Kitabı oxu: «Die ultimative QNAP NAS Bibel - Das Praxisbuch - mit vielen Insider Tipps und Tricks - komplett in Farbe»

Şrift:

Die ultimative

QNAP-NAS-Bibel

Wolfram Gieseke

Impressum

Dieses Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten, auch die der Übersetzung, der fotomechanischen Wiedergabe und der Speicherung in elektronischen Medien.

Bei der Erstellung von Texten und Abbildungen wurde mit größter Sorgfalt vorgegangen. Trotzdem sind Fehler nicht völlig auszuschließen. Verlag, Herausgeber und Autoren können für fehlerhafte Angaben und deren Folgen weder eine juristische Verantwortung noch irgendeine Haftung übernehmen. Für Anregungen und Hin­weise auf Fehler sind Verlag und Autoren dankbar.

Die Informationen in diesem Werk werden ohne Rücksicht auf einen eventuellen ­Patentschutz veröffentlicht. Warennamen werden ohne Gewährleistung der freien Verwendbarkeit benutzt. Nahezu alle Hard- und Softwarebezeichnungen sowie weitere Namen und sonstige Angaben, die in diesem Buch wiedergegeben werden, sind als eingetragene Marken geschützt. Da es nicht möglich ist, in allen Fällen zeitnah zu ermitteln, ob ein Markenschutz besteht, wird das ®-Symbol in diesem Buch nicht verwendet.

ISBN: 978-3-95982-459-0

© 2021 by Markt+Technik Verlag GmbH

Espenpark 1a

90559 Burgthann

Produktmanagement: Christian Braun, Burkhardt Lühr

Herstellung: Jutta Brunemann

Korrektorat: Alexandra Müller

Covergestaltung: David Haberkamp

Coverfotos: © QNAP; Drobot Dean – Adobe Stock

Vorwort

Network Attached Storage oder kurz NAS – ein komplizierter Name für ein simples Konzept: Eine kleine Box mit Festplatten ist ans lokale Netzwerk angeschlossen und stellt den Speicherplatz allen Benutzern und Geräten zur Verfügung.

Allerdings bietet allein diese Kernfunktion einige Fallstricke, von der Auswahl des optimalen Modells über die beste Konfiguration der internen Festplatten bis hin zur sicheren Nutzung des Gerätes. Richtig spannend wird es, wenn man entdeckt, dass ein NAS ein eigenständiger kleiner Rechner ist, der viel mehr sein kann als ein simpler Dateiserver: Medienserver, persönliche Cloud, Überwachungszentrale, Mailserver, Download-Dienst – und das nicht nur lokal, sondern per Web oder App jederzeit von überall aus erreichbar.

QNAP ist ein führender Anbieter von NAS-Systemen mit großer Auswahl von günstigen Einsteigermodellen bis zu Profigeräten für den Unternehmenseinsatz. Sie zeichnen sich durch eine durchdachte Benutzeroberfläche sowie eine große Auswahl an optionalen Zusatzfunktionen aus, mit denen jeder Benutzer sein NAS genau an seine Bedürfnisse anpassen kann.

Dieses Buch begleitet Sie von Anfang an durch das Abenteuer NAS. Wer noch kein Gerät hat, bekommt Entscheidungshilfen für den Kauf und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung durch den Installationsvorgang. Wer sein NAS schon eingerichtet hat, findet viele Tipps und Anleitungen für die optimale und sichere Konfiguration der Dienste. Das Installieren und Einrichten wichtiger Zusatzfunktionen wird ausführlich vorgestellt. Und auch die Systemwartung kommt nicht zu kurz, damit Sie lange ungetrübte Freude an Ihrem NAS haben.

In meinem Blog unter www.gieseke-buch.de informiere ich über aktuelle Entwicklungen und stelle spannende neue Anwendungsmöglichkeiten vor. Er dient als ständige Aktualisierung und Ergänzung meiner Bücher. Ebenso können Sie hier mit mir in Kontakt treten, um Ihre Fragen oder Anregungen loszuwerden.

Jetzt wünsche ich Ihnen aber erst mal viel Spaß und viele hilfreiche Erkenntnisse beim Lesen dieses Buches und beim Entdecken der Möglichkeiten Ihres QNAP-NAS.

Wolfram Gieseke


Foto: Tanja Binder

Inhaltsverzeichnis

Impressum

Vorwort

1. Kaufberatung: die richtige Hardware für Ihre Ansprüche

1.1 Das optimale NAS-Modell wählen

Entscheidungskriterien

Das bedeuten die Modellbezeichnungen

Die Unterschiede in der Praxis

1.2 Der perfekte Speichermodus für Ihre Zwecke

Einzelne Festplatte im Standardmodus

JBOD – Just a Bunch of Discs

RAID – Redundant Array of Independent Discs

Welche Platte mit welchem Modus? – der RAID-Rechner

1.3 Die richtigen Festplatten für das NAS

Desktop-Festplatten vs. NAS-Festplatten

Die optimale Größe der Festplatten

2. Installation des NAS

2.1 Der optimale Aufstellort für Ihr NAS

Wo sollte das NAS nicht stehen?

Netzwerkanschluss mit optimaler Geschwindigkeit

2.2 Festplatten ins NAS einbauen

HotSwap-Modelle

Modelle mit Schrauben

2.3 Aufstellen und anschließen

Netzwerkanschluss

Stromversorgung

2.4 Erster Start und Grundeinrichtung

Die aktuelle Systemsoftware installieren

Die Festplatten im NAS einrichten

Wichtige Einstellungen und Checks nach dem Installieren

3. QTS: Weboberfläche des NAS ­beherrschen

3.1 Die Elemente der Benutzeroberfläche

Die Symbolleiste

Das Hauptmenü

Symbole auf dem QTS-Desktop ablegen

Anwendungen als Fenster auf dem Desktop

Das Kontrollcenter für schnellen Überblick

Papierkorb und Qboost

Benachrichtigungen in der QTS-Oberfläche

Die QTS-Oberfläche individuell gestalten

3.2 Das NAS mit der Systemsteuerung einstellen

Einstellungen schnell finden

4. Benutzer, Gruppen und Zugriffsrechte verwalten

4.1 Die Standardbenutzer Ihres NAS

4.2 Benutzerprofile einrichten

Benutzerprofile bearbeiten

Anwendungsberechtigungen festlegen

Benutzer entfernen

Benutzerprofile sichern und exportieren

4.3 Benutzergruppen als dynamische Vorlagen

Die Standardgruppen

Eigene Benutzergruppe erstellen

Benutzergruppen nachträglich bearbeiten

Gruppen löschen

4.4 Zugriffsrechte auf Freigabeordner

Die Standardordner

Eigene Freigabeordner anlegen

Zugriffsrechte für Nutzer

Konflikte bei Zugangsrechten

Erweiterte Ordnereinstellungen

4.5 Speicherplatz mit Kontingenten kontrollieren

Kontingente aktivieren

Kontingente für Benutzer

Kontingente für Benutzergruppen

5. Zentrale Dateiverwaltung mit File ­Station

5.1 Eigene Ordner anlegen

Zugriffsrechte für Ordner (und Dateien)

5.2 Dateien auf das NAS hochladen

Upload per Auswahldialog

Upload per Drag-and-drop

5.3 Dateien vom NAS herunterladen

5.4 Dateien auf dem NAS verwalten

Dateien und Ordner auswählen

Das Werkzeugmenü

Die Darstellung der Dateien anpassen

Die Dateiliste mit Filtern einschränken

Ordner als Favoriten schnell wiederfinden

5.5 Dateien kopieren, verschieben, löschen

Dateioperationen per Menü

Dateioperationen per Drag-and-drop

Dateioperation per Zwischenablage

Dateien in ZIP-Archiven

5.6 Dateien mit anderen teilen

Dateien mit anderen NAS-Benutzern teilen

Freigabelinks für externe Empfänger erstellen

Freigabelinks per E-Mail versenden

Dateien in sozialen Netzwerken veröffentlichen

Freigaben kontrollieren und beenden

5.7 Dateien suchen

Dateien anhand des Namens filtern

5.8 Dateien aus dem Papierkorb retten

Die Nutzung des Papierkorbs steuern

Dateien mit Papierkorb löschen

Dateien aus dem Papierkorb wiederherstellen

Den Papierkorb leeren

5.9 Externe Speichermedien einbinden

USB- und eSATA-Speicher anschließen

Cloud-Speicher einbinden

Andere Netzwerkressourcen einbinden

6. Lokaler und mobiler Zugriff auf Dateien

6.1 Vom PC auf das NAS zugreifen

NAS-Ordner im Windows-Explorer anzeigen

NAS-Dateien direkt aus Anwendungen öffnen

NAS außerhalb der Arbeitsgruppe öffnen

Freigegebene Ordner als Netzlaufwerk einbinden

NAS-Ordner bei Macs einbinden

Zugang per FTP

6.2 Zugang per Tablet und Smartphone

Zugang zum NAS einrichten

Dateien per App nutzen und verwalten

Dateien an andere weitergeben

6.3 Mobiler Zugriff von unterwegs

Schnell und einfach per myQNAPcloud

NAS-Zugriffe per dynamischem DNS

Zugang über ein virtuelles privates Netzwerk (VPN)

7. App Center – zusätzliche Funktionen per Softwarepaket

7.1 Das Paket-Zentrum Ihres NAS

Die Darstellung der Liste anpassen

7.2 Apps suchen

7.3 Software aus dem App Center installieren

Apps für weitere Benutzer bereitstellen

7.4 Weitere Softwarequellen hinzufügen

7.5 Software manuell installieren

7.6 Apps auf dem aktuellen Stand halten

7.7 Anwendungen deinstallieren

8. Backup-Zentrale für Ihre Geräte

8.1 NetBak Replicator für Windows

Die Verbindung zum NAS einrichten

Sicherungen auf dem NAS durchführen

Automatische Sicherung bei Bedarf

Sicherung nach Zeitplan

Auf gesicherte Dateien zugreifen

8.2 NAS als Ziel für den Windows-Dateiversionsverlauf

Freigabeordner für Sicherungen einrichten

Sicherungsziel im Dateiversionsverlauf einstellen

8.3 Das NAS für Time Machine konfigurieren

Sicherungsziel in Time Machine einstellen

8.4 Die Daten des NAS sichern

Sicherungsaufträge erstellen

Weitere Sicherungsziele

Daten aus Backups wiederherstellen

8.5 Momentaufnahmen des NAS-Inhalts erstellen

Snapshots nach Zeitplan erstellen

Dateien aus Snapshots wiederherstellen

9. NAS und Geräte per Cloud ­synchronisieren

9.1 Qsync Central einrichten

Qsync nur für bestimmte Benutzer

Freigabeordner synchronisieren

Synchronisieren mit Versionskontrolle

9.2 Qsync auf dem PC nutzen

Dateien synchronisieren

Freigabeordner synchronisieren

Umgang mit Versionskonflikten

Zugriff auf frühere Versionen

9.3 Qsync auf Mobilgeräten nutzen

Qsync-Verbindung zum NAS herstellen

10. Musik und Bilder im NAS speichern und wiedergeben

10.1 Mediendienste mit der Multimedia Console steuern

Mediendienste nach Bedarf aktivieren

Den Zugriff auf Mediendienste steuern

Medienordner festlegen

10.2 Music Station als Musikarchiv

Schnell und unkompliziert im Spotlight-Modus

Volle Kontrolle im Verwalten-Modus

Musik in der Sammlung finden

Lokal oder auf anderen Geräten abspielen

Wiedergabelisten zusammenstellen

Zugriff auf die Musiksammlung per App

10.3 Musik ins lokale Netzwerk streamen

Auf den Medienserver zugreifen

10.4 Bilder mit Photo Station sammeln und organisieren

Galerie-Modus

Verwalten-Modus

Mobiler Zugriff mit Qphoto

11. Weitere spannende Funktionen für Ihr NAS

11.1 Datei-Downloads automatisieren

Torrents vom NAS übertragen lassen

Webdownloads durchführen

Bandbreitennutzung von Downloads begrenzen

11.2 Videoüberwachung per NAS

Surveillance Station einrichten

Überwachungskameras einrichten

Alle Kameras im Blick

Aufzeichnungen in der Chronik kontrollieren

Automatische Aufnahme bei Bewegung

Bei Ereignissen benachrichtigen lassen

11.3 Noch mehr Funktionen durch Container

Container erstellen

Container nutzen

12. Sicherheit und Systemwartung

12.1 Die Systemsoftware aktuell halten

Updates manuell einspielen

12.2 Virenschutz auf dem NAS

Regelmäßige Virenscans einrichten

Auf Virenfunde reagieren

12.3 Sichere Kennwörter für alle Benutzer

12.4 Das unsichere SMB 1 deaktivieren

12.5 Die Konfiguration des NAS sichern

Konfigurationssicherungen wieder einspielen

12.6 Energiesparende Einstellungen

Festplatten bei Nichtnutzung schlafen lassen

Das NAS in Ruhezeiten herunterfahren

12.7 Die internen Festplatten überwachen

Das bedeuten die S.M.A.R.T.-Informationen

12.8 Festplatten im NAS ersetzen

Was passiert bei einem Festplattendefekt?

Festplatten durch neue oder größere austauschen

12.9 Weitere Informationen im Internet

Informationen von QNAP

Foren zu NAS und QNAP

Index

1. Kaufberatung: die richtige Hardware für Ihre Ansprüche

Ich gehe davon aus, dass die meisten Leser dieses Buches bereits über ein QNAP-Gerät verfügen. Aber vielleicht stehen Sie noch vor dieser Entscheidung, oder die Leistung Ihres NAS reicht Ihnen nicht mehr aus, und Sie denken darüber nach, in ein neueres und leistungsfähigeres Modell zu investieren?

Und auch für alle, die sich schon immer gefragt haben, warum es so viele verschiedene Modelle gibt und worin diese sich unterscheiden, möchte ich in diesem Kapitel kurz auf die grundlegenden Unterschiede eingehen. Wer möchte, kann es auch gern als Entscheidungshilfe für zukünftige Investitionen verwenden.

1.1 Das optimale NAS-Modell wählen

»Wie Sand am Meer« wäre etwas übertrieben, aber tatsächlich gibt es eine große ­Auswahl an Netzwerkspeichergeräten. Allein die Firma QNAP bietet über hundert Gerätevarianten an. Das Preisspektrum reicht dabei von knapp dreistellig bis zum Gegenwert eines Kleinwagens.

Wenn Geld keine Rolle spielt, kann man einfach das teuerste Gerät kaufen und macht nichts falsch. Andererseits muss man ja nicht mehr Geld ausgeben, als unbedingt ­nötig wäre, um den eigenen Ansprüchen an ein NAS gerecht zu werden.

Was heißt eigentlich QNAP?

Der Firmenname QNAP ist eine Abkürzung und steht für Quality Network Appliance Provider – also frei übersetzt »Lieferant hochwertiger Netzwerkgeräte«. Die Firma ist in Taiwan beheimatet und existiert seit 2004 als eigenständiges Unternehmen.

Entscheidungskriterien

Um das passende Modell für Ihre eigenen Ansprüche zu finden, müssen Sie sich zunächst darüber klar werden, was Sie erwarten und welche Aufgaben das NAS übernehmen soll. Deshalb stelle ich im Folgenden einige wesentliche Kriterien vor, von denen Sie sich bei Ihrer Kaufentscheidung leiten lassen sollten.

Netzwerkanschluss

Eine einfache, aber ganz grundlegende Frage ist die Art des Netzwerkanschlusses. ­Gigabit-Ethernet ist heute Standard und wird von allen aktuellen NAS unterstützt. Die Zukunft gehört allerdings 10 Gigabit Ethernet (10GbE). Wenn Ihr Netzwerk ­bereits 10-Gigabit-Anschlüsse unterstützt oder Sie planen, in absehbarer Zeit auf 10 Giga­bit Ethernet umzusteigen, dann sollten Sie ein NAS kaufen, das dies auch unterstützt. Das ist bislang zwar den teureren Modellen vorbehalten, erspart aber später eine Neuinvestition. Sie können Geräte mit 1-Gigabit-Anschluss zwar auch in einem 10GbE-Netz weiter einsetzen, aber gerade ein NAS sollte stets die höchste verfügbare Geschwindigkeit nutzen.

Speicherkapazität

Ein weiteres grundlegendes Kriterium ist die Speicherkapazität, also wie viel Speichervolumen das NAS jetzt und auch in absehbarer Zukunft bereitstellen soll. Dazu können Sie eine kritische Analyse des vorhandenen Datenbestands durchführen: die Menge der regelmäßig zu sichernden Daten, die Anzahl der Sicherungsgenerationen, den Umfang der Medienbibliothek etc. Runden Sie die so ermittelte Menge großzügig auf, und suchen Sie dann ein NAS, das eine solche Menge gewährleisten kann. Da die Speicherkapazität einzelner Festplatten begrenzt ist, kann es sein, dass Modelle mit nur zwei Einbauschächten ausscheiden. Berücksichtigen Sie bei der Anzahl an Einbauschächten ggf. auch Ihren Bedarf an Redundanz (mehr darüber erfahren Sie im Abschnitt „Redundanz“).

