erstaunlich gut. Der gegnerische Torwart bekam wegen angeblichen Handspiels außerhalb des Strafraums die Rote Karte gezeigt und der neue Stürmer der Münchner traf gleich zweimal, so daß die "Löwen" nach der ersten Halbzeit souverän mit 2:0 führten und noch dazu einen Mann mehr auf dem Platz stehen hatten. Eine bessere Ausgangsposition gibt es eigentlich überhaupt nicht, aber natürlich schafften es die Münchner trotzdem noch, das Spiel mit 3:2 zu verlieren! Wie war so etwas nur möglich? Nun ja, bei Kaiserslautern handelte es sich um ein Spitzenteam der 2.Liga, das von seinen frenetischen Fans natürlich unheimlich intensiv unterstützt wurde und nachdem den Lauterern der Anschlußtreffer gelungen war, bebte der Betzenberg. Nichtsdestotrotz hätten die Sechziger mindestens einen Punkt mit nach Hause nehmen müssen, doch letzten Endes standen sie mit leeren Händen da, hatten den Schaden und brauchten deswegen für den Spott nicht zu sorgen, denn das besorgten sofort Andere. Gründlicher kann ein Saisonauftakt nicht mißlingen. Klar, normalerweise hatte man sich bei so einem Spiel ohnehin höchstens einen Punkt ausgerechnet, aber wenn man schon mal 2:0 führte und einen Mann mehr auf den Platz hatte, aber na ja. Jede andere Mannschaft hätte so ein Spiel bestimmt nicht verloren, von daher blieben die "Löwen" mal wieder einzigartig und einmalig.

Eine Woche später trennten sich Berlin und Düsseldorf 1:1, kamen also Beide nicht recht vom Fleck mit ihren zwei Unentschieden. Der KSC gewann in Frankfurt mit 3:2 und orientierte sich nach oben, wohingegen der FSV in den unteren Tabellenregionen seine Heimat fand. Aalen schlug St. Pauli mit 2:0, weshalb der VfR plötzlich auch oben mitmischte, während die Paulianer erst mal den Blick nach unten richteten. Aue unterlag Bochum daheim mit sage und schreibe 1:5, was natürlich auch irgendwie eine klare Ansage war. Für die Erzgebirgler ging es gleich mal ganz tief in den Keller, der VfL dagegen grüßte zunächst von ziemlich weit oben, um genau zu sein, zusammen mit Fürth von der Tabellenspitze, denn die Kleeblätter schlugen Nürnberg im Derby mit 5:1 und waren deshalb natürlich die Helden schlechthin. Braunschweig schlug Heidenheim mit 3:0, auch wenn das Ergebnis viel deutlicher und anders ausfiel als der Spielverlauf. Ein routinierter Absteiger hatte da einen euphorisierten Aufsteiger zu Gast gehabt, der unzählige Male aufs gegnerische Tor geschossen, jedoch kein einziges Mal getroffen hatte. Im Grunde erging es den Heidenheimern bei ihrem ersten Auswärtsspiel in der 2.Liga so, wie den Braunschweigern ein Jahr zuvor in der 1.Liga. Sandhausen und der FC K trennten sich 1:1, das erste von unzähligen überflüssigen Unentschieden der Pfälzer. Ingolstadt und Darmstadt trennten sich mit 2:2, wobei den "Schanzern" der Ausgleich erst in der allerletzten Sekunde gelang. Damals wäre niemand auf die Idee gekommen, daß die beiden Mannschaften am Ende der Saison die beiden direkten Aufsteiger in die 1.Fußballbundesliga sein würden.

Ja und 1860 verlor zuhause mit 0:3 gegen Leipzig, wurde gnadenlos ausgekontert und brachte selbst so gut wie nichts auf die Reihe. Schon nach zwei Spieltagen waren die Münchner "Löwen" im Tabellenkeller gelandet und den würden sie über ein ganzes Jahr lang auch nie wirklich und richtig verlassen.

