Kitabı oxu: «Wandern in München»
Touren für Entdecker
Wandern
in München
40 Touren durch Parks, am Wasser und zu kulturellen Highlights
Exklusiv für Sie als Leser:
MIT GPS-DATEN ZUM DOWNLOAD
unter: gps.bruckmann.de

Inhalt
Tourenüberblick
Statt eines Vorworts – warum dieses Buch?
Wandern in München
Zentrum
1Vom Aumeister zum Marienplatz
Durch den schönsten Park der Welt
2Durch den Englischen Garten
Ausgedehnte Tageswanderung durch Münchens grüne Oase
3Im Nymphenburger Schlosspark
Besuch der Sommerresidenz der Wittelsbacher
4Von Pasing zum Olympiapark
Entlang des Nymphenburger Kanals
5Vom Luitpoldpark zum Aumeister
Am Nymphenburg-Biedersteiner Kanal
6Über die Theresienwiese zum Westpark
Von der Wiesn zum ehemaligen IGA-Gelände
7Luitpoldpark und Olympiapark
Über die Münchner Schuttberge
8Isar 1: Von Großhesselohe nach Fröttmaning
Die große Tour entlang der Lebensader Münchens
9Isar 2: Die Hochleite
Am östlichen Hochufer der Isar
10Von Pasing zum Westfriedhof
Durch die Grünzüge im Münchner Westen
11Von Harlaching zum Harras
Grünes fürs Auge im Münchner Süden
Die Zukunft Münchens als Wanderrevier
Norden
12Vom Luitpoldpark zum Harthof
Auf den Spuren der Trambahnlinien 8 und 3
13Die Seenplatte im Münchner Norden
Wander- und Badevergnügen
14Von Fröttmaning nach Feldmoching
Auf dem ehemaligen Gfild
15Von Karlsfeld zum Schloss Schleißheim
Am Würmkanal zwischen Moos und Gfild
16Von Schloss Schleißheim nach Fröttmaning
Die barocken Kanäle Max Emanuels
17Durch das Schwarzhölzl
Entdeckungen im alten Dachauer Moos
18Vom Olympiagelände zum Schloss Schleißheim
Vorbei an zwei alten Flugplätzen
19Von der Panzerwiese nach Oberschleißheim
Besinnliche Heide- und Waldwanderung
Natur- und Landschaftsräume in und um München
Nordwesten und Westen
20Von Nymphenburg nach Karlsfeld
Durch die Lohwälder im Nordwesten
21Von Harthaus nach Lochhausen
Entlang der Westumfahrung zu einem Burgstall
22Von Langwied nach Karlsfeld
Auf der alten Reichsbahntrasse
23Von Lochhausen nach Karlsfeld
Badeausflug zu den Langwieder Seen
24Entlang der Würm von Lochham nach Karlsfeld
Am Ufer der kleinen Schwester der Isar
Südwesten
25Von Pasing zum Klinikum Großhadern
Entlang der Würm durch einen alten Bannwald
26Durch den Lochhamer Schlag nach Großhadern
Wo mitten in der Stadt die Rehe äsen
27Vom Südpark nach Großhadern
Entdeckungen im und um den Waldfriedhof
28Von Freiham nach Maria Eich
Klassisches Pilgerziel der Münchner
Die Münchner Schotterebene
Süden
29Am Rand des Forstenrieder Parks
Zwischen Wald und Großstadt
30Durch den Forstenrieder Park nach Baierbrunn
Zu Besuch bei Rot- und Schwarzwild
31Die Grünwalder Runde
Wo die oiden Rittersleut’ des Isartals hausten
Südosten und Osten
32Am Hachinger Bach
Lange Tour am kleinen Bacherl
33Durch den Perlacher Forst zur Kugler Alm
Bekanntestes Schwammerlrevier der Münchner
34Vom Riemer Park nach Waldperlach
Stadtpark und Forst im Münchner Osten
35Von der Josephsburg nach Waldperlach
Durch den unbekannten Osten der Stadt
36Von Bogenhausen nach Johanneskirchen
Durch die neuen Grünzüge im Münchner Osten
Tiere in und um München
Nordosten
37Die Feldkirchner Tangente
Am alten Bahndamm zwischen Johanneskirchen und Riem
38Von Johanneskirchen nach Ismaning
Wasserspaß im Feringasee
39Am Hüllgraben entlang
Durch das ehemalige Johanneskirchner Moos
Der krönende Abschluss
40Vom Marienplatz nach Großhesselohe
Auf dem Jakobsweg raus aus München
Zugabe
Register
Impressum

1Vom Aumeister zum Marienplatz
15Von Karlsfeld zum Schloss Schleißheim
16Von Schloss Schleißheim nach Fröttmaning

18Vom Olympiagelände zum Schloss Schleißheim

24Entlang der Würm von Lochham nach Karlsfeld
Piktogramme erleichtern den Überblick
| leicht |
| mittel |
| schwierig |
| Gehzeit |
| Höhenunterschied |
| Weglänge |
| Einkehr |
| kinderfreundlich |
| Sehenswürdigkeit |
| wintergeeignet |
| viel Sonne |
| Bademöglichkeit |
Zeichenerklärung zu den Tourenkarten
| Tour |
| Tourenvariante |
| Richtungspfeil |
| Ausgangs-/Endpunkt der Tour |
| Bahnlinie mit Bahnhof |
| S-Bahn |
| Tunnel |
| Seilbahn, Gondelbahn |
| Bushaltestelle |
| Parkmöglichkeit |
| Hafen |
| Autofähre |
| Personenfähre |
| Flugplatz |
| Kirche |
| Kloster |
| Burg/Schloss |
| Ruine |
| Wegkreuz |
| Denkmal |
| Turm |
| Leuchtturm |
| Windpark |
| Windmühle |
| Mühle |
| Hotel, Gasthof, Restaurant |
| Jausenstation |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer/Winter) |
| Schutzhütte, Berggasthof (Sommer) |
| Unterstand |
| Grillplatz |
| Jugendherberge |
| Campingplatz |
| Information |
| Museum |
| Bademöglichkeit |
| Bootsverleih |
| Sehenswürdigkeit |
| Ausgrabung |
| Kinderspielplatz |
| schöne Aussicht |
| Aussichtsturm |
| Wasserfall |
| Randhinweispfeil |
| Maßstabsleiste |
Tourenüberblick




Statt eines Vorworts – warum dieses Buch?
Eigentlich braucht es dieses Buch nicht, jeder kann in München wandern, dazu benötigt man nur einen Stadtplan und die Fähigkeit, diesen auch lesen zu können. Aber München ist groß, und wer kennt schon jedes Eck dieser Millionenstadt? Was dem Moosacher vertraut, ist dem Perlacher völlig unbekannt. Warum aber soll man immer nur dieselben Spaziergänge machen? Deshalb ist dieses Buch vielleicht doch recht nützlich. Es soll Anregungen zum Selbstentdecken geben, ohne »Geheimtipps« anzupreisen, denn das ist dort, wo über zwei Millionen Menschen auf engstem Raum zusammenleben, wohl nur schlecht möglich.
Der Kabelsteg über die Kleine Isar
Kleine Wege ganz groß
Die Kunst, in München zu wandern, besteht in erster Linie darin, zwischen den vielen Grünflächen, Feldern, Parks und Gehölzen möglichst Wege zu finden, die nicht – oder wenigstens nur kurz – durch Häuserschluchten führen. Bei manchen Touren werden Hardliner sich an dem Begriff Wanderungen stören. Doch der Weg ist das Ziel, und auch die längste Weitwanderung führt nicht immer nur durch unberührte Natur. Hier muss man die Stadt München loben, versucht sie doch möglichst viele Grünzüge gemeinsam mit den Bürgern zu erhalten und neue zu verwirklichen, um den Münchnern eine besondere Lebensqualität zu sichern.
Ziel war es, Wanderungen zu finden, die im Stadtgebiet München liegen. Solch klassische Touren folgen dem Verlauf der Isar und der Würm oder auch dem Nymphenburger Kanal. Zum Ausprobieren seien die großen Parks empfohlen, wie Englischer Garten oder Westpark. Man schaue sich nur einmal den Streckenverlauf des Silvesterlaufs im Olympiapark an, zehn Kilometer kommen da schnell zusammen. Wem also eine Strecke zu kurz ist, der findet sicher noch einen Schlenker. Mit diesen Vorgaben wäre es aber ein sehr dünnes Bücherl geworden. Also mussten Touren erkundet werden, die durch Grünzüge führen oder die am Stadtrand beginnen und bei der nächsten S-Bahnstation außerhalb Münchens enden.
Und warum mitten in der Stadt? Dafür gibt es eine Menge Gründe: Das Wetter ist für eine längere Tour zu schlecht, es ist Ferienzeit oder Wochenende und alle Straßen sind verstopft, man hat keinen ganzen Tag Zeit, man ist zu spät aufgestanden, man hat am Abend noch etwas vor oder weil’s jemanden einfach »g’freit«, in der Stadt, in der er wohnt, zu wandern.
Manche träumen vom großen Abenteuer Jakobsweg. Insider wissen, dass man vor allem in Spanien weite Strecken neben Autostraßen entlangpilgert, und auch einige große Städte wie Burgos und Leon liegen am Weg. Da muss man einfach stur der Muschel-Markierung nachlaufen, oft eben auch mitten durch wenig attraktive Neubauviertel. Fazit: Dieses Buch kann also durchaus als Einstimmung für einen der ganz großen Wanderwege dienen.

