Kitabı oxu: «Mehr Erfolg im Umgang mit Kunden»
Umberta Andrea Simonis
Mehr Erfolg im Umgang mit Kunden
Die besten LIFEHACKS für Handwerker

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtliche Differenzierung in den Formulierungen verzichtet. Wir bitten, sämtliche Bezeichnungen (z. B. Handwerker, Unternehmer, Mitarbeiter etc.) im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter zu interpretieren und anzuwenden.
Diese Publikation wurde mit äußerster Sorgfalt bearbeitet, Verfasser und Verlag können für den Inhalt jedoch keine Gewähr übernehmen.
12., völlig neu bearbeitete Auflage 2021
© 2021 by Holzmann Medien GmbH & Co. KG, 86825 Bad Wörishofen
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Lektorat: Achim Sacher, Holzmann Medien | Buchverlag
Herstellung/Satz: Markus Kratofil, Holzmann Medien | Buchverlag
Bildquelle Umschlag: ©LIGHTFIELD STUDIOS - stock.adobe.com, Wellnhofer Designs - stock.adobe.com, ljubaphoto - istockphoto.com
E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH | Rudolstadt
ISBN (Print): 978-3-7783-1545-3 | Artikel-Nr.: 1506.12
ISBN (E-Book): 978-3-7783-1546-0 | Artikel-Nr.: 1506.98
INHALT
Cover
Titel
Impressum
INTRO WARUM BIST DU HEUTE MORGEN AUFGESTANDEN?
DIE BESTEN LIFEHACKS FÜR ALLE FÄLLE
PÜNKTLICH ANKOMMEN
ERSTER EINDRUCK
SPRACHE, DIE VERTRAUEN AUFBAUT
BEGRÜSSUNG
INFORMATION DES KUNDEN
EIGENTUM DES KUNDEN SCHÜTZEN
ARBEITSPLATZ EINRICHTEN
PRIVATSPHÄRE DES KUNDEN
KINDER, KRANKE, SENIOREN
NACHBARN DES KUNDEN
KOLLEGEN | ARBEITEN IM TEAM
REINIGUNG
ABNAHME
MONTAGE- oder LIEFERFEHLER
SCHADENSFÄLLE
REKLAMATIONEN ALS CHANCE
FEEDBACK UND EMPFEHLUNGEN EINHOLEN
KUNDENDIENST | NOTDIENST
ACHTSAMKEIT UND WERTSCHÄTZUNG
DIE BESTEN LIFEHACKS FÜR SCHWIERIGE ZEITGENOSSEN
KUNDEN, DIE ALLES KONTROLLIEREN WOLLEN
KUNDEN, DIE MEINEN, ALLES BESSER ZU WISSEN
KUNDEN, DIE GERNE PROVOZIEREN
KUNDEN, DIE AGRESSIV WERDEN
KUNDEN, DIE FREUNDLICH-AUFDRINGLICH SIND
KUNDEN, DIE DEN PREIS IN FRAGE STELLEN
KUNDEN, DIE ZWEI GESICHTER HABEN
KUNDEN, DIE GERNE VIEL REDEN
DIE BESTEN LIFEHACKS FÜR ANSPRUCHSVOLLE SITUATIONEN MIT KUNDEN
LIFEHACK KÖRPERSPRACHE UND GESTIK
LIFEHACK MIMIK
UNTERSTÜTZENDE FIRMEN UND PERSONEN
DIE AUTORIN
SEMINARINFOS
INTRO WARUM BIST DU HEUTE MORGEN AUFGESTANDEN?