Es folgte die erste Runde im DFB-Pokal und die sorgte für jede Menge Überraschungen. Fünf Bundesligisten verabschiedeten sich bereits in Runde Eins und dabei handelte es sich um Schalke, Augsburg, Mainz, Stuttgart und Paderborn. Das war durchaus bemerkenswert, denn in der 1.Runde im DFB-Pokal gab es noch keine Duelle von Erstligisten gegeneinander, man war also gegen Zweit-, Dritt- und Viertligisten ausgeschieden.

Im Sachsenderby, am 3.Spieltag in der 2.Liga, bezwang Leipzig Aue mit 1:0 und festigte damit einen Spitzenplatz. Bemerkenswert daran war, daß die Rasen Baller noch kein Gegentor gefangen hatten. Wenn man allerdings im Nachhinein darauf schaut und verweist, daß sie im Endeffekt gegen die drei Tabellenletzten gespielt hatten, dann relativierte sich das Ganze wieder, aber das wußte damals ja noch niemand. St. Pauli schlug Sandhausen mit 2:1, so daß auch die Sandhäuser fortan eher nach unten blickten. Düsseldorf unterlag Karlsruhe mit 0:2, kam also überhaupt nicht in die Gänge, ganz im Gegensatz zum KSC. Nürnberg verlor daheim mit 0:1 gegen Frankfurt und erlebte nach dem Derby-Desaster eine weitere Pleite. Darmstadt gewann gegen Aalen mit 2:0 und festigte damit den eigenen Spitzenplatz. Ingolstadt schlug Fürth mit 2:0 und überholte damit die Franken in der Tabelle. Lautern siegte gegen Braunschweig mit 2:1 und war damit auch vorne mit dabei. Bochum und Berlin hingegen trennten sich 1:1, ein Ergebnis, das dem VfL, insbesondere bei Heimspielen, noch öfter blühen sollte.

Zu guter Letzt noch ein kurzer Spielbericht von Heidenheim gegen 1860 München. Die "Löwen" gingen in Führung, lagen dann 2:1 hinten und glichen noch aus, allerdings verschoß der Stürmer und Torschütze einen Elfmeter, so daß man sich am Ende mit einem Punkt zufriedengeben mußte. Na ja, wenigstens mal nicht verloren, mühsam ernährte sich das Eichhörnchen, so verhungerte es wenigstens erst einmal noch nicht.

Aber an jenem Wochenende startete auch die 1.Liga in ihre Saison und begann gleich mal mit dem Kracher FC Bayern München gegen den VfL Wolfsburg. Der Rekordmeister legte munter los und führte nach knapp 50 Minuten schon mit 2:0, doch dann fiel der Anschlußtreffer und auf einmal wurde es plötzlich spannend. Daß da der Erste gegen den Zweiten der Liga spielte, konnte man damals noch nicht ahnen, jedenfalls hatte der eingewechselte Malanda (der inzwischen nicht mehr lebt, da er bei einem Autounfall verstarb) die Riesenchance, das 2:2 zu erzielen, schaffte es aber nicht. Den Bayern wurde noch ein regulärer Treffer aberkannt, aber das störte sie nicht weiter, denn die drei Punkte blieben wieder einmal in München.

Etwas schwerer hatte es da Hannover 96 gegen den FC Schalke 04. Die "Knappen" gingen nach der Pause in Führung, doch die Niedersachsen drehten innerhalb weniger Minuten das Spiel und bei den Gelsenkirchenern brannte mal wieder der Baum, denn sie waren schon im Pokal in Dresden, gegen den dortigen Drittligisten Dynamo rausgeflogen, von daher sorgte jene weitere Niederlage gleich mal für richtig schlechte Stimmung. Wie immer wurde sofort der Trainer in Frage gestellt, aber Jens Keller kannte das nicht anders und hatte den Zirkus auch schon 20 Monate lang mitgemacht gehabt, den wunderte längst gar nichts mehr.

Der 1.FC Köln und der Hamburger SV trennten sich 0:0; ein Ergebnis, mit dem beide Mannschaften durchaus zufrieden waren, vor allem die Kölner sollten mit jenem Spielstand noch ziemlich oft ihre Spiele beenden.

Die TSG Hoffenheim schlug den FC Augsburg dank eines Doppelschlages nach gut einer halben Stunde mit 2:0 und das, obwohl die Schwaben eigentlich die überlegene Mannschaft gewesen waren, aber davon konnten sich jene danach auch nichts kaufen.