Erweiterbarkeit

Wenn Sie hinsichtlich der Speicherkapazität unsicher sind bzw. für die Zukunft auf der sicheren Seite sein möchten, kommt Erweiterbarkeit ins Spiel. QNAP bietet Erweiterungen an, die per Kabel an ein vorhandenes Gerät angeschlossen werden und zusätzliche Einschübe bereitstellen. Damit lässt sich ein Modell auch später noch erweitern, wenn der Speicherbedarf steigt. Allerdings unterstützen nicht alle Modelle diese Möglichkeit. Wenn Sie Wert auf optionale Erweiterbarkeit legen, achten Sie also schon bei der Entscheidung für das NAS darauf, dass dieses später möglich ist.

Redundanz

Ein wichtiges Kriterium ist der Bedarf an Redundanz oder einfach gesagt: Wie viele Festplatten dürfen gleichzeitig ausfallen, ohne dass Daten verloren gehen? Das wirkt sich auf den Bedarf an Festplatteneinschüben aus. Denn wenn Sie Ihre Daten mit Redundanz speichern möchten, benötigen Sie immer einen zusätzlichen Einschub. Für doppelte Redundanz (selbst beim Ausfall zweier Festplatten gehen keine Daten verloren) müssen es zwei zusätzliche Einschübe sein.

Bei Modellen mit einem Einschub ist deshalb auch keine Redundanz möglich. Bei Modellen mit zwei Einschüben kann eine Festplatte die Redundanz sichern, dadurch halbiert sich allerdings der nutzbare Speicherplatz. Wenn Sie großen Wert auf Redundanz legen, empfiehlt sich deshalb ein Modell mit vier Einschüben oder mehr. Dann können Sie eine oder auch zwei Festplatten als redundant auslegen und verlieren zumindest relativ gesehen weniger vom nutzbaren Gesamtspeicher. Der Abschnitt „1.2 Der perfekte Speichermodus für Ihre Zwecke“ in diesem Kapitel geht ausführlicher auf Redundanz und die verschiedenen Varianten ein.

Prozessor und Arbeitsspeicher

Die Leistungsfähigkeit eines NAS im Alltag wird primär vom verbauten Prozessor und dem Arbeitsspeicher bestimmt. Einfache Modelle verwenden ARM-Prozessoren mit niedriger Taktzahl. Diese sind preisgünstig und energieeffizient, stoßen aber an ihre Grenzen, wenn sie zu viele Aufgaben gleichzeitig erledigen sollen. Modelle für höhere Ansprüche haben deshalb höher getaktete Quad-Core-Prozessoren von ARM oder Intel eingebaut, die nicht so schnell ins Schwitzen kommen, dafür aber auch mehr Energie verbrauchen und besser gekühlt werden müssen (Lüftergeräusche).

Beim Arbeitsspeicher verhält es sich ähnlich. Einfache Modelle kommen mit 512 MByte Speicher aus. Bei mehreren Benutzern und parallelen Zugriffen ist der aber schnell voll. Soll das NAS Zusatzdienste ausführen und mehrere Anwender ggf. auch gleichzeitig bedienen, sollte man eher zu einem Modell mit 2 GByte Arbeitsspeicher greifen. Außerdem gibt es Modelle, die sich bei Bedarf mit zusätzlichem Arbeitsspeicher aufrüsten lassen.

Zusatzdienste und Virtualisierung

NAS können viel mehr, als nur Datenspeicher zur Verfügung zu stellen. Auf QNAP-­Geräten lässt sich eine Vielzahl von Zusatzpaketen installieren, die weitere Dienste wie Mediensammlung, Mailserver, Cloud-Dienste, Download-Helfer etc. realisieren. Wenn Sie solche Zusatzdienste nutzen möchten, sollten Sie auf einen ­leistungsfähigen Prozessor (ARM Quad-Core oder Intel Dual-Core) und ausreichend Arbeitsspeicher (2 GByte) Wert legen. Soll das NAS außerdem virtuelle Systeme ausführen, muss es unbedingt mit einem Intel-Prozessor ausgerüstet sein, da ARM-Prozessoren die erforderlichen Virtualisierungsfunktionen fehlen.

USB-Anschlüsse

Vorhandene USB-Anschlüsse sind selten kaufentscheidend, aber wenn man regelmäßig Speichermedien anschließen möchte, können sie wichtig sein. Beispielsweise kann man Festplatten per USB anschließen, um den Inhalt des NAS regelmäßig extern zu sichern. Dazu sollten USB-3.0-Anschlüsse vorhanden sein, sonst dauert die Sicherung ewig.

Aber es geht auch umgekehrt: Sie können USB-Sticks oder auch Speicherkarten (via USB-Leser) an Ihr NAS anschließen und so den Inhalt des Speichermediums auf den Netzwerkspeicher kopieren. Dafür kann es sinnvoll sein, dass ein USB-Anschluss an der Vorderseite des Gehäuses leicht erreichbar ist. Manche Modelle verfügen außerdem über eine Kopiertaste am Gehäuse, mit der man den Sicherungsvorgang jederzeit bequem starten kann.

Speicherkarten aufs NAS sichern

Auch SD- und andere Speicherkarten lassen sich direkt auf das NAS sichern, selbst wenn dieses keinen entsprechenden Kartenleser verbaut hat. Man kann stattdessen einen externen USB-Kartenleser für wenige Euro erwerben und am USB-Anschluss des NAS verwenden. Sofern der Kartenleser sich als gewöhnliches USB-Medium verhält, kann das NAS darauf wie auf einen USB-Stick zugreifen.

Das bedeuten die Modellbezeichnungen

QNAP benutzt für seine NAS-Modelle Bezeichnungen, die aus verschiedenen Buchstaben, Ziffern und teilweise Symbolen wie + zusammengesetzt sind. Sie wirken auf den ersten Blick willkürlich und sehen nach dem typischen Marketingsprech der IT-Branche aus. Tatsächlich folgen sie aber einem festen Schema und erlauben auf den ersten Blick eine recht genaue Einschätzung der Leistungsfähigkeit des jeweiligen Gerätes. Nehmen wir als Beispiel das Modell TS-451+. Diese Bezeichnung setzt sich aus vier verschiedenen Komponenten zusammen: TS, 4, 51 und +. Der Reihe nach:

Geräteklasse

Die Bezeichnung beginnt mit zwei oder drei Buchstaben, die ein Kürzel für die Geräte­klasse sind, im Wesentlichen:

•TS: Dieses Kürzel tragen die weitaus meisten QNAP-Modelle. Es steht für Turbo Station und erlaubt für sich allein noch keine nähere Einordnung hinsichtlich der Gehäuseform oder Leistungsfähigkeit.

•TVS: Das zusätzliche V steht hier für Virtualisierung, also ein Modell, das besonders für den Betrieb virtueller Maschinen geeignet ist. Im Vergleich zu einem ähnlichen TS-Modell verfügt es in der Regel über mehr Arbeitsspeicher und einen leistungsfähigeren Prozessor.

•HS: Modelle mit dem Namenskürzel HS eignen sich besonders für den Einsatz im Wohnbereich. Sie haben ein schickes Gehäuse, das auch im Wohnzimmerregal gut aussieht. Außerdem verfügen sie über einen HDMI-Ausgang und sind besonders leise. Letzteres wird allerdings durch schwächere Hardware erkauft, sodass HS-Modelle in den NAS-Kernfunktionen oft etwas weniger glänzen.

•TBS: Dabei handelt es sich um kompakte Kleingeräte mit M.2-SSDs, HDMI-Ausgängen und einem integrierten Netzwerk-Switch. Durch die SSDs ist das NAS mobil und kann flexibel für Präsentationen, Meetings und kleine Arbeitsgruppen genutzt werden.

•ES, TES und TDS: Solche Bezeichnungen tragen Modelle für den Unternehmens­einsatz, die besonders leistungsfähig sind und nicht nur als Datenspeicher, sondern mit leistungsfähigen Prozessoren und Arbeitsspeicher auch als Applikationsserver im professionellen Umfeld dienen können.

•EJ, REXP, TR, TX: Diese Abkürzungen stehen nicht für NAS-Modelle, sondern für Erweiterungseinheiten, die per SAS-, USB- oder Thunderbolt-Schnittstelle angeschlossen werden und die Speicherkapazität eines NAS erhöhen können.

Namensergänzung EC

Einige Modelle tragen zusätzlich zur Geräteklasse die Ergänzung EC, also beispielsweise TVS-EC. In der Regel bedeutet dies, dass das Gerät die Verwendung von ECC-­Arbeitsspeicher erlaubt. Dieser verfügt über eine integrierte Fehlerkorrektur und verbessert dadurch die Datenintegrität. Allerdings ist er auch erheblich teurer als herkömmlicher Arbeitsspeicher und wird überwiegend im geschäftlichen Umfeld eingesetzt.

Vorsicht bei EC-Modellen

Zwei Dinge muss man beim Namenszusatz EC beachten: Er bedeutet nur, dass das Modell mit ECC-Speicher umgehen kann, nicht notwendigerweise, dass auch ECC-Speicher eingebaut ist.

Außerdem hat QNAP einige Zeit Modelle mit dem Namenszusatz EC angeboten, bei denen das EC für Edge Cloud stand und nichts mit ECC zu tun hatte. Bei gebrauchten Geräten sollten Sie also darauf achten, dass auch tatsächlich ECC drin ist, wo EC draufsteht.

Anzahl der Festplattenanschlüsse

Der erste Teil der Zahl (die erste Ziffer bei einer dreistelligen Zahl oder die ersten beiden Ziffern bei einer vierstelligen) im Namen gibt an, wie viele Festplatten in das Gerät eingebaut werden können. In ein TS-228A lassen sich zwei Platten einbauen, in ein TVS-873e maximal acht Platten und in ein TS-1635AX bis zu 16 Platten.

Modellreihe

Die letzten beiden Ziffern der Zahl in der Modellbezeichnung geben die Modellreihe an, zu der ein Gerät gehört. Dies lässt Rückschlüsse über Alter und Hardwareausstattung zu. Höhere Zahlen gehören zu einer neueren Modellreihe und sind im Allgemeinen mit neuerer, leistungsfähigerer Hardware ausgestattet. Gleichzeitig haben Modelle der gleichen Modellreihe in der Regel in etwa dieselbe Hardwareausstattung, auch wenn sie sich in anderen Eigenschaften wie Anzahl der Laufwerke oder Gehäuseform unterscheiden.

Weitere Eigenschaften

Hinter der Nummer können weitere Kürzel folgen, die Hinweise auf den Einsatzzweck, die Gehäuseform oder bestimmte Eigenschaften geben. QNAP ist dabei recht kreativ und auch nicht immer ganz konsequent, sodass man diese Angaben nur als Orientierung verwenden sollte.

Dass ein bestimmter Buchstabe fehlt, muss nicht immer heißen, dass das Gerät die damit assoziierte Eigenschaft nicht hat.

Folgende Buchstaben und Symbole sind geläufig:

•2, II, A oder + – dabei handelt es sich um den verbesserten Nachfolger eines Gerätes, der üblicherweise besser als das Urmodell ausgestattet ist.

•RP – Redundant Power, besonders ausfallsichere Geräte mit zwei separaten Netzteilen, die im laufenden Betrieb ausgetauscht werden können.

•X – das Gerät ist mit einem – oder mehreren – 10-GbE-Netzwerkanschlüssen ausgestattet.

•N – das Gerät ist mit einem – oder mehreren – 5-GbE-Netzwerkanschlüssen ausgestattet.

•U – das Gehäuse ist als Serverkomponente ausgelegt und kann in ein Rack eingebaut werden.

•T – das Gerät verfügt über einen Thunderbolt-Anschluss.

Die Unterschiede in der Praxis

Um die verschiedenen Modellbezeichnungen, Serien und Eigenschaften und deren Bedeutung noch mal ganz praktisch zu veranschaulichen, möchte ich als Beispiel ­typische Modelle mit zwei Festplatteneinschüben vergleichen. QNAP bietet vier verschiedene Varianten davon an.

Die folgende Tabelle zeigt wesentliche Merkmale und einige beispielhafte Funktionen der Modelle auf und macht die Unterschiede deutlich, die sich in der Bezeichnung widerspiegeln.


ModellTS-228ATS-231P2TS251+TS-253Be
ProzessorRealtek-­RTD1295Alpine AL-314Celeron J1900Celeron J3455
Architektur64 Bit (ARM)32 Bit (ARM)64 Bit (x86)64 Bit (x86)
TaktQuad-Core 1,4 GHzQuad-Core 1,7 GHzQuad-Core 2,0 GHzQuad-Core 1,5 GHz
Arbeits­speicher1 GByte DDR4(nicht erweiterbar)1 GByte DDR3L(bis 8 GByte erw.)2 GByte DDR3L(bis 8 GByte erw.)2 GByte DDR3L(bis 8 GByte erw.)
Einschübe2
HotSwap–ja
LAN-Anschluss12
USB 3.01323
USB 2.02–2–
HDMI–12
Snapshots322561.024
Virtualisierung–ja
max. Nutzer6004.096
max. Verbind.1281.500800800

1.2 Der perfekte Speichermodus für Ihre Zwecke

Zu den wichtigsten Entscheidungen beim Einrichten eines NAS gehört die optimale Wahl des Speichermodus. Dieser spielt aber auch schon bei der Kaufentscheidung eine große Rolle, denn der gewünschte Modus muss vom Gerät unterstützt werden.

Dabei geht es nicht nur um die Softwarefunktion als solche, sondern auch um die Anzahl der verwendbaren Festplatten. Denn einige der Modi erfordern eine bestimmte Anzahl an separaten Platten.

Solange Sie nur eine einzelne Festplatte in Ihr NAS einbauen, brauchen Sie sich über den Speichermodus keine Gedanken zu machen. In diesem Fall kommt ohnehin nur ein Modus infrage.

Schon bei zwei Festplatten gibt es aber verschiedene Varianten, durch die Sie den Schwerpunkt eher auf Kapazität, Geschwindigkeit oder Sicherheit legen können. Die Verwendung von drei oder mehr Festplatten gibt Ihnen sogar noch weitere Auswahlmöglichkeiten, durch die sich diese Schwerpunkte sogar kombinieren lassen.

Einzelne Festplatte im Standardmodus

Verwendet man nur eine einzelne Festplatte, wird diese im Standardmodus eingesetzt. Das NAS stellt den Speicher der Festplatte einfach zur Verfügung, wobei man die Speicherkapazität durchaus auf mehrere logische Laufwerke aufteilen kann. Das macht aus Sicht des NAS aber keinen Unterschied. Redundanz oder andere Funk­tionen, die ein RAID aus mehreren Platten ermöglichen würde, stehen in diesem Fall nicht zur Verfügung.

JBOD – Just a Bunch of Discs

Auf Deutsch könnte man diesen Modus etwas salopp als »nur ein Haufen Laufwerke« übersetzen. Dieser Modus kommt immer dann zum Einsatz, wenn man mehrere Festplatten ohne besondere RAID-Funktionen verwenden möchte. Er stellt die gesamte Speicherkapazität der Platten zur Verfügung. Dabei kann das NAS alle eingebauten Platten einzeln als Laufwerke anbieten oder alle vorhandenen Speichermedien zu einem einzigen großen logischen Laufwerk zusammenfassen.

In jedem Fall gilt bei JBOD, dass man stets die gesamte Speicherkapazität nutzen kann, dafür aber auch auf Vorteile wie Redundanz oder Geschwindigkeitssteigerungen verzichten muss. Was das genau bedeutet, wird vielleicht deutlicher, wenn man sich mit den im Folgenden beschriebenen RAID-Varianten und deren Vor- und Nachteilen beschäftigt.

RAID – Redundant Array of Independent Discs

RAID ist eine Technologie zur Erhöhung der Datensicherheit und/oder ­Performance von Festplatten, bei der mehrere Festplatten zu logischen Einheiten zusammen­geschaltet werden. RAID kann je nach Variante (auch als RAID-Level bezeichnet) die Verfügbarkeit und Sicherheit gespeicherter Daten dadurch verbessern, dass die Daten redundant auf mehreren Festplatten parallel gespeichert werden. Beim Ausfall einer Platte können alle Daten aus den Informationen der restlichen Platte(n) rekonstruiert werden (und die defekte kann ausgetauscht werden). Bestimmte logische Verschaltungen bzw. RAID-Level ermöglichen als Alternative eine Geschwindigkeitssteigerung (v. a. beim Lesen) oder eine Kombination von Redundanz und Geschwindigkeitssteigerung.

Die kleinste gemeinsame Festplatte

Eine wesentliche Eigenheit von RAID sollten Sie bei der Planung beachten: Die Speicherkapazität Ihres RAID-Verbundes wird im Wesentlichen von der kleinsten Festplatte im Verbund vorgegeben. Egal, ob es um das Spiegeln in RAID 1 oder die Redundanz in RAID 5 geht: Es herrscht immer eine Symmetrie zwischen den beteiligten Platten. Dadurch können selbst größere Festplatten nicht mehr Daten aufnehmen als die kleinste im Verbund. Es ist deshalb nicht sinnvoll, in einem RAID-Verbund Festplatten verschiedener Kapazität zu mischen. Zwar ist es möglich, aber der Extraplatz auf den größeren Speichermedien bleibt dann ungenutzt.

RAID 0: schneller und riskanter

Bei RAID 0 werden die Daten abwechselnd auf alle vorhandenen Festplatten geschrieben. Das führt vor allem beim Lesen der Daten zu einer Steigerung der Geschwindigkeit zwischen 30 und 80 %, da die zeitaufwendigen Plattenzugriffe zeitlich von mehreren Festplatten durchgeführt werden. Die Speicherkapazität leidet darunter nicht, weil sich beispielsweise zwei 1-TByte-Festplatten zu einem logischen 2-TByte-Laufwerk addieren.