Seit im Jahr 2002 die erste Ausgabe meines Buches „Mehr Erfolg im Umgang mit Kunden – der erste Knigge für Handwerker“ herauskam, haben sich die Motivationen, in aller Herrgottsfrühe aufzustehen und zum Kunden zu fahren, deutlich verändert.
Pflichterfüllung, sich selbst und seine Träume und Wünsche hintenanstellen, sich aufreiben und die Gesundheit ruinieren, Geldverdienen als Maß aller Dinge … dies sind nicht mehr die Leitlinien unserer heutigen Arbeitskultur. Das Bild des Kunden hat sich ebenso verändert. Der Kunde ist nicht mehr ein oben auf dem Thron sitzender König. Eine Begegnung auf Augenhöhe zwischen Handwerker und Kunde ist angesagt.
Fachkräftemangel, steigender Auftragsdruck, immer mehr herausfordernde Kunden und jetzt auch noch die Ausnahmesituation der Corona-Pandemie sind weitere Faktoren, die deutlich machen, wie verantwortungsvoll, wertvoll und unersetzbar wichtig deine Aufgabe und dein Einsatz als handwerklicher Dienstleister sind.
Es wird viel von dir verlangt. Umso mehr ist ein Ausgleich erforderlich, neue Rahmenbedingungen, in denen du dich als Mensch und Fachkraft optimal entfalten kannst. Was brauchst du, um in deiner Arbeit aufzublühen? Dazu haben mir viele Handwerker in Interviews geantwortet:
# Etwas tun, das Befriedigung verschafft und Sinn hat.
# Sich persönlich in seinen Fähigkeiten weiterentwickeln.
# Ausreichend private Zeit für sich, Freunde und Familie haben.
# Veränderliche, flexible Lebenslinien statt starrer Konstrukte.
Viele Menschen verzichten heute schon auf materiellen Luxus zugunsten von mehr freier Zeit, der Verfolgung von persönlichen Leidenschaften und individuellen, selbst gesteckten Zielen. In Japan leben ja mit die meisten über 100-jährigen Menschen. Von dort kommt der Begriff IKIGAI. Das heißt übersetzt „lebenswert“ und bedeutet das, wofür es sich zu leben lohnt. Also der Grund, weswegen du morgens aufstehst. Ich lade dich nun ein, dir ein paar Minuten Zeit zu nehmen und diesen Fragen aus dem IKIGAI-Modell gerne hier schriftlich im Buch nachzugehen:
# LEIDENSCHAFT: Was liebe ich zu tun? Was ist meine Leidenschaft?
………………………………………………………
# BERUFUNG: Worin bin ich besonders gut? Was sind meine Stärken?
………………………………………………………
# MISSION: Was braucht die Welt? Womit leiste ich einen Beitrag?
………………………………………………………
# BERUF: Wofür werde ich bezahlt? Womit kann ich Geld verdienen?
………………………………………………………
Im Schnittpunkt dieser vier Segmente, wo sich alle Bereiche treffen, liegt also dein persönliches IKIGAI: Hier brennst du für etwas, das du gut beherrschst, das die Welt brauchen kann und wofür du bezahlt wirst. Deutlich sichtbar ist hier, dass es alle vier Bereiche braucht, damit du dauerhaft ein Gefühl von Sinnhaftigkeit in deiner Arbeitssituation erfährst, das dir auch in schwierigen Lebenssituationen Kraft und Rückenwind gibt. Wenn du nur in technischen Dingen gut bist, aber keine wirkliche Freude im Kundenkontakt hast, wirst du als handwerklicher Dienstleister auf längere Sicht müde und krank. Wenn die Anerkennung (Wertschätzung und finanzieller Ausgleich) nicht stimmt, wirst du ebenso in ein inneres und auch äußeres Minus kommen.
Die Leitfrage, die ich mir gestellt habe, ist deshalb: Wie kannst du selbst täglich etwas für mehr Erfolgserlebnisse, Selbstbewusstsein, Wohlbefinden, Freude und Wertschätzung im Umgang mit deinen Kunden und deinem Team tun? Um dich dabei zu unterstützen, habe ich dieses Buch für dich geschrieben.
So kannst du mit diesen LifeHacks jeden Tag zehnfach profitieren:
Wissen:
Die Sicht des Kunden, seine Erwartungen und Befürchtungen noch besser kennen.
Empathie:
Dich in deinen Kunden hineinversetzen können, leichter auf seiner Wellenlänge kommunizieren und so bessere Lösungen finden.
Mehr Selbstbewusstsein:
Mit dem Kunden auf Augenhöhe als gleichwertiger Partner kommunizieren und so seine Anerkennung erlangen.
Wirkung:
Deine persönliche Wirkung und Ausstrahlung mit Körpersprache, Sprache und Arbeitsweise kennen und bewusst verstärken.
Erfolgserlebnisse:
Aufbauende Begegnungen mit deinen Kunden haben und Wertschätzung erfahren.
Mehr Gewinn:
In herausfordernden, kniffligen Situationen mit Kunden gute Lösungen finden.
Weniger Stress:
Kunden besser durchschauen und mit allen Kundentypen kräfteschonender umgehen.
Stabile Gesundheit:
Durch entspannten Umgang mit Kunden selbst zu deiner Gesundheit und deinem Wohlbefinden beitragen.
Unterstützung:
Deine Beziehung zu Kollegen und allen im Betrieb so gestalten, dass du Unterstützung, Spaß und gemeinsames Wachstum erlebst.
Wertschätzung:
Im Kontakt mit deinen Kunden Stolz, Befriedigung und Anerkennung erfahren und deinen persönlichen Weg der Entwicklung gehen.
Dazu sollen dir meine in Wort und Bild zusammengestellten LifeHacks – also in der Praxis erprobte Ratschläge und Tipps – dienen. Sie sind das Ergebnis von über 25 Jahren Entwicklung, Beratung und Training im Handwerk. Für diesen Weg, den ich zusammen mit meinem Trainerteam und über 50.000 Handwerkern gehen durfte, bin ich sehr dankbar. 2019 und 2020 habe ich für die vorliegende 12. Auflage neue Fotoreportagen gemacht, Interviews geführt, die Inhalte erweitert und in komplett neuer Weise geschrieben.
Dieses Buch enthält auch eine Menge an Anregungen und konkreten Optimierungsmöglichkeiten für Inhaber und Führungskräfte im Handwerk, wie sie ihre Mitarbeiter in diesen Zielen unterstützen und gemeinsam einen einmaligen und tragfähigen Firmen-Spirit gestalten können, der wirklich zukunftsfähig ist.
Ich wünsche dir nun anregende Impulse und Aha!-Erlebnisse beim Lesen. Viel Freude und Erfolg beim Umsetzen und in deiner Weiterentwicklung!
Wenn du deine neuen Erfahrungen mit mir teilen möchtest, schreib mir gerne: umberta@andrea-simonis.com
Ich freue mich auf unseren Austausch.
Augsburg, im März 2021

