Kitabı oxu: «Bruckmann Wohnmobil-Guide: Ostseeküste mit dem Wohnmobil. Routen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.»

Blick vom Stellplatz Walkyrien
Torsten Berning
OSTSEEKÜSTE
MIT DEM WOHNMOBIL
Die schönsten Routen von Schleswig-Holstein bis Mecklenburg-Vorpommern


Strand Sellin
INHALT
FASZINATION OSTSEEKÜSTE
DIE ROUTEN
1FISCH AM HAKEN IM VIELFÄLTIGEN LAND DER ANGELN
Von der Flensburger zur Kieler Förde
2VON BRASILIEN ÜBER KALIFORNIEN DURCH DIE SCHWEIZ
Holsteinische Schweiz und Urlaubsinsel Fehmarn
3HERRLICH IDYLLISCH: MECKPOMM – WIR KOMMEN!
Von Boltenhagen bis Ahrenshoop
4NATÜRLICH SCHÖN: DIE GRÖSSTE DEUTSCHE INSEL
Über den Darß zur Inselrunde auf Rügen
5DAS BLAUE WUNDER, DIE WEISSE DÜNE UND DER FLUGPIONIER
Von Greifswald über Usedom nach Anklam
REISEINFORMATIONEN VON A BIS Z
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P. S.
STRASSENATLAS
IMPRESSUM
» FASZINATION OSTSEEKÜSTE

Camping Darßer Ort

Stellplatz Camping Walkyrien Bliesdorf
Obwohl beide Bundesländer an der gleichen Küste liegen, kann die Ausprägung Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns in unseren Köpfen gar nicht unterschiedlicher sein. Gehörte doch der eine Teil mehr als vierzig Jahre nicht so wirklich in unser »Urlaubsportfolio«, während der andere, kleinere Teil schon immer eine feste Größe in unserer Planung war: Kieler Woche, Lübeck mit seinem Marzipan, die Strände von Damp oder die Ferieninsel Fehmarn … Dann erweiterte sich 1990 der Horizont für uns um so klangvolle Namen wie Wismar und Stralsund. Auch die Inseln Rügen und Usedom waren plötzlich zum Greifen nahe, wollten erobert werden!
Selbst wenn wir nur an den Anfang des neuen Jahrtausends zurückdenken, war der Wohnmobiltourismus damals noch etwas ganz Besonderes, manchmal auch etwas Vergessenes. Doch während im Westen die Campingplätze schon ihre Standards hatten und sich die Wohnmobilstellplatz-Kultur entwickelte, wurde im Osten vielerorts erst die Klärung der Besitzverhältnisse abgeschlossen. Mittlerweile hat sich auch dort einiges getan, viel Mühe und Geld wurde investiert in die Infrastruktur. Und alle wollen gute Gastgeber sein. So mancher Stellplatz ist zwar nicht perfekt, aber das wird mit viel Liebe und Einsatz wettgemacht, um dem Wohnmobiltouristen ein schönes Plätzchen für die Nacht oder länger zu bieten. Für beide Bundesländer gilt: Ein freundliches »Moin, Moin« kommt überall gut an und öffnet so manche Schranke! Da alle Besonderheiten schwer über einen Kamm zu scheren sind, stellen wir im Folgenden zunächst Schleswig-Holstein und im Anschluss Mecklenburg-Vorpommern vor.
DIE OSTSEEKÜSTE SCHLESWIG-HOLSTEINS
600 lange Ostseeküstenkilometer nennt Schleswig-Holstein sein Eigen, und es ist die Region der sich anziehenden Gegensätze. Da sind zum einen belebte Badestrände und zum anderen beinahe menschenleere Küstenabschnitte, prall gefüllte Seebäder und Hafenstädte, aber auch beschauliche kleine Fischerdörfer, 5-Sterne-Camping in Damp und der einsame Stellplatz am Bauernhof. Kaum eine Küste zeigt sich so vielfältig wie diese. In der Gunst der Urlauber spiegelt sich das klar wider, haben sie doch Schleswig-Holstein zu einem der Top-Plätze in der Bundesliga deutscher Urlaubsregionen verholfen. Ob gemütlicher Bummel in maritimer Atmosphäre oder Party auf der Kieler Woche, Kunst und Kultur im Museum oder Wildpark für Kinder, zahlreiche Festivals, dazu verlockende Wellnessangebote oder Segeln und Windsurfing, was das Zeug hält – hier findet jeder Gast tolle Bedingungen für einen gelungenen Urlaub.