Hertha BSC und der SV Werder Bremen trennten sich 2:2, was für die Bremer wie ein gefühlter Sieg war, denn sie waren schon 0:2 hinten gelegen und es hatte nicht so ausgesehen, als ob sie noch einmal eine Chance bekommen würden. Dementsprechend sauer waren die Berliner, besonders auf ihren unsicheren Torhüter Kraft, dem jene in jenem Spiel scheinbar gefehlt hatte.

Eintracht Frankfurt besiegte den SC Freiburg mit 1:0, obwohl die Breisgauer das Spiel weitgehend bestimmt hatten, aber die eigene Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Strafraum hatte zu jenem enttäuschenden Ergebnis geführt gehabt.

Borussia Dortmund unterlag Bayer Leverkusen 04 mit 0:2. Dabei fiel der erste Treffer für die Werkself nach gerade mal neun Sekunden, der zweite dagegen quasi neun Sekunden vor Schluß, am Ende der Nachspielzeit.

Der SC Paderborn und der FSV Mainz 05 trennten sich 2:2, wobei die Mainzer sich mit Ach und Krach den Punkt erkämpften und das Glück hatten, in der letzten Minute der Nachspielzeit einen Elfmeter zugesprochen zu bekommen, den sie dann auch verwandelten.

Borussia Mönchengladbach und der VfB Stuttgart beschlossen den 1.Spieltag und spielten dabei 1:1. Gerade noch konnten die Gladbacher eine Heimniederlage verhindern und der VfB sammelte seinen ersten Punkt im Abstiegskampf, ohne davon etwas zu ahnen.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, daß von den fünf Erstligamannschaften, die aus dem DFB-Pokal geflogen waren, keine einzige ihr erstes Punktspiel in der Liga gewinnen konnte, von daher sollte man nie unterschätzen, wie wichtig auch so ein Erfolgserlebnis gegen einen unterklassigen Gegner sein kann, oder anders formuliert: Da, wo die Verunsicherung bereits Einzug gehalten hat, dort bleibt sie auch. Was für ein überaus sinnloses Fazit!

Aber egal, es folgte der 4.Spieltag in der 2.Liga und vor der Länderspielpause wollten sich die Mannschaften noch einmal so richtig verausgaben. Frankfurt und Leipzig trennten sich 0:0, damit waren die Sachsen seit 360 Minuten ohne Gegentor; eine ziemlich beachtliche Leistung für einen Aufsteiger, vor allem da bekannt ist, daß man eine starke Defensive braucht, wenn man wirklich erfolgreich vorne mitspielen will. Allerdings hatten die Leipziger auch Glück, denn Frankfurt war in Überzahl und hätte das Spiel durchaus für sich entscheiden können. Aalen und Lautern trennten sich 2:2. Es zeichnete sich schon sehr früh in der Saison ab, wie die Strategie der "Roten Teufel" vermutlich aussah. Daheim gewinnen und auswärts unentschieden spielen; klar, das machten sie bestimmt nicht absichtlich, aber irgendwie gewann man den Eindruck, als wolle man so den ersehnten Aufstieg endlich schaffen. Nürnberg meldete sich mit einem 4:0 Auswärtssieg in Berlin eindrucksvoll zurück, genauso Düsseldorf mit einem 3:0 Sieg in Aue. Der KSC und Heidenheim trennten sich 1:1, es blieb also bei vielen Unentschieden, aber ein Punkt war nun mal bekanntlich besser als keiner. Die Hamster waren also fleißig unterwegs und die nahmen lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach mit. Sandhausen unterlag Ingolstadt mit 0:3, der FC I kam also immer besser auf Touren und Braunschweig unterlag Bochum etwas überraschend mit 1:2. So richtig Fuß gefaßt hatten die beiden Absteiger also noch nicht in Liga Zwei, Fürth dagegen bezwang St. Pauli mit 3:0 und orientierte sich danach wieder nach oben. Wer hätte damals gedacht, daß die beiden Teams am Ende der Saison gerade noch so dem Abstieg entrinnen würden? Ich nicht.