Umberta Andrea Simonis
P.S. Was dir beim Lesen bis an diese Stelle sicher schon aufgefallen ist … Ich verwende das „Du“, um dich persönlich anzusprechen und um mit dir unmittelbar in Kontakt zu treten. Ich finde, meine LifeHacks lesen sich so flüssiger, und so kannst du sie hoffentlich noch leichter aufnehmen und umsetzen.
LIFEHACK PÜNKTLICH ANKOMMEN
Du merkst, du schaffst den Termin beim Kunden nicht und willst dir dennoch einen optimalen Auftragsstart mit ihm sichern?
Nichts ärgert Kunden mehr als das ohnmächtige Warten auf den Handwerker. Der Kunde empfindet jede unentschuldigte Unpünktlichkeit als groben Verstoß gegen seine „Zeithoheit“, als mangelnde Wertschätzung und offensichtliche Rücksichtslosigkeit. Der Kunde hat dann den Eindruck, dass sein Anliegen, sein Auftrag, für den Handwerker ohne Bedeutung ist. Umso wichtiger ist es für dich und deinen entspannten Arbeitsalltag, dass du dieses Bedürfnis des Kunden verstehst und geschickt darauf eingehst.
Du bist auf Anfahrt zum Kunden, ein Stau auf der Autobahn überrascht dich. Es ist offensichtlich, dass du den vereinbarten Termin nicht pünktlich schaffen wirst. Gib dem Kunden in so einem Fall unbedingt einen Zwischenbescheid per Handy. Kunden haben sich oft Urlaub genommen, um bei deinem Kommen anwesend sein zu können. Oder sie warten schon, weil sie Kinder zur Schule bringen oder dann in die Arbeit müssen. Die erste Hürde und wichtigste Disziplin aus Sicht des Kunden ist das Thema „Pünktlichkeit“. „Guten Morgen, Frau Müller. Hier ist Stefan Manko, Firma Manko. Wir haben ja für heute 8.00 Uhr vereinbart. Durch einen Stau auf der A8 wird es nun leider etwas später werden. Laut meinem Navi brauche ich 25 Minuten länger zu Ihnen. Ich wollte Ihnen nur kurz Bescheid geben, es tut mir leid. Ich wäre gerne pünktlich bei Ihnen gewesen.“
Mit einem solchen freundlich-verbindlichen Anruf ersparst du dir selbst viel Stress und sicherst dir – trotz Verspätung – einen angenehmen Auftragsstart bei deinem Kunden.
So ist der Kunde informiert, kann seine kostbare Zeit noch nutzen und sich organisieren. Durch das vorausschauende Verhalten hast du bei deinem Kunden (trotz Verspätung) ein positives Signal für Zuverlässigkeit, Respekt und Qualität gesetzt.
Kommuniziere auch bei größeren Störungen und Zeitverzug (wie z. B. schweren Unfällen etc.) mit deinem Kunden per Handy und halte ihn auf dem Laufenden, zeig Verständnis und Flexibilität und mach deutlich, dass du das Versprochene dennoch einhalten willst.
„Frau Müller, hier ist noch mal Stefan Manko. Es tut mir wirklich leid. Der Stau dauert nun doch länger, wir sitzen hier alle fest. Ich kann Ihnen nur anbieten, dass ich Sie sofort anrufe, wenn es hier weitergeht. Ist das für Sie so in Ordnung? Wenn Sie jetzt Ihre Kinder in die Schule bringen müssen, machen Sie das gerne. Ich warte dann vor der Türe auf Sie, falls ich früher da bin als Sie. (…) Auch wenn ich später bei Ihnen anfange, ich werde mit allem heute noch fertig.“
Natürlich ist es immer optimal und eine schöne Bestätigung für den Kunden, wenn du genau zur vereinbarten Zeit auf der Matte stehst. Bei längeren Anfahrten ist sicher auch ein Zeitfenster von 15 Minuten (entschuldigte Verspätung) in Ordnung. Das sollte aber idealerweise im Vorfeld durch den Verkauf kommuniziert werden.
Einfach ohne Ankündigung wesentlich früher beim Kunden zu erscheinen wird als unhöflicher Überfall gewertet. Ruf in diesem Fall an, ob der Kunde auch schon früher Zeit für dich hat. 5 Minuten früher zu erscheinen ist absolut in Ordnung.
LIFEHACKS KOMPAKT FÜR DICH
Wenn du die wichtige Hürde „Pünktlichkeit“ gekonnt nehmen willst, dann:
# Definiere im Vorfeld „Pünktlichkeit“ und kommuniziere dies in Richtung Kunde. Machst du einen Fixtermin aus („Wir kommen um 8.00 Uhr“), erwartet dich dein Kunde auch um 8.00 Uhr. Wenn du einen Zeitpuffer von einer Viertelstunde ausmachst, hast du mehr Flexibilität („Wir kommen im Zeitrahmen 8.00 Uhr, plus/minus 15 Minuten!“).
# Wenn es für dich absehbar ist, dass du nicht pünktlich erscheinen kannst (z. B. Stau, Unfall, etwas vergessen etc.), ruf den Kunden per Handy sofort an, entschuldige dich und vereinbare einen neuen realistischen Zeitpunkt.
# Ruf ebenso vorab beim Kunden an und hol dir sein Okay, wenn du einige Zeit früher zu ihm kommen möchtest.
DAS HAST DU DAVON …
# Dein pünktliches Erscheinen erweckt einen ersten positiven Eindruck beim Kunden. Du widerlegst sofort das Vorurteil, Handwerker seien unpünktlich, und du startest erfolgreich in deinen Auftrag.
# Wenn es nicht so glatt läuft und dein Kunde etwas warten muss, zeigst du ihm mit deinem verbindlich-verlässlichen Anruf, dass du seine Situation verstehst und auf ihn eingehst. Damit vermeidest du Ärger und Stress gleich zu Auftragsbeginn und stimmst deinen Kunden positiv.
# Durch deine vorausschauende Art entspannst du auch deine Stresssituation im Auto, fährst sicherer und kommst ruhig beim Kunden an.
LIFEHACKS FÜR DEN CHEF
Wenn du deine Mitarbeiter in puncto Pünktlichkeit unterstützen möchtest, dann:
# Legt zusammen mit einer realistischen Tourenplanung die Basis für mögliches Pünktlichsein.
# Trefft euch schon früh zu einem gemeinsamen Kaffee oder ersten Frühstück zu einer Besprechung.
# Beginnt mit Ruhe, einigen persönlichen Worten und einem kurzen Austausch zum Auftragsgeschehen euren Tag.
# Statte deine Leute mit Handy sowie die Autos mit Freisprechanlagen und gutem Navi aus.
LIFEHACK ERSTER EINDRUCK
Du möchtest gleich von Anfang an dafür sorgen, dass dein Kunde dich in seinem persönlichen Umfeld willkommen heißt und du frei und locker arbeiten kannst?
Bevor es überhaupt losgeht und du beim Kunden an der Tür klingelst, hat dein Kunde sich schon einen ersten Eindruck von dir gemacht. Durch das Fenster hat er dich mit deinem Firmenfahrzeug vorfahren und parken gesehen und wie du nun in deinem Berufsoutfit auf das Haus zugehst. Mit diesem LifeHack erfährst du, wie du ganz bewusst dafür sorgst, dass dir dein Kunde die Haustüre gerne und in froher Erwartung aufmacht.
Kunden haben das Bedürfnis – gerade, wenn sie den Handwerker noch nicht kennen –, sich ein Bild von dir zu machen, bevor sie dir die Türe öffnen. Mit einem Blick aus dem Fenster oder aus dem Türspion will sich dein Kunde schon mal die Sicherheit verschaffen, dass du „o.k.“ bist und keine Gefahr besteht, wenn er dich in seine Privatzone (Haus, Wohnung, Büro …) lässt. Wichtig für dich zu wissen ist, dass sich dieser erste Eindruck auf seine Haltung und sein Verhalten zu dir unbewusst auswirkt. Im Folgenden erfährst du, wie du welche ersten Vertrauenssignale zu deinem Vorteil nutzt.

FIRMENFAHRZEUG UND PARKEN
Dein Fahrzeug ist nicht nur ein x-beliebiges Transportmittel, dem keine Beachtung zukommt. Vielmehr sagt es einiges über dich und deine Firma aus! Der Firmenwagen ist deine „fahrende Visitenkarte“ und auch indirektes Aushängeschild deiner Arbeitsqualität. Deine Kunden schließen immer vom wahrnehmbaren Detail aufs Ganze. „Wie dein Auto, so du und deine Arbeitsqualität.“ Wenn du das berücksichtigst, ist nachvollziehbar, dass dein Fahrzeug möglichst sauber, aufgeräumt, innen gut organisiert und in technisch einwandfreiem Zustand ist. Eine Werbebeschriftung oder ein markanter Aufkleber mit dem Firmenlogo lassen den Kunden schon von Weitem erkennen, wer da auf sein Grundstück kommt. Selbstverständlich erwartet kein Kunde von einem Monteurfahrzeug, dass es aussieht, als käme es frisch poliert vom Autohändler. Aber total verdreckte Autoscheiben, herumliegende Zigarettenkippen, leere Flaschen und lose Zeitungen auf dem Boden, den Sitzen und in der Frontablage verleiten manchen Kunden dazu, negative Rückschlüsse auf deine Arbeitsqualität und deinen Charakter zu ziehen. Das ordentliche Erscheinungsbild des Fahrzeugs vermittelt dem Kunden Sicherheit und Zuverlässigkeit. Dein Kunde vermutet, dass du mit seiner Wohnung und seinem Eigentum genauso umgehst wie mit dem Fahrzeug, das du täglich nutzt. Parke dein Fahrzeug nur auf öffentlichem Grund oder nach Rücksprache mit dem Kunden auf seinem Grundstück, achte beim Parken auch auf Grünflächen, Gartenbereiche und Blumenbeete.

