Kitabı oxu: «Unnützes Wissen Thüringen.»
Ulrich Seidel
UNNÜTZES
WISSEN
THÜRINGEN
Skurrile und außergewöhnliche Fakten zum Angeben

Inhalt
Vorwort
Unnuetzes Wissen Thueringen
Literatur
Bildnachweis
Impressum
Über den Autor
Vorwort
Wer bestimmt eigentlich, was unnütz ist? Nutzlosigkeit liegt im Auge des Betrachters; die Eine, der Eine hält Händewaschen für nutzlos, weil die Hände ja doch wieder schmutzig werden. Ein Anderer, eine Andere hält Autofahren für nutzlos, weil auch mit anderen Verkehrsmitteln das Ziel erreicht werden kann. Beliebig könnte die Aufzählung weitergeführt werden.
Freuen Sie sich, liebe Leserin, lieber Leser, freuen wir uns auf mal mehr oder weniger unnützes Wissen über Thüringen, über teils skurrile, außergewöhnliche oder erstaunliche Fakten. Dieses Sammelsurium hat definitiv einen Nutzen – entweder, weil es schlicht Ihre landeskundliche Neugierde befriedigt, oder, weil Sie fortan, bei der nächsten Party, Familienfeier oder beim zwanglosen Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen, mit Ihrem besonderen Wissen über den schönsten Freistaat der Welt glänzen können und so, ob Sie möchten oder nicht, schnell im Mittelpunkt kleinerer oder größerer Runden stehen. Die Themen Ihres nächsten Smalltalks sind also gesichert, und das ist alles andere als unnütz.
Mir hat es viel Freude bereitet, die Fakten – alle öffentlich zugänglich – zusammenzutragen, auszuwählen und für Sie aufzuschreiben.
In diesem Sinne vielen Dank, dass Sie dieses Buch in Ihre Sammlung unnützer Bücher aufnehmen, viel Freude bei der Lektüre und selbstverständlich auch bei der Weitergabe des neu erworbenen Wissens.
Ihr
Ulrich Seidel
Ein Königreich
Der westgermanische Stamm der Thüringer siedelte sich im heute so benannten Gebiet und darüber hinaus bereits im 5. und frühen 6. Jahrhundert an. Den politischen Höhepunkt bildete um 500 die Gründung eines Königreichs mit Bisinus an der Spitze.
Das Ende
Nach der Schlacht bei Burgscheidungen 531 ging das Königreich unter. Franken und Sachsen gewannen zunehmend an Einfluss.

Bonifatius in Thüringen
Anfang des 8. Jahrhunderts bekehrte der Heilige Bonifatius die heidnischen Bauern in Thüringen zum Christentum. Im Jahr 742 ließ er in Erfurt ein Bistum errichten. Erster Bischof war sein Weggefährte, der Heilige Adolar. Bonifatius, Adolar und Eoban starben 754 auf einer Missionsreise in Dokkum in Westfriesland.
Das Becken ist voll!
Eine Sage erzählt, dass das Thüringer Becken einst ein großer See war, in dem sich alles Wasser sammelte, das vom Himmel regnete und das die Flüsse aus dem Thüringer Wald herantrugen. Einige Riesen in der Nähe von Oldisleben hatten ständig nasse Füße und beschlossen daher, einen Abfluss zu graben – die Thüringer Pforte. Noch heute fließen die „Reste“ des großen Sees über die Gera, die Unstrut und die Wipper ab.
Aus der Ferne
Über Thüringen kreisen und schweben unzählige Satelliten für Telekommunikation, Wetterbeobachtung und andere Zwecke. Allein bis zu 45 Satelliten, die Geodaten bereitstellen, bevölkern den Himmel. Deren Daten werden mit Referenzpunkten in Worbis, Sondershausen, Mühlhausen, Buttstädt, Erfurt, Gotha, Bad Salzungen, Jena, Gera, Altenburg, Schleiz, Saalfeld, Ilmenau, Hildburghausen und Meiningen in Zusammenhang gebracht und bilden damit die Grundlage für alle amtlichen Vermessungsaufgaben.