Kritisch bei RAID 0 ist allerdings das erhöhte Risiko eines Datenverlusts durch einen Festplattenfehler. Denn fällt eine der beiden Festplatten aus, sind durch die Verzahnung auch die Daten auf der anderen verloren. Man sollte RAID 0 daher niemals ohne zusätzliches Backup der wichtigen Daten verwenden.

RAID 0 empfiehlt sich deshalb nur, wenn es darauf ankommt, die Zugriffsgeschwindigkeit auf die im NAS gespeicherten Daten zu maximieren, und wenn die Sicherheit dieser Daten irrelevant bzw. anderweitig abgesichert ist. In der Praxis wird der Geschwindigkeitsgewinn auch nur in bestimmten datenintensiven Anwendungs­szenarien spürbar sein, wenn etwa wie bei der Videobearbeitung regelmäßig größere Datenmengen transferiert werden müssen.

RAID 1: Sicherheit durch Redundanz

Wem es vor allem um den Schutz seiner Daten vor Festplattendefekten geht, für den ist RAID 1 interessant. Dabei werden üblicherweise zwei Festplatten zu einem redundanten logischen Laufwerk zusammengeschaltet und alle Daten jeweils auf beiden Laufwerken abgelegt, sodass ein Laufwerk eine Kopie des anderen ist. Kommt es bei einem der beiden Laufwerke zu einem Defekt, finden sich die Daten also weiterhin auf dem anderen. Außerdem kann man das defekte Laufwerk jederzeit ausbauen und durch ein neues ersetzen. Das NAS sorgt dafür, dass die vorhandenen Daten wieder auf das neue Laufwerk gespiegelt werden. Nach kurzer Zeit hat man also wieder einen voll redundanten Datenspeicher.

Der Preis für diese Sicherheit ist, dass dabei die Gesamtspeicherkapazität auf die Hälfte reduziert wird. Zwei 1-TByte-Platten ergeben also – anders als bei RAID 0 – nicht 2, sondern nur 1 TByte nutzbaren Gesamtspeicher.

RAID 5: Geschwindigkeit und Redundanz

RAID 5 kombiniert die Vorteile von RAID 0 und RAID 1 auf eine relativ ­kostengünstige Weise. Dabei werden immer mindestens drei Festplatten zusammengeschaltet und die Daten gleichmäßig auf diese verteilt, was in den meisten Situationen schnelle ­Zugriffe ermöglicht. Redundanz wird dadurch erreicht, dass ein Datenblock nicht auf alle physikalischen Platten verteilt wird, sondern auf einer Platte stattdessen Paritätsdaten dieses Datenblocks gespeichert werden. Sollte eine der Festplatten ausfallen, können die so verlorenen Teile von Datenblöcken anhand dieser Paritätsdaten von den anderen Festplatten rekonstruiert werden.

Genau wie bei RAID 1 kann man also eine defekte Festplatte einfach ersetzen, und das NAS sorgt dafür, dass die Integrität der Daten dann automatisch wiederhergestellt wird. Auch hier ist der Preis, dass sich die Speicherkapazität der beteiligten Festplatten nicht addiert. Stattdessen berechnet sich die Gesamtkapazität nach folgender Formel:

(Anzahl aller Festplatten – 1) × (Kapazität der kleinsten Festplatte)

Konkret: Bei drei 1-TByte-Festplatten erhält man mit RAID 5 effektiv 2 TByte nutzbaren Speicherplatz. Das ist aber selbst in der kleinsten Variante mit drei Festplatten noch effektiver als RAID 1, wo ja grundsätzlich nur die Hälfte der physikalischen Kapazität bereitsteht. Je mehr Festplatten man in einem RAID-5-Verbund einsetzt, desto größer wird der nutzbare Speicher in Relation zum Gesamtspeicher: Von fünf 1-TByte-Platten etwa kann man 4 TByte effektiv nutzen.

Plattenwechsel im Fall einer Störung

Wenn es zu einem Defekt einer Festplatte kommt, informiert Sie das NAS darüber beispielsweise per LED-Blinken, E-Mail etc. In einem solchen Fall ersetzen Sie die defekte Festplatte. Es muss sich nicht um ein baugleiches Modell handeln, aber sie sollte dieselbe Kapazität wie die ausgebaute haben, keinesfalls weniger, notfalls geht aber mehr. Abhängig vom NAS-Modell muss dieses für den ­Wechsel ausgeschaltet werden, oder der Tausch kann sogar im laufenden Betrieb erfolgen (HotSwap). Sicherer ist es aber immer, das NAS vorher herunterzufahren. Beim Neustart bemerkt das System, dass eine neue Festplatte eingebaut wurde. Es ­beginnt dann automatisch, die Daten zu rekonstruieren (außer bei RAID 0). Je nach Speicherkapazität kann dieser Vorgang aber einige Stunden dauern. Die Leistungsfähigkeit des NAS ist solange eingeschränkt.

RAID 6: noch mehr Sicherheit

Ab vier Festplatten im Verbund kann man mit RAID 6 zusätzliche Sicherheit ­schaffen. Das Prinzip ist das gleiche wie bei RAID 5, allerdings werden die Paritätsinforma­tionen für die Wiederherstellung jeweils auf zwei verschiedene Platten geschrieben. Dadurch bleiben die Daten selbst beim gleichzeitigen Ausfall zweier Festplatten erhalten. Das zielt vor allem auf den Wiederherstellungsprozess nach dem Austausch einer defekten Festplatte. Bei großen Datenträgern kann dieser einige Zeit dauern. Währenddessen sind die Daten sehr gefährdet, denn kommt es zu einem weiteren Defekt, bevor dieser Vorgang abgeschlossen ist, wären alle Daten verloren. Ein RAID 6 könnte auch einen solchen doppelten Ausfall verkraften.

Der Preis dafür ist allerdings auch ein geringeres nutzbares Speichervolumen in Bezug zur Gesamtkapazität:

(Anzahl aller Festplatten – 2) × (Kapazität der kleinsten Festplatte)

Konkret: Bei vier 1-TByte-Festplatten erhält man mit RAID 6 effektiv 2 TByte nutzbaren Speicherplatz. Besser wird die Quote, je mehr Festplatten man einsetzt: Bei fünf 1-TByte-Platten etwa kann man 3 TByte effektiv nutzen, bei sechs 1-TByte-Platten 4 TByte etc.

RAID 10

Ein RAID 10 ist ein RAID 0 (also Verteilen der Datenblöcke auf mehrere Laufwerke), bei dem diese Laufwerke jeweils aus einem RAID 1 (also zwei gespiegelten Laufwerken) bestehen. Es kombiniert den schnellen Zugriff eines RAID 0 mit der Redundanz eines RAID 1. Das tun RAID 5 bzw. 6 zwar auch, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Kommt es bei RAID 5 bzw. 6 zu einer Störung, muss das defekte Laufwerk ersetzt und müssen die fehlenden Daten aus den Informationen der anderen Laufwerke rekonstruiert werden. Das dauert einige Zeit, und solange stehen die Daten nicht bereit. Bei einem RAID 10 hingegen ist selbst im Fall eines Defekts immer mindestens eine Kopie der Daten verfügbar.

Der Preis dafür ist allerdings recht hoch: Man benötigt mindestens vier Festplatten, es muss immer eine gerade Anzahl von Platten vorhanden sein, und die nutzbare Kapazität ist stets nur die Hälfte des gesamten Speichervolumens aller verbauten Festplatten:

(Anzahl aller Festplatten / 2) × (Kapazität der kleinsten Festplatte)

RAID 50

RAID 50, auch als RAID 5+0 bezeichnet, fasst zwei oder mehr RAID-5-Verbunde per RAID 0 zu einem Speicher zusammen. Dafür werden mindestens sechs Platten benötigt (2 x 3). RAID 50 kombiniert die Redundanz und Ausfallsicherheit von RAID 5 mit den beschleunigten Lesezugriffen von RAID 0. Der Ausfall einer Festplatte kann jederzeit ohne Datenverlust kompensiert werden. Es können sogar mehrere Festplatten gleichzeitig ausfallen, solange diese nicht zum selben RAID-5-Verbund gehören. Nach einem Plattentausch kann die volle Datenintegrität schneller wiederhergestellt werden als bei einem reinen RAID 5. RAID 50 wird überwiegend im professionellen Bereich eingesetzt, wenn Datendurchsatz bei gleichzeitiger Ausfallsicherheit wichtig ist, etwa bei Datenbankanwendungen. Gesamtkapazität:

(Anzahl aller Festplatten – Anzahl der RAID-5-Verbunde) × (Kapazität der kleinsten Festplatte)

RAID 60

RAID 60, auch als RAID 6+0 bezeichnet, fasst zwei oder mehr RAID-6-Verbunde per RAID 0 zu einem Speicher zusammen. Dafür werden mindestens acht Platten benötigt (2 × 4). Im Vergleich zu RAID 50 ist RAID 60 ebenfalls schneller als eine reine RAID-6-Lösung. Gleichzeitig bietet es aber eine höhere Ausfallsicherheit, da jederzeit zwei beliebige Festplatten ausfallen können, ohne dass die Datenintegrität leidet. Es können sogar noch mehr Plattenausfälle kompensiert werden, solange maximal zwei Platten pro RAID-6-Verbund betroffen sind. Nach einem Plattentausch kann die volle Datenintegrität schneller wiederhergestellt werden als bei einem reinen RAID 6.

Der Preis für diese Sicherheit sind höhere Kosten, da pro RAID-6-Verbund eine zusätzliche Festplatte benötigt wird.

(Anzahl aller Festplatten – (Anzahl der RAID-6-Verbunde × 2)) × (Kapazität der ­kleinsten Festplatte)

Welche Platte mit welchem Modus? – der RAID-Rechner

Unter http://www.raid-calculator.com finden Sie einen praktischen RAID-Rechner. Hier geben Sie an, wie viele Festplatten welcher Größe Sie zur Verfügung haben bzw. anschaffen möchten. Dann können Sie einen RAID-Typ auswählen und sich anzeigen lassen, wie viel Gesamtkapazität (Capacity) der Speicher hätte, ob sich ­Geschwindigkeitsvorteile (Speed gain) ergeben würden und wie viele Festplatten gleichzeitig ausfallen dürften (Fault tolerance).

Es lohnt sich, mit diesem Rechner ein wenig herumzuspielen, verschiedene RAID-­Typen auszuprobieren und alles auch mal für eine zusätzliche Festplatte durchzurechnen. So können Sie leicht feststellen, ob Sie für die moderate Investition in eine weitere Platte nicht deutliche Vorteile bei Speicherplatz und Geschwindigkeit oder Ausfallsicherheit erzielen können.


Mit dem Online-RAID-Rechner können Sie verschiedene RAID-Konfigurationen vergleichen.

1.3 Die richtigen Festplatten für das NAS

NAS-Geräte werden vom Hersteller prinzipiell ohne Festplatten verkauft. Es gibt zwar auf dem Markt immer auch Kombiangebote, bei denen NAS schon mit Festplatten fertig bestückt angeboten werden. Aber diese stammen immer von Händlern, die die Bestückung selbst vornehmen und sich den Aufwand durch einen Preisaufschlag entlohnen lassen.

SSD im NAS?

Wer auf Geschwindigkeit großen Wert legt, wird vielleicht auf die Idee ­kommen, Solid-State-Drive-Laufwerke in sein NAS einzubauen. Schließlich wird das auch für PCs als ultimativer Beschleuniger empfohlen (nicht zu Unrecht). Technisch ist das ohne Weiteres möglich, aber meist nicht sinnvoll. Bei einem NAS mit 1-GBit-Ethernet-Anschluss liefern selbst klassische NAS-Festplatten die Daten schnell genug, um diesen auszulasten. Von schnelleren SSDs würde man also nur in einem 10-GBit-Netzwerk profitieren. Und selbst da wäre der deutlich höhere Preis nur für spezielle Anwendungen mit vielen nicht-sequenziellen Zugriffen wie etwa Datenbanken gerechtfertigt. Wenn es im professionellen Bereich auf maximale Performance ankommt, werden durchaus schon SSDs in NAS-Systemen ­eingesetzt. Für den typischen Privatanwender oder Kleinunternehmer ist das Kosten-Nutzen-­Verhältnis aber vorläufig deutlich zu schlecht.

Dabei sollten Sie außerdem unbedingt darauf achten, dass hochwertige Laufwerke eingebaut werden und nicht Schnäppchen von der Resterampe. Nicht nur das spricht allerdings gegen solche Fertiglösungen. Denn das Selbsteinbauen von Festplatten in ein NAS ist weder kompliziert noch besonders aufwendig. Dafür gibt es Ihnen die Möglichkeit, genau die für Ihre Zwecke optimalen Platten mit genau der benötigten Anzahl und Speicherkapazität zu verwenden.

Desktop-Festplatten vs. NAS-Festplatten

Prinzipiell haben alle SATA-Festplatten dieselben Anschlüsse und Abmessungen (in zwei Standardgrößen). Technisch kann man also jede SATA-Festplatte in ein NAS einsetzen. Gerade wenn man eine große Speicherkapazität benötigt, ist es deshalb naheliegend, möglichst preisgünstige Modelle zu wählen, wie sie auch in PCs zum Einsatz kommen, sogenannte Desktop-Festplatten. Meine Empfehlung ist allerdings, spezielle NAS-Festplatten zu verwenden, die für diesen Einsatzzweck optimiert sind. Diese sind zwar etwas teurer, haben aber wesentliche Vorteile für diesen Verwendungszweck:

•Desktop-Festplatten sind für eine typische Einsatzzeit von 2.400 Stunden pro Jahr ausgelegt (im Schnitt 300 Arbeitstage zu acht Stunden). In einem NAS laufen die Platten aber typischerweise rund um die Uhr, also bis zu 8.760 Stunden (ohne Energiemanagement). NAS-Festplatten sind speziell für solche Laufzeiten konstruiert.

•Ebenso sind Desktop-Festplatten für eine typische Menge an Lese-/Schreibzugriffen ausgelegt. Der Hersteller Seagate etwa schreibt in seinen Garantiebedingungen maximal 55 TByte pro Jahr vor. Bei den NAS-Modellen erlaubt er hingegen 180 TByte bzw. für spezielle Pro-Modelle sogar 300 TByte.

•Für spezielle NAS-Modelle bieten die meisten Hersteller dementsprechend auch längere Garantiefristen bis zu fünf Jahren an.

•NAS-Festplatten bieten spezielle Funktionen wie etwa Vibrationssensoren, mit ­denen sie typische Störungen durch andere Festplatten in der unmittelbaren Umgebung (was in NAS üblicherweise der Fall ist) selbst erkennen und kompensieren können.

•Ebenso können NAS-Festplatten fehlerhafte Sektoren selbst erkennen und an den RAID-Controller melden, der dann darauf reagieren kann.

Es gibt also gute Gründe, ein NAS mit speziell dafür geeigneten Festplatten zu ver­sehen. Die etwas höheren Ausgaben dürften sich in der Regel durch längere Lebens­dauer und weniger Störungen ausgleichen. Mehrere Anbieter haben spezielle NAS-­Modelle im Angebot, unter anderem:

•Seagate mit den Serien IronWolf NAS und IronWolf NAS Pro

•Western Digital (WD) mit den Serien Red bzw. Red Pro

•Toshiba mit der Serie N300

NAS-Pro-Festplatten

Neben den »normalen« NAS-Modellen bieten Seagate und WD jeweils noch eine Pro-Variante an. Diese bieten eine längere Garantie und für den Fall eines Defekts meist das kostenlose Inanspruchnehmen eines Datenrettungsdienstes. Für den typischen Heimanwender sind die Mehrkosten eher nicht nötig. Allerdings schrumpft der Preisunterschied mit steigender Kapazität der Laufwerke immer weiter zusammen, sodass die zusätzliche Sicherheit den Aufpreis wert sein mag.

Die optimale Größe der Festplatten

Das ist die Gretchenfrage beim Planen eines NAS. Hier muss jeder für sich selbst ­abschätzen, wie viele Daten er auf dem Gerät auf Dauer ablegen will. Gehen Sie ­davon aus, dass Sie im Laufe der Zeit weitere Zusatzfunktionen einrichten werden, die zusätzlichen Speicher beanspruchen. Schlagen Sie auf Ihre Schätzung also kräftig auf, und runden Sie dann großzügig auf. Dadurch steigen zwar die Kosten, aber berücksichtigen Sie dabei folgende Überlegungen:

•Größere Festplatten sind pro GByte gerechnet günstiger als kleinere. Mit jeder weiteren Größenstufe sinkt also der relative Preisaufschlag.

•Die Speicherkapazität eines NAS lässt sich zwar nachträglich aufrüsten, aber die Kosten sind dann insgesamt immer erheblich höher, als wenn Sie es gleich mit der größeren Kapazität ausgestattet hätten. Außerdem ist das nachträgliche Ersetzen der Festplatte durch größere Modelle im laufenden Betrieb recht aufwendig.

•Größere Modelle sind oftmals besser ausgestattet und sorgen mit höherer Umdrehungsgeschwindigkeit für schnellere Zugriffe.