Ganz anders, nämlich wesentlich schlechter, präsentierte sich mein Verein. Die "Löwen" erkämpften gegen Darmstadt zwar ein 1:1, saßen aber mit zwei Punkten aus vier Spielen nach wie vor ganz tief im Abstiegskampf und damit im Tabellenkeller fest. Natürlich hatte man ein schweres Auftaktprogramm hinter sich gebracht, aber Besserung schien nicht wirklich in Sicht zu sein. Der Trainer der Darmstädter hingegen stapelte tief und behauptete, für ihn und seine Mannschaft ginge es in dieser Saison nur darum, drei andere Teams hinter sich zu lassen, doch das hätten sich viel eher die Sechziger vornehmen sollen. Gerade mal zwei Mannschaften waren am Ende schlechter als sie selbst und eine von denen hatte einen Punktabzug wegen Lizenzverstößen hinnehmen müssen!

In der 1.Liga hatte Borussia Dortmund in Augsburg schnell mit 2:0 geführt, das Spiel beherrscht und gegen Ende sogar noch den dritten Treffer erzielt. Umso überraschender mutete es da an, daß der FC A tatsächlich auf 2:3 herankam und beinahe den Ausgleich erzielt hätte. Es lief also noch nicht rund beim BVB, aber auch die Schwaben hatten sich ihren Saisonstart anders vorgestellt gehabt, als mit zwei Niederlagen zu beginnen.

Leverkusen dagegen fertigte Berlin mit 4:2 ab und das, obwohl die Hauptstädter zweimal überraschend in Führung gegangen waren. Fünf Pflichtspiele in Folge hatte die Werkself nun bereits gewonnen und dabei sehr viele Tore geschossen, der neue Trainer Roger Schmidt war hochzufrieden und in der Tabelle führte Bayer 04 als einzige Mannschaft mit sechs Punkten.

Schwer tat sich dagegen immer noch Wolfsburg. Wieder hatte Malanda eine Riesenchance vergeben und so reichte es daheim gegen Frankfurt gerade mal zu einem 2:2, der Saisonauftakt war also gründlich mißlungen. Es konnte eigentlich nur besser werden und das mußte es auch, denn VW hatte viel Geld in den Verein gesteckt gehabt und erwartete das Erreichen eines Champions League Platzes.

Ganz andere Ziele wollte Paderborn erreichen, doch nach dem 3:0 Auswärtssieg beim HSV stand der SC plötzlich auf Rang 2 in der Tabelle und traute seinen Augen kaum. Die Hamburger dagegen spielten mal wieder so schlecht wie in der Vorsaison und ließen ihren scheinbar masochistisch veranlagten Anhang das Allerschlimmste befürchten.

Bremen dagegen hatte wieder einen Rückstand aufgeholt, dieses Mal gegen Hoffenheim und war mit dem erreichten 1:1 nicht wirklich zufrieden, denn eigentlich war nach der starken eigenen zweiten Halbzeit sogar noch mehr drin gewesen. In Hoffenheim freute man sich demzufolge über den Punkt und den dritten Tabellenplatz.

Ganz anders sah es in Stuttgart aus. Mit 0:2 hatte man gegen den Aufsteiger aus Köln verloren und der eigene Trainer war ziemlich genervt und das völlig zurecht. Nach vorne lief wenig beim VfB und in der Abwehr häuften sich die Fehler, so würde es schwer werden. Der 1.FC hingegen war noch immer ohne Gegentor und grüßte fröhlich von Platz Vier.

Erst dahinter folgten die Bayern. Was war denn da los? 25 Minuten lang hatten sie auf Schalke gezaubert und dominiert, schnell mit 1:0 geführt und sich an sich selbst berauscht. Danach war Schicht im Schacht und Schalke spielte plötzlich auch mit. Das Endergebnis lautete 1:1 und war für die Gelsenkirchener ein gefühlter Sieg, denn normalerweise gingen sie gegen die Münchner regelmäßig unter. Von daher hofften die Königsblauen auf Besserung.