Autoverkehr auf dem Wasser
Der Juri-Gagarin-Ring in Erfurt verläuft über dem einstigen inneren Festungsgraben, dem Bett der Wilden Gera. Den alten Flusslauf verfüllte man, nachdem der Flutgraben am 14. Oktober 1898 seiner Bestimmung übergeben worden war.
Wasser ist Leben
Forscher sind sich einig: das Leben entstand im Wasser. Sie und alle anderen sind sich einig, dass wir Wasser zum Leben brauchen. In Thüringen gelangt das Trinkwasser über rund 552 Kilometer Fernleitungen und in noch längeren lokalen Rohrleitungsnetzen schließlich an die Wasserhähne. „Nebenbei“ erzeugen neun Wasserkraftanlagen Strom, im Jahr 2018 immerhin rund 10,5 Millionen Kilowattstunden.
Weit gereist
In der Kofferfabrik Kindelbrück nahe Sömmerda wurden zwischen 1911 und 1999 Koffer und Reisetaschen fast aller Art produziert. Zeitweise galt der Betrieb als Deutschlands bzw. sogar europaweit größte Kofferfabrikation. Exportiert wurde in mehr als 35 Länder weltweit. Koffer aus Kindelbrück haben die ganze Welt gesehen.
Thüringer Bratwurst – das Original
Den ältesten Nachweis für Thüringer Bratwurst stellt eine Rechnung des Arnstädter Jungfrauenklosters dar. Offensichtlich hatten die Damen im Jahr 1404 einen Grillabend geplant.
Nudeldick
Die Erfurter Teigwaren GmbH gilt als Deutschlands älteste Nudelfabrik. 1793 nahm Peter Belling die Produktion von Teigwaren auf. Später übernahm Ferdinand North die Fabrik und baute sie zum führenden Hersteller von Teigwaren aus. Heute produziert die Firma rund 50.000 Tonnen Teigwaren pro Jahr.
Süßes, sonst gibt’s Saures!
Thüringens erste Zuckerfabrik gründeten 1871 Robert Wagner und Robert Lucius in Straußfurt. Rund 1.500 Tonnen Zuckerrüben wurden täglich verarbeitet. 1930 gehörte die Zuckerfabrik Straußfurt zu den größten Produzenten ihrer Art in Deutschland. Bis 1996 kam Zucker aus Straußfurt.
Erfurt-Erfurt
Nein, Sie sehen nicht doppelt! 1913 gründete Gustav Wilhelm Erfurt seine Schokoladen- und Zuckerwarenfabrik in Erfurt. Auf den Täfelchen stand der Schriftzug „Erfurt-Erfurt“.

Kribbelbunt
Haben Sie sich schon einmal gefragt, woher zu DDR-Zeiten die kribbelbunten Einkaufsbeutel aus Kunststoff kamen? Aus Erfurt! Die Lederfabrik von Carl Geyer produzierte anfangs Gürtel, Damentaschen, Berufstaschen für die Reichsbahn, Faltbeutel, Knirpshüllen und ähnliche Dinge. 1962 wurden dem Betrieb „erhebliche Überplanbestände an dederon von der volkseigenen Bekleidungsindustrie, den HO-Warenhäusern, Webereien und Stoffdruckereien angeboten. So war es möglich, dass die Faltbeutel, die bisher zum großen Teil aus gummierten Taftschotten hergestellt wurden, in größeren Mengen aus dederon gearbeitet werden konnten. Dieser modische Artikel sprach auf dem Markt sehr gut an, sodass der Absatz bedeutend gesteigert werden konnte.“* Allein 1962 erreichte die Firma mit diesen Faltbeuteln einen Umsatz von 1.565.880 DM. Doch auch der massenhafte Absatz solcher Artikel rettete die Firma nicht vor der Verstaatlichung. Am 8. Juni 1973 wurde der Eintrag im Handelsregister gelöscht, um anschließend unter neuer Firmierung als VEB Täschnerwaren Erfurt wieder eingetragen zu werden.*
*StAE: Sign. 11-5/27-1741
Den Wald vor lauter Bäumen …
Fast ein Drittel der Fläche Thüringens ist mit Wald bedeckt, das sind rund 520.000 Hektar. Nach der letzten „Volkszählung“, der Bundeswaldinventur von 2012, stehen in Thüringen etwa 330 Millionen Bäume. 62 Prozent davon sind Nadelbäume. Die nächste Waldinventur hat 2021 begonnen.