Wenn du bewusst Vertrauenssignale von Anfang an setzen willst, dann achte darauf:
# Plane einmal in der Woche einen festen Waschtag für dein Fahrzeuge ein. Im Winter natürlich auch gerne öfter. Säubere dein Fahrzeug auch von innen.
# Halte Frontablage, Fußraum etc. sauber und frei. Halte immer Abfalltüten im Fahrzeug bereit, in die du Kaffeebecher, Brotzeitpapier oder andere Reste sauber wegpacken kannst.
# Biete deinem Kunden bei offener Heckklappe einen Einblick in dein übersichtlich und gut organisiertes Fahrzeug.
# Falls du einmal kurzfristig auf einem fremden Parkplatz stehen musst oder zum Ausladen eine Garage blockierst, lege ein Informationsschild hinter die Windschutzscheibe deines Fahrzeugs.
„Entschuldigen Sie bitte die Störung. Wir sind bei einer Montage in der Burgfriedenstraße 16. Wir sind in wenigen Minuten wieder weg. Sie erreichen uns mobil unter Telefon …“
DAS HAST DU DAVON …
# Ein sauberes und funktional eingerichtetes Fahrzeug dient dir als fahrende Visitenkarte und gibt dir selbst Sicherheit und ein gutes Gefühl von Ordnung und Kontrolle.
# Mit einem defensiven und umsichtigen Fahrstil demonstrierst du Rücksicht und Umsicht, die als deine Werte auch in der täglichen Arbeit sichtbar werden.
LIFEHACKS FÜR DEN CHEF
Wenn du deine Mitarbeiter in puncto Fahrzeug unterstützen möchtest, dann:
# Lass dein Fahrzeug als attraktiven Werbeträger für deinen Betrieb gestalten.
# Ersetze Beschriftungen und Lackierungen, wenn sie beschädigt oder vergilbt sind.
# Achte darauf, dass eure Fahrzeuge in technisch einwandfreiem Zustand sind.
# Vereinbare für Firmenfahrzeuge feste, verbindliche Wasch- und Pflegetermine mit deinem Team.
# Lass die Fahrzeuginneneinrichtung mit Ordnungssystemen wie Systainer, Würth System etc. auf eure Bedürfnisse hin optimieren.
ARBEITSKLEIDUNG
Kunden schließen vom Äußeren des Handwerkers auf die Qualität seiner Leistung. Die Erwartungen des Kunden an das äußere Erscheinungsbild eines Handwerkers sind genau definiert: funktional, sauber und ordentlich, sicher, zur Firma gehörend erkennbar, mit dem Namen des Handwerkers gekennzeichnet. Die Kleidung ist für den Kunden ein Spiegel der Arbeitsweise des Handwerkers. Abweichungen im Kleidungsstil werden oft mit Skepsis und Ablehnung registriert!

Trag also nur saubere Arbeitskleidung, wenn möglich im gleichen Design mit deinen Kollegen. Geflickte und übermäßig abgetragene Arbeitskleidung vermittelt beim Kunden einen schlechten Eindruck und lässt ihn glauben, dass du auch in der Arbeit nachlässig bist.
Wenn ihr Team-Berufskleidung mit gut sichtbarem Firmenlogo tragt, kann euer Kunde die einzelnen Handwerker leicht den betreffenden Firmen zuordnen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn sich z. B. in einem großen Gebäudekomplex oder bei einem Einzug mehrere Firmen gleichzeitig bei der Arbeit befinden.
Privat anmutende Kleidung (Lederbekleidung, Jogginghose, Hippie-Look etc.) kann dir als Provokation ausgelegt werden und die Qualität deiner Arbeit aus Kundensicht herabsetzen. Das Fehlen von funktioneller Kleidung könnte ein Signal an den Kunden sein, dass du die Anpassung an diese Norm nicht nötig hast. Der Kunde wird vielleicht verunsichert oder fühlt sich missachtet. Dies kann zur totalen Ablehnung seitens deines Kunden führen – egal, wie perfekt du deine Arbeit machst.
DAS HAST DU DAVON …
# Deine Zugehörigkeit zum Unternehmen wird erkennbar. Du bist für das Unternehmen ein wichtiger Mitarbeiter. Das Unternehmen legt besonderen Wert auf deinen gepflegten Auftritt und hat in dich und dein Erscheinungsbild beim Kunden investiert.
# Durch meinen einheitlichen, sauberen Auftritt gewinnt der Kunde Vertrauen in deine Person und schließt daraus, dass sein Auftrag sauber ausgeführt wird.
# Durch das Namensschild oder Stickabzeichen auf der Arbeitskleidung kann dich dein Kunde jederzeit namentlich ansprechen. Dies vermeidet Unsicherheiten und erleichtert die Kommunikation erheblich.
# Funktionelle Arbeitskleidung mit sichtbarem Firmenlogo weist dich in den Augen deines Kunden von vornherein als Profi aus und gibt dir einen Vertrauensvorschuss.
LIFEHACKS FÜR DEN CHEF
Wenn du deine Mitarbeiter in puncto Arbeitskleidung unterstützen möchtest, dann:
# Such nach Angeboten von Berufskleidungsherstellern (zum Teil inklusive regelmäßiger Reinigung) und schau sie dir mit den Mitarbeitern an. Lass die einzelnen Bekleidungsmodelle von deinen Mitarbeitern auswählen, gib ihnen ein Mitspracherecht. Bestell Kleidung für deine Leute, die sie wirklich gerne tragen, die ihnen gefällt und die optimal funktional sind. In manchen Firmen können sich die Mitarbeiter auch selbst nach ihrem Bedarf aus einer bestimmten Auswahl Kleidung ordern.
# Lass eure Berufskleidung mit deinem Firmenlogo und Namensaufnäher personalisieren, z. B. Hosen, Softshell-Jacken, T-Shirts, Westen, Kappen …
PERSÖNLICHES ERSCHEINUNGSBILD
Ganz automatisch schließt dein Kunde von deinem Äußeren auf die Qualität deiner Leistung, vor allem, wenn er mit dir noch keine (guten) Erfahrungen gemacht hat. Die Wahrnehmungsfelder des Kunden sind seine Sinne. Der erste Eindruck beim Kunden entscheidet in Sekundenbruchteilen über Akzeptanz oder Ablehnung. Strenger Körpergeruch (Schweiß, Knoblauch, Mundgeruch) kann ebenso wie z. B. fettige Haare, ungepflegte Zähne etc. bei Kunden Anstoß erregen. Unter anderem entscheidet dein Körpergeruch, ob dein Kunde dich „riechen“ kann.