Landschaftskunst: ein Biber als Holzbildhauer
Stichwort Umweltbewusstsein
Die meisten dieser Touren haben den Vorteil, dass man sie das ganze Jahr über unternehmen kann, auch bei Regen, Schnee, Hitze … Sie sind beliebig verlänger- oder abkürzbar und zu jeder Tag- und Nachtzeit möglich. Bei anderen Wanderführern wird eine (zu) kurze Unternehmung oft mit dem Zusatz »Für Langschläfer« angepriesen – man muss also nicht unbedingt viele Kilometer fahren, um schnell mal auf ein Gipferl zu steigen oder fünf Kilometer spazieren zu gehen. Das geht innerhalb Münchens auch billiger und umweltbewusster: Stichwort CO2-Einsparung. Für alle Touren steht der MVV bereit, ob Bus, Tram, U- oder S-Bahn. Und jeder hat heutzutage ein Handy und kann mit der MVV-App herausfinden, wo sich die nächste Busoder Tramhaltestelle, der nächste U-, bzw. S-Bahnhof befindet, also wie und wann er wieder nach Hause kommt.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass man nur wenig, oft gar kein Gepäck schleppen muss, vielleicht nur eine Regenjacke. In München gibt es jede Menge Gaststätten, Cafés, Kioske, Stehcafés und nicht zu vergessen: Biergärten, in denen man seinen Hunger und Durst stillen kann. Darum wurde auch jeweils in den Infokästen bei der »Einkehr« nur eine Auswahl aufgenommen, denn hat in München mal ein Wirtshaus gerade geschlossen, geht man einfach zum nächsten weiter oder kauft sich in einem Stehcafé einen Cappuccino und ein Nusshörndl.
Informationen
www.mvv-muenchen.de
www.schloesser.bayern.de
www.muenchen.de/sehenswuerdigkeiten
Abenteuerliches und Erfrischendes
Wenn man mit Kindern wandert, sollte man immer ein Ziel haben. Für den Nachwuchs ist die Wanderung selbst meist nicht so großartig, das Ziel hingegen schon. Und hier bieten sich innerhalb der Stadtgrenzen natürlich jede Menge Spielplätze an. Für größere Kinder gibt es weitere interessante Ziele, z. B. ein Schloss, ein Denkmal oder auch einen Trimm-Dich-Pfad. Und im Sommer kann am Ende der Wanderung einer der Münchner Seen locken – auch für Erwachsene kein schlechter Abschluss einer Tour. Und wenn man die Wanderung dann nicht zu Ende gebracht hat, macht das auch nichts, denn man kann sie sich bei schlechterem Wetter oder in der kalten Jahreszeit wieder vornehmen. Toilettenproblem? In München gibt es jede Menge öffentlicher Toiletten, z. B. an U-Bahnhöfen, Friedhöfen, aber auch in Gaststätten.
Auf was man achten sollte
Natürlich birgt auch ein Wanderweg in der Großstadt Gefahren, sie sind aber bei Weitem nicht so groß wie bei einer Tour im Gebirge. Trotzdem muss man manchmal aufpassen. Die größte Gefahr ist wohl der Verkehr, und zwar nicht nur der Autoverkehr. Im Wandergebiet sind oft auch Kampfradler unterwegs, und man ist gut beraten, ihnen Platz zu machen. Gefährliche Tiere dürfte es auch nicht geben, denn die Münchner Zamperl sind meist wohlerzogen. Nachts im unbeleuchteten Park, auch das kann ins Auge gehen. München ist eine Millionenstadt, eine sehr sichere zwar, aber vielleicht wissen das nicht alle Junkies oder Kleinkriminellen.
Wandern bei jedem Wetter
Bei Gewittern sollte man die üblichen Vorsichtsmaßnahmen treffen. Die beste wäre, gar nicht erst in einem blitzschlaggefährdeten Gelände unterwegs sein. Im Winter oder nach starken Regenfällen können Wege glatt sein – entsprechendes Schuhwerk oder Eissporne sind dann eine feine Sache. Bei starkem Wind besteht die Gefahr, dass in Parks und Wäldern Äste abbrechen. Und nach Stürmen ist es gut möglich, dass umgestürzte Bäume den Weg versperren. Besonders in den Leitenwäldern des oberen Isartals besteht die Gefahr, dass nach Unwettern Hangwege abgerutscht sind und dann gesperrt werden. Man sollte sich an die Sperrungen halten und die mittlere Etage des Isartals an diesen Tagen nicht begehen. Ist man zu spät dran, dann ist es sehr hilfreich, eine Taschen- oder Stirnlampe dabeizuhaben.
Eine letzte Gefahr ist typisch für Großstädte: Die riesigen Friedhöfe und der Nymphenburger Schlosspark werden nachts abgesperrt. Allerdings gibt es Notausgänge – aber, wie Sie richtig vermuten, immer auf der falschen Seite.
Der MVV – unverzichtbar bei Wanderungen in und um München
Karten und Stadtpläne
Jede Tour ist nur ein Vorschlag, jeder Ausgangspunkt kann beim nächsten Mal der Endpunkt sein, und es ist nicht verboten, sich seine eigenen Touren auszudenken (s. Tour 40). Neben den Kärtchen im Buch ist ein Stadtplan hilfreich, und für die Wanderungen über die Münchner Stadtgrenzen hinaus wird man sich eine Wanderkarte besorgen müssen. In Frage kommen die amtlichen Topografischen Karten:
•O10 Starnberg
•O11 München-Süd
•N10 Fürstenfeldbruck
•N11 München-Nord
•N12 Garching b. München (alle 1:25 000)
•UK50-40 München Nord und West
•UK50-41 Ammersee, Starnberger See mit München Süd
•UK50-42 München Ost Maßstab (alle 1:50 000)
•sowie das Kompass-Karten-Set 184, München und Umgebung (1:50 000).
Man kann aber auch im Internet Karten finden und (legal) ausdrucken, z. B.:
•Bayernviewer: https://geoportal.bayern.de/bayernatlas
•Kompasskarten: www.kompass.de/touren-und-regionen/wanderkarte
•Openstreetmap: www.openstreetmap.de
Auch die kostenlose Rad-App Bike Citizens bietet sich mit auf das Fahrradfahren konzipierten Karten und Höhenprofilen usw. an. Dank einer Kooperation zwischen Bike Citizens und dem Landkreis München gibt es die Region München – Stadt und Land bis Ende April 2021 sogar gratis zum Downloaden. Wer die App einmal auf dem Smartphone hat, kann sie danach unbegrenzt weiter nutzen. Man kann sie über die Homepage des Landkreises downloaden.