Energiebilanz
Von den 2017 in Thüringen erzeugten 10.331.013 Megawattstunden Strom kamen 2.788.351 aus Windkraftanlagen. 2.056.775 Megawattstunden produzierten die Pumpspeicherwerke und 1.135.645 lieferten die Photovoltaikanlagen. Biogas war mit 917.206 Megawattstunden beteiligt. Aus Erdgas entstanden 2.117.162 Megawattstunden.
Bier her!
Zu Unrecht behaupten die Bayern, das älteste Reinheitsgebot Deutschlands einzuhalten. In Thüringen gab es schon 82 Jahre zuvor Vorschriften, was in ein Bier hineingehört und was nicht. Die „Statuta thaberna“ von 1434 stammt aus Weißensee. Der Streit ist jedoch überflüssig, denn Brauvorschriften gab es bereits vor 1434, die älteste hat wohl Kaiser Friedrich I., besser bekannt unter dem Namen Barbarossa, im sogenannten Ersten Stadtrecht von Augsburg von 1156, der „iustitia Augustensis civitatis“, formuliert. Darin wurde einem Bierschenker, der schlechten Gerstensaft anbot oder „falsch ausschenkte“, Strafe angedroht.
Das Wandern ist des …

1330 erstmals erwähnt, ist der Rennsteig der längste Wanderweg in Thüringen. In Hörschel bei Eisenach soll der Wanderer seinen Stock ins Wasser der Werra eintauchen und einen Kiesel aus der Werra in seine Tasche packen. Nach knapp 170 Kilometern darf der Wanderer seinen Kieselstein in Blankenstein in die Saale oder in die Selbitz werfen, damit ihn das Glück nach Hause begleitet.
Straßen in Thüringen
Mit Stand vom 1. Januar 2019 führen 521 Kilometer Autobahnen, 1.513 Kilometer Bundes- und 4.173 Kilometer Landesstraßen durch Thüringen.
Unterwassermusik
Das einzige Freizeitbad in Thüringen mit Musik, die unter Wasser erklingt, ist die Toskana Therme in Bad Sulza. Das Soundsystem sorgt für sphärische, der Entspannung förderliche Klänge.

Hoch hinaus
Thüringens höchstes Bürogebäude und überhaupt höchstes Bauwerk ist mit 144,5 Metern – inklusive der Antenne sind es sogar 159,6 Meter – der JenTower in Jena. Als der 225 Meter hohe Schornstein des dortigen Heizkraftwerkes abgerissen wurde, gelangte der JenTower kampflos auf Platz eins.

Die größte, die zweitgrößte und die drittgrößte
Die größte Stadt Thüringens mit einer Fläche von 269 Quadratkilometern ist Erfurt, die Landeshauptstadt. Flächenmäßig zweitgrößte Kommune ist Gera mit 152 Quadratkilometern, gefolgt von Jena mit 115 Quadratkilometern.
Die Ältesten
In einer Schenkungsurkunde vom 1. Mai 704 bestätigte Hedan II. die Übergabe von Gütern an Willibrord in Arnstadt. Stadtrecht erhielt der so früh erwähnte Ort allerdings erst 1266. Hedan II. regierte das thüringische Herzogtum mit Sitz in Würzburg. Der Missionar Willibrord sollte wohl mit dieser Schenkung zur Missionierung im Arnstädter Umland „überzeugt“ werden. In dieser Urkunde werden Großmonra nahe Kölleda und Mühlberg ebenfalls erstmals genannt.