•Bei größeren Modellen kommt immer häufiger eine Heliumfüllung zum Einsatz, durch die Reibungsenergie verringert und damit Strom gespart wird. Im Vergleich zu einem kleineren Modell ohne Helium kann dies dazu führen, dass der Aufpreis für das größere Modell im Laufe der Zeit durch eingesparte Energiekosten sogar ausgeglichen wird.

•Wenn Sie den Preis hart kalkulieren müssen, würde ich eher größeren Festplatten den Vorzug geben und dafür beispielsweise einfache NAS-Festplatten anstelle der teureren Pro-Variante kaufen.

2. Installation des NAS

NAS und Festplatte sind da? Dann können Sie darangehen, das Gerät zu installieren, die grundlegende Konfiguration vorzunehmen und Ihr NAS in Betrieb zu nehmen. Ihr Netzwerkspeicher ist bereits im Einsatz? Auch dann empfehle ich Ihnen, dieses Kapitel zumindest zu überfliegen. Auch wenn schon alles läuft, können Tipps zur optimalen Konfiguration oder zum Aufstellort hilfreich sein. Auch die Checks nach der Installation können nicht schaden. Und falls Sie feststellen, dass Sie beim Installieren etwas anders hätten machen sollen: Es ist nie zu spät, das eigene NAS ggf. anzupassen und zu optimieren.

2.1 Der optimale Aufstellort für Ihr NAS

Wo sollte man ein NAS am besten platzieren? Ganz wesentlich ist dabei ein verfüg­barer Netzwerkanschluss. Solange der gegeben ist, können Sie Ihr NAS überall platzieren. Ist es einmal in Betrieb genommen, erfolgen die weitere Konfiguration und Wartung per Webbrowser. Direkten Zugriff auf das Gerät benötigt man nur ganz selten. Es spricht also auch nichts dagegen, das NAS im Keller oder in der Garage aufzustellen, wo es niemanden stört. Trotzdem sollten Sie dabei ein paar Dinge beachten.

Wo sollte das NAS nicht stehen?

Ein NAS verursacht eigentlich immer Geräusche. Die meisten Modelle verfügen über einen Lüfter, der zumindest bei stärkerer Beanspruchung hörbar ist. Außerdem ­verursachen Magnetfestplatten bei jedem Zugriff Geräusche. Ein NAS ist also nichts fürs Schlafzimmer, und auch im Wohnzimmer könnte es stören. Im Arbeitszimmer oder im Flur sind kleinere, leisere Modelle durchaus akzeptabel, aber das ist immer Geschmackssache. Größere, leistungsstärkere Modelle sollte man aufgrund der verursachten Geräusche am besten in den Keller oder einen Abstellraum verbannen. Im Hinblick auf das NAS gibt es einige Ausschlusskriterien: Der Raum sollte trocken, nicht zu warm (auch nicht im Sommer) und nicht zu kalt sein. Auch eine staubige Umgebung ist der Lebensdauer eher abträglich. Die Stromversorgung sollte stabil sein, da Stromausfälle bei Magnetfestplatten auf Dauer zu Störungen führen können. Falls im Keller regelmäßig die Sicherung rausfliegt, sollten Sie das Problem also beheben oder einen alternativen Standort suchen.

Netzwerkanschluss mit optimaler Geschwindigkeit

NAS für den privaten oder semiprofessionellen Einsatz sind mindestens mit 1-Gigabit-Netzwerkanschlüssen ausgestattet. Leistungsfähigere Modelle beherrschen teilweise schon 10GbE. Auch bei PCs ist Gigabit-Ethernet schon lange Standard, und Smartphones oder Tablets klinken sich mit schnellem WLAN ins Netzwerk ein. Im Prinzip steht schnellen Datentransfers also nichts im Weg, wenn der Teufel nicht im Detail liegt: Damit man die volle Kapazität von 1 oder sogar 10 Gigabit Transferkapazität nutzen kann, müssen alle an der Verbindung beteiligten Komponenten dies auch unterstützen.

Das gilt vor allem auch für die verlegten Netzwerkkabel sowie Router und Switches, die an der Vermittlung der Daten beteiligt sind. Wenn eine Komponente nur einen älteren Standard beherrscht, schalten alle anderen beteiligten Geräte automatisch auf dessen Geschwindigkeitsstufe herunter. Die Verbindung kommt also trotzdem zustande, aber die Daten kriechen nur häppchenweise durch die Leitung.

Sollte Ihr NAS also nicht die erwartete Transfergeschwindigkeit an den Tag legen, kontrollieren Sie den Weg der Daten zwischen Netzwerkspeicher und Ihrem PC oder sonstigem »Empfangsgerät«. Gern stößt man dabei beispielsweise auf einen preisgünstigen Netzwerkverteiler (Switch), den man irgendwann mal eingebaut hat. Dieser lässt sich für kleines Geld durch ein aktuelles, leistungsfähigeres Modell ersetzen.

Wichtige Geräte ohne Gigabit-Ethernet?

Eventuell unterstützen zentrale Geräte in Ihrem Netzwerk kein Gigabit-Ethernet, wie etwa ein vom Anbieter bereitgestelltes Kabelmodem oder eine ältere FRITZ!Box. Wenn man diese nicht durch neuere Versionen austauschen kann oder will, muss man trotzdem nicht unbedingt auf ein schnelles Netzwerk verzichten. Auch hier hilft ein aktueller Switch mit schnellem Ethernet. Verbinden Sie diesen mit dem älteren Router, und schließen Sie dann alle schnellen Geräte wie NAS und PCs direkt am Switch an. So können diese Teilnehmer zumindest untereinander mit hoher Geschwindigkeit kommunizieren.

Nur wenn das ältere Gerät an einer Verbindung beteiligt ist, wird das Tempo gedrosselt.

2.2 Festplatten ins NAS einbauen

In der Regel wird Ihr NAS ohne Festplatten ausgeliefert. Einige Händler bieten Pakete von NAS mit eingebauten Festplatten an, verlangen dafür aber meist auch einen Aufpreis gegenüber dem Gesamtpreis der einzelnen Komponenten. Und das Einbauen der Laufwerke ins NAS ist nicht schwierig. In den meisten Fällen wird dafür nicht mal Werkzeug benötigt. Und wenn doch, brauchen Sie dafür nur einen kleineren Kreuzschraubendreher und etwas Geschick.

Wichtig: Festplatten werden gelöscht!

In der Regel wird man ohnehin neue, leere Festplatten in ein neues NAS einbauen. Falls Sie bereits genutzte Laufwerke wiederverwenden möchten, beachten Sie bitte, dass diese vom NAS grundsätzlich neu formatiert werden. Eventuell vorhandene Daten werden dabei unwiederbringlich gelöscht. Die Idee »Ich setze die Festplatte mit meiner Fotosammlung einfach ins NAS ein, dann habe ich die schon mal drin« ist zwar gut gemeint, wird in der Praxis aber nicht funktionieren. Stellen Sie deshalb also bei bereits gebrauchten Festplatten sicher, dass der Inhalt verzichtbar ist.

HotSwap-Modelle

Viele QNAP-NAS sind HotSwap-fähig. Das bedeutet, dass man die Festplatten beispielsweise im Fall einer Störung im laufenden Betrieb wechseln kann. Dass man dazu nichts aufschrauben sollte, ist schon aus Sicherheitsgründen naheliegend. Dementsprechend kann man die Festplatten bei diesen Modellen wechseln, ohne das Gehäuse zu öffnen. Stattdessen werden die Platten in einem Rahmen fixiert. Dieser wird dann ins NAS-Gehäuse eingeschoben. Rastet er dort ein, sind der sichere Sitz und Anschluss der Festplatte garantiert.

Sonderfall 2,5“-Laufwerke

Kleinere Laufwerke mit einem Formfaktor von 2,5“ findet man vor allem bei Notebook-Festplatten und SSDs. Beide Arten finden in NAS eher seltener Verwendung, lassen sich aber durchaus einsetzen, da der SATA-Anschluss identisch ist. Allerdings kann man sie nicht mit Klemmleisten in den für 3,5“ ausgelegten Ein­schüben fixieren. Stattdessen finden Sie an den Rahmen vorgebohrte Löcher, die zu entsprechenden Schraublöchern an der Unterseite der kleinen Laufwerke passen. Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Abschnitt zum Einbau von Festplatten mit Schrauben.

Die exakte Vorgehensweise unterscheidet sich bei den verschiedenen Modellen geringfügig. Insbesondere die Ent- und Verriegelung der Einschubrahmen wurden im Laufe der Modelljahre immer wieder verändert. Bei den leistungsfähigeren Geräten kommen außerdem aufwendigere und widerstandsfähigere Mechanismen zum Einsatz. Prinzipiell sind die Schritte aber immer dieselben, wie im Folgenden beschrieben wird. Sollten Sie bei Ihrem Modell Zweifel haben, schauen Sie in die beigelegte Installationsanleitung. Sollten Sie diese nicht zur Hand haben, finden Sie sie online unter www.qnap.com/de-de/download. Wählen Sie dort Ihr Modell und dann die Rubrik Dokument aus.

Keine Gewalt – keine Probleme

Wer mit Hardwarebasteleien keine Erfahrung hat, schreckt vielleicht vor Eingriffen wie dem Einbau von Festplatten zurück. Das ist aber in diesem Fall nicht nötig, denn der Hersteller hat es so einfach wie möglich gemacht. Wichtig: Alle Schritte lassen sich ohne allzu großen Kraftaufwand durchführen. Wenden Sie also keinesfalls Gewalt an. Wenn etwas mit leichtem Druck nicht dahin will, wo es hinsoll, dann prüfen Sie bitte noch mal, ob Sie alle Schritte wie beschrieben durchgeführt haben. Wenn Sie unsicher sind, wäre mein persönlicher Tipp YouTube. Wenn Sie dort nach der Modellbezeichnung Ihres NAS suchen, finden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit Unboxing-Videos u. Ä. Mit etwas Geduld werden Sie einen Clip finden, der genau das Einsetzen der Laufwerke in Ihr Modell zeigt.

Einbauschächte lokalisieren/Abdeckung entfernen

Bei den meisten Modellen werden Sie die Einbauschächte auf den ersten Blick erkennen. Sie befinden sich meist an der Vorderseite. Etwas schwieriger kann es bei Modellen sein, bei denen die Einbaurahmen aus ästhetischen Gründen hinter einer Blende versteckt sind. Diese kann einfach aufgeklappt oder abgezogen werden. Teilweise müssen aber auch zuvor an der Rückseite ein paar Rändelschrauben entfernt werden, die sich einfach von Hand losdrehen lassen.


Bei einigen Modellen verbergen sich die Einbauschächte hinter einer Blende, die man einfach abziehen kann.

Wichtig: Wenn an Ihrem Modell keine Einbauschächte sichtbar sind und sich auch ­keine Blende findet, hinter der sie sich verstecken könnten, handelt es sich wahrscheinlich um ein Einsteigermodell mit internen Festplattenschächten, das für den Einbau geöffnet werden muss (siehe „Gehäuse ohne Einschubrahmen“).

Einschubrahmen entnehmen

Bei den Einschubrahmen ist der korrekte Sitz im jeweiligen Schacht wesentlich. Durch das Einstecken des Rahmens mitsamt Festplatte werden deren Konnektoren in die entsprechenden Anschlüsse des NAS gepresst. Dadurch werden sowohl die Stromversorgung als auch die Datenverbindungen zwischen Festplatte und NAS hergestellt.

Damit eine sichere und stabile Verbindung gewährleistet ist, muss deshalb ein Widerstand überwunden werden, der die richtige Position der Festplatte sicherstellt und zuverlässig beibehält. Bei den meisten Modellen rasten die Einschübe an der korrekten Position regelrecht ein.

Um einen Einbaurahmen zu entnehmen, muss dieser Widerstand jedes Mal überwunden werden. Für den genauen Mechanismus gibt es verschiedene Varianten. Aber in der Regel ist auch für Laien auf den ersten Blick erkennbar, wo man drücken oder ziehen muss. An dieser Stelle ist ausnahmsweise auch mal etwas mehr Druck erlaubt, da die Verbindung recht fest sitzen kann.

Kaputt machen können Sie dabei auch nichts, wenn Sie folgende Punkte beachten:

•Sie benötigen auf keinen Fall Werkzeug dafür.

•Es reicht der Druck von einem oder zwei Fingern.

•Halten Sie das Gehäuse vorsichtshalber mit der anderen Hand fest, bis Sie ein Gefühl für die erforderliche Kraft haben.

Bei den Mechanismen gibt es verschiedene Varianten:

•Im einfachsten Fall befindet sich an der zugänglichen Seite des Rahmens ein Griff, mit dem der Rahmen direkt herausgezogen werden kann.

•Bei vielen Modellen ist der Einbaurahmen in der korrekten Position fest einge­rastet. Dann finden Sie an der Vorderseite des Rahmens einen Bügel, mit dem Sie diese Einrastsicherung lösen und dann den Rahmen entnehmen können.

•Bei manchen Modellen ist der Einschubrahmen zusätzlich durch einen kleinen Riegel gegen unbedachtes Herausziehen gesichert. In dem Fall muss dieser Riegel zunächst in die entgegengesetzte Position geschoben werden, bevor der Rahmen entriegelt und herausgezogen werden kann.

Einmal gelöst, kann der Einschubrahmen vollständig aus dem Gehäuse entnommen werden, um die Festplatte ungehindert einbauen bzw. wechseln zu können.


Verschiedene Varianten für Einbaurahmen bei QNAP-Geräten.


Die Rahmen können zum Einbauen von Festplatten vollständig entnommen werden.

Festplatte mit Halterungen einbauen

Bei einigen Modellen sind die Einschubrahmen an beiden Seiten mit Kunststoffstreifen versehen. Diese dienen dazu, die Festplatte im Rahmen zu fixieren, und erlauben das werkzeuglose Einsetzen bzw. Wechseln der Platten.

1.An den beiden Längsseiten ist von außen jeweils ein Kunststoffstreifen in den Rahmen eingesetzt, den Sie einfach entnehmen können. Am einfachsten geht es am vorderen Ende, mit dem der Rahmen ins Gehäuse eingesteckt wird. Dort stehen die Streifen leicht über und können mit dem Finger nach außen gedrückt werden. Notfalls können Sie einen schmalen Schraubendreher vorsichtig zu Hilfe nehmen, um die Streifen herauszuhebeln.


Gummipuffer im Einschubrahmen

An den Einschubrahmen finden Sie bei den meisten Modellen Gummipuffer, die in die Bohrlöcher eingesetzt sind. Vielleicht erscheinen Ihnen diese lästig, weil sie das Positionieren der Festplatte und das Anbringen der Sicherungsstreifen etwas umständlicher machen. Sie erfüllen aber eine wichtige Rolle als Dämpfer, die das Übertragen von Schwingungen der Festplatte ans NAS-Gehäuse erheblich verringern. Damit arbeitet das Gerät vibrationsärmer und vor allem leiser. Entfernen Sie diese Noppen also keinesfalls, und achten Sie darauf, dass sie nicht versehentlich verloren gehen.

2.Setzen Sie nun die Festplatte von oben in den Rahmen ein. Dabei gehört die beschriftete Seite nach oben. Der Anschluss für Strom und Daten muss am vorderen Ende entgegengesetzt zum Griff oder Bügel sein.


3.Kontrollieren Sie die korrekte Ausrichtung der Festplatte, indem Sie die schmalen Seiten betrachten, wo Sie zuvor die Kunststoffstreifen für die Sicherung entnommen haben. Vorsicht: Die Festplatte liegt bislang nur locker im Rahmen, also gut festhalten! Die Seiten weisen jeweils zwei Bohrungen auf, die mit den entsprechenden Löchern im Gehäuse der Festplatte übereinstimmen sollten. Wenn es noch nicht ganz passt, schieben Sie die Platte ggf. etwas, um den Sitz zu optimieren.


4.Nun montieren Sie die in Schritt 1 entnommenen Kunststoffstreifen wieder. An ­deren Innenseiten befinden sich Stifte, die exakt in die Löcher des Rahmens passen. Am besten beginnen Sie jeweils an einem Ende und platzieren dort zunächst einen Stift in der passenden Bohrung. Dann können Sie den Rest des Streifens einpressen.

Beschriftungen auf den Befestigungsstreifen?

Die Kunststoffstreifen sind für alle Einbaurahmen eines Modells identisch. Allerdings kann es sein, dass sie jeweils nur an einer bestimmten Seite passen. Dann sind sie gut sichtbar mit R oder L beschriftet. Wenn ein Streifen sich nicht ohne Gewalt fixieren lassen möchte, schauen Sie ihn sich also noch mal genau an. Falls Sie unsicher sind, wo nun rechts und links sein sollen: Der Einbaurahmen weist in diesem Fall ebenfalls diese Beschriftungen auf.


5.Auf beiden Seiten fest angebracht, fixieren die Streifen die Festplatte im Rahmen. Sie scheinen nicht sehr widerstandsfähig, aber wenn der Rahmen wieder im Gerät platziert ist, werden die Streifen zuverlässig an Ort und Stelle gehalten.


Wenn Ihnen die Sicherungsstreifen nicht ausreichen

Wenn Ihnen die Kunststoffstreifen nicht ausreichend erscheinen und Sie ohnehin nicht vorhaben, die Festplatten in absehbarer Zeit wieder auszubauen, können Sie die vorgebohrten Bohrlöcher in Rahmen und Festplatte nutzen, um die Platte mit den üblichen Einbauschrauben dauerhaft im Rahmen zu fixieren. Verwenden Sie die Kunststoffhalterungen aber auch in diesem Fall, damit der Einbaurahmen korrekt und sicher im Gerät fixiert werden kann.