Es gab auch noch etwas Skurriles an jenem 2.Spieltag, denn die beiden Sonntagsspiele endeten jeweils mit 0:0. Sowohl bei Mainz gegen Hannover als auch bei Freiburg gegen Gladbach waren keine Tore gefallen und das wäre wirklich nicht unbedingt nötig gewesen, denn die Freiburger verschossen einen Elfmeter und das sollte nicht der letzte sein. Auch deshalb sind sie abgestiegen, weil sie nicht nur im Strafraum, sondern auch vom Strafstoßpunkt aus viel zu harmlos gewesen waren. Auf den letzten Plätzen standen aber erst mal Stuttgart, Hamburg und Augsburg, kein wirklich schöner Anblick für mich persönlich.

Fortsetzung

Die Länderspielpause war vorbei, in der 2.Liga stand der 5.Spieltag auf dem Programm und Kaiserslautern setzte seine Sieg-Unentschieden-Serie mit einem 1:0 Heimsieg gegen den FSV Frankfurt fort. Die Zuschauerzahl ließ dabei ein wenig zu wünschen übrig, doch Platz 4 in der Tabelle, punktgleich mit den drei Führenden, zeigte schon, daß man auf einem guten Weg war. Ingolstadt übernahm durch ein 4:1 gegen Aalen die Tabellenführung und man erkannte, daß es am Ende womöglich auch auf das Torverhältnis ankommen könnte, so daß es zumindest nicht ganz so verkehrt zu sein schien, wenn man versuchte, so viele Tore wie möglich zu erzielen. Bochum spielte daheim mal wieder 1:1, dieses Mal gegen den KSC, doch solange man auswärts gewann, war das alles auch kein großes Problem, man ging also praktisch scheinbar den umgekehrten Lauterer Weg. Auswärts gewinnen, daheim unentschieden spielen, ebenfalls eine durchaus interessante Strategie, das Ganze. Leipzig bezwang Braunschweig mit 3:1, bekam dabei sein erstes Gegentor eingeschenkt, stand aber nach dem Sieg auf Platz 2 in der Tabelle. Braunschweig dagegen hatte gerade mal vier Punkte aus fünf Spielen geholt, dementsprechend schlecht war die Stimmung dort. Darmstadt besiegte Aue mit 2:0 und festigte damit Platz 3. Sandhausen gewann mit 1:0 gegen Fürth, sendete ein erstes Lebenszeichen und bremste so den Vormarsch der Franken. Heidenheim schlug Berlin mit 3:1, was dazu führte, daß die Eisernen nach fünf Spielen immer noch nicht gewonnen hatten. Nürnberg verlor daheim mit 0:2 gegen Düsseldorf und war damit im Mittelmaß der Tabelle festgezurrt.

Für mich erfreulich und wesentlich wichtiger war der 2:1 Auswärtssieg meiner Sechziger in Hamburg beim FC St. Pauli. Zugegeben, da war schon viel Glück mit im Spiel gewesen, aber hinterher fragte keiner mehr danach. Der Kiez-Klub hatte den Trainer gewechselt gehabt, von daher war es nicht gerade angenehm, gegen eine neu motivierte Mannschaft anzutreten, aber irgendwie schafften es die "Löwen", den Dreier mit nach Hause zu nehmen, wenngleich die überzeugten Pauli-Fans dem Schiedsrichter vorwarfen, an der Niederlage ihrer Lieblinge schuld zu sein. Der hatte manch zweifelhafte Entscheidung getroffen, aber letzten Endes mußten sich die Hanseaten schon auch an die eigene Nase fassen. 60 stand plötzlich auf Platz 11, viel höher würde man in der Tabelle nicht mehr kommen!

In der Bundesliga ging es derweil voll ab. Leverkusen und Bremen lieferten sich ein sensationelles Duell und wenn die Werkself ihre Chancen besser genutzt hätte, dann wäre sie als Sieger vom Platz gegangen, so aber endete das Spiel etwas überraschend 3:3. Das dritte Unentschieden der Bremer in Folge, aber wie bereits erwähnt, mit 34 Unentschieden würde man am Ende der Saison absteigen. Nichtsdestotrotz ein wichtiger Punkt für die Norddeutschen.

Dortmund feierte die Rückkehr von Publikumsliebling Kagawa und einen 3:1 Heimsieg gegen Freiburg.

Hoffenheim und Wolfsburg trennten sich 1:1, gerade noch hatte der VfL den Ausgleich erzielen und eine weitere Pleite verhindern können.