Brumm, brumm
Die meisten Pkw in Thüringen waren am 1. Januar 2020 in Erfurt zugelassen (97.312), gefolgt vom Kreis Schmalkalden-Meiningen (76.140). Die wenigsten Autos (20.359) gibt es in Suhl.
Geschützt
Der Wartburgkreis hat mit 51,05 Quadratkilometern den höchsten Anteil an Naturschutzgebieten in Thüringen. Größtes zusammenhängendes Naturschutzgebiet ist die Hohe Schrecke im Kyffhäuserkreis/Landkreis Sömmerda mit einer Fläche von 34,373 Quadratkilometern.
Trink Wasser!
Die größte Trinkwasser-Talsperre Thüringens ist gleichzeitig auch die neueste. 2005 wurde Leibis/Lichte in Betrieb genommen. Mit 102,5 Metern ist hier auch die höchste Staumauer zu finden. Das Becken fasst maximal 32,4 Millionen Kubikmeter. Das Einzugsgebiet umfasst etwa 72 Quadratkilometer. Rund 320.000 Menschen versorgt die Talsperre Leibis mit Trinkwasser.
Tiefster natürlicher See …
… ist mit etwa 45 Metern wohl die Bernshäuser Kutte, ein durch Erdfall entstandenes Gewässer, das weder Zu- noch Abfluss hat. Die Wasseroberfläche beträgt 51.900 Quadratmeter, ein 820 Meter langer Rundweg führt um den See herum.
Im Zentrum
Der amtliche geografische Mittelpunkt Thüringens liegt im Dorf Rockhausen südlich von Erfurt. Ein Stein mit einer Tafel markiert den Punkt und gibt seine Geo-Koordinaten bekannt: 11° 1′ 35″ östliche Länge, 50° 54′ 12″ nördliche Breite.
Das größte Volksfest
Alljährlich findet in Rudolstadt das Vogelschießen statt. Es gilt als das größte Volksfest Thüringens. 2022 feiert man das 300. Jubiläum.
Der längste Weihnachtsmarkt
Da das Wort „lang“ sowohl zeitliche als auch räumliche Begriffe beschreiben kann, gibt es zwei „längste“ Weihnachtsmärkte in Thüringen: Mit fast acht Kilometern Länge hält das „Weihnachtstal“ im Mühltal bei Eisenberg den Rekord. Zeitlich betrachtet ist wohl der Weihnachtsmarkt in Meiningen der längste, er dauert vom Freitag vor dem Ersten Advent bis zum vierten Adventssonntag.
Viele Orte
631 politisch selbstständige Gemeinden gab es am 1. Januar 2021 in Thüringen, darunter befinden sich 120 Städte.
Häufigster Name
Der am weitesten verbreitete Familienname in Thüringen ist, wen wundert’s, Müller – in allen möglichen Schreibweisen.

Der längste Fluss
Die Saale ist mit 196,3 Kilometern der am weitesten durch Thüringen fließende Fluss. Insgesamt ist die Saale 413 Kilometer lang. Mit 187 Kilometern in Thüringen folgt die Werra auf Platz zwei.
Dicht an dicht
Jena ist die am dichtesten besiedelte Stadt Thüringens. 791 Menschen tummelten sich 2018 auf einem Quadratkilometer. In Hildburghausen leben dagegen nur 68 Menschen auf der gleichen Fläche.
Zahn um Zahn
Im Weimarer Land müssen sich 1.781 Menschen einen Zahnarzt teilen. In Jena steht statistisch gesehen ein Zahnarzt 671 potenziellen Patienten zur Verfügung.
Die Klasse ist voll!

Durchschnittlich 21,9 Kinder sitzen in der Stadt Jena in einem Klassenraum. Im Unstrut-Hainich-Kreis sind es dagegen „nur“ 19.
Viel Platz
Im Eichsfeld sind die Wohnungen mit durchschnittlich 95,9 Quadratmetern am größten. Die kleinsten Wohnungen sind in Gera zu finden, mit durchschnittlich 69,8 Quadratmetern.