Einschubrahmen einstecken

Ist die Festplatte im Einschubrahmen platziert und fixiert, kann der Rahmen wieder in das NAS-Gehäuse eingeschoben werden. Auch hier kann man wenig falsch machen, sofern man nichts mit Gewalt versucht. Bei der Ausrichtung des Rahmens kann man sich meist an anderen Rahmen orientieren, die sich noch im Gehäuse befinden. Die Rahmen lassen sich auch nur in der korrekten Ausrichtung in den Schacht einschieben.

Schieben Sie den Rahmen vorsichtig, aber auch nicht zu zaghaft in den Schacht ein. Er muss am Ende einrasten oder bei Mechanismen ohne Rastfunktion deutlich erkennbar am Ende ankommen. Bei Geräten mit einer Verriegelung für den Griff­bügel drücken Sie abschließend den Bügel in seine Endposition. Wenn Sie von der Seite schauen, darf der Rahmen nicht über das Gehäuse oder die anderen Rahmen hinausragen.


Abdeckung anbringen

Wenn Ihr Gerät über eine Blende verfügt, die die Einbauschächte abdeckt, bringen Sie diese anschließend wieder an. Das sieht nicht nur besser aus, sondern schützt das Gehäuseinnere auch vor Staub und sorgt ggf. dafür, dass der Lüfter zur Temperaturkontrolle optimal und leiser arbeiten kann.

Modelle mit Schrauben

Nicht allen QNAP-Modellen liegen Kunststoffhalterungen für 3,5“-Festplatten bei. ­Außerdem müssen die kleineren 2,5“-Platten ohnehin fast immer festgeschraubt werden. Ausnahmen sind die Einbaurahmen für SSDs, in denen ausschließlich 2,5“-Platten eingesetzt werden können. Hier sind die Einschubrahmen an die kleinere Größe angepasst, und die Platten können direkt eingesetzt und fixiert werden.

Festplatten mit Schrauben befestigen

Für die kleineren Platten werden dieselben Einschubrahmen wie bei 3,5“-Laufwerken verwendet. Allerdings lassen sich die kleineren Festplatten dort nicht mit den üblichen Mechanismen fixieren und müssen stattdessen angeschraubt werden.

1.Entnehmen Sie den leeren Einschub­rahmen aus dem NAS.

2.Entfernen Sie an den Längsseiten die beiden Kunststoffstreifen zum Fixieren von 3,5“-Laufwerken. Diese werden nicht benötigt bzw. würden stören. Bewahren Sie sie in an sicheren Ort auf, falls Sie später doch größere Laufwerke verwenden möchten.

3.Auf der Grundplatte des Einschub­rahmens finden Sie vier Bohrlöcher vor. Diese passen zu entsprechenden Bohrungen am Boden der 2,5“-Festplatte.


4.Legen Sie die Platte an dieser Stelle auf die Grundplatte des Rahmens. Die beschriftete Seite muss nach oben zeigen.

Die SATA-Anschlüsse der Festplatte gehören an die vordere kurze Seite des Einschubrahmens, die als Erstes ins Gehäuse eingeschoben wird.


5.Drehen Sie nun Rahmen und Festplatte vorsichtig um (die Platte liegt ja bislang nur lose auf!). Verschieben Sie die Platte ggf. noch ein wenig, sodass die vier Löcher im Rahmen genau über den Bohrungen der Festplatte liegen.


6.Verwenden Sie nun die beim NAS mitgelieferten Schräubchen, um die Platte am Rahmen zu befestigen. Wichtig ist dabei, dass Sie einen Kreuzschraubendreher mit sehr kleinem Kopf verwenden.

Wenden Sie nur mäßig Kraft auf, da die Schraubköpfe leicht aus­leiern. Die Schrauben brauchen auch nur leicht handfest angezogen zu sein, sodass Rahmen und Festplatte fest miteinander verbunden sind und nichts wackelt.

7.Nun können Sie den Rahmen in das NAS-Gehäuse einschieben.

Gehäuse ohne Einschubrahmen

Einige wenige Modelle von QNAP verzichten auf Einschubrahmen und -schächte. Dabei handelt es sich um Einstiegsmodelle mit nur einem oder zwei Festplatten­anschlüssen. Diese müssen ähnlich wie bei einem PC ins Gehäuse eingebaut werden.

Das NAS muss dazu ausgeschaltet und das Stromkabel abgezogen sein. Diese Modelle sind nicht HotSwap-fähig, sodass ein Entfernen von Platten im laufenden Betrieb zu Fehlern und Datenverlust führen kann. Außerdem muss das Gehäuse geöffnet werden, wobei schon aus Sicherheitsgründen kein Strom mehr anliegen sollte. Am besten ziehen Sie auch das Netzwerkkabel ab, um das Gerät besser handhaben zu können.

1.Entfernen Sie dazu zunächst den abnehmbaren Teil des Gehäuses. In der ­Regel lässt sich ein Teil der Abdeckung leicht nach vorne schieben und dann ganz ­abnehmen. Werkzeug ist dazu meist nicht notwendig, bzw. die Schrauben an der Rückseite können von Hand gelockert werden. So erlangen Sie Zugang zum ­Gehäuseinneren.

2.Im Gehäuse finden Sie dann ein bzw. zwei Plätze für Festplatten vor. Die Laufwerke müssen so eingesetzt werden, dass die SATA-Stecker genau in die Buchsen auf der Platine an der Rückseite der Einschübe passen. Wenden Sie etwas Druck, aber keine Gewalt an.


3.An den Seitenblechen der Halterung finden Sie jeweils zwei Löcher ggf. mit Gummipuffern vor. Diese passen genau zu Löchern an den Seiten der Festplatten. Verwenden Sie – wenn vorhanden – die Kunststoffstreifen (siehe „Festplatte mit Halterungen einbauen“) zum Fixieren der Festplatten. Andernfalls liegen dem NAS passende Schrauben bei, die Sie mit einem kleinen Kreuzschraubendreher nicht mehr als handfest anziehen.


Gummipuffer als Schalldämpfer

Wenn an den Löchern Gummipuffer angebracht sind, setzen Sie die Kunststoffleisten bzw. Schrauben durch diese hindurch. Die Puffer entkoppeln die Festplatten vom Gehäuse und minimieren so Vibrationen und Geräusche.

4.Ist bzw. sind die Festplatte(n) so fixiert, ist eine stabile zuverlässige Verbindung gesichert. Setzen Sie den fehlenden Teil der Abdeckung wieder ein, um das NAS vor Staub zu schützen und die Geräuschentwicklung zu minimieren.

2.3 Aufstellen und anschließen

Wer schon mal einen PC oder ein Smart-TV angeschlossen hat, sollte mit einem NAS keine Probleme haben. Denn solche Geräte benötigen lediglich zwei Verbindungen: einen Netzwerkanschluss und die Stromversorgung.

Netzwerkanschluss

Zum Thema Netzwerkanschluss wurde auf Seite 56 schon einiges gesagt. Das Gerät sollte in der Nähe eines geeigneten Netzwerkanschlusses stehen, der vor allem auch die maximale Geschwindigkeit unterstützt. Den oder ggf. die Netzwerkbuchsen finden Sie an der Rückseite des NAS.

Netzwerk mit Internet

Wichtig: Zumindest beim ersten Start muss sich das NAS über die Netzwerk­verbindung mit dem Internet verbinden können, um die aktuelle Firmware aufspielen zu können.

Sollte das mitgelieferte Netzwerkkabel nicht ausreichend lang sein, können Sie es durch ein handelsübliches Netzwerk­kabel passender Länge ersetzen. Wenn Sie ein neues dafür kaufen, wählen Sie am besten eines mit CAT 7 aus. Das ist ein aktueller Standard, der dank guter Abschirmung robuste und schnelle Übertragungen ermöglicht und ggf. auch für ein zukünftiges 10-Gigabit-Netz gerüstet ist. Die Stecker an beiden Enden eines Netzwerkkabels können nur in der korrekten Ausrichtung eingesteckt werden und müssen spürbar einrasten. Welches Ende Sie ins Gerät und welches in den Wand­anschluss, Switch o. Ä. stecken, spielt keine Rolle.


Stromversorgung

Die Stromversorgung besteht in der Regel aus einem externen Netzteil. Stecken Sie zunächst das davon ausgehende Kabel in den Stromanschluss an der Rückseite des NAS. Dann verwenden Sie das mitgelieferte Stromkabel, um das Netzteil an eine Steckdose anzuschließen.

Folgende Aspekte sind beachtenswert und vielleicht nicht für jeden offensichtlich:

•Wählen Sie eine Steckdose, die nie für andere Zwecke benötigt wird. Ersetzen Sie dazu ggf. eine einfache durch eine Mehrfachsteckdose. Eine einfachere Lösung kann eine Verteilersteckdose sein, wobei ein hochwertiges Exemplar für problemlosen Dauerbetrieb empfehlenswert ist.

•Stellen Sie sicher, dass niemand den Stecker versehentlich aus der Dose zieht. Ein Klassiker ist die Putzfrau, die eine Steckdose für den Staubsauger benötigt und einfach den erstbesten Stecker herauszieht. Ein plötzlicher Stromverlust ohne vorheriges Herunterfahren ist für ein NAS jedes Mal ein problematischer Vorgang mit dem Potenzial für Datenverluste und sollte auf (hoffentlich seltene) Ausfälle der regionalen Stromversorgung begrenzt bleiben.

•Verlegen Sie das Kabel ggf. mit Kabelbindern oder anderen Sicherungen, sodass es nicht im Weg ist und niemand versehentlich daran hängen bleiben kann. Auch dabei geht es nicht nur um die Gesundheit von Menschen, sondern auch um die Unversehrtheit Ihrer Daten.

Das Gerät startet nicht automatisch, wenn die Stromversorgung hergestellt wurde. Dies geschieht erst, wenn Sie den Ein-/Ausschalter drücken, was Sie – wenn sowohl Netzwerk als auch Stromversorgung angeschlossen sind – aber unmittelbar tun können. Der Startvorgang bis zur Betriebsbereitschaft dauert jeweils eine kurze Zeit. Wenn das Gerät einmal länger piept und die Statusleuchte dauerhaft leuchtet, ist es so weit, und Sie können fortfahren.

2.4 Erster Start und Grundeinrichtung

Wenn das NAS-Gerät aufgestellt, angeschlossen und eingeschaltet ist, können Sie mit der Grundeinrichtung beginnen. Diese erfolgt per Webbrowser. Sie können dazu im Prinzip auch ein Smartphone oder Tablet im selben lokalen Netzwerk verwenden. Am praktischsten ist aber ein PC oder Notebook mit Tastatur und Maus.

NAS über install.qnap.com finden

Die unkomplizierteste Methode für das schnelle Auffinden Ihres NAS bietet ein Onlinedienst von QNAP. Dazu starten Sie auf einem PC, der sich im selben lokalen Netzwerk wie das NAS befindet, einen Webbrowser und rufen die Adresse install.qnap.com auf. Damit starten Sie einen Onlineassistenten, der versucht, ein NAS in Ihrem lokalen Netzwerk zu lokalisieren. Das dauert in der Regel nur wenige Sekunden.

Wird der Assistent fündig, präsentiert er Ihnen eine grafische Darstellung des gefundenen Modells sowie Eckdaten zu Modellname, IP- und MAC-Adresse. Damit können Sie im Notfall (falls mehrere QNAP-Geräte im Einsatz sein sollten) sicherstellen, dass es sich um das gewünschte NAS handelt. Ein wichtiger Hinweis ist auch die angebotene Aktion: Initialisieren bedeutet, dass auf diesem Gerät bislang keine Firmware installiert wurde und das Gerät (noch) nicht einsatzbereit ist.



Der QNAP-Installationsassistent hat ein neues NAS im lokalen Netzwerk entdeckt.

1.Klicken Sie auf die Initialisieren-Schaltfläche.

2.Der Assistent bietet Ihnen dann an, sich mit einer vorhandenen QNAP-ID anzumelden oder ggf. eine solche erst zu erstellen. Allerdings ist das an dieser Stelle nicht unbedingt erforderlich, sodass Sie es zunächst überspringen können. Mehr zur QNAP-ID und den damit verbundenen Funktionen erfahren Sie im Abschnitt „6.3 Mobiler Zugriff von unterwegs“.

3.Klicken Sie stattdessen auf den im Kleingedruckten versteckten Link später ein Konto erstellen, um ohne Anmeldung direkt zur Weboberfläche des NAS zu gelangen. Ab hier geht es dann weiter, wie im Abschnitt „Die aktuelle Systemsoftware installieren“ beschrieben.


Später ein Konto erstellen

Hilfe durch den Qfinder Pro

Falls der Onlineinstallationsassistent Ihr Gerät nicht findet, sollten Sie sich auf den Webseiten von QNAP den Qfinder Pro herunterladen. Sie finden ihn unter www.qnap.com/utilities als Programm für Windows, Mac und Linux (Ubuntu). Hier ist außerdem ein Link auf den Chrome Web Store enthalten, wo Sie eine Version als Web-App in Chrome und verwandten Browsern installieren können.

Führen Sie das heruntergeladene Installationsprogramm anschließend aus. Im letzten Schritt vor dem Fertigstellen der Installation können Sie den Qfinder Pro direkt starten lassen. Außerdem findet sich hier eine Option, mit der Sie das Übermitteln anonymer Nutzungsinformationen an QNAP unterbinden. Sollten Sie den Schritt verpasst haben, finden Sie den Qfinder Pro auch als Symbol auf dem Desktop oder im Startmenü.


1.Nach dem Start des Programms wählen Sie zunächst die Region, wobei Sie überall außerhalb von China Global wählen.

2.Außerdem benötigt Qfinder Pro eine Ausnahmeregel für die Windows-Firewall (bzw. eine andere Firewall, die Sie auf Ihrem PC installiert haben). Windows erkennt den Zugriff und bietet automatisch an, eine entsprechende Regel für das Programm qfinderpro.exe einzurichten. Genehmigen Sie dies mit Zugriff zulassen. Das ist nur einmalig beim ersten Start der Anwendung erforderlich.


3.Beim Start sucht Qfinder Pro automatisch im lokalen Netzwerk nach QNAP-Geräten und listet diese auf. Für jedes Gerät gibt er Name, IP-Adresse, Modell, Softwareversion, MAC-Adresse sowie den Status an.

4.Erkennt das Programm, dass ein Gerät noch nicht eingerichtet wurde, zeigt es ­automatisch einen Hinweis an. Hier können Sie mit einem Klick auf Ja direkt die Initialisierung starten.


Neben dem Auffinden von Geräten kann der Qfinder Pro auch bei weiteren Aufgaben wie dem Einbinden von Netzwerklaufwerken, dem Einrichten von Druckern am NAS oder dem Konfigurieren des automatischen Aufwachens bei Bedarf (WOL) hilfreich sein. Sie sollten ihn also auch nach erfolgreichem Finden und Einrichten Ihres NAS nicht sofort wieder deinstallieren.

Die IP-Nummer des NAS ermitteln

Sollte das Auffinden des NAS über seinen Namen oder die vorgestellten Assistenten nicht klappen, obwohl in Ihrem Netzwerk DHCP verwendet wird, können Sie in den Einstellungen Ihres Routers (DSL-Modem, FRITZ!Box o. Ä.) nachschauen, unter welcher IP-Nummer Ihr NAS erreichbar ist. Die exakte Vorgehensweise dazu ist bei jedem Router etwas anders. Im Folgenden beschreibe ich die Schritte für eines der weitverbreiteten FRITZ!Box-Modelle:

1.Öffnen Sie die Konfigurationsoberfläche der FRITZ!Box auf einem PC im lokalen Netzwerk im Webbrowser (üblicherweise unter fritz.box erreichbar).

2.Wählen Sie in der Navigationsleiste am linken Rand die Rubrik Heimnetz/Netzwerk.

3.In der Liste rechts finden Sie im Abschnitt Aktive Verbindungen alle Geräte, die derzeit im Netzwerk aktiv sind. Hier sollte sich auch ein Eintrag mit dem Kürzel NAS im Namen befinden. QNAP setzt die Namen in der Regel aus diesen Buchstaben und den letzten Stellen der MAC-Adresse des jeweiligen Gerätes zusammen, also im abgebildeten Beispiel NAS15D6D7.

4.Sollte dies nicht der Fall sein, suchen Sie nach Geräten mit numerischen Bezeichnungen, die Ihnen anderweitig nichts sagen. Hinweis: Wenn Sie das NAS neu angeschlossen haben, dürfte es per DHCP eine der höchsten bislang vergebenen IP-Nummern erhalten haben. Wenn Sie die Liste anhand der Spalte IP-Adresse sortieren, sollte es also recht weit oben stehen.


Um sicherzugehen, dass Sie das richtige Netzwerkgerät gefunden haben, klicken Sie beim jeweiligen Eintrag rechts auf das Bearbeiten-Symbol.

Damit öffnen Sie ein Menü, in dem Sie unter Geräteinformation die MAC-Adresse dieses Gerätes finden. Vergleichen Sie diese mit der MAC-Adresse, die auf einem Aufkleber an der Rückseite des NAS abgedruckt ist. MAC-Adressen sind für jedes Gerät einzigartig und eindeutig.