Kanadagans am Feldmochinger See

Grasfrosch am Laichgewässer
Strecken und Zeiten
Da man oft die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen kann (und wird), sind die meisten Touren als Streckenwanderungen beschrieben, d. h., Ausgangs- und Endpunkt sind verschieden. Viele Wanderungen kann und wird man natürlich auch als Radler oder Jogger absolvieren. Hier bieten sich vor allem Touren an, bei denen am Ende eines der zahlreichen Münchner Bäder angestrebt wird, z. B. das Müllersche Volksbad. Und mit dem Radl muss man halt ab und zu auf einen Stadtplan oder die App Bike Citizens schauen, weil nicht jeder Wanderweg geeignet oder das Radfahren ganz einfach verboten ist (z. B. im Nymphenburger Schlosspark). In einer Großstadt wie München, in der ständig neu gebaut oder etwas Altes weggerissen wird, findet man sich am besten mithilfe eines Stadtplans und/oder den Kärtchen in diesem Buch zurecht – nicht alle wollen auch stur nur der Beschreibung hinterherlaufen. In München kann man sich auch nicht so schnell verlaufen, und wenn doch, ist das nicht weiter schlimm – vielleicht findet man ein Fleckerl, das einem gefällt und das man noch nicht kannte.
Übrigens: In der Stunde legt man als Fußgänger etwa vier bis fünf Kilometer zurück – bei einer zwölf Kilometer langen Wanderung braucht man dann etwa zweieinhalb bis drei Stunden, und wenn die Gegend schön ist, können leicht auch vier daraus werden.
Finisterre: der letzte Pilgerstein des Jakobswegs
Markierungen
Markierte Wege in München? Ja, die gibt es, doch meist nicht für den Wanderer. Beschildert ist z. B. der RadlRing München, der anlässlich der Bundesgartenschau München 2005 vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München projektiert wurde. Auch das Baureferat der Stadt München hat mehrere Routen vom Marienplatz zum Stadtrand konzipiert sowie den Inneren und den Äußeren Radlring. Alle diese Wege sind aber für Radfahrer gedacht, kleine Pfade – für Wanderer interessant – tauchen deshalb nicht auf. Der Isartalverein hat seine Wanderwege mit Wegweisern ausgestattet. Und auch im Münchner Süden sind einige markierte Wege zu finden, z. B. der Wallfahrerweg nach Maria Eich. Und nicht zu vergessen: der Münchner Jakobsweg, der vom Angerkloster ins obere Isartal führt und mit der bekannten gelben Muschel auf blauem Grund gekennzeichnet ist.
Wandern in München

Die renaturierte Isar zwischen der Wittelsbacher- und der Reichenbachbrücke
1Vom Aumeister zum Marienplatz
Durch den schönsten Park der Welt
Diese Tour ist ein Klassiker innerhalb der Stadtgrenze und wurde daher ganz bewusst als erste ausgewählt. Nachdem man durch einen der schönsten und berühmtesten Parks der Welt gewandert ist, endet die Wanderung im Herzen Münchens, am Marienplatz. Auf dem Weg durch den Englischen Garten sind viele Varianten möglich; ein Blick auf den Park-Plan lässt uns immer wieder den richtigen Weg finden. Oder wir suchen uns hier selbst einen Weg.

Tourencharakter
Überwiegend Kiespfade
Ausgangspunkt
U-Bahnhof Studentenstadt (U6). GPS: 48.18364, 11.60827
Endpunkt
Marienplatz (zentraler S- und U-Bahnhof)
MVV
Man kann die Tour an vielen U-Bahnhaltestellen unterbrechen – die U6 verläuft parallel zur Wanderung.
Einkehr
U. a. Aumeister, Kleinstes Hofbräuhaus, Hirschau, Seegarten, Kiosk Seeeinlauf, Chinesischer Turm, Milchhäusl-Kiosk, Kiosk »Fräulein Grüneis« (an der Eisbachwelle)

Aumeister und SchwammerlweiherWir verlassen den U-Bahnhof Studentenstadt am Ausgang C und nehmen geradeaus die Grasmeierstraße. Nach etwa einem halben Kilometer erreichen wir den Englischen Garten und biegen kurz vor der Brücke über den Schwabinger Bach links ab. Wir folgen dem Bach, überqueren die nächste Brücke und kommen zum Aumeister.
Alsdann überqueren wir diese Brücke über den Schwabinger Bach, nehmen den linken geteerten Abzweig und biegen gleich darauf rechts in den Kiesweg ein. Nach einem knappen Kilometer queren wir wieder die Teerstraße und folgen weiter dem Kiesweg bis zum Schwammerlweiher. Links oder rechts um diesen herum wandern wir auf der Ostseite des Oberstjägermeisterbachs weiter, bis wir beim Biergarten Hirschau kurz vor dem Isarring (Mittlerer Ring) auf die andere Bachseite wechseln und über eine Fußgängerbrücke den Südteil des Englischen Gartens erreichen.

Hier war München zu Ende: die Burgfriedenssäule 13 von 1724.
Sommertag am Eisbach: Die Münchner lieben ihre Parks, besonders den Englischen Garten.

Einsam und verlassen: der Chinesische Turm während des Lockdowns im April 2020
Chinesischer Turm und MonopterosWir gehen nun entweder links oder rechts um den Kleinhesseloher See herum – beide Wege treffen am Kiosk Seeeinlauf wieder zusammen. Dort folgen wir weiter dem Oberstjägermeisterbach, bis wir nach etwa einem halben Kilometer eine geteerte Autostraße überqueren – Vorsicht vor dem Verkehr (MVV-Busse). Kurz darauf erreichen wir den Chinesischen Turm, wo sich im Sommer eine gute Gelegenheit für einen Biergartenbesuch bietet.
Wir folgen weiter dem breiten Kiesweg, bis wir kurz darauf nach der Brücke über den Entenbach auf den Hügel des Monopteros treffen. Natürlich müssen wir ihn besteigen, um den Blick über den südlichen Englischen Garten und auf die Skyline der Münchner Innenstadt genießen zu können.
Japanisches Teehaus und HofgartenWir steigen auf der anderen Seite wieder den Hügel hinab und wandern quer über die Wiese an der Burgfriedenssäule von 1724 vorbei zur Brücke am Schwabinger Bach. Im Sommer werden die Wiesen beiderseits des Bachs von sonnenhungrigen Münchnern (die meisten nackert, wie man hier sagt) in Beschlag genommen. An der Kreuzung Schwabinger Bach/Eisbach biegen wir nach rechts ab und kommen am Japanischen Teehaus vorbei zur Fußgängerunterführung, die uns in den Hofgarten bringt.
Wir gehen durch diesen hindurch in Richtung der Theatinerkirche und erreichen beim Odeonsplatz die Münchner Fußgängerzone. An der Feldherrnhalle vorbei nehmen wir entweder die Residenz- oder die Theatinerstraße und kommen nach wenigen Hundert Metern zum Marienhof. Ab hier ist es nicht mehr weit bis zum Marienplatz mit der Mariensäule.
Varianten
Es gibt unzählige Wegvarianten (s. auch Tour 2).
Wissenswertes
Sagen Sie nie zu einem Münchner »Chinaturm« – er kennt oder will nur den Chinesischen Turm kennen. Es gibt ihn schon seit 1790. Er brannte auch öfter mal ab, die rund 25 m hohe Holzkonstruktion wurde jedoch stets neu aufgebaut, zuletzt 1952 nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit 7000 Plätzen ist der Biergarten am Turm nach dem im Hirschgarten der zweitgrößte in München. Die Münchner Biergartentradition erlaubt, dass dort die selbst mitgebrachte Brotzeit verzehrt werden darf; nur die Getränke – eiserne Regel! – müssen an der Schenke gekauft werden. Einmal im Jahr strömen noch vor Tagesanbruch Hunderte Tänzer-Innen in bayerischer Tracht oder Kostümen aus der Zeit um 1900 zum Kocherlball. Benannt wurde dieser nach einem Brauch der Münchner Dienstboten (unter einem »Kocherl« verstand man damals eine Köchin), die sich vor dem Ersten Weltkrieg an schönen Sommersonntagen vor Beginn der Arbeit – also vor 7 Uhr morgens – hier zum Tanzen trafen. Inzwischen ist dieses »Event« leider zu einem touristisch genutzten Rummel verkommen. In der Adventszeit findet man hier am Turm einen der großen Münchner Christkindlmärkte.
Ein Monopteros ist ein Rundtempel im griechischen Stil. In München gibt es sowohl im Englischen Garten als auch im Nymphenburger Schlosspark ein solches Tempelchen. Beide wurden von Leo von Klenze im Auftrag König Ludwigs I. errichtet. Im Winter kann am Monopteros bei entsprechender Schneelage natürlich gerodelt werden, wenn auch die Hänge nicht sonderlich lang sind.
2Durch den Englischen Garten
Ausgedehnte Tageswanderung durch Münchens grüne Oase
Der Englische Garten gehört für München-Wanderer zum Pflichtprogramm – vom Hofgarten bis zu den Isarauen, in denen inzwischen der Biber wieder heimisch geworden ist, in dem Rothirsche leben und der als grünes Band bis nach Freising zieht. Ganz so wild lassen wir es aber nicht angehen, diese Tour kann eher als ausgedehnterer Spaziergang betrachtet werden: Sie führt vom Odeonsplatz zum Aumeister und wieder zurück.