In fremden Betten
Gotha bietet die meisten Gästebetten in Thüringen: 6.098. Dicht dahinter liegen Erfurt mit 5.438 und Schmalkalden-Meiningen mit 5.430. Durchschnittlich blieben die Gäste thüringenweit zweieinhalb Tage. Am längsten hielten sie sich im Wartburgkreis (5,7 Tage) auf. Die kürzeste Verweildauer hatte 2018 Gera zu vermelden. Dort blieben Besucher im Schnitt 1,6 Tage.
Schulden, nichts als Schulden
Der Kreis Sömmerda ist mit 1.373 Euro pro Einwohner Spitzenreiter in der Verschuldung der Gemeinden. Die wenigsten Schulden im öffentlichen Haushalt hat Jena mit 134 Euro pro Kopf.
Kinder, Kinder
2.182 Kinder wurden im Jahr 2018 in Erfurt geboren, gefolgt von Jena mit 1.120 und Gotha mit 1.092 Geburten. Das Schlusslicht bildete Suhl mit 202 Kindern.
Rübergemacht
16.949 Menschen zog es im Jahr 2018 aus den alten Bundesländern nach Thüringen. Dagegen sind 19.193 Thüringer „rübergemacht“.
Überschuss
In Thüringen leben mehr Frauen als Männer. Von den insgesamt 2.147.175 am 31. Dezember 2018 gemeldeten Thüringern waren 1.084.266 Frauen.
Badespaß
In 171 Freibädern finden Thüringer im Sommer Abkühlung. Als schönste Freibäder im Land gelten das im Apoldaer Sportpark und das Freibad „Hammergrund“ in Ilmenau.
In der Kürze liegt die Würze
Seit 3. Oktober 1990 besteht das Land Thüringen, seit 1993 der Freistaat. Die kürzeste Amtszeit eines Ministerpräsidenten war die von Thomas L. Kemmerich (FDP), sie betrug ganze drei Tage bis zu seinem Rücktritt – bis zur Neuwahl am 4. März 2020 blieb er immerhin geschäftsführend. Auf die längste Amtszeit brachte es Bernhard Vogel (CDU). Er war vom 5. Februar 1992 bis zum 5. Juni 2003 im Amt.
Jede Menge Kies
In Thüringen wird in 57 Kiesgruben der begehrte Rohstoff für die Bauindustrie abgebaut.
Schnaps her oder ich fall um
Im Jahr 1507 berichtet ein Nordhäuser Stadtschreiber in einer Chronik erstmals über Kornbranntwein, er sagte dazu „gebranntes Wasser“. Dieses dürfte aus der ältesten offiziellen Brennerei in Thüringen gekommen sein. Wer vorher daheim selbst gebrannt hat, ist nicht überliefert.
Tief unten
Der Thüringer Höhlenverein e.V. führt seit vielen Jahren ein Kataster, das mit Stand 2016 exakt 448 Höhlen im Land benennt. Spektakulärste Entdeckung in jüngerer Zeit war wohl die der Bleßberghöhle. Leider ist diese für Besucher nicht zugänglich. Sie wurde bei Tunnelbauarbeiten an der Eisenbahnstrecke Nürnberg–Berlin im Jahr 2008 entdeckt, von den Höhlenforschern erkundet und dokumentiert. Nach 303 Tagen wurde die Höhle wieder verschlossen und der Tunnelbau vollendet.
„In Ilmenau ist der Himmel blau“
Ein Kinderreim lautet: „In Ilmenau, da ist der Himmel blau, da tanzt der Ziegenbock mit seiner Frau.“ Vom Stadtmarketing abgewandelt, soll der Spruch „Ilmenau – himmelblau“ Touristen anlocken. Tatsächlich ist die Sonnenscheindauer mit durchschnittlich 6,9 Stunden pro Tag im Juni geringer als beispielsweise in Erfurt und Mühlhausen mit jeweils 7,4 Stunden im Juni.