Hertha unterlag Mainz mit 1:3 und zeigte dabei eine erschreckend schwache Leistung, die das Schlimmste befürchten ließ.

Bayern schlug Stuttgart mit 2:0, dabei machte der neue Leader Xabi Alonso sein erstes Spiel im Dreß der Münchner und riß das Spiel sogleich an sich.

Paderborn und Köln trennten sich 0:0, es blieb also dabei, daß Köln immer noch kein Gegentor eingefangen hatte.

Gladbach zerlegte Schalke mit 4:1, wobei die "Knappen" damit noch richtig gut bedient waren.

Frankfurt unterlag Augsburg mit 0:1, was insofern für die Hessen ärgerlich war, weil sie einen Elfmeter nicht bekommen hatten, da das Headset der Schiris nicht funktioniert hatte, weshalb der 4.Offizielle dem Schiedsrichter nicht Bescheid geben hatte können, da es ein glasklarer Elfmeter gewesen war. Na ja, der Mann hätte ja auch auf das Spielfeld rennen können, aber so wichtig war ihm das Ganze scheinbar nicht gewesen.

Hannover besiegte Hamburg mit 2:0 und für HSV-Trainer Slomka zog sich die Schlinge immer enger zusammen, denn sein Verein blieb Tabellenletzter.

Wir aber machen mal einen kleinen Abstecher in die 3.Liga, denn dort hatte man bereits den 10.Spieltag hinter sich gebracht und an der Tabellenspitze befanden sich zwei ostdeutsche Klubs, nämlich der Chemnitzer FC und Dynamo Dresden. Bielefeld und Duisburg hielten sich in Schlagdistanz zum Führungsduo auf, nur in Kiel lief es noch überhaupt nicht. 10 Punkte aus zehn Spielen waren eine ziemlich magere Ausbeute. Unterhaching tummelte sich noch im Mittelfeld der Tabelle, Regensburg dagegen geisterte von Anfang an im Tabellenkeller herum. Dritter war seinerzeit Preußen Münster, es standen also drei Mannschaften auf den Aufstiegsplätzen, von denen langfristig keine dort bleiben würde.

In der 2.Liga verlor Aalen daheim mit 0:1 gegen Sandhausen, was für den VfR besonders bitter war, weil man kurz nach der Halbzeit einen Elfmeter verschossen hatte. Aue schlug St. Pauli mit 3:0 und holte nach fünf Niederlagen in Folge endlich den ersten Sieg. Braunschweig bezwang Darmstadt mit 2:0 und das war durchaus bemerkenswert, handelte es sich dabei doch um die erste Niederlage der Hessen in der 2.Liga. Klar, daß der Absteiger daheim gegen den Aufsteiger gewann, war eigentlich keine große Überraschung, aber in dem Fall irgendwie doch. So bewahrten die Niedersachsen ihren Trainer erst einmal vor dem Rauswurf. Fürth siegte gegen Kaiserslautern mit 2:1 und damit verloren auch die Pfälzer ihr erstes Spiel. Bochum dagegen setzte seine Auswärtssiegesserie fort und gewann in Frankfurt mit 5:1, was dazu führte, daß man wieder die Tabellenspitze übernahm. Union Berlin feierte mit dem 2:1 gegen Leipzig den ersten Saisonsieg und brachte damit den Sachsen die erste Saisonniederlage bei. Der KSC stürzte den Club aus Nürnberg mit einem 3:0 noch tiefer in die Krise und Düsseldorf freute sich über einen harterkämpften 3:2 Heimsieg gegen Heidenheim.

1860 München dagegen hatte den Spitzenreiter aus Ingolstadt zu Gast und erreichte ein 1:1. Das war insofern beachtlich, da Ingolstadt die Münchner förmlich an die Wand spielte und jene nur verteidigten. Ein mehr als glückliches Unentschieden also, von Aufstiegsträumen war bei den "Löwen" schon längst nichts mehr zu hören und zu spüren, die "Schanzer" dagegen marschierten weiterhin ungeschlagen vorne mit.