Tourencharakter
Überwiegend Kiespfade und Asphalt
Ausgangs-/Endpunkt
U-Bahnhof Odeonsplatz (U3, U6). GPS: 48.14237, 11.57766
MVV
Man kann die Tour an allen U-Bahnhöfen zwischen Odeonsplatz und Fröttmaning (U6 und z. T. U3) unterbrechen.
Einkehr
Siehe Vorschläge bei Tour 1

Durch den Hof- zum Englischen GartenVom U-Bahnhof Odeonsplatz (Ausgang C oder D) spazieren wir zuerst in den Hofgarten. Wenn wir die Feldherrnhalle und die Theatinerkirche noch nicht kennen, wäre das eine gute Gelegenheit zu einem Besuch. Wir durchqueren den Hofgarten, werfen dabei einen kurzen Blick auf die Bayerische Staatskanzlei, den Amtssitz des bayerischen Ministerpräsidenten im früheren Armeemuseum. Dann gehen wir am Prinz-Carl-Palais, dem heute nur noch für Repräsentationszwecke genutzten ehemaligen Amtssitz des bayerischen Ministerpräsidenten, vorbei durch die Fußgängerunterführung, die uns in den Englischen Garten bringt.
Zum Kleinhesseloher See Noch vor dem kleinen Teich, auf dessen Insel das Japanische Teehaus steht, schwenken wir nach links. Nun folgen wir dem Weg auf der Westseite des Parks, der direkt unterhalb der Kante der Altstadtterrasse entlangführt. Wir kommen am Milchhäusl-Kiosk vorbei (wo es natürlich auch andere Getränke gibt), überqueren die breite Teerstraße, auf der die städtischen Busse den Englischen Garten durchqueren, und erreichen am Schwabinger Bach entlang den Kleinhesseloher See. Wir gehen zwischen dem See und dem Isarring weiter bis zur Fußgängerbrücke, die uns in den Nordteil des Englischen Gartens, die Hirschau, bringt. Wir halten uns weiterhin rechts neben dem Schwabinger Bach und erreichen, nachdem wir an der Schwabinger Bucht vorbeigekommen sind, den Aumeister. Hier ist mal wieder eine zünftige Brotzeit in einem Münchner Biergarten angesagt, d. h., dass man seine Brotzeit selbst mitbringen kann und nur die Getränke beim Wirt kaufen muss.
Auf einer kleinen Insel im Eisbach liegt idyllisch das Japanische Teehaus Kanshoan.

Idylle am Schwabinger Bach
RückwegAnschließend machen wir uns auf den Rückweg. Dazu gehen wir über die Brücke, biegen zweimal links ab und stehen nach etwa einem halben Kilometer vor dem Entenfallweiher. Auf dem kleinen Weg direkt neben ihm kommen wir schließlich zur St.-Emmeram-Brücke. Nun wandern wir die Isar aufwärts und erreichen nach einem weiteren Kilometer die Wehranlage Oberföhring.
Als Weiterweg empfiehlt sich der Kiesweg neben der Isar, bis wir auf die Gyßlingstraße treffen. Bei der ersten Möglichkeit biegen wir rechts ab und gelangen so zum Mini-Hofbräuhaus, einer kleinen Wirtschaft, bei der sich vor allem Hundefreunde einfinden. Unser Weg führt weiter zum Oberstjägermeisterbach, dem wir bachaufwärts folgen, bis wir kurz nach der Wirtschaft Hirschau den Isarring erreichen. Neben einer Autostraße erreichen wir durch eine Unterführung wieder den Südteil des Englischen Gartens. Weiter am Oberstjägermeisterbach entlang gelangen wir zur Wirtschaft am Chinesischen Turm mit Gelegenheit zur Einkehr.
Berühmte EisbachwelleIn Richtung Süden spazierend kommen wir zum Eisbach, den wir an der Brücke in der Nähe der Sportanlage Am Hirschanger überqueren und so zur weltberühmten Eisbachwelle an der Prinzregentenstraße gelangen. Hier ist eine Pause unumgänglich, müssen wir doch den Surfern zuschauen, die selbst im Winter versuchen, ihre Welle zu bezwingen. Der Kiosk »Fräulein Grüneis« daneben, eine ehemalige Bedürfnisanstalt, wartet mit Kaffee und Kuchen auf.
Auf der anderen Bachseite wandern wir zur Kreuzung Schwabinger Bach/Eisbach und vorbei am Japanischen Teehaus zur Unterführung unter dem Altstadtring. Den Weg durch den Hofgarten zurück zum U-Bahnhof Odeonsplatz kennen wir schon.
Varianten
Im Englischen Garten sind viele verschiedene Varianten möglich, eine so schön wie die andere. Also eigene Wege ausprobieren!