Uralt
Thüringen ist ein an mittelalterlichen Burgen reiches Land. Zu den ältesten gehören die Mühlburg (um 700), die Burg Gleichen (um 1034), die Wartburg (um 1060) und die Burg Hanstein (um 1070).
Brrrr!
Den bisherigen Kälterekord in Thüringen hält Jena mit minus 30,6 Grad Celsius. Gemessen wurde dieser Wert am 22. Januar 1850.
Heiß!
Mit 38,5 Grad Celsius war Katzhütte am 24. Juli 2019 der heißeste Ort Thüringens.
Geteilt

Die einzige Ortschaft, die zu zwei Bundesländern gehört, ist Mödlareuth, das sowohl auf bayerischem als auch auf Thüringer Boden liegt. Einst verlief hier sogar die Grenze zwischen zwei Staaten, der BRD und DDR, am Ufer des Tannbachs. Ein Teil der rund 40 Einwohner begrüßt sich mit „Grüß Gott“, der andere Teil mit „Guten Tag“.
Unsichtbar
Ab dem 7. Mai 1995 war Neuhaus am Rennweg für satte 242 Stunden in Nebel gehüllt, länger als zehn volle Tage. Rekord!
Einziges
Für ein einziges Bild allein wurde 1975 ein eigenes Museum gebaut: Das monumentale Panorama-Gemälde von Werner Tübke (1929–2004) mit dem Titel „Frühbürgerliche Revolution in Deutschland“, auch „Theatrum mundi“ genannt, wurde von ihm und seinen fünf Assistenten zwischen 1983 und 1987 mit Ölfarbe auf Leinwand gebracht. Mit 14 Metern Höhe und einer Länge von 123 Metern ist es gleichzeitig das größte Ölgemälde Thüringens. Nach 1.480 Tagen reiner Mal-Zeit setzte Werner Tübke am 16. Oktober 1987 sein Signum darunter.

Bäderkultur
Nach dem 2013 erlassenen Thüringer Gesetz zur Neuordnung der Anerkennung von Kur- und Erholungsorten dürfen dreizehn Ortschaften den Zusatz „Bad“ in ihrem Namen führen. Jüngstes Bad ist Tabarz, das seit 2017 diese Bezeichnung tragen darf.
Lang, länger, am längsten
Den längsten Ortsnamen in Thüringen hat mit 18 Buchstaben Langenwolschendorf. Die Landgemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf bei Greiz besitzt den längsten Gemeindenamen. Den Bindestrich nicht mitgezählt, kommt sie auf 26 Buchstaben. Lediglich vier Buchstaben hingegen genügen, um die Städte Jena, Gera und Suhl sowie die Gemeinden Uder, Rosa, Nöda und Grub zu benennen.
Viel Volk
Die meisten Zuschauerplätze bietet die Skatbank-Arena in Altenburg (25.000), gefolgt vom Steigerwald-Stadion in Erfurt (18.599), dem Stadion der Freundschaft in Gera (15.900) und der Lotto Thüringen Arena in Oberhof (13.000).
Nur zwei …
… Rennstrecken für Motorsport gibt es in Thüringen: das Schleizer Dreieck und die Gabelbach-Rennstrecke in Ilmenau. Auf beiden Routen werden nach wie vor Wettbewerbe ausgetragen.
Ich heiße wie fast alle
2020 waren die beliebtesten Vornamen in Thüringen Lina für Mädchen und Paul für Jungen. Auf Platz zwei folgten Mia und Matteo. Laut Bundesgerichtshof-Entscheidung (1 BvR 994/98) darf eine Person maximal fünf Vornamen haben. Da hatte Chenekwahow Tecumseh Migiskau Kioma Ernesto Inti Prithibi Pathar Chajara Majim Henriko Alessandro G. aus Köln das Nachsehen, er erhielt nur die ersten fünf dieser zwölf Vornamen.