Eine aufmerksame Körperpflege spiegelt aus Sicht deines Kunden deine innere Einstellung und die wahre Qualität deiner Firma wider. Achte also auf eine gepflegte Frisur, den Bartschnitt und kurze, saubere Fingernägel.
Nimm dir für den langen Tag Wechsel-T-Shirts, Atemgold oder Zahnputz-Kaugummi, ein Deodorant und abgepackte Feuttücher mit. So kannst du dich zwischendurch frisch machen, dir die Hände reinigen und fühlst dich selbstsicherer und besser.
DAS HAST DU DAVON …
# Durch ein frisches Äußeres vermittelst du deinem Kunden ein gutes Gefühl und fühlst dich selbst angenehmer und sicherer.
# Du erfährst sofort mehr Akzeptanz und hast einen guten Start.
LIFEHACKS FÜR DEN CHEF
Wenn du deine Mitarbeiter bei einem optimalen ersten Eindruck unterstützen möchtest, dann:
# Besorg für Mitarbeiter Feuchttücher zum Saubermachen der Hände.
# Entwickelt ein Set zum Sich-frisch-Machen für unterwegs (Deo, Einmalwaschtuch, Desinfektions-Lotion, ausreichend Wechselkleidung, zweites Paar Arbeitsschuhe) und stell es jedem zur Verfügung.
LIFEHACK SPRACHE, DIE VERTRAUEN AUFBAUT
Du möchtest wissen, wie du deinen Kunden mit der richtigen Wortwahl führen kannst und so für Vertrauen und gutes Klima sorgst?
Eine neue Küche eingebaut zu bekommen ist für den Kunden eine Ausnahmesituation, oft verbunden mit Befürchtungen, Nervosität und Anspannung. Für dich als handwerklicher Profi ist dieser Einbau Routine und Alltag. Du bist wach und konzentiert, aber sicher nicht emotional im Ausnahmezustand. Wir wissen also, dass du und dein Kunde die Auftragssituation aus einem anderen Blickwinkel erlebt. Für dich ist das Wort „Baustelle“ neutral, für den Kunden ist es mit „Dreck, Lärm, Chaos, Stress“ verbunden. Mit diesem LifeHack erfährst du, wie du Tabuwörter, Reizwörter und Killerphrasen und Weichmacher schlau umgehen und so deinen Kunden entspannen kannst. Gerade in kniffligen Situationen hilfft dir das ungemein!
1. Tabu- und Reizwörter sind Worte und Begriffe, die du in Kundengesprächen am besten nie verwendest. Sie wirken auf den Kunden destruktiv und bringen dich nicht weiter.
| Der Handwerker sagt: | Der Kunde hört/versteht: | |
| Baustelle | → | Dreck, Staub, Lärm, Ärger |
| Problem, problematisch | → | Stress, Schwierigkeiten, Enttäuschung, Geldverlust |
| schwierig | → | Inkompetenz |
| Dreck | → | Riesensauerei, muss ich selber dann sauber machen |
| Lärm | → | Stress pur, bekomme zusätzlich noch Ärger mit Nachbarn |
| kaputt | → | Schaden, auf dem ich sitzen bleibe, Geldverlust |
| unmöglich | → | da macht sich einer keine Mühe |
Nachfolgend findest du Umformulierungen und Alternativen, die positiv wirken und beim Kunden automatisch für gute Stimmung sorgen.
| Baustelle | → | Montageort, Arbeitsplatz, Auftragsort, Bad, Küche … |
| Problem | → | Aufgabe, Situation, Herausforderung |
| schwierig | → | herausfordernd, knifflig, sportlich, nur was für Könner |
| Dreck wegmachen | → | sauber machen |
Wenn es wirklich eine Baustelle (noch unbewohnter Ort) ist, kannst du das Wort „Baustelle“ dafür verwenden. Ansonsten nenn einfach deinen Auftragsort konkret: „Wo dürfen wir heute Ihr neues Bad einbauen?“, „Wo kommt die tolle neue Küche hin?“ statt „Wo ist hier die Baustelle?“.
Das Wort „Problem“ wird gerne verwendet, zum Beispiel wenn Handwerker unvorbereitet auf eine Sondersituation stoßen. Wenn du dann sagst: „Oh, Herr Meier, da haben wir jetzt ein Problem!“, kann dein Kunde nicht einordnen, ob das nun ein unüberwindliches oder kleines, lösbares Problem ist. Das kannst als Fachmann und Profi nur du einschätzen. Und er denkt sich: „Oje, wenn das für dich als Profi schon ein Problem ist, dann sieht es jetzt wirklich übel aus.“ Er macht sich größte Sorgen, ist verunsichert und auch enttäuscht. Deshalb solltest du diese Formulierung komplett meiden.
2. Extra Reizworte sind „müssen“, „aber“ und „trotzdem“, die immer für Ablehnung, Protest und Widerwillen beim Kunden sorgen. Also lass sie bitte weg!
| Der Handwerker sagt: | Der Kunde denkt sich: | |
| „Sie müssen hier unterschreiben.“ | → | Ich muss hier gar nichts! Nur sterben! |
| „Ja, aber …“ | → | Immer muss der das letzte Wort haben! |
| „Ja, schon, trotzdem …“ | → | Was für ein Rechthaber! |
Viel mehr erreichst du damit:
„Hier hätte ich noch gerne ein Autogramm von Ihnen.“
„Ja, das stimmt. Und ein anderer Aspekt ist … Meiner Meinung nach … Aus technischer Sicht …“
„Ja, richtig. Dazu kommt noch, dass …“
„Ich verstehe, was Sie meinen. Ich empfehle Ihnen aus meiner Erfahrung hier …“
3. Weichmacher
Wenn du im Konjunktiv sprichst (würde, könnte, dürfte, sollte …), wirkt das auf deinen Kunden inkompetent, unverbindlich und beunruhigend. Auch die Füllwörter „vielleicht, gegebenenfalls, möglicherweise …“ machen deine Aussagen schwach und sorgen für Fragezeichen beim Kunden.
| Der Handwerker sagt: | Der Kunde denkt sich: | |
| „Ich würde dann morgen wiederkommen“ | → | Kommt er jetzt wirklich? |
| „Das könnte man vielleicht so machen.“ | → | Und was hindert ihn dran? Ist er selbst nicht sicher? |
| „Das dürfte klappen …“ | → | Heißt das, er hat selber keinen Plan? |
Lass also diese Weichmacher komplett weg und gewöhne dir eine konstruktive Sprechweise an:
„Ich komme morgen wieder, passt 15.00 Uhr für Sie?“
„Ich habe mich noch mal genau erkundigt und schlage vor, das wie folgt zu lösen.“
„Nach meiner Recherche haben wir mit dem Vorgehen gute Chancen.“
4. Kunden richtig abholen
Wenn der Kunde ein Anliegen oder einen Einwand hat, sind verbindliche Satzanfänge, mit denen du den Kunden gut „abholen“ kannst, folgende:
„Ich verstehe Sie … Ich kann Sie gut verstehen …“
„Gut, dass Sie das ansprechen …“
„Aus meiner Erfahrung …“
„Aus meiner Sicht …“
„Habe ich Sie richtig verstanden?“ (und dann wiederhole, was dein Kunde gesagt hat)
Wichtig ist hier, das Wort „aber“ im Anschluss nicht zu benutzen.
„Ich verstehe Sie, aber das ist trotzdem …“ Damit wertest du dein Verstehen wieder ab, wirkst rechthaberisch, und dein Kunde bleibt im Widerstand.
„Ich verstehe Sie. (Punkt! Pause machen!) Um Ihr Anliegen zu lösen, schlage ich vor, wir machen das so …“
Damit fühlt sich der Kunde in seiner Sicht der Dinge angenommen und ist umso offener für deinen Vorschlag.
5. Zurechtweisungen, Kritik, Bevormundungen
Gerade wenn es einmal hoch hergeht und dein Kunde dir wirklich den letzten Nerv raubt, vermeidest du zu deinem Vorteil diese Satzarten:
„Da irren Sie sich …“
„Wie ich Ihnen gerade ausführlich erklärt habe …“
„Wenn Sie mal ehrlich sind …“
„Jeder vernünftige Mensch weiß doch …“
„Nun passen Sie mal auf …“
Diese „Du-doof“-Botschaften und der Versuch, sich über den Kunden zu stellen, gehen zuverlässig nach hinten los und lassen die sowieso schon angespannte Situation zu deinen Ungunsten eskalieren.