Surfen in München: die weltberühmte Eisbachwelle
Wissenswertes
Der Münchner Hofgarten entstand ab 1613 außerhalb der damaligen Stadtbefestigung im Norden der Residenz unter Herzog Maximilian I., dem späteren ersten Kurfürsten von Bayern. Zentrum des Renaissancegartens ist der 1615 errichtete Pavillon. Er wird heute von einer Kopie der »Tellus Bavarica« bekrönt (nicht der Göttin Diana, wie man in manchen München-Führern lesen kann), einer monumentalen Bronzefigur, die die Reichtümer Bayerns (Getreide, Wild, Wasser, Salz) verkörpert.
Im Jahr 1811 wurde der Dienstsitz des königlichen Aujägermeisters in den Nordteil des Englischen Garten verlegt, dort, wo sich heute die Wirtschaft Aumeister befindet. Hier wurden damals die Teilnehmer der Hofjagden und auch Spaziergänger und Wanderer mit Speis und Trank versorgt. Seit 1914 ist der Aumeister nur noch eine Gaststätte mit Biergarten.
Der erste Park, speziell für die Erholung der Münchner Bürger geschaffen, entstand schon um 1800. Aus dem Jagdrevier der bayerischen Kurfürsten im Norden der Münchner Residenz entstand einer der ersten Landschaftsparks nach englischem Vorbild, deshalb auch der Name Englischer Garten. Die Bezeichnung »Englischer« bezieht sich auf den Gegensatz zu den vor 1800 beliebten, streng geometrisch angelegten französischen Gärten. Der Englische Garten gehört mit einer Fläche von 375 ha zu den größten Parkanlagen der Welt. Ausländische Besucher sind immer wieder erstaunt, dass man ihn ohne Eintritt betreten darf. Er liegt am Westufer der Isar und ist insgesamt ca. 5 km lang. Er wird durch den Isarring (Teil des Mittleren Rings) in einen größeren Nordteil, die Hirschau, und einen Südteil, den eigentlichen Englischen Garten, geteilt.
In der Auenlandschaft nördlich der Münchner Residenz ließ Kurfürst Carl Theodor 1789 auf Vorschlag des bayerischen Kriegsministers Benjamin Thompson, des späteren Grafen von Rumford, Militärgärten anlegen. Im selben Jahr befahl er auch die Einrichtung eines Volksparks(!) östlich der Gärten, der im Frühjahr 1792 für die Münchner Bevölkerung geöffnet wurde. Beliebt war dieser Kurfürst bei den Münchnern jedoch nie – er war halt nur ein zugezogener Pfälzer.
Der Aushub des künstlichen Kleinhesseloher Sees ergab den Monopteroshügel. Heute stellt der Englische Garten ein beliebtes Naherholungsgebiet dar, als bekannte Touristenattraktion kommen jährlich ca. 3,5 Mio. Besucher. Das Wegenetz ist unglaubliche 78 km lang, davon sind 12 km offizielle Reitwege, für deren Benutzung man allerdings eine Jahresgebühr berappen muss. Die Schönfeldwiese und die Schwabinger Bucht im Nordteil sind offiziell für FKK freigegeben. Im Englischen Garten finden sich auch eine ganze Reihe von Sehenswürdigkeiten, so z. B. der Chinesische Turm, die Denkmäler von Rumford, Sckell und Werneck, das Rumfordschlössl, die beiden Eisbach-Surferwellen und die Burgfriedensäule Nr. 13 von 1724, die die Grenze des damaligen Gerichtsbereichs der Stadt München markierte. Heute ist der Englische Garten ebenso wie der Nymphenburger Schlosspark im Besitz der Bayerischen Verwaltung des Bayerischen Staats. Der Verwalter hat seine Dienstwohnung im Park in der Nähe des Chinesischen Turms.
3Im Nymphenburger Schlosspark
Besuch der Sommerresidenz der Wittelsbacher
Die Tour ist eher ein Spaziergang, kann aber zu einer tagesfüllenden Angelegenheit ausgedehnt werden. In den 1950er- und 1960er-Jahren war diese Tour ein beliebter Ausflug der Münchner. An- und Abreise mit der Straßenbahn, die meisten hatten ja noch kein Auto, also war der obligatorische Biergartenbesuch völlig problemlos. Mit der Benutzung der Öffis ist das auch heute kein Thema.

Tourencharakter
Meist gekieste Parkwege. Im Park kann die Tour beliebig verlängert oder gekürzt werden.
Ausgangspunkt
Trambahnhaltestelle Steubenplatz (Linien 16, 17). GPS: 48.150111, 11.520329
Endpunkt
U-Bahnhof Gern (U1, U7)
MVV
Man kann die Tour an der Haltstelle Nymphenburg (Tramlinie 17; Buslinien 51, 151) abkürzen.
Einkehr
Königlicher Hirschgarten mit Münchner Biergarten, Schlosscafé Palmenhaus

Zum Schloss NymphenburgUnsere Wanderung beginnt an der Trambahnhaltestelle Steubenplatz. Wir überqueren die Arnulfstraße und gehen in die Grünanlage Hirschgarten. Unser Weg führt nach Westen in Richtung des Biergartens der Gaststätte Königlicher Hirschgarten. Vielleicht ist es zur Einkehr noch zu früh, vielleicht auch nicht. Früher oder später werden wir uns südwestlich in Richtung La-Paz-Straße auf den Weg machen (müssen). Wir gehen nun die Winfriedstraße entlang bis zur Wotanstraße, überqueren diese und folgen gegenüber dem Grünzug an der Margarethe-Danzi-Straße. Bald darauf erreichen wir die Schlossmauer. Hier befindet sich auch ein Tor, durch das wir schon jetzt in den Schlosspark gelangen könnten. Unser Weg führt aber zuerst außerhalb der Schlossmauer entlang, entweder direkt neben ihr oder durch die große Wiese, bis wir nach gut eineinhalb Kilometern den Nymphenburger Kanal erreichen. Wir überqueren die kleine Brücke, wenden uns nach rechts und gehen in den Park hinein. Von der Großen Kaskade erblicken wir direkt das weiße Hauptgebäude des Schlosses Nymphenburg.
Im Biergarten des Hirschgartens lässt es sich herrlich rasten und einkehren.
Pagoden- und AmalienburgHier gehen wir links, bis wir den Kugelweiher erreichen, aus dem der Hartmannshofer Bach entspringt. Wir umrunden ihn, und auf der anderen Seite des Weihers führt unser Weg bachaufwärts durch das Pagodenburger Tal zur Pagodenburg. Wir biegen links ab und gehen durch die Wiesen des Nördlichen Durchblicks auf das Schloss zu bis zum Nördlichen Schlossgartenkanal. Noch vor der Brücke wenden wir uns nach links und kommen nach 200 Metern zur Magdalenenklause.
Wir wandern zurück zum Großen Parterre, dem Französischen Garten direkt beim Hauptgebäude des Schlosses, überqueren auf den Brücken sowohl den Nördlichen als auch den Südlichen Schlossgartenkanal und kommen zur Amalienburg. Der Weiterweg führt wieder über eine kleine Brücke zum Dörfchen mit dem Grünen Brunnhaus und dem Hirschgartenbrunnhaus. In Letzterem betreiben seit 1803 zwei von Joseph von Baader konstruierte Pumpwerke die parkseitige Fontäne. Sie gelten als Meilenstein der Ingenieurkunst, sind sie doch die ältesten ständig arbeitenden Maschinen Europas.
Romantischer Badenburger SeeWir gehen den Südlichen Kanal weiter aufwärts und kommen zum Badenburger See, links steht die Badenburg, das erste Hallenbad Europas oder gar der Welt; es war allerdings nur für den Kurfürsten Max Emanuel und seine Gespielinnen geöffnet. Unser Weiterweg führt durchs Löwental genau nach Süden, kurz vor der Schlossmauer biegen wir rechts ab und kommen bald wieder zum Badenburger See, den wir im Uhrzeigersinn umrunden. Dabei passieren wir den Monopteros, einen kleinen Rundtempel, der mit dem anderen im Englischen Garten in Bezug auf Größe nicht mithalten kann, der aber romantisch am kleinen See steht.
Wir gehen weiter zum zentralen Schlossgartenkanal und zum Schloss Nymphenburg. Durch eines der Tore verlassen wir nun den Park und wandern über das Schlossrondell zur Ludwig-Ferdinand-Brücke, die die Notburga- mit der Menzinger Straße verbindet. Von ihr genießt man noch einmal einen wunderschönen Blick auf das Schloss. Hier könnten wir an der Haltestelle der Tramlinie 17 die Wanderung beenden. Wir aber gehen noch die Nördliche oder Südliche Auffahrtsallee weiter bis zum Hubertusbrunnen und erreichen von dort aus links haltend in Kürze den U-Bahnhof Gern.
Achtung: Der Park wird nachts abgesperrt, also muss man ihn irgendwann verlassen, auch wenn er noch so schön ist.

Winterfreuden am Nymphenburger Kanal: Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen
Wissenswertes
Der Nymphenburger Schlosspark ist wohl der älteste Park Münchens, allerdings wurde er erst 1792 (nach anderen Quellen erst 1823) für die Münchner geöffnet. Vorher war er Teil einer repräsentativen Sommerresidenz der Wittelsbacher Kurfürsten und Könige und somit für Otto Normalverbraucher tabu.
Ein Aha (auch Ha-Ha genannt) ersetzt eine sichtbare Parkmauer. Ein tiefer Graben mit einer Mauer, die man erst sieht, wenn man davor steht (»Aha, da geht’s also rein!«) soll verhindern, dass Tiere und vor allem ungebetene Besucher in den Garten gelangen, ohne dass der Blick auf das Gelände und die umgebende Landschaft durch die Mauer verstellt wird. Die barocke Gartenkunst liebte Sichtachsen mit dem Schloss des Herrschers im Mittelpunkt. Übrigens ist eine Smartphone-App »Schlosspark Nymphenburg« in deutscher und englischer Sprache kostenlos erhältlich. Man kann sie im Google Play Store und im iTunes Store kostenfrei herunterladen und mit ihr die historische Parkanlage erkunden. An 23 ausgewählten Stationen erhält man Informationen zur Geschichte des jeweiligen Standorts.
Der Schlosspark ist Landschaftsschutzgebiet und Heimat von einigen geschützten Tier- und Pflanzenarten – deshalb sind Fahrradfahren, Langlaufen und das Betreten der Wiesen streng verboten, und Hunde ohne Leine sind ebenfalls nicht erlaubt. Im Park, vor allem wenn man auch die abgelegenen Teile besucht, kann man sich kaum noch vorstellen, mitten in der Stadt München zu sein.
4Von Pasing zum Olympiapark
Entlang des Nymphenburger Kanals
Diese Tour ist ein Paradebeispiel für Wanderungen innerhalb der Stadtgrenzen: Sie führt von Pasing, das erst 1938 eingemeindet wurde, über Obermenzing (auch ehemals ein Dorf weit vor der Münchner Stadtgrenze) und Nymphenburg in den Olympiapark. Obwohl es dabei mitten durch die Stadt geht, ist man meist im Grünen unterwegs. Die Tour kann natürlich auch umgekehrt gemacht und an mehreren Stellen unterbrochen werden.