Hafen Travemünde
Familien mit Kindern lieben den sanft ins Ostseewasser übergehenden Strand, an dem nicht Ebbe und Flut das Badevergnügen bestimmen, sondern die Urlauber selbst. Dabei beschränkt sich der Bade- und Wellnessspaß längst nicht mehr nur auf die Ostseefluten: Viele Campingplätze in der Region machen den Urlaubern inzwischen Angebote, die über den Standard weit hinausgehen und für Anregung und Entspannung zugleich sorgen.
Nicht nur die Anhänger von Trendsportarten wie Kiten oder Stand-up-Paddling fühlen sich hier wohl, ganz im Gegenteil. Erholsame Spaziergänge entlang der Steilküsten mit grandiosen Blicken über die Ostsee sind weiterhin »voll in«. Wanderer wie Radfahrer schätzen ausgedehnte Touren durch das sanft hügelige Hinterland, genauso die unzähligen Feld- und Waldwege entlang der Küste. Für den Naturschutz wurden viele Strand- und Seeufer unter besonderen Schutz gestellt. Dadurch hat sich besonders die Tierwelt erholt, die wir nun vermehrt zu Gesicht bekommen.
»… man hat Ruhe und frische Luft, und diese beiden Dinge wirken Wunder und erfüllen Nerven, Blut und Lungen mit einer stillen Wonne.« So kann es nur ein Schriftsteller wie Theodor Fontane ausdrücken. Im Jahre 1863 schrieb er diese Zeilen seiner Familie und empfahl eine Reise an die Ostsee. Wer will, taucht in Travemündes kleinem und feinem Museum in die frühe Zeit des Bäderbetriebes ein. Bereits 1802 kamen nach Travemünde die ersten Badegäste. Es war der Startschuss für den Tourismus und Zug um Zug entwickelten sich die Traditionsbäder an der Lübecker Bucht, in denen auch heute noch am meisten los ist. Der Fremdenverkehr wurde für die Einheimischen schnell zu einer wichtigen Einnahmequelle.

Tagesgruß an der Küste
Die Badeorte liegen hier in kurzen Abständen aneinander aufgereiht. Richtung Norden zur Flensburger Förde hin ändert sich dieses Bild. In Angeln findet man weitläufige Strände mit einsamen Buchten und Wäldern, dahinter kleine Dörfer mit fruchtbaren Bauernlandschaften, Felder, Knicks und die dazugehörigen Mühlen. Hier biegt die Schlei ein und schlängelt sich durch eine liebliche Landschaft, die in unzähligen Bildern von Malern bis heute festgehalten werden. Kühe stehen bis ans Wasser im sattem Grün der Wiesen und die Fischerboote in den kleinen Häfen wie Arnis glänzen in der Abendsonne wie funkelnde Diamanten.

An der Schlei
Auf der angrenzenden Halbinsel Schwansen erleben Sie das reiche Schleswig-Holstein mit seinen riesigen Guts- und Herrenhäusern, die sich zum Teil zu kleinen Ortschaften ausbilden. Die Halbinsel zwischen der Eckernförder Bucht und Kiel ist der Dänische Wohld – unberührte Natur mit einer 15 Kilometer langen Steilküste, die ungewöhnlich dicht bewaldet ist. Kiel selbst liegt eingebettet in seiner Förde, bis heute Deutschlands größter Passagierhafen und Standort für Schiffsbau. Ein großer Teil des Bauernlandes an der östlichen Kieler Bucht gehörte einst zum Kloster Preetz. Preetz liegt südlich in der seenreichen Holsteinischen Schweiz, in die wir auch eintauchen werden. Das facettenreiche Hinterland mit seinen Backsteinkirchen, malerischen Dörfern und Bauernhöfen sollten Sie auf keinen Fall verpassen. Es bietet mit prächtigen Alleen einen echten Kontrast, den man so nicht erwarten würde. Goldgelbe Rapsfelder prägen die Landschaft zur Blütezeit im Mai, braune Stoppelfelder im Spätsommer, dazu die bunten Blumen in den Gärten, ein echter Genuss!
Kein Wunder, dass sich bereits 8000 v. Chr. die ersten Menschen im heutigen Schleswig-Holstein ansiedelten und sich das fruchtbare Land untertan machten. Dabei war die weitere geschichtliche Entwicklung sehr verworren. Prägend waren, heute kaum vorstellbar, die deutsch-dänischen Auseinandersetzungen. Mit den Herzögen von Gottorf und der dänischen Krone wechselten in schöner Gleichmäßigkeit die Machtverhältnisse von der einen zur anderen Seite. Schließlich wurde das Gebiet 1460 im Ripener Freiheitsbrief vom dänischen König Christian I. und dem holsteinischen Grafen Gerhard VI. auf Schleswig und Holstein getauft, denn es sollte »ungeteilt« bleiben. Bis es allerdings im Jahr 1866 als Schleswig-Holstein zur preußischen Provinz wurde, setzten sich die Zwistigkeiten fort, denn die Ewigkeit hielt nie lange.