Think big
Die größte jemals in Thüringen gegossene Glocke ist der „dicke Pitter“, die Petersglocke des Kölner Domes. Sie wiegt 24 Tonnen. Die Glockengießerei Ulrich in Apolda hatte sich als einzige in Europa der Aufgabe gestellt, diesen riesigen Klangkörper zu fertigen. Der „dicke Pitter“ ist 3,21 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 3,22 Metern. Rund 30 Tonnen Kupfer und Zinn wurden in drei Öfen geschmolzen. Etwa 30 Kubikmeter Fichtenholz waren erforderlich, um die Öfen zu befeuern. Am 5. Mai 1923 floss die Glockenspeis – das geschmolzene Kupfer-Zinn-Gemisch – innerhalb von neun Minuten und 32 Sekunden in die Form. Als die Glocke zu Heiligabend 1924 das erste Mal geläutet wurde, riss nach drei Schlägen das Seil der Läutemaschine. Erst am 10. Oktober 1925 erklang die Petersglocke mit allen anderen im Kölner Dom in einem feierlichen Vollgeläut.

Königlicher Klang
Die weltweit größte freischwingende mittelalterliche Glocke ist in der Hohen Domkirche St. Marien in Erfurt zu hören. Die Gloriosa wurde 1497 von dem holländischen Glockengießer Gerhard Wou aus Kampen gegossen und wiegt 11.450 Kilogramm. Mit 2,62 Metern Höhe und einem Durchmesser von 2,57 Metern wird sie auch Königin der Glocken genannt.
Ich bin berühmt!
Einige der berühmtesten und bekanntesten Thüringer sind:
Johann Sebastian Bach, 1685 in Eisenach geboren, Komponist, Organist, Kantor.
Carl Zeiss, 1816 in Jena geboren, Optiker, Feinmechaniker.
Egon Bahr, SPD-Politiker, 1922 in Treffurt geboren.
Lothar de Maizière, 1940 in Nordhausen geboren, CDU-Politiker und einziger frei gewählter und auch letzter Ministerpräsident der DDR.
Heike Drechsler, 1964 in Gera geboren, zweifache Olympiasiegerin im Weitsprung.
Gunda Niemann-Stirnemann, 1966 in Sondershausen geboren, mit drei Olympiasiegen, 19 Weltmeister- und 8 Europameistertiteln sowie 19 Weltrekorden die erfolgreichste Eisschnellläuferin der Geschichte.
Roland Matthes, 1950 in Pößneck geboren, mehrfacher Olympiasieger und Weltrekordler im Schwimmen.
André Lange, 1973 in Ilmenau geboren, zweimal Olympiasieger, achtfacher Weltmeister, achtfacher Europameister im Bobsport.
Andrea Henkel, 1977 ebenfalls in Ilmenau geboren, zweifache Olympiasiegerin, achtfache Weltmeisterin und Weltcup-Gewinnerin im Biathlon.
Da wären auch noch Thomas Hübner alias Clueso (Erfurt), Yvonne Catterfeld (Erfurt), Ute Freudenberg (Weimar), Jürgen Kerth (Erfurt), Christine Westermann (Erfurt) …
Neunsilbiger Name
Die Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle in Erfurt hat mit 30 Zeichen den längsten Namen einer Sportstätte in Thüringen. Die Eislaufhalle wurde am 21. Dezember 2001 eröffnet.

Am kürzesten
Die kürzeste Eisenbahnstrecke in Thüringen ist die Standseilbahn der Oberweißbacher Bergbahn mit einer Länge von knapp 1,4 Kilometern. Mit einer Steigung von 250 Promille ist sie gleichzeitig die steilste und mit 1.800 Millimetern auch die mit der größten Spurweite. Im Kursbuch der Deutschen Bahn ist sie unter der Nummer 563 zu finden.
Am längsten
Der mit rund 120 Kilometern längste Abschnitt einer Thüringer Eisenbahnstrecke beginnt in der Nähe von Großheringen und endet bei Wartha. Der Abschnitt gehört zur Hauptstrecke Halle–Bebra, die Kursbuchstrecken tragen die Nummern 560 und 605.