Tourencharakter
Überwiegend Asphalt und Kiespfade
Ausgangspunkt
S-Bahnhof Pasing (S3, S4, S6, S8). GPS: 48.15035, 11.46178
Endpunkt
U-Bahnhof und Trambahn-Endhaltestelle Petuelring (U3, Tramlinie 27)
MVV
Man kann die Tour an folgenden MVV-Haltestellen unterbrechen: Meyerbeerstraße (Buslinie 160), Paul-Gerhardt-Allee (Buslinie 162), Schloss Nymphenburg (Tramlinie 17), Dachauer Straße (Tramlinien 20, 21), Olympiazentrum (U3, U8), Petuelring (U3, U8, Tramlinie 27).
Einkehr
Schlosscafé Palmenhaus, Taxisgarten (s. Variante), Olympia-Alm

Am königlichen Kanal entlangWir verlassen den S-Bahnhof Pasing auf der Nordseite und wenden uns nach links. Vorbei an der Pasinger Fabrik erreichen wir den Nymphenburger Kanal, der hier aus der Würm abgeleitet wird und dessen Lauf wir nun bis zum Nymphenburger Schlosspark folgen. Dabei ist es egal, für welche Bachseite wir uns entscheiden. Nach einem guten halben Kilometer biegt der Kanal nach Osten ab, nach ca. 400 Metern überqueren wir die Meyerbeerstraße und nach etwa einem weiteren knappen Kilometer die Paul-Gerhardt-Allee.
Nun wenden wir uns kurz nach rechts und folgen sogleich der Straße Am Nymphenbad, gehen an deren Ende links durch die Unterführung und biegen gleich danach links ab. Wir haben nun wieder einen weiteren Abschnitt des Nymphenburger Kanals erreicht, der hier in den Nymphenburger Schlosspark fließt.
Spätbarockes VergnügenNun sind viele Wege möglich, man kann sich also auch für eine völlig andere Route entscheiden – schön sind alle. Mein Vorschlag für dieses Wanderung: Wir gehen hinunter zur sogenannten Großen Kaskade und können am anderen Ende des Kanals das weiße Schloss sehen. Nun geht’s nach rechts und weiter in Richtung Monopteros, einem kleinen Rundtempel am Großen See, auch Badenburger See genannt, und an dessen Ufer weiter zur Badenburg, einem spätbarocken Badehaus, dem ersten Hallenbad Deutschlands. Nun spazieren wir nach Norden, überschreiten dabei auf einer Brücke den zentralen Schlossgartenkanal, riskieren schnell wieder einen Blick auf das Schloss, und erreichen den Kleinen See, auch Pagodenburger See. Wir umrunden ihn, indem wir uns nach links wenden, und stehen bald vor der Pagodenburg, einem weiteren kleinen Lustschlösschen.
Viele Wege führen durch den herrlichen Nymphenburger Schlosspark.

Der Traum der Kurfürstin Henriette Adelaide: Borgo delle ninfe
In den OlympiaparkWeiter führt der Weg zum Schloss, durch eines der Tore hinaus zum östlich gelegenen großen Schlossrondell und weiter zur Brücke, welche die Notburga- mit der Menzinger Straße verbindet. Hier wenden wir uns nach links und treffen nach ca. 200 Metern wieder auf den Kanal, der nun Nymphenburger-Biedersteiner Kanal genannt wird. Wir folgen ihm weiter, überqueren dabei nach ca. 1,3 Kilometern die Dantestraße und kommen nach einem weiteren guten Kilometer ab der Dachauer Straße in den Olympiapark. Am Willi-Gebhardt-Ufer entlang können wir noch den Olympiaberg »mitnehmen«, was besonders bei Föhn äußerst lohnend ist, sieht man dann doch von hier aus das komplette oberbayerische Alpenpanorama von den Tannheimer bis zu den Berchtesgadener Bergen. Dazu wenden wir uns nach der Unterführung am Spiridon-Louis-Ring nach rechts und steigen auf dem breiten geteerten Weg hinauf zum »Gipfel«.
Weiter geht es dann an der Olympia-Alm vorbei geradeaus hinab zur Lerchenauer Straße, an der Ampel über die Straße und die Birnauer Straße am Kanal entlang bis zum U-Bahnhof Petuelring.
Varianten
Im Nymphenburger Schlosspark sind viele verschiedene Varianten möglich. Achtung: Der Park wird nachts abgesperrt!
Am Nymphenburger-Biedersteiner Kanal nach der Waisenhausstraße die zweite Abzweigung (Taxisstraße) nehmen und einen Zwischenstopp im Münchner Biergarten Taxisgarten einlegen
Am Willi-Gebhardt-Ufer immer am Olympiasee entlang und den Olympiaberg rechts liegen lassen
Von der Olympia-Alm hinunter zum Olympiasee, über eine Brücke hinüber zum »Sea-Life« und zwischen dem Olympiaturm und der Eissporthalle über eine zweite Brücke über den Mittleren Ring vorbei an der BMW-World zur U-Bahnstation Olympiazentrum
Im Sommer kann man mit einer venezianischen Gondel eine Lustfahrt auf dem Nymphenburger Kanal unternehmen.
Wissenswertes
Bei dieser wie auch einigen anderen Touren in diesem Buch wandert man an Kanälen entlang, die im 17./18. Jh. angelegt wurden. Noch heute verbindet dieses Kanalsystem aus der Barockzeit die Schlösser Nymphenburg, Schleißheim und Dachau. Es wurde kunstvoll in die natürlichen Fließgewässer eingefügt und versorgt bis heute die Schlossgärten des Nymphenburger und des Schleißheimer Schlosses mit Wasser aus der Würm und der Isar. Die Kanäle stehen in ihrer Gesamtlänge von 50 Kilometern unter Denkmalschutz.
Noch vor 100 Jahren gab es im Münchner Norden riesige Moore, z. B. das Dachauer Moos (Moos bedeutet im Bairischen auch Niedermoor, wohingegen ein Hochmoor als Filz, Mehrzahl: Filzen, bezeichnet wird, z. B. die Königsdorfer Filzen südlich von Wolfratshausen – s. auch das Kapitel: »Natur- und Landschaftsräume in und um München«). Schon um 1600 begann man mit ersten Versuchen, Teile dieser Moore trockenzulegen. Der Bau des Würmkanals sollte der Wasserversorgung der Musterschwaige in Schleißheim dienen, dem Alterssitz Wilhelms V. Sein Urenkel Kurfürst Max Emanuel ließ in den 1690er-Jahren den Dachau-Schleißheimer und den Schleißheimer Kanal bauen. Dass hier, wie vielfach behauptet, türkische Kriegsgefangene zum Einsatz kamen, ist aber nicht bewiesen und eher unwahrscheinlich. Ab 1701 erfolgte auch der Bau des Nymphenburger Kanals, der bei Pasing aus der Würm abgeleitet wird und die Seen und Kanäle im Nymphenburger Schlosspark speist. Verschwunden ist heute der Türkengraben, der die Münchner Residenz mit den anderen Schlössern im Norden Münchens verbinden sollte.
Die neuen Kanäle dienten einerseits als Transportwege, z. B. für das Baumaterial des Neuen Schlosses Schleißheim, andererseits auch für die Wasserspiele in den Schlossgärten.
5Vom Luitpoldpark zum Aumeister
Am Nymphenburg-Biedersteiner Kanal
Diese wunderbare Tour ist die logische Fortsetzung der vorherigen – man kann sie auch ganz gut zusammen absolvieren, sie wird dann halt etwas lang. Am Ende muss man sich auch entscheiden, welches öffentliche Verkehrsmittel man benutzen will – da kommen ganz schnell noch einmal zwei, drei Kilometer zusammen.