Bochum, Ingolstadt und Karlsruhe führten die Tabelle mit jeweils 12 Punkten, also drei Siegen sowie drei Unentschieden, an. Darauf folgten Leipzig, Düsseldorf, Darmstadt und Kaiserslautern mit 11 Punkten, danach kam Fürth mit 10 Zählern. Es sah nach einem Achtkampf um die ersten Plätze aus, man erkannte recht schnell, daß die 2.Liga extrem ausgeglichen war, jeder konnte jeden schlagen, aber eben auch gegen jeden verlieren. Am Tabellenende befanden sich Aalen, Frankfurt, St. Pauli und Aue.

In der 1.Liga waren die Freiburger sauer. Sie hatten gegen Hertha BSC 2:1 geführt gehabt, Spiel und Gegner beherrscht, aber in der 96. Minute noch den Ausgleich hinnehmen müssen. Immer noch kein Sieg für die Breisgauer, sie spielten gut, aber sie gewannen einfach nicht.

Ganz anders dagegen Paderborn. Ein sensationeller Treffer aus 83 Metern von Stoppelkamp sorgte für die Entscheidung und so bezwang man Hannover mit 2:0 und setzte sich damit an die Tabellenspitze!

Stuttgart hingegen bekam nach wie vor nichts auf die Reihe und unterlag Hoffenheim deswegen mit 0:2. Schön langsam wurde es brenzlig für die Schwaben, vor allem die erschreckend schwache Offensive machte Sorgen, wenngleich das auch daran lag, daß die wichtigsten Stürmer verletzt waren.

Für das Ausrufezeichen des Spieltags sorgte der scheinbar wiederauferstandene HSV, der dem FC Bayern ein 0:0 abgetrotzt hatte. Ein neuer Trainer hatte es geschafft, die Hamburger erstmals seit Langem wieder zu einer Einheit zu formen und so feierten die Fans und Spieler ihren neuen Chef Joe Zinnbauer euphorisch. Wenn der gewußt hätte, daß er die Saison als Trainer nicht überleben würde, dann hätte er sich vielleicht nicht so gefreut, aber in jenem Moment waren alle begeistert vom scheinbar neuen HSV.

Augsburg bezwang Bremen mit 4:2. Die erste Saisonniederlage erzürnte die Norddeutschen sichtlich, vor allem über einen ihrer Meinung nach zu Unrecht gegebenen Elfmeter erregten sie sich lautstark.

Schalke holte gegen Frankfurt einen 0:2 Rückstand noch auf und erkämpfte ein 2:2, was umso bemerkenswerter war, da man lange Zeit mit zehn, später sogar mit neun Mann spielen mußte.

Mainz schlug Dortmund mit 2:0 und das war durchaus überraschend, denn die Dortmunder hatten unter der Woche in der Champions League Arsenal London mit 2:0 besiegt gehabt. Aber die Abschlußschwäche der Westfalen zeigte sich in jenem Spiel mehr als deutlich. Wolfsburg feierte seinen ersten Saisonsieg und stürzte mit einem deutlichen 4:1 Leverkusen vom Thron an der Tabellenspitze. Schon nach sieben Minuten lag Bayer hinten und hatte einen Mann weniger, von daher war abzusehen gewesen, daß da nicht mehr viel gehen würde.

Köln gegen Gladbach endete 0:0, immer noch kein Gegentor für den 1.FC und um das Ganze abzurunden, werfen wir mal einen Blick auf die Tabelle.

Paderborn vor Mainz und Hoffenheim, jene Tabelle müßte man sich eigentlich ausschneiden und einrahmen, vor allem wenn man weiß, wie die Saison am Ende dann ausging. Danach München, Leverkusen, Hannover und Gladbach. Der Tabellenführer hatte 8 Punkte auf dem Konto, der Siebte 6. Auch der Zehntre Dortmund hatte zweimal gewonnen und damit sechs Zähler eingeheimst. Im Grunde ging die Spitzengruppe bis zum Zwölften Frankfurt mit fünf Punkten. Unten tummelten sich Bremen, Freiburg, Hertha, Schalke, Hamburg und Stuttgart.