Der Anfang
Die erste Eisenbahnstrecke auf Thüringer Gebiet verlief von Leipzig nach Altenburg. Sie wurde 1842 in Betrieb genommen.
Das Ende
Nach nur 14 Jahren wurde 1901 der Betrieb auf der Eisenbahnstrecke Weimar–Rastenberg/Großrudestedt aufgegeben. Im Volksmund hieß die Schmalspurbahn mit 1.000 Millimetern Spurweite „Laura“.
Alles muss ein Maß haben
Das einzige Thermometer-Museum in Deutschland – und damit auch in Thüringen – ist in Geraberg zu finden. Seit 2004 zeigt es Exponate aus der Geschichte der Temperaturmessung.
Die Älteste
Seit dem frühen Mittelalter sind Glocken bekannt, die ältesten stammen aus dem 9. und 10. Jahrhundert. Thüringens wahrscheinlich älteste komplett datierte Glocke befindet sich im Turm der Michaeliskirche zu Erfurt, sie wurde ihrer Inschrift zufolge am Palmsonntag 1380 gegossen. Die „Katharina“ wird auch heute noch regelmäßig geläutet.

Kraftstrom
Dass fließendes Wasser Strom erzeugen kann, ist bekannt. Wie diese Power in früheren Zeiten und bis heute genutzt wird, zeigt das Wasserkraftmuseum in Ziegenrück.
Vom Springen und Gebissenwerden
Etwa seit dem Jahr 500 unserer Zeitrechnung hatten Könige und Grafen das Sagen in Thüringen. Besonders die Ludowinger und die Wettiner hinterließen Spuren im heutigen Freistaat. Einige der Grafen trugen besondere Spitznamen, die auf Ereignisse in ihrem Leben hinwiesen oder Eigenschaften betonten: Ludwig der Springer (1042–1123), der als Bauherr der Wartburg gilt, entkam der Sage nach aus seiner Haft auf Burg Giebichenstein durch einen beherzten Sprung vom Burgturm in die Saale. Die Mutter des Wettiners Friedrich I. (1257–1323) habe ihren Sohn der Sage nach im Abschiedsschmerz in die Wange gebissen, weshalb er als Gebissener tituliert wurde. Wilhelm I. (1343–1407) aus demselben Geschlecht nannte man den Einäugigen. Vermutlich wegen einer Krankheit verlor er einen Teil seines Augenlichts, eine Sage aber erzählt, dass ihm der Heilige Benno im Traum erschienen sei und ihm ein Auge ausstach, weil sich Wilhelm mit der Kirche angelegt hatte. Bei Friedrich II. (1310–1349) dem Ernsthaften, manchmal auch der Magere genannt, Friedrich III. (1332–1381) dem Strengen, Friedrich IV. (1384–1440) dem Friedfertigen, Friedrich V. (1412–1464) dem Sanftmütigen und Wilhelm II. (1425–1482) dem Tapferen liegen die Gründe für die Spitznamen auf der Hand
Fachwerk
In Thüringen gibt es 28 Kirchen, die in Fachwerkbauweise errichtet wurden.
So viele Glocken
Die meisten Bronzeglocken in einem Kirchturm sind im Erfurter Bartholomäusturm zu finden. Das Carillon mit 60 Glocken wurde 1979 in den kirchlosen Turm eingebaut.
Briefe und Pakete
Die Firma DHL betreibt in Erfurt eine mechanisierte Zustellbasis, in der bis zu 18.000 Pakete pro Tag vollautomatisch sortiert werden können. In Thüringen gibt es drei Briefverteilzentren der Deutschen Post. In Gera können täglich bis zu 1,5 Millionen Sendungen bearbeitet werden (Postleitzahlenbereich 07). Suhl, zuständig für den Postleitzahlenbereich 98, kann bis zu 750.000 und Erfurt (Postleitzahlenbereich 99) bis zu 2.250.000 Briefsendungen am Tag bearbeiten.
Pulsuz fraqment bitdi.