Restaurant Cavallino, Kappeln an der Schlei
Mittels einer Volksabstimmung wurde 1920 eine neue Grenze zwischen den Ländern vereinbart. So gibt es bis heute im dänischen Nordschleswig eine deutsche Volksgruppe mit eigenen Schulen und südlich dieser Grenze lebt die dänische Minderheit, die sogar im Landtag des heutigen Bundeslandes Schleswig-Holstein vertreten ist.
Den Wind im Gesicht, eine Prise Salz in der Luft, das ist Urlaub an der Ostseeküste. Das Zusammenspiel von Wasser, Landschaft und Himmel macht Schleswig-Holstein zu etwas ganz Besonderem. Die Natur und das Meer haben den Charakter der Menschen geprägt. Sie leben bis heute vom Fischfang, der Landwirtschaft und der Seefahrt, doch ist der Tourismus zum wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden. Zuverlässig, hilfsbereit und vor allem gastfreundlich ist der früher so verschlossene »Einheimische«. Sicherlich gehört ein überschwänglicher Redeschwall immer noch nicht zu seinen Spezialitäten. Doch dieses Raue hat einen weichen Kern, den es unter der Schale einfach nur zu entdecken gilt.
DIE OSTSEEKÜSTE MECKLENBURG-VORPOMMERNS
Weißer Strand und blaues Meer, das sind Attribute, die den geneigten Wohnmobilfahrer gemeinhin in Gedanken an das Mittelmeer entführen. Aber falsch, traditionsreiche Seebäder mit Seebrücken, die so manches englische Seebad vor Neid erblassen lassen, alte Hansestädte und Biosphärenreservate, dies alles finden wir an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern, kurz Meckpomm genannt. Inzwischen lockt es alljährlich Hunderttausende Urlauber in den Nordosten der Republik. Nichts mehr zu spüren von dem Mief vergangener Zeiten, stattdessen prunkvolle Bauten, die nach ihrer Restaurierung wiederauferstanden sind.
Die oftmals unbeachtete Seite dieses Küstenstrichs, die zu entdecken sich lohnt, ist das Hinterland der Halbinseln und Inseln mit ihren Boddenlandschaften. Hier schlendern Sie an Rapsfeldern entlang und erfreuen sich später im Jahr an Mohn- und Kornblumen. Stundenlang können Sie hier zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sein – vor allem im Frühjahr und Herbst –, ohne einem Menschen zu begegnen.