Tourencharakter
Überwiegend Asphalt und Kiespfade
Ausgangspunkt
U-Bahnhof Hohenzollernplatz (U2, U8). GPS: 48.16211, 11.56886
Endpunkt
U-Bahnhof Studentenstadt (U6)
MVV
Man kann die Tour an folgenden MVV-Haltestellen unterbrechen: Leopoldstraße/Petuelring (Buslinien 140, 141), Berliner Straße (Tramlinie 23), an der Ungererstraße die U-Bahnhöfe Dietlindenstraße oder Nordfriedhof (U6).
Einkehr
Bamberger Haus im Luitpoldpark, Café Ludwig im Petuelpark, Wirtschaft »Zum Brunnwart«

Luitpoldpark und -hügelWir verlassen den U-Bahnhof Hohenzollernplatz auf der Nordseite und folgen der Mittermayrstraße bis zum Bayernpark. Wir durchqueren ihn und wechseln an der Ampelanlage an der Karl-Theodor-Straße in den Luitpoldpark. Nachdem wir am Obelisken vorbeigegangen sind, halten wir uns rechts, um den Luitpoldhügel zu besteigen, einen der Schuttberge Münchens, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Ruinen der zerbombten Stadt aufgeschüttet wurden.
Der Luitpoldpark, ein Geburtstagsgeschenk an einen Monarchen, der nicht »Kini« (König) sein wollte
Wir steigen nach Norden wieder hinab und erreichen den Biedersteiner Kanal, die Fortsetzung des Nymphenburger Kanals (s. Tour 4). An der Ampel überqueren wir die Belgradstraße und gehen kurz am Kanal entlang, bis uns eine Rampe hinauf zum Petuelpark leitet, der Grünanlage, die über dem Petueltunnel angelegt wurde.
Schwabinger See und BrunnwartWeiter geht es durch den sehr schmalen Park zur Leopoldstraße. Bei ihr wenden wir uns nach rechts und benutzen die Ampelanlage ca. 200 Meter stadteinwärts. Nun folgen wir dem hier wieder offen fließenden Kanal ins Berliner Viertel, überqueren vorsichtig die Straßenbahngleise und die Berliner Straße und erreichen durch eine Hauspassage den Schwabinger See.
Wir wandern an seinem Nordufer weiter, bis wir zur Traubestraße kommen, der wir bis zur Ungererstraße folgen. Diese überqueren wir an einer Ampelanlage, wenden uns auf der anderen Straßenseite nach rechts und gehen weiter, bis wir bei der Stengelstraße erneut auf den Biedersteiner Kanal treffen. Hier haben wir den namensgebenden Schwabinger Ortsteil Biederstein erreicht. Am Kanal entlang gehen wir weiter bis zur Wirtschaft »Zum Brunnwart«, die wir rechts umrunden, falls wir den Verlockungen des Biergartens widerstehen können.
Im Englischen GartenHinter der Gaststätte fließt der Kanal von der Altstadtterrasse zur Hirschaustufe hinab und treibt dabei die Kleinwasserkraftanlage am Biederstein an. Ab hier wird der Kanal auch »Schwarze Lacke« genannt. Wir nehmen den Fußweg durch die Grünanlage und überqueren rechts auf der Amsterdamer Straße mithilfe einer Fußgängerbrücke den Mittleren Ring. An der Osterwaldstraße biegen wir links ab, um gleich darauf nach rechts in die Schwedenstraße einzubiegen, die in ihrer Fortsetzung Ernst-Penzoldt-Weg heißt und direkt in den Englischen Garten führt.

Schnurgerade zieht sich der Nymphenburg-Biedersteiner Kanal zum Olympiasee hin.
Um zur Mündung des Biedersteiner Kanals in den Schwabinger Bach zu kommen, müssen wir nun gleich den nächsten Weg nach links einschlagen. Die Mündung liegt hinter Gebüsch verborgen und ist nur im Winter deutlich zu sehen. Unsere Wanderung endet eigentlich hier, aber irgendwie müssen wir auch noch eine U-Bahnstation erreichen.
Es bietet sich als Fortsetzung der Weg zum Aumeister an, von wo man zum U-Bahnhof Studentenstadt gelangt. Man kann aber auch ganz gemütlich durch den Englischen Garten zu den U-Bahnhöfen Nordfriedhof oder Münchner Freiheit wandern (s. Touren 1 und 2).
Varianten
Man kann die Wanderung am U-Bahnhof Scheidplatz (U2) beginnen und von dort direkt zum Luitpoldhügel im Luitpoldpark gelangen.
Von der Mündung der »Schwarzen Lacke« zurück und am Schwabinger Bach entlang bis zur Fußgängerbrücke über den Isarring. Nun nach rechts um den Kleinhesseloher See herum und die erste Brücke rechts hinüber zur Liebergesellstraße, dann kurz nach links in die Biedersteiner Straße und bei der Pfarrkirche St. Sylvester rechts in die Haimhauser Straße abbiegen, die direkt zum U-Bahnhof Münchner Freiheit (U6) führt.
Sommerliche Blumenpracht im Luitpoldpark
Wissenswertes
Der Luitpoldpark ist ein Geburtstagsgeschenk des Münchner Magistrats für den Prinzregenten. Im Jahr 1911 wurde Prinzregent Luitpold 90 Jahre alt. Ihm zu Ehren errichtete man einen Obelisken und pflanzte 90 Linden (eine für jedes Lebensjahr) und 25 Eichen (eine für jedes Jahr seiner Regierung). Um diesen Hain legte man einen öffentlichen Park an. Nach dem Zweiten Weltkrieg schüttete man im Nordteil des Parks einen 37 m hohen Hügel aus dem Schutt der zerbombten Überreste der Stadt auf – den Luitpoldhügel.
6Über die Theresienwiese zum Westpark
Von der Wiesn zum ehemaligen IGA-Gelände
Man kann zu diesem hier vorgestellten längeren Spaziergang im Westpark zusätzlich noch einige Runden drehen, sodass man auch auf seine Kosten oder Wanderkilometer kommt. Außerdem kann man sich dort einige Pfade abseits der großen Wege suchen und dabei sogar hier einsame Stellen finden.