Hier noch eine Sammlung von „K.o.-Botschaften“ im Kundengespräch und wie du sie elegant verwandelst:
| Das machen wir immer schon so … | → | Das hat sich gut bewährt … |
| Hallo Sie! | → | Herr Meier, Frau Meier, ich habe eine Frage … |
| Rufen Sie morgen in der Firma noch mal an, vielleicht wissen die das … | → | Ich veranlasse, dass Sie zuverlässig zurückgerufen werden … |
| Da haben Sie mich falsch standen … | → | Ich habe mich wohl unklar verausgedrückt … |
| Das weiß ich nicht … | → | Ich kläre das für Sie, mache mich schlau … |
| Das kann ich nicht … | → | Ich möchte Ihnen sehr gerne helfen. Ich hole mir Unterstützung … |
| Das dürfen Sie so nicht sehen … | → | Ja, ich verstehe Sie. Aus fachlicher Sicht … |
| Das ist nicht mein Gebiet, meine Sache … | → | Ich informiere mich dazu bei meinem Kollegen |
| Keine Ahnung, das sehe ich auch zum ersten Mal … | → | Ich schaue nach und melde mich dann bei Ihnen |
| Das dürfen Sie so nicht sehen … | → | Meine Meinung dazu ist … |
| Haben Sie mich verstanden? | → | Welche Fragen haben Sie noch? Haben Sie noch Fragen? |
6. Negativ-Formulierungen gekonnt ersetzen
Hinzu kommt noch, dass unsere Sprache leider sehr negativ-lastig ist. Wir benutzen viele Botschaften in der negativen Umschreibung. Das Gehirn kann aber eine negative Botschaft nicht richtig bildhaft umsetzen und sich merken:
Vermeide also unbedingt folgende Formulierungen:
„Nein, Herr Meier, das ist kein Problem!“
„Das ist ja nicht so schlimm!“
„Keine Angst, Frau Schmidt, wir machen keinen Dreck bei der Montage.“
„Wir machen den Dreck wieder weg.“
„Es wird kaum Staub anfallen.“
Zum einen gehören die Wörter „Problem“, „Dreck“ und „Staub“ zu den Tabuwörtern, zum anderen können diese negativen Formulierungen wie „kein“ und „nicht“ vom Gehirn nur schwer verarbeitet werden. Wir tun uns sehr schwer, an „keinen Dreck“ zu denken, sondern nur an ein positives Bild wie „saubere, strahlende Fläche“.
Mach den Selbstversuch: Versuche, jetzt NICHT an einen rosa Elefanten zu denken. Was ist unweigerlich vor deinem geistigen Auge erschienen? Genau! Ein rosa Elefant!
Wenn wir „keinen Dreck“ hören, entsteht also im Gehirn „Dreck“. Die von uns gewünschte Botschaft „kein Dreck“ kommt also nicht an, dafür aber das Bild, das wir vermeiden wollten, nämlich „Dreck“. Gerade bei sehr vorsichtigen und eher misstrauischen Menschen, die jedes Wort auf die Goldwaage legen, lösen diese Worte Irritationen aus, und ihr „Alarmsystem“ springt an.
Deshalb ist es unabdingbar, positive Formulierungen im Kontakt mit Kunden zu verwenden, um die „richtigen“ Bilder im Kopf des Kunden entstehen zu lassen, die ihm Vertrauen, Sicherheit, Orientierung und Überblick verschaffen.
Wandle deine Aussagen also kraftvoll positiv um:
„Herr Meier, dafür finden wir eine Lösung.“
„Das werden wir schnell wieder beheben.“
„Wir verlegen diese Vliese im ganzen Haus, dadurch bleiben Ihre Böden sauber.“
„Seien Sie ganz beruhigt, Frau Schmidt, nach der Montage ist alles wieder sauber und an seinem Platz! Wir haben einen eigenen Staubsauger dabei.“
„Wir benutzen eine Spezialsäge mit einer zuverlässigen Staub-Absaugung.“
7. Zauberwörter, die das Herz deines Kunden öffnen
Die einfachsten Zauberwörter sind „Danke“ und „Bitte“ und der Name des Kunden, wenn du ihn ansprichst. Mit Wörtern und Sätzen der Übereinstimmung wie „richtig“, „interessant“, „genau“, „Da haben Sie recht“, „Das sehen Sie genau richtig“, „Da bin ich Ihrer Meinung“, „Ich verstehe Sie da sehr gut“, „Das ist absolut verständlich“, „Das würde mir genauso gehen …“ baust du eine Brücke zum Kunden. Ihr kommt euch gegenseitig entgegen, und im Anschluss kannst du mit deinem Kunden eine gute Lösung finden.
8. Wie du deinen Kunden mit Fragen führst
Wenn du zu wenig fragst, kann es sein, dass du deinen Kunden missverstehst oder ihr aneinander vorbeiredet. Durch Nachfragen erhältst du wertvolle Informationen und zeigst dein ernsthaftes Interesse an ihm. Dass du zuhörst, ohne ihn zu unterbrechen, empfindet der Kunde als wertschätzend und wohltuend. Wenn dein Kunde antwortet, hast du Zeit zum Nachdenken. Durch dein gewonnenes Wissen kannst du deinen Kunden besser einschätzen und deine Lösung oder Antwort gezielter platzieren.
LIFEHACKS KOMPAKT FÜR DICH
Wenn du deinen Kunden mit bewusster Sprache führen möchtest, dann:
# Lass Reizworte, Killerphrasen, Weichmacher und „Du-doof“-Botschaften konsequent weg.
# Sei dir der Haltung bewusst, die du mit jedem Satz deinem Kunden vermittelst, und sprich wertschätzend, aber auch klar und aus deiner Kompetenz selbstbewusst.
# Lass Empathie und Verständnis hörbar werden.
# Vermeide konsequent negative, schwache Formulierungen, sprich in einer starken, bildhaften Weise.
# Zeig Interesse, frag nach, führe durch Fragen.
DAS HAST DU DAVON …
# Durch deine bewusst eingesetzte Sprache nimmst du den Kunden an der Hand und führst in deinem Sinne durch den Auftrag. Er fühlt sich gehört, verstanden und schätzt dich als Experten.
# Unangenehme, normalerweise stressige Situationen mit Kunden (Reklamation, Fehler, Schadensfälle) kannst du so von vornherein entspannen und die Energie, gute Laune und das Wohlbefinden aller Beteiligten erhalten.
LIFEHACKS FÜR DEN CHEF
Wenn du deine Mitarbeiter in puncto Sprache unterstützen möchtest, dann:
# Geh mit gutem Beispiel voran. Achte auf deinen eigenen Umgangston. Schaff mit deinem Team durch die wertschätzende Sprache eine Basis dafür, dass deine Leute dies auch nach außen leben können.
# Findet einen gemeinsamen Spirit und „Sound“ eures Unternehmens, der auf allen Kommunikationskanälen erlebbar ist.
LIFEHACK BEGRÜSSUNG
Du möchtest gleich von Anfang an eine gute Basis für die Kundenbeziehung legen und sofort Vertrauen erzeugen?
Schon bei unseren Vorfahren zu Zeiten des Säbelzahntigers war die richtige Einschätzung in „Freund oder Feind“ überlebenswichtig. Auch heute nehmen wir jemanden wahr und fällen unbewusst in Bruchteilen von Sekunden ein erstes Urteil über diese Person. Auch wenn dieser erste Eindruck nicht immer der Wahrheit standhält, ist er dennoch prägend. Deshalb ist es für deinen ganzen nachfolgenden Arbeitsverlauf entscheidend, wie du im ersten persönlichen Kontakt auf deinen Kunden wirkst. Gerade zu Beginn einer Auftragssituation sind manche Kunden angespannt oder nervös. Wenn du hier von Anfang an gekonnt Vertrauenssignale setzt, profitierst du den ganzen Tag davon. So legst du den Grundstein für einen entspannten Arbeitstag.
Du stehst also bestens vorbereitet vor der Haustür des Kunden. Klingle moderat und warte. Lass, wenn nicht gleich jemand öffnet, vor dem zweiten Versuch ca. 10 Sekunden verstreichen. Vielleicht ist dein Kunde gerade beschäftigt und kann nicht sofort öffnen. Durch zu stürmisches Klingeln könnte er sich unter Druck gesetzt fühlen.