Kühlungsborn
Verträumte und abgeschiedene Ecken auf Rügen und Usedom. Der Darß, den Wind und Wellen immer weiter angreifen und dem sie unaufhörlich Land abnagen, um es an der Nordspitze wieder anzulanden. Fisch- und Seeadler haben sich diese Regionen als ihr Zuhause gewählt und zuvor niemals gesehene Hinweisschilder am Straßenrand machen auf den Fischotter aufmerksam. Zehntausende von Kranichen kommen jeden Herbst in die flachen Gewässer zwischen Zingst und Rügen geflogen. Die untergehende Sonne verdunkelt sich, wenn sie in den Abendstunden der Spätsommer- und Herbsttage von ihren Futterplätzen mit trompetenhaften Rufen in die Nachtquartiere einschweben, bevor es weitergeht auf die lange Reise in den Süden.
Ebenso beeindruckend, wenn auch nicht so unberührt und alles andere als unbekannt, sind die kreideweißen Felsen auf Rügen, die aus den dunklen Buchenwäldern leuchten. Sie machen 20 Prozent der Landesfläche aus und stehen unter besonderem Schutz: An der Küste gibt es zwei Nationalparks, einen Naturpark und ein Biosphärenreservat, um das größte Potenzial des Landstrichs, die Naturschönheiten, zu bewahren.
Den Großteil der Bäderarchitektur konnte man nach der Wende mit viel Aufwand und vor allen Dingen mit viel Geld retten. Denn in der DDR fiel leider vieles, vor allem in den 1970er-Jahren, der Abrissbirne zum Opfer und wurde durch Zweckbauten ersetzt. Wenn Sie heute durch die Seebäder Boltenhagen, Ahlbeck, Kühlungsborn oder Binz flanieren, werden Sie bestimmt das Gefühl haben, in einem Freilichtmuseum zu sein. Prächtige Villen mit Türmchen, verzierten Balkonen und Erkern schmücken die Straßen. Vor allem Schlösser und Herrenhäuser wurden durch die Umnutzung zu Hotels vor dem Untergang gerettet.
Auch die Einheimischen haben schnell die magnetische Wirkung ihrer Schätze auf Touristen zur Kenntnis genommen. Darum wurde das Angebot zügig ausgebaut, es entstanden Yachthäfen, Freizeitbäder, Golfplätze und vor allen Dingen Seebrücken, die einen über den Ostseewellen schweben lassen.
Ein weiteres Utensil lässt sich von der Küste nicht wegdenken – der Strandkorb! Tausende dieser Exemplare hievt der Sommer Jahr für Jahr an den Strand. Schließlich meint der Mecklenburger, nicht nur den »aufrecht stehenden Wäschekorb«, sondern auch den Badeurlaub an der Ostsee erfunden zu haben. Denn als Großherzog Friedrich Franz I. von seinem Leibarzt den Rat bekam, im Meer zu baden, blickte Seine Hoheit sich um und der Heilige Damm gefiel ihm besonders. Also entstand hier 1793 das erste Seebad Deutschlands – das heutige Heiligendamm. In Doberan ließ Friedrich Franz I. dazu noch die passende Sommerresidenz entstehen. Aus verschlafenen Fischerdörfern entwickelten sich so bald elegante Seebäder, in denen Badekuren rasch in Mode kamen. Waren es am Anfang nur die Reichen, gesellte sich schnell der normale Bürger hinzu, um seinen Strandurlaub mit den Kindern auch hier zu verbringen.
Doch die Zeiten, in denen die Urlauber sich von früh bis spät in der Sonne aalten und mit dem alleinigen Badevergnügen ausgelastet waren, sind vorbei. Mecklenburg-Vorpommern gilt inzwischen als Gesundheitsland Nummer eins in Deutschland. Wellness, Thalasso und Kurlaub sind die Zauberworte, die Geld in die Kassen spülen. Kinder und J ugendliche wollen ihre Grenzen ausloten und schwingen sich wie Tarzan in Hochseilgärten von einem Baum zum anderen oder reiten mit bis zu 45 Stundenkilometern durch die Wellen. Die Mecklenburger Bucht und die Gewässer um Rügen gehören zu den beliebtesten Surfrevieren. Der Wohnmobilfahrer entdeckt als Radler gern das Hinterland mit seinen stillen Dörfern, reetgedeckten Häusern und uralten, backsteinernen Kirchen. Dorthin führen nicht immer asphaltierte Wege, oft sind es Alleen, bedeckt mit gnadenlosem Kopfsteinpflaster, auf dem sich vermutlich schon so mancher »Trabbi« einen Achsenbruch geholt hat.