Tourencharakter
Überwiegend Asphalt
Ausgangspunkt
U-Bahnhof Theresienwiese (U4, U5). GPS: 48.135507, 11.552231
Endpunkt
Tramhaltestelle Stegener Weg (Linie 18)
MVV
Man kann die Tour an der Ganghoferbrücke (Buslinien 53, 134) und an der Hinterbärenbadstraße (Buslinie 63) abbrechen.
Einkehr
Wirtshaus am Bavariapark, Café »Gans am Wasser«, Kiosk am Wasserspielplatz, Biergarten am Rosengarten

Von der Bavaria zum WestparkWir verlassen den U-Bahnhof Theresienwiese Richtung Festwiese und gehen zur Bavaria, steigen die Treppen zu ihr hinauf und können einen Blick auf die Altstadt von München werfen – ab August auch auf das Oktoberfest, wobei man Ende September die Wanderung besser verschieben sollte, würde man doch wahrscheinlich auf der Wiesn hängen bleiben. Für Unternehmungslustige noch ein Tipp: Man kann der Bavaria auch in den Kopf steigen. Der Ausblick ist aber auch nicht viel besser. Nun geht es links oder rechts um die Ruhmeshalle herum, über die Theresienhöhe (Straße) und in den Bavariapark hinein. Wir wandern durch den kleinen, aber feinen Park und wenden uns am anderen Ende nach links zum Sinti-Roma-Platz. Dort geht es die Rampe des Max-Hirschberg-Wegs hinauf und über die Eisenbahngleise. Wir kommen zur Ganghoferstraße, die wir mithilfe einer weiteren Brücke überqueren. Durch einen Torbogen führt der Weg zu einer dritten Brücke über Bahngleise, bis wir schließlich nach Überschreitung einer vierten Brücke über die Hansastraße den Westpark erreichen. Das hört sich reichlich kompliziert an, ist es aber nicht.
Bavaria und Ruhmeshalle auf der Theresienwiese
Mollsee und WestseeNun sind – wie in allen Parks – viele Wege möglich, wie folgender Vorschlag: Wir gehen bis zum Ende des Mollsees, überqueren auf einer Fußgängerbrücke den Mittleren Ring (Garmischer Straße) und erreichen so den Westteil des Westparks. Wir bleiben auf dem Hauptweg, kommen am Bayerwaldhaus vorbei und biegen kurz vor dem Westsee nach rechts ab, um die Pagoden und die fernöstlichen Gärten zu besichtigen.
Wir gehen um den See herum, sehen vielleicht einige Wasserschildkröten, die hier von »Tierfreunden« ausgesetzt wurden, und steuern am Grillgelände vorbei den Biergarten am Rosengarten an. Nun geht es weiter nach Norden den Hügel hinauf, wobei wir den Parkplatz links liegen lassen. Dann verlassen wir den Westpark und gehen über die Brücke über die A 96 zur Trambahnhaltestelle Stegener Weg.
7Luitpoldpark und Olympiapark
Über die Münchner Schuttberge
Sowohl der Olympiaberg als auch der Luitpoldhügel sind sogenannte Schuttberge, zwar die größten in der Umgebung, aber nicht die einzigen. Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Schutt der zerstörten Stadt aufgeschüttet. Beide Parks werden von den Münchnern geliebt, sie nutzen sie zum Joggen, Spazierengehen und Entspannen.

Tourencharakter
Überwiegend Asphalt und Kiespfade
Ausgangspunkt
U-Bahnhof Scheidplatz (U2, U3, U8). GPS: 48.17128, 11.5739
Endpunkt
Trambahnhaltestelle Olympiapark West (Linien 20, 21)
MVV
Man kann die Tour am U-Bahnhof Olympiazentrum (U3, U8) abbrechen.
Einkehr
Bamberger Haus, Gaststätte »Zum Brunnergarten« in der Kleingartenanlage im Norden des Luitpoldparks, Olympia-Alm

Olympische GenüsseVom U-Bahnhof Hohenzollernplatz gehen wir die Mittermayrstraße nach Norden und erreichen nach etwa einem halben Kilometer den Bayernpark. Geradeaus weiter führt der Weg über die Karl-Theodor-Straße in den Luitpoldpark. Am Obelisken vorbei schlendern wir nach rechts zum Scheidplatz und erklimmen nun den ersten »Gipfel« des Tages, den Luitpoldhügel. Es sind mehrere Wege möglich – man wird schon hinauffinden und auch wieder hinunter.
Unser Weiterweg führt dann zwischen der Kleingartenanlage und den Hochhäusern zur Schleißheimer Straße und zum U-Bahnhof Petuelring. Wir überqueren die Schleißheimer Straße und folgen der Birnauer Straße bis zum Olympiapark. Im Park halten wir uns leicht links und steigen den Olympiaberg hinauf. Auch hier sind verschiedene Wege möglich. Und ganz gleich, welchen wir einschlagen: Nach kurzer Zeit haben wir unseren zweiten Tagesgipfel »bezwungen«. Der Ausblick über das Olympiagelände und den Münchner Norden ist fantastisch, der Blick auf die bayerischen Berge bei Föhn unbeschreiblich. Wir sehen auch schon die Ost-West-Friedenskirche, unser nächstes Ziel – wenn wir nicht vorher noch bei der Olympia-Alm einkehren.

Ein Ort der Stille: die Ost-West-Friedenskirche

Winterliche Abendstimmung im Olympiapark
Friedenskirche und OlympiaseeAlsdann geht es auf Sicht hinunter zur Ost-West-Friedenskirche, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von einem russischen Emigranten – von den Münchnern liebevoll Väterchen Timovej genannt – ohne Erlaubnis oder gar Rücksicht auf irgendwelche Vorschriften erbaut wurde. Man sollte sie sich unbedingt anschauen. Während des Sommer-Tollwood-Festivals müssen wir uns allerdings den Weg durch das Veranstaltungsgelände bahnen.
Nun geht es ein kurzes Stück zurück zur Brücke über den Nymphenburger Kanal. Vorsicht, hier verkehren MVV-Busse. Wir umrunden den Kleinen Olympiasee entgegen dem Uhrzeigersinn, gehen bachaufwärts am Willi-Gebhard-Ufer Richtung Dachauer Straße, wechseln dabei noch einmal die Bachseite und kommen schließlich zur Trambahnhaltestelle Olympiapark West.
Varianten
Falls uns die Wanderung zu kurz erscheint: Sowohl im Luitpold- als auch im Olympiapark sind mehrere Varianten möglich. Interessant ist ein Streifzug durch das nördliche Olympiagelände, besonders durch das Olympische Dorf, in dem man sich ganz schön verlaufen kann. Sei’s drum, man muss es einmal gesehen haben!
Die weltweit bekannte Zeltdachkonstruktion des Olympiastadions von Behnisch & Partner galt bereits zur Bauzeit als wegweisende Architektur.
Wissenswertes
Warum gibt es die Münchner Schuttberge? Sie sind Überbleibsel des Zweiten Weltkriegs. 74 Luftangriffe forderten über 6000 Tote, fast 16 000 Menschen wurden verletzt, es traf vor allem die Zivilbevölkerung. Dabei wurden über 50% der Stadt, die Altstadt sogar zu 90% zerstört. Auf beiden Gipfeln finden sich deshalb Gedenkkreuze für die Opfer.
Zeitzeugen berichteten, dass die Angriffe am Tag von den Amerikanern geflogen wurden, dass aber die Nachtangriffe der britischen RAF viel schlimmer waren, galten sie doch überwiegend zivilen Zielen. Man flüchtete sich in die Luftschutzkeller und wusste nicht, ob man diese wieder lebend und unverletzt verlassen können würde und ob dann noch das Haus stehen würde, in dem man wohnte.
Damit man eine Vorstellung von den Schrecken dieser Tage bekommt: Auf München wurden rund 450 Luftminen, 61 000 Sprengbomben, 3 316 000 Stabbrandbomben und 142 000 Flüssigkeitsbrandbomben abgeworfen. Dadurch wurden ca. 300 000 Einwohner obdachlos, 81 500 Wohnungen ganz oder teilweise zerstört. Nach dem Krieg überlegte man deshalb ernsthaft, ob München wieder in seinen alten Grenzen aufgebaut werden oder ob man nicht gleich die Stadt ganz woanders völlig neu errichten sollte. Heute, fast 75 Jahre später, werden bei Bauarbeiten immer noch nicht detonierte Bomben (Blindgänger) gefunden.
Den Olympiapark zu erkunden, lohnt sich allemal. Er zählt zu den 10 Highlights Münchens, die man bei einem Städte-Trip unbedingt gesehen haben muss. Entsprechend groß ist der Andrang der Touristen, welche die eine oder andere Sehenswürdigkeit besuchen wollen – eine kurze Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit: das Olympiastadion mit seiner einzigartigen Zeltdachkonstruktion von Behnisch & Partner, die Olympiahalle, die Olympiaschwimmhalle, der Fernsehturm mit seinem drehbaren Restaurant und dem Rockmuseum, der »Munich Olympic Walk of Stars« am großen Olympiasee, das »Sea Life«, die BMW Welt und das BMW-Museum, um nur die wichtigsten zu nennen.
Pulsuz fraqment bitdi.