Um das alles ein wenig aufzudröseln und genauer zu beleuchten, möchte ich mich nun mit den Mannschaften einzeln auseinandersetzen, damit man mal einen Eindruck gewinnen kann, wer da warum gut oder schlecht aus den Startlöchern gekommen war. Wir befanden uns am Anfang einer sogenannten englischen Woche, es standen also Spiele unter der Woche an. Jene kannten die Europapokalteilnehmer natürlich schon, doch beginnen wir mit dem Sensationstabellenführer aus Paderborn. Die Aufstiegseuphorie hatte dafür gesorgt, daß sich die Jungs aus Ostwestfalen voll reinhängten und weil sie wußten, daß sie alles geben mußten, um in der 1.Liga bestehen zu können, hauten sie alles raus was sie hatten, was dazu führte, daß sie mit zwei Siegen und zwei Unentschieden ganz oben rangierten. So konnte es aus ihrer Sicht weitergehen, allerdings hatten sie das schwerste Spiel der Saison vor der Brust, nämlich auswärts in München, aber immerhin fuhr man als Tabellenführer dorthin, das war ja auch schon mal was.

Mainz hatte nach dem mißglückten Saisonstart mit dem Aus in der Euro League-Quali und im DFB-Pokal noch einmal nachgerüstet gehabt und sich schnell noch fünf Spieler geholt. Das schien sich auszuzahlen, denn in der Liga war man noch ungeschlagen und der Sieg gegen Dortmund hatte natürlich zu einer erheblichen Stärkung des eigenen Selbstbewußtseins beigetragen, schließlich war der BVB ja nicht irgendwer. Es hatte den Anschein, als würden die Rheinhessen auch unter ihrem neuen Trainer aus Dänemark hervorragend funktionieren.

Hoffenheim hatte sich ebenfalls gemausert und stand in der Tabelle blendend da. Man hatte die eigene anfällige Abwehr verstärkt, einen neuen Torwart im Kasten und funktionierte bislang außerordentlich gut.

Auch die Bayern konnten insgesamt betrachtet relativ zufrieden sein. Nach einer WM taten sie sich zunächst immer etwas schwerer, außerdem hatten sie viele Verletzte zu beklagen, von daher konnte man mit dem vierten Platz zunächst leben, vor allem aufgrund der Tatsache, daß man punktgleich mit dem Ersten war und den wenige Tage später zu Gast haben würde.

Nicht mehr ganz so rund lief es bei Leverkusen. Erst die Niederlage in der Champions League in Monaco, dann noch die Klatsche in Wolfsburg, die Anfangseuphorie war verfolgen und schön langsam machte sich Ernüchterung breit. Der eigene Spielstil war ziemlich anstrengend und kräfteraubend; man hatte eine Taktik, so ähnlich wie früher der BVB, die dazu führte, daß man unheimlich viel laufen mußte, was natürlich an die Substanz ging. Außerdem hatte man sich für die Champions League erst noch qualifizieren müssen, von daher hatte man auch schon mehr Spiele als die meisten anderen Klubs auf dem Buckel.

In Hannover war man eigentlich durchaus zufrieden. Klar, die Niederlage in Paderborn war unnötig gewesen, aber mit sieben Punkten aus den ersten vier Spielen konnte man durchaus leben.

Gladbach war genauso ungeschlagen wie das Spitzenquartett, hatte allerdings erst einmal gewonnen und deswegen nur sechs Punkte erreicht. Das war eben die Krux mit den Unentschieden: Lieber einmal gewinnen und zweimal verlieren als zweimal unentschieden spielen. Aber noch lag man aussichtsreich in der Tabelle, von daher gab es keinen Grund zur Panik. Anders wäre es natürlich gewesen, wenn an der Tabellenspitze zwei Mannschaften mit 12 Punkten bereits enteilt gewesen wären, so aber war alles ganz entspannt. Außerdem spielte man ja auch noch in der Europa League, von daher war alles im grünen Bereich.

Die Kölner dagegen waren mehr als hochzufrieden. Ebenfalls noch ungeschlagen und immer noch ohne Gegentor, das war schon mehr als beachtlich für den Aufsteiger. Fleißig sammelte das Eichhörnchen seine Punkte und wenn man so weitermachte, dann brauchte man sich garantiert keine Sorgen um den Klassenerhalt machen.

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