Am Strand Wackerballig

Hügelgrab Karlsminde
Ein besonderes Herz hat man in Meckpomm für die Erhaltung der beiden alten Schmalspurbahnen entwickelt und wenn man die Fahrgastzahlen sieht, wohl zu Recht. Von Kühlungsborn bis Bad Doberan schnaufen die Dampflokomotiven der »Molli« und auf Rügen zieht der »Rasende Roland« seine Bahnen. Pustend und pfeifend zuckeln sie mitten durch die Landschaft. Bad Doberan bietet sogar das Erlebnis, damit mitten durch die Stadt zu fahren, da ist es gut, dass es hier keine Umweltzone gibt.
Wismar und Stralsund gehören zu den Städtehighlights. Nach einem Bummel versteht man schnell, warum die Zentren der beiden Städte Weltkulturerbe geworden sind. Beide bieten dem Wohnmobilfahrer einen Stellplatz, der fußläufig zur Innenstadt liegt. In beiden Touristeninformationen gibt es kostenlose Kurz-Reiseführer, die Sie fachkundig durch die Stadt begleiten.

Lemkenhafen auf Fehmarn
Auch für die Camper und Wohnmobilfahrer wurde zwar viel getan, aber ich würde sagen, noch lange nicht alles. Denn der Wohnmobiltourist nimmt natürlich gern die infrastrukturellen Entwicklungen in Anspruch. In puncto sportliche Ausrüstung liegt er dank der vielseitigen Zuladungsmöglichkeiten gegenüber herkömmlichen Urlaubern ganz weit vorn.

Stellplatz Bülker Leuchtturm
Die vielen Erlebnisse machen nicht nur müde, sondern auch hungrig. Gasthäuser mit langer Tradition haben ihre Pforten wieder geöffnet und laden zu einem meist zünftigen Mahl ein. Doch auch der Feinschmecker kommt nicht zu kurz, denn inzwischen arbeiten in Meckpomm die meisten Sterneköche. Diskotheken und Musikkneipen, wo man bis in die frühen Morgenstunden »abtanzen« kann, sind leider selten. Darum entsteht auf den Wohnmobil- und Campingplätzen oft eine ganz besondere Geselligkeit. Für jugendliche Campinggäste ist dann auch ein Feuer am Strand ein toller Event – und Musik gibt es auch dazu. Doch damit kein falscher Eindruck entsteht: Bei aller Bedächtigkeit und Zurückhaltung sind die Mecklenburger und Vorpommern gastfreundlich und immer am Überlegen, was sie für die Gäste noch tun könnten. Fröhliche Feste und Events, Traumstrände, romantische Städte und eine urwüchsige Landschaft – nicht zuletzt ist es dieser Mix aus Kunst, Kultur und Natur, der die Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern wieder zu einer der beliebtesten Feriendestinationen in Deutschland gemacht hat – entdecken Sie sie!
DIE KÜCHE
Im Norden wird bodenständig gekocht, und das zu einem überwiegend guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Es gibt Eintöpfe aller Art, wie zum Beispiel Labskaus oder Birnen, Bohnen und Speck, im Herbst und Winter traditionell Grünkohl in allen Variationen. Fischgerichte ergänzen natürlich die Speisekarte und auch der Imbiss in Form von Backfisch oder frischen Fischbrötchen ist nicht zu verachten. Es kommt fast ausschließlich regionaler Fang auf den Teller, und das schmeckt man. Doch ebenso schön ist es, den Fisch direkt vom Kutter im Hafen zu kaufen und am Wohnmobil zu grillen – herrlich.