Wenn das NAS im Netzwerk nicht gefunden wird

Wenn Ihr NAS mit keiner der gerade beschriebenen Methoden gefunden wird, kann das verschiedene Ursachen haben.

Im Folgenden deshalb eine kurze Checkliste, was Sie in diesem Fall kontrollieren und ausprobieren können, um das Problem zu beheben:

•Kontrollieren Sie zunächst den Netzwerkanschluss des NAS. Beide Enden des Kabels müssen fest eingesteckt und eingerastet sein. Einige Modelle haben eine LAN-Kontrollleuchte am Gehäuse, die grün leuchtet bzw. blinkt, wenn eine Netzwerkverbindung aktiv ist. Bei anderen Modellen sitzen Kontroll-LEDs direkt am Netzwerkanschluss. Auch hier sollte die grüne LED auf der linken Seite der Buchse grün leuchten oder blinken.

•Wenn der andere Netzwerkanschluss ebenfalls über Kontrollleuchten verfügt, sollte es dort ähnlich aussehen. Schließen Sie dort ggf. ein anderes Netzwerkgerät an, um sicherzustellen, dass dieser Anschluss funktionsfähig ist.

•Vergewissern Sie sich, dass im Netzwerk DHCP aktiv ist und das automatische Vergeben von Netzwerkadressen regelt. Nur dann kann das NAS sich damit ver­binden. Sollte dies nicht der Fall sein, lesen Sie im Abschnitt „Die Ersteinrichtung ohne DHCP durchführen“, wie Sie ein NAS ohne DHCP einrichten können.

•Deaktivieren Sie auf dem PC vorübergehend Antivirus-, Firewall oder ähnliche ­Sicherheitsprogramme. Wenn dann eine Verbindung gelingt, muss im Schutzprogramm eine Ausnahmeregel für das NAS eingestellt werden.

•Sollte der PC über mehr als eine Netzwerkschnittstelle verfügen (beispielsweise Ethernet und WLAN), deaktivieren Sie alle bis auf diejenige, die für die Verbindung zum NAS benötigt wird.

•Sollten – beispielsweise in einem Unternehmen – mehrere Netzwerke parallel laufen, stellen Sie sicher, dass die gewählte Anschlussbuchse zum richtigen Netzwerk gehört. Das NAS und der PC müssen sich im selben physikalischen und logischen Netzwerk befinden, damit der PC das NAS erreichen kann.

•Sollten – beispielsweise in einem Firmenumfeld – eine Hardware-Firewall oder ähnliche Sicherheitskomponenten im lokalen Netzwerk aktiv sein, wenden Sie sich an den Administrator, um ggf. eine Ausnahme für das NAS einrichten zu lassen.

•Lokalisieren Sie die Reset-Taste Ihres NAS, und halten Sie diese für ca. 3 Sekunden gedrückt, bis ein Piepton erfolgt. Damit setzen Sie die Netzwerkkonfiguration des NAS zurück. Hinweis: Dadurch wird auch das Kennwort des admin-Kontos auf das Auslieferpasswort zurückgesetzt, falls Sie dieses schon geändert hatten.

•Wechseln Sie zu einem anderen PC, Netzwerk, Tablet oder Smartphone im selben Netzwerk, und versuchen Sie, ob Sie damit die Weboberfläche des NAS erreichen können.

•Tauschen Sie probeweise das Netzwerkkabel aus, um einen Kabelschaden auszuschließen.

•Schließen Sie das NAS probeweise an einem anderen Netzwerkanschluss an, von dem Sie sicher sind, dass er funktioniert.

Sollten alle diese Maßnahmen nicht helfen oder nicht zutreffend sein, können Sie das NAS auch in Betrieb nehmen, indem Sie es direkt mit einem PC verbinden, wie der folgende Abschnitt beschreibt. Dies sollte aber nur eine Notmaßnahme sein, da das grundlegende Problem dadurch meist nicht behoben wird.

Die Ersteinrichtung ohne DHCP durchführen

Die verschiedenen beschriebenen Methoden basieren allesamt darauf, dass der zentrale Router in Ihrem Heimnetzwerk die Adresszuteilung per DHCP durchführt. Ist dies nicht der Fall, kann das NAS sich nicht automatisch mit dem Netzwerk verbinden, sondern fällt auf eine voreingestellte statische Verbindung zurück.

Wenn Sie in Ihrem Netzwerk auf DHCP verzichten und stattdessen statische, voreingestellte Adressen verwenden, erschwert dies zumindest die Ersteinrichtung des NAS. Deshalb sollten Sie sich überlegen, diese Ersteinrichtung ggf. in einem anderen Netzwerk mit DHCP und Internetzugang durchzuführen und dann als letzten Schritt die Netzwerkkonfiguration passend zu Ihrem Netzwerk durchzuführen. Anschließend fahren Sie das NAS herunter, schließen es in Ihrem Netzwerk wieder an und können es dann in Betrieb nehmen.

Wenn dies nicht möglich ist, können Sie sich auch anders behelfen. Sie benötigen dazu einen PC oder ein Notebook mit Ethernet-Anschluss und ein Ethernet-Kabel. Laden Sie sich den Qfinder Pro (siehe „Hilfe durch den Qfinder Pro“) und bei dieser Gelegenheit auch gleich die aktuelle Version des QNAP-Betriebssystems QTS herunter. Diese enthält die Firmware für Ihr NAS. Dann gehen Sie so vor:

1.Verbinden Sie PC und NAS mit dem Netzwerkkabel. Sollte es sich um einen ­älteren PC handeln, benötigen Sie dafür eventuell ein spezielles Cross-over-Ethernet-­Kabel. Bei neueren Geräten ist dies nicht mehr erforderlich.

2.Schalten Sie dann zunächst das NAS ein, und warten Sie, bis es betriebsbereit ist (Piepton und dann blinkende Status-LED).

3.Starten Sie dann den PC, und warten Sie ab, bis dieser hochgefahren ist.

4.Sollte der PC nicht für DHCP konfiguriert sein, müssen Sie ihn nun vorübergehend so konfigurieren, dass er sich automatisch eine Internetadresse per DHCP holt (die bekommt er vom NAS).

5.Starten Sie dann den zuvor installierten Qfinder Pro, und lassen Sie das NAS damit finden.

Wenn das soweit geklappt hat, können Sie Qfinder Pro verwenden, um die zuvor heruntergeladene Firmware auf dem NAS zu installieren (siehe „Hilfe durch den Qfinder Pro“). Anschließend können Sie in den Einstellungen des NAS eine feste IP-Adresse in Ihrem Netzwerk festlegen. Danach fahren Sie das NAS herunter, verbinden es mit dem lokalen Netzwerk und nehmen es in Betrieb.

Die aktuelle Systemsoftware installieren

Wenn Sie ein fabrikneues QNAP-NAS in Betrieb nehmen, muss darauf zunächst die aktuelle Firmware installiert werden. Seitdem das Gerät die Fabrik verlassen hat, ist einige Zeit vergangen, und in der Regel gab es inzwischen mehrere Updates. Deshalb wird die aktuelle Firmware-Version jeweils als erster Schritt beim Einrichten eines neuen NAS eingespielt.

Die Systemsoftware per Webassistent installieren

Wenn Ihr NAS mit einem Netzwerk verbunden ist und darüber auch Zugriff auf das Internet hat, läuft das Einrichten der Systemsoftware recht geradlinig ab. Das NAS kann die aktuelle Firmware-Version selbstständig aus dem Internet herunterladen und installieren.

1.Nachdem Sie mit einer der oben beschriebenen Methoden Ihr NAS im Netzwerk lokalisiert haben, lassen Sie dessen Weboberfläche im Browser anzeigen.

2.Dort wird Ihnen automatisch angeboten, die aktuellste Firmware herunterzuladen und zu installieren. Klicken Sie dazu auf Starten. Sie können diesen Schritt auch mit einem Klick auf die gleichnamige Schaltfläche überspringen und die Firmware später aktualisieren, aber das würde ich nur aus gutem Grund tun, beispielsweise wenn kein Internetzugang verfügbar ist.


3.Anschließend können Sie die Intelligente Installationsanleitung starten, was ein etwas euphorischer Name für einen Assistenten ist, der Sie durch die erforderlichen Schritte führt.

4.Im ersten Schritt können Sie unter NAS-Name einen beliebigen Namen für Ihr NAS festlegen. Sie sollten nur beachten, dass er nicht zu lang und umständlich wird. Er darf maximal 14 Zeichen lang sein und kann aus Buchstaben und Ziffern bestehen. Als einziges Sonderzeichen ist ein Bindestrich (-) zulässig.

5.Noch wichtiger ist allerdings ein sicheres Kennwort für den Administrator. Es kann bis zu 64 Zeichen lang sein und darf aus Groß- und Kleinbuchstaben, Ziffern sowie gängigen Sonderzeichen bestehen.


Administrator nur für administrative Aufgaben

Das Administratorkonto sollte nur genutzt werden, um das NAS einzustellen und Wartungsaufgaben durchzuführen. Für die eigentliche Verwendung der NAS-Funktionen können Sie weitere Benutzerkonten mit eingeschränkten Zugriffsrechten erstellen (siehe „4.2 Benutzerprofile einrichten“). Es empfiehlt sich aus Sicherheitsgründen, Administratorfunktionen von Benutzerfunktionen strikt zu trennen.

6.Im nächsten Schritt geht es darum, dass Ihr NAS immer auf der Höhe der Zeit ist. Dazu wählen Sie Ihre Zeitzone (im deutschsprachigen Raum beispielsweise (GMT+01:00) Amsterdam, Berlin, Bern, Rome, Stockholm, Vienna.

7.Außerdem können Sie festlegen, dass das NAS seine interne Uhr regelmäßig ­automatisch mit einem Internetzeitserver synchronisieren soll. So werden selbst geringe Abweichungen rechtzeitig ausgeglichen. Der vorgegebene NTP-Server ist zuverlässig, kann aber durch einen eigenen ersetzt werden. In jedem Fall sollten Sie ihn direkt testen, indem Sie auf die gleichnamige Schaltfläche klicken, bevor Sie das Einrichten fortsetzen.


8.Bei den Netzwerkeinstellungen kann es in der Regel bei der Option IP-Adresse automatisch beziehen (DHCP) bleiben. Diese geht davon aus, dass es im lokalen Netzwerk einen DHCP-Server gibt, der Netzwerkadressen auf Anfrage automatisch zuteilt. Das übernimmt meist das Gerät, das auch für das Herstellen des Internetzugangs zuständig ist, beispielsweise im Heimbereich eine FRITZ!Box oder ein vergleichbarer Router.


9.Anschließend können Sie festlegen, welche grundlegenden Dateidienste auf dem NAS aktiviert werden sollen. Wenn bei Ihnen neben Windows-PCs auch Mac- und/oder Linux-Rechner im Einsatz sind, sollten Sie diese Optionen anwählen, dann werden zusätzlich Apple File Protocol (AFP) bzw. Network File System (NFS) eingerichtet.


10.Abschließend erhalten Sie eine Zusammenfassung der gewählten Einstellungen. Klicken Sie unten rechts auf Übernehmen, um die Konfiguration entsprechend durchzuführen.

11.Bestätigen Sie den Warnhinweis, dass während der Installation eventuell vorhandene Daten auf den eingebauten Festplatten entfernt werden. An der Stelle sollten Sie sich aber ruhig noch mal fragen, ob sich auf den Platten wirklich keine Daten mehr befinden, die wichtig und anderweitig unwiederbringlich sind.


12.Nun beginnt das Einrichten des NAS und der Festplatten, was einige Minuten in Anspruch nehmen wird. Schalten Sie das Gerät während dieser Zeit nicht aus. Den PC können Sie aber durchaus anderweitig beschäftigen. Auch das Browserfenster muss nicht die ganze Zeit geöffnet bleiben.

13.Zum Abschluss der Installation wird das NAS neu gestartet. Warten Sie einfach ab, bis Sie einen längeren Piepton vom Gerät hören. Sollte der Webbrowser die ganze Zeit geöffnet gewesen sein, zeigt er automatisch den nächsten Schritt an. Andernfalls öffnen Sie die Weboberfläche des NAS erneut.

Der erste Start nach der Installation

Nach der Installation können Sie sich zum ersten Mal beim QTS-Desktop, der Verwaltungsoberfläche für Ihr QNAP-NAS, anmelden:

1.Geben Sie im Webbrowser den zuvor gewählten NAS-Namen an. Sollte das bei Ihrem Browser nicht reichen, versuchen Sie es mit der ausführlichen Version ­http://<NAS-Name>, gefolgt von :8080, also beispielsweise http://qnas:8080. Daraufhin lädt der Webbrowser die An­meldeseite des NAS.


2.Melden Sie sich hier mit dem Benutzernamen admin und dem dazugehörenden Kennwort an, das Sie bei der Installation in Schritt 4 festgelegt haben.


Zugangsdaten im Browser speichern?

Um sich nicht jedes Mal wieder anmelden zu müssen, können Sie im Login-Dialog die Option Angaben speichern aktivieren. Dann speichert die Weboberfläche des NAS ein Cookie im Webbrowser, sodass Sie Ihre Benutzerdaten nur gelegentlich neu eintippen müssen.

Das ist komfortabel, aber auch nicht ohne Risiko. Denn dann kann jeder, der Zugriff zu diesem PC und Ihrem Benutzerkonto hat, sich ohne Kennwort als Administrator beim NAS anmelden. Wenn Sie ausschließen können, dass das durch andere missbraucht werden kann, spricht aber nichts gegen ein wenig Komfort.

3.QNAP weist Sie beim ersten Anmelden auf die Datenschutzbestimmungen hin, was Sie aber ohnehin nur bestätigen können.


4.Anschließend folgen einige Tipps, was Sie wo in der QTS-Oberfläche finden. Klicken Sie die Tipps und Fenster einfach erst mal weg.

5.QNAP würde gern Daten über die Verwendung Ihres NAS erfassen. Laut Hersteller werden diese anonym erhoben und lassen keine Identifizierung Ihrer Person oder Ihrer Daten zu.

Wenn Sie das trotzdem nicht möchten, klicken Sie auf Nein.

6.Schließlich sollte sich die Oberfläche ungefähr wie in der Abbildung hier präsentieren.


Wollen Sie sich vor den weiteren Schritten zunächst mit der Weboberfläche Ihres NAS vertraut machen, empfehle ich Ihnen einen Blick in das folgende Kapitel „3. QTS: Weboberfläche des NAS ­beherrschen“. Ansonsten sollten Sie sich zunächst dem Einrichten der Festplatten widmen.

Die Festplatten im NAS einrichten

Bevor Sie Ihr NAS einrichten können, müssen zunächst die Festplatten eingerichtet werden. Dies macht das Gerät nicht automatisch, da es dem Benutzer überlassen werden soll, welchen RAID-Modus er wählen möchte und ob er die vorhandene Speicherkapazität insgesamt nutzen oder in mehrere Volumes aufteilen möchte. Die Einstellungen dafür finden Sie in der App Speicher & Snapshots.


Notwendige Fachbegriffe: Volumes, Speicherpools, Inodes

Damit Sie die richtigen Entscheidungen beim Einrichten der Festplatten treffen können, müssen Sie sich leider mit ein paar Fachbegriffen vertraut machen, denen Sie dabei begegnen werden. Diese erkläre ich auf den folgenden Seiten, bevor es dann konkret an das Konfigurieren geht.

Snapshots zur Datensicherung

Snapshots sind Momentaufnahmen der Daten, die auf Ihrem NAS gespeichert sind. Dazu muss nur einmal bzw. gelegentlich eine vollständige Aufnahme des gesamten Speichers erstellt werden. Nachfolgende Aufnahmen beschränken sich auf die Inhalte, die sich seit der letzten Sicherung verändert haben. Dabei arbeiten Snapshots blockbasiert, sodass selbst bei Änderungen nicht ganze Dateien, sondern nur die tatsächlich veränderten Teile einer Datei gesichert werden. Dadurch sind diese Momentaufnahmen sehr effizient und speichersparend.

Sie sollen kein externes Backup der Daten ersetzen, sondern ermöglichen es, auf frühere Versionen von Dateien zurückzugreifen bzw. versehentlich oder voreilig gelöschte Inhalte wiederherzustellen.

Statische Volumes

Als statische Volumes bezeichnet QNAP die einfachste und effizienteste Möglichkeit, den Speicherplatz eingebauter Festplatten nutzbar zu machen. Ein Volume nutzt grundsätzlich die gesamte Kapazität der beteiligten Platten, muss aber nicht alle eingebauten Festplatten umfassen. Welcher RAID-Modus zum Einsatz kommt, kann – abhängig von der Anzahl der beteiligten Festplatten – frei gewählt werden. Die Zugriffe sind etwas schneller als bei Speicherpools (in der Praxis etwa 10 bis 20 %).

Der Nachteil von statischen Volumes ist, dass bei dieser Variante nicht alle NAS-Funktionen verwendet werden können. So kann beispielsweise die Größe des Volumes nachträglich nicht mehr verändert werden. Nur durch das Hinzufügen weiterer Festplatten kann man ein Volume später noch erweitern. Auch das Erstellen von Snapshots (siehe „Snapshots zur Datensicherung“) ist bei statischen Volumes prinzipiell nicht möglich.