Nimm zur Begrüßung nur wenig wie Lieferscheine, Auftragsmappe mit Visitenkarte, Überschuhe etc. mit. Schweres Gerät, Werkzeug oder Lieferteile bleiben zuerst noch im Wagen. Bleib im angenehmen Abstand vor der Haus- oder Wohnungstüre stehen. Die sogenannte „öffentliche Distanzzone“ beträgt 1,20 Meter. In Zeiten von Corona ist diese Zone noch größer geworden (1,5 bis 2 Meter). Wenn (noch) Maskenpflicht besteht, zieh dennoch beim ersten persönlichen Kontakt die Maske nicht an, sodass dein Kunde dein Gesicht sehen kann. Atme tief durch und stimm dich auf einen erfolgreichen und angenehmen Tag beim Kunden ein. Eine offene Körpersprache, eine freundliche, entspannte Mimik und ein selbstbewusster Blickkontakt signalisieren dem Kunden, dass du vertrauenswürdig bist.

Jeder Mensch empfindet es als wertschätzend, wenn er mit seinem Namen angesprochen wird. Die korrekte Aussprache des Kundennamens sollte dir bekannt sein, und mögliche Titel (wie Doktor, Professor) sollten auf dem Lieferschein für dich ersichtlich sein. So begrüßt, fühlt sich der Kunde gleich von Anfang an aufgewertet.
„Guten Morgen, Herr Meier. Ich bin Martin Tannheimer von der Schreinerei Schneider. Ich bin hier wegen Ihres neuen Schreibtisches. Hier ist meine Visitenkarte.“

Wenn du dich mit deinem Vornamen und Nachnamen vorstellst, vermittelst du dem Kunden Vertrauen und das Gefühl, dich schon etwas zu kennen. Mit der vollständigen Namensnennung kann sich dein Kunde deinen Namen besser einprägen, und dein Nachname wird verständlicher. Das wertet dich auf und erhöht automatisch deine Akzeptanz beim Kunden.