Museumshof Lensahn
KLIMA UND REISEZEIT
Für die gesamte Küste gelten als beste Reisezeit die Monate April bis Ende Oktober. Die regenreichsten Monate sind Juni, Juli und August mit 60 Millimetern Niederschlag, gleichzeitig sind es aber auch die Monate mit der längsten Sonnenscheindauer von acht bis neun Stunden. Die wärmsten sind sie mit einer durchschnittlichen Temperatur von 20 bis 22 Grad ebenfalls. In dieser Zeit sind auch die Wassertemperaturen mit 16 bis 19 Grad am angenehmsten, also ideal für den Badeurlaub mit Kindern.
Viele kennen natürlich die Reize von Frühjahrs- und Herbststürmen und genießen in der kühleren Jahreszeit dann vor allen Dingen die weniger gefüllten Städte und Strände. Unübersehbar ist auch, dass die Camper, speziell die Wohnmobiltouristen, schon längst die Zeit um Weihnachten und Silvester für sich entdeckt haben. Da die Winter nicht mehr so streng und die Wohnmobile immer besser isoliert und beheizt sind, sollten Sie diese Reisezeit vielleicht auch einmal ins Auge fassen.
AKTIVITÄTEN UND AUSRÜSTUNG
So vielfältig wie die Küsten der beiden Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, so vielfältig sind auch die Freizeitmöglichkeiten. Die gesamte Ostseeküste ist beispielsweise ein Paradies für Radfahrer. Radwege sind zum Großteil vorhanden und gut ausgebaut, die meisten Strecken weitestgehend ohne nennenswerte Steigungen und auch für kleinere Kinder gut geeignet. Da die Natur zum Teil aber sehr einsam sein kann, sollten Sie auf keinen Fall ein kleines Werkzeug-Set bzw. das Flickzeug vergessen. In vielen Regionen gibt es übrigens das Angebot Bus & Bike, wo ein an den Linienbussen angebrachter spezieller Fahrradträger für den Transport der Fahrräder sorgt. So kann man auch gut längere Touren planen und sich dann bequem zurück zum Ausgangspunkt fahren lassen. Die Busfahrpläne weisen diesen gesonderten Service extra aus, die Gebühren belaufen sich meist auf nur ein bis zwei Euro je Bike. Und denken Sie bei jedem Ausflug daran: Wir sind an der Küste, eine Windjacke ist da immer sehr hilfreich.

Hafenmole Warnemünde
Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, dem sei gesagt: Die Wanderwege durch das hügelige Hinterland sind hervorragend ausgeschildert. Die meisten Strecken sind sehr gut mit leichtem Schuhwerk zu begehen, für Küsten- oder Steilrouten ist es jedoch ratsam, geeignete Wanderschuhe zu tragen. Besonders die Touristeninformationen halten eine Vielzahl zum Teil kostenloser Wanderkarten für Sie bereit. Für GPS-Fans bietet sich natürlich auch immer eine Runde Geocaching an. Auf www.geocaching.de finden Sie eine schier unendliche Auswahl lohnender Ziele. Gerade Kinder und Jugendliche lassen sich für diese Art des Wanderns sehr schnell begeistern. Die Handhabung der Geräte ist kinderleicht und Einstiegsmodelle sind bereits unter 100 Euro erhältlich.
Was aber wäre eine Küste ohne Badespaß und Wassersport in allen Facetten! Ob Surfen, Kiten, Kajakfahren oder Tauchen – all das ist an der gesamten Ostsee nahezu uneingeschränkt möglich. Auf Campingplätzen und an den Stränden werden natürlich ganz oft Schnupper- oder Intensivkurse für die verschiedensten Sportarten angeboten. Für die weniger Sportlichen gibt es in vielen Häfen die Gelegenheit, eine Schiffstour zu unternehmen. Hier haben Sie die Qual der Wahl zwischen Ausflugsdampfer, Segelschiff oder etwa einem Kutter, auf dem Sie mit den Fischern auf Fang gehen.
Zum Schluss noch einige Worte zum liebsten Begleiter vieler Wohnmobilisten, dem Hund. Nahezu 50 Prozent der Wohnmobile haben inzwischen einen vierbeinigen Begleiter an Bord, Tendenz steigend. Auch unser Reiseteam besitzt einen und daher können Sie davon ausgehen, dass an allen Zielen unserer Touren Hunde willkommen sind. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, erwähnen wir es extra. Andersherum gibt es ja durchaus Menschen, die mit dieser Spezies nichts anfangen können und froh sind, keine Hunde vorzufinden. Trotzdem noch ein Bitte in eigener Sache: Liebe Hundehalter, denken Sie immer daran, besonders auf Stellplätzen und Campinganlagen die Hinterlassenschaften Ihrer Fellnase zu entsorgen. Außerdem gehört der Hund bis zum Verlassen der Anlagen an eine Leine und sollte nach Möglichkeit so gut erzogen sein, dass er nicht zu ständigem Dauerbellen neigt. Jeder kennt seinen Hund am besten und ein entspannter Urlaub ist ja eine gute Gelegenheit, bestimmte Dinge zu üben.

Pferdekoppel bei Bliesdorf