Das soll aber nicht bedeuten, dass ich von statischen Volumes abraten würde. Wenn Sie die gesamte Speicherkapazität einfach zur Verfügung stellen und auf Snapshots verzichten wollen, sind sie insbesondere aufgrund der besseren Leistung durchaus empfehlenswert. Wie Sie ein statisches Volume einrichten, ist auf Seite 76 beschrieben.

Speicherpools und flexible Volumes

Speicherpools verfolgen einen dynamischeren Ansatz. Dazu werden die beteiligten Festplatten zunächst zu einem Speicherpool zusammengefasst. Der zu verwendende RAID-Modus wird für den gesamten Speicherpool festgelegt. Er gilt also automatisch für alle Volumes, die anschließend in diesem Speicherpool erstellt werden. Ein Volume kann den gesamten Platz des Speicherpools einnehmen oder nur einen bestimmten Teil davon. Dementsprechend kann man in einem Speicherpool auch mehrere Volumes einrichten.

Die Art der Volumes wird unterschieden:

•»Dicke« (Thick) Volumes: Ein »dickes« Volume belegt den festgelegten Speicher­platz im Speicherpool sofort vollständig. Selbst wenn noch keine Datei darin gespeichert wurde, ist der Speicherplatz also für andere Volumes nicht mehr verfügbar. Dafür ist er aber für das Volume selbst garantiert, sodass man sich diesbezüglich nach dem Einrichten keine Gedanken mehr zu machen braucht.

•»Dünne« (Thin) Volumes: Auch für »dünne« Volumes wird beim Einrichten eine feste Größe angegeben. Das ist aber ein Maximalwert, denn »dünne« Volumes belegen dynamisch immer nur so viel Speicherplatz, wie die darin gespeicherten Daten tatsächlich benötigen. Nicht genutzter Speicherplatz steht dem Speicherpool weiterhin zur Verfügung und kann von anderen »dünnen« Volumes genutzt werden. Das erlaubt sehr viel Flexibilität, denn letztlich kann man mehreren »dünnen« Volumes mehr Speicherplatz zuweisen, als insgesamt zur Verfügung steht. Das klappt allerdings nur, wenn nicht alle Volumes gleichzeitig ihren maximalen Speicherplatz auslasten. Hier muss man als Administrator also stets den Speicherpool im Auge behalten. Außerdem kostet das dynamische Belegen und Freigeben der Volumes etwas Leistung, sodass die »dünne« Variante geringfügig langsamer als die »dicke« ist.

Speicherpools sind mit ihren dynamischen Volumes flexibler, da sich die Größe der ­Volumes auch nachträglich verändern lässt. Außerdem ermöglichen sie fortgeschrittene NAS-Funktionen wie etwa Snapshots (siehe „Snapshots zur Datensicherung“).


Das NAS unterstützt verschiedene Varianten, bei denen nur Speicherpools den Schutz durch Snapshots bieten.

Wer einfach die gesamte Speicherkapazität in einem Volume nutzbar machen und Snapshots ver­wenden will, sollte ein »dickes« Volume über den gesamten Speicherpool einrichten. Wer mehrere Volumes und Flexibilität beim Speicherplatz benötigt, sollte sich für »dünne« Volumes entscheiden, muss dann aber auch die Gesamtaus­lastung des Speicherpools stets im Auge behalten.

Das Einrichten von Speicherpools und dynamischen Volumes ist im Abschnitt „Einen Speicherpool einrichten“ beschrieben.

Inodes

Ein weiteres Konzept, mit dem man sich zumindest kurz befassen sollte, sind die ­Inodes. Auf den Festplatten werden Dateien in Blöcken fester Größe abgelegt. Jede Datei besteht aus einem oder mehreren Blöcken – je nachdem, wie viel Speicherplatz sie benötigt. Der letzte Block wird dabei nur in den seltensten Fällen ganz ausgenutzt, und es bleibt am Ende etwas Platz übrig, der nicht genutzt wird.

Damit das Dateisystem weiß, welche Blöcke zu welcher Datei gehören, speichert es diese Informationen in einer Datenstruktur namens Inode. Zusätzlich enthält dieser Inode alle weiteren Informationen zur Datei wie Besitzer und Gruppe, Datum der Erstellung, letzte Änderung etc.

Denn die Größe der Inodes muss beim Erstellen eines Volumes festgelegt werden und bestimmt, auf wie viele Blöcke im Dateisystem jeder Inode verweisen kann. Und das beeinflusst zwei wichtige Faktoren in unterschiedlicher Weise – die Anzahl der maximal verwaltbaren Dateien und die Menge des maximal nutzbaren Speicherplatzes:

•Arbeitet man mit sehr kleinen Inodes, kann man sehr viele Dateien verwalten und verschwendet wenig Speicherplatz (da man nur wenig »Verschnitt« produziert). Allerdings ist der Gesamtspeicherplatz, den man mit kleinen Inodes adressieren kann, begrenzt, da auch die maximale Anzahl an Inodes begrenzt ist.

•Verwendet man hingegen große Inodes, ist der ungenutzte »Verschnitt« deutlich größer, und insbesondere bei vielen kleinen Dateien, die eigentlich nur einen kleineren Inode benötigen würden, geht viel Platz verloren. Und es verringert die Anzahl der Dateien, die man insgesamt verwalten kann. Gleichzeitig steigt allerdings der Speicherplatz, den man insgesamt maximal adressieren kann.

Vereinfacht kann man also sagen: Wenn man viele kleine Dateien speichern will, der Gesamtspeicherplatz nicht zu groß ist und man auf die Option verzichten kann, diesen später bei Bedarf zu erweitern, sollte man eher kleine Inodes wählen. Speichert man eher größere Dateien, will sehr viel Speicherplatz verwalten bzw. im Bedarfsfall Ausbaureserven haben, sollte man eher größere Inodes verwenden.

Ein statisches Volume einrichten

Wenn Sie auf Snapshots verzichten und die gesamte Speicherkapazität der eingebauten Festplatten unkompliziert bereitstellen wollen, ist ein statisches Volume die beste Lösung.

1.Öffnen Sie im Speichermanager Speicher & Snapshots den Bereich Übersicht/Speicher.

2.Klicken Sie hier bei Kein Volume auf das Hinzufügen-Symbol.


3.Im so gestarteten Assistenten für Volume-Erstellung wählen Sie im ersten Schritt oben die Option Statisches Volume.


4.Wählen Sie im zweiten Schritt aus, welche Festplatten in dieses Volume mit einbezogen werden sollen (in der Regel alle).

5.Wählen Sie außerdem darunter bei RAID-Typ aus, welche Art von RAID-Verbund Sie erstellen möchten (mehr zu RAID erfahren Sie im Abschnitt „RAID – Redundant Array of Independent Discs“). Welche Typen zur Auswahl stehen, hängt von der Anzahl der Festplatten ab.


6.Sind ausreichend Festplatten vorhanden, können Sie für RAID-Typen mit Redundanz zusätzlich eine der nicht ausgewählten Platten zur Ersatzfestplatte (Hot Spare) erklären. Sollte eine der zum Volume gehörenden Platten mit einem Defekt aus­fallen, würde das NAS stattdessen automatisch diese Ersatzfestplatte in das Vo­lume aufnehmen und die Inhalte der ausgefallenen Platte dort rekonstruieren.

7.Im Schritt Konfigurieren können Sie die Inode-Größe für das Dateisystem anpassen (siehe „Inodes“). Der Assistent gibt dazu für Ihre konkrete Festplattenkonfiguration an, mit welcher maximalen Volume-Größe und welcher maximalen Anzahl an Dateien/Ordnern Sie bei welchem Wert rechnen können. Die Standardvorgabe des Assistenten entspricht einem guten Kompromiss für die typische NAS-Nutzung. Insbesondere wenn Sie viele und sehr große Festplatten nutzen bzw. in ­Zukunft ggf. nutzen wollen, sollten Sie den Inode-Wert aber erhöhen.


8.Abschließend erhalten Sie eine Zusammenfassung der gewählten Einstellungen, die Sie mit Fertigstellen bestätigen.

9.Nun folgt noch der Hinweis, dass auf dem gewählten Datenträger eventuell vorhandene Daten nun unwiederbringlich gelöscht werden. Bestätigen Sie dies mit OK.

Das NAS erstellt nun das Volume gemäß den Vorgaben. Im Speichermanager können Sie sich im Bereich Speicher/Storage/Snapshots vom Fortschritt überzeugen. Wichtig: Wenn Sie sich für ein statisches Volume entschieden haben, ist die Einrichtung der Datenträger an dieser Stelle abgeschlossen. Sie können in dem Fall die beiden folgenden Abschnitte überspringen. Machen Sie mit den wichtigen Einstellungen und Checks nach der Installation weiter („Wichtige Einstellungen und Checks nach dem Installieren“), machen Sie sich mit der QTS-Web­oberfläche vertraut („3. QTS: Weboberfläche des NAS ­beherrschen“), oder erstellen Sie mit File Station einen ersten Freigabeordner für das neue Volume („4.4 Zugriffsrechte auf Freigabeordner“).

Einen Speicherpool einrichten

Wollen Sie anstelle eines statischen Volumes mit einem oder mehreren dynamischen Volumes (»dick« oder »dünn«) arbeiten, muss zunächst ein Speicherpool angelegt werden, in dem dann ein oder mehrere Volumes erstellt werden können.

1.Öffnen Sie im Speichermanager Speicher & Snapshots den Bereich Übersicht/Speicher.

2.Klicken Sie hier bei Kein Speicherpool auf das Hinzufügen-Symbol.


3.Im so gestarteten Assistenten zum Erstellen des Speicherpools dient der erste Schritt nur der Information und kann mit Weiter übersprungen werden.

4.Wählen Sie im zweiten Schritt aus, welche Festplatten in dieses Volume mit einbezogen werden sollen. Typischerweise sollten dies alle sein.


5.Wählen Sie darunter bei RAID-Typ aus, welche Art von RAID-Verbund Sie erstellen möchten (mehr zu RAID erfahren Sie im Abschnitt „RAID – Redundant Array of Independent Discs“). Welche Typen zur Auswahl stehen, hängt von der Anzahl der Festplatten ab.

6.Sind ausreichend Festplatten vorhanden, können Sie für RAID-Typen mit Redundanz zusätzlich eine der nicht ausgewählten Platten zur Ersatzfestplatte (Hot Spare) erklären. Sollte eine der zum Volume gehörenden Platten mit einem Defekt ausfallen, würde das NAS stattdessen automatisch diese Ersatzfestplatte in das Volume aufnehmen und die Inhalte der ausgefallenen Platte dort rekonstruieren.

7.Im Schritt Konfigurieren können Sie einen Warnschwellenwert angeben. Ist dieser Füllstand erreicht, beginnt das NAS automatisch, Sie mit Hinweisen und Benachrichtigungen darauf aufmerksam zu machen.


Over-Provisioning für SSDs

Die Option Over-Provisioning steht nur für SSDs zur Verfügung. Sie ermöglicht es, auf SSDs automatisch einen Teil des Speicherplatzes frei zu halten, um die Leistungs- und Lebensdauer der Laufwerke zu erhöhen. Da dies das ohnehin ungünstige Preis-Leistungs-Verhältnis für SSDs in NAS aber noch weiter verschlechtert, ist es eher für den Einsatz in professionellen Umgebungen interessant (mehr zum Thema SSDs in NAS erfahren Sie im Abschnitt „SSD im NAS?“).

8.Abschließend erhalten Sie eine Zusammenfassung der gewählten Einstellungen, die Sie mit Erstellen bestätigen.

9.Nun folgt noch der Hinweis, dass auf dem gewählten Datenträger eventuell vorhandene Daten nun unwiederbringlich gelöscht werden. Bestätigen Sie dies mit OK.


10.Das NAS erstellt nun den Speicherpool gemäß den Vorgaben, was aber nicht lange dauert. Nach Abschluss des Vorgangs erhalten Sie eine Meldung und können mit Neues Volume direkt ein Volume im neu angelegten Speicherpool erstellen.


Dynamische Volumes einrichten

Wenn Sie, wie oben beschrieben, einen Speicherpool eingerichtet haben, können Sie noch keine Dateien auf Ihrem NAS speichern. Dazu müssen erst ein oder auch mehrere Volumes angelegt werden, die den Speicherplatz dieses Pools nutzen.

Mehr als ein Volume?

Es ist naheliegend, einfach nur ein Volume anzulegen, das den gesamten Speicherpool nutzt. Wenn Sie Snapshots (siehe „Snapshots zur Datensicherung“) verwenden möchten, kann es aber sinnvoller sein, mit mindestens zwei Volumes zu arbeiten. Denn Snapshots sichern immer ein vollständiges Volume und nicht nur einzelne Ordner. Gerade von umfangreichen Daten wie Filmen oder Musik benötigt man aber nicht unbedingt Snapshots, sondern eher ein externes Backup für den Fall von Hardwaredefekten. Deshalb ist es eine Überlegung wert, mit mindestens zwei Volumes zu arbeiten: Nutzen Sie ein kleineres, in dem Dokumente und andere wichtige Daten abgelegt werden, mit denen Sie arbeiten. Von diesem können Sie regelmäßig Snapshots anlegen (lassen). Verwenden Sie ein größeres, in dem die Mediensammlung gespeichert wird und für das keine Snapshots erstellt werden, sondern gelegentlich ein externes Backup angelegt wird.

1.Den Assistenten dafür starten Sie direkt im Anschluss an das Erstellen des Speicherpools mit Neues Volume. Oder Sie klicken später unter Speicher/Storage/Snapshots oben rechts auf das Menü Erstellen und darin auf Neues Volume.


2.Im Assistenten wählen Sie zunächst aus, welche Art von Volume Sie erstellen möchten (siehe „Statische Volumes“ und „Speicherpools und flexible Volumes“). Für einen Speicherpool kommen insbesondere Thick-Volume oder Thin-Volume infrage, wobei ich Ihnen in der Regel zu einem Thick-Volume mit fest reserviertem Speicherplatz raten würde. So können Sie den Speicherplatz einmal verbindlich zuweisen und müssen ihn anschließend nicht permanent überwachen.

3.Bei Speicherort ist automatisch der zuvor erstellte Speicherpool ausgewählt. Hier müssen Sie nur etwas ändern, wenn Sie mehr als einen Speicherpool eingerichtet haben sollten.


4.Im Schritt Konfigurieren können Sie bei Volume-Alias einen Namen für das Volume festlegen. Dieser dient nur Ihrer Orientierung und ist vor allem interessant, wenn Sie mehr als ein Volume nutzen.

5.Darunter legen Sie bei Volume-Kapazität fest, wie groß der Umfang des Volumes sein soll (Thick Volume) bzw. maximal werden darf (Thin Volume). Der Wert hängt davon ab, wie Sie den Speicherpool nutzen wollen. Mit Auf Max. setzen schlagen Sie dem Volume den gesamten verfügbaren Platz zu, müssen dann aber auf Funktionen wie Snapshots verzichten. Da diese einigen Speicherplatz benötigen, sollten Sie besser eine großzügige Reserve frei lassen. Auch wenn Sie mehrere Vo­lumes anlegen wollen, sollten Sie das jetzt schon sorgfältig planen.

Speicherbedarf von Snapshots

Ein Snapshot benötigt in etwa so viel Speicher, wie Daten im Volume gespeichert sind. Ist ein Volume mit 1 TByte Kapazität zu 10 % gefüllt, benötigt ein Snapshot ungefähr 100 GByte. Weitere Snapshots des Volumes brauchen dann aber nur so viel Speicher, wie sich seit dem letzten Snapshot Daten verändert haben. Gab es bei 10 % der Dateien Veränderungen, würde ein weiterer Snapshot nur ca. 10 GByte Speicherplatz benötigen etc. Will man regelmäßig Snapshots erstellen, muss man also abschätzen, wie viele Daten man insgesamt speichern wird und wie häufig diese sich ändern.

6.Unten können Sie die Inode-Größe für das Dateisystem anpassen (siehe „Inodes“. Der Assistent gibt dazu für Ihre konkrete Festplattenkonfiguration an, mit welcher maximalen Volume-Größe und welcher maximalen Anzahl an Dateien/Ordnern Sie bei welchem Wert rechnen können. Die Standardvorgabe des Assistenten entspricht einem guten Kompromiss für die typische NAS-Nutzung. Insbesondere wenn Sie viele und sehr große Festplatten nutzen bzw. in Zukunft ggf. nutzen wollen, sollten Sie den Inode-Wert aber erhöhen.

7.Mit einem Klick auf Erweiterte Einstellungen ganz unten blenden Sie zusätzliche Optionen ein, mit denen Sie etwa den Warnschwellenwert festlegen. Ist dieser Füllstand des Volumes erreicht, macht das NAS Sie mit LEDs, Hinweisen und Benachrichtigungen automatisch darauf aufmerksam.


8.Abschließend erhalten Sie eine Zusammenfassung der gewählten Einstellungen, die Sie mit Fertigstellen bestätigen.

Das NAS erstellt nun das Volume gemäß den Vorgaben. Im Speichermanager können Sie im Bereich Speicher/Storage/Snapshots den Fortschritt verfolgen.

Volume/Speicherpool entfernen

Die Konfiguration der Festplatten oder beispielsweise auch nur der RAID-Modus lassen sich nachträglich nur ändern, wenn Sie eingerichtete Volumes und/oder Speicherpool entfernen und die Platten damit wieder freigeben. Anschließend nehmen Sie eine neue Konfiguration mit den gewünschten Einstellungen vor.