Du kannst dabei auch deinen Kollegen mit vorstellen.
„Guten Morgen, Frau Müller. Mein Name ist Martin Schmidt von der Schreinerei Schneider. Hier ist mein Kollegen Kevin Kraus. Wir kommen wegen Ihrer neuen Küche.“ Um mögliche Bedenken des Kunden gleich zu zerstreuen, sprich das Thema „Maske“ und „Hygieneregeln“ gleich von vornherein an.
„Wir tragen, wenn wir jetzt in Ihr Haus gehen, natürlich Masken und werden auch die Abstandsregeln genau einhalten!“

Wenn Du vorab schon einmal mit dem Kunden telefoniert hast, kannst du dich natürlich auch darauf beziehen. „Guten Morgen, Frau Müller. Mein Name ist Martin Schmidt von der Schreinerei Schneider. Sie kennen mich ja von unserem Telefonat. Ich freue mich, dass es jetzt losgehen kann!“

In der Begrüßung kann natürlich auch eine Aufwertung für das Team enthalten sein. „Guten Morgen, Frau Müller. Ich bin Martin Schneider, Firma Schneider. Hier ist das Team, das heute bei Ihnen arbeiten wird. Ich möchte Ihnen zuerst Tobias Meister vorstellen. Er wird die Anschlüsse für Ihre Küche legen. Und dann möchte ich Sie noch mit Andreas Holzer bekannt machen. Andreas ist jetzt schon 20 Jahre bei uns. Er wird dafür sorgen, dass bei Ihrer Küche alles bis auf den letzten Millimeter passt. Die beiden werden alles dafür tun, dass Sie begeistert sind.“
Die eigene Visitenkarte ist ein sehr wirkungsvolles Tool. Dein Kunde kann sich so deinen Namen besser einprägen. Die Karte signalisiert ihm aber auch, dass du mit deinem Namen zu deiner Arbeit stehst und Verantwortung dafür übernimmst. Somit wertet dich deine Karte auf und gibt deinem Kunden Sicherheit. Du kannst deinem Kunden die Karte auch zu einem späteren Zeitpunkt noch geben, wenn es in den Ablauf besser passt. Nutze den positiven Überraschungseffekt mit der Visitenkarte, da heutzutage noch nicht alle Handwerker eigene Visitenkarten überreichen. Wenn du keine eigene Visitenkarte hast, weise auf dein Namensschild oder Stickabzeichen auf der Arbeitskleidung hin.

Das Händeschütteln ist bei der Begrüßung eine Möglichkeit, verbindlich und nah zu wirken. Manche Kunden möchten jedoch bei für sie noch unbekannten Handwerkern zuerst keine solche Nähe. Je nach Situation und Kundentyp kannst du selbst entscheiden. Als männlicher Handwerker wartest du bei einer Kundin, bis sie dir die Hand entgegenstreckt. Bei einem männlichen Kunden kannst du auch einmal die Initiative ergreifen. Drück die Hand deines Kunden normal kräftig, nicht zu kurz und nicht zu lang, ideal ist dreimal schütteln. Halte deine Hand dabei gerade und versuch nicht, die „Oberhand“ zu bekommen, das würde als dominant und also negativ empfunden werden.

Bevor dich der Kunde nun ins Haus oder die Wohnung bittet, zieh deine mitgebrachten rutschfesten Überschuhe an. Das sorgt für eine positive Verblüffung beim Kunden, und du gehst auf Nummer sicher, wenn du auf Parkett oder hellen Teppichböden die Erstbegehung machst. Solange Maskenpflicht besteht, ziehst du vor Eintritt in die Kundenräume deine (frische) Maske über. Dein Kunde geht immer voraus. So wird er dich mit einem guten Gefühl in seine vier Wände lassen.
LIFEHACKS KOMPAKT FÜR DICH
Wenn du eine perfekte Begrüßung durchführen möchtest, dann:
# Bereite dich gut vor, präge dir den Kundennamen ein.
# Klingle moderat, lass dem Kunden Zeit zum Öffnen.
# Wahre eine angenehme Distanzzone zum Kunden (1,50 m üblich, auch mehr!).
# Begrüß deinen Kunden mit seinem Namen, korrekt ausgesprochen.
# Setze einen Händedruck je nach Situation ein, reagiere auf Kundensignale zum Händeschütteln.
# Stell dich mit Firmennamen und deinem Vor- und Nachnamen vor, nenn den Grund deines Kommens.
# Stell deinen Kollegen und sein Aufgabengebiet vor.
# Überreich dem Kunden deine Visitenkarte, lass ihm Zeit, sie anzusehen, ggf. deinen Namen zu wiederholen.
# Zieh dir anschließend vor der Tür für die Erstbegehung Überschuhe an.
# Zieh eine frische Maske über (wenn es die Hygieneregeln erfordern).
DAS HAST DU DAVON …
# Mögliche Bedenken, Vorbehalte oder Befürchtungen deines Kunden werden gleich zu Beginn zerstreut.
# Dein Kunde nimmt dich als Menschen und Fachkraft wahr und fasst Vertrauen zu dir.
# Dein Kunde entspannt sich, und du bist ihm willkommen.
# Für alles Weitere hast du eine optimale Basis gelegt, dein Tag wird wesentlich angenehmer und entspannter.
LIFEHACKS FÜR DEN CHEF
Wenn du deine Mitarbeiter bei der Begrüßung unterstützen möchtest, dann:
# Statte deine Mitarbeiter im Vorfeld der Auftragsdurchführung mit allen wichtigen Informationen zum Kunden aus, am besten in einem CRM-System digital für alle einsehbar.
# Mach deine Mitarbeiter über die Webseite, Social-Media-Kanäle und auch kurze Team-Vorstellungsvideos im Vorfeld deinem Kunden schon bekannt. So baust du beim Kunden mögliche Vorbehalte und Fremdheitsgefühle ab und drückst deinem Team gegenüber Wertschätzung aus.
# Sorg für saubere, ordentliche Mappen für Auftragsunterlagen oder Laptop und funktionale Überschuhe.
# Lass für deine Mitarbeiter eigene Visitenkarten und Namensstickabzeichen auf die Arbeitskleidung anfertigen. Frag deinen Mitarbeiter im Vorfeld, welchen Namenszusatz er auf der Visitenkarte haben möchte (Monteur, Obermonteur, Servicetechniker, Meister etc. Dies erhöht seine Akzeptanz für die Karte).
# Statte die Visitenkarte mit einem Zusatznutzen aus, zum Beispiel mit einer 24-Stunden-Notrufnummer oder Kundendienstnummer.

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