Warnung: Alle Daten auf den Festplatten gehen verloren

Wenn Sie Volumes und/oder Speicherpool entfernen und damit den aktuellen RAID-Verbund auflösen, gehen die auf den betroffenen Festplatten bereits gespeicherten Daten unwiederbringlich verloren.

1.Öffnen Sie im Hauptmenü der Weboberfläche (Symbol oben links) Speicher & Snapshots und darin den Bereich Storage/Snapshots.

2.Wählen Sie in der Liste der Volumes das zu löschende Volume aus (falls es mehr als eines gibt), und klicken Sie oben rechts auf Verwalten.


3.Damit öffnen Sie den Verwaltungsdialog für dieses Volume. Um es zu löschen, klicken Sie oben auf das Entfernen-Menü und wählen den Menüpunkt Volume entfernen.



4.Bestätigen Sie den Vorgang anschließend mit OK.

5.Die anschließende Zusammenfassung weist noch mal darauf hin, dass bei diesem Vorgang alle Ordner und Dateien auf diesem Volume entfernt werden. Bestätigen Sie dies mit Übernehmen.

6.Nun beginnt das System, das Volume zu entfernen. Dies dauert ein wenig. Anschließend sehen Sie im Speichermanager unter Speicher/Storage/Snapshots den Hinweis Keine Volumes und/oder Speicherpools.


Nun können Sie, wie in den vorangegangenen Abschnitten beschrieben, mit dem Einrichten eines neuen Volumes bzw. eines Speicherpools beginnen.

Wichtige Einstellungen und Checks nach dem Installieren

Wenn Sie die Grundinstallation wie beschrieben durchgeführt haben, ist Ihr NAS nun betriebsbereit, und der Installationsassistent hat die eingebauten Festplatten zu einem RAID-Verbund zusammengefasst (siehe „RAID – Redundant Array of Independent Discs“). Falls Sie die Entscheidung zum RAID-Typ nachträglich ändern möchten, entfernen Sie das Volumen wie vorangehend beschrieben und legen ein neues im gewünschten RAID-Modus an. Dies sollten Sie so früh wie möglich erledigen, da dabei alle bereits auf dem NAS gespeicherten Daten verloren gehen. Andernfalls haben Sie nun ein einsatzfähiges NAS, auf dem Sie beispielsweise direkt Ordner für die gemeinsame Nutzung einrichten können. Meine Empfehlung ist aber, zuvor noch einige grundlegende Einstellungen zu kontrollieren bzw. entsprechend den eigenen Einstellungen vorzunehmen. So schaffen Sie potenzielle Stolperfallen für das reibungslose Verwenden Ihres NAS von Anfang an aus dem Weg.

Die meisten der folgenden Einstellungen finden Sie allesamt in der Systemsteuerung Ihres NAS. Diese öffnen Sie über das gleichnamige Symbol in der Weboberfläche oder im Hauptmenü oben links.


Arbeitsgruppe für Windows-PCs anpassen

Keine Notwendigkeit, aber eine praktische Kosmetik kann das Anpassen der Arbeitsgruppe im Bereich Netzwerk- und Dateiservices/Win/Mac/NFS und dort in der Rubrik Microsoft-Netzwerk sein. Nach der Installation steht diese auf WORKGROUP, was auch der Standardwert für Windows-Arbeitsgruppen ist. Nachprüfen können Sie dies bei jedem Windows-PC in der Systemsteuerung unter System im Bereich Einstellungen für Computernamen, Domäne und Arbeitsgruppe. Wenn die Arbeitsgruppe bei Windows-PCs und dem NAS übereinstimmt, wird das NAS automatisch in der Netzwerkübersicht im Windows-Explorer angezeigt, sodass man leicht darauf zugreifen kann. Bei abweichenden Arbeitsgruppennamen kann man ebenso darauf zugreifen, aber das NAS wird eben nicht in der Übersicht aufgeführt. Wenn Sie möchten, dass Ihr NAS im Windows-Explorer angezeigt wird, sollten Sie den Arbeitsgruppennamen also angleichen. Klicken Sie dann unten auf Über­nehmen.


Passen Sie den Arbeitsgruppennamen an Ihre Windows-PCs an, damit diese das NAS im Netzwerk anzeigen.

Mac-Nutzer brauchen keine Arbeitsgruppe anzugeben, sollten aber ggf. in der ­Rubrik Apple-Netzwerk die Funktion Apple Talk-Dateidienst für Apple-Netzwerke aktivieren einschalten.

Automatisches Abmelden anpassen

Eventuell haben Sie es schon bemerkt: Wenn man in der Weboberfläche einige Zeit inaktiv ist, wird man automatisch abgemeldet. Das ist eine Sicherheitsfunktion, damit man das Abmelden nicht vergisst und jemand Unbefugtes eine offene Browsersitzung später übernehmen kann. Wenn Sie aber in einer sicheren Umgebung arbeiten und Sie das automatische Abmelden stört, können Sie den Zeitraum verlängern.

1.Klicken Sie dazu in der QTS-Oberfläche oben rechts auf Ihren Benutzernamen bzw. admin, falls Sie das Administratorkonto nutzen.

2.Im so geöffneten Menü wählen Sie Optionen.


3.In den Optionen für Ihr Benutzerprofil wechseln Sie in die Rubrik Verschiedenes. Dazu müssen Sie ggf. erst auf den Pfeil ganz rechts in der Rubrikleiste klicken, um diesen Eintrag auf den Bildschirm zu holen.

4.In dieser Rubrik finden Sie ganz oben die Einstellung Automatisch abmelden nach einer Inaktivitätszeit von X Stunden. Hier können Sie einen längeren Zeitraum angeben oder die Option ganz abschalten. Dann erfolgt überhaupt kein automatisches Abmelden mehr.


Bei Störungen per E-Mail benachrichtigen

Ihr NAS kann Sie bei Problemen per E-Mail informieren. So haben Sie das sichere ­Gefühl, keine wichtigen Ereignisse zu verpassen, auch wenn Sie nicht ständig die ­Weboberfläche des Systems besuchen. Dazu hinterlegen Sie zunächst die Daten ­Ihres E-Mail-Kontos. Diese benötigt das NAS, um in Ihrem Auftrag E-Mails versenden zu können.

1.Öffnen Sie dazu in der QTS-Systemsteuerung mit System/Benachrichtigungszen­trum das Benachrichtigungszentrum des NAS.

2.Öffnen Sie darin den Bereich Servicekonto und Gerätekopplung und darin die Ru­brik E-Mail.

3.Klicken Sie hier auf SMTP-Dienst hinzufügen, um ein E-Mail-Konto zu konfigurieren.


4.Im anschließenden Dialog sollten Sie zunächst unter E-Mail Konto auswählen festlegen, um welche Art von E-Mail-Konto es sich handelt. Dazu finden Sie in der Liste eine Reihe von gängigen Betreibern von E-Mail-Dienstleistungen. Ist Ihr Anbieter nicht in der Liste, wählen Sie Benutzerdefiniert. Abhängig von der Wahl werden zusätzliche Felder angezeigt, die Sie ausfüllen müssen. Informationen wie SMTP-Server, Art der Verbindung oder Portnummer erhalten Sie vom Anbieter des E-Mail-Postfachs.

5.In jedem Fall angeben müssen Sie bei E-Mail die Adresse, unter der Sie erreichbar sind. Ausnahmen sind Anbieter wie Gmail oder Outlook.com. Bei diesen wird durch das Anklicken dieses Feldes ein Autorisierungsvorgang gestartet, mit dem Sie sich bei dem jeweiligen Dienst anmelden und QTS die Nutzung des jeweiligen E-Mail-Kontos gestatten.

6.Rechts neben dem Feld E-Mail Konto auswählen finden Sie ein Pfeil-Symbol, mit dem Sie jeweils eine Test-Mail mit den gerade gewählten Einstellungen versenden.


7.Sind die Einstellungen erfolgreich getestet, klicken Sie unten auf Erstellen, um den Dienst dauerhaft zu erstellen.

Wenn ein SMTP-Dienst konfiguriert ist, über den das NAS Nachrichten versenden kann, können Sie Regeln erstellen, über welche Arten von Ereignissen Sie per Mail benachrichtigt werden möchten:

1.Wechseln Sie dazu im Benachrichtigungscenter in den Bereich Regeln für Systembenachrichtigungen und dort in die Rubrik Alarmbenachrichtigungen.

2.Diese ist anfangs noch leer. Klicken Sie auf Regeln erstellen, um eine Alarmierung einzurichten.

3.Geben Sie bei Regelname zunächst eine sinnvolle Bezeichnung für diese Regel an.


Alarmbenachrichtigungsregel erstellen

4.Das Benachrichtigungscenter schlägt standardmäßig vor, bei allen Warnungen und Fehlern eine Nachricht zu versenden. Das ist sinnvoll, da auch Ereignisse wie beispielsweise ein Virenfund »nur« eine Warnung bewirken. Sie sollten deshalb diese Voreinstellung mit Weiter übernehmen. Sollte die Anzahl an Mails zu hoch sein, können Sie die Regel später jederzeit anpassen und beispielsweise bestimmte Schlüsselwörter auf die Ausschlussliste setzen.

5.Im nächsten Schritt sind auf der linken Seite standardmäßig die Methode E-Mail und der zuvor eingerichtete SMTP-Dienst eingetragen.


Rechts geben Sie die E-Mail-Adresse an, an die die Benachrichtigungen gehen sollen. Das kann durchaus die Adresse sein, deren Zugangsdaten Sie zuvor für den SMTP-Dienst verwendet haben. Dann schickt dieses Konto sich selbst eine E-Mail, was in der Regel technisch kein Problem ist. Ebenso können Sie aber auch eine andere Empfängeradresse verwenden.

6.Abschließend erhalten Sie eine Zusammenfassung der gewählten Einstellungen. Klicken Sie unten auf Fertigstellen, um die Regel zu aktivieren und zu speichern.

Verhalten nach Stromausfall

Es kommt hoffentlich nicht häufig vor, aber durch einen Stromausfall wird der Betrieb des NAS abrupt unterbrochen. In der QTS-Systemsteuerung können Sie im Bereich System/Leistung in der Rubrik Energiewiederherstellung das Verhalten nach einem Stromausfall festlegen:

•Mit der Option Das NAS ausgeschaltet lassen würde das Gerät nach einem Stromausfall abgeschaltet bleiben, bis der Ein-/Ausschalter am Gehäuse gedrückt wird. Das kann sinnvoll sein, wenn man nach einer Störung beispielsweise abwarten möchte, bis die Stromversorgung wirklich wieder zuverlässig funktioniert.

•Möchten Sie aber, dass das NAS beim Zurückkehren der Stromversorgung automatisch wieder startet, wählen Sie die Option Den vorherigen NAS-Energiestatus wiederherstellen. Dann kehrt das Gerät nach einem Stromausfall wieder in den Zustand vor dem Ereignis zurück.


Lüftermodus

Eine weitere Frage, die Sie vielleicht gleich zu Beginn klären möchten, ist die Lüfter­regelung. Öffnen Sie dazu in der QTS-Systemsteuerung den Bereich System/Hardware. Hier finden Sie in der Rubrik Intelligenter Lüfter die maßgeblichen Optionen.

•Mit der Option Lüftergeschwindigkeitseinstellungen legen Sie grundsätzlich fest, wie die Steuerung erfolgen soll. Dabei empfiehlt sich die Variante Lüftergeschwindigkeit automatisch anpassen. Nur so können Sie über mehrere Einstellungen darunter die Belüftung flexibel und temperaturabhängig regeln. Nur in bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, dass Sie die Lüftergeschwindigkeit manuell einstellen, sodass diese Geschwindigkeit unabhängig von der Temperatur konstant gehalten wird.

•Mit der Option Überwachen Sie die Temperatur und passen Sie die Geschwindigkeit entsprechend an können Sie im Auswahlfeld darunter verschiedene Richtlinien wählen, die das Lüfterverhalten bestimmen.

•Lautlosmodus: Um das Geräuschniveau zu senken, dreht sich der Lüfter möglichst langsam. Wer sehr geräuschempfindlich ist, das NAS nur mäßig beansprucht und es in einem Raum aufstellt, der auch im Sommer nicht übermäßig heiß wird, kann so das Geräuschniveau deutlich absenken.

•Normalmodus: Die Lüftergeschwindigkeit wird laufend an die Temperaturen angepasst, um das Gerät stets in einem akzeptablen Temperaturbereich zu halten. Diese Einstellung ist bei normaler Beanspruchung des NAS empfehlenswert.

•Leistungsmodus: Der Lüfter läuft ständig mit hoher Geschwindigkeit, um immer eine optimale Kühlung des Gerätes zu gewährleisten, was aber auch viel Lärm erzeugt und mehr Energie verbraucht. Wenn das NAS häufig benutzt wird und irgendwo abgelegen steht, wo es niemanden stört, ist diese Einstellung aber nicht verkehrt.


•Alternativ können Sie mit Passen Sie die Geschwindigkeit anhand des Temperatur-­Schwellwertes an eigene Temperaturwerte festlegen, ab denen die Lüftergeschwindigkeit erhöht oder verringert werden soll. Dabei gibt es eine untere Grenze, ab der der Lüfter langsamer läuft, und eine obere, ab der die Geschwindigkeit erhöht wird. Die so aktivierte Geschwindigkeit wird so lange beibehalten, bis der jeweils andere Schwellwert erreicht wird.

Die Lüftereinstellung ist immer ein Kompromiss zwischen Ruhe und Energiesparen einerseits und ausreichender Kühlung andererseits. Dreht der Lüfter zu langsam, könnte sich das NAS unter Last oder bei höheren Außentemperaturen zu stark aufheizen. Die Temperatur wird übrigens überwacht und das NAS automatisch heruntergefahren, wenn sie zu warm zu werden droht. Aber auch bei den Festplatten leidet die Lebensdauer, wenn diese permanent zu warm betrieben werden.

Temperaturstatus überwachen

Sie können den Temperatur- und Lüfterstatus Ihres NAS jederzeit kontrollieren.

1.Klicken Sie dazu im QTS oben rechts auf das Kontrollcenter-Symbol.


2.Im so geöffneten Kontrollcenter finden Sie im Bereich Hardware-Information die Angaben zur Temperatur (System) und Lüfterdrehzahl (SYS Fan). Auch wenn Ihnen die Daten selbst vielleicht nicht viel sagen, zeigen grüne Häkchen rechts daneben an, wenn diese Parameter im üblichen Rahmen liegen.


Hardware-Information: Temperatur und Lüfterdrehzahl

3.Wollen Sie es noch genauer wissen, klicken Sie direkt auf den Schriftzug Hardware-Information.

4.Damit öffnen Sie die gleichnamige Rubrik in der NAS-Verwaltung. Hier sind zusätzlich die Temperaturen der eingebauten Festplatten sowie ggf. weiterer Lüfter aufgeführt.


Ruhezustand der Festplatte

In der QTS-Systemsteuerung finden Sie im Bereich System/Hardware in der Rubrik Allgemein die Option Aktiviert den Datenträgerbereitschaftsmodus. Schalten Sie diese ein, können Sie mit dem Auswahlfeld darunter einstellen, nach welcher Zeit der Inakti­vität die angeschlossenen Platten anhalten und in den Energiesparmodus wechseln sollen. Dadurch halten die Platten an, wenn das NAS einige Zeit nicht genutzt wird, was Energie spart, die Geräusche reduziert und die Lebensdauer der Festplatten – tendenziell – verlängert.



Diese Einstellung will gut überlegt sein, denn jedes neue Anlaufen benötigt vergleichsweise viel Energie, und eine Magnetfestplatte übersteht auch nur eine bestimmte Anzahl von »Anläufen«. Außerdem muss man bei Zugriffen immer einige Sekunden abwarten, bis die Festplatten auf Touren gekommen sind und das NAS Daten liefern kann. Es ist also nicht sinnvoll, die Festplatte bei jeder kurzen Pause gleich schlafen zu legen. Stattdessen sollte man die Einstellung so wählen, dass der Ruhezustand in den meisten Fällen nur eintritt, wenn tatsächlich für längere Zeit keine Daten benötigt werden. Auf Seite 100 finden Sie mehr Informationen zum Ruhezustand der Festplatten, warum dieser sich manchmal nicht wie gewünscht einstellt und welche weiteren Energiesparmöglichkeiten Ihr NAS bietet.

Pakete aktualisieren

Nach der Erstinstallation finden Sie auf der Web­oberfläche eventuell bereits den Hinweis Aktualisierung ist jetzt im App Center verfügbar. Das bedeutet, dass ein Update für eines der ab Werk verfügbaren Pakete vorliegt. Selbst wenn nicht, sollten Sie die vorhandenen Pakete überprüfen.


1.Klicken Sie auf dem QTS-Desktop auf das Symbol App Center, und bestätigen Sie (nur beim ersten Mal) die Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung.


2.Beim Start zeigt das App Center standardmäßig die Kategorie Meine Apps an, in der Sie ganz oben den Abschnitt Aktualisieren finden. Dieser enthält alle Apps, für die derzeit ein Update vorliegt.

3.Sie können jede App einzeln aktualisieren, aber am besten klicken Sie oben rechts bei Updates installieren auf Alles.

4.Das QTS lädt dann die aktuellen Versionen der betroffenen Pakete herunter und spielt sie ein. Das erfolgt automatisch im Hintergrund, sodass Sie den Vorgang nicht abwarten müssen.


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